Ein Nachdenkangebot als Versuch zu beschreiben, was derzeit in den Menschen wirkt
Von Georg Ohrweh

Es ist schon richtig, dass die unabhängig-selbstdenkenden Medien unermüdlich den Finger in die Wunde legen. Den Prozess, den das Böse durch Menschen, durch die es wirken kann, werden sie vermutlich nicht damit aufhalten können. Eine Erweiterung des geistigen Horizonts erreichen sie damit jedoch ganz sicher. Das kann zu einer Änderung des Bewusstseins bei dem einen oder anderen Menschen führen.
Der Krieg „Jeder gegen Jeden“ wird von Tag zu Tag heftiger. Es ist nicht die weniger werdende Toleranz, die es zunehmend erschwert, mit angeblich im Kern Gleichgesinnten, die eine andere Meinung zu bestimmten Themen haben, auszukommen.
Es ist das wie ein Blitz einschlagende Diametrale, das immer öfter in grundsätzlichen Einstellungen zu elementaren Fragen des Lebens zu Tage kommt, die einen zwischenmenschlichen Verkehr verunmöglichen, weil viele Menschen inzwischen das Beharren und Wiederkäuen alter Überzeugungen und oberflächlichen Small-Talk noch weniger ertragen können, als ohnehin schon vor der Corona-Lüge, die wie Jauche über die Menschen ausgegossen wurde.
Es ist erschreckend, wie viele Menschen immer noch nicht die Chance genutzt haben, an dieser Lüge aufzuwachen und einen Bewusstseinssprung zu machen. Die Corona-Lüge wäre dazu bestens geeignet gewesen.
Stattdessen verfallen sie wieder in ihre alten, gewohnten Strukturen und Denkmuster und pflegen die Bequemlichkeit in ihrem Denken, wie bisher.
Alte Überzeugungen und Denkmuster gewinnen wieder die Oberhand, weil es zu anstrengend ist, offen dafür zu sein, das eigene Denken zu verändern und zu verlassen, um wirklich zu neuen Ideen zu gelangen. Es gibt eine große Sehnsucht nach Veränderung, doch die soll von außen kommen, die soll vorgegeben werden, damit man sich anschließen kann.
Man möchte selbst schon etwas verändern, registriert dabei aber nicht, dass man wieder in alte Strukturen verfällt, die nur dazu führen können, dass sich rein gar nichts verändern wird.
Viele haben es immer noch nicht verstanden: „Die Krisen sind immanent, das heißt, sie stecken im System selbst drinnen. Deshalb können sie nicht aus dem System heraus gelöst werden.“
Einstein hat es so formuliert: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
Viele Menschen verharren immer noch in derselben Denkweise, und merken es selber nicht, dass sie immer noch in derselben Denkweise feststecken.
Es macht wenig Sinn, neue Ideen eines anderen Zusammenlebens zu entwickeln, wenn die Menschen nicht bereit sind, sie sich anzuhören und offen dafür zu sein. Bleibt eine Idee im äußeren Ohr stecken, erreicht sie nicht das Innere, war die Mühe umsonst.
Die „Neuronen“ neu zu verknüpfen ist anstrengender, als zu sagen, was alles schiefläuft, weil man hier auf bereits gemachte Erfahrungen zurückgreifen kann, statt sich zu öffnen und den Wunsch in sich zu spüren, neue Erfahrungen machen zu können.
Die Soziale Dreigliederung nach Rudolf Steiner würde sofort lebendig werden, wenn es eine genügend große Anzahl von Menschen geben würde, die in der Lage und bereit wären, ihre bisherigen Denkgewohnheiten zu verändern.
Die Soziale Dreigliederung ist kein Programm oder eine Agenda. Sie würde aus sich selbst heraus wirken und Anpassungen an die aktuellen Gegebenheiten aus sich selbst heraus, aus den Menschen, die sie leben würden, von ganz alleine ergeben, weil das zutiefst menschliche Wesen in ihr wirken und weben kann. Sich schon allein das vorzustellen, bereitet vielen Menschen große Probleme.
Dass einem durch das materialistische Weltbild geprägten Menschen nahe zu bringen, ist heute immer noch ein schwieriges, bis fast unmögliches Unterfangen, wie schon vor rund 100 Jahren, in der das Leben nach der Sozialen Dreigliederung, zunächst nur in Deutschland, kurz davor stand, nach ihr ausgerichtet zu werden.
Anfeindungen gegen Rudolf Steiner hatten auch damit zu tun, dass diejenigen, die die Macht innehatten, die Gefahr für sie erkannten, dass sie die Macht durch die Soziale Dreigliederung verlieren würden, was damals wie heute dringend nötig wäre, damit die Gesellschaft wieder gesunden kann.
Allein schon bis hierhin könnte bei der Leserschaft der Impuls angeregt werden, sich genauer mit der Sozialen Dreigliederung beschäftigen zu wollen. Sie hier umfassend zu erklären, würde den Rahmen des Möglichen sprengen. Wer diesen Impuls bis hierhin noch nicht gespürt hat, kann sich das Weiterlesen eigentlich sparen.
Freiheit spielt bei der Sozialen Dreigliederung eine wichtige Rolle. Die allermeisten Menschen haben jedoch nicht die allergeringste Ahnung davon, was Freiheit wirklich bedeutet. Die jetzt „gelebte“ Freiheit ist wie ein Land, in dem man die Grenzen aufgrund einer bestimmten Weite nicht sieht, obwohl sie da sind.
Und weil die allermeisten Menschen diese Grenzen nicht sehen, glauben sie, dass sie nicht da sind. Wenn sie sich zu den Grenzen auf den Weg machen würden, was mit einem gewissen Denkaufwand verbunden wäre, dann würden sie schon sehen, dass sie da sind, die Grenzen, doch das ist ihnen zu anstrengend.
Jetzt liegt es natürlich auch in der Freiheit jedes Menschen, sich entweder auf den Weg zu machen, oder nicht. Man kann und sollte niemanden dazu zwingen, schon gar nicht dazu, sein Bewusstsein zu öffnen für den Zukunftsstrom (auch das wäre ein Thema für sich), der ihnen entgegenkommt.
Für diejenigen, die darin eine Notwendigkeit sehen, ist das von Zeit zu Zeit immer wieder einmal sehr anstrengend.
Man sollte jedoch auch nicht an diesem Dilemma verzweifeln. Die Vereinzelung der Menschen durch bestimmte Kräfte, die derzeit aus der geistigen Welt starke Wirkung entfalten, machen es schwierig bis fast unmöglich, Gleichgesinnte in Gruppen zu finden, weil auch in diesen die Vereinzelung stark wirkt. Stattdessen ist es derzeit zielführender, sich auf einzelne Menschen zu konzentrieren, zu denen man eine geistige und seelische Nähe erlebt. Das können durchaus mehrere Einzelne sein, und vielleicht ist das sogar besser, als in einer Gruppe, weil in der Begegnung von Ich und Du, die abstoßenden Kräfte viel schneller deutlich werden, während in Gruppen die zur Vereinzelung führenden Kräfte nicht so schnell sichtbar sind. Sie wirken in Gruppen lange Zeit im Verborgenen und bewirken eine langsame Vergiftung, wie eine über längere Zeit gegebene niedrige Dosis Arsen.
Es macht wenig Sinn, sich neue Modelle oder Systeme auszudenken, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen, nachdem wir die Drangsal, die überall zu spüren ist, wenn man es spüren will, überwunden haben. Das ist wie eine Hypothek aufnehmen, auf ein Haus, dass man von dieser Hypothek kaufen will.
Die Veränderung muss von der Haltung und dem Bewusstsein der Menschen ausgehen, dann werden sich neue Wege des Miteinanders von ganz alleine durch die Realität, an der Realität und für die Realität, für das wirkliche Leben von ganz alleine ergeben.
Die Aussage „für ein neues Land“ ist realitätsfremd. Sie beinhaltet, „wenn wir das und das machen, dann…“, „wenn wir ein Programm abarbeiten, dann verändert sich das und das…“.
Solch eine Aussage beinhaltet wieder die Unfreiheit, statt Freiheit, weil die Veränderung wieder nicht durch die Menschen selbst geschieht, sondern durch eine von außen mehr oder weniger aufoktroierte Vorgehensweise, von einigen Wenigen konzipiert, die wieder einmal glauben zu wissen, was gut für die Menschen ist. Stattdessen schließt man sich etwas an, zu dem jedoch der aus sich selbst heraus erarbeitete volle Wille und die durch Erkenntnis entstehende innere Überzeugung weitgehend fehlt.
Das Land ist erst „neu“, wenn man so will, wenn es die Menschen aus freiem Willen, aus sich selbst heraus zu etwas verändert haben, mit dem sie sich identifizieren können, einverstanden sind, sich wohl fühlen und das zu einem bestimmten Zeitpunkt feststellen, dass es so ist. Erst dann ist das Land im Vergleich zum Vorangegangenen „neu“, weil es „neu“ geworden ist. Und selbst das wäre nur eine Momentaufnahme, ein Foto innerhalb einer lebendigen, ständigen Veränderung.
Es braucht eine Gesellschaft von selbstdenkenden, selbstfühlenden und selbstwollenden Menschen.
Solange die Menschen nicht zu einem Bewusstseinssprung bereit oder in der Lage sind, wird sich gar nichts ändern. Es werden immer wieder dieselben Fehler gemacht, die zu den immergleichen unbefriedigenden Ergebnissen führen werden.
Noch einmal: Die Veränderung muss in jedem einzelnen Menschen, in ihm und aus ihm heraus stattfinden, wenn das Leben menschenwesensgerecht verlaufen soll.
Alles andere sind tote Programme, die nur früher oder später todbringende, auflösende, zerstörerische Wirkung entfalten können, weil sie nicht aus dem lebendigen Menschen heraus, sondern von toten Vorstellungen abgeleitet werden.
Wir leben wirklich in spannenden Zeiten, in der die Menschheit entweder einen Bewusstseinssprung macht, oder erst einen schmerzlichen Rückschritt um hunderte von Jahren machen muss, um dann neuen Anlauf, mit dem dann noch einmal durchlebten zu nehmen, um dann bei nächster Gelegenheit, sozusagen im zweiten Anlauf, endlich den Sprung zu schaffen.
Darüber könnten noch einige Jahrhungerte oder mehr vergehen, daher ist von einer optimistischen Zukunftsperspektive, so sehr man sich das wünscht und dies dringend nötig wäre, weit und breit nichts zu sehen. Eine plötzliche Veränderung ist nicht in Sicht, weil die Geschehnisse der letzten Jahre mehr als genug Anstoß dazu gegeben hätten, jedoch offensichtlich noch nicht ausgereicht haben, um diese zu bewirken.
Da bleibt denjenigen, die das erkannt haben, nichts anderes übrig, als sich mit den gegebenen Zuständen zu arrangieren und darauf zu hoffen, dass man bei einer nächsten Gelegenheit, in einem nächsten Leben, die Möglichkeit haben darf, gestalterisch mitwirken zu können, denn der Ewige Wesenskern, der jedem Menschen innewohnt, ist unsterblich.
Das ist tröstlich und macht zuversichtlich, wenn man die begrenzte Zeit, in der man hier etwas bewirken kann, außer Acht lässt. Arrangieren bedeutet jedoch nicht, es sich Chips futternd auf dem Sofa bequem zu machen und den Dingen ihren Lauf zu lassen, und weil es ja sowieso nichts bringt, aufzugeben, sondern obwohl es wenig Aussicht gibt, dennoch im Rahmen seiner Mittel und Möglichkeiten weiterzumachen.
(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )
* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*
(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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(Bild von pixabay)
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„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts
Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/
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Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln