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Tagebuchausschnitt eines engagierten deutschen Musikers und Komponisten in Donezk/Ostukraine – unverfälscht und ehrlich. Eine Woche im Mai 2016

Der Titel des Beitrags kündigt es schon an: ehrlich, also kein Mainstreammedien-Märchen! Das Tagebuch schildert die Eindrücke eines Mannes in Donezk, Ostukraine. Die bewegende Geschichte macht klar, dass der Krieg lange vor dem 24. Februar 2022 begonnen hat. Kriegstreiber und Kriegs-Sympathisanten sollten sich seine Geschichte durchlesen. Vielleicht hören sie dann mit dem Rasseln der Säbel auf, die andere für sie führen, und Blut sinnlos damit vergießen. Menschen, die für Waffenlieferungen sind, sollten mit diesen Waffen in die Krisengebiete reisen, und die Tötungswerkzeuge auch selbst bedienen. Von der Couch aus lässt es sich leicht schreien! Frieden schaffen geht nur ohne Waffen, ihr Ewiggestrigen!

Klaus Burger ist ein kreativer, mir ruhig erscheinender Mensch, der nicht viel Aufhebens über die Dinge macht, die er erzählt. Er schildert sie gelassen, aber nicht emotionslos, auf keinen Fall hetzerisch, sondern einfach nur realistisch und aufrichtig. Wenn ihr euch einen Eindruck über diesen mutigen, in sich ruhenden Mann, der dem materiellen Denken den Rücken gekehrt hat, verschaffen möchtet, könnt ihr euch einmal diese beiden Videos reinziehen:

Nun zum Tagebuchausschnitt einer Maiwoche im Jahr 2016.

20.05.2016 17:07
Das hat alles ganz vortrefflich geklappt und ich werde gut aufgenommen, wir planen an schönen Dingen und ich bin sehr berührt von der Freundlichkeit und Offenheit der Menschen. Beste Grüße kb

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Diese Nachricht habe ich gestern schon geschrieben, war jedoch zu platt, um das Absenden zu überprüfen. Es ist sehr fruchtbar, das beginnt sehr innig und die Menschen sind begeistert. Anbei ein kurzes Interview von gestern,

http://novorossia.today/120115-2/

Gestern war ich im Kriegsmuseum in Donezk. neben den 2. WK-Exponaten

sind neue Abteilungen mit den Resten der Geschosse von letztem Jahr. eingerichtet….

Eine meiner hübschen und sehr freundlichen intelligenten Begleiterinnen hat dann im Museum zu weinen begonnen, mir erzählt von den verstümmelten Kindern, mit denen sie arbeitet, den Schmerzen, in den Seelen, Köpfen, Herzen. Das ist hier sehr gegenwärtig, der Tod… das Leben jedoch auch.  

Untergebracht bin ich in einem neuen, bereits wieder herunterkommenden Hotel, welches nun ein Soldatenquartier ist und ich der einzige Nicht-Soldat.

Legion nennen die sich – alle Altersgruppen, jung überwiegt. Auch Frauen dabei… Man lud mich abends in eines dieser Quartiere, zehn Mann in einem Zimmer. Es gab zu rauchen und ich habe Musik gemacht. Ein dicklicher Mittvierziger, hochintelligent wirkender Mann liegt auf seinem Bett, die anderen erklären mir, der sei traumatisiert, er war vorher „gobernor“, irgendwie in der Administration gewesen, die Ukros hätten ihn wohl lange gefoltert. Ein frecher, vorlauter junger Tschetschene hat mich wegen meiner rosa Schlabberhose zuerst blöd anmachen wollen, bringt mir nun Tee, man kümmert sich sehr um meine Wohlfahrt. So viel Lebensbejahung wie hier, mitten in dieser Situation, kenne ich aus D nicht.“

Gestern war ich in der Musikschule. Es ist nicht einfach, nicht zu weinen vor Ergriffenheit, das darf ich mal so sagen.

Am Freitagnachmittag hatte ich den ersten Kennenlern-Termin in der oder in einer Musikschule. Die Direktorin stand bereits wartend auf der Straße.
Nach einer höflichen kurzen Begrüßung führte man meine charmante Natalija und mich in einen kleinen Konzertsaal, der mit etwa sechzig bis siebzig Menschen gut befüllt war. Dass nun, als wir saßen, die Direktorin anhub, mich auf Deutsch zu begrüßen, wobei ich sicher bin, dass sie das auswendig gelernt hat, war die erste Sensation. Die nächste folgte für mich,
als ich begriff, dass der ganze Aufwand hier einzig für mich betrieben
wurde. Eine Blaskapelle junger und ganz junger Menschen marschierte auf, etwa 25 Menschen, um mir ihr Wettbewerbsprogramm zu präsentieren.

Außerordentlich und bemerkenswert war, dass die Kinder auswendig und sehr diszipliniert und sauber gespielt haben. Das spricht für die Qualität des Leiters. Danach spielten fünf Lehrkräfte freundlich-virtuosen
New-Orleans-Jazz, auch hier hat mich die Qualität der Darbietung verwundert. Ich bin nicht zum ersten Male in russischsprachlichen Gefilden, deshalb war das recht überraschend. Mein anschließendes Didgeridoospiel hat den Anwesenden gut gefallen, der Applaus war groß.
http://novorossia.today/120280-2/

Ich habe in meinem Leben, wenn ich das addiere, mindestens drei Jahre in
Italien verbracht, weil ich am „teatro la fenice“ und in Torino im Radiosinfonieorchester spielte. In dieser Zeit habe ich mich natürlich an das unglaublich gute Essen dort gewöhnt und meine privaten Kochambitionen sind auf hohem Niveau. Was für ein „cut“: Nun sitze ich in Donezk und esse mit den Soldaten deren Essen aus dem Blechnapf.

Doch kann ich mich keinesfalls beschweren, dafür, dass hier Kriegszustand
ist, empfinde ich das geradezu als Luxus, dass ich überhaupt etwas bekomme und es ist simpel, das Essen, jedoch keinesfalls schlecht. Tauche ich auf, um mich hinten an der Warteschlange anzustellen, schieben die freundlichen Soldaten mich fast gewaltsam nach vorne, damit ich nicht zu warten brauche.
Meine Versuche, mich klein zu machen, werden rigoros unterbunden. Der
Koch stellt mir als Einzigem ein Kännchen Tee hin, der freche lustige Tschetschene fragt dabei Vokabeln ab. Es ist so viel Lachen und Freude bei diesen Menschen. Dann sitze ich da, schaue mir die an und denke mir, wer wohl nächstes Jahr noch leben wird. Dann wird mir kurz das Herz schwer, gleichzeitig weiß ich, dass die alle auch lieber Frieden hätten und dennoch genau wissen, wofür sie das auf sich nehmen. Diese Menschen mag man töten können, jedoch nicht unterjochen, das ist ganz klar und hart. An dieser Haltung werden sich noch Einige die Zähne ausbeißen können, hoffentlich jedoch wird Frieden einkehren. Die Disziplin der Soldaten ist sehr groß, nichts ist grob, roh oder besonders laut. Vermutlich würde im deutschen Fernsehen von einem zusammengewürfelten Haufen gesprochen werden, Banditen, Terroristen, Söldner. Doch es gibt nichts zu Trinken. Da fallen mir die Bundeswehrgeschichten vom Komasaufen ein….. wie sinn-entleert, wo soll da auch Motivation herkommen?

Foto: die Schuhe der Menschen, die hinter dieser Tür wohnen

22.05.2016 17:52
Heute vor dem Theater, wo ich eine Ballett-Vorstellung anschauen war, am
frühen Nachmittag, Sonntag Nachmittag, Sonnenschein vom Allerfeinsten.

Nun, das Ballett hat gut getanzt, dennoch ging mir die synthetisch produzierte und absolut viel zu laute play-back Musik nach einer halben Stunde so auf den Geist, dass ich um Fluchterlaubnis bat, welche mir dann auch gewährt wurde, ich glaube, die Natalija war auch froh darüber.
Dafür war dann im Sonnenschein ein gewisser Tumult, denn der stärkste
Mann der Welt brach dort gerade einen Weltrekord im Gewichte über eine
bestimmte Distanz zu schleppen. Süße Last: 22 quiekende Mädchen um die acht Jahre steckten in sechs großen Blechfässern und mittels gewaltigem Joch stapfte der Herr seinem Sieg entgegen.

Am freien Nachmittag habe ich Akazienblüten gesammelt, reichlich. Seit einigen Monaten habe ich ein angemeldetes Gewerbe nämlich: „Lyubov-Liebe“, das ist der Name meiner Blütensirupe. Ich mache Sirup aus Kirschblüten etc……. also jetzt ist Akaziensaison. Der Soldatenkoch gab mir die Gläser, den Zucker… und nun wird der Sirup in der Sonne auf dem Militärlaster seine Energie bekommen……ich muss jetzt los….

„….ziemlich lustig war die Situation, als ich den Soldaten in ihrem Zimmer
versucht habe, zu erklären, warum ich kein Fleisch esse und dennoch glaube, nicht irgendwie schwächlich geworden zu sein. Das ist ja alles ohne Dolmetscher und die reden dann durcheinander und nicht, wie von mir erbeten, „ochin medlenno“, sehr langsam. Es gelang mir, glaubhaft zu machen, dass die stärksten Tiere eben der Elefant, Nashorn, Nilpferd, Büffel sind und diese Gras essen würden, und, in Fahrt gekommen, habe ich ihnen eine komplett neue Sichtweise auf einen Aspekt gelenkt, nämlich, dass der Löwe eigentlich eine „arme Sau“ sei, er müsse seinem Essen hinterher rennen, um nicht zu verhungern, während die Kuh im Essen steht. Das gab eine Art von Aufschrei vor Begeisterung und Entsetzen gleichermaßen, denn so hat das noch keiner betrachtet. Das war sehr lustig, so ein Gelächter….

22.05.2016 21:12
„…und da ich so viel Zeit hier in dieser Unterkunft habe, kann ich auch viel konstatieren, was mir dort so auffällt:
Diese Menschen sind nicht laut, nicht rüpelig, bisher hat keiner in irgendeinem Gespräch, welche sie so führen, einen anderen beim Sprechen unterbrochen oder übertönt oder rumgeschrien. Eine dermaßen auffällige Höflichkeit würde ich mir oft in meinem Leben gewünscht haben, besonders in Deutschland und Italien. Keinerlei aggressive Töne, man lebt sehr eng zusammen.
Nach dem Essen bedanken sich alle beim Koch, wenn sie den
Speiseraum verlassen. Fast alle geben mir immer die Hand, wenn wir uns
begegnen. Es sind auch welche dabei, die Schlimmes erlebt haben müssen.
Ein ganz Junger, noch spätpubertierend, kaum 18, blickt immer auf den Boden…….“

23.05.2016 17:31
Ich war also heute in der Philharmonie und habe versucht, vorzutragen, was wir machen könnten. Die entscheidende Stelle dafür ist der Dirigent des Orchesters. Und den werde ich morgen nach der Probe treffen. Ich hoffe, dass er sich die Zeit nimmt, um die Partituren anzusehen und mir zuzuhören… wir werden sehen…
Als ich mit meiner wunderbaren Natalija dann rauskam aus der Philharmonie, entdeckte ich ein winziges uraltes Mütterchen mit einer Tüte in der Hand vor einem großen Müllcontainer stehend. Absichtsvoll verlangsamte ich den Gang, weil ich sehen wollte, warum sie sich so anstellt, ihren Müll da reinzuwerfen. Doch es war genau anders: diese gebeugte, fast durchsichtig wirkende Frau hat nichts zum Reinwerfen dabei gehabt, sondern, als ich Natalija fragte, ob die da jetzt tatsächlich nach Essbarem suchen würde, das bejaht wurde…. ich ging auf die uralte Frau zu, sagte „Babuschka, hallelujah!“ und drückte ihr, die sich erstaunt umdrehte, einen lächerlichen 50-Rubelschein in die Hand, hatte kein Geld mehr ansonsten. Ich blickte in wunderbare, blaue, erstaunte Augen, drehte mich sofort um, um kein Gespräch zu beginnen. „Gott segne dich und ich wünsche dir Gesundheit“ rief das Mütterchen mir nach, Natalija übersetze es mir, obwohl das schon klar war. Ich ging weiter neben Natalija her, die leise weinend den Blickkontakt zu mir vermied und ich, leise weinend, wollte auch nicht, dass das nun ein Rührstück wird, weshalb wir unseren Weg stumm fortsetzten.

Die allgemeine Bedrückung und Trauer, die über der Stadt liegt, ist nicht zu ignorieren, gleichwohl sind die Menschen, die ich treffe, sich ihrer Sache, nämlich eine neue Republik aufzubauen, sicher und hierin wirken sie unbeirrt. Mich erstaunt in diesem Zusammenhang, dass man „die Ukrainer“ nicht pauschal verdammt…

Heute wurde ich nach etwa zwei-stündigem Warten am Straßenrand vor
meiner Unterkunft dann doch noch abgeholt… der Grund für diese Verzögerung lag daran, dass die Ukros in ein Dorf geschossen haben, Schaden anrichteten und Leute verletzten, weshalb mein Fahrer erst später kam, da gibt es dann Prioritäten in der Agenda. Diejenigen, welche ich gefragt habe, ob die Donezker dann zurückschießen würden, sagten alle Nein, das seien Provokationen, die genau dazu dienen sollen, dass man zurückschösse, und das will man nicht, der Wille zum Frieden sei zu groß, als dass man wegen solcher Aktionen die Gesamtlage verschlechtern würde……

Dann machten wir am Nachmittag einen Ausflug. Alles hier duftet von den Akazienblüten überall und die ersten Wildrosen mischen sich da hinein. Ein schöner Tag, Sonnenschein, blauer Himmel und wir fahren am Bahnhof vorbei aus der Stadt raus. Dann hat mich allerdings recht schnell ein großen Grauen am Hals gepackt, regelrecht gewürgt hat es mich: Einen Vorort, in dem vor dem Krieg 28 000 Menschen wohnten, eher Oberklasse, wenn man die Häuser und Gärten ansieht, verkehrsgünstig zwischen Bahnhof und Flugplatz gelegen, durchfahren wir….

hier sind sehr viele Menschen gestorben, da stecken zum Teil noch die Raketenblindgänger in der Straße, entsetzlich, diese Zerstörungen. Zwischen den Ruinen ab und zu ein vereinzelter Mensch, der Garten- oder Ackerfläche bearbeitet, siebartig durchlöcherte Gartenmauern und Zäune…..
Mutter Natur hingegen hat das ganz gut verkraftet, es blühen mitten in der
Apokalypse am Flughafen die Tulpen, alles ist grün, bunt, blühend, nur die
grauschwarzen Ruinen dazwischen…

Man schärft mir ein, keine Soldaten zu fotografieren, denn das könnte
Familienangehörige auf der anderen Seite der Frontlinie in größte Schwierigkeiten bringen, was hier eben kein teurer Strafzettel, sondern Folter und Tod heißt.

18:30
So sieht zum Beispiel die Facebook-Seite eines Berufsmusikers, eines Posaunisten von Donezk aus, Hab und Gut verbrannt und gesprengt.

Danach besuchte ich eine weitere Musikschule, hier waren die Schüler deutlich älter, das war eher wie Vorbereitung auf Musikstudium. Es gab ein Konzert, ich hörte mir das an. Der Musikschulleiter, ebenfalls ein Posaunist, sprach gut Englisch. Ich erklärte mein Vorhaben, mit seiner Schule an einem Projekt zu arbeiten und wir werden das ab dem Herbst dann tun, das heißt, ich werde öfters mal anreisen und mit denen ein von mir erarbeitetes Konzept oder eine Komposition einstudieren und im nächsten Frühjahr dann ein Konzert machen.
Nach der Aufführung stellte man mich dem Orchester vor, ich fragte, ob sie denn mit einem Verrückten wir mir Lust hätten zu arbeiten. Sie wollen, alle strahlten und freuten sich, ein Mädchen, Flöterin, jung, hübsch, vielleicht 16 oder 17, hebt den Finger, meldet sich, um mich etwas zu fragen. Ob ich denn keine Angst hätte, wenn ich als Deutscher bei dem „Feind“ Kulturprojekte machen würde… was für eine Scheißwelt, manchmal…. Sollte ich nun, rein theoretisch, jemanden von hier nach Baden-Baden einladen wollen, das würde einfach nicht gehen, weil das hiesige Staatsgebilde nirgendwo anerkannt ist. Das schmerzt die Menschen hier sehr, das fühlt man.

21:25
Einen Fortschritt in meinem Kommunikationsvermögen stelle ich fest. Und je widerstandsfähiger ich mich im Ignorieren von Englischwortfetzen, die mancher hier weiß, verhalte und konsequent bayerisch mit immer mehr russisch drin spreche, ist wieder Redefluss möglich, es staut sich weniger…Die Qualität der Grundnahrungsmittel ist äonenhaft über der von Mitteleuropa, halt nicht so schön anzusehen.

Abends bin ich wieder in dem Zehnerzimmer. Ich habe ein Instrument dabei, mit allerzauberhaftestem Klang, Sansula. Metallzungen mit den Fingerspitzen gespielt, der Klang wird durch eine Fellmembran drunter schön klar und deutlich…sehr ätherisch…. da sitze ich nun abends auf einem Stockbett, bullige, tätowierte Typen die meisten, jedoch auch junge, sitzen mit feuchten Augen, an den Wänden Maschinenpistolen angelehnt – seit der Beerdigung von Hermann Naber, der der Chef der Hörspielabteilung des SWR über Jahrzehnte war, auf der ich die Ehre hatte, mit der Sansula zu spielen, war das nie mehr so innig, innenraumöffnend, wie jetzt gerade…….. ich fliege
über meine sinfonische Vergangenheit, Dreizehntel/Septolen mit Sechsteltönen,…… sitze wieder hier auf dem Bett und die Friedlichkeit dieses Momentes allein war für mich persönlich, egal, was kommen mag, die Reise wert.
Dann erzählt mir einer der bulligeren Typen, vielleicht knapp vierzig Jahre alt, er kratzt an der Schweißnaht des Stockbettes, bis ich endlich verstehe, dass er Schweißer sei, bis vor ziemlich genau zwei Jahren sei er Schweißer gewesen. Er hat zwei Kinder und eine Frau, und dann hat sich das Leben so verändert, dass er nun eben hier sei. „Das ist mein Leben“, sagt er, die anderen auch oder sie nicken. Es gibt keinerlei Idee von einer Zukunft, keiner hat eine Ahnung, was kommt oder noch passieren wird. Als Grund nennt mir der Bullige Dinge, von denen ich froh wäre, wenn ich sie noch wesentlich schlechter verstanden hätte, doch von erschossenen Frauen und Kindern…..

You’r welcome! We visited village Octyabrskiy, destroyed Stratonavtov Street (the most destroyed), holly Iverskiy monaster)
…ich habe nachgefragt, die haben tatsächlich auch schwangere Frauen abgeknallt, das war das, was ich gestern hoffte, missverstanden zu haben.
Missverstanden habe ich ebenfalls, dass ich heute ein Konzert machen werde, es war vielmehr ein Konzert, in welches ich eingeladen war. Diese typischen Ostblockkulturzentren, die alle irgendwie gleich aussehen und über das ganze Land verteilt sind. Es war das erste Konzert nach Ausbruch des Krieges vor ziemlich genau vor zwei Jahren. Am 26. Mai 2014 wurde Poroschenko Präsident und zwei Tage später begann hier der Krieg.

25.05.2016 18:55
Das war jetzt natürlich Amateurniveau, gleichwohl zauberhaft. Ballettgruppen, Sänger, Balalaika und Gitarrenspieler, ein Sketch über den Smartphone-Wahnsinn mit freundlicher Ermahnung, vor lauter Internetgestocher die Familie nicht zu vergessen. Glücklich sind die Menschen in diesem Vorort von Donezk vor allem, dass keine Geschosse mehr einschlagen und Menschen töten. Das ist allerdings erst seit zwei Monaten der Fall. An dem hinteren Bühnenvorhang ist eine Art Friedenstauben-Schwarm hingemalt. Drunter und drüber sind auf Tafeln mit den Wünschen der Menschen angebracht, die Schlüsselworte für ein kommendes besseres Leben. Soweit ich das verstanden habe, stand da angeschrieben: Hoffnung, Frieden, Familie, Kinder, Musik, Respekt, Liebe…

25.05.2016 19:24 Klaus Burger
Anschließend fuhr ich mit einer Kulturfrau und weiteren Menschen zu einem anderen Kulturzentrum, nicht weit weg vom ersten. Hier ist kein Betrieb mehr möglich.

Man hat in der Zwischenzeit die eingestürzten Dachteile erneuert, doch es gibt einfach viel zu wenig finanzielle Zuwendungen, um es wieder herzurichten. Im Eingangsbereich hängen aus der früheren Zeit noch Fotos, von den Orten, wohin die gereist sind, die hier ihre Projekte realisiert haben, Paris, Rom, und Bochum auch. Bochum ist oder war die Partnerstadt von Donezk. Doch hat man seit Ausbruch des Krieges nichts mehr aus Bochum gehört.

….“tja..“, sagt der Direktor dieses vorher für 1000 Nutzer konzipierten Kulturzentrums, „..wir sind jetzt die Terroristen“ Er bittet mich, ob ich denn etwas ausrichten könne, man habe schöne Sachen mit Bochum gemacht. Was soll ich denn ausrichten können? Ich habe in Baden-Baden dasselbe Problem mit der Partnerstadt Jalta, die überhaupt zu erwähnen seit zwei Jahren den Verdacht aufkeimen lässt, man sei Teil einer terroristischen Vereinigung, das ist irgendwie im öffentlichen Raum so justiert, dass es quasi unanständig ist…

Es ging eine Vielzahl von Geschossen nieder, die mit Stahlnadeln, ähnlich
wie Dartpfeilen, gefüllt sind. Diese etwa 5 oder sechs Zentimeter langen
Stahlnadeln zerfetzen natürlich alles Menschenfleisch in größerem Umkreis beim Explodieren. Man sagt mir, es seien etwa 50.000 solcher Dinger eingeschlagen. Am Anfang, erzählt man mir, sei der Widerstand gegen die Ukros noch gewaltfrei gewesen, man habe Straßenblockaden veranstaltet. Doch die Blockierer wurden verschleppt und keiner hat sie je wieder gesehen. Dann eskalierte das sehr schnell. 250 Menschen sind in diesem Dorf umgekommen.

Die freundliche Oma meinte, es wäre zwar immer noch schwierig, doch man hätte wieder Strom, das Wasser sei miserabel, doch es schlagen keine Granaten mehr ein.

26.05.2016 15:20
Heute waren wir wieder In Oktrjabritzkiy, dem sehr beschädigten Ort, von
welchem die Fotos von vorgestern stammten. Um zehn Uhr heute Morgen wurde dort ein Denkmal für die im Krieg umgebrachten Menschen dieses Ortes eingeweiht, zum zweiten Jahrestag der Präsidentschaft von Poroschenko. Es waren vielleicht dreitausend Menschen gekommen.

Weshalb man von „prorussisch“ spricht, kann ich nicht verstehen, denn die Menschen sind Russen, durch das Ende vom ersten Weltkrieg, die Revolution Lenins und Trotzkis der Ukraine zugeschlagen worden.

Nicht wenige Menschen sind zusammengebrochen und wurden weggetragen oder weggeführt, ich habe noch nie so viele Menschen auf einem Platz weinen sehen, ob Omas, Polizisten, Soldaten, Kinder, ich stehe dazwischen, denke über die offizielle Position nach, die mein Heimatland in dieser Angelegenheit eingenommen hat….. Terroristen, Separatisten, Kriminelle..
Auf den Fahnen stehen „Wahrheit“ und „Frieden“……. während der Enthüllung des Denkmals steigen weiße Tauben auf, man hört die Kanonen der Ukros wummern, vielleicht, ich habe es nicht gezählt, dreißig bis vierzig Explosionen binnen zwanzig Minuten. Die „Terroristen“ jedoch antworten wieder nicht. Es hat mir fast das Herz zerrissen. Die Opfer sind Musiklehrer, Lehrer, Schulkinder, normale Menschen gewesen, 250 in diesem Ort. Sie haben lange in den Kellern hausen müssen, bevor dieser Horror beendet war, ich habe auch geweint, schäme mich nicht.

nochmals eine Gartentür….

26.05.2016 15:35
nächstes Jahr zum dritten Jahrestag werde ich mit einem Blasorchester dort
Musik machen, etwas komponieren.

26.05.2016 15:46
Später waren wir an der Oper, ich hatte ein schönes Gespräch mit dem Dirigenten, der sich über eine Kooperation freuen würde. Ich habe mein Anliegen vorgebracht und sie hören sich meine Sachen an und wir stehen in Kontakt.
Die Donezker Oper war sehr oft zu Gastspielen in Deutschland, man
wird in Schweinfurt, Aschaffenburg, ich habe vergessen, wo noch, sich an
diese freundlichen Menschen vielleicht noch erinnern. Traurig ist man, dass es keinen Kontakt mehr gibt, sehr traurig. Hoffentlich kommen andere Zeiten.

Ich fahre heute Nacht mit meinem „Gentledriver“ Nicolai, dem höflichsten Autofahrer, den ich je erlebte, zurück nach Russland und morgen Abend, wenn alles gutgeht, bin ich wieder zurück. Ich werde, wenn es geht, so haben wir ausgemacht, Ende September/Anfang Oktober wiederkommen. Und wenn ich darf, möchte ich wieder da wohnen, wo ich jetzt gewesen bin, den höflichsten und freundlichsten Menschen, die man sich nur vorstellen kann.
Vielen Dank, ihr lieben Menschen, auf Wiedersehen in Frieden.
sbasibo bolschoij!!!!!! dosvedanje

26.05.2016 18:55
Noch ist Zeit, gepackt habe ich, mich von fast allen Menschen hier verabschiedet, umarmt , „spasiba za gostiprijimstvo!“ danke für die Gastfreundschaft.
Bin gespannt auf die Rückfahrt, barfüßiger, vermeintlich Althippie, aus
Deutschland an der Grenze von Novorussia nach Russland rein. Das Ambiente hat was an der Grenze. Das ist anders als in Deutschland …. mein Fahrer, der wunderbare Nikolai, Namensbruder allemal, hat zwei Kinder, Frau, er ist der Fahrer der Institution (Presse, Fernsehen, Nachrichten etc….wie Bayern oder SWR). Im Kofferraum sind immer Schutzwesten, sollte irgendwo Ungemach geschehen.
„Our terrorists!“ ist seine Standartfloskel, irgendwie zärtlich und bitter, wenn wir an Straßenreparaturen vorbeifahren. Viele erzählen mir, dass die Straßen- und Bauarbeiter der Kommune Donezk wie Helden gerühmt werden, weil sie trotz dieses Beschusses, auch mit den oben beschriebenen Stahlnadeln etc. die Straßen immer instand hielten, Tag und Nacht…. kaum vorstellbar… doch es wird mir von etlichen berichtet. Auch die Feuerwehren und Sanitäter.
Auch von Zap, höre ich das…. Amerikaner. Der ist eine Art Berühmtheit,
Nichtraucher, Vegetarier und Pressemann…. immer vorne dabei. Er war
mal GI, Amisoldat und hat wohl einiges in Jugoslawien mitgemacht. Er lebte in New York, keine Dumpfbacke…. es wurde für ihn in Amerika unangenehm, als sein Gewissen und die veränderte Lebenseinstellung ihm den Mainstream zu verlassen befahlen. Er wollte oder musste da weg, für ihn ist die Nato eine terroristische Vereinigung, so postet er. Gerade hat es geklopft.
Der Chef bringt mir ein Glas mit russisch konserviertem Obst… Händeschütteln… umarmen… wenn alles gut geht, bin ich in etwa 25 Stunden daheim. Na gut.. ich kann dem Universum nur dankbar sein, dass ich so was tun darf.

06:48
ich bin nach 26 Stunden Reise gut daheim angekommen. Gerne werde ich
mit Ihnen telefonieren oder skypen, wenn wir einen Termin ausmachen.
Da im Sommer alle Institutionen geschlossen sind, wird meine nächste Reise in den Donbass erst Ende September/Anfang Oktober sein, dann jedoch regelmäßig.
Ich muss völlig, für mich neue, Wege gehen und alles selber organisieren, das haben bisher andere für mich gemacht, zum Beispiel einfach sagen, dann und dann ist dieses oder jenes.. eine Herausforderung an mich……
An den doppelten Fotos sehen Sie schon, dass irgendetwas mit facebook
„unrund lief“ denn dort konnte ich immer nur leere Nachrichten von mir sehen und ich habe kräftig geflucht beim posten. Allerdings sind wirklich berührende Bilder dabei … finde ich… gute Grüße aus dem vollgefressenen Baden-Baden
kb

Ein kleiner Nachtrag vom Bloginhaber

Klaus Burger beschreibt sehr einfühlsam die Menschen im Raum Donezk in der Ostukraine, die von der Presse und Politik zum Teil als „Unmenschen“ und Terroristen diskreditiert, diffamiert und etikettiert werden. 15.000 von ihnen sind seit dem von den USA 2014 inszenierten Maidan-Putsch ums Leben gekommen. Sie wurden von dem Regime getötet, das von den USA ins Amt gehoben wurde. Ich bin kein Putin-Versteher, aber noch weniger ein Nato-Versteher. Der Hauptschuldige an diesem seit 2014 währenden Konflikt sind in meinen Augen die USA.

Noch ein Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser,

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„Wertegeleitete Außenpolitik“ – meint ihr das wirklich ernst?

Von Uwe Froschauer

Wenn dem so ist, sollte die Regierung Deutschlands und das Europäische Parlament von den US-Amerikanern für den von ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verübten Terrorakt – die Sabotage an Nordstream 1 und 2 – Rechenschaft fordern. Bereits in einigen meiner Blogbeiträge im Herbst 2022 machte ich keinen Hehl daraus, wenn ich für den Saboteur halte. Die USA, wen sonst? Die Vereinigten Staaten von Amerika sind der hauptsächliche Profiteur dieses einer Kriegserklärung nahekommenden Aktes.
Seymour Hersh, der bekannteste noch lebende, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Enthüllungsjournalist publizierte Anfang Februar 2023 einen Artikel, in dem er behauptete, dass die Pipelines von den USA im Rahmen einer verdeckten Operation zerstört wurden. Für mich ist das keine Behauptung, sondern die Wahrheit. Jeder, der bis drei zählen kann, sieht das vermutlich ähnlich.

Den Quellen von Hersh zufolge wurden die Sprengsätze im Juni 2022 von Tauchern der US-Marine unter dem Deckmantel der NATO-Übung BALTOPS 22 platziert und drei Monate später durch ein von einer Sonarboje gesendetes Signal zur Explosion gebracht. Laut einer Quelle von Hersh, wussten die Verschwörer, dass es sich bei der verdeckten Operation um eine „Kriegshandlung“ handelte.

Wenn die Bundesregierung, und insbesondere die Grünen von „wertegeleiteter Außenpolitik“ sprechen, würde ich gerne wissen, von welchen Werten sich unsere Politiker in diesem Fall leiten lassen. Von ethischen Werten? Von den Werten eines besetzten Vasallenlandes? In welcher Form sollen die Beziehungen zu unserem „amerikanischen Bruder“, der die kritische Infrastruktur und Wirtschaft unseres Landes und Europas nachhaltig geschädigt hat, weitergeführt werden? Die realitätsverkennenden Grünen sollten langsam erkennen, dass man bei solchen Freunden keine Feinde mehr braucht, und ihre hochgelobten transatlantischen Verbindungen auf Eis legen.

Interessant ist auch, wie unsere „Qualitätsmedien“ wie beispielsweise der Spiegel mit diesem offensichtlich von den USA verübten Terrorakt umgehen. Der Inhalt des Artikels von Hersh wird in der Story vom Spiegel mit der Überschrift „Steilvorlage für Russland – US-Journalist sieht USA hinter Nord-Stream-Sabotage  nur am Rande erwähnt. Es fand auch kein Versuch statt, den Inhalt des Hersh-Artikels zu widerlegen. Und wie lenkt man von den haarsträubenden Inhalten und Details dieses Terroraktes ab? Richtig, indem man nicht auf die Sache eingeht, sondern den Autor des Artikels in ein schlechtes Licht rückt. Der Leser soll nicht wissen, um was es in der Sache eigentlich geht, er wird abgelenkt.
Den Spiegel las ich in früheren Zeiten gerne, jetzt nicht mehr. Zu staatlichen Propagandaorganen verkommene, von menschenverachtenden Eliten finanzierte Medien lehne ich ab.

Wahrscheinlich wird die Regierung in gewohnter Manier kuschen, und den bereits im Februar 2022 von Joe Biden im Beisein von Olaf Scholz angedeuteten Terrorakt runterspielen auf einen Ausrutscher der Amerikaner, um unseren amerikanischen Bruder nicht zu sehr zu verschrecken. Scholz sagte damals nichts dazu, und wird auch dieses Mal das Ereignis klein halten, vermute ich. Auf der SIKO München 2023 vom 17. bis 19. Februar war jedenfalls nicht viel davon zu hören. Komisch.

Die Grünen geben sich gerne als Gutmenschen, als Philanthropen aus. Nun, das glaubte und hoffte ich auch eine Zeit lang, und habe sie sowohl in Bundestagswahlen als auch in Landtagswahlen öfters gewählt. Meine Enttäuschung war mehr als bitter. Der Begriff Enttäuschung leitet sich vom Begriff Täuschung ab. Und das haben die Grünen offensichtlich praktiziert: Täuschung! Zumindest haben sie mich getäuscht. Nun bin ich ent-täuscht.

Nachfolgend möchte ich Verhaltensweisen, Entscheidungen und Handlungen insbesondere der Grünen im Bereich Außenpolitik näher beleuchten.

Die Grünen sprechen von „wertegeleiteter“ Außenpolitik.

Wenn ein Land überfallen wird, ist es bei „wertegeleiteter“ Außenpolitik richtig und selbstverständlich, das überfallene Land in humanitären Belangen zu unterstützen. Wenn ein Land, das einem Verteidigungsbündnis angehört überfallen wird, ist es die Pflicht der Bündnispartner das überfallene Land in humanitärer, wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht zu unterstützen, und den Aggressor aus dem Bündnisgebiet zu vertreiben. Weder Russland noch die Ukraine sind Bündnispartner der NATO. Die Lieferung von Waffen an eine der Konfliktparteien ist eine militärische Einmischung in einen Krieg, den die NATO in militärischer Hinsicht nichts angeht.

Der Ukraine-Krieg wurde meines Erachtens von den USA bewusst provoziert, und von langer Hand vorbereitet. Die Reaktion der Russen auf die NATO-Osterweiterung und den von den USA inszenierten Maidan-Putsch 2014 war für mein Dafürhalten absehbar. In der Ukraine wird ein Stellvertreterkrieg der USA mit Russland ausgetragen. Die Ukrainer sind Kanonenfutter geopolitischer und wirtschaftlicher Interessen der USA. Würden us-amerikanische Soldaten sterben statt ukrainische, hätten die USA den Krieg schon längst beendet (mehr dazu im Beitrag Stellvertreterkrieg der USA in der Ukraine; Link https://wassersaege.com/blogbeitraege/stellvertreterkrieg-der-usa-in-der-ukraine/).

Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens auch, dass die USA in ihrem diesjährigen Budget 42 Milliarden für die Ukraine vorgesehen hat. Nein, diese finanziellen Mittel bzw. die daraus resultierenden Waffenlieferungen werden der Ukraine nicht geschenkt, sondern lediglich geliehen! Gleichzeitig ist im Gespräch, die EU solle doch die Ukraine mit ca. 3,5 Milliarden monatlich unterstützen. Und, wie viel Euro sind 3,5 Milliarden x 12 Monate? Genau, 42 Milliarden! Im Klartext würde das bedeuten, dass die EU (und damit die Steuerzahler) die Waffenlieferungen der USA an die Ukraine bezahlt.

Waffen in ein Krisengebiet zu liefern, beendet nicht die Krise wie Sie womöglich ernsthaft glauben mögen, Frau Baerbock, Herr Hofreiter und Gleichgesinnte, sondern verlängert sie und das Leid der Bevölkerung der Kriegsparteien. Hätten Sie im Geschichtsunterricht besser aufgepasst, Frau Baerbock, dann wüssten Sie das, und Sie hätten aus der Geschichte vielleicht auch etwas gelernt, wie „echte“ Politiker (wie z.B. Helmut Schmidt oder Franz Josef Strauß) es taten. Das eigentliche Ziel des Studiums der Geschichte ist es, etwas aus ihr zu lernen. Mit ihrem Wissen in Geschichte und Erdkunde ist es offensichtlich nicht allzu weit her. Bildung scheint ohnedies kein großes Thema in ihrer Partei zu sein.

Erst kurz vor Weihnachten 2022 hatte Baerbock mit Äußerungen wie „hunderttausende Kilometer entfernte Staaten“ und dem Verwechseln ihres Gastgeberlandes Nigeria mit der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia für fragende Gesichter gesorgt. Eine Investition in ein bisschen mehr Allgemeinbildung wäre angebracht, gerade für eine Person, die Deutschland nach außen vertreten soll. Weitere, zahlreiche Beispiele für mangelnde Allgemeinbildung der deutschen Außenministerin möchte ich gar nicht aufzählen, weil es hier nicht um Häme geht. Persönlich hätte ich folgende Minimalanforderungen an eine Person, die Deutschland im Ausland repräsentiert: einen hohen Stand an Allgemeinwissen (insbesondere in Geschichte und Erdkunde), überdurchschnittliche mentale Fähigkeiten, sehr gute Englischkenntnisse und ethisches Bewusstsein. Diesen Anforderungen wird Frau Baerbock meines Erachtens in keiner Weise gerecht.

Die Antikriegspartei „Die Grünen“ vor der Bundestagswahl 2021 hat sich meiner Meinung nach in eine Kriegstreiberpartei nach der Wahl verwandelt. Die Grünen sind selbst zu Personen geworden, die sie einst bekämpft haben. Was war noch vor der Bundestagswahl 2021 auf den Wahlplakaten der Grünen zu lesen? „Keine Waffen und Rüstungsgüter in Kriegsgebiete“! Sie machen in der Ukraine genau das Gegenteil von dem, was sie propagiert haben: für mich als Wähler eine glatte Täuschung, da ich den Grünen gerade wegen ihrem pazifistischen Hintergrund ein paar Mal meine Stimme gegeben habe.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter verlangte bereits im Mai 2022 die „sofortige Lieferung“ von „schweren Waffen“ und empfahl „dringend“ die Lieferung von Marder-Panzern, und tut es heute immer noch. Am 6. Januar 2023 äußerte Herr Hofreiter im Morgenmagazin: „Ich würde mir wünschen, dass als Hauptherstellungsland von Leopard 2 wir eine europäische Initiative starten für die Lieferung von Leopard 2 und gemeinsam mit Europa schauen, was wir alles der Ukraine liefern können, damit sie die besetzten Gebiete befreien können.“ Weiterhin ließ er verlauten: „Je deutlicher wir die Ukraine unterstützen und je klarer wir Putin signalisieren, dass wir mit dieser Unterstützung nicht nachlassen, desto höher ist die Chance, dass dieser Krieg beendet wird.“
Wie naiv, muss man sein, um das zu glauben? Russland hat vor einer weiteren Eskalation durch diesen (für mich) dummen Schritt gewarnt. Mit der Lieferung des Kampfpanzers Leopard 2 und des Kampfpanzers Leopard 1 stuft Russland unser Land eventuell als Kriegspartei ein, was Herr Hofreiter, der sich zum „Waffenexperten“ gemausert hat, verneint. Ein möglicher dritter Weltkrieg, eventuell ausgetragen mit atomaren Waffen wird wahrscheinlicher. Herr Hofreiter (und mittlerweile leider auch Herr Scholz): Die Kampfpanzer Leopard 2 und Leopard 1 in die Ukraine zu liefern, betrachte ich als schwerwiegenden Fehler. Andere Länder zu überreden, ebenfalls Panzer und andere Waffen in die Ukraine zu liefern verkürzt nicht den Krieg, sondern verlängert ihn und das Leid der Menschen. Wieviel Menschen sollen noch sterben in dem von Ihnen unterstützten, und von den USA gewollten Irrsinn? Ist Ihnen wirklich nicht bewusst, was das bedeutet? Wachen Sie auf aus ihrem Dornröschenschlaf Frau Baerbock, Herr Hofreiter und Konsorten! Schlagen Sie ihr transatlantisches Märchenbuch zu, und öffnen Sie ihre Augen für politische Realitäten! Die USA benutzt Sie und die Ukraine, um ihr wirtschaftlich an die Wand gefahrenes Imperium zu retten. 259 Billionen Dollar Verschuldung (das sind 259.000 Milliarden!) sind eben kein Pappenstiel!

Die Entscheidung, mehrere Dutzend Exemplare des Schützenpanzers Marder liefern zu wollen, bezeichnete Hofreiter Anfang des Jahres als „sehr, sehr spät“. „Wenn diese Panzer früher geliefert worden wären, dann wären weniger ukrainische Soldaten gestorben. Das muss man ganz klar sagen“, meinte Hofreiter. Allgemeinwissen ist das eine, „klar“ denken zu können das andere.

Herr Hofreiter scheint – ebenso wie Frau Baerbock – sehr naiv zu sein, beide haben offensichtlich keinen blassen Schimmer von Sicherheitspolitik und Außenpolitik. Aber selbst wenn auf der Festplatte des Gehirns notwendiges Wissen in dieser Hinsicht nicht abgespeichert zu sein scheint, sollte wenigstens der Prozessor funktionieren.

In Deutschland (und auch anderen Ländern) kriegen diejenigen, die so etwas wie „die Wahrheit“ kennen, den Mund nicht auf, und diejenigen, die keine Ahnung haben, den Mund nicht mehr zu. Und die regierungshörigen Mainstreammedien verbreiten den Unsinn dieser Plapperer, und verkaufen ihn als Wahrheit. Und das Schlimmste dabei: die Herde glaubt ihnen, da sich Herdentiere über die wahren Hintergründe eines Konflikts nicht informieren, und ihren Hirten blind vertrauen. Das Schaf weiß leider nicht, dass es eines ist.

Die ehemals pazifistische Partei „Die Grünen“ wurde gerade von hochrangigen Militärs vor dem Säbelrasseln gewarnt – ist das nicht ein Witz? Nein es ist kein Witz, sondern eine Realität, die uns aufgrund eklatanter Unfähigkeit führender Personen in der Politik an den Rand eines Weltkrieges oder gar Atomkrieges gebracht hat. Das hatten wir schon einmal.

In der Kuba-Krise Oktober 1962 hatten die USA zu Recht gefordert, die Russen mögen ihre Atomraketen aus Kuba wieder abziehen, was sie dann auch taten. Ebenso fordert Putin absolut zu Recht, dass die Ukraine neutral bleiben solle, weil er keinen Bock auf amerikanische Raketen vor seiner Haustüre hat. Er hat sich bei der NATO-Osterweiterung – die laut Aussagen von westlichen Politikern im Jahr 1990 nie stattfinden würde – ruhig verhalten. Mit dem Maidan-Putsch der USA (und damit der NATO) in der Ukraine wurde eine rote Linie überschritten. Den Maidan-Putsch und die darauffolgende Ermordung von mehr als 14.000 Menschen in der Ostukraine durch das Kiew-Regime sehe ich als Kriegsbeginn an, und nicht den 24. Februar 2022.
Bei einer Pressekonferenz am 13. Februar 2023, am Vorabend des Treffens des Nato-Ministerrats in Brüssel gab Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf die Frage des Reporters Lorne Cook von der Associated Press

 „Der Krieg nähert sich praktisch seiner Einjahresmarke, und ich frage mich, ob Sie irgendwelche Gedanken darüber haben, wie das die Nato und insbesondere Ihre Arbeit verändert hat, und ob Sie diese Arbeit fortsetzen wollen, wenn wir zum nächsten Gipfel nach Vilnius kommen…“

folgende Antwort:

„In gewisser Weise hat es die Nato nicht verändert. Es hat gerade die Bedeutung der Nato gezeigt und wie wichtig sie war. Tatsächlich hat die Nato seit 2014 die größte Verstärkung der kollektiven Verteidigung seit einer Generation durchgeführt, weil der Krieg nicht im Februar letzten Jahres begonnen hat. Er begann im Jahr 2014.“

Nun, wenn auch Herr Stoltenberg den Kriegsbeginn mit 2014 angibt, sollte man sich von der Vorstellung lösen, Russland habe am 24. Februar 2022 „einfach so“ das friedliche Land Ukraine überfallen, wie uns die Politiker und ihre Propagandaorgane weiß machen wollen.

Sie, Frau Baerbock, mit ihren zahlreichen Verbindungen zu transatlantischen Institutionen, stufe ich als eine blinde Befehlsempfängerin der NATO, und damit der USA ein, der es relativ egal ist, welche Konsequenzen ihre Entscheidungen und Handlungen für Deutschland bedeuten. Sie sind nicht Außenministerin Deutschlands, sondern der Ukraine, und Büttel der USA, Frau Baerbock.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg meinte im Jahr 2022:

„Es mag paradox klingen, aber militärische Unterstützung für die Ukraine ist der schnellste Weg zum Frieden.“

Das klingt nicht paradox, Herr Stoltenberg und Frau Baerbock, das ist paradox! Und Schlachtermesser retten Schweine, oder wie?
Ihre blinde Ergebenheit der NATO und USA gegenüber, Frau Baerbock & Co., zerstört Deutschland und Europa in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht, und wenn wir Pech haben, auch in physischer.

Die Russen als Monster hinzustellen, die “plötzlich und unerwartet“ ein friedliches demokratisches Land überfallen, ist eine Mähr, Frau Baerbock, die Sie vielleicht den Tagesschaupapageien erzählen können.
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte in einem Interview mit der „Zeit“ Anfang Dezember 2022, dass sie mit ihren damaligen Entscheidungen im Amt versucht habe, „genau diesen Krieg zu verhindern“. Die Minsker Abkommen von 2014 und 2015 verteidigte die Altkanzlerin als „Versuch, der Ukraine Zeit zu geben“, in der das Land erstarken könne. War das ein Geständnis, dass der Westen das Minsker Abkommen niemals ernst genommen hat?

Putin zeigte sich enttäuscht von Merkels Statements.

Die Kreml-Sprecherin Maria Sacharowa äußerte auf einer Pressekonferenz auf dieses „Geständnis“ von Frau Merkel:

„Sie (also der Westen; Anmerkung des Verfassers) wussten bereits 2015, als sie stundenlange Gespräche führten, dass sie das Abkommen niemals umsetzen und das Regime im Kiew mit Waffen vollpumpen würden. Sie hatten keine Gnade für irgendwen. Frauen, Kinder, Zivilisten des Donbass und der Ukraine generell. Sie brauchten einen Konflikt und sie waren 2015 schon bereit dafür.“

Der böse, böse Russe, und der brave, brave Westen, oder Frau Baerbock? Ich bin sicherlich kein Putinversteher, aber ebenso wenig ein NATO-Versteher. Ich verstehe kein Land, keine Institution, keine Person, die einen Krieg provoziert, einen Krieg anfängt, einen Krieg verlängert, oder auch nur einen Krieg billigt. Ich bin Pazifist, und das seid ihr Grünen nicht, oder zumindest nicht mehr! Ihr solltet vor Scham im Boden versinken, und nicht nur die Grünen, sondern alle, die für Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet votieren. Ihr verlängert damit das Blutvergießen, und nehmt es zudem billigend in Kauf, dass auch auf unserem Boden Blut vergossen wird. Ihr habt nichts dazugelernt!  

An Frau Baerbock, Herr Hofreiter und alle anderen anscheinend Kriegslüsternen: Ihr spielt mit dem Feuer! Dabei möchte ich euch nicht unbedingt Absicht unterstellen, auf jeden Fall aber mentale und politische Unfähigkeit. Sollte Deutschland bzw. Europa in irgendeiner Art in einen Krieg gezogen werden, tragt ihr und eure Partei eine große Mitschuld hierfür.

Einfache Lösungen werden von Rattenfängern jedes Genres und jeder Partei präsentiert. Der starke Mann, die starke Frau… Man braucht ja nur den militärischen Druck auf Putin erhöhen, und er kommt an den Verhandlungstisch. Wie naiv muss man sein, das zu glauben? Genau das Gegenteil ist passiert, und anstatt Russland bzw. Putin zu schaden haben wir nur uns selbst geschadet, und der Einsatz von Atomwaffen ist zumindest wahrscheinlicher geworden. Das war für einen selbst- und realistisch denkenden Menschen absehbar. Selbst wenn Putin diesen Krieg nicht gewinnt, gibt es bereits jetzt eindeutige Verlierer – Europa und vorne dran Deutschland! Sie Frau Baerbock, und ihre Partei sind Realitätsverkenner, und stürzen die Deutschen in tiefes Elend.

Was gedenken Sie Frau Baerbock, Herr Scholz und Gleichgesinnte gegen den offensichtlichen Terrorakt der USA auf die europäische Infrastruktur in ihrer „wertegeleiteten Orientierung“ zu unternehmen?

Wenn ich mir die Schriften von Herrn Joschka Fischer so ansehe, wundert mich gar nichts mehr. Eines seiner Zitate: „Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.“ Nun, ich bin auch kein sonderlicher Freund von deutschem Heldentum und übertriebenem Nationalismus. Dennoch finde ich solche Worte bezeichnend für das Denken einer Partei und seiner Mitglieder. Wenn Frau Baerbock sagt, der Wille des deutschen Wählers interessiere sie nicht, scheint sie einer anderen (m.E. transatlantischen) Agenda zu folgen, und nicht der, für die sie einen Eid geleistet hat.

Wenn Frau Baerbock von wertegeleiteter Außenpolitik spricht, und glaubt, die Ukraine zu diesem Zweck mit Waffen beliefern zu müssen, warum unterstützt sie dann nicht den Jemen mit Waffenlieferungen? Weil dieser Krieg von den Saudis (Öllieferant) unterstützt wird, die wiederum sehr stark mit den USA kooperieren! Warum kritisiert sie nicht die USA, die 2016 unter Obama gegen 7 Nationen (Afghanistan, Pakistan, Syrien, Irak, Libyen, Jemen, Somalia) Krieg geführt haben, und als einziges Land bisher in einem Konflikt Atombomben geworfen hat? Unter dem Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Obama zählte die USA mehr als 2600 Kriegstage. Warum unterstützen Sie nicht Armenien, das von Aserbeidschan überfallen wurde? Ach, weil die Aserbeidschaner uns Gas liefern! Und ab 2029 soll sogar eine Stromleitung von Aserbeidschan nach Deutschland gelegt werden, die uns mit 1000 Mega-Watt Strom versorgt (das Atomkraftwerk Isar 2 liefert 1410 Megawatt, und muss nur eingeschaltet werden; wie sieht da eigentlich die Ökobilanz im Vergleich aus, Frau Baerbock?). Warum gingen Sie nicht gegen die Menschenrechtsverletzungen in Katar vor? Ach, weil die uns Gas liefern! Warum sagen Sie nichts gegen die Gräueltaten, die Israel den Palästinensern seit Jahrzehnten antun? Ach, weil die Israelis dicke Freunde der US-Amerikaner sind! Wo sind da ihre Werte, Frau Baerbock? So etwas nennt man doppelte Moral!

Ich will auch nicht behaupten, dass Moral immer wichtiger ist wie Interessen in der Politik, aber Sie behaupten das mit ihrer „wertegeleiteten Außenpolitik“ und ihren Scheinargumenten in Hinblick auf den Ukraine-Konflikt. Eine Farce!

Ich stehe wirklich hinter der Auffassung, ein Menschenleben ist so wichtig wie das andere. Die meisten unserer Politiker anscheinend nicht. Ein Kind aus dem Jemen ist ebenso viel wert wie eines aus der Ukraine oder aus Deutschland, oder nicht Frau Baerbock? Warum unterstützen Sie dann nicht den Jemen? Im Jemen sind über 400.000 Menschen im Krieg umgekommen, jedes vierte zivile Opfer ist ein Kind!

Die Grünen (und auch andere Parteien) geben vor, mit der Ukraine ein Land zu unterstützen, das für unser aller Freiheit und für Demokratie kämpft. Auch Herr Scholz betonte dies auf der Münchner SIKO 2023. Nun, das sehe ich anders.
Der Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera wird von einigen ukrainischen Politikern – und nicht nur vom ukrainischen Ex-Botschafter Andrij Jaroslawowytsch Melnyk – als Nationalheld verehrt. In der Ukraine finden sich noch ein paar Dutzend Denkmäler und Büsten dieses Mannes, der zigtausende von Juden auf seinem Gewissen hat. Das rechtsradikal orientierte, brutal agierende Asow-Regime ist Teil der ukrainischen Armee, deren Soldaten auch schon mal gerne mit Nazi-Symbolen vor der Kamera posieren.

Reclaim the Net (https://reclaimthenet.org/zelensky-ukraine-media-tech-censorship-powers/) schrieb am 2. Januar 2023:

„Am Donnerstag unterzeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenski ein umstrittenes Gesetz, das die Regulierungsbefugnisse der Regierung gegenüber den Nachrichtenmedien erheblich ausweitet. Das neue Gesetz verleiht der Regierung neue Zensurbefugnisse und ist ein erneuter Schlag gegen die Pressefreiheit im Lande.

Mit dem Gesetz werden die Befugnisse der staatlichen ukrainischen Rundfunkregulierungsbehörde erheblich ausgeweitet, so dass sie sowohl die Print- als auch die Online-Nachrichtenmedien regulieren kann. Darüber hinaus können Geldstrafen gegen Medienunternehmen verhängt, ihre Lizenzen ohne ordnungsgemäßes Verfahren entzogen und sogar einige Websites vorübergehend gesperrt werden, ohne dass ein Gericht eingeschaltet werden muss. Schließlich gibt es der Regulierungsbehörde die Befugnis, Suchmaschinenriesen wie Google und andere Social-Media-Plattformen anzuweisen, Inhalte zu entfernen.“

Zudem unterbindet Selenskjj die Aktivitäten der Opposition im Land, und macht sie zumindest mundtot.

Unter einem demokratischen, freiheitlichen Land verstehe ich etwas anderes. Nach meiner Auffassung unterstützt die NATO, d.h. die USA und seine 29 Vasallen und damit unsere Regierung, sowie der größte Teil der deutschen Opposition ein Regime, das teilweise von Neofaschisten unterwandert, und auf dem Weg zu einem totalitären Staat ist.

Die Grünen können nur hoffen, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung noch länger in seinem Dämmerschlaf verweilt. Es wird ein Erwachen geben, und die doppelte Moral dieser Partei entlarvt werden. Ich bereue es zutiefst, diese Waffenlieferungspartei gewählt zu haben, der anscheinend die Menschen in anderen Ländern wesentlich wichtiger sind wie die im eigenen. Das Geld, dass Sie teilweise an totalitäre Staaten verschenken, Frau Baerbock, könnten Sie auch eigenen Leuten zugutekommen lassen. „Wertegeleitete Außenpolitik…“ mehr als lachhaft!

Und wenn Sie eines Tages doch gehen sollten – was sehr wünschenswert wäre, dann nehmen Sie doch bitte auch Herrn Hofreiter und Frau Lang noch mit. Vielleicht könnten Sie sich vorher auch noch um einen Wirtschaftskurs für ihren Kollegen Robert Habeck bemühen!
Deutschland hat für mein Dafürhalten bessere Politiker verdient (und früher eindeutig gehabt).

Am Ende des Beitrags möchte ich noch auf zwei auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2023 von Olaf Scholz abgegebene Statements eingehen:

„Je früher Präsident Putin einsieht, dass er sein imperialistisches Ziel nicht erreicht, desto größer ist die Chance auf ein baldiges Kriegsende, auf Rückzug der russischen Eroberungstruppen.“

Ich glaube nicht, dass Putin „imperialistische Ziele“ hat, sondern reine Sicherheitsziele. Imperialistische Ziele in diesem Konflikt haben meines Erachtens die USA.

„Zugleich tragen wir dafür Sorge, dass es nicht zu einem Krieg zwischen der NATO und Russland kommt.“

Ein sehr lobenswertes Statement. Aber dann sollte man mit den Waffenlieferungen aufhören, und stattdessen die Kriegsparteien an den Verhandlungstisch bekommen.

Will das die Nato, respektive die USA?

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„Wollt ihr den totalen Krieg?“

Von Uwe Froschauer

Am 18. Februar 1943 – also ziemlich genau vor 80 Jahren – wenige Wochen nach der vernichtenden Niederlage von Stalingrad, richtete Joseph Goebbels diese Frage an eine Massenversammlung im Berliner Sportpalast.

„Ja, ja, ja… hallte es frenetisch von den begeisterten Massen zurück. Die Nazis verschärften 1943 ihre Kriegsaktivitäten mit dem Ergebnis einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands gute zwei Jahre später im Jahr 1945. Die Trümmerfrauen mussten das Ergebnis der Verführung der „dummen“, leicht verführbaren Herde wieder wegräumen. Die Menschen in Deutschland sollten eigentlich seit dieser ruhmlosen Zeit wissen, was „totaler Krieg“ bedeutet. Eine Zeitlang sah es auch ganz danach aus, mittlerweile scheinen der damalige Aufruf Goebbels und seine Folgen jedoch in Vergessenheit geraten zu sein. Angebliche Antikriegsparteien gießen mit ihren Waffenlieferungen Öl in erheblichem Ausmaß auf das ukrainisch-russische Feuer. Die Gefahr eines Weltkriegs wächst.

Herr Göbbels benutzte die Inhalte des Buchs „Propaganda“, das Edward Bernays, der Neffe Sigmund Freuds 1928 publizierte, als Steilvorlage für seine hetzerischen Aufrufe und Auswüchse. Die Erkenntnisse aus dieser Schrift erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit (s. hierzu meine Beiträge und mein Buch zum Thema „Das menschliche Schaf – Massenbildung und Manipulation). Hat sich seit dieser volksverhetzenden und volksverblödenden Rede Göbbels eigentlich etwas in den Herzen und Köpfen der Menschen geändert? Kaum! Die Dummheit, Bequemlichkeit, Angst und Staatshörigkeit der Herde sind augenscheinlich die gleichen geblieben. Positiv ist allerdings festzustellen, dass die Herde in der Ukrainekrise nicht mehr ganz so blauäugig den Statements und Entscheidungen der Politiker vertraut wie in der Coronakrise. 

Ein Schaf zum anderen: „Schau mal, da oben fliegt eine russische Atomrakete!“ „Nein, ich glaube, das ist eine amerikanische!“

Man soll den Teufel nicht an die Wand malen, sicherlich, aber wir sind ähnlich nah am Rande einer Apokalypse wie vor ca. 60 Jahren in der Kubakrise.

Die beschlossenen verstärkten Waffenlieferungen in jüngster Zeit aus westlichen Ländern bewirken das Gegenteil von dem, was sie bewirken sollen, und rücken uns in die Nähe eines Atomkrieges.

„Die gesamte Ukraine, die unter Kiews Herrschaft bleibt, wird brennen“, erklärte der russische Spitzenpolitiker Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates in dem schriftlich geführten Interview mit der Journalistin Nadana Fridrichson, die die Zitate auf ihrem Telegram-Kanal veröffentlichte. Die Lieferung moderner Waffen aus den USA an die Ukraine lösen weitere Vergeltungsschläge des russischen Militärs aus. Das gelte bis hin zur Nukleardoktrin, sagte Medwedew.

Auf die Frage von Fridrichson, ob der Einsatz von Waffen mit größerer Reichweite (aus den USA) durch das ukrainische Militär Russland zwingen könnte, mit der Regierung in Kiew zu verhandeln, antwortete Medwedew. „Das Ergebnis wird genau das Gegenteil sein“… „so können nur Moral-Freaks argumentieren, von denen es sowohl im Weißen Haus als auch im Kapitol genug gibt“, erklärte Medwedew.

Putin drohte wie auch Medwedew mehrmals mit Atomwaffen und erklärte, Russland werde alle verfügbaren Mittel einsetzen, um sein Territorium und seine Bevölkerung zu schützen. Das bezieht Atomwaffen mit ein.
Auch US-amerikanische Militärs äußerten schon, sich vorstellen zu können, Atomwaffen einzusetzen.

Nun, so weit ist es gekommen, und hätte ohne überaus große Anstrengungen vermieden werden können, wie auch schon Ex-Präsident Donald Trump in diversen Tweets bemerkte.

Die Verhaltensweisen der meisten westlichen Regierungen und auch Oppositionen lassen jedoch vermuten, dass Frieden nach wie vor nicht erwünscht ist, und Russland durch einen Abnutzungskrieg geschwächt werden soll. An alle kriegstreibenden Kräfte: Ihr verlängert das Elend der Menschen in der Ukraine. Auch die Mütter und Frauen in Russland, die Zinnsärge ihrer Liebsten in Empfang nehmen dürfen, solltet ihr nicht vergessen in eurer maßlosen Selbstgerechtigkeit und uferlosen Selbstüberschätzung. Ich sehe euch nicht als Gutmenschen, die für Freiheit und Demokratie kämpfen an, sondern als Erfüllungsgehilfen der USA, die Russland (und Europa) schwächen wollen.

Herr Merz, vielleicht sollten Sie eine Petition einreichen, und das „C“ in der Firmierung ihrer Partei durch ein „K“ wie kriegerisch austauschen lassen. Christus wird ihrer Partei wegen der Zweckentfremdung seines Namens wahrscheinlich nicht positiv gewogen sein. Frau Strack-Zimmermann, vielleicht sollten Sie sich stark in ihrer Partei machen für den Austausch des ersten Buchstaben in ihrem Partiekürzel, und ihn durch ein „V“ wie Vasall oder ein „U“ wie US-amerikanisch ersetzen. Frau Baerbock und Herr Hofreiter, sie sollten vielleicht ihr helles „Partei-Grün“ etwas abdunkeln, vielleicht in ein natoolives Grün?

Den Menschen in der Bevölkerung, die hinter den Waffenlieferungen stehen, möchte ich sagen: Ihr befriedigt euer Bedürfnis nach scheinbarer moralischer Überlegenheit, ohne euch über die wahren Hintergründe dieses Konflikts bewusst zu sein. Anstatt selbst zu denken, lasst ihr euch vom betreuten Denken der Mainstreammedien, die immer weniger ihren Zweck – nämlich eine objektive Berichterstattung für eine freie Meinungsbildung – erfüllen, auf das Regierungsnarrativ einschwören.

Sollten mich Kriegstreiber der Volksverhetzung bezichtigen, wäre es angebracht diese Anschuldigung an die eigene Adresse zu richten. Von Mitgliedern aller genannten Parteien waren Aussagen wie „Pandemie der Ungeimpften“ und Schlimmeres während der Coronaplandemie zu hören. Das ist Volksverhetzung, und sollte geahndet werden! Ich bin Pazifist und Demokratiefreund, und werde mich im Sinne des Artikels 20, Absatz 4 Grundgesetz und des Gewaltverbots der UN- Charta (Artikel 2, Absatz 4) gegen alles wenden, was die Demokratie, das Grundgesetz und den Frieden infragestellt oder zerstört. Aus diesem Grunde verurteile ich scharf die völkerrechtsverletzende Invasion Russlands in die Ukraine (UN-Charta Artikel 2, Absatz 4: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“).
Andererseits bin ich der festen Überzeugung, dass die USA Russland in diesen Krieg aus wirtschaftlichen, militärischen und hegemonialen Gründen „gezwungen“ hat. Die Schwächung Russlands und Europas, die beide aus unterschiedlichen Gründen von den USA offensichtlich als Konkurrenten angesehen werden, ist meines Erachtens das primäre Interesse der USA (s. hierzu meine beiden Beiträge „Stellvertreterkrieg der USA“ und „Schwächung Russlands – die Rolle der RAND-Corporation“). 

Politiker haben in der Coronaplandemie eine ganze Reihe von Gesetzen und Grundsätzen durch eine Veränderung des Infektionsschutzgesetzes ausgehebelt. Auch in der Ukrainekrise geht es meines Erachtens nicht mit rechten Dingen zu. Prinzipien und Gesetze, also Regeln die gemacht wurden, damit sich die Menschen nicht gegenseitig die Schädel einschlagen, haben anscheinend keine Bedeutung mehr. 
Im „Verfassungsblog“ schrieb Isabelle Ley in ihrem Beitrag „Keine Waffenlieferungen in Krisengebiete?“ am 21. Januar 2022 (https://verfassungsblog.de/keine-waffenlieferungen-in-krisengebiete/):

„Hinterfragung eines Grundsatzes deutscher Rüstungsexportpolitik

Die Ukraine sieht sich gegenwärtig einer massiven Bedrohung durch russische Streitkräfte an ihrer Grenze ausgesetzt und hat die Bundesregierung zum wiederholten Male um Unterstützung in Form von Waffenlieferungen gebeten. Insbesondere Kriegsschiffe zur Verteidigung der entlang der Küsten im Schwarzen und Asowschen Meer verlaufenden Grenzen zu Russland sowie Luftabwehrsysteme forderte der ukrainische Botschafter vor wenigen Tagen. Seither ist ein Streit darum entbrannt, ob derartige Lieferungen, insbesondere von „Defensivwaffen“, als Unterstützungsmaßnahme infrage kommen: Während einzelne Vertreter der FDP und der CDU solche Lieferungen befürworten, lehnen Bundeskanzler Scholz und Außenministerin Baerbock (sieh einer an! Anmerkung des Verfassers) in Fortführung der Position der Vorgänger-Regierung dies ab.

Dabei berufen sie sich auf eine erstmals 1971 verschriftlichte Kabinettserklärung: die „Politischen Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern“. Darin steht, dass Waffen grundsätzlich nur an Bündnispartner (damals NATO-Staaten, heute auch EU-Mitgliedstaaten sowie sog. gleichgestellte Drittstaaten, derzeit Australien, Japan, Neuseeland, Schweiz) geliefert sollen. Ansonsten sollen Rüstungsgüter nur in begründeten Ausnahmefällen und unter Beachtung des Grundsatzes exportiert werden, dass Lieferungen nicht in Länder genehmigt werden „(…), die in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht, in denen ein Ausbruch bewaffneter Auseinandersetzungen droht oder bestehende Spannungen und Konflikte durch den Export ausgelöst, aufrechterhalten oder verschärft würden“ (Politische Grundsätze III. Nr. 7). Bekräftigt wird dieser Grundsatz durch eine ganz ähnliche europäische Regelung: Nach Art. 2 III des Gemeinsamen Standpunkts 2008/944/GASP des Rates v. 8.12.2008 betreffend gemeinsame Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie und Militärgütern verweigern die EU-Mitgliedstaaten die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen für Militärgüter, „die im Endbestimmungsland bewaffnete Konflikte auslösen bzw. verlängern würden oder bestehende Spannungen oder Konflikte verschärfen würden.“

Dass Deutschland durch Waffenlieferungen nicht dazu beitragen will, Konflikte anzuheizen, ist ein auf den ersten Blick einleuchtendes Ziel, das in der deutschen, tendenziell militärskeptischen Öffentlichkeit überwiegend Zustimmung findet. Gleichwohl deckt die verfassungs- und auch die völkerrechtliche Perspektive auf diesen Grundsatz deutscher Rüstungsexportpolitik Wertungswidersprüche auf, die die Frage aufwerfen, aus welchen Gründen und mit welcher Zielsetzung Deutschland überhaupt Rüstungsgüter exportiert.“

So viel zu diesem erkenntnisreichen und erhellenden Beitrag von Isabelle Ley.

Ich bin nicht der Einzige, der Waffenlieferungen in Krisengebiete (wie auch noch vor zwei Jahren „Die Grünen“) kategorisch ablehnt. Eine der wenigen, meines Erachtens durchblickenden PolitikerInnen ist Frau Sarah Wagenknecht, die in ihrer Wochenschau immer wieder vor diesem Irrsinn warnt. Manche versuchen auch, gerichtlich gegen diesen Wahnsinn, der für jeden, der bis drei zählen kann, eigentlich offensichtlich sein sollte, vorzugehen.

Das Verfassungsgericht lehnte im Beschluss vom 21.Oktober 2022 – 2 BvQ 80/22 einen Eilantrag im Wege der einstweiligen Anordnung die Beschlüsse der Bundesregierung beziehungsweise des Deutschen Bundestages über die Genehmigung von Waffenlieferungen in die Ukraine aufzuheben und die Waffenlieferungen in die Ukraine zu stoppen, einstimmig ab (https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2022/10/qk20221021_2bvq008022.html).

Die Gewaltenteilung existiert in meiner Wahrnehmung in vielen Fällen nur noch auf dem Papier. Die Judikative entpuppt sich mehr und mehr als verlängerter Arm der Exekutiven und betreibt teils Gesinnungsjustiz. Der Rechtsstaat ist für mein Dafürhalten schwer angeschlagen. Deutschland und andere angeblich demokratische Staaten müssen aufpassen, nicht zu Bananenrepubliken zu verkommen. Selbst das Grundgesetz, das einst einen relativ sicheren Hafen für die Bürger darstellte, ist teilweise zum Niemandsland verkommen.

Liebe waffenlieferungsbejahende Herde, die ihr für den Frieden zu frieren bereit seid, ist euch eigentlich bewusst, was Krieg bedeutet? Ja? Ich habe den Eindruck, ihr gewichtet diesen schwerwiegenden Begriff nicht recht viel höher als das Wort Ketchup. Die einzige Parallele, die ich sehe, ist die Farbe „Blutrot“. Nicht Diktatoren schaffen Diktaturen, sondern ihr, die Herde mit eurem Gehorsam gegenüber Entscheidungen eurer Volksvertreter, die immer weniger in eurem Interesse handeln, die ihr (und auch ich) gewählt habt. Lest euch mal das Buch „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque, der die Schrecken des Ersten Weltkriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten beschreibt, durch, oder seht euch den gleichnamigen Film an, damit ihr versteht, was Krieg, dieses Wort, das ihr und ein paar Grüne so leichtfertig verwendet, bedeutet. 
Überlegt euch, wer seit dem 2. Weltkrieg die meisten Angriffskriege geführt hat. Auf jeden Fall nicht Russland. Überlegt euch, welches Land als einziges in der Weltgeschichte Atombomben auf ein anderes Lang geworfen hat. Überlegt euch, welches Land in hegemonialer Hinsicht die halbe Welt terrorisiert, und versucht, sein bröckelndes Imperium auf eure Kosten und eventuell mit eurem Blut zu retten. Und diesem Land dient u.a. unser Land, egal wie hoch der Preis für diese falsche Solidarität auch sein mag. Und ihr macht mit – oder ebenso fatal: ihr tut nichts dagegen und nehmt sogar einen atomaren Schlagabtausch anscheinend billigend in Kauf. Liebt ihr eure Kinder, Eltern, Brüder, Schwestern und Freunde denn nicht? Wie könnt ihr dann kriegstreiberische Aktivitäten bejahen oder sie stillschweigend und billigend in Kauf nehmen?

Herr Bundespräsident Steinmeier, ich habe Sie einmal kurz kennengelernt im Jahre 2009, als Sie zusammen mit Ottfried Fischer im Münchner Paulaner-Biergarten (Nockherberg) waren. Meine damals neunjährige Tochter hat sich mit Ihnen unterhalten. Ich habe Sie damals aus Überzeugung gewählt, da ich Sie definitiv für den besseren Bundeskanzler hielt. Ihre kritische, kürzlich gemachte Aussage bezüglich der deutschen Politik gegenüber Russland vor dem Angriff auf die Ukraine  

„Es war ein Fehler, nicht früh genug erkannt zu haben, wie fundamental der russische Staatschef Wladimir Putin seinen Blick auf die Welt revidiert hat, und dass er für seine imperialen Ziele den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ruin seines Landes riskiert. Er hat den Westen zu seinem Feind erklärt. Und daraus müssen wir unsere Schlüsse ziehen.“ (https://www.merkur.de/politik/steinmeier-verteidigt-deutsche-linie-bei-waffenlieferungen-zr-92038513.html)

ist für mich in einigen Punkten nicht nachvollziehbar, und spiegelt – meine ich – nicht ihre wahre Einstellung zur Ukrainekrise wider. Sollte ich mich in meiner Einschätzung ihrer wahren Denk- und Fülweise irren, wäre ich von Ihnen menschlich und politisch tief enttäuscht.
Meines Erachtens verfolgt Putin keine imperialen Ziele, sondern Sicherheitsziele, deren Erreichung er meiner Meinung nach zurecht durch die USA gefährdet sieht. Er wurde durch die NATO, also die USA gezwungen seinen Blick auf die Welt zu ändern. Ende März 2022 hätte der Krieg bereits beendet werden können. Boris Johnson intervenierte mit dem Statement, der Westen (und damit meinte er vermutlich die USA, von der er meines Erachtens geschickt wurde) sei noch nicht bereit für einen Frieden.
Der „politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Ruin“ Russlands ist das Ziel der USA und nicht das billigend in Kauf nehmende und eingehende Risiko Putins, und die Vasallen der USA, zu denen auch unser Land gehört, helfen bei dessen Erreichung, und zerstören dadurch ihre eigene „politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche“ Basis. Die „Schlüsse“, die wir ziehen sollten, sind die Erkennung der tatsächlichen Imperialisten, und eine Reduzierung der Abhängigkeit von diesen Imperialisten.

Werte Leserinnen und Leser, hört nicht auf, für den Frieden einzustehen. Die Konfliktparteien gehören an den Verhandlungstisch und nicht auf das Schlachtfeld, auf dem völlig unnötig mit weiteren Waffenlieferungen Blut vergossen wird.

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Uwe Froschauer

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