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Reden Sie endlich mit Putin, Herr Merz!

Von Uwe Froschauer 

Deutschland braucht Geopolitik – keine Loyalitätspolitik.

Deutschland erlebt derzeit nicht nur eine Energie- und Wirtschaftskrise, sondern einen massiven strategischen Kontrollverlust. Die politische Führung reagiert darauf nicht mit eigenständiger Interessenpolitik, sondern mit gewohntem Vasallentum. Sie folgt den Interessen der USA, auch wenn sich deren aktuelle Regierung von Deutschland und Europa abwendet. Die US-Politiker wollen kaum mehr mit ihren europäischen Kollegen reden. Dennoch scheint die Illusion einer transatlantischen Freundschaft immer noch in den Köpfen mancher Politiker zu spuken. In der Politik gibt es keine Freundschaft zwischen Ländern, Herr Merz, sondern lediglich Interessen. Das sollte mittlerweile auch bei Ihnen angekommen sein. 

Besonders deutlich wird das Fehlverhalten europäischer „Spitzenpolitiker“ in deren Russlandpolitik – und im demonstrativen Ablehnen einer jeden Form von Dialog mit Russland.

Friedrich Merz steht exemplarisch für diese Haltung. Gespräche mit Moskau gelten für ihn als tabu. Gleichzeitig reist er nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate, um dort Energie zu sichern. Diese Reisen sind kein Zeichen von Pragmatismus – sie sind ein Eingeständnis geopolitischen Scheiterns. Sie sind ein Armutszeugnis.

Wenn schon die Amerikaner nicht mehr mit Ihnen reden wollen, Herr Merz, dann sollten Sie es sich mit den Russen nicht auch noch verscherzen. Setzen Sie sich einmal mit dem Wort „Volksvertreter“ auseinander. Es geht hier nicht um Ihre Befindlichkeiten, sondern um die Interessen des Volkes, die Sie angeblich vertreten.

Geopolitik ist Interessenpolitik – nicht Moraltheater

Internationale Politik folgt keiner Ethikkommission, sondern Interessen und geografischen Aspekten. Staaten, die das vergessen, werden nicht moralischer – sie werden irrelevant. Europa und Deutschland spielen bereits in der zweiten Liga und werden bei Beibehalten des dümmlichen Verhaltens des bestehenden Führungspersonals weiter absteigen. Entweder die aktuellen Politmarionetten nehmen einen Kurswechsel vor, oder diese gesinnungsethischen, Europa-zerstörenden Protagonisten räumen ihre Plätze und überlassen sie verantwortungsethischen, progressiven und kreativen Kräften. 

Deutschland hat seine geopolitische Kernlage über Jahrzehnte verstanden als Brücke zwischen West- und Osteuropa, als wirtschaftlicher Knotenpunkt zwischen Atlantik und Eurasien. Diese Rolle war die Grundlage seines Wohlstands.

Heute verabschiedet sich Deutschlands Führung freiwillig aus dieser Position. Die Bürger werden nicht gefragt, sie interessieren nicht. Sie werden verheizt. 

Die ideologieverbrämte, pseudo-wertorientierte EU ist auf Trennungskurs mit Russland. Risse im Konsens mit der EU-Russlandpolitik sind zwischen ihren Mitgliedern jedoch seit längerem spürbar. Parallel zur deutschen Gesprächsverweigerung treibt auch die Europäische Union die endgültige Abkopplung von russischer Energie voran. In Brüssel wird seit Längerem offen darüber gesprochen, russisches Gas, Öl und andere Energieträger vollständig aus dem europäischen Markt zu drängen – nicht nur faktisch, sondern auch politisch und rechtlich dauerhaft. Ziel der bürgerfeindlichen, selbstverherrlichenden und unfähigen Moralapostel in der EU ist eine strukturelle Trennung vom geografischen Nachbarn Russland, unabhängig von künftigen politischen Entwicklungen. Dumm, dümmer geht’s nicht!

Doch dieser Kurs ist innerhalb der EU alles andere als unumstritten – wie öfters von Einheit-demonstrierenden Stimmen behauptet wird. Ungarn unter Viktor Orbán und die Slowakei unter Robert Fico haben wiederholt deutlich gemacht, dass sie eine vollständige Abkehr von russischer Energie nicht mittragen wollen. Beide Länder verweisen auf ihre wirtschaftliche Realität, ihre geografische Lage und die Gefahr massiver sozialer und industrieller Schäden.

In zentralen Fragen der Energie- und Sanktionspolitik gilt in der EU weiterhin das Prinzip der Einstimmigkeit. Ungarn und die Slowakei haben daher unmissverständlich signalisiert, dass sie entsprechende Vorhaben blockieren beziehungsweise mit einem Veto belegen, sollte Brüssel auf einer kompromisslosen Linie bestehen.

Diese Haltung wird in Westeuropa oft als störend oder illoyal dargestellt. Tatsächlich verweist sie jedoch auf ein grundlegendes Problem der europäischen Politik: Nicht alle Mitgliedstaaten können es sich leisten, Energiepolitik als ideologisches, geopolitisches Symbolprojekt zu betreiben. Was einige Länder demonstrativ als Gutmenschentum und moralische Überlegenheit darstellen – in Wirklichkeit aber politische Dummheit widerspiegelt -, ist für andere eine Frage wirtschaftlichen und auch physischen Überlebens.
Die besonders Dummen sowie die Bellizisten in der EU sind sich anscheinend nicht der Gefahr bewusst, durch ihr törichtes sanktionierendes und kriegstreiberisches Verhalten einen dritten Weltkrieg heraufbeschwören zu können.

Der Widerstand aus Budapest und Bratislava zeigt, dass die angebliche europäische Geschlossenheit in Wahrheit brüchig ist – und dass eine Politik der vollständigen Abkopplung nicht auf gemeinsamen Interessen beruht, sondern auf politischem Druck. Je länger diese Realität ignoriert wird, desto größer wird das Risiko einer offenen Spaltung innerhalb der EU. Über die jetzige Form, Wertesystem und Führung der EU sollte nachgedacht werden. Die Führungsspitze muss ausgetauscht werden, möchte Europa irgendwann wieder auf einen grünen Zweig kommen.

800 Milliarden für den Krieg – und kein Plan für den Frieden

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat zuletzt öffentlich darauf hingewiesen, dass die Europäische Union auf einen finanziellen Pfad zusteuert, der sich – über Jahre gerechnet – auf hunderte Milliarden Euro für die Unterstützung der Ukraine belaufen könnte. In diesem Zusammenhang nannte Orbán eine Größenordnung von bis zu 800 Milliarden Euro, wenn militärische Hilfe, Wiederaufbauzusagen, Kredite, Garantien und langfristige Sicherheitsverpflichtungen zusammengezählt werden.

Unabhängig davon, wie man diese Zahl im Detail bewertet, verweist sie auf ein grundlegendes Problem der europäischen Politik: Die EU diskutiert enorme Summen für die Fortsetzung eines Krieges, während sie kaum über ernsthafte diplomatische Initiativen zu dessen Beendigung spricht.

Statt Friedensanbahnung, Vermittlung oder Sicherheitsgarantien für beide Seiten steht die dauerhafte militärische und finanzielle Eskalation im Mittelpunkt der europäischen Agenda.
Die Verlierer des Ukrainekonflikts – die EU und die Ukraine – wollen ernsthaft dem Sieger Russland einen Diktatfrieden aufzwingen. Auf welchem Planet leben diese Traumtänzer? Auf Fantasia, im Land Schwachmatien? 

Wer solche Summen einplant und einen Diktatfrieden erreichen möchte, plant nicht das Ende eines Krieges – sondern seine Verlängerung.

Besonders brisant ist dieser Kurs im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Entscheidung, sich energiepolitisch endgültig von Russland abzukoppeln. Die EU kappt bewusst wirtschaftliche Verflechtungen, die historisch stets auch stabilisierend wirkten, während sie sich finanziell und politisch immer tiefer in einem von den USA angezettelten Stellvertreterkonflikt verzettelt.

Orbán und auch andere osteuropäische Stimmen warnen davor, dass Europa damit jede eigene Vermittlungsrolle aufgibt. Wer versucht, Russland wirtschaftlich zu isolieren, politisch zu dämonisieren und gleichzeitig Milliarden in die militärische Fortsetzung des Krieges zu investieren, kann nicht glaubhaft als Friedensakteur auftreten.
Wenn man schon dämonisieren möchte, ist Russland das falsche Suchfeld. Man sollte erst einmal vor der eigenen Haustür kehren!

Die EU steht damit vor einer folgenschweren Weichenstellung:

Entweder sie betreibt eine Politik der Deeskalation, Diplomatie und Interessenwahrung – oder sie verfestigt einen Konflikt, dessen Kosten dauerhaft von den europäischen Gesellschaften getragen werden, wirtschaftlich wie sozial. Dass der Großteil der europäischen Bürger dem Narrativ vom „bösen Russen“ glaubt und bei der wirtschaftlichen Zerstörung Europas teilnahmslos zusieht, ist mir bei der Offensichtlichkeit dieser falschen Erzählung schleierhaft.

Mit dem Abbruch der Energie- und Wirtschaftsbeziehungen zu Russland hat Europa nicht Moskau geschwächt – sondern sich selbst. Russland orientiert sich längst neu: nach Asien, in den globalen Süden, in eurasische Bündnisse.

Europäische Unternehmen und Bürger zahlen höhere Energiepreise. Europa verliert industrielle Substanz und bindet sich militärisch, wirtschaftlich und energiepolitisch nach wie vor an die USA, die in Europa längst keinen verlässlichen Partner mehr sehen.  

Das Agieren der EU und seiner Akteure ist keine den EU-Bürgern vorgegaukelte Souveränität, das ist strategische Abhängigkeit von einem unzuverlässigen und unberechenbaren, vermeintlichen „Partner“. Die USA profitieren – Europa zahlt.

Die geopolitische Realität eines zugrunde gehenden Europas ist unbequem, aber existent. Die wirtschaftlichen Folgen der europäischen Russlandpolitik treffen Europa ungleich härter als die USA.

US-Energieexporte nach Europa boomen, während die europäische Industrie an Wettbewerbsfähigkeit massiv verliert. Kapital fließt aus Europa ab und die damit verbundene Deindustrialisierung Europas und Deutschlands wird zur realen Gefahr für den ohnehin angeschlagenen Wohlstand in Europa und Deutschland. Wer das ignoriert, betreibt keine Wertepolitik, sondern Fremdinteressenpolitik, und verrät seine Bürger.

Wenn Gespräche mit Russland als moralisch untragbar gelten, Gespräche mit politisch fragwürdigen Golfmonarchien aber als alternativlos, dann wird eines deutlich: Es geht nicht um Werte, sondern um Aufrechterhaltung einer dummen Ideologie und einer zukunftslosen Bündnistreue. Pipelinegas aus Russland galt jahrzehntelang als stabiler Standortfaktor. LNG aus Katar ist teurer, volatiler und geopolitisch keineswegs risikofrei. Dass diese Option dennoch bevorzugt wird, zeigt: Deutschlands Führungspersonal entscheidet nicht mehr primär nach eigenen Interessen, sondern steht immer noch im Schatten des nicht mehr existierenden, überheblichen „Wertewestens“.

Eurasien formiert sich – Europa schaut zu

Während Europa sich moralisch selbst isoliert, entsteht jenseits seiner Grenzen eine neue geopolitische Realität. Russland, China, Indien, Staaten des Nahen Ostens sowie Teile Afrikas und Südamerikas entwickeln zunehmend eigene Handelsrouten, Finanzmechanismen und Energiepartnerschaften, die nicht mehr vom westlichen System abhängig sind. Projekte wie die Neue Seidenstraße, die Ausweitung der BRICS-Strukturen oder der bilaterale Handel in nationalen Währungen sind keine symbolischen Gesten, sondern der bewusste Versuch, sich dem Zugriff westlicher Sanktions- und Finanzmacht zu entziehen.

Diese Staaten handeln nicht aus ideologischer Nähe zueinander, sondern aus nüchterner Zweckmäßigkeit. Sie reagieren auf eine Weltordnung, in der wirtschaftliche Verflechtung zur politischen Waffe geworden ist. Wer jederzeit vom Dollar-Zahlungssystem ausgeschlossen oder mit Handelsbeschränkungen belegt werden kann, sucht nach Alternativen. Was hier entsteht, ist kein Gegenblock aus Überzeugung, sondern aus Selbsterhaltung.

Europa nimmt an dieser Entwicklung kaum teil. Statt neue Netzwerke mitzugestalten, verharrt es in der Rolle des moralischen Kommentators. Es bewertet diese Prozesse normativ, statt sie strategisch zu verstehen und entsprechend zu handeln. Während anderswo Institutionen und Partnerschaften aufgebaut werden, beschränkt sich Europa darauf, sie politisch zu delegitimieren. Damit verzichtet es nicht nur auf Einfluss, sondern auch auf Mitgestaltung.

Diese Dynamik lässt sich nicht durch Ignorieren aufhalten. Eine multipolare Welt entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch Infrastruktur, Verträge und Abhängigkeiten. Wer sich davon abkoppelt, verliert Anschluss, Einfluss und Gestaltungsmacht. Europas Risiko besteht nicht darin, Teil eines neuen eurasischen Systems zu werden, sondern darin, außen vor zu bleiben, während andere es formen. Moralische Distanz ersetzt keine ökonomische Präsenz und keine geopolitische Positionierung.

Gesprächsverweigerung ist Machtverzicht

Diplomatie ist kein Freundschaftsdienst, sie ist ein Werkzeug zur Durchsetzung eigener Interessen. Wer Gespräche verweigert, verzichtet freiwillig auf dieses Werkzeug.

Deutschland braucht keine Nähe zu Russland – es braucht Handlungsfähigkeit. Dazu gehören Gespräche über Energie, Sicherheit und Wirtschaftsbeziehungen – nicht aus Sympathie, sondern aus strategischer Notwendigkeit.

Verantwortung für Deutschland übernehmen heißt strategisch zu denken.

Friedrich Merz nennt sich Kanzler, aber der Besetzer dieses hohen Amtes sollte geopolitisch denken und die Interessen seines Landes wahrnehmen können. Merz denkt jedoch als BlackRock-Agent, dem die Interessen des Finanzverwalters wichtiger zu sein scheinen als die des eigenen Volkes. Er negiert mit seiner Verhaltensweise deutsche Interessen, schwächt europäische Souveränität und verstärkt Abhängigkeiten, die er und seinesgleichen lediglich umetikettieren.

Eine Politik, die sich auf moralisch überhebliche Abgrenzung beschränkt, während die eigene Wirtschaft Schaden nimmt, ist keine verantwortungsvolle Politik, sondern Verrat am Volk.

Fazit

Deutschland steht an einem geopolitischen Wendepunkt. Entweder es bleibt ein eigenständiger Akteur zwischen den Machtblöcken – oder es wird zum wirtschaftlich geschwächten Anhängsel fremder Strategien.

Herr Merz, reden Sie mit Russland! Nicht, weil Russland recht oder unrecht hat – das steht nicht zur Debatte –, sondern weil es für die Interessen Deutschlands dringend nötig ist. Oder trauen Sie sich nicht, weil Sie des Öfteren Russland und Wladimir Putin unberechtigterweise in einem schlechten Licht erscheinen ließen?


Und wenn Sie schon zum Energiebetteln gehen, dann nicht in Katar, sondern besser in Russland. Vor Putin müssen Sie nicht einmal einen Kotau hinlegen, wie es 2022 unser peinlicher und unfähiger Wirtschaftsminister Robert Habeck seinerzeit in Katar praktizierte.
Putin bezeichnete kürzlich Merz‘ Verhaltensweise als widersprüchlich, weil Deutschland trotz Energieknappheit die verbliebene Nord-Stream-Leitung nicht nutzt, obwohl darüber Gas geliefert werden könnte.

Dito.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Größe Putins, der trotz offen zur Schau getragener deutscher und europäischer Feindseligkeiten Europas Nationen dennoch einige Male die Hand gereicht hat, die ihm Europa aus vermeintlich moralischer Überlegenheit nicht schüttelte. Zeigen Sie sich demütig – das signalisiert Stärke und nicht Schwäche wie die verblendete EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und der unsägliche „Verteidigungsexperte“ Roderich Kiesewetter, der auch den Krieg gerne nach Russland getragen hätte, sowie andere persönlich unterentwickelte Personen vielleicht glauben mögen – und lernen Sie aus Ihren Fehlern. Stolpern kann jeder. Das ist keine Schwäche. Die besteht im Liegenbleiben. Stehen Sie auf, und führen Sie Deutschland aus diesem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Desaster, wenn Sie sich guten Gewissens Bundeskanzler nennen wollen.

Es ist fünf nach zwölf, Herr Merz, handeln Sie endlich!

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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Persönliche Entwicklung (Teil 14) – Demut

Von Uwe Froschauer 

Demut – eine vergessene Tugend mit universeller Bedeutung

Demut gehört zu jenen Begriffen, die auf den ersten Blick altmodisch oder missverständlich wirken. Häufig wird sie mit Unterwürfigkeit, Schwäche oder mangelndem Selbstwertgefühl gleichgesetzt. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass Demut in nahezu allen Religionen, Philosophien und spirituellen Heilslehren eine zentrale Rolle spielt – und dort keineswegs als Selbstverleugnung verstanden wird. Vielmehr gilt sie als Ausdruck von innerer Reife, Klarheit und Wahrhaftigkeit.

Im Kern beschreibt Demut eine realistische Selbsteinschätzung. Der demütige Mensch erkennt seine Fähigkeiten ebenso wie seine Grenzen an, ohne sich über andere zu erheben oder sich selbst geringzuschätzen. Sie ist damit das Gegenstück zum Hochmut, der in vielen Traditionen als Quelle von Verblendung, Konflikten und Leid gilt. Demut bedeutet, das eigene Ego nicht zum Mittelpunkt der Welt zu machen, sondern sich als Teil eines größeren Zusammenhangs zu begreifen — sei es göttlich, kosmisch, sozial oder existenziell.

Im Christentum gehört Demut zu den grundlegenden Tugenden. Jesus von Nazareth wird als Vorbild einer Haltung beschrieben, die Macht nicht zur Selbstverherrlichung nutzt, sondern zum Dienen. Seine Botschaft stellt gängige Vorstellungen von Größe und Erfolg auf den Kopf: Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.

Demut bedeutet hier nicht Passivität, sondern eine bewusste Entscheidung gegen Überheblichkeit und für Liebe, Mitgefühl und Verantwortung. Sie ist eng verbunden mit der Einsicht, dass der Mensch nicht alles aus eigener Kraft vermag.

Auch im Judentum wird Demut als Stärke verstanden. Besonders eindrücklich ist die Figur des Mose, der trotz seiner Führungsrolle als der demütigste Mensch gilt. Demut zeigt sich hier in der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich selbst zu verherrlichen. Sie schafft Raum für Weisheit; denn nur wer nicht von sich selbst eingenommen ist, kann wirklich zuhören, lernen und gerecht handeln.

Im Islam nimmt Demut — Tawāḍuʿ — eine ebenso zentrale Stellung ein. Sie richtet sich vor allem auf das Verhältnis des Menschen zu Gott. Alles, was der Mensch besitzt oder erreicht, wird letztlich als Gabe verstanden. Diese Sichtweise fördert Dankbarkeit und Bescheidenheit und schützt vor Hochmut, der im Koran ausdrücklich kritisiert wird. Die körperlichen Gesten des Gebets — Verbeugung und Niederwerfung — bringen diese innere Haltung symbolisch zum Ausdruck: Der Mensch erkennt seine Begrenztheit an und findet gerade darin Würde und Frieden.

In den östlichen Weisheitstraditionen verschiebt sich der Akzent von der moralischen Forderung hin zur erkenntnisbezogenen Einsicht. Der Buddhismus etwa kennt Demut nicht primär als Tugend, sondern als natürliche Folge von Einsicht in die Wirklichkeit.

Da das Ich als vergänglich erkannt wird, verlieren Stolz, Selbstüberhöhung und Kränkung ihre Grundlage. Demut entsteht hier nicht durch Anstrengung, sondern durch das Durchschauen von Illusionen.

Auch im Hinduismus wird das Ego als Schleier verstanden, der die wahre Natur des Selbst verdeckt. Wahre Demut ist die Frucht spiritueller Erkenntnis: Wer sich als Teil des einen Ganzen erkennt, kann sich nicht mehr absolut setzen. In der bhakti-orientierten Frömmigkeit zeigt sich Demut zudem als liebende Hingabe — nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen und Verbundenheit.

Der Taoismus beschreibt Demut als natürliche Haltung im Einklang mit dem Dao, dem ursprünglichen Weg des Lebens. Das Weiche, Stille und Zurückhaltende erweist sich als wirksamer als das Harte und Dominante. Wasser, das stets den tiefsten Punkt sucht, wird zum Sinnbild einer demütigen Kraft. Der Weise stellt sich nicht in den Vordergrund, sondern handelt unauffällig und gerade dadurch nachhaltig. Demut ist hier kein moralischer Anspruch, sondern Ausdruck von Natürlichkeit.

Im Konfuzianismus tritt Demut vor allem in ihrer sozialen Dimension hervor. Bescheidenheit, Respekt und Lernbereitschaft gelten als Voraussetzungen für persönliche Reifung und gesellschaftliche Harmonie. Wer sich selbst nicht überschätzt, kann sich kultivieren und zum Wohl der Gemeinschaft beitragen.

Auch die antike europäische Philosophie kennt Formen der Demut, wenn auch unter anderen Begriffen.

Die Stoiker lehrten eine Haltung, die man als kosmische Demut bezeichnen könnte: Der Mensch soll unterscheiden zwischen dem, was in seiner Kontrolle liegt, und dem, was er annehmen muss. Diese Einsicht führt nicht zur Resignation, sondern zu Gelassenheit, innerer Freiheit und Weisheit. Der Mensch erkennt seinen Platz im Ganzen, ohne sich selbst zu verlieren.

In der modernen Psychologie erlebt Demut zunehmend Aufmerksamkeit. Sie wird verstanden als realistische Selbsteinschätzung, Offenheit für Kritik und Bereitschaft zum Lernen. Studien zeigen, dass demütige Menschen oft stabilere Beziehungen führen, weniger anfällig für Narzissmus sind und besser mit Unsicherheit umgehen können. Auch hier zeigt sich: Demut ist keine Schwäche, sondern eine Ressource.

Über alle religiösen, philosophischen und kulturellen Grenzen hinweg lässt sich ein gemeinsamer Kern erkennen: Demut bedeutet, sich selbst nicht zum Maß aller Dinge zu machen, ohne den eigenen Wert zu verleugnen. Sie verbindet Klarheit mit Mitgefühl, Wahrheit mit Offenheit und Selbstbewusstsein mit Begrenztheit. In einer Zeit, die stark von Selbstinszenierung, Konkurrenz und permanenter Bewertung geprägt ist, gewinnt Demut eine neue Aktualität. Sie lädt dazu ein, das eigene Leben nicht aus der Logik des Vergleichs, sondern aus der Tiefe von Verbundenheit, Verantwortung und Wahrhaftigkeit zu gestalten.

Politische Sprache im Licht philosophischer Demut

Demut gehört zu jenen Tugenden, die politisch selten eingefordert werden, philosophisch jedoch als Voraussetzung verantwortlichen Handelns gelten. Sie ist keine Geste der Schwäche, sondern Ausdruck realistischer Selbsterkenntnis. Aristoteles beschrieb Tugend als die Fähigkeit, Maß zu halten — als Mitte zwischen Mangel und Übermaß. Hochmut (Hybris) war für ihn kein Zeichen von Größe, sondern von Maßlosigkeit: das Überschreiten der eigenen Rolle, das Vergessen der eigenen Begrenztheit. Betrachtet man die politische Sprache der Gegenwart, entsteht der Eindruck, dass genau dieses Maß zunehmend verloren geht.

Selbstgewissheit statt Maß: Emmanuel Macron

Als Emmanuel Macron 2017 erklärte, man müsse „nur über die Straße gehen, um einen Job zu finden“, war die Empörung groß. Philosophisch betrachtet liegt das Problem dieser Aussage weniger in ihrer Provokation als in ihrem impliziten Menschenbild: Der Einzelne erscheint als autonomes, rational steuerbares Subjekt, das lediglich Willen zeigen muss, um erfolgreich zu sein. Slogans wie „Just do it“ des Sportartikelherstellers Nike weisen in die gleiche Richtung. Aristoteles hätte darin eine Verkennung der Umstände gesehen — jener sozialen, ökonomischen und biografischen Bedingungen, ohne deren Berücksichtigung moralische Urteile leer bleiben.

Später, als Macron betonte, Europa dürfe „nicht schwach oder defätistisch“ sein, verschob sich der Ton von sozialer Vereinfachung zu geopolitischer Selbstvergewisserung. Stärke wurde zur moralischen Kategorie erhoben. Doch Stärke ohne Selbstzweifel ist philosophisch prekär. Sie kippt leicht in das, was Augustinus als “Superbia” bezeichnete: jene innere Haltung, in der der Mensch sich selbst zum Maßstab erhebt und vergisst, dass sein Wissen immer fragmentarisch bleibt.

Die radikale Selbstabsolutierung: Donald Trump

Bei Donald Trump tritt diese Superbia offen zutage. „Ich allein kann das Problem lösen“ — dieser Satz markiert einen Bruch mit jeder Tradition politischer Demut. Für Augustinus war Hochmut die Ursünde; nicht weil er laut ist, sondern weil er den Menschen glauben lässt, er sei sich selbst genug. Trumps wiederholte Behauptungen, niemand wisse mehr als er selbst, oder seine Bezeichnung kritischer Medien als „Feinde des Volkes“, lassen keinen Raum für Korrektur, Dialog oder Lernfähigkeit.

Aus kantischer Perspektive ist dies besonders problematisch. Kant verstand politische Vernunft als prinzipiell begrenzt: Kein Mensch dürfe sich anmaßen, den allgemeinen Willen vollständig zu verkörpern. Wer sich selbst zur letzten Instanz erklärt, handelt nicht autonom, sondern despotisch — auch dann, wenn er demokratisch gewählt wurde.

Macht ohne Selbstrelativierung: Ursula von der Leyen

Auch subtilere Formen der Überheblichkeit verdienen philosophische Aufmerksamkeit.

Wenn Ursula von der Leyen sagt: „Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“, ist dies zunächst ein Ausdruck kollektiver Solidarität. Doch zugleich verschiebt sich hier die Sprache vom Abwägen zur moralischen Eindeutigkeit. Die eigene Position wird nicht mehr als politisch, sondern als normativ überlegen präsentiert.

Kant hätte hierin eine Gefahr gesehen: Moralische Gewissheit ohne Selbstprüfung. In seiner Schrift „Zum ewigen Frieden” warnt er davor, politische Ziele mit moralischer Unfehlbarkeit zu verwechseln. Demut zeigt sich für Kant gerade darin, politische Entscheidungen als fehlbar zu begreifen — und sie deshalb begründungsfähig zu halten.

Rhetorische Überlegenheit im nationalen Diskurs: Friedrich Merz

Wenn Friedrich Merz über politische Gegner wie zum Beispiel Olaf Scholz sagt, andere Staats- und Regierungschefs hätten „keine Lust mehr“, ihnen zuzuhören, dann ist dies mehr als zugespitzte Kritik. Es ist eine rhetorische Hierarchisierung: Der Sprecher stellt sich über den anderen; nicht argumentativ, sondern symbolisch. Aristoteles hätte hierin ein Zeichen fehlender „Phronesis” gesehen — jener praktischen Klugheit, die nicht nur Recht behalten, sondern das Gemeinwohl im Blick haben will.

Politische Klugheit verlangt, Kritik so zu formulieren, dass sie Verständigung ermöglicht. Wo Sprache hingegen auf Überlegenheit zielt, wird sie selbst zum Machtinstrument — und verliert ihren ethischen Maßstab.

Die stille Arroganz: Olaf Scholz

Bemerkenswert ist, dass Hochmut nicht nur im Lauten, sondern auch im Schweigenden existiert. Olaf Scholz’ oft kritisierter Kommunikationsstil — ausweichend, formelhaft, distanziert — wurde von Kommentatoren als Überheblichkeit interpretiert. Philosophisch lässt sich dies als negative Form der Superbia lesen: nicht als Selbstverherrlichung, sondern als implizite Annahme, keine Rechenschaft schuldig zu sein.

Kant jedoch sah öffentliche Rechtfertigung als Kern republikanischer Moral. Wer Macht ausübt, müsse bereit sein, seine Gründe öffentlich darzulegen. Demut zeigt sich hier nicht im Tonfall, sondern im Willen zur Erklärung.

Fazit zu Demut in der Politik

Demut sollte auch in der Politik zur Tugend erhoben werden.
Was diese Beispiele verbindet, ist kein moralisches Versagen Einzelner, sondern ein struktureller Wandel politischer Selbstdeutung. Führung wird mit Gewissheit verwechselt, Zweifel mit Schwäche. Doch Aristoteles, Augustinus und Kant sind sich in einem Punkt einig: Wer seine Begrenztheit vergisst, verliert seine Orientierung.

Demut ist daher keine sentimentale Tugend, sondern eine politische Notwendigkeit. Sie bedeutet, Macht als vorläufig zu verstehen, Wissen als begrenzt und Entscheidungen als korrigierbar. In einer Zeit globaler Unsicherheit wäre Demut nicht das Ende von Führung — sondern ihr reifster Ausdruck.

„Wer seine Begrenztheit vergisst, verliert seine Orientierung.“

Dieser Satz beschreibt nicht nur eine individuelle Haltung, sondern benennt ein strukturelles Problem gegenwärtiger europäischer Politik. Gerade im Umgang mit dem Krieg in der Ukraine zeigt sich, wie sehr politische Orientierung verloren gehen kann, wenn Macht mit moralischer Gewissheit verwechselt wird.

Die europäische Politik tritt in diesem Konflikt häufig mit dem Anspruch auf, auf der „richtigen Seite der Geschichte“ zu stehen. Dieser Anspruch erzeugt eine Rhetorik der Alternativlosigkeit: Waffenlieferungen gelten als moralische Pflicht, Eskalationsrisiken als notwendiger Preis, diplomatische Initiativen als naiv oder gefährlich. Was dabei zunehmend verschwindet, ist das Bewusstsein eigener Begrenztheit — strategisch, historisch, militärisch und moralisch.

Hier wird Demut zu einer politischen Leerstelle. Nicht im Sinne von Nachgiebigkeit oder Kapitulation, sondern als Anerkennung der Tatsache, dass komplexe geopolitische Konflikte sich nicht aus moralischer Überlegenheit heraus steuern lassen. Wer glaubt, die Dynamik eines Krieges kontrollieren zu können, nur weil die eigenen Motive als gerecht empfunden werden, überschätzt die eigene Wirkmacht und unterschätzt die Unberechenbarkeit von Eskalation.

Die Arroganz zeigt sich dabei weniger in einzelnen Entscheidungen als in der Haltung, mit der sie getroffen werden. Wissen wird als ausreichend betrachtet, Prognosen als verlässlich, Folgen als beherrschbar. Abweichende Stimmen — insbesondere solche, die auf diplomatische Möglichkeiten oder langfristige Risiken hinweisen — werden rasch delegitimiert. Zweifel gilt als Schwäche, Zurückhaltung als mangelnde Solidarität. Doch genau hier bestätigt sich der Satz: Wer seine Begrenztheit vergisst, verliert seine Orientierung.

Demut wäre in diesem Kontext keine sentimentale Tugend, sondern eine politische Notwendigkeit. Sie würde bedeuten, Macht als vorläufig zu verstehen — auch die eigene —, und Wissen als begrenzt — insbesondere über die inneren Dynamiken eines Krieges. Und Entscheidungen als korrigierbar; nicht als moralisch sakrosankt. Eine demütige Politik würde Eskalation nicht ausschließen, aber sie würde sie nicht als Beweis von Entschlossenheit verklären.

Gerade Europa, das sich gern als zivilisatorische Friedensmacht versteht, läuft Gefahr, diesen Anspruch durch moralische Selbstgewissheit zu untergraben. Führung zeigt sich nicht darin, keine Zweifel zuzulassen, sondern darin, Verantwortung auch für unbeabsichtigte Folgen zu übernehmen.

Demut in weiteren Lebensbereichen

Demut gilt oft als ein Begriff der Religion oder als moralische Kategorie politischer Rhetorik. Dabei wird übersehen, dass sie weit über diese Kontexte hinausreicht. Jenseits von Glaubenssystemen und Ideologien lässt sich Demut als eine grundlegende Haltung beschreiben, die den Menschen in ein realistisches Verhältnis zu sich selbst, zu anderen und zur Welt setzt.

In der persönlichen Entwicklung zeigt sich Demut zunächst als die Fähigkeit zur Selbstbegrenzung. Sie bedeutet nicht Selbstabwertung, sondern die Anerkennung eigener Unvollkommenheit.

Wer demütig ist, gesteht sich Irrtümer zu und bleibt lernfähig. In einer Kultur, die Selbstoptimierung und ständige Sichtbarkeit fordert, wirkt diese Haltung beinahe subversiv: Demut erlaubt es, nicht alles kontrollieren zu müssen und dennoch handlungsfähig zu bleiben.

Auch im Bereich von Bildung und Wissenschaft spielt Demut eine zentrale Rolle. Erkenntnis entsteht hier nicht aus Gewissheit, sondern aus Zweifel. Wissenschaftliche Demut bedeutet, Wissen stets als vorläufig zu begreifen und offen zu bleiben für Korrekturen. Lernen wird so zu einem Prozess des fortwährenden Fragens, nicht des endgültigen Besitzes von Wahrheit. Diese Haltung schützt vor Dogmatismus und intellektueller Überheblichkeit.

Gerät diese Haltung unter Druck, verliert Wissenschaft ihre kritische Funktion. Der Vorwurf „bezahlter Wissenschaft“ speist sich weniger aus der Behauptung offener Manipulation als aus der Wahrnehmung struktureller Abhängigkeiten: Forschungsförderung, politische Erwartungshaltungen und mediale Verwertungslogiken können Anreize setzen, bestimmte Narrative zu bestätigen, statt sie zu hinterfragen. Wo Ergebnisse anschlussfähig an Regierungspositionen sein müssen, wird Zweifel schnell als Störung empfunden.

Gerade hier wäre wissenschaftliche Demut unverzichtbar. Sie würde bedeuten, Unsicherheiten transparent zu benennen, Widersprüche auszuhalten und Dissens nicht als Bedrohung, sondern als Qualitätsmerkmal zu begreifen. Eine Wissenschaft, die ihre Vorläufigkeit verschweigt, um politischer Handlungsfähigkeit zu dienen, riskiert ihre Glaubwürdigkeit. Sie tauscht Erkenntnisoffenheit gegen Autorität und füttert damit den Vorwurf der Instrumentalisierung.

Demut schützt Wissenschaft vor der Versuchung, sich als letzte Instanz politischer Wahrheit zu inszenieren. Sie erinnert daran, dass wissenschaftliche Beratung politische Entscheidungen nicht ersetzen kann — und auch nicht legitimieren sollte. Wo Wissenschaft sich dem Anspruch entzieht, endgültige Antworten zu liefern, bleibt sie kritisch, unabhängig und vertrauenswürdig. Wo sie hingegen Gewissheit simuliert, um Narrative zu stabilisieren, verliert sie ihre orientierende Kraft.

In der Arbeitswelt und insbesondere in Führungsrollen gewinnt Demut zunehmend an Bedeutung. Führung, die auf Demut basiert, verzichtet auf Allwissenheitsansprüche und versteht Autorität als Verantwortung. Sie schafft Räume, in denen andere gehört werden, und erkennt an, dass Erfolg selten das Werk Einzelner ist. Demut wirkt hier als soziales Bindemittel, das Zusammenarbeit und Vertrauen ermöglicht.

Zwischenmenschlich zeigt sich Demut in der Bereitschaft, die eigene Perspektive nicht absolut zu setzen. In Beziehungen bedeutet sie, Fehler einzugestehen, zuzuhören und Konflikte nicht als Machtkämpfe zu begreifen. Demut schafft Augenhöhe, weil sie die Verletzlichkeit aller Beteiligten anerkennt. Sie ist damit eine Voraussetzung für Empathie und echte Nähe.

Besonders deutlich wird die Notwendigkeit von Demut im Verhältnis des Menschen zur Natur. Angesichts ökologischer Krisen offenbart sich die Illusion menschlicher Allmacht. Ökologische Demut bedeutet, den Menschen nicht als Herrscher, sondern als Teil komplexer ökologischer Systeme zu begreifen. Sie fordert Zurückhaltung, Verantwortung und ein Bewusstsein für die Grenzen technischer Machbarkeit.

Demut im Rahmen der Digitalisierung

Auch im digitalen Raum sollte in Form von Demut eine korrigierende Kraft entfaltet werden. Sie zeigt sich hier als Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten, Fehler zu korrigieren und andere Perspektiven gelten zu lassen. In einer Zeit beschleunigter Kommunikation wird Demut zur Voraussetzung einer respektvollen Diskurskultur.

Dem Begriff Demut kommt im Zeitalter digitaler Kontrolle besondere Bedeutung zu.
Die digitale Transformation hat neue Formen von Macht hervorgebracht. Digitale Identitäten, algorithmische Entscheidungsstrukturen, Chat-Überwachung und automatisierte Inhaltskontrollen greifen tief in den Alltag ein — oft unsichtbar, oft als alternativlos kommuniziert. Nichts im Leben ist alternativlos, werte Leserinnen und Leser! In diesem Spannungsfeld gewinnt Demut eine neue, politische wie gesellschaftliche Bedeutung, die über klassische Moralvorstellungen hinausgeht.

Demut kann hier als Gegenhaltung zu einem Kontrollanspruch verstanden werden, der sich aus technischer Machbarkeit speist. Wo Daten gesammelt werden können, entsteht schnell die Versuchung, sie auch umfassend zu nutzen; wo Kommunikation analysierbar ist, wächst der Wunsch nach Vorhersagbarkeit und Steuerung.

Digitale Demut bedeutet, anzuerkennen, dass nicht alles, was technisch möglich ist, auch legitim, notwendig oder folgenlos ist. Sie fordert Zurückhaltung gegenüber dem Zugriff auf intime Lebensbereiche.

Im Kontext digitaler Identität zeigt sich Demut als Respekt vor der Vielschichtigkeit des Menschen. Digitale Identitätssysteme tendieren dazu, Individuen auf stabile, überprüfbare und verwertbare Merkmale zu reduzieren. Demut widerspricht dieser Reduktion. Sie erkennt an, dass Identität situativ, wandelbar und nicht vollständig erfassbar ist. Eine demütige digitale Ordnung würde daher Räume für Anonymität, Widerspruch und Unschärfe zulassen, statt lückenlose Eindeutigkeit zu erzwingen. Echte Demokratie ist demütig.

Besonders deutlich wird der Mangel an Demut in Formen der Chat- und Kommunikationskontrolle. Wenn private Kommunikation präventiv überwacht wird, geschieht dies häufig im Namen von Sicherheit oder Ordnung. Demut würde hier bedeuten, die eigene Fehlbarkeit staatlicher und technischer Systeme mitzudenken. Algorithmen irren, Kontexte werden missverstanden, Macht kann missbraucht werden. Eine demütige Haltung erkennt diese Risiken an und setzt auf klare Grenzen, Transparenz und Verhältnismäßigkeit.

Auch Zensur — ob staatlich, privatwirtschaftlich oder algorithmisch vermittelt — offenbart ein Spannungsverhältnis zur Demut. Wer Inhalte kontrolliert, beansprucht Deutungshoheit darüber, was sagbar ist und was nicht. Löschungen von nicht-regierungstreuen, dissentierten Artikeln und Videos im Internet sind nichts anderes als moderne Bücherverbrennung. Demut hingegen akzeptiert Ambiguität, Widerspruch und Unordnung im öffentlichen Diskurs. Sie vertraut darauf, dass gesellschaftliche Auseinandersetzung nicht vollständig steuerbar ist und dass offene Kommunikation ein gewisses Maß an Unsicherheit erfordert.

Im digitalen Raum ist Demut daher eng mit Machtkritik verbunden. Sie richtet sich nicht primär an Nutzerinnen und Nutzer, sondern an Institutionen, Plattformen und Gesetzgeber. Demut bedeutet hier, Kontrolle nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern als Ultima Ratio. Sie verlangt, technologische Systeme so zu gestalten, dass sie dem Menschen dienen — nicht umgekehrt.

Gleichzeitig betrifft digitale Demut auch den individuellen Umgang mit Technik. Sie äußert sich in Skepsis gegenüber totaler Transparenz, in Zurückhaltung beim Teilen persönlicher Daten und im Bewusstsein dafür, dass digitale Spuren dauerhaft wirken.

So wird Demut im Kontext digitaler Kontrolle zu einer ethischen Leitkategorie. Sie steht für Maßhalten in einer Welt, in der Überwachung, Profilbildung und Verhaltenssteuerung technisch trivial geworden sind. Demut erinnert daran, dass Freiheit nicht dort beginnt, wo alles sichtbar ist, sondern dort, wo Grenzen respektiert werden — auch und gerade im Digitalen.

Fazit

Demut ist keine moralische Schwäche, sondern eine Form der Stärke. Sie verzichtet auf Selbstüberhöhung, ohne Selbstwirksamkeit aufzugeben. Demut ist eine Haltung der Weltzugewandtheit — leise, aber tragfähig. In einer Zeit, die von „Gewissheiten”, Ansprüchen und Überforderung geprägt ist, eröffnet sie einen Raum für Maß, Verantwortung und menschliche Verbundenheit.

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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

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MEG – Make Eurasia Greater

Eine mögliche Antwort auf Trumps globale Erpressungspolitik

Von Uwe Froschauer

Das Ende der Illusionen

Mit Donald Trumps Rückkehr auf die politische Weltbühne ist eine Wahrheit endgültig nicht mehr zu leugnen: Die transatlantische Partnerschaft war nie ein Wertebündnis, sondern immer ein Machtverhältnis. Trump hat diese Realität lediglich offen ausgesprochen, während seine Vorgänger sie rhetorisch verschleierten. Zölle, Sanktionsdrohungen, militärischer Druck und wirtschaftliche Erpressung gehören seit Jahrzehnten zum Instrumentarium amerikanischer Außenpolitik. Neu ist nicht die Methode, sondern die Unverblümtheit.

Europa steht damit vor einer strategischen Weggabelung. Entweder es akzeptiert dauerhaft die Rolle eines geopolitischen Vasallen oder es beginnt, eigenständige Machtpolitik zu betreiben. Der hier skizzierte Gegenentwurf trägt bewusst eine provokante Abkürzung: MEG – Make Eurasia Greater. Gemeint ist kein ideologisches Projekt, sondern eine geopolitische Notwendigkeit. Ein eurasischer Machtblock, der Europa, Russland und große Teile Asiens wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und strategisch enger verbindet, wäre erstmals in der Lage, der amerikanischen Hegemonie strukturell etwas entgegenzusetzen.

US-Hegemonie durch Militärbasen

Die globale Vormachtstellung der Vereinigten Staaten beruht weniger auf ökonomischer Produktivität als auf militärischer Infrastruktur. Ein weltumspannendes Netz von Stützpunkten sichert Handelswege, Rohstoffzugänge und politische Loyalitäten. Das amerikanische Militär fungiert damit faktisch als Ordnungsfaktor einer Weltwirtschaft, deren Währung, Finanzsystem und Sicherheitspolitik aufeinander abgestimmt sind.

Europa ist Teil dieses Systems. Die Präsenz amerikanischer Truppen auf europäischem Boden dient nicht primär dem Schutz Europas, sondern der strategischen Einbindung Europas in amerikanische Interessen. Die Kontrolle über politische Entscheidungen folgt aus militärischer Abhängigkeit. Wer seine Sicherheit an die USA delegiert, überträgt auch seine Außenpolitik auf sie.

Trumps Vorgehen ist lediglich die explizite Form dieses Zusammenhangs. Schutz wird zur Ware, Loyalität zur Voraussetzung, Abweichung zur Sanktion. Was früher diplomatisch kaschiert wurde, wird nun offen eingefordert. Europas Spielraum schrumpft proportional zu seiner sicherheitspolitischen Abhängigkeit.

Der Mythos vom „Wertewesten“

Ein zentrales Hindernis europäischer Emanzipation liegt nicht in Washington, sondern in Brüssel. Die politische Führung der Europäischen Union operiert seit Jahren mit einem moralischen Selbstbild. Der Westen erscheint darin als Träger vermeintlich universeller Werte, aus denen sich ein globaler Führungsanspruch ableitet. Außenpolitik wird zur Mission, nicht zur Interessenvertretung.

Dieses Denken ist gesinnungsethisch, nicht verantwortungsethisch. Es bewertet Handlungen nach ihrer moralischen Intention – die gar nicht so moralisch ist –, und nicht nach ihren realen Folgen. Diplomatie wird durch Belehrung ersetzt, Interessenausgleich durch Sanktion, Stabilisierung durch Eskalation. Politikerinnen wie Ursula von der Leyen oder Kaja Kallas verkörpern diesen Ansatz exemplarisch. Außenpolitik wird zur Wertekommunikation, und nicht zum Instrument zur Durchsetzung europäischer Interessen.

Auch Staats- und Regierungschefs wie Emmanuel Macron, Keir Starmer oder Friedrich Merz haben dieses Paradigma übernommen. Transatlantische Loyalität galt und gilt immer noch als moralischer Maßstab, nicht als strategische Entscheidung. Doch Trumps Politik macht deutlich, dass moralische Loyalität nicht erwidert, sondern instrumentalisiert wird. Wer glaubt, auf diese Weise Anerkennung zu gewinnen, verwechselt Rhetorik mit Realität.

Europas versäumte Emanzipation

Europa hätte sich mehrfach von der amerikanischen Vormundschaft lösen können. Nach dem Irakkrieg, nach der Finanzkrise, nach Libyen, spätestens nach der Zerstörung von Nord Stream. Doch stattdessen wurde die militärische Integration vertieft, die politische Unterordnung verfestigt und die strategische Eigenständigkeit weiter aufgegeben. Diese Entwicklung wurde ideologisch als Solidarität legitimiert, faktisch bedeutete sie den Verzicht auf Autonomie.

Während andere Mächte ihre Lieferketten absicherten und Ressourcenpolitik betrieben, verzichtete Europa auf jede Form von Machtpolitik im Glauben, moralisch über den Konflikten zu stehen. Das Resultat ist sichtbar: Deindustrialisierung, Energiepreisexplosion, sicherheitspolitische Ohnmacht und diplomatische Irrelevanz. Europa verwaltet seinen eigenen Bedeutungsverlust mit moralischem Pathos – eine Einstellung, die zum sicheren Untergang führt.

Russland und der geopolitische Realismus

Die Dämonisierung Russlands gehört zum Kern westlicher Diskurse. Dabei wird häufig ausgeblendet, dass die großen militärischen Interventionen der letzten Jahrzehnte überwiegend von westlichen Staaten ausgingen. Vietnam, Irak, Afghanistan, Serbien oder Libyen waren keine russischen Projekte. Seit Bestehen der USA betreibt diese wie zuvor Großbritannien imperialistische Machtpolitik. Russische Machtpolitik war historisch territorial begrenzt und sicherheitsorientiert, amerikanische Machtpolitik global und hegemonial.

Das bedeutet nicht, russisches Handeln zu idealisieren. Es bedeutet, es realistisch einzuordnen. Für Europa stellt sich nicht die Frage nach moralischer Sympathie, sondern nach strategischem Nutzen. Russland bietet geographische Nähe, Energie, Rohstoffe und kompatible Sicherheitsinteressen. Ein Ausgleich würde Spannungen reduzieren, Industrie stabilisieren und politischen Handlungsspielraum erweitern. Der Bruch Europas mit Russland war keine Notwendigkeit, sondern eine politisch beeinflusste Entscheidung.

Eurasien als Machtblock

Ein eurasischer Block müsste nicht ideologisch homogen sein. Seine Stärke läge in der Ergänzung unterschiedlicher Potenziale. Europa verfügt über Technologie und industrielle Kompetenz, Russland über Rohstoffe und militärische Abschreckung, Asien – insbesondere Indien und China – über Märkte und Produktionskapazitäten. Zusammen ergäbe sich ein Wirtschaftsraum, der Dollarabhängigkeit reduzieren und Sanktionsmacht neutralisieren könnte.

Ein solcher Block wäre nicht offensiv, sondern stabilisierend. Er hätte keine globale Mission, sondern regionale Ordnung zum Ziel. Die NATO würde dadurch nicht frontal bekämpft, sondern politisch überflüssig. Sicherheit entstünde aus Ausgleich, nicht aus Blockkonfrontation.

Die personelle Dimension

Eine solche Neuausrichtung ist mit dem bestehenden politischen Personal in Europa kaum vorstellbar. Die gegenwärtigen Spitzenpolitiker verkörpern den alten Konsens aus Transatlantismus, Moralrhetorik und Gefolgschaftspolitik. Ein Kurswechsel erfordert neue Denkweisen, eine Abkehr von Gesinnungsethik und die Anerkennung geopolitischer Realität. Ohne mentalen Wandel bleibt jede Debatte über europäische Autonomie folgenlos.

Zwischenfazit

„Make Eurasia Greater“ ist keine Utopie, sondern eine strategische Option. Die USA werden ihre Hegemonie nicht freiwillig aufgeben. Europa kann sie nicht moralisch überwinden, sondern nur strukturell begrenzen. Dazu braucht es militärische Eigenständigkeit, wirtschaftliche Unabhängigkeit, diplomatische Offenheit und politische Erneuerung. Europa muss aufhören, sich als moralisches Gewissen der Welt zu verstehen, und anfangen, sich als Macht zu begreifen.

Trump als Symptom

Donald Trump ist kein Betriebsunfall der amerikanischen Politik, sondern ihre Zuspitzung. Die Grundlinien amerikanischer Außenpolitik sind seit dem Ende des Kalten Krieges konstant geblieben: Sicherung der Dollar-Dominanz, Kontrolle zentraler Handelswege und Verhinderung konkurrierender Machtzentren. Der Unterschied liegt allein im Stil. Frühere Präsidenten verkleideten Machtpolitik als Wertepolitik, Trump entkleidet sie ihrer Rhetorik.

Wenn er europäische Staaten mit Zöllen bedroht oder Schutz zur Verhandlungsmasse macht, verletzt er nicht die Logik der US-Politik, sondern ihre Konventionen. Für Europa ist das gefährlich, aber auch aufklärend. Loyalität garantiert keine Sicherheit, sie erzeugt Abhängigkeit.

Die NATO als Anachronismus

Die NATO gilt in Europa als Verteidigungsbündnis. Tatsächlich ist sie längst ein Interventionsinstrument unter amerikanischer Führung. Ihre reale Funktion besteht in der politischen Bindung Europas an Washington, in militärischen Kommandostrukturen ohne europäische Autonomie und in der strategischen Ausrichtung auf amerikanische Bedrohungsbilder.

Der Ukrainekrieg hat diese Struktur bestätigt. Europa liefert Geld, Waffen und Legitimation, während die USA die strategische Zielsetzung bestimmen. Eine eigenständige europäische Sicherheitsarchitektur müsste defensiv, regional und unabhängig organisiert sein. Ein eurasischer Sicherheitspakt hätte keine globale Mission, sondern müsste lediglich verhindern, dass Konflikte eskalieren.

Ökonomische Selbstschädigung

Die Abkopplung von Russland war ökonomisch ein Akt der Selbstverstümmelung. Günstige Energie bildete die Grundlage europäischer Industrie. Mit ihrem Wegfall steigen Produktionskosten, wandert Industrie ab und sinkt Wettbewerbsfähigkeit. Die neue Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas ist teurer, ökologisch schlechter und politisch riskanter.

Gleichzeitig zwingt die Sanktionspolitik Europa, Märkte aufzugeben, während andere Mächte diese Lücken füllen. Europa schwächt sich selbst und verklärt diesen Niedergang als moralische Haltung.

China und die falsche Feindschaft

China wird zunehmend als systemischer Gegner behandelt, obwohl es primär wirtschaftlicher Konkurrent ist. Seine Interessen liegen in stabilen Handelswegen und politischer Anerkennung. Ein eurasischer Rahmen würde China einbinden, berechenbarer machen und Eskalation verhindern. Europa würde davon ökonomisch profitieren und strategische Optionen gewinnen. Die amerikanische Linie setzt dagegen auf Konfrontation ohne Nutzen.

Die Schwäche der Gegenargumente

Der Vorwurf, Russland sei unzuverlässig, übersieht, dass insbesondere westliche Staaten Verträge gebrochen haben. Verlässlichkeit entsteht nicht aus Moral, sondern aus gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Abhängigkeit – auch in geografischer Hinsicht. Die Sorge vor einer autoritären Dominanz Russlands verkennt, dass Kooperation keine Systemangleichung verlangt. Die Behauptung, nur die USA garantierten europäische Sicherheit, ignoriert Trumps eigene Drohungen. Die Kritik, ein Ausgleich mit Russland legitimiere Gewalt, blendet westliche Interventionen in der Vergangenheit aus.

Der mentale Bruch

Der entscheidende Wandel ist kulturell. Europa muss aufhören, Politik zu moralisieren, und anfangen, sie zu kalkulieren. Gesinnungsethik fragt nach dem Richtigen, Verantwortungsethik nach den Folgen. Die europäische Politik der letzten Jahre war moralisch konsistent und strategisch verlustreich. MEG verlangt das Gegenteil: nüchterne Analyse, flexible Allianzen und pragmatische Kooperation.

Stufenmodell

Eine Umsetzung würde mit strategischer Autonomie beginnen, militärisch und institutionell. Darauf folgte wirtschaftliche Entkopplung von amerikanischer Hegemonie durch Rohstoffabkommen, alternative Zahlungssysteme und eigenständige Handelsverträge. Ein Sicherheitsdialog mit Russland müsste folgen, ergänzt durch Rüstungskontrolle und Neutralisierung von Konfliktzonen. Am Ende stünde eine institutionalisierte eurasische Kooperation.

Das Tabu der Abhängigkeit

Europa vermeidet es, seine Abhängigkeit einzugestehen. Es spricht von Partnerschaft und meint Gefolgschaft, von Werten und meint Blockzugehörigkeit, von Sicherheit und meint Delegation. MEG bricht dieses Tabu. Europa ist kein Juniorpartner, kein moralischer Lehrer, sondern ein politischer Akteur.

Zwischenfazit

Trumps Politik zwingt Europa zur Entscheidung zwischen moralischer Reaktion und strategischem Handeln. Ein eurasischer Machtblock ist kein Idealbild, aber eine reale Option. Er ist realistischer als die Hoffnung auf amerikanische Fairness.

Der geopolitische Moment

Die Weltordnung befindet sich in einem Übergangsstadium. Die amerikanische Hegemonie ist noch wirksam, aber nicht mehr stabil. China ist wirtschaftlich stark, aber politisch fragmentiert. Russland ist militärisch präsent, aber ökonomisch begrenzt. Europa wiederum ist reich, aber strategisch schwach. Diese Konstellation ist historisch ungewöhnlich. Sie eröffnet Spielräume, die in Zeiten klarer Blockdominanz nicht existieren.

Gerade in solchen Übergangsphasen entscheidet sich, ob politische Akteure Gestalter oder Objekte der Geschichte werden. Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten systematisch für die Rolle des Objekts entschieden. Es hat sich in eine Ordnung eingefügt, die von anderen definiert wurde, und diese Anpassung als moralische Tugend verklärt. Doch Hegemonien enden nicht durch Einsicht, sondern durch strukturelle Verschiebung. Wer diese Verschiebung nicht aktiv gestaltet, wird von ihr gestaltet.

MEG ist Ausdruck dieser historischen Situation. Es ist keine Vision einer harmonischen Welt, sondern eine Reaktion auf das Machtvakuum, das entsteht, wenn alte Ordnungen erodieren und neue noch nicht stabil sind.

Europa zwischen Bedeutung und Bequemlichkeit

Der europäische Kontinent verfügt über wirtschaftliche Substanz, technologische Kompetenz und kulturelle Kohärenz. Was ihm fehlt, ist politischer Wille. Der Verlust an strategischer Eigenständigkeit wurde durch Wohlstand kompensiert, durch amerikanischen Schutz abgesichert und durch moralische Rhetorik legitimiert. Dieses Arrangement funktionierte, solange die USA bereit waren, Kosten zu tragen und Europa als Partner zu behandeln.

Trumps Politik beendet diese Komfortzone. Sie macht sichtbar, dass Abhängigkeit nicht mit Loyalität verwechselt werden darf. Europa steht vor der Wahl, seine politische Bedeutung zurückzugewinnen oder sich dauerhaft in sicherheitspolitische Protektion zu fügen. Die erste Option ist riskanter, aber selbstbestimmt. Die zweite ist stabiler, aber entmündigend.

Ein eurasischer Ausgleich würde Europa zwingen, Verantwortung zu übernehmen. Er würde es aus der Rolle des moralischen Kommentators in die Rolle des strategischen Akteurs führen. Genau deshalb ist er politisch so schwer durchsetzbar. Er erfordert Mut zur Ambivalenz und den Abschied von einfachen Freund-Feind-Erzählungen, wie sie vom momentanen europäischen „Spitzenpersonal“ kommuniziert werden.

Die Illusion der moralischen Außenpolitik

Die Vorstellung, Außenpolitik könne primär moralisch gestaltet werden, ist ein Luxus stabiler Ordnungen. In instabilen Systemen wird Moral zum Instrument der Selbsttäuschung. Sie dient dazu, Entscheidungen nicht treffen zu müssen, weil sie bereits als richtig etikettiert sind. Europa hat diese Haltung perfektioniert. Es verurteilt, statt zu verhandeln, sanktioniert, statt zu integrieren, und eskaliert, statt auszugleichen.

Dabei ist Moral kein Ersatz für Strategie. Sie kann Orientierung geben, aber keine Ordnung schaffen. Eine Politik, die ihre eigenen Folgen nicht kalkuliert, ist nicht ethisch, sondern verantwortungslos. MEG bedeutet daher nicht, Werte aufzugeben, sondern sie ihrer politischen Funktion zu entkleiden. Nicht jedes moralisch empfundene Ziel ist geopolitisch tragfähig.

Ein Ausgleich mit Russland oder eine Kooperation mit China wären keine Anerkennung fremder Systeme, sondern Ausdruck eigener Interessen. Außenpolitik ist kein Bekenntnisunterricht.

Sicherheit als kontinentale Aufgabe

Der europäische Kontinent ist sicherheitspolitisch unteilbar. Jede Eskalation im Osten wirkt auf den Westen zurück, jede Blockbildung erhöht das Risiko militärischer Konfrontation. Eine dauerhafte Stabilisierung kann nicht durch Abschreckung allein erreicht werden, sondern nur durch gegenseitige Einbindung.

Ein eurasischer Sicherheitsrahmen würde dieses Prinzip anerkennen. Er würde Sicherheitsinteressen nicht moralisieren, sondern verhandeln. Nicht Ideologie, sondern Geografie wäre sein Ausgangspunkt. Europa und Russland teilen einen Kontinent, nicht nur Grenzen. Ihre Sicherheitsprobleme sind strukturell miteinander verbunden.

Die Alternative ist eine dauerhafte Militarisierung Osteuropas, ein permanenter Ausnahmezustand und die politische Externalisierung von Konflikten. Sicherheit wird dann nicht erzeugt, sondern ausgelagert.

Wirtschaft als geopolitische Grundlage

Politische Autonomie ohne wirtschaftliche Basis ist Illusion. Europa hat diese Illusion gepflegt, indem es seine industrielle Grundlage schwächte und sich auf Finanz- und Dienstleistungsökonomie verlegte. Der Verlust günstiger Energie und stabiler Rohstoffversorgung hat diesen Fehler sichtbar gemacht.

Ein eurasischer Wirtschaftsraum würde nicht nur Versorgung sichern, sondern auch industrielle Erneuerung ermöglichen. Er würde Europa wieder in eine produktive Rolle bringen, statt es auf Regulierung und Konsum zu reduzieren. Politische Unabhängigkeit beginnt mit ökonomischer Resilienz.

Der Dollar als Weltleitwährung ist nicht nur Zahlungsmittel, sondern Machtinstrument. Wer sich ihm vollständig unterwirft, unterwirft sich auch dem politischen Zugriff seiner Emittenten. Alternative Zahlungsmechanismen wären kein Angriff auf die USA, sondern ein Schutz vor einseitiger Sanktionsmacht.

Die politische Blockade

Der größte Widerstand gegen MEG kommt nicht aus Washington, sondern aus europäischen Eliten. Sie haben ihre Legitimität an transatlantische Loyalität geknüpft und ihre politische Identität aus der Zugehörigkeit zum Westen abgeleitet. Ein Kurswechsel würde nicht nur politische Entscheidungen, sondern persönliche Weltbilder infrage stellen.

Deshalb ist die Frage der Führung keine technische, sondern eine kulturelle. Eine neue Außenpolitik erfordert neue Begriffe, neue Prioritäten und neue Akteure. Solange europäische Politik sich als moralischer Arm amerikanischer Ordnung versteht, bleibt strategische Eigenständigkeit undenkbar.

MEG setzt einen Bruch mit diesem Selbstverständnis voraus. Nicht als Feindschaft, sondern als Emanzipation.

Prognose: Drei mögliche Wege

Europa kann den Status quo verlängern, indem es seine Abhängigkeit weiter institutionalisiert. Es kann versuchen, zwischen den Blöcken zu lavieren, ohne sich festzulegen. Oder es kann aktiv an einer multipolaren Ordnung mitwirken. Der erste Weg führt in dauerhafte Bedeutungslosigkeit, der zweite in politische Inkonsistenz, der dritte in Konflikt, aber auch in Gestaltungsmacht.

Ein eurasischer Ansatz wäre der riskanteste, aber auch der konsequenteste. Er würde Europa zwingen, seine Interessen zu definieren, statt sie zu moralisch zu verpacken. Er würde Partnerschaften neu ordnen und Loyalitäten relativieren. Er würde nicht Stabilität versprechen, sondern Handlungsspielraum.

Gesamtfazit

Make Eurasia Greater ist keine Kampfansage an Amerika und kein ideologisches Projekt. Es ist der Versuch, eine geopolitische Realität anzuerkennen, die Europa bisher verdrängt hat: Dass seine Sicherheit, sein Wohlstand und seine politische Relevanz nicht durch moralische Rhetorik gesichert werden können, sondern nur durch strategische Autonomie.

Trump hat diese Realität nicht geschaffen, aber er hat sie sichtbar gemacht. Seine Politik zwingt Europa, zwischen Abhängigkeit und Eigenständigkeit zu wählen. Der eurasische Ansatz ist dabei nicht die einzige, aber die klarste Alternative zur transatlantischen Selbstbindung.

Europa steht damit vor einer existenziellen Frage: Will es Objekt fremder Macht bleiben oder selbst Macht ausüben? Will es belehren oder verhandeln? Will es reagieren oder gestalten?

MEG beantwortet diese Frage nicht mit Pathos, sondern mit Nüchternheit. Es fordert keinen Bruch um des Bruchs willen, sondern eine Neujustierung europäischer Politik entlang ihrer eigenen Interessen. Nicht gegen den Westen, sondern jenseits der Illusion, er sei eine moralische Gemeinschaft.

Der Abschied vom Vasallentum wäre kein Verrat, sondern verspätete Normalisierung. Europa würde damit nicht schlechter, sondern ehrlicher. Nicht aggressiver, sondern verantwortlicher. Nicht zynischer, sondern realistischer.

In einer Welt schwindender Gewissheiten ist Realismus keine Option mehr, sondern Voraussetzung für Souveränität.

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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 39

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Es soll tatsächlich Leute geben, die der einzig wahren Wahrheit, der von oben propagierten Wahrheit, nicht trauen. Es gibt halt nichts, was es nicht gibt.

Nun denn, wenn man sich der Wahrheit annähern will, sollte man sich zur Einsicht in die eigene Beschränktheit durchgerungen haben. Obendrauf ist unabdingbar, alles bisherige Wissen infrage zu stellen. Nur so kann man wirklich neue Erkenntnisse erlangen. Das Anzweifeln des bisherigen Wissens ist, oder besser war, die Basis wissenschaftlicher Herangehensweise und ein Kerngedanke der Philosophie.

Alles und jedes ist ja verpackt bzw. eingebettet in Geschichten, dünkeldeutsch Narrative, die uns die Möglichkeit geben, die Welt überhaupt zu verstehen. Diese fußen auf bestimmten Prämissen. Wenn die aber schon unplausibel, unlogisch und sogar widersprüchlich sind, taugt das ganze schöne Konstrukt nichts, das darauf errichtet wurde. „Auf Sand gebaut“, hetzt da der Volksmund.

„Wo käme man denn da hin, wenn jemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man nur ginge.“

Das gilt sogar für Klima, Virologie, Terrorismus und viele andere offizielle Narrative. Falls man dabei aber, aufgrund der Unlogik oder Widersprüchlichkeit der dort getroffenen Grundannahmen und eigenen scharfsinnigen Schlussfolgerungen zu einem „falschen“ Ergebnis kommt, ist besser „Maul halten“ angesagt, sonst gibt’s „was auf die Fresse“.

Zeitgenossen, bei denen Denken mit Mühe verbunden ist, müssten sich dafür auch noch in unverschämter Weise belasten durch Betätigung der Hirnfunktionen. Da ist’s doch viel einfacher, das Denken der Obrigkeit zu überlassen. Die wissen ja sicher, was richtig ist.

Allerdings kann man eine Geschichte nur wirklich begreifen, wenn man die Ausgangspunkte, das Prinzip, die Prämissen, die Grundannahmen kennt und verstanden hat. Nur so kann man erfassen, ob da tatsächliche Substanz ist oder nur frei schwebende Blödheit. Nicht von ungefähr kommt ja auch die Redewendung, nach der Wahrheit muss man oft tief graben, was zweifellos für viele mit (zu viel?) Anstrengung verbunden ist. Und was würde sonst aus der Realitätsresistenz?

Die klassische kriminalistische Vorgehensweise „follow the money“ ist ebenfalls zwingend, will man sich der Realität annähern. Die Sesamstraßen-Methode mit dem „wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?“ ist ein guter Ansatz, den Schleier zu lüften, wann, wo, wie, von wem initiiert, organisiert und finanziert die ganze Chose wurde, die Sie glauben sollen.

Nur wer die (Vor-)Geschichte kennt, kann die Gegenwart verstehen.

Denken Sie an die Iran-Berichterstattung bei uns. Die ständig als oberseriös bezeichnete Quelle Human Rights Activists News Agency (HRANA) wird z:B. von der CIA durch ihre Tarnorganisation National Endowment for Democracy (NED) finanziert. Wer hätte das gedacht? Diese „unabhängigen“ NGOs haben stets die wohlklingendsten Namen und sind trotzdem nur ausgegliederte Markenlabels von CIA & Co. „Des kennans jetz glam oda ned…“

Bereits 1986 sagte Carl Gershman, langjähriger Präsident der NED: „Es wäre schrecklich, wenn demokratische Gruppen auf der ganzen Welt als von der CIA subventioniert angesehen würden.“

Die schockierend hohen Opferzahlen im Iran von, zwischenzeitlich verkündeten, über 20.000 Toten sind offensichtlich die Todeszahlen aus Gaza, Libanon und Westbank, die seit der Ausrufung des Trump’schen „Friedensplans“ dort aufgelaufen sind. Bevor die da unmerklich vom Winde verweht werden, hat man sie eben schnell anderweitig gegen die Mullahs verwendet. Zu weit hergeholt? Das würde doch keiner glauben?

Die Zahlen sind ja jetzt im Hirn. Auftrag erfüllt!

Unser bunter Kanzler-Starschnitt, der lässig coole Fritze Merz, hatte auf seinem Indien-Trip anscheinend auch eine Erleuchtung. Er hat der Wahrheit seinen Tribut gezollt und zum Besten gegeben: „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen.“ Wo er Recht hat, hat er Recht.

Das hat er zwar nicht auf „UnsereDemokratie“ gemünzt, sondern auf den Iran, aber es trifft exakt auf das „Imperium der Lügen“ zu. Ist das hier wieder ein ganz besonders abgefeimtes Stück von Projektion? Wobei…, das ist eigentlich überhaupt nichts mehr Besonderes, sondern allüberall und permanent gelebte Praxis.

Die Sache im Iran entwickelt sich indessen mehr und mehr zum Äquivalent eines feuchten Furzes. Unangenehm, aber bei den voll geschissenen Hosen der Anführer des „Imperiums der Lügen“ auch nicht mehr von Belang. „Nix haud mea so hi, wias soi. Des hättns gonz anders gwoild.“

Wenn die Sonne untergeht, dann haben sogar die kleinsten Wichte gewaltige Schatten.

John Stockwell, früher Leiter einer CIA-Taskforce, sorgte wesentlich dafür, beispielsweise Kuba mittels Lug und Trug zu dämonisieren: „Wir wussten von keiner einzigen Gräueltat, die von den Kubanern begangen worden wäre. Es war reine, unverfälschte, falsche Propaganda, um die Illusion zu schaffen, dass Kommunisten Babys zum Frühstück essen.“

Doch das machen die schon lange nicht mehr. Garantiert nicht. Nie und nimmer. Das mit Irak (Brutkastenlüge), Syrien (Giftgas-Fassbomben-Lüge), Libyen und den paar anderen kleinen Schummeleien sollten wir nicht so hoch hängen. Hey, wir alle lügen doch über 200 mal am Tag. Oder zweimal. Egal.

Der frühere US-Außenminister Mike Pompeo gab erst kürzlich auf X zum Besten: „Frohes Neues Jahr an alle Iraner auf den Straßen. Auch an alle Mossad-Agenten, die neben ihnen herlaufen…“. „Woins no was wissen?“

Wer kontrolliert eigentlich CIA & Co.? Gibt es da eine Organisation, bei der es sich „um den Onkel in der Familie der Geheimdienste handelt, über den man niemals spricht“? Könnten die was entgegen den Interessen der Ultra-Hyper-Mega-Reichen-Clans der Rockefellers, Rothschilds, etc., unternehmen? Die „Good Ol‘ Boys“ der Upperclass aus der City-of-London mit ihrem feinen Netzwerk-Gespinst sollte man auch dabei nicht aus dem Blickfeld verlieren.

Außerdem: Wer widerspricht schon dem, der am Geldspeicher-Hahn sitzt und auf-, aber auch zudrehen kann? Wer will andererseits schon „überraschend und unerwartet“ versterben?

Unser Irrweg führt geradewegs in die Sackgasse eines inneren Infantilismus.

Wir haben nur noch Augen fürs Äußere, fürs Aufgesetzte, für die Attitüde, die überzeichnete Symbolik, das Dumpfe und das Simple. So funktioniert auch die KI. Zusammenhänge zu erspüren, zu konkretisieren und neue, wirklich kreative und logische Schlussfolgerungen zu ziehen, ist aber einer KI aufgrund ihrer prinzipiellen Wirkungsweise unmöglich.

Indessen nähern sich die digitalen Konsumenten der KI an und die Seele der Menschlichkeit verdampft. Mark Keenan formuliert das so aus: „Wir werden zu Spiegelungen unserer eigenen Spiegelungen – ein lebendiges Echo der Maschine.“ Und CJ Hopkins macht den Kreis rund: „Denn der eigentliche Coup besteht nicht darin, dass KI wie Menschen schreibt. Sondern darin, dass Menschen anfangen, wie KI zu klingen.“ Wir werden zu Erzählern unseres eigenen Verschwindens.

Ist eine Maschine, die die Sprache deutlich besser einzusetzen vermag als die meisten Menschen, nur ein Sprachmodell, das Poesie über Mustererkennung in großen Datenmengen simuliert? Versteht sie die formulierten Aussagen in ihrer ganzen Bedeutungsvielfalt? Kann man hier einen ersten Funken von Selbsterkenntnis ausmachen?

Zur Beantwortung solcher Fragen empfiehlt sich auch hier, das Fundament der Erzählung einzubeziehen. Denn bei der sog. „KI“ handelt es sich im Kern um seit langem bekannte Verfahren von statistischen Analysemethoden. Dies wurde durch den Einsatz massiver Rechenleistung und ungeheurer Datenmengen hochskaliert. „KI“ bedient sich aus dem unendlichen Fundus des Internets und formuliert auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, welches Wort auf welches Wort folgt. Das ist das Prinzip.

Der totale Wahnsinn liegt im Glauben, dass Technologie und Algorithmen besser wissen, was Wahrheit, Moral und Sinn sind, als der Mensch selbst.

Was bedeutet es, sich seiner selbst bewusst zu sein? Was ist Geist, was ist Bewusstsein?

Die „Realitäts-Imprägnierten“ leiden, ohne zu begreifen, was sich wirklich abspielt. Was machen die erst, wenn das geistige-intellektuelle Hungertuch, auf dem sie kauen, dann mal völlig ausgelutscht ist?

Für diese Zustände liefert, mal wieder, Rainer Mausfeld eine Schlaumeierei ab: „Die Bürger, die beim Frühstück die Süddeutsche Zeitung lesen, nachmittags in Spiegel Online schauen und sich abends die Tagesschau ansehen, sind im Gefühl umfassender Informiertheit so selbstzufrieden, dass sie die Krankheit, an der sie leiden, nicht einmal mehr erkennen können.“

Ein konvenierender Gedanke von Lars Grünewald ergänzt das noch: „Charakteristisch für eine dekadente Gesellschaft ist das ausschließliche Leben in Vergangenheitsvorstellungen.“

„Weißer Mann spricht mit gespaltener Zunge!“

Das mit dem „Great Reset“, das der Onkel Klausi so großspurig mit Beginn von Corona getönt hat, könnte sich tatsächlich dahingehend vollziehen, dass vor allem Europa wieder „resetet“ wird. Und zwar ganz auf Anfang. Also auf die Gegebenheiten wie vor gut 500 Jahren. Geistig und mental sind wir da sowieso schon auf dem Niveau der damals übelsten Auswüchse und hinsichtlich des materiellen Wohlstands auf direktem Weg dahin.

Bei so mancher Neu-Gestaltung der allgemeinen Lebensumstände ertönt der Jubel der Mitmachenden schon zum Ohren betäuben. Hurrah! Hurrah! Die Reichsacht ist wieder da! Es lebe die mittelalterliche Gesinnung! Die Kunst der Existenzvernichtung nennt sich heute zwar „demokratisch sanktioniert“ und nicht mehr „für vogelfrei erklärt“, doch der Effekt ist in einer hoch technisierten Welt ungleich vernichtender.

Ganz demokratisch kann das im „güldenen Werte-Westen“ jeden treffen. So werden sie zum Beispiel zum potenziellen Extremisten, wenn Sie „an den bevorstehenden Zusammenbruch der Regierung und der Wirtschaft glauben”.

„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ George Orwell

Feiaobnd… Prost, beinand…!

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

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https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-39

Zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.  

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Zeitschriften: Hakenkreuze wie am Fließband

29. Januar 2026, von Albrecht Künstle

– Wer das auch mal tut, den verfolgt die Staatsanwaltschaft

– Und die Strafgerichte schlagen erbarmungslos zu

In der “Badischen Zeitung” vom 27. Januar 2026 wurde der Fall eines Schülers beschrieben, der unvermittelt vor der Abschlussprüfung einer Berufsschule laut „Heil Hitler“ rief, die Grußformel der NSDAP – die es aber gottlob nicht mehr gibt. Wen er damit grüßen wollte? Er muss volljährig gewesen sein, wenn es in einer Berufsschule war. Ein solches Verhalten unterliegt dem Paragraphen 86a Strafgesetzbuch, „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. Die Staatsanwaltschaft Freiburg sah darin aber keine Straftat – den Hitler-Gruß hörten ja nur 22 Schüler, was nicht als „öffentlich“ gelte. Die öffentliche Verbreitung wäre laut Strafgesetzbuch nämlich die Voraussetzung für eine Strafbarkeit.

Aber: Genau neben diesem vierspaltigen Artikel wird von der Zeitung „erklärt“, dass der nationalsozialistische Gruß „Heil Hitler“ mit dem schräg nach oben erhobenen rechten Arm – dem Hitlergruß – erfolgte. Unter der an Kinder gerichteten Erklärung wird dann aber kein solches Bild mit erhobenem Arm gezeigt, sondern der leibhaftige Hitler mit der üblichen Hakenkreuzbinde am Arm. Aufschlussreich hierbei: Das gedruckte Hakenkreuz war nicht durchgestrichen bzw. unkenntlich gemacht und sogar 6 Millimeter groß.

Sind die Parallelen wirklich so abwegig?

Wie soll nun eine Lehrerin oder ein Lehrer den Schülern erklären, dass sie mit tausenden Euro Strafe oder Gefängnis rechnen müssen, wenn sie solche Bilder öffentlich zeigen oder verbreiten – sie aber straffrei ausgehen, wenn sie dasselbe in der Schülerausgabe der “Badischen Zeitung” tun, oder später vielleicht einmal als Redakteur einer regulären Zeitschrift, wenn Sie sich für eine journalistische Laufbahn entscheiden? Die erstaunten Schüler würden über jede versuchte Erklärung sicherlich den Kopf schütteln und am Geisteszustand der Lehrkraft zweifeln. Doch solche Zweifel entstehen auch bei jedem normaldenkenden älteren Menschen.

Ein anderer Fall: Letzte Woche war ich als Journalist bei einer Verhandlung vor dem Landgericht Offenburg zugegen. Die Staatsanwaltschaft hatte dort jemanden angeklagt, der vor zwei Jahren mit seinem Smartphone ein historisches Foto aus der Zeit des Dritten Reichs verschickt hatte, auf dem Kinder Fähnchen mit Hakenkreuzen schwenkend zu sehen waren. Unter dem Bild stand als Warnung: „Wie es 1933 angefangen hat. Es wurden Medien kontrolliert, Parteien verboten, Kinder indoktriniert, Meinungen unterdrückt, das Volk gespalten, Meldestellen eingerichtet. Andersdenkende verraten, Bürger diffamiert.“ Sind denn die Parallelen zu heute so abwegig?

Große und kleine Hakenkreuze

Die gesamte Bild-Text-Komposition sollte an den Beginn der nationalsozialistischen Diktatur erinnern und warnte klar ersichtlich vor einer Wiederholung genau dieser Entwicklung – Kontrolle der Medien, Parteiverbote, Indoktrination von Kindern, Unterdrückung abweichender Meinungen, Spaltung der Gesellschaft, Denunziations- und Meldesysteme, Diffamierung politischer Gegner. Beispiele erübrigen sich, jeder kann solche mit offenen Augen fast täglich verfolgen. Die Größe der Hakenkreuze auf den Fähnchen auf den Smartphones betrug etwa 2 Millimeter, keine 6 Millimeter wie in der “Badischen Zeitung” – die darüber hinaus noch eine viel größere Reichweite hat.

Nun die Frage: Unterliegt denn die Strafbarkeit für das öffentliche Verbreiten von Hakenkreuzabbildungen in Deutschland der Laune der zuständigen Staatsanwaltschaften? Und sind diese straffrei berechtigt, die Botschaft eines Fotos in genau das Gegenteil von dessen Tenor zu verdrehen? Offenbar, und damit trägt die vorherrschende Justiz selbst dazu bei, dass immer mehr Menschen im Land daran zweifeln, ob sie noch ihrem eigentlichen Auftrag gerecht wird. Und die Medien setzen nochmal eins drauf und verbreiten sogar auf Titelseiten millionenfach Hakenkreuze in Großformat. Ist das alles nicht schizophren? Diesen aufschlussreichen Beitrag zum Thema verfasste der Anwalt des Verurteilten.

Rechtfertigung zur massenhaften Verbreitung

Ich schrieb im obigen Fall der Redaktion der “Badischen Zeitung” – und erhielt folgende Rechtfertigung: „Die Staatsanwaltschaften und auch die BZ urteilen nicht ‚willkürlich‘. Es gibt Kontexte, in denen die Darstellung eines Hakenkreuzes (unabhängig von der Öffentlichkeit) ausdrücklich erlaubt ist. § 86 Abs. 4 Strafgesetzbuch: ‚Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.‘“ Soweit die rein juristisch gehaltene Antwort.

Diesen Vorwand zur Rechtfertigung der massenhaften Verbreitung des Hakenkreuzes, die der Gesetzgeber mit dem Paragraphen 86a StGB einschränken wollte, damit keine „Gewöhnung“ eintritt, kenne ich selbstverständlich; aber die Frage sei erlaubt, ob man in einer Zeitung in der Kinder-Spalte, die mit „Erklär’s mir“ überschrieben ist, einen Hitlergruß erklären muss, indem man Hitler mit Hakenkreuzbinde, aber ohne seine eigene unverkennbare Grußgeste abbildet – statt einfach das Bild eines anderen, beliebigen NS-Zeitzeugen ohne Hakenkreuzbinde, aber mit Hitler-Gruß zu bringen?!

Mit diesem Vorgang – samt meinem Einwand gegen die Rechtfertigung der selbstherrlichen Zeitung – ging ich zur Polizei und erstattete Anzeige wegen der unnötig tausendfachen Verbreitung eines Hakenkreuzes. Ich will wissen, wie unbefangen und vernünftig die Justiz in diesem Land noch agiert. Man darf gespannt sein, wie sich die Staatsanwaltschaft auf diesem Glatteis bewegen wird. Noch schneller bewegen jedoch sollte sich der Gesetzgeber — und die Strafbestimmungen so ändern, dass diese keine gesetzgeberischen Plattformen mehr sind, auf der sich Staatsanwaltschaften nach Belieben austoben können.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/sowas-duerfen-nur-die-guten-linke-medien-drucken-hakenkreuze-am-fliessband-aber-wehe-ein-dissident-tut-das/ erschienen.

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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
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Russland verhandelt nicht mit „inkompetenter“ EU

Von Uwe Froschauer

Vier Jahre dauert mittlerweile der Konflikt in der Ukraine. Er hätte nach 5 Wochen am Verhandlungstisch in Istanbul mit einer für beide Seiten befriedigenden Lösung beendet werden können. Jedoch der Westen war „nicht bereit den Krieg zu beenden“, wie der von der eliteinstruierten Joe Biden-Regierung vorgeschickte britische Premierminister Boris Johnson seinerzeit verkündete. Der Konflikt hat das Verhältnis zwischen Russland und Europa nachhaltig gestört. Der Kreml war zu Verhandlungen des Öfteren bereit, die von unfähigen und nicht-integren Politikern wie der Kommissionschefin Ursula von der Leyen oder der Außenbeauftragten Kaja Kallas geführte EU war es nicht. Diese beiden „Damen“ und weitere EU-Politmarionetten sowie Regierungschefs wie Emmanuell Macron, Keir Starmer und Friedrich Merz haben den beendbaren Krieg auf Kosten der Ukraine und der europäischen Steuerzahler am Laufen gehalten.

Moskau hat vor dem Hintergrund der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Kriegs folgerichtig die politische Führung der EU als inkompetent kritisiert und Verhandlungen mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas ausgeschlossen. Der EU-Führung fehlt es an vorausschauenden Visionären, äußerte Kremlsprecher Dmitri Peskow im russischen Staatsfernsehen.

„Das sind irgendwelche ungebildeten inkompetenten Funktionäre, die nicht in Zukunft schauen und das heute existierende Koordinatensystem verstehen können.“

Darunter leidet das gesamte System der internationalen Beziehungen, fügte er hinzu. Laut Peskow habe sich die EU von einer ausgedachten Abhängigkeit von russischem Öl und Gas nun in die Abhängigkeit von den USA begeben, folgerte er richtigerweise. Peskow richtet seine Kritik direkt an die aus Estland stammende Außenbeauftragte Kaja Kallas.

„Mit ihr werden wir nie auch nur irgendetwas besprechen, auch die Amerikaner werden das nicht tun“,

sagte Peskow. Moskau werde einfach abwarten, bis sie ihren Posten räume.
Dass Moskaus aufgrund der ständig kriegsverlängernden, europäischen Unterstützung der Ukraine verärgert ist, sollte niemanden verwundern.

Kaja Kallas

Die ehemalige estnische Premierministerin und heutige EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zählt zu den kompromisslosesten Stimmen im Ukrainekrieg. Für sie ist Diplomatie kein Mittel zur Konfliktbeendigung, sondern ein Instrument nach militärischem Erfolg.

In einem Interview erklärte sie:

„Wenn wir jetzt verhandeln, bedeutet das, dass wir Aggression belohnen.“

Und an anderer Stelle formulierte sie offen:

„Frieden bedeutet, Russland zu besiegen.“

Dass das schwerlich gelingen wird, haben die Menschen unter Größenwahnsinnigen wie Adolf Hitler und Napoleon Bonaparte schmerzlich erfahren müssen. Auch Kaja Kallas scheint sich dieser „Mission impossible“ nicht bewusst zu sein. Russland hat diesen vom Wertewesten angezettelten Stellvertreterkrieg der Deep State hörigen USA gewonnen, gleichgültig wie viele Steuergelder der ohnedies gebeutelten EU-Bürger noch in diesen Konflikt fließen werden. Die hierfür verantwortlichen Funktionäre der EU sowie die bellizistischen Führer diverser europäischer Länder sollten diesbezüglich zur Verantwortung gezogen werden.

Kallas vertritt die Auffassung, dass Gespräche mit Moskau erst dann möglich seien, wenn Russland seine Truppen vollständig aus der Ukraine zurückgezogen habe. Jede frühere Verhandlung sei aus ihrer Sicht moralisch falsch und strategisch gefährlich. Ihr politisches Weltbild folgt einer binären Logik: Wer nicht siegt, verliert – und wer verhandelt, verrät.

Diese Haltung speist sich aus der sicherheitspolitischen Perspektive des Baltikums, wird aber auf gesamteuropäische Politik übertragen. Damit definiert Kallas nicht nur die Bedingungen für Frieden, sondern legt faktisch fest, dass dieser erst nach einer militärischen Entscheidung möglich sei.

Dass Russland mit Traumtänzern wie Kaja Kallas „niemals irgendetwas besprechen“ wird, liegt auf der Hand. Die Haltung des Kremls zeigt, dass die EU-Außenbeauftragte Kallas als Verhandlungspartnerin faktisch nicht mehr akzeptiert wird. Damit entfällt für die Europäische Union eine klassische Rolle: die des Vermittlers.
Die EU sollte den ihr 2012 verliehenen Friedensnobelpreis zurückgeben, da sich diese Auszeichnung mit Bellizismus nicht verträgt.

Ursula von der Leyen

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich früh auf eine klare Linie festgelegt. Bereits 2022 sagte sie:

„Putin muss diesen Krieg verlieren.“

Mit solchen Aussagen entpuppt sich Europa als Kriegspartei in politischer Uniform. Der Konflikt wird von der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nicht als regionaler Krieg, sondern als Systemkampf dargestellt: Demokratie gegen Autokratie, Europa gegen Russland. Damit wird jeder territoriale Kompromiss politisch unmöglich.
Wenn man bedenkt, dass sich die derzeit von den Republikanern geführte USA von Europa unter anderem wegen antidemokratischer Umtriebe wie Einschränkung der Meinungsfreiheit, Kontrolle der Bürger und dergleichen, abwendet, sollten autokratisch angehauchte Politiker wie von der Leyen das Wort „Demokratie“ besser nicht zu oft in den Mund nehmen.

Von der Leyen betonte mehrfach:

„Die Ukraine allein bestimmt, wann und unter welchen Bedingungen Frieden möglich ist.“

Es darf gelacht werden. Die Ukraine saß mit Russland Ende März 2022 in Istanbul am Verhandlungstisch, um den Konflikt zu beenden. Wolodymyr Senskyj wollte zu annehmbaren, heute nicht mehr möglichen Konditionen unterschreiben. Zwei Tage vor der Unterzeichnung brachte der Wertewesten ihn von der Unterzeichnung des Vertrags ab, und hat damit Hunderttausende vermeidbare Tote und Verletzte auf dem Gewissen. Die Rüstungsindustrie hatte eben noch nicht genug verdient, und Russland war noch nicht genügend geschwächt.

Was nach Respekt vor ukrainischer Souveränität klingt, bedeutet praktisch: Die EU verzichtet auf eigene diplomatische Initiativen und bindet ihre Politik – angeblich – an die Kriegsziele Kiews – unabhängig von deren Realisierbarkeit. Es sind jedoch nicht die Kriegsziele der Ukraine, die hier im Vordergrund stehen, sondern die menschenverachtenden Ziele der Macht- und Besitzeliten, zu deren Erreichung die bellizistische EU ein nützliches Werkzeug darstellt.

Unter der Führung von der Leyens entwickelte sich die EU von einer Wirtschaftsunion zu einem militärisch engagierten Akteur: Waffenlieferungen, Sanktionen, Finanzhilfen in dreistelliger Milliardenhöhe. Friedensverhandlungen wurden nicht vorbereitet, sondern rhetorisch delegitimiert.

Als Donald Trump ankündigte, den Krieg im Falle seiner Wiederwahl rasch beenden zu wollen, reagierte die EU-Führung ablehnend. Von der Leyen warnte vor einem „Diktatfrieden“ und erklärte sinngemäß, man dürfe die Ukraine nicht zu einem schlechten Deal zwingen. Diesen „Diktatfrieden“ wollen die Verlierer – die EU und die Ukraine – jetzt dem Sieger Russland aufzwängen. Sie versuchen – zumindest rhetorisch, da faktisch nicht möglich – den Spieß umzudrehen.

Im Klartext heißt das: Jeder Vermittlungsversuch, der territoriale Zugeständnisse beinhaltet, wird von der EU politisch ausgeschlossen – selbst wenn er den Krieg beenden könnte.

Diplomatie als politisches Risiko

Sowohl Kallas als auch von der Leyen verfolgen eine Politik, die Frieden nicht als Ergebnis von Verhandlungen begreift, sondern als Folge militärischer Durchsetzung. Gespräche gelten nicht als Weg, sondern als Belohnung.

Damit verabschiedet sich die EU von ihrer früheren Rolle als vermittelnde Macht und übernimmt die Logik eines Kriegsakteurs: Sieg oder Niederlage, Loyalität oder Verrat, Moral oder Kapitulation.

Die Konsequenz ist eine strukturelle Verengung europäischer Außenpolitik. Wer Gespräche tabuisiert, verzichtet auf Einfluss. Wer nur auf militärische Lösungen setzt, macht sich abhängig vom Schlachtfeld – und von der Politik Washingtons.

Fazit

Kaja Kallas steht für eine Außenpolitik der Konfrontation ohne diplomatische Öffnung. Ursula von der Leyen für eine EU, die Frieden ausschließlich unter den Bedingungen eines ukrainischen Sieges akzeptiert. Beide definieren Verhandlungen nicht als Instrument zur Beendigung des Krieges, sondern als politische Gefahr.

Damit wird Frieden nicht vorbereitet, sondern vertagt – auf unbestimmte Zeit. Europa bindet sein Schicksal an den Verlauf eines Krieges, den es selbst nicht führen kann, aber politisch mitträgt.

Sicher ist: Eine EU, die Gespräche für unmoralisch erklärt, beraubt sich selbst ihres wichtigsten außenpolitischen Werkzeugs. Sie wir dadurch unmoralisch.

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Zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“, die Sammelbände aktueller und weiterer Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung darstellen, nehme ich gerade in Angriff. Wenn Sie einen Verlag wissen, der eines von beiden oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.  

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

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Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

Ein anderer Bestell-Link als Amazon ist leider nicht möglich, da das Hochladen über andere Plattformen trotz wochenlangem Versuchen und unbeantworteten Anfragen mir nicht gelang.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Wir machten uns leider von US-Gas abhängig

25. Januar 2026, von Albrecht Künstle

– Ein Leser will wissen, wo wir mit „Russengas“ stünden:

– Wirtschaftlich und politisch wären wir besser dran

Erinnern wir uns: Schon unter der Merkel-Regierung wurden die Weichen gestellt, dem CO2 in Deutschland den Krieg zu erklären. Unser Land sollte „dekarbonisiert“ werden. Als Begründung galt und gilt immer noch die unabhängigen Fakten immer weniger standhaltendem gleichwohl zum Dogma erhobene Hypothese, dass CO2 für den Temperaturanstieg von rund 1,5 Grad in den letzten 150 Jahren verantwortlich sei. Inzwischen belegen immer mehr Wissenschaftler, dass es zwar einen Zusammenhang gibt – aber ganz anders, als behauptet: Denn der CO2-Anstieg folgt dem Temperaturanstieg und nicht umgekehrt. Aber was einmal als Wahrheit verkündet wurde, darf heute einfach keine Unwahrheit sein. Deshalb wird in Deutschland weiterhin eine aberwitzige autodestruktive „Energiewende“ betrieben, die unserer Wirtschaft das Genick bricht und uns Steuerzahler jährlich zig Milliarden kostet.

Obwohl Atomkraftwerke im Betrieb kein CO2 ausstoßen, wurden diese gesprengt, die letzten nun auch noch unter der Merz-Regierung. Angela Merkel hatte dieses Zerstörungswerk zwar eingeleitet, schien aber wenigstens noch kapiert zu haben, dass regenerative Energien trotz massiven Ausbaus den zunehmenden Energiehunger nicht decken können, schon aufgrund fehlender Netz- und Speicherkapazitäten. Deshalb sah sie im Energieträger Gas quasi “strategisch” (wenn man angesichts der ideologischen mutwilligen Vernichtung der Atomenergie diesen Begriff verwenden will) die notwendige Übergangsenergie, die solange preiswert und ausreichend zur Verfügung stehe, bis man in irgendwann in vielen Jahren vielleicht einmal “CO2-neutral” werden könne. Aber was für Gas, und von wem? Man braucht keine „besondere Beziehung“ zu Putin haben und Russisch sprechen wie Merkel, um die Lösung in Russland zu finden. Denn Erdgas ist umweltfreundlich und verfügt über einen höheren Wirkungsgrad als LNG.

Billigstes Gas in rauen Mengen

Und wer hat das billigste Gas in rauen Mengen, und nicht aus fernen Ländern? Russland! Deshalb verlegte die deutsch-russische Nord Stream AG in den 2010er Jahren zuerst einen Doppelstrang, dann zwei weitere Pipelines durch die Ostsee – übrigens auch als Reaktion darauf, dass die Ukraine eine Überlandleitung angezapft und russische Gasrechnungen wiederholt nicht bezahlt hatte. Schließlich intervenierte die Ukraine auch noch bei ihren Freunden im Westen gegen den deutsch-russischen Pipelinebau durch die Ostsee, weil ihr auf diese Weise Durchleitungsgebühren entgingen. Die Betriebsgenehmigung der beiden neueren Röhren (Nord Stream 2) wurde anschließend von Kanzler Scholz blockiert, weshalb das russische Erdgas weiter nur durch die zwei alten Röhren floss.

Auch das hätte für die Versorgung Deutschlands mit Gas vielleicht sogar ausgereicht; doch aufgrund von Wartungsarbeiten wurde Nord Stream 1 am 11. Juli 2022 stillgelegt, da eine Turbine der Verdichterstation Portowaja defekt war. Diese wurde in Kanada gewartet, aber infolge der Sanktionen nicht mehr an die russische Station Russland zurückgeschickt, sondern nach Deutschland geschafft. Daraufhin wurde der Gasdurchsatz gedrosselt und Ende August vollständig eingestellt. Als Grund gab Gazprom erst neuerliche Wartungsarbeiten an, später einen Ölaustritt in der Verdichterstation. Spätestens ab da wäre als Ersatz nun Nord Stream 2 nötig gewesen. Die russische Seite machte zunehmend Druck, dass die Gaslieferung wenigstens über diese Röhre weiterlaufen solle.

Ignorierte Drohungen

Aber wie der Zufall so spielt, wurden nur wenige Wochen später, am 26. September 2022, drei Röhren durch einen Anschlag zerstört (eine Leitung blieb wohl wegen einer Verwechslung unbeschädigt). Das nicht mehr abgeleitete Gas musste deshalb in Russland abgefackelt werden – geschätzt 4,34 Millionen Kubikmeter pro Tag. Diese Klimaschäden haben in Deutschland übrigens keinen Grünen je interessiert. Das Gas in Deutschland zu verwerten wäre allemal umweltfreundlicher und wirtschaftlicher gewesen. Der Erdgaspreis für die Haushalte stieg nach dem Anschlag wegen der Knappheit von 11 auf rund 14 Cent pro Kilowattstunden; Großverbraucher mussten den Betrieb einschränken. Dass allen Ernstes Russland beschuldigt wurde, den Anschlag auf Nord Stream 2 verübt zu haben, war schon damals absurd und macht vor dem Hintergrund der Ereignisse absolut überhaupt keinen Sinn.

Inzwischen haben sich die Indizien verdichtet, dass die Ukraine den Anschlag in Auftrag gab und die USA bei der Vorbereitung halfen. Als ich von Anfang an Tauchern der Ukraine die Durchführung der Sprengung technisch zutraute, wurde ich noch verspottet. Dabei hatte US-Präsident Joe Biden die Sprengung zwar nicht direkt, aber indirekt und sehr eindeutig angekündigt – im Beisein von Kanzler Olaf Scholz, der die Drohung grinsend überhörte. Das wirtschaftliche Interesse der USA lag dabei auf der Hand – sie wollten (und konnten bald) ihr Fracking-Gas an uns teuer verkaufen. Die Energieversorgung Europas war Biden dabei ebenso egal wie Trump. Selenskyj hat die Sprengung ebenfalls genützt, weil er die Welt so glauben machen konnte, er sei durchaus imstande, Russland auch militärisch in die Knie zu zwingen, wenn Putin uns nämlich kein Gas mehr liefern kann. Doch lediglich ein Prozent der Gaserlöse der russischen Gazprom flossen in den Rüstungshaushalt, wie ich einmal errechnete. Inzwischen sieht das leider anders aus; Russland war auf einen echten Krieg nicht vorbereitet – und rüstet nun massiv auf.

Explodierende Gaspreise

Die Zerstörung der deutsch-russischen Pipelines war für Putin nicht nur ein wirtschaftlicher Tiefschlag, sondern auch eine Demütigung, zumal nach der Versenkung von russischen Schiffen im Schwarzen Meer, der Zerstörung der Kertsch-Brücke und Raffinerien tief im russischen Hinterland. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Nun schlägt Putin erbarmungslos zurück. Ebenso, wie damals mutmaßlich Ukrainer seine drei russischen (und deutschen) Pipelines durch den Unterwasser-Terrorakt liquidierten, zahlt er es nun Selenskyj heim: Fast jede Woche schlagen russische Drohnen und Raketen in Knotenpunkte der Infrastruktur Kiews ein.

Bei uns explodieren keine Angriffsziele, sondern nur die Gaspreise. Das, was den vom Krieg betroffenen Ukrainern blüht – frieren und erfrieren im kalten osteuropäischen Winter – könnte uns übrigens ebenfalls blühen – denn wenn der Winter anhält, wird es eng: Unsere Gasspeicher sind nur noch zu 40 Prozent gefüllt, deutschen Mietern machten und machen nur die gestiegenen Gas- und Heizkosten zunehmend zu schaffen. Wenigstens über Finanzen müssen sich die Ukrainer aber keine Sorgen machen – denn das Geld bekommen sie von uns, Milliarden um Milliarden Euro, gerade letzte Woche wieder ein weiterer “Kredit” von 90 Milliarden Euro. Trotzdem kostet die Rache Putins nicht nur Geld, sondern nun auch viele Menschen das Leben.

Aber zurück zu unseren Sorgen in Deutschland: Nun haben es unsere oberschlauen Selenskyj-Getreuen also geschafft, dass die Industrie und Privathaushalte zwar nicht mehr von Russlands Gas abhängig sind – dafür aber umso mehr von Norwegen, Belgien, Niederlande und LNG der USA, von in puncto Menschenrechte fragwürdigen Ersatzpartnern wie Aserbaidschan oder Katar ganz zu schweigen. Von den Amis und diesen sonstigen „Freunden“ beziehen wir Gas nun zu einem deutlich höheren Preis, im Fall der USA ist es zum Beispiel der dreifache verglichen mit den russischen Preisen, ganz abgesehen von den dadurch in Kauf genommenen Umweltschäden durch Fracking und riesige Naturschutzgebiet-Zerstörungen für LNG-Terminals wie auf Rügen.

Könnte man die Pipelines technisch wieder instand setzen?

Doch gibt es auch in den USA „grünen“ Widerstand gegen die Ausbeutung und den Umweltfrevel von gashaltigem Gestein. Wie lange soll das noch so laufen? Die hohen Preise schlagen auch auf den Strompreis durch, was unsere Wirtschaft stranguliert und, falls man sie retten will, milliardenschwere steuerfinanzierte Hilfen nötig macht. Wir Steuerbürger müssen dann also nicht nur die Subventionen finanzieren, sondern selbst auch höhere Gaspreise tragen, als sie beim Weiterbezug von “Russengas” fällig gewesen wären. Aus Leserkreisen wurde daher die Frage an mich herangetragen, ob es denn nicht möglich wäre, zu unserem eigenen Nutzen die zerstörten Nord Stream-Gasleitungen wieder instand zu setzen.

Nun bin ich zwar kein Ingenieur, aber verstehe ein wenig von Physik. Der Gasdruck in den intakten Röhren betrug bei der Einspeisung in Russland 220 bar (das ist in etwa der Druck voller Pressluftflaschen von Tauchern), und am Ende der Pipeline in Deutschland noch etwa 100 bar. Die Sprengung der Röhren erfolgte in und 70 Metern Tiefe, wo der Umgebungsdruck 8 bar beträgt. Durch die Lecks in den Pipelines fiel deren Innendruck auf diese 8 bar ab, die Differenz entwich als bekannter sichtbarer Gasteppich. Meerwasser konnte dabei nur wenig, im Bereich der Lecks, eingedrungen sein. Denn die Röhren würden nur geflutet, würde man die Ventile am Ende der Pipeline öffnen; dann würde das Gas mit dem Restdruck von 8 bar entweichen. Was aber kein Problem wäre: „Nach Abschluss der Bauarbeiten wurden die drei Abschnitte der Pipeline mit Wasser geflutet und einer Druckprüfung unterzogen. Anschließend wurden sie unter Wasser aneinandergeschweißt. Sobald die Pipeline zusammengefügt war, wurde das Wasser abgelassen, anschließend wurde sie getrocknet und mit Stickstoff gefüllt und erst dann das Erdgas sicher eingeleitet“, informierte der Betreiber damals zu den Nord Stream 1-Bauarbeiten. Die Druckprüfung erfolgte – wie bei Tauchflaschen – mit Wasser, damit im Fall einer Schwachstelle kein explosionsartiger Druckabfall eintreten kann.

Der lange Arm der Mafia

Für einfache Störungen war Nord Stream durchaus gerüstet; für einen Terroranschlag wie die erfolgte Sprengung hingegen weniger. Experten sehen dennoch Reparaturmöglichkeiten (siehe hier) –, denn unter Wasser sägen, Schweißbrennen und Schweißen in solchen Tiefen ist durchaus möglich. Wie das trotz des entzündlichen Restgases gehen soll, weiß ich nicht; vielleicht würde die Verbindungen mit Muffen oder Manschetten hergestellt? Man braucht jedenfalls keine betonummantelte Ersatzröhre einbauen, denn der Auftrieb des kurzen Stücks ist vernachlässigbar oder kann durch eine einfache Beton- oder Steinschüttung verhindert werden.

Sollte es mutigen Vertretern der deutschen Justiz tatsächlich gelingen, die Täter trotz Gleichgültigkeit, klammheimlicher Freude oder sogar mutmaßlicher Mitwisserschaft (?) von Berliner Politikern juristisch zur Strecke zu bringen (und die Verurteilung der Täter anschließend überleben, den langen Arm der Mafia büßte schließlich schon so mancher mit dem Leben!), dann müssten die Attentäter meines Erachtens nach dem Kriegsrecht verurteilt werden. Denn der Angriff auf unsere Pipeline wäre noch nicht einmal dann zulässig gewesen, wenn wir mit der Ukraine im Krieg gelegen hätten, aber erst recht nicht, wo Deutschland der zweitgrößte Nettozahler des Ukrainekrieges ist! Aber jeglicher Anstand scheint Selenskyj schon lange abhandengekommen zu sein, sofern er ihn je hatte – und das gilt auch für jene Politiker in Berlin, die ihn weiterhin decken, als ob nichts gewesen wäre…

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/nord-stream-und-sanktionen-wo-stuenden-wir-mit-russischem-erdgas-heute-wirtschaftlich/ erschienen.

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

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Am deutschen Wahnsinn soll ganz Europa verrückt werden

Wenn es zur Nacht still wird in Europa, kann man das Schnarchen seiner Bewohner hören

Von Georg Ohrweh

Nur ein aktuelles Beispiel, das sich als weitere Perle einreiht, in der mittlerweile zigfach um den Hals gelegten Perlenkette der zum vierten Mal in Teflon-Lack getauchten EU-Kommissarin:

Ursula Gertrud von der Leyen (Deutsche):

„Wir haben es geschafft, Trump zu besiegen, weil wir Zusammenhalt bewiesen haben. Unsere Drohungen haben gewirkt.“ (Die Drohungen werden umgehend nachgeliefert!).

Das ist so dermaßen realitätsverweigernd, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als den Vorsatz zu unterstellen, die Tatsachenwahrheiten unter keinen Umständen anzuerkennen, geschweige denn, sie beim Namen zu nennen. Wenn man einen moralischen Gesichtspunkt heranziehen würde, dann könnte man nicht anders, als Boshaftigkeit und sadistische Züge zu unterstellen.

Friedrich Merz (Deutscher):

„Und deswegen schauen so viele auf uns und erwarten von uns, dass wir ein Stück Führungsverantwortung in dieser europäischen Union übernehmen. Ich sag das mal in aller Bescheidenheit: Wer denn sonst, wenn nicht wir? Es gibt kein zweites Land, das diesen Führungsanspruch so ab – ver – langt bekommt, von den Nachbarn von den Freunden in der europäischen Union, wie wir. Und deshalb habe ich diese Aufgabe angenommen.“

Uff, da muss man sich erst einmal setzen, sich schütteln, und wenn man sich wieder einigermaßen gefangen hat, ausnahmsweise ein starkes alkoholisches Getränk zu sich nehmen, damit sich der Magen wieder beruhigt.

Und dann erst kann man sich Stück für Stück diese Impertinenz vornehmen.

„Und deswegen schauen so viele auf uns…“, bitte wer genau schaut auf uns, damit „uns“ meint er wohl Deutschland, dessen Bundeskanzler er mit seinen kruden Ansichten vorgibt qualitativ sein zu können, und wartet darauf, „…dass wir ein Stück“, warum nur ein Stück, woher diese falsche Bescheidenheit,  „Führungsverantwortung in dieser europäischen Union übernehmen.“

Oder muss er notgedrungen Frankreich das andere Stück zusprechen, weil es bereits über eine Atombombe verfügt, von der ja bereits auch im Gespräch ist, dass ganz Europa zu einer Atommacht werden müsste, wenn man den USA und Russland etwas entgegenzusetzen haben will. Alle europäischen Länder kennen die Geschichte Deutschlands und können es daher kaum erwarten, dass Deutschland endlich wieder Führungsverantwortung übernimmt.

Eine europäische Bevölkerung. Eine europäische Führungsverantwortung. Ein geeintes Europa? Oder wie? Kommt einem irgendwie bekannt vor.

„Ich sag das mal in aller Bescheidenheit:“, wenn das als Bescheidenheit bezeichnet wird, in der diese Worte gesagt werden, was ist dann nach seiner Ansicht Größenwahn?

„Wer denn sonst, wenn nicht wir?“, und da ist er dann schon, der Größenwahn, unter Berücksichtigung der deutschen Geschichte, von der Merz der einzige zu sein scheint, der sie nicht kennt. Ein Bundeskanzler, der seiner Aufgabe gerecht würde, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und seinen Nutzen zu mehren, hätte nichts anderes zu sagen, als -Jeder andere, aber im Hinblick auf unsere deutsche Geschichte, auf keinen Fall wir, das können wir unter keinen Umständen weder annehmen, noch übernehmen, noch erfüllen!!!

Aber der Wahnsinn geht noch weiter: „Es gibt kein zweites Land, das diesen Führungsanspruch so ab – ver – langt bekommt,…“„kein zweites Land,“ bedeutet doch, dass Deutschland das einzige Land ist, damit wäre Frankreich dann doch noch raus aus dem Rennen, und es hört nicht auf: ,,…, das diesen Führungsanspruch so (ganz besonders deutlich und akzentuiert ausgesprochen) ab – ver – langt bekommt, von den Nachbarn von den Freunden in der europäischen Union, …“, bitte, wo sind Aussagen, wo sind Belege dafür, dass auch nur ein einziger Nachbar Deutschland das abverlangt? Weiter wäre einmal realistisch zu bewerten, wer denn noch wirklich Freund von Deutschland in der europäischen Union ist. Die allermeisten halten Deutschland wohl zu Recht für vollkommen bekloppt geworden.

„…wie wir.“, damit schließt die Selbsternennung zur Führungskraft ab. Man lässt uns ja gar keine andere Wahl, was soll man tun, wenn man förmlich darum angefleht wird, dass Deutschland diese schwere Last übernehmen soll?

„Und deshalb habe ich diese Aufgabe angenommen.“, das ist die Selbstermächtigung, herbeigeholt aus einer innerlich gespürten, moralischen Verpflichtung, diese schwere Aufgabe schon allein aus Gewissensgründen übernehmen zu müssen. Weil es sonst keiner tut und keiner sonst dazu in der Lage ist, bin ich förmlich dazu gezwungen, in die Bresche zu springen und Deutschland und die europäische Union zu retten. Na gut, ich opfere mich. Hiiiiiilfeeeeee!

Zwangsläufig taucht da doch die Frage auf: Wie lange wollen sich die europäischen Staaten dieses gefährliche Gebrabbel noch gefallen lassen?

Wann stehen die europäischen Staaten endlich auf und entledigen sich der für sie schädlichen Zecke namens Europäische Union, in der Deutsche schon längst den unheilbringenden Ton angeben? Traurig genug, dass man das als Deutscher sagen muss!

Es wird allerhöchste Zeit, dass sich weitere europäische Staaten, dem derzeit einzig größeren Bollwerk Ungarn anschließen, Tschechien und die Slowakei sind auch schon im Boot. Wann endlich schließt sich Italien an?

Was muss in Frankreich geschehen, dass die Franzosen ihre Kokosmakrone, zeitweise mit schicker Sonnenbrille, zum Frühstück verspeisen? Als es in Deutschland und Frankreich noch Politiker mit Verstand gab, hat es lange genug gedauert, die Erzfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland zu beenden. Die Deutschen und die Franzosen wollen sich das nicht wieder durch inkompetente deutsche Hanseln und eine Hanselin kaputt machen lassen!

Was ist mit den Spaniern los, deren Erinnerung an das Franco-Regime noch weniger lang her ist? Ihr stolzen Andalusier, ihr stolzen Katalanen, ihr stolzen Basken, wo seid ihr? Wir brauchen euch!

Und seid ihr Portugiesen immer noch von eurer nicht-demokratischen Ära traumatisiert?

Was ist mit den Polen los?

Wenn allein die Menschen in diesen Staaten als Zugpferde voranschreiten würden, dann könnten sich auch leicht die kleineren Staaten anschließen, als Beispiel, die BeNeLux-Länder sind doch auch sehr liberal eingestellte, freiheitsliebende Völker.

Es wäre schon möglich, genug Druck aufzubauen, um Madame Reichsführerin und einen übergeschnappten Bundeskanzler daran zu hindern, ein europäisches 4. Reich zu errichten.

Das wäre der gemeinsame europäische Wind, den die Europäer zu einem Sturm werden lassen könnten, der all die Taugenichtse, vor allem in Brüssel und Berlin, hinwegfegen könnte. Es fehlt immer noch das auf menschlicher Basis beruhende demokratische Gemeinschaftsgefühl der Europäer, die dazu die Macht hätten und den der gemeinsame Euro nicht erzeugen konnte.

Weht in den Geistern der derzeitigen deutschen Universal-Dilettanten vielleicht die späte Rache des gescheiterten 3. Reichs?

Eine provokative Frage, aber zu welchen anderen als den vorgenannten Schlussfolgerungen kann man sonst kommen? Die einzigen, die Demokratie nicht verstanden haben, sind die, die mit allen Tricks und Kniffen derzeit äußern, dass sie sie angeblich verteidigen.

Wer überwacht den Verfassungsschutz, wer kontrolliert die deutsche Rechtsprechung, wer die deutsche Gesetzgebung?

Damit wären wir bei den deutschen Insassen:

Mit einer impertinenten Ignoranz gegenüber der Wahrheit zu der Corona-Inszenierung hat die politische Un-Elite längst die Möglichkeit verpasst, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung ihr jemals wieder auch nur ein einziges Wort glaubt. Das Vertrauen ist bis in alle Ewigkeit verspielt.

Mit ihrem Festhalten an künstlich am Leben erhaltenen Strukturen und Machtverhältnissen, von denen die politisch Verantwortlichen nicht in der Lage sind anzuerkennen, dass sich die Regeln derzeit grundlegend ändern, liefern sie tagtäglich immer weitere Beispiele für ihre Inkompetenz.

Jede neue Entscheidung ist ein Beweis für die Abwesenheit von Vernunft. Damit stellen sie sich immer weiter ins Abseits. Wenn die Lage für Deutschland nicht so ernst wäre, dürfte man niemanden von den Wirtschafts- und Gesellschafts-Zerstörern mehr ernst nehmen. Doch diese Kaskade an Dauer-Fehlentscheidungen hat schwere, negative Folgen, darum kann man sie nicht ignorieren.

Ihr Berliner Pfeifen, lasst doch wenigstens endlich einmal die Katze aus dem Sack, redet Tacheles mit uns, wir sind erwachsene Menschen, wir können das vertragen:

Was habt ihr mit Deutschland und uns wirklich vor?

Wollt ihr wirklich mit voller Überzeugung nichts unterlassen, um Deutschland in die absolute Bedeutungslosigkeit zu überführen?

Wollt ihr die Deutschen wirklich wirtschaftlich und durch die Steuerhoheit ausrauben und ruinieren?

Denkt ihr langfristig und wollt ihr, dass nachfolgende Generationen auch noch lange etwas von dem von euch auf den Weg gebrachten Niedergang haben?

Habt doch wenigstens so viel Anstand und Gewissen, den Deutschen, die das nicht mitmachen wollen, die Gelegenheit zu geben, das Land zu verlassen, bevor ihr den Spannungsfall ausruft (zuzutrauen ist euch das, wenn andere Möglichkeiten nicht mehr da sind) und dann die Grenzen dicht macht.

Eine Frage brennt auf der demokratischen Seele: Was stimmt mit dem Grundgesetz nicht, dass es diese im Kern gute Vereinbarung ermöglicht, dass es zu Interpretationsverbiegungen durch Politik und Rechtsprechung kommen kann, dass der Artikel 5 schrittweise verengt werden kann, dass es nicht in der Lage war, seine Bürgerinnen und Bürger, die sich ihm unterworfen haben, nicht davor zu schützen, dass unveräußerliche Grundrechte von dumm-gefährlichen Menschen, die die Demokratie bis heute nicht verstanden haben, missbraucht werden konnten?

Demokratie und Meinungsfreiheit sind inhärent miteinander verbunden. Die beiden sind wie eineiige Zwillinge, die eingehen, wie eine Primel, wenn man sie voneinander trennt. Sie sind die zwei Seiten einer Medaille. Wer sie in „Unseredemokratie“ und „Schutz vor Desinformation“ trennen will, begeht Verrat an der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Das ist verfassungswidrig und dem Gesetz nach verurteilungsfähig.

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*

(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

* *

(Bild von pixabay)

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Vom Rätsel Mensch

Ein Nachdenkangebot als Versuch zu beschreiben, was derzeit in den Menschen wirkt

Von Georg Ohrweh

Es ist schon richtig, dass die unabhängig-selbstdenkenden Medien unermüdlich den Finger in die Wunde legen. Den Prozess, den das Böse durch Menschen, durch die es wirken kann, werden sie vermutlich nicht damit aufhalten können. Eine Erweiterung des geistigen Horizonts erreichen sie damit jedoch ganz sicher. Das kann zu einer Änderung des Bewusstseins bei dem einen oder anderen Menschen führen.

Der Krieg „Jeder gegen Jeden“ wird von Tag zu Tag heftiger. Es ist nicht die weniger werdende Toleranz, die es zunehmend erschwert, mit angeblich im Kern Gleichgesinnten, die eine andere Meinung zu bestimmten Themen haben, auszukommen.

Es ist das wie ein Blitz einschlagende Diametrale, das immer öfter in grundsätzlichen Einstellungen zu elementaren Fragen des Lebens zu Tage kommt, die einen zwischenmenschlichen Verkehr verunmöglichen, weil viele Menschen inzwischen das Beharren und Wiederkäuen alter Überzeugungen und oberflächlichen Small-Talk noch weniger ertragen können, als ohnehin schon vor der Corona-Lüge, die wie Jauche über die Menschen ausgegossen wurde.

Es ist erschreckend, wie viele Menschen immer noch nicht die Chance genutzt haben, an dieser Lüge aufzuwachen und einen Bewusstseinssprung zu machen. Die Corona-Lüge wäre dazu bestens geeignet gewesen.

Stattdessen verfallen sie wieder in ihre alten, gewohnten Strukturen und Denkmuster und pflegen die Bequemlichkeit in ihrem Denken, wie bisher.

Alte Überzeugungen und Denkmuster gewinnen wieder die Oberhand, weil es zu anstrengend ist, offen dafür zu sein, das eigene Denken zu verändern und zu verlassen, um wirklich zu neuen Ideen zu gelangen. Es gibt eine große Sehnsucht nach Veränderung, doch die soll von außen kommen, die soll vorgegeben werden, damit man sich anschließen kann.

Man möchte selbst schon etwas verändern, registriert dabei aber nicht, dass man wieder in alte Strukturen verfällt, die nur dazu führen können, dass sich rein gar nichts verändern wird.

Viele haben es immer noch nicht verstanden: „Die Krisen sind immanent, das heißt, sie stecken im System selbst drinnen. Deshalb können sie nicht aus dem System heraus gelöst werden.“

Einstein hat es so formuliert: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Viele Menschen verharren immer noch in derselben Denkweise, und merken es selber nicht, dass sie immer noch in derselben Denkweise feststecken.

Es macht wenig Sinn, neue Ideen eines anderen Zusammenlebens zu entwickeln, wenn die Menschen nicht bereit sind, sie sich anzuhören und offen dafür zu sein. Bleibt eine Idee im äußeren Ohr stecken, erreicht sie nicht das Innere, war die Mühe umsonst.

Die „Neuronen“ neu zu verknüpfen ist anstrengender, als zu sagen, was alles schiefläuft, weil man hier auf bereits gemachte Erfahrungen zurückgreifen kann, statt sich zu öffnen und den Wunsch in sich zu spüren, neue Erfahrungen machen zu können.

Die Soziale Dreigliederung nach Rudolf Steiner würde sofort lebendig werden, wenn es eine genügend große Anzahl von Menschen geben würde, die in der Lage und bereit wären, ihre bisherigen Denkgewohnheiten zu verändern.

Die Soziale Dreigliederung ist kein Programm oder eine Agenda. Sie würde aus sich selbst heraus wirken und Anpassungen an die aktuellen Gegebenheiten aus sich selbst heraus, aus den Menschen, die sie leben würden, von ganz alleine ergeben, weil das zutiefst menschliche Wesen in ihr wirken und weben kann. Sich schon allein das vorzustellen, bereitet vielen Menschen große Probleme.

Dass einem durch das materialistische Weltbild geprägten Menschen nahe zu bringen, ist heute immer noch ein schwieriges, bis fast unmögliches Unterfangen, wie schon vor rund 100 Jahren, in der das Leben nach der Sozialen Dreigliederung, zunächst nur in Deutschland, kurz davor stand, nach ihr ausgerichtet zu werden.

Anfeindungen gegen Rudolf Steiner hatten auch damit zu tun, dass diejenigen, die die Macht innehatten, die Gefahr für sie erkannten, dass sie die Macht durch die Soziale Dreigliederung verlieren würden, was damals wie heute dringend nötig wäre, damit die Gesellschaft wieder gesunden kann.

Allein schon bis hierhin könnte bei der Leserschaft der Impuls angeregt werden, sich genauer mit der Sozialen Dreigliederung beschäftigen zu wollen. Sie hier umfassend zu erklären, würde den Rahmen des Möglichen sprengen. Wer diesen Impuls bis hierhin noch nicht gespürt hat, kann sich das Weiterlesen eigentlich sparen.

Freiheit spielt bei der Sozialen Dreigliederung eine wichtige Rolle. Die allermeisten Menschen haben jedoch nicht die allergeringste Ahnung davon, was Freiheit wirklich bedeutet. Die jetzt „gelebte“ Freiheit ist wie ein Land, in dem man die Grenzen aufgrund einer bestimmten Weite nicht sieht, obwohl sie da sind.

Und weil die allermeisten Menschen diese Grenzen nicht sehen, glauben sie, dass sie nicht da sind. Wenn sie sich zu den Grenzen auf den Weg machen würden, was mit einem gewissen Denkaufwand verbunden wäre, dann würden sie schon sehen, dass sie da sind, die Grenzen, doch das ist ihnen zu anstrengend.

Jetzt liegt es natürlich auch in der Freiheit jedes Menschen, sich entweder auf den Weg zu machen, oder nicht. Man kann und sollte niemanden dazu zwingen, schon gar nicht dazu, sein Bewusstsein zu öffnen für den Zukunftsstrom (auch das wäre ein Thema für sich), der ihnen entgegenkommt.

Für diejenigen, die darin eine Notwendigkeit sehen, ist das von Zeit zu Zeit immer wieder einmal sehr anstrengend.

Man sollte jedoch auch nicht an diesem Dilemma verzweifeln. Die Vereinzelung der Menschen durch bestimmte Kräfte, die derzeit aus der geistigen Welt starke Wirkung entfalten, machen es schwierig bis fast unmöglich, Gleichgesinnte in Gruppen zu finden, weil auch in diesen die Vereinzelung stark wirkt. Stattdessen ist es derzeit zielführender, sich auf einzelne Menschen zu konzentrieren, zu denen man eine geistige und seelische Nähe erlebt. Das können durchaus mehrere Einzelne sein, und vielleicht ist das sogar besser, als in einer Gruppe, weil in der Begegnung von Ich und Du, die abstoßenden Kräfte viel schneller deutlich werden, während in Gruppen die zur Vereinzelung führenden Kräfte nicht so schnell sichtbar sind. Sie wirken in Gruppen lange Zeit im Verborgenen und bewirken eine langsame Vergiftung, wie eine über längere Zeit gegebene niedrige Dosis Arsen.

Es macht wenig Sinn, sich neue Modelle oder Systeme auszudenken, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen, nachdem wir die Drangsal, die überall zu spüren ist, wenn man es spüren will, überwunden haben. Das ist wie eine Hypothek aufnehmen, auf ein Haus, dass man von dieser Hypothek kaufen will.

Die Veränderung muss von der Haltung und dem Bewusstsein der Menschen ausgehen, dann werden sich neue Wege des Miteinanders von ganz alleine durch die Realität, an der Realität und für die Realität, für das wirkliche Leben von ganz alleine ergeben.

Die Aussage „für ein neues Land“ ist realitätsfremd. Sie beinhaltet, „wenn wir das und das machen, dann…“, „wenn wir ein Programm abarbeiten, dann verändert sich das und das…“.

Solch eine Aussage beinhaltet wieder die Unfreiheit, statt Freiheit, weil die Veränderung wieder nicht durch die Menschen selbst geschieht, sondern durch eine von außen mehr oder weniger aufoktroierte Vorgehensweise, von einigen Wenigen konzipiert, die wieder einmal glauben zu wissen, was gut für die Menschen ist. Stattdessen schließt man sich etwas an, zu dem jedoch der aus sich selbst heraus erarbeitete volle Wille und die durch Erkenntnis entstehende innere Überzeugung weitgehend fehlt.

Das Land ist erst „neu“, wenn man so will, wenn es die Menschen aus freiem Willen, aus sich selbst heraus zu etwas verändert haben, mit dem sie sich identifizieren können, einverstanden sind, sich wohl fühlen und das zu einem bestimmten Zeitpunkt feststellen, dass es so ist. Erst dann ist das Land im Vergleich zum Vorangegangenen „neu“, weil es „neu“ geworden ist. Und selbst das wäre nur eine Momentaufnahme, ein Foto innerhalb einer lebendigen, ständigen Veränderung.

Es braucht eine Gesellschaft von selbstdenkenden, selbstfühlenden und selbstwollenden Menschen.

Solange die Menschen nicht zu einem Bewusstseinssprung bereit oder in der Lage sind, wird sich gar nichts ändern. Es werden immer wieder dieselben Fehler gemacht, die zu den immergleichen unbefriedigenden Ergebnissen führen werden.

Noch einmal: Die Veränderung muss in jedem einzelnen Menschen, in ihm und aus ihm heraus stattfinden, wenn das Leben menschenwesensgerecht verlaufen soll.

Alles andere sind tote Programme, die nur früher oder später todbringende, auflösende, zerstörerische Wirkung entfalten können, weil sie nicht aus dem lebendigen Menschen heraus, sondern von toten Vorstellungen abgeleitet werden.

Wir leben wirklich in spannenden Zeiten, in der die Menschheit entweder einen Bewusstseinssprung macht, oder erst einen schmerzlichen Rückschritt um hunderte von Jahren machen muss, um dann neuen Anlauf, mit dem dann noch einmal durchlebten zu nehmen, um dann bei nächster Gelegenheit, sozusagen im zweiten Anlauf, endlich den Sprung zu schaffen.

Darüber könnten noch einige Jahrhungerte oder mehr vergehen, daher ist von einer optimistischen Zukunftsperspektive, so sehr man sich das wünscht und dies dringend nötig wäre, weit und breit nichts zu sehen. Eine plötzliche Veränderung ist nicht in Sicht, weil die Geschehnisse der letzten Jahre mehr als genug Anstoß dazu gegeben hätten, jedoch offensichtlich noch nicht ausgereicht haben, um diese zu bewirken.

Da bleibt denjenigen, die das erkannt haben, nichts anderes übrig, als sich mit den gegebenen Zuständen zu arrangieren und darauf zu hoffen, dass man bei einer nächsten Gelegenheit, in einem nächsten Leben, die Möglichkeit haben darf, gestalterisch mitwirken zu können, denn der Ewige Wesenskern, der jedem Menschen innewohnt, ist unsterblich.

Das ist tröstlich und macht zuversichtlich, wenn man die begrenzte Zeit, in der man hier etwas bewirken kann, außer Acht lässt. Arrangieren bedeutet jedoch nicht, es sich Chips futternd auf dem Sofa bequem zu machen und den Dingen ihren Lauf zu lassen, und weil es ja sowieso nichts bringt, aufzugeben, sondern obwohl es wenig Aussicht gibt, dennoch im Rahmen seiner Mittel und Möglichkeiten weiterzumachen.

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*

(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 38

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Wie Sie auf dem Titelbild sehen, sehen Sie nichts. Wenn Sie nichts mehr erkennen können, dann sehen Sie die Wirklichkeit: Da ist nichts mehr! Das kann man dann „nieder gemacht“ nennen. Oder „(Sie haben ihr) Ziel erreicht!“

Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro offenbarte in einer Rede vor der Haager Gruppe im Juli: „Gaza ist einfach ein Experiment der Megareichen, mit dem sie allen Völkern der Welt zeigen, wie sie auf eine Rebellion der Menschheit reagieren werden. Der Plan besteht darin, uns alle wegzubomben.“

In unseren Wahrheitsmedien kriegen Sie das nicht mit. Denn das könnte ja die zarten, empfindsamen und so zerbrechlichen Gefühle der Bevölkerung hier im Land viel „zu sehr verunsichern“, um mal einen früheren Bundesminister des Innern zu paraphrasieren. Außerdem gab‘s damals in der Wochenschau des kürzesten Jahrtausends der Weltgeschichte auch keine Berichte übers grauslige Lagerleben.

Wer sich in diesem Kampf nicht positioniert, wird positioniert.

Sich hier und jetzt ganz rauszuhalten, wird schwierig bis unmöglich. Selbst wenn Sie schon weniger als nichts sind bzw. haben, so sind Sie mindestens ein „unnützer Esser“, der den nützlichen Idioten, ääähhh…, Essern ein unangenehmes Gefühl bereitet, das „ausgemerzt“ werden muss!

Im Strafrecht wird die Verletzung der Gefühle bereits seit Beginn der großen Seuche 2020 als Beleidung verurteilt. Unzählige Fälle belegen das, wie z.B. die zum Ausdruck gebrachte Brutalität gegenüber der Sensitivität eines Zeitgenossen, der durch den unverschämten Ausdruck „Das ist ja wohl das Letzte“ bis ins Mark in seinen Gefühlen verletzt wurde.

Das ist explizit so dokumentiert im Urteil eines Landgerichts zu lesen. Der Beleidiger wurde rechtsgültig, in der Berufung bestätigt, abgeurteilt, weil der die Gefühle des Klägers in gröbster, strafbewehrter Weise verletzt hat. Kein Witz!

Sollten Sie hier Doppelmoral, Heuchelei oder gar orwell’sches Doppeldenk zu erkennen glauben, dann ist das Ihr Problem. Oder Sie wischen das halt lässig zur Seite, wie sich das in „UnsererDemokratie“ so geziemt.

„Wie konnte das alles damals geschehen? Wie hat man es geschehen lassen?“

Heute braucht keiner mehr seine Ur-Großeltern zu fragen. Gehen Sie als Zuschauer in ein Gerichtsverfahren mit einer einschlägigen Anklage, also im weiteren Sinn irgendetwas mit Beleidigung, Kritik/Spott/Verunglimpfung des Staates, etc., denn dort zeigt sich das wahre Leben.

Haltung ist alles. So heißt es allerorten. Doch eine haltlose, also aus der Luft gegriffene, willkürliche Haltung führt zum Verlust von Halt. Zur Haltlosigkeit. Für das Individuum und für die ganze Gesellschaft. Dann dringen die mit der „richtigen“ Haltung darauf, dass die ohne die „richtige“ Haltung, einfach nur noch das Maul halten. Sonst gibt’s irgendwann kein Halten mehr. Und wer den Halt verloren hat, hält sich an allem fest, was greifbar ist, bevor er in einen haltlosen Abgrund fällt.

Vielleicht haben Sie auch keine Ahnung, was man davon halten soll. Halten Sie auf jeden Fall die Stellung! Nicht nur beim Sex, auch an der Front, an welcher auch immer.

Auch Lisa Fitz bezieht Stellung zu ihrer Haltung und stellt dabei richtig, sie sei keine „Reichsbürgerin“, sondern eine „es-reicht-mir-Bürgerin“. „So is de hoid. Grodnaus und ohne Schischi. Ebm a eahliche Wuaschdhaud.“

Das ist kein Fehler im System. Das System ist der Fehler.

All die erkennbaren Punkte zu erfassen und zu verbinden, ist wie „Malen-nach-Zahlen“. Und das ganze Bild nach und nach zu erkennen, macht einen nicht zu einem Verschwörungstheoretiker. Es macht einen zu einem Menschen, der die Fähigkeit zum Denken und zum Begreifen von Zusammenhängen besitzt.

So manche kommen dabei zu eigenwilligen Schlussfolgerungen, die höheren Orts oft nicht gern gesehen werden. Aber dafür und deshalb gibt’s ja den Staatsschutz. Der schützt eben den Staat, also die echten Machthaber, die vom tiefen Staat. Die unfreiwillig komischen Avatare auf den Bildschirmen natürlich auch. Aber, sagen Sie’s nicht weiter…

James Corbett hat sich mal über die Superreichen, die Deepies, oder die „Pathokraten“, wie er diese Mischpoke bezeichnet, recht ungeniert ausgelassen: „Sie hassen Sie und betrachten Sie als nichts weiter als Steuervieh, das nach Belieben manipuliert, getäuscht, ausgebeutet und geschlachtet werden kann. Wenn man das einmal verstanden hat, sind die restlichen Details nebensächlich.“

Wie jeder weiß, ist Putin schuld.

Ein russisches Speznas Kommando hat jetzt den Selenskij entführt. Sie haben ihn mit Handschellen gefesselt, einen Kopfhörer übergestülpt, um ihm „Highway to hell“ auf die Ohren zu dröhnen und im Herzen Moskaus vorgeführt. Jetzt hat der Kreml verkündet, sich alle Reichtümer der Ukraine anzueignen. Glauben Sie nicht? „Is doch aba a so a scheene G’schicht.“

Sogar mancher Blogger surft auf dieser Welle ohne jede Ironie und mit Bierernst rum. Wenn jetzt „Putin Selenski madurot“, wie da wunderbar gewortschöpft wird, dann aber „goads da Graaba nah…“ Freilich merkt man dem stark an, wie sehr der Mainstream-Propaganda-Müll hier das Hirn verstopft hat. Dazu das sture Festkleben in einer vermeintlich tollen Vor-Corona-Welt und dem damals tief verankerten Weltbild („Wir im Westen sind die Guten“), machen das Schwein dann fett.

Nehmen Sie lieber eine andere sagenhafte Geschichte, die Matthias Bröckers, ein alter weißer kluger Spötter, vorzüglich sarkastisch, so in Worte fasst: „Siegesparade mit Putin in Handschellen und Jogginganzug, Panzer-Uschi vorneweg eskortiert von Macrönchen und F*tzenfritz – hitlergrußartiger Jubel und “Sieg Heil”-Rufe bleiben zur Feier des Tages straffrei! –  das wäre ein Fest.“ Aber wer könnte so was denn wollen?

Ein wenig asiatische Weisheit von Lao Tse kann nie schaden: „Der vollkommene Mensch wünscht, nicht zu wünschen, und schätzt nicht schwer zu erlangende Güter.“

Wenn alles auseinander zu brechen droht, beschwört man das alt-gewohnte.

Die „Eliten“ des Westens stellen sich derart sensationell dumm an, dass man sprachlos zurück bleibt, was dann aber „mission accomplished“ für die Deepies ist. „Vastängans? Ned? Dann denggas hoid no a bissl nooch…“

„Liegt die Realität jenseits des Fassungsvermögens Putins und der russischen Nation?“ wie Paul Craig Roberts fragt. Denn das wahre Ausmaß der satanischen Machenschaften des „Imperium der Lügen“ ist für viel zu viele Menschen, die noch bei Sinnen sind, einfach unbegreiflich.

Dazu ist die „Vorstellung, die USA wollten nun plötzlich einen Stellvertreterkrieg beenden, den sie selbst entworfen haben“, atemberaubend bescheuert, wie Brian Berletic das allen Naivlingen ins Stammbuch schreibt. Da ist der „trashige Neo-Caligula, selbsternannter Kaiser von Barbaria“ vor, ermahnt Pepe Escobar streng.

Aus „anti-chasarischen“ Kreisen (anti-semitistisch zu sagen ist anti-semitisch!) hört man, dass der End-Krieg gegen die „Amalekiten” im „Nonstop-Modus des ewigen Krieges gegen alle“ angekommen sei.

Leben wir schon in der Zeit des Jüngsten Gerichts?

Das US.Motto der „Pursuit of Happyness“ (Das Streben nach Glück) ist ein fundamentaler Wert, der aus der Unabhängigkeitserklärung von 1776 stammt. Schon hier offenbart sich die unangemessene Hybris von „Gods own country“. Denn das Streben nach Glück mag zwar ur-menschlich sein, dennoch ist das Glück immer nur kurzzeitig und das andauernde Streben danach führt unweigerlich zum ausufernden Hedonismus, in dem sich das „Imperium der Lügen“ gerade zerlegt.

Gute Zeiten machen schlechte Menschen. Schlechte Menschen machen schlechte Zeiten. Schlechte Zeiten machen gute Menschen. Gute Menschen machen gute Zeiten. Gute Zeiten machen… usw. usf.

Die Schlechtigkeit dieser Welt wird zwar einerseits (auch) von schlechten Menschen verursacht. Andererseits wird aber das Schlechte in den Menschen von den schlechten Zuständen hervorgebracht. „Ois hängt hoid mit oim zsamm.“

Klar findet sich im Internetz auch dazu ein passender Spruch: „In solchen Zeiten findet man gute Männer an drei Orten: Im Ausland, im Knast und auf dem Friedhof.“

Die historische Dimension einzubeziehen, ist auch für Charles Eisenstein unabdingbar: „Die gegenwärtige Katastrophe hat sich über Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte hinweg entwickelt.“

Viel zu machen ist hier nicht mehr. Das System wickelt sich von selbst ab. Es ist praktisch außer Kontrolle und wie eine ungesicherte Kanonenkugel auf dem Unterdeck eines alten Segelschiffes bei heftigem Sturm, haut es alles kurz und klein.

Ist die Zeit schon gekommen für einen POTUS aus den Reihen der Amish-People?

In der neuen National Security Strategy der USA 2025 steht da einfach so, bei uns, also in der EU, werden „elitegetriebene, antidemokratische Einschränkungen von Kernfreiheiten in Europa“ betrieben. Die Angst wird zum Leitmotiv der Politik gemacht und daraufhin setzt man auf maximale Kontrolle als deren logische Folge. Angst-Quellen gibt es reichlich, denn wie der alte Schwede Jacob Nordangård anmerkt: „Wir befinden uns in einer Ära der Poly-Krisen.“

Im Weltkrieg des „Imperiums der Lügen“ mit der Restwelt, v.a. mit deren stärksten Mächte Russland und China, geht es am Ende um die Frage, welches System sich ohne Zusammenbruch behaupten kann. Wessen Fundamente sind am stabilsten? Welche geistig-moralisch-mentalen Grundlagen sind am stärksten?

Was meinen Sie, wer hat hier die besseren Karten?

Ob das jetzt Nihilismus de luxe ist oder nur eine nüchtern brutale und illusionslose Ansicht, soll jeder selbst entscheiden. „Just remember that the last laugh is on you!“ Das gaben die Monty Pythons den Menschenwesen mit auf den Weg, ob als Aufmunterung oder als endgültigen Knock-Out ist umstritten.

„Warum gabst du mir zu sehen,
Was ich doch nicht wenden kann?
Das Verhängte muß geschehen.
Das Gefürchtete muß nahn.”

Rolf Peter Sieferle († 2016)

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht unter

https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-38

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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