Ja, was gibt es über mich zu sagen.
Ich genoss eine sehr angenehme Kindheit, verbrachte eine äußerst turbulente und ereignisreiche Jugend, und hatte sehr viel Sinn für Unsinn – was sich bis heute nicht geändert hat.
1979 machte ich mein Abi, und 1988 schloss ich mein Studium der Betriebswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit Diplom ab. Mein vornehmliches Interesse galt der Wirtschaftspsychologie.
Während des Studiums gewann ich neben einem profunden Managementwissen erste Einblicke in psychologische und soziologische Grundlagen und baute diese weiter aus.
Mich interessieren u.a. die unterschiedlichen Fühl-, Denk-, Verhaltens- und Kommunikationsweisen von Mann und Frau. Zu diesem Thema veröffentlichte ich den Titel: Mann und Frau: „Sie verstehen sich nicht, weil sie sich nicht verstehen“, Band 1: „Was Frauen an Männern nervt“.
Meine Leidenschaft, zwischenmenschliche Beziehungen zu beobachten und zu analysieren, sowie die Beschäftigung mit psychologischen, soziologischen, anthropologischen, politischen, ökonomischen, ökologischen und philosophischen Themen prägen meine vielfältigen Schaffensgebiete.
Persönliche Weiterentwicklung im Kontext einer sich verändernden Gesellschaft ist mir ein besonderes Anliegen. Das Buch „Mach nicht mit – entwickle Dich weiter, 12 Wegweiser für ein sinnvolles und erfülltes Leben“ gibt Menschen Hilfestellung, sich aus einer machtorientierten und raffgierigen Welt zu lösen.
Mein Buch „Turbokapitalismus – eine Schmähschrift“, ruft die sozialen und ökologischen Kräfte auf, den Abgang dieses Killerkapitalismus zu beschleunigen.
Die Buchreihe „Vater, Sohn und die Welt“ ist ein reiner Dialog zwischen einem Vater und seinem flügge werdenden Sohn über die wichtigsten Bereiche des Lebens. Band 1 handelt von „Mann, Frau, Liebe, Sex, Prostitution, Beziehung, Ehe“, Band 2 von Wirtschaft und Politik.
Meine politsatirischen Bücher „Weltkasperletheater, Band 1“, und „Weltkasperletheater Band 2: Good Bye Demokratie“ bringen weltpolitisches Geschehen zeitnah auf den Punkt.
Mein erstes Buch zur angeblichen Pandemie „Corona – eine Chance“ erschien Anfang April 2020 zu Beginn des ersten Lockdowns – ein Schnellschuss, da ich bereits zu diesem Zeitpunkt richtigerweise vermutete, dass an der „Krise“ etwas (ober-) faul ist.
Das Buch „Die Verschwörung der Coronaviren“ setzt sich in einer Art Chronik kritisch, faktenbezogen und unterhaltsam mit dem Thema Corona im Rahmen einer Verschwörung der Viren mit dem Ziel „Reduzierung der Menschheit“ auseinander. Bei der Lektüre des Buches darf auch gelacht werden.
Das im Juli 2022 erschienene Buch „1 x 1 = 3 – oder jedes andere gewünschte Ergebnis“, Untertitel „Mathematik, Logik und Widerstand in Corona-Zeiten“ zeigt auf Basis offizieller Statistiken, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Pandemie gegeben hat. Des Weiteren geht es auf Widersprüche von Politikern und anderen Interessengruppen, sowie auf verschiedene Formen des Widerstands gegen die Corona-Maßnahmen ein.
Das letzte Buch "Das menschliche Schaf – Massenpsychologie und Manipulation" erläutert anhand von konkreten Beispielen aus den letzten und laufenden Krisen das Phänomen der Massenbildung, sowie Strategien und Techniken der Manipulation, die uns Dinge machen lassen, die wir eigentlich nicht wollen.
Ich gebe Seminare, coache Existenzgründer, und berate Unternehmen. Zum Thema Management schrieb ich 4 Grundlagenbücher und ein Buch zum Bereich Projektmanagement, die auf humorvolle und verständliche Weise die Managementinhalte näherbringen.
Meine Hobbys sind Reisen, viel Sport, insbesondere Kampfsport, Lesen und Schreiben, sowie recht und schlecht Gitarre spielen. Ich liebe Tiere und die Natur, und lerne sehr viel von Kindern.
Die Würde jedes Menschen ist mir sehr wichtig, Begriffe wie Ehre haben für mich einen hohen Stellenwert, und das Leben ist viel zu wichtig, um es zu ernst zu nehmen.
Politisch bin ich eher Mitte links orientiert. Bei wahren Worten ist es mir egal, wer sie ausspricht, gleichgültig welcher politischen Gesinnung entspringend.
Ich werde meine Kraft dem Kampf für eine lebenswerte Zukunft für meine Familie, für mich, für jeden Menschen widmen, für eine Zukunft, die in einem bisher nicht gekannten Ausmaß in Gefahr ist.
Ich wünsche euch viel Spaß mit meinen Beiträgen, und hoffe, dass ihr die eine oder andere neue Erkenntnis gewinnt.
Wenn es zur Nacht still wird in Europa, kann man das Schnarchen seiner Bewohner hören
Von Georg Ohrweh
Nur ein aktuelles Beispiel, das sich als weitere Perle einreiht, in der mittlerweile zigfach um den Hals gelegten Perlenkette der zum vierten Mal in Teflon-Lack getauchten EU-Kommissarin:
Ursula Gertrud von der Leyen (Deutsche):
„Wir haben es geschafft, Trump zu besiegen, weil wir Zusammenhalt bewiesen haben. Unsere Drohungen haben gewirkt.“ (Die Drohungen werden umgehend nachgeliefert!).
Das ist so dermaßen realitätsverweigernd, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als den Vorsatz zu unterstellen, die Tatsachenwahrheiten unter keinen Umständen anzuerkennen, geschweige denn, sie beim Namen zu nennen. Wenn man einen moralischen Gesichtspunkt heranziehen würde, dann könnte man nicht anders, als Boshaftigkeit und sadistische Züge zu unterstellen.
Friedrich Merz (Deutscher):
„Und deswegen schauen so viele auf uns und erwarten von uns, dass wir ein Stück Führungsverantwortung in dieser europäischen Union übernehmen. Ich sag das mal in aller Bescheidenheit: Wer denn sonst, wenn nicht wir? Es gibt kein zweites Land, das diesen Führungsanspruch so ab – ver – langt bekommt, von den Nachbarn von den Freunden in der europäischen Union, wie wir. Und deshalb habe ich diese Aufgabe angenommen.“
Uff, da muss man sich erst einmal setzen, sich schütteln, und wenn man sich wieder einigermaßen gefangen hat, ausnahmsweise ein starkes alkoholisches Getränk zu sich nehmen, damit sich der Magen wieder beruhigt.
Und dann erst kann man sich Stück für Stück diese Impertinenz vornehmen.
„Und deswegen schauen so viele auf uns…“, bitte wer genau schaut auf uns, damit „uns“ meint er wohl Deutschland, dessen Bundeskanzler er mit seinen kruden Ansichten vorgibt qualitativ sein zu können, und wartet darauf, „…dass wir ein Stück“, warum nur ein Stück, woher diese falsche Bescheidenheit, „Führungsverantwortung in dieser europäischen Union übernehmen.“
Oder muss er notgedrungen Frankreich das andere Stück zusprechen, weil es bereits über eine Atombombe verfügt, von der ja bereits auch im Gespräch ist, dass ganz Europa zu einer Atommacht werden müsste, wenn man den USA und Russland etwas entgegenzusetzen haben will. Alle europäischen Länder kennen die Geschichte Deutschlands und können es daher kaum erwarten, dass Deutschland endlich wieder Führungsverantwortung übernimmt.
Eine europäische Bevölkerung. Eine europäische Führungsverantwortung. Ein geeintes Europa? Oder wie? Kommt einem irgendwie bekannt vor.
„Ich sag das mal in aller Bescheidenheit:“, wenn das als Bescheidenheit bezeichnet wird, in der diese Worte gesagt werden, was ist dann nach seiner Ansicht Größenwahn?
„Wer denn sonst, wenn nicht wir?“, und da ist er dann schon, der Größenwahn, unter Berücksichtigung der deutschen Geschichte, von der Merz der einzige zu sein scheint, der sie nicht kennt. Ein Bundeskanzler, der seiner Aufgabe gerecht würde, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und seinen Nutzen zu mehren, hätte nichts anderes zu sagen, als -Jeder andere, aber im Hinblick auf unsere deutsche Geschichte, auf keinen Fall wir, das können wir unter keinen Umständen weder annehmen, noch übernehmen, noch erfüllen!!!–
Aber der Wahnsinn geht noch weiter: „Es gibt kein zweites Land, das diesen Führungsanspruch so ab – ver – langt bekommt,…“, „kein zweites Land,“ bedeutet doch, dass Deutschland das einzige Land ist, damit wäre Frankreich dann doch noch raus aus dem Rennen, und es hört nicht auf: ,,…, das diesen Führungsanspruch so (ganz besonders deutlich und akzentuiert ausgesprochen) ab – ver – langt bekommt, von den Nachbarn von den Freunden in der europäischen Union, …“, bitte, wo sind Aussagen, wo sind Belege dafür, dass auch nur ein einziger Nachbar Deutschland das abverlangt? Weiter wäre einmal realistisch zu bewerten, wer denn noch wirklich Freund von Deutschland in der europäischen Union ist. Die allermeisten halten Deutschland wohl zu Recht für vollkommen bekloppt geworden.
„…wie wir.“, damit schließt die Selbsternennung zur Führungskraft ab. Man lässt uns ja gar keine andere Wahl, was soll man tun, wenn man förmlich darum angefleht wird, dass Deutschland diese schwere Last übernehmen soll?
„Und deshalb habe ich diese Aufgabe angenommen.“, das ist die Selbstermächtigung, herbeigeholt aus einer innerlich gespürten, moralischen Verpflichtung, diese schwere Aufgabe schon allein aus Gewissensgründen übernehmen zu müssen. Weil es sonst keiner tut und keiner sonst dazu in der Lage ist, bin ich förmlich dazu gezwungen, in die Bresche zu springen und Deutschland und die europäische Union zu retten. Na gut, ich opfere mich. Hiiiiiilfeeeeee!
Zwangsläufig taucht da doch die Frage auf: Wie lange wollen sich die europäischen Staaten dieses gefährliche Gebrabbel noch gefallen lassen?
Wann stehen die europäischen Staaten endlich auf und entledigen sich der für sie schädlichen Zecke namens Europäische Union, in der Deutsche schon längst den unheilbringenden Ton angeben? Traurig genug, dass man das als Deutscher sagen muss!
Es wird allerhöchste Zeit, dass sich weitere europäische Staaten, dem derzeit einzig größeren Bollwerk Ungarn anschließen, Tschechien und die Slowakei sind auch schon im Boot. Wann endlich schließt sich Italien an?
Was muss in Frankreich geschehen, dass die Franzosen ihre Kokosmakrone, zeitweise mit schicker Sonnenbrille, zum Frühstück verspeisen? Als es in Deutschland und Frankreich noch Politiker mit Verstand gab, hat es lange genug gedauert, die Erzfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland zu beenden. Die Deutschen und die Franzosen wollen sich das nicht wieder durch inkompetente deutsche Hanseln und eine Hanselin kaputt machen lassen!
Was ist mit den Spaniern los, deren Erinnerung an das Franco-Regime noch weniger lang her ist? Ihr stolzen Andalusier, ihr stolzen Katalanen, ihr stolzen Basken, wo seid ihr? Wir brauchen euch!
Und seid ihr Portugiesen immer noch von eurer nicht-demokratischen Ära traumatisiert?
Was ist mit den Polen los?
Wenn allein die Menschen in diesen Staaten als Zugpferde voranschreiten würden, dann könnten sich auch leicht die kleineren Staaten anschließen, als Beispiel, die BeNeLux-Länder sind doch auch sehr liberal eingestellte, freiheitsliebende Völker.
Es wäre schon möglich, genug Druck aufzubauen, um Madame Reichsführerin und einen übergeschnappten Bundeskanzler daran zu hindern, ein europäisches 4. Reich zu errichten.
Das wäre der gemeinsame europäische Wind, den die Europäer zu einem Sturm werden lassen könnten, der all die Taugenichtse, vor allem in Brüssel und Berlin, hinwegfegen könnte. Es fehlt immer noch das auf menschlicher Basis beruhende demokratische Gemeinschaftsgefühl der Europäer, die dazu die Macht hätten und den der gemeinsame Euro nicht erzeugen konnte.
Weht in den Geistern der derzeitigen deutschen Universal-Dilettanten vielleicht die späte Rache des gescheiterten 3. Reichs?
Eine provokative Frage, aber zu welchen anderen als den vorgenannten Schlussfolgerungen kann man sonst kommen? Die einzigen, die Demokratie nicht verstanden haben, sind die, die mit allen Tricks und Kniffen derzeit äußern, dass sie sie angeblich verteidigen.
Wer überwacht den Verfassungsschutz, wer kontrolliert die deutsche Rechtsprechung, wer die deutsche Gesetzgebung?
Damit wären wir bei den deutschen Insassen:
Mit einer impertinenten Ignoranz gegenüber der Wahrheit zu der Corona-Inszenierung hat die politische Un-Elite längst die Möglichkeit verpasst, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung ihr jemals wieder auch nur ein einziges Wort glaubt. Das Vertrauen ist bis in alle Ewigkeit verspielt.
Mit ihrem Festhalten an künstlich am Leben erhaltenen Strukturen und Machtverhältnissen, von denen die politisch Verantwortlichen nicht in der Lage sind anzuerkennen, dass sich die Regeln derzeit grundlegend ändern, liefern sie tagtäglich immer weitere Beispiele für ihre Inkompetenz.
Jede neue Entscheidung ist ein Beweis für die Abwesenheit von Vernunft. Damit stellen sie sich immer weiter ins Abseits. Wenn die Lage für Deutschland nicht so ernst wäre, dürfte man niemanden von den Wirtschafts- und Gesellschafts-Zerstörern mehr ernst nehmen. Doch diese Kaskade an Dauer-Fehlentscheidungen hat schwere, negative Folgen, darum kann man sie nicht ignorieren.
Ihr Berliner Pfeifen, lasst doch wenigstens endlich einmal die Katze aus dem Sack, redet Tacheles mit uns, wir sind erwachsene Menschen, wir können das vertragen:
Was habt ihr mit Deutschland und uns wirklich vor?
Wollt ihr wirklich mit voller Überzeugung nichts unterlassen, um Deutschland in die absolute Bedeutungslosigkeit zu überführen?
Wollt ihr die Deutschen wirklich wirtschaftlich und durch die Steuerhoheit ausrauben und ruinieren?
Denkt ihr langfristig und wollt ihr, dass nachfolgende Generationen auch noch lange etwas von dem von euch auf den Weg gebrachten Niedergang haben?
Habt doch wenigstens so viel Anstand und Gewissen, den Deutschen, die das nicht mitmachen wollen, die Gelegenheit zu geben, das Land zu verlassen, bevor ihr den Spannungsfall ausruft (zuzutrauen ist euch das, wenn andere Möglichkeiten nicht mehr da sind) und dann die Grenzen dicht macht.
Eine Frage brennt auf der demokratischen Seele: Was stimmt mit dem Grundgesetz nicht, dass es diese im Kern gute Vereinbarung ermöglicht, dass es zu Interpretationsverbiegungen durch Politik und Rechtsprechung kommen kann, dass der Artikel 5 schrittweise verengt werden kann, dass es nicht in der Lage war, seine Bürgerinnen und Bürger, die sich ihm unterworfen haben, nicht davor zu schützen, dass unveräußerliche Grundrechte von dumm-gefährlichen Menschen, die die Demokratie bis heute nicht verstanden haben, missbraucht werden konnten?
Demokratie und Meinungsfreiheit sind inhärent miteinander verbunden. Die beiden sind wie eineiige Zwillinge, die eingehen, wie eine Primel, wenn man sie voneinander trennt. Sie sind die zwei Seiten einer Medaille. Wer sie in „Unseredemokratie“ und „Schutz vor Desinformation“ trennen will, begeht Verrat an der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Das ist verfassungswidrig und dem Gesetz nach verurteilungsfähig.
Ein Nachdenkangebot als Versuch zu beschreiben, was derzeit in den Menschen wirkt
Von Georg Ohrweh
Es ist schon richtig, dass die unabhängig-selbstdenkenden Medien unermüdlich den Finger in die Wunde legen. Den Prozess, den das Böse durch Menschen, durch die es wirken kann, werden sie vermutlich nicht damit aufhalten können. Eine Erweiterung des geistigen Horizonts erreichen sie damit jedoch ganz sicher. Das kann zu einer Änderung des Bewusstseins bei dem einen oder anderen Menschen führen.
Der Krieg „Jeder gegen Jeden“ wird von Tag zu Tag heftiger. Es ist nicht die weniger werdende Toleranz, die es zunehmend erschwert, mit angeblich im Kern Gleichgesinnten, die eine andere Meinung zu bestimmten Themen haben, auszukommen.
Es ist das wie ein Blitz einschlagende Diametrale, das immer öfter in grundsätzlichen Einstellungen zu elementaren Fragen des Lebens zu Tage kommt, die einen zwischenmenschlichen Verkehr verunmöglichen, weil viele Menschen inzwischen das Beharren und Wiederkäuen alter Überzeugungen und oberflächlichen Small-Talk noch weniger ertragen können, als ohnehin schon vor der Corona-Lüge, die wie Jauche über die Menschen ausgegossen wurde.
Es ist erschreckend, wie viele Menschen immer noch nicht die Chance genutzt haben, an dieser Lüge aufzuwachen und einen Bewusstseinssprung zu machen. Die Corona-Lüge wäre dazu bestens geeignet gewesen.
Stattdessen verfallen sie wieder in ihre alten, gewohnten Strukturen und Denkmuster und pflegen die Bequemlichkeit in ihrem Denken, wie bisher.
Alte Überzeugungen und Denkmuster gewinnen wieder die Oberhand, weil es zu anstrengend ist, offen dafür zu sein, das eigene Denken zu verändern und zu verlassen, um wirklich zu neuen Ideen zu gelangen. Es gibt eine große Sehnsucht nach Veränderung, doch die soll von außen kommen, die soll vorgegeben werden, damit man sich anschließen kann.
Man möchte selbst schon etwas verändern, registriert dabei aber nicht, dass man wieder in alte Strukturen verfällt, die nur dazu führen können, dass sich rein gar nichts verändern wird.
Viele haben es immer noch nicht verstanden: „Die Krisen sind immanent, das heißt, sie stecken im System selbst drinnen. Deshalb können sie nicht aus dem System heraus gelöst werden.“
Einstein hat es so formuliert: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
Viele Menschen verharren immer noch in derselben Denkweise, und merken es selber nicht, dass sie immer noch in derselben Denkweise feststecken.
Es macht wenig Sinn, neue Ideen eines anderen Zusammenlebens zu entwickeln, wenn die Menschen nicht bereit sind, sie sich anzuhören und offen dafür zu sein. Bleibt eine Idee im äußeren Ohr stecken, erreicht sie nicht das Innere, war die Mühe umsonst.
Die „Neuronen“ neu zu verknüpfen ist anstrengender, als zu sagen, was alles schiefläuft, weil man hier auf bereits gemachte Erfahrungen zurückgreifen kann, statt sich zu öffnen und den Wunsch in sich zu spüren, neue Erfahrungen machen zu können.
Die Soziale Dreigliederung nach Rudolf Steiner würde sofort lebendig werden, wenn es eine genügend große Anzahl von Menschen geben würde, die in der Lage und bereit wären, ihre bisherigen Denkgewohnheiten zu verändern.
Die Soziale Dreigliederung ist kein Programm oder eine Agenda. Sie würde aus sich selbst heraus wirken und Anpassungen an die aktuellen Gegebenheiten aus sich selbst heraus, aus den Menschen, die sie leben würden, von ganz alleine ergeben, weil das zutiefst menschliche Wesen in ihr wirken und weben kann. Sich schon allein das vorzustellen, bereitet vielen Menschen große Probleme.
Dass einem durch das materialistische Weltbild geprägten Menschen nahe zu bringen, ist heute immer noch ein schwieriges, bis fast unmögliches Unterfangen, wie schon vor rund 100 Jahren, in der das Leben nach der Sozialen Dreigliederung, zunächst nur in Deutschland, kurz davor stand, nach ihr ausgerichtet zu werden.
Anfeindungen gegen Rudolf Steiner hatten auch damit zu tun, dass diejenigen, die die Macht innehatten, die Gefahr für sie erkannten, dass sie die Macht durch die Soziale Dreigliederung verlieren würden, was damals wie heute dringend nötig wäre, damit die Gesellschaft wieder gesunden kann.
Allein schon bis hierhin könnte bei der Leserschaft der Impuls angeregt werden, sich genauer mit der Sozialen Dreigliederung beschäftigen zu wollen. Sie hier umfassend zu erklären, würde den Rahmen des Möglichen sprengen. Wer diesen Impuls bis hierhin noch nicht gespürt hat, kann sich das Weiterlesen eigentlich sparen.
Freiheit spielt bei der Sozialen Dreigliederung eine wichtige Rolle. Die allermeisten Menschen haben jedoch nicht die allergeringste Ahnung davon, was Freiheit wirklich bedeutet. Die jetzt „gelebte“ Freiheit ist wie ein Land, in dem man die Grenzen aufgrund einer bestimmten Weite nicht sieht, obwohl sie da sind.
Und weil die allermeisten Menschen diese Grenzen nicht sehen, glauben sie, dass sie nicht da sind. Wenn sie sich zu den Grenzen auf den Weg machen würden, was mit einem gewissen Denkaufwand verbunden wäre, dann würden sie schon sehen, dass sie da sind, die Grenzen, doch das ist ihnen zu anstrengend.
Jetzt liegt es natürlich auch in der Freiheit jedes Menschen, sich entweder auf den Weg zu machen, oder nicht. Man kann und sollte niemanden dazu zwingen, schon gar nicht dazu, sein Bewusstsein zu öffnen für den Zukunftsstrom (auch das wäre ein Thema für sich), der ihnen entgegenkommt.
Für diejenigen, die darin eine Notwendigkeit sehen, ist das von Zeit zu Zeit immer wieder einmal sehr anstrengend.
Man sollte jedoch auch nicht an diesem Dilemma verzweifeln. Die Vereinzelung der Menschen durch bestimmte Kräfte, die derzeit aus der geistigen Welt starke Wirkung entfalten, machen es schwierig bis fast unmöglich, Gleichgesinnte in Gruppen zu finden, weil auch in diesen die Vereinzelung stark wirkt. Stattdessen ist es derzeit zielführender, sich auf einzelne Menschen zu konzentrieren, zu denen man eine geistige und seelische Nähe erlebt. Das können durchaus mehrere Einzelne sein, und vielleicht ist das sogar besser, als in einer Gruppe, weil in der Begegnung von Ich und Du, die abstoßenden Kräfte viel schneller deutlich werden, während in Gruppen die zur Vereinzelung führenden Kräfte nicht so schnell sichtbar sind. Sie wirken in Gruppen lange Zeit im Verborgenen und bewirken eine langsame Vergiftung, wie eine über längere Zeit gegebene niedrige Dosis Arsen.
Es macht wenig Sinn, sich neue Modelle oder Systeme auszudenken, wie wir in Zukunft miteinander leben wollen, nachdem wir die Drangsal, die überall zu spüren ist, wenn man es spüren will, überwunden haben. Das ist wie eine Hypothek aufnehmen, auf ein Haus, dass man von dieser Hypothek kaufen will.
Die Veränderung muss von der Haltung und dem Bewusstsein der Menschen ausgehen, dann werden sich neue Wege des Miteinanders von ganz alleine durch die Realität, an der Realität und für die Realität, für das wirkliche Leben von ganz alleine ergeben.
Die Aussage „für ein neues Land“ ist realitätsfremd. Sie beinhaltet, „wenn wir das und das machen, dann…“, „wenn wir ein Programm abarbeiten, dann verändert sich das und das…“.
Solch eine Aussage beinhaltet wieder die Unfreiheit, statt Freiheit, weil die Veränderung wieder nicht durch die Menschen selbst geschieht, sondern durch eine von außen mehr oder weniger aufoktroierte Vorgehensweise, von einigen Wenigen konzipiert, die wieder einmal glauben zu wissen, was gut für die Menschen ist. Stattdessen schließt man sich etwas an, zu dem jedoch der aus sich selbst heraus erarbeitete volle Wille und die durch Erkenntnis entstehende innere Überzeugung weitgehend fehlt.
Das Land ist erst „neu“, wenn man so will, wenn es die Menschen aus freiem Willen, aus sich selbst heraus zu etwas verändert haben, mit dem sie sich identifizieren können, einverstanden sind, sich wohl fühlen und das zu einem bestimmten Zeitpunkt feststellen, dass es so ist. Erst dann ist das Land im Vergleich zum Vorangegangenen „neu“, weil es „neu“ geworden ist. Und selbst das wäre nur eine Momentaufnahme, ein Foto innerhalb einer lebendigen, ständigen Veränderung.
Es braucht eine Gesellschaft von selbstdenkenden, selbstfühlenden und selbstwollenden Menschen.
Solange die Menschen nicht zu einem Bewusstseinssprung bereit oder in der Lage sind, wird sich gar nichts ändern. Es werden immer wieder dieselben Fehler gemacht, die zu den immergleichen unbefriedigenden Ergebnissen führen werden.
Noch einmal: Die Veränderung muss in jedem einzelnen Menschen, in ihm und aus ihm heraus stattfinden, wenn das Leben menschenwesensgerecht verlaufen soll.
Alles andere sind tote Programme, die nur früher oder später todbringende, auflösende, zerstörerische Wirkung entfalten können, weil sie nicht aus dem lebendigen Menschen heraus, sondern von toten Vorstellungen abgeleitet werden.
Wir leben wirklich in spannenden Zeiten, in der die Menschheit entweder einen Bewusstseinssprung macht, oder erst einen schmerzlichen Rückschritt um hunderte von Jahren machen muss, um dann neuen Anlauf, mit dem dann noch einmal durchlebten zu nehmen, um dann bei nächster Gelegenheit, sozusagen im zweiten Anlauf, endlich den Sprung zu schaffen.
Darüber könnten noch einige Jahrhungerte oder mehr vergehen, daher ist von einer optimistischen Zukunftsperspektive, so sehr man sich das wünscht und dies dringend nötig wäre, weit und breit nichts zu sehen. Eine plötzliche Veränderung ist nicht in Sicht, weil die Geschehnisse der letzten Jahre mehr als genug Anstoß dazu gegeben hätten, jedoch offensichtlich noch nicht ausgereicht haben, um diese zu bewirken.
Da bleibt denjenigen, die das erkannt haben, nichts anderes übrig, als sich mit den gegebenen Zuständen zu arrangieren und darauf zu hoffen, dass man bei einer nächsten Gelegenheit, in einem nächsten Leben, die Möglichkeit haben darf, gestalterisch mitwirken zu können, denn der Ewige Wesenskern, der jedem Menschen innewohnt, ist unsterblich.
Das ist tröstlich und macht zuversichtlich, wenn man die begrenzte Zeit, in der man hier etwas bewirken kann, außer Acht lässt. Arrangieren bedeutet jedoch nicht, es sich Chips futternd auf dem Sofa bequem zu machen und den Dingen ihren Lauf zu lassen, und weil es ja sowieso nichts bringt, aufzugeben, sondern obwohl es wenig Aussicht gibt, dennoch im Rahmen seiner Mittel und Möglichkeiten weiterzumachen.
Wie Sie auf dem Titelbild sehen, sehen Sie nichts. Wenn Sie nichts mehr erkennen können, dann sehen Sie die Wirklichkeit: Da ist nichts mehr! Das kann man dann „nieder gemacht“ nennen. Oder „(Sie haben ihr) Ziel erreicht!“
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro offenbarte in einer Rede vor der Haager Gruppe im Juli: „Gaza ist einfach ein Experiment der Megareichen, mit dem sie allen Völkern der Welt zeigen, wie sie auf eine Rebellion der Menschheit reagieren werden. Der Plan besteht darin, uns alle wegzubomben.“
In unseren Wahrheitsmedien kriegen Sie das nicht mit. Denn das könnte ja die zarten, empfindsamen und so zerbrechlichen Gefühle der Bevölkerung hier im Land viel „zu sehr verunsichern“, um mal einen früheren Bundesminister des Innern zu paraphrasieren. Außerdem gab‘s damals in der Wochenschau des kürzesten Jahrtausends der Weltgeschichte auch keine Berichte übers grauslige Lagerleben.
Wer sich in diesem Kampf nicht positioniert, wird positioniert.
Sich hier und jetzt ganz rauszuhalten, wird schwierig bis unmöglich. Selbst wenn Sie schon weniger als nichts sind bzw. haben, so sind Sie mindestens ein „unnützer Esser“, der den nützlichen Idioten, ääähhh…, Essern ein unangenehmes Gefühl bereitet, das „ausgemerzt“ werden muss!
Im Strafrecht wird die Verletzung der Gefühle bereits seit Beginn der großen Seuche 2020 als Beleidung verurteilt. Unzählige Fälle belegen das, wie z.B. die zum Ausdruck gebrachte Brutalität gegenüber der Sensitivität eines Zeitgenossen, der durch den unverschämten Ausdruck „Das ist ja wohl das Letzte“ bis ins Mark in seinen Gefühlen verletzt wurde.
Das ist explizit so dokumentiert im Urteil eines Landgerichts zu lesen. Der Beleidiger wurde rechtsgültig, in der Berufung bestätigt, abgeurteilt, weil der die Gefühle des Klägers in gröbster, strafbewehrter Weise verletzt hat. Kein Witz!
Sollten Sie hier Doppelmoral, Heuchelei oder gar orwell’sches Doppeldenk zu erkennen glauben, dann ist das Ihr Problem. Oder Sie wischen das halt lässig zur Seite, wie sich das in „UnsererDemokratie“ so geziemt.
„Wie konnte das alles damals geschehen? Wie hat man es geschehen lassen?“
Heute braucht keiner mehr seine Ur-Großeltern zu fragen. Gehen Sie als Zuschauer in ein Gerichtsverfahren mit einer einschlägigen Anklage, also im weiteren Sinn irgendetwas mit Beleidigung, Kritik/Spott/Verunglimpfung des Staates, etc., denn dort zeigt sich das wahre Leben.
Haltung ist alles. So heißt es allerorten. Doch eine haltlose, also aus der Luft gegriffene, willkürliche Haltung führt zum Verlust von Halt. Zur Haltlosigkeit. Für das Individuum und für die ganze Gesellschaft. Dann dringen die mit der „richtigen“ Haltung darauf, dass die ohne die „richtige“ Haltung, einfach nur noch das Maul halten. Sonst gibt’s irgendwann kein Halten mehr. Und wer den Halt verloren hat, hält sich an allem fest, was greifbar ist, bevor er in einen haltlosen Abgrund fällt.
Vielleicht haben Sie auch keine Ahnung, was man davon halten soll. Halten Sie auf jeden Fall die Stellung! Nicht nur beim Sex, auch an der Front, an welcher auch immer.
Auch Lisa Fitz bezieht Stellung zu ihrer Haltung und stellt dabei richtig, sie sei keine „Reichsbürgerin“, sondern eine „es-reicht-mir-Bürgerin“. „So is de hoid. Grodnaus und ohne Schischi. Ebm a eahliche Wuaschdhaud.“
Das ist kein Fehler im System. Das System ist der Fehler.
All die erkennbaren Punkte zu erfassen und zu verbinden, ist wie „Malen-nach-Zahlen“. Und das ganze Bild nach und nach zu erkennen, macht einen nicht zu einem Verschwörungstheoretiker. Es macht einen zu einem Menschen, der die Fähigkeit zum Denken und zum Begreifen von Zusammenhängen besitzt.
So manche kommen dabei zu eigenwilligen Schlussfolgerungen, die höheren Orts oft nicht gern gesehen werden. Aber dafür und deshalb gibt’s ja den Staatsschutz. Der schützt eben den Staat, also die echten Machthaber, die vom tiefen Staat. Die unfreiwillig komischen Avatare auf den Bildschirmen natürlich auch. Aber, sagen Sie’s nicht weiter…
James Corbett hat sich mal über die Superreichen, die Deepies, oder die „Pathokraten“, wie er diese Mischpoke bezeichnet, recht ungeniert ausgelassen: „Sie hassen Sie und betrachten Sie als nichts weiter als Steuervieh, das nach Belieben manipuliert, getäuscht, ausgebeutet und geschlachtet werden kann. Wenn man das einmal verstanden hat, sind die restlichen Details nebensächlich.“
Wie jeder weiß, ist Putin schuld.
Ein russisches Speznas Kommando hat jetzt den Selenskij entführt. Sie haben ihn mit Handschellen gefesselt, einen Kopfhörer übergestülpt, um ihm „Highway to hell“ auf die Ohren zu dröhnen und im Herzen Moskaus vorgeführt. Jetzt hat der Kreml verkündet, sich alle Reichtümer der Ukraine anzueignen. Glauben Sie nicht? „Is doch aba a so a scheene G’schicht.“
Sogar mancher Blogger surft auf dieser Welle ohne jede Ironie und mit Bierernst rum. Wenn jetzt „Putin Selenski madurot“, wie da wunderbar gewortschöpft wird, dann aber „goads da Graaba nah…“ Freilich merkt man dem stark an, wie sehr der Mainstream-Propaganda-Müll hier das Hirn verstopft hat. Dazu das sture Festkleben in einer vermeintlich tollen Vor-Corona-Welt und dem damals tief verankerten Weltbild („Wir im Westen sind die Guten“), machen das Schwein dann fett.
Nehmen Sie lieber eine andere sagenhafte Geschichte, die Matthias Bröckers, ein alter weißer kluger Spötter, vorzüglich sarkastisch, so in Worte fasst: „Siegesparade mit Putin in Handschellen und Jogginganzug, Panzer-Uschi vorneweg eskortiert von Macrönchen und F*tzenfritz – hitlergrußartiger Jubel und “Sieg Heil”-Rufe bleiben zur Feier des Tages straffrei! – das wäre ein Fest.“ Aber wer könnte so was denn wollen?
Ein wenig asiatische Weisheit von Lao Tse kann nie schaden: „Der vollkommene Mensch wünscht, nicht zu wünschen, und schätzt nicht schwer zu erlangende Güter.“
Wenn alles auseinander zu brechen droht, beschwört man das alt-gewohnte.
Die „Eliten“ des Westens stellen sich derart sensationell dumm an, dass man sprachlos zurück bleibt, was dann aber „mission accomplished“ für die Deepies ist. „Vastängans? Ned? Dann denggas hoid no a bissl nooch…“
„Liegt die Realität jenseits des Fassungsvermögens Putins und der russischen Nation?“ wie Paul Craig Roberts fragt. Denn das wahre Ausmaß der satanischen Machenschaften des „Imperium der Lügen“ ist für viel zu viele Menschen, die noch bei Sinnen sind, einfach unbegreiflich.
Dazu ist die „Vorstellung, die USA wollten nun plötzlich einen Stellvertreterkrieg beenden, den sie selbst entworfen haben“, atemberaubend bescheuert, wie Brian Berletic das allen Naivlingen ins Stammbuch schreibt. Da ist der „trashige Neo-Caligula, selbsternannter Kaiser von Barbaria“ vor, ermahnt Pepe Escobar streng.
Aus „anti-chasarischen“ Kreisen (anti-semitistisch zu sagen ist anti-semitisch!) hört man, dass der End-Krieg gegen die „Amalekiten” im „Nonstop-Modus des ewigen Krieges gegen alle“ angekommen sei.
Leben wir schon in der Zeit des Jüngsten Gerichts?
Das US.Motto der „Pursuit of Happyness“ (Das Streben nach Glück) ist ein fundamentaler Wert, der aus der Unabhängigkeitserklärung von 1776 stammt. Schon hier offenbart sich die unangemessene Hybris von „Gods own country“. Denn das Streben nach Glück mag zwar ur-menschlich sein, dennoch ist das Glück immer nur kurzzeitig und das andauernde Streben danach führt unweigerlich zum ausufernden Hedonismus, in dem sich das „Imperium der Lügen“ gerade zerlegt.
Die Schlechtigkeit dieser Welt wird zwar einerseits (auch) von schlechten Menschen verursacht. Andererseits wird aber das Schlechte in den Menschen von den schlechten Zuständen hervorgebracht. „Ois hängt hoid mit oim zsamm.“
Klar findet sich im Internetz auch dazu ein passender Spruch: „In solchen Zeiten findet man gute Männer an drei Orten: Im Ausland, im Knast und auf dem Friedhof.“
Die historische Dimension einzubeziehen, ist auch für Charles Eisenstein unabdingbar: „Die gegenwärtige Katastrophe hat sich über Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte hinweg entwickelt.“
Viel zu machen ist hier nicht mehr. Das System wickelt sich von selbst ab. Es ist praktisch außer Kontrolle und wie eine ungesicherte Kanonenkugel auf dem Unterdeck eines alten Segelschiffes bei heftigem Sturm, haut es alles kurz und klein.
Ist die Zeit schon gekommen für einen POTUS aus den Reihen der Amish-People?
In der neuen National Security Strategy der USA 2025 steht da einfach so, bei uns, also in der EU, werden „elitegetriebene, antidemokratische Einschränkungen von Kernfreiheiten in Europa“ betrieben. Die Angst wird zum Leitmotiv der Politik gemacht und daraufhin setzt man auf maximale Kontrolle als deren logische Folge. Angst-Quellen gibt es reichlich, denn wie der alte Schwede Jacob Nordangård anmerkt: „Wir befinden uns in einer Ära der Poly-Krisen.“
Im Weltkrieg des „Imperiums der Lügen“ mit der Restwelt, v.a. mit deren stärksten Mächte Russland und China, geht es am Ende um die Frage, welches System sich ohne Zusammenbruch behaupten kann. Wessen Fundamente sind am stabilsten? Welche geistig-moralisch-mentalen Grundlagen sind am stärksten?
Was meinen Sie, wer hat hier die besseren Karten?
Ob das jetzt Nihilismus de luxe ist oder nur eine nüchtern brutale und illusionslose Ansicht, soll jeder selbst entscheiden. „Just remember that the last laugh is on you!“ Das gaben die Monty Pythons den Menschenwesen mit auf den Weg, ob als Aufmunterung oder als endgültigen Knock-Out ist umstritten.
„Warum gabst du mir zu sehen, Was ich doch nicht wenden kann? Das Verhängte muß geschehen. Das Gefürchtete muß nahn.”
Ende der 1960er Jahre geboren, wuchs ich mit den allgegenwärtigen englischen Hits im Radio auf, die in Personalunion mit Coca-Cola und Hamburgern Westdeutschland mit einer klebrigen Schicht überzogen hatten. Erst in den letzten zehn Jahren bemerkte ich, dass all die Lieder, die ich so gern in meiner Jugend gehört hatte, ihren Reiz verloren hatten. Seltsam. Man fragt sich, wie man überhaupt je so etwas Simples, Oberflächliches hat hören wollen.
Nun ist es Abend und ich habe meinen Garten gepflegt. Weil mein werbefreier Sender irgendwie verschwunden ist, schalte ich widerwillig einen Radiosender ein und höre „The River“ (1980) von Bruce Springsteen – ein Liebeslied über eine leidenschaftliche Nacht von zwei Jugendlichen an einem Fluß. Doch die Jugendliebe wird schwanger und der Ernst des Lebens fängt für den jungen Mann viel zu früh an.
Die alltägliche Geschichte über verlorene Träume berührt mich – es ist tatsächlich eines der wenigen Lieder aus jener Zeit, die ich noch gern höre. Und so gehe in mich und erinnere mich an weitere Werke, die mir noch heute gefallen, etwa „Bridge over troubled water“ (1970) von Simon and Garfunkel, das mir noch heute Tränen in die Augen treibt. Oder „Bohemian rhapsody“ – ein wahres Meisterwerk von Queen und dem Sänger Freddy Mercury. Ich war in London, als er 1991 als einer der ersten Stars an AIDS verstarb. Noch heute trauere ich, weil dieses Genie – übrigens war er wie seine persischen Eltern zoroastrischen Glaubens – so früh von uns ging.
Das Erhabene ist Teil wahrer Musik
Es gibt noch weitere bewegende Werke wie „Music was my first love“ (1976) von John Miles, „Stairway to heaven“ (1970) von Led Zeppelin, „Thank you for the music“ (1994) von ABBA oder bombastische Werke, die sich langsam aufbauten, wie „You took the words right out of my mouth“ (1977) von Meatloaf. Nicht zu vergessen Joe Cocker und „Summer in the city“ (1994).
Die Sänger in diesen Musikgruppen waren meist Virtuosen an ihren Instrumenten, beeindruckten wie Mercury mit ihrer faszinierenden Stimme oder hatten eine starke, elektrisierende Ausstrahlung. Die Texte waren tiefsinnig, handelten von Liebe zwischen Mann und Frau oder zur Musik. Selbst vor religiösen Themen, wie bei Leonhard Cohen, wurde nicht zurückgeschreckt. Mein Lieblingssänger war lange Cat Stevens. Als mir Mitte zwanzig wie Tausenden anderen Fans bewußt wurde, wie strenggläubig er nach seiner Konvertierung zum Islam geworden war, waren mir seine Lieder vergällt und ich hörte sie nicht mehr.
Alle obigen Sänger zeichnete aus, dass sie zu ihrem Mannsein standen und so schöne Lieder schufen, dass sie bis heute die Menschen bewegen. Wahrlich, ich spüre beim Anhören dieser Lieder, wie meine Zellen aufwachen und sich an dieser Musik erfreuen.
Da ich in Süddeutschland aufgewachsen bin, wurden auch die Lieder österreichischer Liedermacher im bayrischen Radio gespielt. Ich liebte „Schifoan“ (1967) von Wolfgang Ambros. Zu diesem Lied tanzte und grölte unsere Pfadfindergruppe jedes Mal wie verrückt mit. Nicht fehlen durfte bei unseren Partys „Resi, i hol‘ di mit mei’m Traktor ab“ (1986) von Wolfgang Fierek oder „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang, die allerdings aus München war.
Ich hörte immer wieder gern „Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk“ (1983) von Reinhard Fendrich oder fast alle Lieder von S.T.S., etwa „Irgendwann bleib i dann dort“ (1985). Die Mundart, mit der man als Säugling aufwächst, sitzt tief und solche Lieder gehen geradewegs ins Stammhirn, wo unser Ursprung sitzt.
Da Juchitzer
Und dann wäre da noch Huber von Goisern in seiner Lederhose, verschwitzt mit 3-Tage-Bart, hochgekrempelten Ärmeln und Lederhosenträgern auf der Bühne, wie er mit Zabine in schlichter, weißer Bluse „Du bist so weit weit weg von mir“ singt. Doch das absolute Meisterwerk, bei dem selbst Freddy Mercury verblaßt, ist „Da Juchizter“ (1994). Der Juchizter beginnt mit Zabines Jodelsolo, das ab dem ersten Ton durch Mark und Bein geht und jeden Menschen mit Herz unvermittelt aufbricht, erschüttert und fassungslos in Tränen zurückläßt. Danach gräbt sich Huberts Solo auf seiner Trompete noch tiefer in die Seele ein, bis schließlich Zabine und Hubert im Duett mit hemmungslosem, leidenschaftlichen Jodeln die letzten Verkrustungen wegsprengen und die Zuhörer weich, ganz weich zurücklassen.
Musik ist Heimat
Das ist Heimat – zumindest im Süden Deutschlands. Einem solchen Werk, einer solchen Hingabe an die Musik steht man wehrlos gegenüber. Der Jodelklang erweckt das Alte, was seit jeher schon war – Generationen an Menschen, die aus der Tiefe ihrer Seele den Klang hochsteigen ließen und aus schierer Lebensfreude durch gewaltige Täler schmetterten. Das rührt an und weckt Erinnerungen an unseren Urgrund – wo wir herkommen, wer wir sind und was wir erschaffen können. Unser Urwesen ist noch da. Jedoch schlummert es – begraben, verschüttet unter den 80 Jahren Lagen an Rock, Jazz, HipHop, Techno und Rap und sonstigem Lärmmüll, der dem Vergleich mit unserer Muttersprache und der Musik, die unserer Landschaft entsteigt, nicht im geringsten standhalten kann.
Wagner und Mahler
Für Opernliebhaber haben Wagner und andere Komponisten eine ähnliche Wirkung – nur leider ist die Klassik für mich persönlich eher selten ein Schlüssel zu meiner Herkunft. Ich erinnere mich noch lebhaft an unseren jüngsten Besuch in der Oper, wo Gustav Mahlers 2. Sinfonie„Auferstehung“ mit Chor und Solistin gegeben wurde. Neben mir saß eine – ich kann es nicht anders sagen – hochnäsige Schickse der höhren Gesellschaft, die verächtlich ihr 60-jähriges Näschen über die Proleten rümpfte, die an falschen Stellen klatschten und auch mich als zu laut lachende Person lediglich mit einem abschätzigen Blick musterte. Im 4. Satz dann erklang die honigsüße Stimme der Solistin, die das tiefsinnige Lied „Urlicht“ vortrug – auch hier keinerlei Scheu vor dem Erhabenen, dem Göttlichen, wie dies heute nahezu überall bei der entchristlichten, atheistischen deutschen Bevölkerung der Fall ist:
„O Röschen rot, Der Mensch liegt in größter Not, Der Mensch liegt in größter Pein, Je lieber möcht‘ ich im Himmel sein. Da kam ich auf einen breiten Weg, Da kam ein Engelein und wollt‘ mich abweisen. Ach nein, ich ließ mich nicht abweisen! Ich bin von Gott und will wieder zu Gott, Der liebe Gott wird mir ein Lichtchen geben, Wird leuchten mir bis in das ewig selig‘ Leben!“
Trotz großer Offenheit fand ich keinen Zugang zum Lied. Die hochnäsige Dame neben mir war jedoch so ergriffen, dass sie minutenlang vor Schluchzen geschüttelt wurde. Jeder braucht seinen Schlüssel.
Manche Lieder halten ihre Kraft über Jahrhunderte hinweg. Mich fasziniert immer wieder, wie gregorianische Choräle, die ein längst vergessener Mensch vor 500 Jahren verfaßt hat, durch unsere Stimmen wieder zum Leben erweckt werden können. Es ist ein Wunder – die Zeit verschwindet.
Mein Lieblingsweihnachtslied „Maria durch ein Dornwald ging“ werde ich – im Gegensatz zu früheren Radiohits – nie müde zu hören. Das ist das Besondere an Liedern, die das Herz berühren. „Stille Nacht, heilige Nacht“ schwingt so hoch, dass es in der ganzen Welt gesungen wird. Das ist die Macht der Musik.
Mit welchen Klängen wollen wir leben?
Geben wir acht, mit welchem Klang wir uns umgeben. Wollen wir wirklich jeden Tag mit Techno, harten Beats und vulgärem Rap belästigt werden? Wie wirkt sich diese brutaleske Musik auf uns und unsere Kinder aus? Wir wissen es, denn wir müssen nur in die Gesichter der Menschen blicken. Selten ist noch ein Antlitz von dem Zauber erfüllt, der bei Zabine beim Juchizter zu sehen war. Kaum noch sieht man Menschen, die sich so in sich versunken der Trompete hingeben wie Hubert von Goisern.
Viele der angeführten Sänger sind inzwischen tot, haben sich zurückgezogen oder sich so sehr verändert, dass ich sie nicht mehr hören mag. Nicht vergessen darf ich Udo Jürgens. Als Jugendliche konnte ich gar nicht genug von „Ich wünsch Dir Liebe ohne Leiden“ bekommen, das er mit seiner Tochter Jenny sang. Visionär war sein Lied „Der gläserne Mensch“ (2014), in dem er bei seinem letzten Konzert vor dem Verlust unserer Freiheit und totalitärer Überwachung warnte.
Wir haben immer die Wahl. Wir können entscheiden, womit wir uns umgeben. Wir können uns einfach umdrehen und gehen. In den Himmel schauen. In der Erde wühlen. Unseren Garten pflegen. Der alten Nachbarin helfen oder Zeit mit Freunden verbringen. Es ist schon viel gewonnen, wenn nur einer aufsteht und „Nein“ sagt (Brecht). Jeder kann die Welt verändern. Jeder ist ein Instrument. Die herrliche Musik ist da. Wir müssen sie nur wieder zum Leben erwecken.
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Maria Schneider, 19.01.2026
Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
Effizienz beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen einer Entität. Es geht demnach darum, was etwas bringt und was es kostet. Damit der Sender seine Ziele erreicht, sind bequeme Lügen für den Empfänger gefühlt oftmals angenehmer als die nackte Wahrheit – für seine persönliche Entwicklung sicherlich nicht. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, müsste man Zeit investieren, die viele nicht aufbringen wollen. Wer aber auf der Oberfläche eines Sees planscht, wird niemals auf den Grund des Sees blicken. Folgende Fabel beschreibt das Verhältnis von Wahrheit und Lüge sehr anschaulich:
Die nackte Wahrheit und die Lüge
Es wird erzählt, dass die Wahrheit und die Lüge sich einmal auf einem Weg begegneten. Die Lüge begrüßte die Wahrheit freundlich und sagte: „Welch ein wunderbarer Tag heute!“ Die Wahrheit schaute zum Himmel, denn der Tag war wirklich schön. Die beiden begannen gemeinsam zu gehen und erreichten bald einen schönen See mit klarem Wasser. Die Lüge meinte: „Das Wasser sieht so einladend aus – lass uns zusammen baden gehen!“ Die Wahrheit war zwar vorsichtig, prüfte das Wasser und stellte fest, dass es tatsächlich angenehm war. Also zogen sie sich aus und stiegen ins Wasser. Doch plötzlich sprang die Lüge aus dem See, griff nach den Kleidern der Wahrheit, zog sie an und lief davon. Die Wahrheit blieb nackt im Wasser zurück. Zornig sprang die Wahrheit aus dem See und suchte überall nach der Lüge und nach ihren Kleidern. Aber die Menschen, die die nackte Wahrheit sahen, wandten ihren Blick ab – voller Scham und Abscheu, denn sie wollten keine nackte Wahrheit sehen. Beschämt kehrte die Wahrheit zum See zurück und verschwand für immer, versteckte sich in ihrem See vor den Blicken der Welt. Seit diesem Tag reist die Lüge mit den Kleidern der Wahrheit umher und wird von der Welt als Wahrheit angesehen, weil die Menschen keine nackte, unbequeme Wahrheit sehen wollen.
Die Fabel zeigt, dass Lügen oft besser „verpackt“ und leichter zugänglich sind, während die reine, unverhüllte Wahrheit für viele Menschen schwer zu akzeptieren ist. Die Lüge erscheint in der Kleidung der Wahrheit – und wird daher eher geglaubt, auch wenn sie falsch ist.
Dieses Wissen über die Menschen machen sich ruchlose Menschen zunutze, um sie für ihre oftmals menschenfeindlichen Zwecke zu missbrauchen. Das, was die meisten Menschen für die Realität und teilweise für die Wahrheit halten, ist in Wirklichkeit ein Imperium der Lügen.
Warum und wie ließ sich ein großer Teil der Menschen in der Coronakrise und aktuell in der Ukraine-Krise zu Denk- und Verhaltensweisen verführen, die nicht ihrem Ich, die nicht ihrem humanistischen Gewissen entsprechen? Das autoritäre – fremdgesteuerte – Gewissen entsteht dort, wo moralische Maßstäbe von außen übernommen werden. Es ist die verinnerlichte Stimme einer Autorität – der Eltern, der Gesellschaft, der Religion oder des Staates. Gut ist, was geboten wird; schlecht, was verboten ist. Schuld entsteht nicht primär durch die Verletzung eigener Werte, sondern durch Ungehorsam. Das humanistische Gewissen ist keine äußere Instanz, sondern die innere Stimme des Menschen, insofern er um seine Möglichkeiten, Bedürfnisse und Grenzen weiß. Das humanistische Gewissen fragt nicht wie das autoritäre Gewissen: „Was darf ich?“ oder „Was wird von mir verlangt?“, sondern: „Was entspricht meinem Menschsein?“ Schuld entsteht hier nicht aus Regelbruch, sondern aus Selbstverfehlung – aus dem Zurückbleiben hinter den eigenen Möglichkeiten zu Liebe, Verantwortung und produktivem Leben. Die Mutation des humanistischen Gewissens vieler Menschen zu einem autoritären Gewissen ist einer der Hauptgründe für den massiven Werteverfall unserer Gesellschaft und des damit verbundenen Chaos auf der Welt.
Dieser Beitrag soll aufzuzeigen, welche Mechanismen aktiviert werden, um Menschen Lüge als Wahrheit zu verkaufen, und Wahrheit als Lüge zu diffamieren, wie es in der Corona-Plandemie praktiziert wurde und in den anderen inszenierten Krisen wie Kriegsverlängerung in der Ukraine, menschengemachter Klimawandel und so weiter immer noch wird. Was geht da in einem Individuum und zwischen Individuen ab, wenn sie von machtbesessenen Entscheidern aufs Kreuz gelegt werden? Ziel dieses Artikels ist es, einen Beitrag zur Aufklärung interessierter Menschen über Mechanismen der Manipulation zu leisten, und sie zum Selbstdenken anzuregen. Die Gefahr, Opfer von Manipulationen zu werden, sinkt meines Erachtens dadurch erheblich.
Hannah Arendt hat diesen Vorgang des „Denken Anfangens“ einmal wie folgt beschrieben:
„Niemand, dem du beibringst, zu denken, kann danach wieder so gehorchen wie zuvor. Nicht aus rebellischem Geist heraus, sondern wegen der Angewohnheit, im Zweifel alle Dinge zu prüfen.“
Die aus den Vorgehens- und Verhaltensweisen erkennbare Intention der Politiker weltweit, die sich in Coronazeiten, in der Ukrainekrise und in Fragen des Klimawandels offensichtlich gegen das Wohlergehen der Bevölkerung richtete und richtet, hätte für einen „normal“ denkenden Menschen eigentlich auf der Hand liegen müssen. Da jedoch die gewissen- und hemmungslosen Absichten der Entscheider selbst von intelligenten Menschen nicht durchschaut werden, befinden sich viele Betroffene vermutlich in einer Art Dämmerzustand, der durch entsprechende Manipulation bewusst und geschickt herbeigeführt wurde.
Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?
Verdrehung des Denk- und Bewertungsrahmens
Die Frage ist, wie es den Eliten und ihren politischen, medialen sowie wissenschaftlichen Handlangern immer wieder gelingt, die Meinung in den Köpfen der Menschen in Richtung „Notwendigkeit der Coronaimpfung“, „Kriegstüchtigkeit“, „menschengemachter Klimawandel“ und dergleichen zu drehen. Professor Rainer Mausfeld beschreibt in seinem 2023 erschienenen Buch „Hybris und Nemesis“ dieses Phänomen wie folgt:
„Das natürliche sittliche Empfinden von Menschen zum Schweigen zu bringen, erfordert erhebliche Angriffe auf das menschliche Bewusstsein. Wer jedoch über die nötigen medialen Mittel verfügt, kann dies – zumindest zeitlich begrenzt und vor allem in Situationen, die für die Stabilität herrschender Machtverhältnisse kritisch sind – auf relativ einfachen Wegen bewerkstelligen. Auf der Grundlage einer Verdrehung des gesamten Denk- und Bewertungsrahmens lässt sich nach Belieben Schwarz zu Weiß und Weiß zu Schwarz machen. Ist erst das gesamte Interpretationssystem verdreht, kann man eine Tat oder einen Sachverhalt leicht als moralisch „gut“ oder aber als „böse“ erscheinen lassen. So lassen sich Menschen daran gewöhnen, dass es zwei Kategorien von Staatsverbrechen geben kann, nämlich solche, die keine sind, sondern moralisch gerechtfertigte Taten, und solche, die auf das Schärfste zu verurteilen sind. Sie lassen sich daran gewöhnen, dass moralisch verwerfliche Taten wie beispielsweise Folter, Drohnenmorde, Bombardierungen ziviler Infrastruktur oder die Verwendung von geächteten Streubomben und Uranmunition, moralisch gerechtfertigt sein können, solange sie nur von den „Richtigen“ begangen werden.“
Phänomen der Massenbildung/Massenpsychose
Während der Corona-Plandemie fragte ich mich immer wieder, wie es möglich ist, dass selbst meine intelligenten Freunde diese Schmierenkomödie nicht durchschauen. Es lagen doch jeder Menge Fakten von seriösen Wissenschaftlern und Ärzten auf der Hand, die schon damals kaum widerlegbar waren, und eindeutig zu sein schienen. Diese Fakten wurden jedoch von den Leitmedien – wenn überhaupt – mit ein zwei Sätzen erwähnt, und die dahinterstehenden Personen diffamiert, diskreditiert und etikettiert. Aber gerade deswegen hätte doch einem halbwegs intelligenten Menschen dämmern müssen, dass dieses ganze Narrativ gewaltig stinkt! Wenn in einer angeblichen Demokratie Meinungspluralismus kein Thema mehr ist, müssten doch alle Alarmglocken läuten, oder? Dann würden doch normal intelligente Menschen in alternativen Medien nach entsprechenden Informationen suchen – dachte ich. Es geht ja immerhin um Leib und Leben – dachte ich. Weit gefehlt! Im Supermarkt kaufen die Menschen keinen genmanipulierten Mais ein, sich selbst und ihre Kinder ließen sie jedoch ohne weitere Nachforschungen – im Vertrauen auf die Politiker, die „Wissenschaftler“ und die „Qualitätsmedien“ – genmanipulieren. Auch heute noch ist für mich diese fremdgesteuerte Verhaltensweise unfassbar!
Viele meiner Freunde – zu einigen habe ich seit Corona leider keinen Kontakt mehr – bestätigten sich gegenseitig in dem Glauben, etwas Lebensbedrohliches entwickle sich. Viele von ihnen saßen gebannt von 20.00 bis 20.15 beim betreuten Denken vor dem Fernseher, um sich von Untergangspredigern wie Drosten, Wieler, Lauterbach, Spahn usw. und natürlich auch von ausländischen Demagogen Angst machen zu lassen. Die Herde hat alles aufgesogen, was ihr die Manipulatoren zum Fraß vorwarfen. Tausende Tote, wo man auch hinschaute!?! Aber die Denkbetreuten hatten Glück, in ihrem Bekanntenkreis hatte es noch keinen erwischt, was auch größtenteils bis heute so bleiben sollte. Na sowas! Dafür kennen sehr viele Menschen mittlerweile Bekannte, die „plötzlich und unerwartet“ kurz nach der Impfung verstarben.
Wirklich aufgewacht von diesen „Fremdgesteuerten“ sind einige leider immer noch nicht. Da wird lieber äußerst fragwürdigen, bei normalem Nachdenken nicht haltbaren Argumenten geglaubt, anstatt das Naheliegende zu erkennen. Die Impf-Narrativunterstützer kamen dann mit Hitzewelle, hoher Bevölkerungsdichte und ähnlichen fadenscheinigen Schwachsinn daher, um die Übersterblichkeit 2021 und 2022 zu begründen. Island beispielsweise hat eine der höchsten Übersterblichkeitsraten und Impfquoten. Soweit ich das im Erdkundeunterricht richtig verstanden habe, herrschen in Island keine tropischen Temperaturen, und die Bevölkerungsdichte liegt bei 3,5 Einwohner pro Quadratkilometer (in Deutschland 233 Einwohner pro Quadratkilometer). 15 Grad Celsius werden in Island selten überschritten. Auch waren die Sommer 2021 und 2022 in Deutschland nicht heißer als zuvor. Aber die Herde schluckt unreflektiert die Aussagen, „Empfehlungen“, „Wahrheiten“, Aufforderungen und Anweisungen ihrer vermeintlichen Retter.
„Millionen Fliegen können ja nicht irren!“ Was viele Menschen tun und/oder billigen gilt für Herdentiere als der Beweis für die Richtigkeit ihres Tuns. Sie folgen einer Schwarmintelligenz. Der Schwarm, die Masse ist in der Regel einfältig und nicht intelligent – wie die Historie zeigt. Die Herde glaubt beispielsweise einfachen Lösungen für komplexe Sachverhalte. „Mit zwei Pieks ist alles vorbei…“ Für manche Menschen war tatsächlich alles vorbei. Für komplexe Probleme gibt es jedoch keine einfachen Erklärungen. Gustave le Bon, der sich vor einem guten Jahrhundert intensiv mit dem Thema Massenbildung beschäftigte, fasste dieses Phänomen in folgende Worte:
„Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“
Ein weiteres Beispiel: Sechs Mann in einem kleinen Boot transportieren Unmengen von Sprengstoff, verfügen über ein Spezialtraining und Spezialequipment, tauchen 90 Meter tief, um eine Tonne Sprengstoff an zwei Pipelines anzubringen, jagen Nordstream 1 und 2 in die Luft, und vergessen dann ihre Ausweise an Bord. Hahaha, selten so gelacht!
Es gibt unzählige und herrliche Beispiele für den „Social Proof“ (= sozialer Beweis: es handelt sich hierbei um ein psychologisches und soziales Phänomen, bei dem Menschen die Handlungen anderer kopieren). Nehmen wir mal die Angst vor Terroranschlägen, obwohl die Gefahr im Straßenverkehr zu sterben um ein Tausendfaches höher ist, und natürlich die Angst vor dem bösen Corona-Virus, das sich ja gar nicht als so böse herausgestellt hat, oder auch die Angst vor dem bösen Russen, der 2029 vor den Toren eines NATO-Landes stehen könnte. Was für ein Schwachsinn!
Ja, Angst steckt an, und die aufgeschreckte Herde blökt dann hilflos in der Gegend umher, wartend auf den Retter, nicht wissend, dass der Retter die vorausgehende Krise oftmals inszeniert hat. Wie dem auch sei, die Eliten und ihre politischen, wissenschaftlichen und medialen Prostituierten haben es jedenfalls bei den letzten Krisen durch Angsterzeugung verstanden, die große Masse via Herdentrieb in die gewünschte Richtung zu dirigieren.
Die Geschichte zeigt, dass die Herdentiere meist nicht recht behielten, sondern Menschen, die sich trotz „schockierender“ Ereignisse wie 11.September 2001, Corona, Ukraine-Konflikt usw. nicht den Kopf verdrehen ließen und klar, und vor allem selbst dachten. Sie haben bei klarem Bewusstsein entschieden, was zu tun ist, und haben die aufkommenden Gedanken und Gefühle vorbeiziehen lassen. Bei den „Fremdgesteuerten“ dagegen haben sich diese von den Manipulatoren erzeugten Gefühle und Gedanken als unverrückbare Tatsachen in ihren Gehirnen und Herzen eingenistet. Denken Sie nur an den Kanon der „Pandemie der Ungeimpften“, in den große Teile der Bevölkerung ohne nachzudenken einstimmten. Der Herdentrieb wird und wurde von den Manipulatoren seit jeher schamlos ausgenutzt.
Ein großer Teil der Menschen lebt lieber mit einer bequemen Lüge, anstatt sein bisheriges Weltbild zu überdenken. Allerdings ist die momentane politische Realität so widerwärtig und teuflisch, dass sie mancher Bürger vielleicht nicht wissen möchte. Dennoch, es scheint diesen sicherlich braven Leuten nicht bewusst zu sein, dass sie sich mit ihrer Passivität den vermeintlich sicheren Ast, auf dem sie sitzen, absägen. Ihre Bequemlichkeit, Angst, Staatshörigkeit und zum Teil auch Einfältigkeit führen eventuell zu einer nicht gerade rosigen eigenen Zukunft und die ihrer Kinder. Ich frage mich mittlerweile, ob die Herde unwillig oder unfähig ist, selbst zu denken, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Vielleicht auch beides.“
Mögliche Ursachen für Massenbildung/Massenpsychose
Wollen wir dieses Phänomen einmal aus wissenschaftlicher Sicht beleuchten. Was sind möglicherweise psychologische und soziologische Ursachen für dieses sonderbar anmutende Verhalten vieler fremdgesteuerter Menschen? Warum haben viele Menschen trotz offensichtlicher Ungefährlichkeit des Virus, trotz augenscheinlicher Unwirksamkeit der Coronamaßnahmen, trotz offen zu Tage tretender schwerer Menschenrechtsverletzungen nicht erkannt oder erkennen wollen, was um sie herum geschehen ist? Sie ließen sich erneut impfen, obwohl sie wussten oder wissen sollten, dass die Impfung sie – wenn überhaupt – nur vorübergehend schützte. Sie zogen ihre Masken auf, obwohl sie nachweislich kaum etwas bringen und gesundheitsschädlich sind. Sie ließen in ihrer Verbohrtheit sogar ihre Kinder impfen, obwohl einige von ihnen wussten, dass schon einige Kinder durch die Impfung gestorben sind, und noch kein gesundes Kind durch Corona zu Tode gekommen ist. Sie schimpften (und Schlimmeres) auf Demonstranten, die keine Lust hatten auf faschistische, sowjetische oder DDR-Verhältnisse, die letztendlich auch für sie, die Ewiggestrigen auf die Straße gingen, damit sich historische Gräueltaten und massive Freiheitbeschränkungen nicht wiederholen. Sie dämonisierten und ächteten die Menschen, die für ihre und die Freiheit aller demonstrierten, und sich dem totalitär werdenden Regime widersetzten.
Normopathie
„Normopathie“ ist ein aus der Psychoanalyse und Psychiatrie stammender Begriff. Der deutsche Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Hans-Joachim Maaz definiert Normopathie wie folgt:
„Mit „Normopathie“ ist eine Anpassung einer Mehrheit von Menschen einer Gesellschaft an eine Fehlentwicklung, an pathogenes psychosoziales Verhalten gemeint, dessen Störung nicht mehr erkannt und akzeptiert wird, weil eine Mehrheit so denkt und handelt. Und was die Mehrheit vertritt, kann ja nicht falsch sein – so beruhigt jeder sein Gewissen durch Autosuggestion und lässt sich zur Anpassung manipulieren. Die große Fähigkeit des Menschen zur Anpassung wird praktisch pervertiert zur Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse. Das wird unterstützt durch das psychosoziale Grundbedürfnis des Menschen, unbedingt ‚dazugehören‘ zu wollen (zu einer Partnerschaft, Familie, Freundes-Gruppe, Verein, Partei, Religion, Nation usw.), um im zugehörigen sozialen Milieu auch entsprechend verstanden und bestätigt zu werden, auch Erfolg zu haben und auf keinen Fall abgelehnt, beschämt, ausgegrenzt und verfolgt zu werden. Eine Normopathie erklärt das pathologische Mitläufersyndrom, wenn eine Mehrheit begeistert in den Krieg zieht, sich als Herrenrasse wähnt, Völkervernichtung zustimmt, Andersdenkende verfolgt, Ideologie über die Realität stellt und im narzisstischen Größenwahn lebt.“
Nun, besser als Herr Maaz kann man die Verhaltensweisen der Massen in Coronazeiten und aktuell im Ukraine-Konflikt wohl kaum beschreiben. Auch das von mir öfter angesprochene „Bedürfnis nach moralischer Überlegenheit“ dürfte wohl zu einem großen Teil auf Normopathie zurückzuführen sein. Hier der Link zu diesem Beitrag:
Mattias Desmet, Professor für klinische Psychologie an der Uni Gent in Belgien bezeichnet das Phänomen, das große Gruppen von Menschen dazu bringt, sich zusammenzuschließen, um einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen, ohne sich um den Verlust individueller Rechte, Privilegien und sogar des Wohlbefindens zu kümmern, als psychologisches Konzept der „Massenbildung“, als eine Art weitreichende Hypnose.
Er meint, eine historische Analyse zeige, dass eine solche Massenbildung der erste Schritt zum Totalitarismus und zur Begehung von Gräueltaten im Namen des kollektiven Wohls sein kann.
„Diejenigen, die dich dazu bringen können, an das Unwahrscheinliche zu glauben, sind auch in der Lage, dich zu Gräueltaten zu überreden“
erkannte bereits Voltaire vor knapp 300 Jahren.
Bei der „Massenbildung“ handle es sich um eine Art hypnotischen Zustand, in dem Menschen auf der ganzen Welt ihre Einsamkeit, ihre Frustrationen, ihre „freischwebenden Ängste“ und ihre Unzufriedenheit mit Jobs und Lebensstilen, die sie als bedeutungslos erachteten, auf das von den Konzernmedien, Regierungsvertretern und globalen Eliten verbreitete Corona-Narrativ abladen konnten.
Desmet legt dar, das Corona-Narrativ habe Millionen unzufriedener Moderner einen identifizierbaren Feind präsentiert, einen Schlachtplan zu seiner Bekämpfung, Kameradschaft mit anderen Soldaten und etwas, für das sie sogar ihre grundlegendsten Rechte und Freiheiten angeblich für das Gemeinwohl opfern, was „zu einer Art geistigem Rausch der Verbundenheit führt, was der eigentliche Grund dafür ist, warum die Menschen weiterhin in das Narrativ einsteigen, selbst wenn es völlig absurd oder offenkundig falsch ist“.
Die Wahrheit ist der größte Feind der Lüge. Die Manipulierer wissen genau, dass sie lügen. Deshalb schüren sie den Hass auf alle, die die Wahrheit sagen.
Alexander Solschenizyn schrieb:
„Wir wissen, sie lügen.
Sie wissen, sie lügen.
Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen.
Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen.
Und trotzdem lügen sie weiter.“
„Lügen erscheinen dem Verstand häufig viel einleuchtender und anziehender als die Wahrheit, weil der Lügner den großen Vorteil hat, im Voraus zu wissen, was das Publikum zu hören wünscht“ (Hannah Arendt).
Der Verstand mancher Menschen reicht zuweilen nur für die Ausführung einer Aufgabe oder eines Befehls. Derartig gestrickte Menschen sind unfähig für die Übernahme von Eigenverantwortung und somit für die Freiheit. Sie wollen sich unterordnen, sie betteln geradezu danach. Demagogen wissen, dass Menschen „kleinen“ Kalibers die gefährlichsten Waffen sind, und instrumentalisieren sie durch das Aufhetzen gegen Andersdenkende zur Erreichung ihrer menschenverachtenden Ziele.
„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen“ (George Orwell).
Dystopisten wie George Orwell oder Aldous Huxley hatten die Gabe, zukünftige Entwicklungen vorauszusehen. Heute ist unsere Realität den Beschreibungen in den Büchern dieser Autoren bedrückend nahegekommen.
Das indoktrinierte Gehirn
Dr. med. Michael Nehls veröffentlichte im August 2023 das äußerst bemerkenswerte Buch „Das indoktrinierte Gehirn“.
Im Kapitel zur „Umprogrammierung des Gehirns“ beschreibt Michael Nehls Indoktrination nicht primär als rhetorisches oder ideologisches Phänomen, sondern als neurobiologischen Prozess. Seine zentrale These lautet: Dauerstress, Angst und soziale Verunsicherung verändern die Funktionsweise des Gehirns so, dass kritisches Denken geschwächt und Konformität begünstigt wird. Nehls kommt zu folgenden Erkenntnissen:
1. Stress und Angst als neurobiologischer Hebel
Nehls argumentiert, dass anhaltende Angstzustände das Stresssystem (HPA-Achse, Cortisol) dauerhaft aktivieren. Dies habe zwei Folgen:
Der präfrontale Cortex – zuständig für Reflexion, Abwägung und Selbstkontrolle – werde funktionell gehemmt.
Das limbische System, insbesondere angst- und impulsbezogene Schaltkreise, gewinne Dominanz.
Das Gehirn schalte so von denkender Verarbeitung auf reaktive Verarbeitung um.
Und was gibt es Schöneres für die Macht- und Besitzeliten sowie ihre politischen und medialen Handlanger als nurmehr reagierende Schafe?
2. Gedächtnisverschiebung statt Erkenntnis
Ein zentraler Punkt ist für Nehls der Hippocampus, der für Lernen, Kontextualisierung und Langzeitgedächtnis wichtig ist. Chronischer Stress
behindere die Neubildung von Nervenzellen (Neurogenese),
erschwere das Einordnen neuer Informationen,
fördere das bloße Abspeichern emotional gefärbter Narrative statt kritischer Bewertung.
Informationen würden „geglaubt“, nicht verstanden.
In der Stresserzeugung aufgrund ständig neu inszenierter Krisen sind die aktuellen Peiniger der Menschheit richtig gut!
3. Wiederholung ersetzt Überzeugung
Indoktrination funktioniere weniger über Argumente als über ständige Wiederholung unter emotionalem Druck. Das Gehirn lerne nicht durch Wahrheit, sondern durch Vertrautheit. Was oft gehört wird, fühlt sich richtig an, selbst wenn es logisch nicht geprüft wurde.
Erinnern Sie sich an die Coronazeit, wenn Sie den Fernseher einschalteten? Auf vielen Sendern immer wieder die Gefährlichkeit von Corona mit nicht evidenzbasierten Zahlen unterlegt, und natürlich die Rettung aus dieser menschheitsvernichtenden Krise: die Impfung – am besten verpflichtend für alle! Hut ab vor allen Menschen, die sich dennoch nicht einlullen ließen. Sie sind die wahren Helden unserer Gesellschaft.
4. Soziale Angst als Verstärker
Besonders wirksam sei Indoktrination, wenn sie mit Angst vor sozialer Ausgrenzung gekoppelt werde. Das Gehirn sei evolutionär darauf ausgerichtet, Zugehörigkeit zu sichern. Abweichendes Denken werde daher als Risiko erlebt und unbewusst vermieden.
Deswegen auch die Ausgrenzung Ungeimpfter vom sozialen Leben durch Maßnahmen wie 2G, 3G und deren soziale Verunglimpfung durch Parolen wie „Pandemie der Ungeimpften“ und dergleichen. Am besten gar nicht reden oder auseinandersetzen mit den Ungeimpften, diesem asozialen Gesockse, nicht dass man sich durch eventuelle „Gedankenverirrungen“ schuldig macht im Sinne der Corona-Anklage, nicht wahr? George Orwell lässt grüßen! Wer immer noch glaubt, in Coronazeiten ging alles mit rechten Dingen zu, dem ist nicht mehr zu helfen.
5. Ergebnis: Anpassung statt Autonomie
Das Resultat beschreibt Nehls als einen Zustand, in dem Menschen
Sicherheit über Wahrheit stellen,
Autorität über eigene Urteilsbildung,
emotionale Entlastung über kognitive Anstrengung.
Nicht „Überzeugung“, sondern neurologische Anpassung sei das Ziel dieses Prozesses, meint Dr. Nehls. Der Meinung bin ich ebenfalls, auch wenn ich nur ein Laie auf diesem Gebiet bin. Zumindest spricht das Verhalten vieler Personen in meinem Umkreis, die während der Coronazeit eine wundersame, mir damals unerklärliche Wandlung durchliefen, dafür, dass Prozesse im Gehirn in der von Dr. Michael Nehls beschriebenen Weise so oder so ähnlich ablaufen.
Fazit
Nach Nehls wirkt Indoktrination, indem Angst das Gehirn in einen Stressmodus versetzt, der kritisches Denken dämpft, emotionale Narrative bevorzugt und Konformität neurobiologisch belohnt. Das Gehirn wird nicht überzeugt, sondern umtrainiert.
Je absurder die Lügen der Manipulatoren sind, desto mehr werden sie von der Herde geglaubt. Das Gehirn passt sich den Lügen der Sender an. Wahrheiten werden als solche nicht mehr erkannt, was gerade Politikern sehr gelegen kommt. Die ehemaligen Gesundheitsminister Jens Spahn und Karl Lauterbach haben auch öffentlich bekundet, dass Wahrheit in der Politik oft fehl am Platz sei. Wörtlich sagte Lauterbach:
„Die Wahrheit führt in vielen Fällen zum politischen Tod.“
Das Schlimme daran ist, dass er auch noch recht hat, da den meisten Menschen eine bequeme Lüge lieber ist als die nackte Wahrheit. Aber sollte uns das nicht zu denken geben?
Das ständige Lügen von Entscheidern kann auch dazu führen, dass man überhaupt nichts mehr glaubt. Hannah Arendt hat diesen Umstand wie folgt ausgedrückt:
„Wo alle immerzu lügen, ist die Folge nicht, dass man den Lügen glaubt, sondern dass man überhaupt nichts mehr glaubt.“
Politiker lügen auch deswegen teilweise wie gedruckt, um uns unserer Orientierung zu berauben. Hannah Arendt hat dazu Folgendes bemerkt:
„Die beständige Ersetzung der Tatsachenwahrheit durch Lügen führt nicht dazu, dass die Lüge als Wahrheit gilt, sondern dazu, dass der Sinn zerstört wird, mit dem wir uns in der Wirklichkeit orientieren.“
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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Wie am Anfang des Kapitels „Liebe“ schon bemerkt, kommt einem die Liebe nicht einfach zugeflogen. Man wird hart arbeiten müssen, um diese universelle, das Leben so bereichernde Kunst zu entwickeln. Selbstverständlich kann es keine Gebrauchsanleitung geben, wie man Schritt für Schritt vorgehen sollte, um diese Kunst zu erlernen. Aneignen werden Sie sich diese Kunst letztendlich durch ständiges Praktizieren.
Im Folgenden werden deshalb lediglich die Voraussetzungen für das Erlernen einer – und auch dieser Kunst – aufgezeigt. Auch hier orientiere ich mich strukturell an den Sichtweisen von Erich Fromm, da es bei diesem Thema keinen Sinn macht, das Rad ein zweites Mal zu erfinden.
Disziplin
Wenn Sie etwas lernen wollen, sollten Sie sich bewusst selbstregulieren. Sie sollten sich anstrengen und den diversen Ablenkungen von Ihrem Ziel, eine Kunst zu erlernen, entgegenwirken. Es verhält sich doch wie mit der Vorbereitung für eine Prüfung: Wenn Sie sich ständig ablenken lassen oder aktiv nach Ablenkungen suchen, weil Sie eigentlich keinen Bock haben zu lernen, dann werden Sie auch nicht besonders erfolgreich sein. Sehen Sie sich beispielsweise Shaolin-Mönche an, mit welcher Selbstbeherrschung sie sich etwa in einer Kampfkunst üben. Sie werden zu Meistern durch eiserne Disziplin und ständiges Üben. Disziplin sollte wie das Lieben selbst zu einer Grundhaltung werden, die man gerne einnimmt, ganz gleichgültig wofür.
Viele Denker, Philosophien und Religionen teilen Erich Fromms Grundgedanken, dass Liebe eine Kunst sei, die nur durch Disziplin und Übung erlernt werden kann.
Schon im Buddhismus gilt Mitgefühl als Fähigkeit, die durch Meditation und achtsame Lebensführung eingeübt wird. Liebe entsteht dort nicht spontan, sondern wächst aus einer trainierten inneren Haltung heraus. Im Buddhismus werden Mitgefühl (karuṇā), liebende Güte (mettā) und Nicht-Anhaften als Fähigkeiten verstanden, die trainiert werden müssen.
Meditation ist im Buddhismus eine Disziplinpraxis, die Herz und Geist formt. Die Mettā-Meditation gilt explizit als „Training des Herzens“. Liebe gilt eben nicht als spontanes Gefühl, sondern wird als eine bewusste Ausrichtung und Übung, eine innere, zu trainierende Haltung verstanden. Wie bei Fromm ist im Buddhismus Liebe ein aktives Tun, etwas, das durch regelmäßige Praxis wächst.
Auch das Christentum versteht Nächstenliebe weniger als Gefühl denn als Tugend, die durch wiederholtes Handeln und geistige Übung verinnerlicht wird — ein Gedanke, den besonders die klösterliche Praxis mit ihrem geregelten Tagesablauf verdeutlicht. Thomas von Aquin betonte, dass Tugenden durch „habitus“, durch wiederholte Handlungen entstehen.
Im Konfuzianismus zeigt sich eine ähnliche Perspektive. Menschlichkeit, also die Fähigkeit, warmherzig und fürsorglich zu handeln, entsteht durch bewusste Selbstkultivierung und die Einübung sozialer Rituale, mit dem Ziel, den Charakter zu formen, um Liebe und Güte natürlich fließen lassen zu können. Es geht im Konfuzianismus wie bei Fromm um Charakterarbeit, und nicht um spontane Emotion.
Zen-Buddhismus und Taoismus betonen, dass jede Kunst — ob Bogenschießen, Teezeremonie oder Liebe — eine Lebenspraxis ist. Die Kunst entsteht aus geübter Leere, aus Disziplin, die keinen Zwang darstellt, sondern beständige Geistesschulung. Liebe entsteht aus innerer Ruhe und Präsenz.
Auch Fromm unterscheidet klar zwischen Disziplin und Zwang, wie folgende Worte zeigen:
„Wesentlich ist jedoch, dass man Disziplin nicht wie etwas übt, das einem von außen aufgezwungen wird, sondern dass sie zum Ausdruck des eigenen Wollens wird, dass man sie als angenehm empfindet und dass man sich allmählich ein Verhalten angewöhnt, das man schließlich vermissen würde, wenn man es wieder aufgeben sollte.“
Aristoteles beschreibt Tugenden wie die Freundschafts- oder Liebesfähigkeit als stabile Charakterhaltungen, die durch Praxis geformt werden. Man wird nicht zufällig tugendhaft — man wird es, indem man regelmäßig so handelt. Aristoteles sieht Freundschaft (philia) und ethische Tugenden als Elemente eines gelungenen Lebens. Liebesfähigkeit entsteht durch kultivierte, geübte innere Haltung.
Auch moderne psychologische Ansätze verstehen Liebesfähigkeit als ein Bündel erlernbarer Kompetenzen — Empathie, Selbstregulation, kommunikative Fähigkeiten —, die sich nur durch kontinuierliche Übung entwickeln. Liebe ist demnach eine Fähigkeit, die gepflegt und gelernt werden kann.
Durch all diese Traditionen und Denkweisen zieht sich ein gemeinsamer Kern: Liebe ist keine reine Emotion und kein Zufallsprodukt, sondern eine bewusst gepflegte Haltung. Egal ob im spirituellen, philosophischen oder psychologischen Kontext — überall zeigt sich, dass echte Liebesfähigkeit auf derselben Grundlage ruht: Übung, Achtsamkeit, Selbstdisziplin und die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten.
„Couch-Potatoes“ werden es jedenfalls schwer haben, etwas für sich Sinnvolles zustande zu bringen, wenn Sie ihren Allerwertesten nicht hochbringen.
In der bekannten multidisziplinären Gesundheits- und Entwicklungsstudie „Dunedin“ wurde nachgewiesen, dass Fähigkeiten, die bereits in der Kindheit vorhanden oder entwickelt wurden — wie beispielsweise Selbstdisziplin, Ausdauer und Gewissenhaftigkeit —, starken Einfluss auf Gesundheit, materiellen Wohlstand und Zufriedenheit im späteren Leben hatten — und das unabhängig von Intelligenz und sozialer Schicht. Diese valide Langzeitstudie zeigt: Disziplin zahlt sich in vielerlei Hinsicht aus. Also auf geht’s, meine Damen und Herren, ein bisschen mehr Disziplin an den Tag legen, wenn‘s genehm ist!
Konzentration
Eng verbunden mit der Disziplin ist die Konzentration. Wenn Sie etwas machen, dann sollten Sie es richtig machen, das heißt mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Fokussieren Sie Ihre Willenskraft auf das Ziel, diese Kunst zu erlernen. Konzentration erfordert geistige Anstrengung, und das Aufmerksamkeitsniveau lässt mit der Zeit natürlich auch etwas nach. Nichtsdestotrotz: Üben Sie sich in Konzentration.
Viele geistige Traditionen und philosophische Schulen sind der Auffassung, dass Konzentration eine entscheidende Voraussetzung für die „Kunst der Liebe“ ist. Im Buddhismus gilt Achtsamkeit als Grundlage von Mitgefühl: Nur ein konzentrierter, präsenter Geist kann anderen wirklich offen begegnen.
Auch im Christentum spielt die innere Sammlung eine zentrale Rolle. Mystiker betonen seit jeher, dass Nächstenliebe aus einem ruhigen, nicht zerstreuten Herzen erwächst. Der Konfuzianismus versteht zwischenmenschliche Liebe als soziale Kunst, die auf bewusster Aufmerksamkeit beruht — auf echtem Zuhören und dem wachen Wahrnehmen des anderen.
Aristoteles beschreibt Tugenden und Freundschaft als Formen des bewussten, achtsamen Tuns, das geistige Klarheit verlangt. Auch der Zen-Buddhismus betont reine Präsenz als Quelle von Mitgefühl, das aus der Fähigkeit entsteht, im Augenblick ganz da zu sein. Schließlich zeigt auch die moderne Psychologie, dass gelingende Beziehungen Aufmerksamkeit, Empathiefähigkeit und fokussierte Präsenz benötigen.
In all diesen Traditionen zeigt sich dieselbe Einsicht: Liebe wächst dort, wo der Mensch wirklich präsent ist. Konzentration ist keine Technik, sondern in diesem Zusammenhang die innere Haltung, sich dem anderen bewusst und ungeteilt zuzuwenden.
Verschiedene Einflussfaktoren wie Ihre Ernährung, Ihre momentane Stimmung, Umgebungsbedingungen wie beispielsweise das Spielen mit Handys und Internetsurfen beeinflussen die Konzentrationsfähigkeit. Ein großes Zugunglück in Bayern Anfang 2016 ist wahrscheinlich auf nachlassende Konzentration eines Menschen durch das Spielen mit einem Smartphone zurückzuführen. Die Konzentrationsfähigkeit der Menschen steht heute auf einem sehr niedrigen Level, da sich Menschen so vieler Ablenkungsmöglichkeiten wie nie zuvor bedienen können. Da wird halt alles gemacht, und nichts richtig. Unser Gehirn liebt natürlich die Abwechslung und sucht nach immer neuen Reizen. Unsere fünf Sinne sind stets begierig auf Neues, und moderne Medien liefern uns unendlich viele Informationen zu allen denkbaren Themen. Schön und gut — aber die Konzentrationsfähigkeit sinkt dadurch erheblich, wie Studien eindeutig belegen! Also, weniger Knöpfe drücken und mal wieder ein Buch lesen, oder einfach mal nur dasitzen und nichts tun! Nein, nicht nach dem Smartphone greifen, das Sie erst vor zwei Minuten nach neuen Nachrichten gecheckt haben!
Ihre Konzentration können Sie verbessern durch ausgeglichene Ernährung, insbesondere durch Nahrung mit viel Vitamin B und Omega-3-Fettsäuren (sie führen zu einem besseren Informationsaustausch zwischen den Zellen), durch Konzentrationsübungen und Meditation und jede Art von Stressabbau, durch ein Schläfchen am Tag von nicht mehr als 30 Minuten, durch (insbesondere klassische) Musik, durch Muskelentspannung — beispielsweise nach dem Verfahren von Jacobson —, durch Ausdauersportarten wie zum Beispiel 30 Minuten Joggen zwei- bis dreimal pro Woche und durch ausreichende Energie mittels eines ausgeglichenen Glukosespiegels.
Konzentrationsstörungen sind meist auf psychosomatische, organische und neurologische Ursachen zurückzuführen. Checken Sie vielleicht einmal die Gründe für ihre Konzentrationsschwierigkeiten. Tun Sie sich einen Gefallen und arbeiten Sie an einer besseren Konzentrationsfähigkeit.
Geduld
„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!“ Also immer langsam mit den jungen Pferden. Das fällt den meisten Menschen in unserer schnelllebigen Zeit natürlich besonders schwer. Alles muss immer noch besser, größer und selbstredend schneller funktionieren. Wir beschleunigen ohne Ende, bis der Planet und der Mensch darauf in die Knie gehen. Ich denke, langsam ist die Zeit der „Entschleunigung“ angesagt, auch wenn das einigen, meist reichen Bevölkerungsschichten aufgrund zu langsamer Vermögenszunahme nicht zusagen wird. Nicht die Zeit rast, nein, wir rasen! Die durch Digitalisierung, Standardisierung und Beschleunigung eingesparte Zeit macht Reiche noch reicher, da die eingesparte Zeit nicht Arbeitnehmern zugutekommt, die man dann vielleicht weniger arbeiten lassen müsste, sondern lediglich der Vergrößerung des Reichtums der Vermögenden.
Manche schlagen die wertvolle Lebenszeit auch „tot“ mit allerlei oberflächlicher Ablenkung, anstatt zu versuchen, auf ein höheres persönliches Level zu kommen. Das ist in meinen Augen auch nicht gerade der Inbegriff eines erfüllten Lebens. Konsum ist oftmals ein spärlicher Ersatz für nicht gelebtes Leben.
Auch der ständige Blick auf die Uhr und die oftmals fremdgesteuerte Dringlichkeit von irgendwelchen zu erledigenden Aufgaben versperrt uns den Blick auf die wichtigen Dinge im Leben, wie zum Beispiel die Kunst des Liebens zu erlernen. Wirklich wichtige Dinge wie Freundschaft, Liebe, Gesundheit, Familie und dergleichen werden zugunsten der eher unwichtigen und meist als dringlich getarnten Dinge im Leben vernachlässigt.
Geduld ist eine Grundbedingung der „Kunst der Liebe“. Im Buddhismus gilt Geduld als eine der höchsten Vollkommenheiten (pāramitās): Mitgefühl und Liebesfähigkeit entstehen dort nicht plötzlich, sondern wachsen langsam durch beharrliche Praxis und das geduldige Ertragen von Schwierigkeiten.
Auch im Christentum wird die Nächstenliebe eng mit Geduld verknüpft — sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber anderen. Die christliche Tradition betont, dass Liebe im Alltag erprobt wird, und dass Vergebung, Verständnis und Beständigkeit nur mit geduldigem Herzen möglich sind.
Im Konfuzianismus zeigt sich Geduld besonders im zwischenmenschlichen Umgang: Menschlichkeit reift durch langfristige Selbstkultivierung, durch das beharrliche Einüben freundlicher, respektvoller und harmonischer Beziehungen.
Aristoteles beschreibt Tugenden grundsätzlich als etwas, das erst durch wiederholtes, geduldiges Üben entsteht. Freundschaft und Liebe entwickeln sich für ihn über Zeit — durch konstantes, zuverlässiges Handeln.
Auch der Zen-Buddhismus sieht Geduld als wesentlichen Faktor an: Jede Form geistiger oder zwischenmenschlicher Kunst entsteht dort aus stetigem Üben und dem Akzeptieren der Langsamkeit innerer Entwicklung.
Schließlich zeigt auch die moderne Psychologie, dass stabile Beziehungen von Geduld leben, von der Fähigkeit, Entwicklungsprozesse zu tolerieren, Konflikte auszuhalten und Veränderungen nicht zu erzwingen.
All diese Traditionen teilen die gleiche Erkenntnis: Liebe ist etwas, das Zeit braucht. Geduld ist die Haltung, die ermöglicht, dass Liebe wachsen, sich vertiefen und Bestand haben kann.
Glaube und Mut
Sie sollten daran glauben, die Fähigkeit zu lieben — oder eine andere Kunst — erlernen zu können. Der Glaube an unser eigenes Wachstum befähigt uns dazu, „Berge zu versetzen“.
Glaube und Mut sind weitere wesentliche Voraussetzungen, um die „Kunst der Liebe“ zu erlernen und zu leben.
Im Christentum etwa gilt Glaube nicht primär als intellektuelles Für-wahr-Halten, sondern als Vertrauen — in Gott, in das Gute und in den anderen Menschen. Dieses Vertrauen bildet die Basis dafür, sich in Beziehungen verwundbar zu machen. Mut zeigt sich hier als Bereitschaft, sich zu öffnen, auch wenn man verletzt werden könnte.
Im Buddhismus findet sich ein ähnlicher Gedanke: Dort bedeutet Glaube vor allem „Vertrauen in den Weg“. Mitgefühl und liebende Güte entstehen nur, wenn man mutig genug ist, Angst, Schmerz und Verlust nicht zu vermeiden, sondern ihnen mit offenem Herzen zu begegnen. Liebe verlangt die Bereitschaft, Kontrolle loszulassen und Unbeständigkeit zu akzeptieren.
Im Konfuzianismus spielt Vertrauen in die grundsätzliche Gutheit des Menschen eine wichtige Rolle. Zwischenmenschliche Beziehungen können nur gelingen, wenn man daran glaubt, dass moralische Entwicklung möglich ist — und wenn man mutig genug ist, harmonische Beziehungen auch in schwierigen Situationen aufrechtzuerhalten.
Bei Aristoteles wird Mut als zentrale Tugend verstanden, weil ohne ihn keine anderen Tugenden — auch nicht Freundschaft oder Liebe — verwirklicht werden können. Liebe verlangt für ihn immer Bereitschaft zum Risiko: Man investiert Zeit, Nähe und Verwundbarkeit. Glaube zeigt sich hier als Vertrauen in den Charakter des anderen und in das Gute des gemeinsamen Handelns.
Auch der Zen-Buddhismus verbindet Mut und Vertrauen: Der Mut besteht darin, sich dem momentanen Erleben vollständig zu öffnen, ohne Schutzmechanismen. Vertrauen meint hier das Loslassen des ständigen Kontrollbedürfnisses — eine Haltung, die Mitgefühl und innere Weite ermöglicht.
In all diesen Traditionen zeigt sich dieselbe Einsicht: Liebe braucht Vertrauen und Risiko. Wer liebt, muss glauben — an sich, an den anderen, an das Gute —, und er muss mutig sein, weil Liebe immer auch bedeutet, sich zu öffnen, ohne Garantie. So wird Glaube und Mut zu einem unverzichtbaren Fundament jeder „Kunst der Liebe“.
Es bedarf jedoch auch einigen Mutes, neue Wege zu gehen.
Manchmal erkennt man, dass der gemeinsame Weg nicht mehr für beide begehbar ist. Es besteht in meinen Augen in diesem Fall auch nicht ein Mangel an Liebesfähigkeit, wenn man sich auf neuen Wegen von bisherigen Weggefährten trennt — im Gegenteil, man gibt dem anderen die Möglichkeit, seinen Weg weiterzugehen, den man selbst nicht mehr teilen will.
Folgende Zeilen von Daya Devi — einem spirituellen und göttlichen Kanal für Mitgefühl und Liebe — haben mich sehr beeindruckt:
„Während du dich veränderst, wirst du festst ellen, dass du nicht mehr die Person bist, die du früher warst. Die Dinge, die du früher toleriert hast, sind jetzt unerträglich geworden. Wo du einst still warst, sprichst du jetzt deine Wahrheit. Wo du einst gekämpft und gestritten hast, möchtest du jetzt schweigen. Du beginnst, den Wert deiner Stimme zu verstehen, und es gibt Situationen, die deine Zeit, Energie und Konzentration nicht mehr verdienen.“
„…es gibt Situationen, die deine Zeit, Energie und Konzentration nicht mehr verdienen.“ Durch dieses veränderte Bewusstsein erleben wir weniger Täuschungen — und dadurch Enttäuschungen. Viele von uns haben beispielsweise durch die „Coronakrise“ eine Wandlung zu sich selbst vollzogen. Wir trennen uns von bisher vertrauten Personen und Gewohnheiten, weil wir nur noch wenig mit ihnen gemeinsam haben. Wir konzentrieren uns stärker auf das, was wirklich wichtig ist im Leben: persönliche Weiterentwicklung, mitfühlender Umgang mit allen Menschen und mit der Natur, sinnvolle Beschäftigung, Gesundheit, Abstimmung von Körper, Geist und Seele.
Konservative Menschen haben vielleicht mehr Sicherheit in ihrem Dasein, werden aber meines Erachtens von der Vielfältigkeit dieses Lebens weniger erfahren.
Willensstärke
Ihr unbedingter Wille, Meister zu werden, wäre jetzt die nächste Prämisse für diese wie für jede andere Kunst. Ihre Willenskraft befähigt Sie letzten Endes, zu dem zu werden, der Sie sein wollen beziehungsweise sind. Wenn Sie nur ein spärliches Interesse an dieser Kunst haben, sollten Sie es lieber lassen, es sei denn, ein gewisser Dilettantismus reicht Ihnen aus. Wie Ihr Glaube an Ihre Fähigkeiten versetzt auch Ihr Wille Berge. Sie werden auf dem Weg zur Meisterschaft oftmals stolpern, aber Ihr Wille wird Sie weitertragen. Die eigentliche Schwäche besteht nicht im Hinfallen, sondern im Liegenbleiben. Sehen Sie Probleme nicht als Hindernisse, sondern als Ansporn, sie zu lösen. Ja, denken Sie ruhig ein wenig sportlich! Überlegen Sie sich genau, ob Sie Laie bleiben oder Meister werden wollen, denn der Weg zur Meisterschaft ist mit vielen Dornen und Hindernissen gepflastert.
Aktivität
Von nichts kommt nichts. Die meisten Menschen meinen ja, Aktivität wäre etwas von außen Sichtbares, irgendetwas, mit dem man sich „beschäftigt“. Echte Aktivität findet jedoch im Inneren eines Menschen statt und bedeutet so viel wie „Mobilisierung der innewohnenden Kräfte“.
Viele Menschen praktizieren sichtbare Freizeit-„Aktivitäten“, was von der Außenwelt dann als unglaubliche Tatkraft empfunden wird. Oftmals ist es aber nur ein kläglicher Versuch, sich seiner inneren Welt nicht stellen zu müssen, das heißt, diese Menschen flüchten oftmals vor sich selbst.
Wenn Sie eine Kunst erlernen wollen, müssen Sie diese in sich kreieren und bei Bedarf von innen nach außen tragen. Alles von außen Sichtbare haben Sie zuvor in Ihrem Inneren erzeugt — auch die Liebe. Wirklich produktiv zu sein, ist eine grundsätzliche Einstellung eines Menschen, ebenso wie Disziplin und Liebe. Sie sollten bei allem, was Sie anpacken, produktiv und wach sein, und nicht wichtige Energie verplempern.
Überwindung des Narzissmus
Weg vom Narzissmus und hin zu mehr Demut, Objektivität und Vernunft! Insbesondere Männer neigen gerne einmal zum Narzissmus. So wie die griechische Sagengestalt Narziss (Narkissos), verlieben sie sich in ihr eigenes Spiegelbild und glauben weiß Gott wer oder was sie sind. Sie haben eine überzogene Meinung von ihren „positiven“ Eigenschaften und halten konsequenterweise alle anderen für etwas beschränkter und minderbemittelter, was einer erforderlichen demütigen Haltung für das Erlernen einer Kunst definitiv entgegenwirkt. Ein demütiger Mensch erkennt und akzeptiert aus freien Stücken, dass es etwas Höheres, vielleicht für ihn Unerreichbares gibt. Der Narzisst dagegen hält sich für das Maß der Dinge.
„Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.“
Dementsprechend wird ein Narzisst eben auch unfähig sein, irgendeine Kunst zu erlernen. Echte Demut ist eine Grundvoraussetzung für das Erlernen jeder Kunst. Ein Narzisst kann auch nicht objektiv sein, weil er ein verklärtes Bild von der Außenwelt hat und sie nur danach beurteilt und bewertet, ob sie für sein inneres Ego von Nutzen ist oder nicht. Ein Herr oder eine Frau „Wichtig“ ist demnach aufgrund mangelnder Objektivität auch schlecht entwicklungsfähig — arme Seelen!
Üben, üben, üben
Wenn Sie all die zuvor genannten Bedingungen erfüllen, müssen Sie eben üben, üben und nochmals üben. Couch-Potatoes werden diese oder eine andere Kunst wahrscheinlich nie erlernen, weil sie lieber auf ihrem Sofa dahindämmern.
Wie haben Sie beispielsweise Radfahren oder Skifahren gelernt? Na ja, indem Sie sich erst einmal vorgestellt haben, wie Sie das anstellen wollen (Planung), Ihre Vorstellungen in die Tat umgesetzt (Realisierung), Ihren (geplanten) Sollzustand mit dem Ist-Zustand verglichen (Kontrolle) und aufgrund eingehender Ursachen- beziehungsweise Abweichungsanalysen Ihre Aktivitäten immer weiter verbessert haben (Steuerung), bis Sie diese Tätigkeit schließlich beherrschten (kontinuierlicher Verbesserungsprozess). Die Manager unter Ihnen haben natürlich erkannt, dass es sich bei dieser Vorgehensweise um das Durchlaufen des Managementkreislaufs handelt. Auch Sie müssen diesen Kreislauf sehr viele Male durchlaufen, bis Sie eine Kunst erlernt haben, und das bedarf der Disziplin, Konzentration, Geduld und Willensstärke.
Kleines Nachwort zum Thema Liebe
In den letzten vier Beiträgen wurde das Thema Liebe und die Kunst, sie zu erlernen, näher beleuchtet.
Ich bin der festen Überzeugung, wenn viele Menschen die Fähigkeit zu lieben entwickeln oder zumindest verbessern würden, hätten wir eine Welt mit wesentlich weniger Hass, Neid, Ausbeutung, Hunger und Krieg. Momentan scheint es jedoch so, dass böse Mächte sehr viele Menschen mit ihren dunklen Absichten erfassen. Überall auf der Welt haben sich Krisenherde aufgrund ethnischer, kultureller, ökonomischer, religiöser oder politischer Unterschiede gebildet, die von zerstörerischen Kräften angeheizt und am Leben erhalten werden.
Hass — das Gegenteil von Liebe — hat sehr viele Gesichter und wird von unheilbringenden Kräften in die Köpfe der Menschen verpflanzt. Mit Hass werden größtenteils Lügen, geschickt gemischt mit ein paar Fakten, in den Köpfen empfänglicher Personen festgesetzt, die in der Regel mit ihrer eigenen Situation unzufrieden und leicht zum Hassen zu verführen sind.
Wenn diverse Religionen ihren Hasspredigern nicht die rote Karte zeigen, werden irgendwann auch die friedliebenden Gläubigen dieser Religion von Andersgläubigen angefeindet werden.
Wenn spaltende und polarisierende Bewegungen fruchtbaren Boden in sozial schwachen Schichten vorfinden und ihnen diese Grundlage für ihre miesen Machenschaften nicht entzogen wird — indem mehr für benachteiligte Menschen am Rande einer Gesellschaft getan wird —, werden diese Brunnenvergifter immer mächtiger werden und weiteres Unheil über die Menschheit bringen. Wenn Politiker spaltendes Gedankengut verbreiten oder gehässige Worte benutzen und versuchen, eine Gesellschaft zu polarisieren, kommt Unheil über die ganze Welt, wenn man ihnen nicht Einhalt gebietet.
Das Zauberwort heißt Liebe! Wenn sich die Menschen an das Gebot der Nächstenliebe halten würden, könnten solche diabolischen Strömungen gar nicht erst entstehen. Keiner soll sich „Christ“, „Jude“, „guter Moslem“ oder einfach nur „guter Mensch“ nennen, wenn er solche teuflischen Strömungen unterstützt. Wie kann jemand, der Gräueltaten wie den Kindermord in Gaza toleriert, das Wort „Liebe“ oder „Gott“ auch nur in den Mund nehmen? Wie kann jemand, der Fremde auf übelste Weise beschimpft, bedroht oder noch Schrecklicheres tut, sich anmaßen, das Wort Liebe im Zusammenhang mit seinen Kindern oder seinem Partner zu benutzen? Solche Leute können nicht lieben; deswegen sollten sie es lernen und ihren Hass in Liebe verwandeln.
Der Kapitalismus, der die Gier des Menschen als Motor benutzt, ist für das Gebot der Nächstenliebe nicht gerade förderlich. Der Sozialismus oder Kommunismus wäre zweifelsohne für die Entfaltung der Nächstenliebe besser geeignet, ist aber, wie die Vergangenheit zeigte, schwer praktizierbar, da das eigene Hemd doch am nächsten zu sein scheint.
Also gilt es, in einer machbaren und menschengerechten Form des Zusammenlebens Nächstenliebe zu praktizieren, wenn wir als Menschheit unter erträglichen gesellschaftlichen Bedingungen existieren wollen.
Das Praktizieren von Nächstenliebe beispielsweise Flüchtlingen gegenüber heißt nicht, eine wesentliche Verschlechterung der Situation des einzelnen Bürgers in Kauf zu nehmen. Politik, Religion und Wirtschaft sind aufgefordert, dafür zu sorgen, solche Umstände nicht eintreten zu lassen. Wenn beispielsweise nur ein Bruchteil der Gelder von Steuerflüchtlingen aufgefangen werden könnte, wäre Hilfe für Flüchtlinge ohne Verschlechterung der Lebenssituation der Einheimischen problemlos möglich.
Politische Kräfte, die ihre Nation und deren Verfassung mit Worten wie „Unsere Demokratie“ angeblich verteidigen, sollten sich wieder an den wichtigsten Paragrafen in ihrer Verfassung erinnern: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Anstatt andere zu verteufeln, sollten solche Fehlgeleitete erneut damit beginnen, das christliche Gebot der Nächstenliebe zu verinnerlichen, zu üben und irgendwann auch im täglichen Umgang mit Menschen zu praktizieren.
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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Mehr als 25 Jahre lang wurde verhandelt, nun steht seit letzte Woche das Mercosur-Freihandelsabkommen der EU – und sorgt weiter für heftigen Unmut. Worum geht es genau? Was sagen die Befürworter und Gegner? Und wie konnte der Vertrag trotz all der Skepsis und riesigen Widerstände zustande kommen? Warum Mercosur so umstritten ist und bleibt, ist hier nochmals zusammenfassend erörtert. Nur so viel: Was vor 25 Jahren gut gewesen wäre, muss es aber heute nicht mehr sein. Es wird nicht wenige Verlierer geben – die aber leider eine schlechte Lobby haben, und nur darum geht es bei den EU-Entscheidungswegen: die richtigen EInflüsterer und Interessenvertreter in Brüssel sitzen zu haben. Eine AfD-Politikerin ergänzte mir gegenüber in einer Zuschrift: „Insbesondere die Landwirte werden unter dem Mercosur-Abkommen leiden, denn Umwelt- und Tierwohlauflagen sind hierzulande deutlich restriktiver als in Südamerika und damit neben exorbitant höheren Bodenpreisen die Hauptkostentreiber für deutsche bzw. europäische Landwirtschaftsprodukte.”
Sie schrieb weiter: “In der Praxis sieht das dann beispielsweise so aus, dass unsere Rinderzüchter sich hierzulande mit den Vorgaben zu Mindestplatz pro Großvieheinheit und verpflichtendem Weidegang befassen und jedes Milligramm Antibiotikum rechtfertigen und dokumentieren müssen, während in den südamerikanischen Großmastanlagen im Schnitt 20.000 Tiere auf engstem Raum stehen, nie im Leben auch nur einen Grashalm sehen und mit hierzulande verbotenen Hormonen und Zusatzstoffen auf schnelles Wachstum getrimmt werden. Das Hektar landwirtschaftliche Fläche kostet z. B. in Argentinien zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Ein deutscher Landwirt muss da durchschnittlich 14.000 bis 43.000 Euro, in Spitzenwerten je nach Region schon rund 90.000 Euro pro Hektar hinlegen. Das sind keine fairen Bedingungen.” Eine solche Positionierung hätte ich eigentlich von der CDU erwartet. Doch der scheinen die Sorgen und Nöte der hiesigen Bauern inzwischen ebenso egal zu sein wie die unserer Industrie.
Für die Mainstreammedien kein Thema
Die AfD nimmt sich dieses Themas – gerade auch im Wahlkampf (im März wird in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gewählt, es folgen noch drei weitere Landtagswahlen 2026!) – hingegen engagiert an. Sie weist auch auf dieses zusätzliche Problem hin: „Das CBAM (siehe hier) beispielsweise sieht vor, zusätzliche CO2-Abgaben auf relevante Produktgruppen aus Drittländern zu verlangen, die in die EU importiert werden sollen. Das betrifft insbesondere Baumaterialien, Stahl, Düngemittel und dabei auch bestimmte Derivate, die als Transport für Wasserstoff dienen sollen, vom Gesetz aber als Düngemittel eingestuft werden (so viel zum Thema ‚Power-to-Gas‘ in Afrika und Transport nach EU, die Red.). Was wird wohl für ein Effekt eintreten? Die BRICS-Staaten haben längst erkannt, dass die europäischen Länder in naher Zukunft weder als Beschaffungs- noch als Absatzmarkt wirklich mehr relevant sein werden. Sie tun, was alle vorausschauenden Staaten tun: Sie orientieren sich um und bilden ihre eigenen Beschaffungs- und Absatzmärkte.“
In Österreich wird dieses Problem übrigens ebenfalls gesehen und klar benannt. Dort warnen Landwirte und Opposition seit langem, dass die EU-Klimazölle à la CBAM ein Bürokratie-Monster sondergleichen sind, das Europas Industrie bedroht. Doch in Deutschland ist all das anscheinend kein Thema – jedenfalls in den etablierten Lückenmedien. Immerhin in den freien Medien, etwa hier bei “Apollo News”, wird man fündig. Was allerdings überhaupt nicht „eingeordnet“ wird, wie es neudeutsch heißt: Erhobene Zölle verteuern Importwaren zu Lasten der Konsumenten. Der lachende Dritte ist der Fiskus, der Zoll hat im Jahr 2024 Jahr rund 150 Milliarden Euro Abgaben eingenommen und verwaltet. Davon wurden insgesamt 5,5 Milliarden Euro an Zöllen durch die EU vereinnahmt. Wenn nun diese Zolleinnahmen wegfallen: Wer muss wohl die Haushaltslöcher stopfen? Richtig, die Steuerzahler – und auch der Zollausfall des EU-Haushalts muss zu rund einem Viertel vom größten Nettozahler Deutschland ausgeglichen werden. Was also ist gewonnen?
Man fasst sich an den Kopf
Doch das Mercosur-Abkommen ist nicht das einzige Problem. Die Krone des Irrsinns europäischer Handelspolitik stellt die ebenfalls aktuell getroffene Einigung über den Import billiger E-Autos aus China dar. Während bei uns der Kauf von solchen Autos subventioniert wird, geschieht das in China über die Förderung der Produktion, wenn auch nicht in vergleichbarem Umfang wie hier. Die Chinesen haben fast alle Rohstoffe, bauen weitaus rationeller, fertigen mit billiger Energie, haben deutlich niedrigere Lohnkosten und so gut wie keine bürokratiebedingte Verteuerung, schätzen zwar Komfort, verzichten aber auf Schnickschnack (wobei sie auch im Luxussegment zunehmend aufschließen). Deshalb kosten ihre E-Autos nicht mehr als unserer Benziner. Die EU wollte nun die chinesischen Autos teurer machen – und das, obwohl die grüne Politik in Brüssel doch froh sein müsste, dass mehr E-Autos gefahren werden!
Nun haben aber sie einen Deal ausgehandelt und klopfen sich auf die Schenkel, während sich unsereins an den Kopf fasst: „Statt Zölle Mindestpreise für E-Autos“, war die glorreiche Idee der Brüsseler Strategen. Bisher wurden zum regulären Importzoll zwischen 7,8 und 35,3 Prozent Sonderzölle erhoben. Wenn das Trump wüsste! Dazu kommt noch die Einfuhrumsatzsteuer. Was sind nun die Folgen dieses Irrsinns, der nur in Köpfen abgehobener Bürokraten in Brüssel entstehen kann? Die Interessenten für chinesische E-Autos müssen noch tiefer in die Tasche greifen oder verzichten auf den Kauf. Zusätzlich müssen die Menschen den Einnahmeausfall der wegfallenden Zölle mit höheren Steuern kompensieren, sind also doppelt gestraft.
Und wer ist der lachende Dritte? Natürlich die chinesischen Hersteller, weil sie ihre E-Autos noch teurer vermarkten können. Die Sonderprofite können sie zurücklegen, um damit später deutsche Autofirmen aufzukaufen. Und wenn es dann auch in China Unternehmenssteuern gibt wie bei uns, dann labt sich auch der chinesische Staat am Hirngespinst von Brüssel. Wer thront dort eigentlich über allem, wer trägt die Hauptverantwortung für diese absurde und durchweg schädliche Politik? Die Kommissionspräsidentin von der Leyen, die uns schon in Deutschland als vierfache Allzweck-Ministerin teuer zu stehen kam. Wen wundert es da noch, dass sich die meisten Menschen zwar als Europäer verstehen, aber mit der Brüssel Eurokratie immer weniger zu tun haben wollen?
Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.
Aus westlicher Sicht ist der Iran nur eines von über 50 islamischen Ländern. Doch schon lange vor Christi Geburt, als Araber und Türken noch als nomadische Stämme durch die Steppen zogen, hatte sich in Persien, dem heutigen Iran, eine Hochkultur entwickelt. Diese Kultur ist im frühen Mittelalter zwar militärisch vom Islam überrannt worden, aber sie besteht bis heute in der Sprache und den Wertvorstellungen der iranischen Nation fort.
Im historischen Bewusstsein der Araber und Türken ist dieser kulturelle Kontrast präsent. Dies machen die Worte des damaligen Vorsitzenden der Arabischen Liga Azzam Pasha deutlich, die im September 1947 bei (gescheiterten) Verhandlungen um eine Lösung für Palästina fielen, „We were able to drive out the Crusaders, but on the other hand we lost Spain and Persia.“ – „Wir waren in der Lage, die Kreuzritter zu vertreiben, aber andererseits haben wir Spanien und Persien verloren.“ https://israeled.org//resources/documents/abdulrahman-azzam-pasha-rejects-compromise-zionists
Neben dem bis in die 1970er Jahre überwiegend christlichen Libanon war der Iran schon im frühen 20. Jahrhundert eines der wenigen fortschrittlichen, für westliche Ideen aufgeschlossenen Länder des Orients. 1951 wurden die ersten wirklich demokratischen Wahlen abgehalten – und die letzten. Denn schon 1953 stürzten die CIA und der britische MI6 den gewählten Präsidenten Mozadegh. Diese skandalöse Aktion gegen die Interessen der demokratischen Nationen war maßgeblich einem gierigen Anspruch ultrareicher Personen unterstellt, nämlich den Herren der im Iran tätigen britischen Ölkonzerne. Der liberale Mozadegh hatte sich zu ihrem Rivalen gemacht, indem er diese Ressorcen unter staatliche Kontrolle stellte, um der Nation einen fairen Anteil an den Einnahmen zu sichern.
An seiner Stelle wurde der Schah Reza Pahlevi zum autokratischen Herrscher erhoben. Dieser durchaus fähige Mann ebnete jedoch mit seiner Prunksucht, seiner CIA-geschulten Geheimpolizei und mit seinem übertriebenen Verwestlichungstempo den Weg für eine fatale Gegenströmung. Diese wurde von dem notorischen Islamisten Ayatollah Khomeini von seinem Exil in Frankreich ausgeführt. Khomeinis Machtergreifung im Februar 1979 wäre jedoch niemals ohne massive Hilfe aus dem Westen möglich gewesen.
Eine davon lieferte der naive Präsident Jimmy Carter, der dem US-Geheimdienst grünes Licht gab, das iranische Militär zum Stillhalten bei einem Regierungswechsel zu veranlassen. Diese 500.000 Mann starke, westlich ausgebildete und modernstens bewaffnete Truppe hätte andernfalls die Ablösung des Schahs durch Khomeini verhindern können. Noch entscheidender für die Einrichtung der Ayatollahdiktaur war jedoch eine dritte westliche Kraft, nämlich der britische Sender BBC. Dieser verschaffte Khomeini mit großem Aufwand (und internen Repressalien) exklusive Möglichkeiten der Propaganda in persicher Sprache. Dadurch gelang es dem Extremisten, den Menschen das trügerische Bild einer freiheitlichen islamischen Republik vorzugaukeln. https://www.nation.com.pk/11-Feb-2019/iranian-revolution-at-40-britains-secret-support-for-khomeini-revealed?version=amp
Für die Nationen des Westens ist es überlebenswichtig, diese im Iran bekannte Vorgeschichte sowie andere von Mainstream-Medien verborgen gehaltene Fakten nachholend ins historische Bewusstsein aufzunehmen. Denn andernfalls werden sie im Konflikt zwischen den iranischen Despoten einerseits und den USA und Israel andererseits in eine Falle geraten.
Das Funktionieren der Falle wurde schon längst ausgetestet, was ‚natürlich‘ ebenfalls außerhalb des Bewusstseins der Bürger geblieben ist. Schauplätze der Testreihe waren rund ein Dutzend Länder des ‚Arabischen Frühlings‘. Ende 2010/ Anfang 2011 fanden dort umfangreiche demokratisch motivierte Protestkundgebungen gegen die autokratischen Regime statt. Die Übereinstimmung mit der jetzigen Lage im Iran bestand darin, dass die Protestmärsche teilweise blutig aufgelöst wurden. Im ‚Arabischen Frühling‘ folgten auf diese Eskalation hin definitive Revolutionen, die mehrere der alten Regime hinwegfegten.
Doch was nach den Revolutionen in diesen Ländern passiert ist und bis heute passiert, gibt Anlass zu allerhöchster Wachsamkeit in Hinblick auf den Iran. Generell fand parallel in allen Ländern des Arabischen Frühlings eine offenbar bestens vorbereitete und reichlich finanzierte Überwucherung der ursprünglich auf Demokratie und individuelle Freiheit abzielenden Bewegungen durch islamistische statt.
Alarmierender Weise sind die Folgen für Freiheit und Rechtsstaatlickeit bis heute insbesondere dort verheerend, wo westliches Militär eingriff. Namentlich die Vorgänge in Libyen zeigen als abschreckendes Beispiel die möglichen Gefahren für den Fall einer Intervention im Iran. Denn auch in Libyen bestand das hauptsächliche Anliegen der damaligen US-Regierung darin, die Zivilbevölkerung gegen gewaltsame Übergriffe der Regierung schützen zu wollen.
Doch im scharfen Kontrast zum erfolgreichen minimalinvasiven Eingriff Trumps gegen die Madurodiktatur in Venezuela geriet der Libyeneinsatz gegen das Regime Gaddafis zu einer etwas variierten Wiederholung der desaströsen militärischen Interventionen in Vietnam, in Somalia, im Irak und in Afghanistan.
Auch in Libyen unterblieb ein militärisch entscheidender Schlag mit anschließender Ordnungsstruktur. Daher befindet sich das Land bis heute in einem instabilen Zustand der politischen Teilung und des gelegentlich aufflammenden Bürgerkrieges.
Wie zur Stabilisierung dieser Instabilität haben die getrennten Machthaber im Osten und im Westen Libyens zwei verschiedene fremde Militärmächte als Berater und Ausbilder eingeladen. Das sind im Osten mit der Hauptstadt Tripoli Türken und im Osten mit der Hauptstadt Bengasi Russen.
Das psychologische Ambiente ist ungeeignet, die Bevölkerung an Wertvorstellungen der westlichen Zivilisation heranzuführen.
Umfangreiche Waffenlieferungen an angeblich prowestliche Milizen haben in dem weithin korrupten Ambiente zu einer Proliferation amerikanischer Waffen über weite Teile Afrikas geführt.
Nach einer Zwischenbilanz 2014 war amerikanisches Militär in 49 von den 54 Ländern Afrikas engagiert.
Die schon im Koreakrieg (1950-1953) geübteund in Vietnam gesteigerte Tendenz zur Verschleppung lässt auf den Einfluss von Kräften schließen, denen nicht an Lösungen gelegen ist, sondern an Dauerspannungen und Krieg. Das Profil der solcherart verfälschten US-Nachkriegspolitik bestand in einer faktischen Förderung islamistischer und anderer autokratischer Bewegungen, aber alles unter dem falschen Etikett der Demokratieverteidigung. Jimmy Carter war keineswegs ein Extremfall unter den nach Kennedy ausnahmslos mehr oder weniger naiven Präsidenten, die sich mangels eines Überblicks zu politischen Entscheidungen verleiten ließen, die der freiheitlichen Zivilisation großen Schaden eintrugen – dagegen der Rüstungsindustrie, dem Finanzsektor und den Ölmultis große Profite. Allein ein Beispielfall kostete etwa eine Billion Dollar (one trillion dollars) und obendrein das weltweite Ansehen der USA: Nach nur zwei Monaten Afghanistankrieg war die Führung der Taliban im Dezember 2001 zur Kapitulation und Niederlegung der Waffen bereit. Die Regierung George W. Bush lehnte ab. https://www.commondreams.views/2021/08/18/taliban-surrendered-2001Der Krieg endete 2021 nach 20 Jahren mit einem schmachvollen Rückzug.
Ohne umsichtiges Lernen aus diesen Fehlern verspricht ein möglicher Zusammenprall im Iran zu einer Steigerung dieser Katastrophen zu geraten. Aufgrund ihres im Vergleich zum Iran winzigen, extrem verwundbaren Staatsterritoriums hat die israelische Führung für den Fall eines Nuklearangriffs einen vollautomatischen atomaren Gegenschlag geschaltet. Nachdem Iran selbst über keine Nuklearwaffen verfügt, könnte eine beliebige unter den Atommächten in Israel eine atomare Explosion verursachen und damit die iranische Zivilbevölkerung automatisch einem Inferno aussetzen.
Es gibt jedoch außer dem jetzt im Westen einsetzenden Lernprozess weitere Gunstumstände, die für eine Wendung zum Guten sprechen. Einen Gunstfaktor bildet die iranische Nation. Deren Erfahrungen in 47 Jahren Ayatollahdiktatur haben ein Bewusstsein tiefer Enttäuschung hinterlassen. Die Menschen haben, salopp gesagt, die Schnauze voll von der politisch-ideologischen Seite des Islam, der in allen Angelegenheiten des Staates und der persönlichen Lebensführung einen dominierenden Einfluss auszuüben trachtet.
Mit anderen Worten, die Mehrheit der Iraner ist absolut immun gegenüber den polarisierenden Einflüssen der Islamisten, denen die Bürger in den Ländern des Arabischen Frühlings reihenweise erlegen waren.
Es liegt im Überlebensinteresse der iranischen und ebenso der israelischen Nation, sich nicht in die Falle eines Krieges provozieren zu lassen. Eine minimal invasive Befreiung von außen in Anlehnung an die von der Maduro-Diktatur würde diesem Anliegen und auch der demokratischen Selbstbestimmung sowie einem korrekt reformierten Völkerrecht entsprechen. https://www.frieden-freiheit-fairness.com/en/blog/maduros-overthrow-crossroads-world-politics-short-version. Solange das Ayatollah-Regime fortbesteht, ist mit fortgesetzten Provokationen zu rechnen, welche eine Entscheidung zwischen Krieg und minimalinvasivem Eingriff unter internationaler Abstimmung unausweichlich machen.
In Vorbereitung auf einen solchen möglichen Eingriff ist besonders zu bedenken:
Die automatische Schaltung Israels auf einen atomaren Gegenschlag bedarf einer die iranische Zivilibevölkerung verschonenden Modifikation.
Die BBC-Propaganda im Vorfeld der Revolution von 1979 und die damalige Neutralschaltung des iranischen Militärs zeigen, dass es intelligente Alternativen zu einer blutigen Hau-drauf-Politik gibt – wenn der Wille dazu besteht.
Der korrekte Wille muss allerdings auch auf der Führungsebene im amerikanischen Militär und Geheimdienst sichergestellt werden. Leider sprechen 80 Jahre verfehlter US-Militäroperationen für einen fundamentalen Säuberungsbedarf im gesamten Sicherheitsapparat. Dieser Befund wird durch die rechtswidrige Verfolgung Julian Assanges von 2010 bis 2025 dick unterstrichen. https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange
Das geographische Umfeld des Iran quillt von angeblichen Freunden des Westens förmlich über. In Wahrheit sind das allesamt Freunde einer ‚westlichen‘ Politik, die die Interessen ihrer eigenen Nationen schon lange den Interessen der Konzernoligopole und des Finanzestablishments unterordnet. Worauf diese Politik hinausläuft, machen die Worte des türkischen Präsidenten Erdogan auf einer Islamkonferenz im November 2024 deutlich:
„…as Western civilization collapses with a great clamor, … our civilization of divine and humane love, with our essence and our spirit, will flourish, and it will rear up even more strongly,…“ – …während die westliche Zivilisation mit großem Getöse zusammenbricht, wird unsere Zivilisation der göttlichen und menschlichen Liebe mit unserem Wesen und unserem Geist blühen und erneut gestärkt aufsteigen. https://www.memri.org/tv/turkish-president-erdogan-western-civilization-will-collapse-we-will-flourish
Die erneute Agitation Donald Trumps in Bezug auf Grönland markiert einen massiven Bruch mit etablierten Grundsätzen westlicher Außen- und Bündnispolitik. Indem er wirtschaftliche Zwangsmittel – insbesondere die Androhung von Zöllen gegen NATO-Partner – mit einem politischen Ziel verknüpft, überschreitet er eine Grenze, die bislang selbst in konfliktreichen transatlantischen Phasen weitgehend respektiert wurde. Entsprechend deutlich fallen die internationalen Reaktionen aus – und auch innerhalb der USA regt sich Kritik.
Jüngste Drohungen Trumps
Donald Trump möchte Grönland der USA einverleiben – mit allen denkbaren Mitteln. Bestehende Partnerschaften interessieren ihn dabei nicht. Der Widerstand aus Europa passt dem US-Präsidenten ganz und gar nicht. Deswegen drohte er Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern mit Zöllen. Konkret sollen ab 1. Februar 2026 zusätzliche 10 Prozent Zölle auf alle Warenimporte aus diesen Ländern in die USA gelten. Falls kein „Deal“ über den vollständigen Verkauf bzw. die Übergabe Grönlands an die USA zustande kommt, sollen sie ab 1. Juni auf 25 Prozent steigen. Betroffen sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland – also NATO-Alliierte mit Truppenpräsenz oder Unterstützung im Grönland-Konflikt. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump auf Truth Social.
Die Grönländer wollen sich jedoch nicht „kaufen“ und schon gar nicht übernehmen lassen. Grönland ist weitgehend autonom und gehört zum Staatsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark.
Kurz und gut: Der US-Präsident hat wiederholt deutlich gemacht, dass die USA sich der Insel bemächtigen will – was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Trump zufolge würden ansonsten Russland oder China die Insel übernehmen. Die europäischen Nato-Verbündeten sind dagegen überzeugt, dass Grönland nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.
Trump ärgert es, dass Deutschland und andere europäische Nato-Staaten jüngst Soldaten für eine Erkundungsmission vor einer Militärübung auf die Insel geschickt haben. Deswegen die Zölle.
Wirtschaftlicher Druck als politisches Druckmittel
Zölle sind klassischerweise Instrumente der Handels- und Wirtschaftspolitik. Ihre Verwendung zur Durchsetzung territorial- oder sicherheitspolitischer Ziele gegenüber Verbündeten ist ungewöhnlich und rechtlich wie politisch hochproblematisch. Trumps Ansatz folgt dabei einem transaktionalen Muster: Wer seine strategischen Vorstellungen nicht unterstützt, soll wirtschaftliche Nachteile erleiden.
Kritiker sehen darin einen Bruch mit multilateralen Spielregeln. Befürworter hingegen argumentieren, dass die USA seit Jahrzehnten überproportionale Sicherheitslasten tragen und daher berechtigt seien, ihre wirtschaftliche Macht zur Durchsetzung strategischer Interessen einzusetzen. Motto: Wer zahlt, schafft an. Diese bekannte Pseudo-Weisheit spiegelt Donald Trumps Verhaltensweise wider.
Warum Grönland strategisch relevant ist
Die strategische Bedeutung Grönlands ist real – und wird auch von Trumps Kritikern nicht bestritten.
Grönland liegt zwischen Nordamerika, Europa und der Arktis. Der Klimawandel macht neue Schifffahrtsrouten zugänglich, Rohstoffvorkommen wirtschaftlich interessanter und den arktischen Raum militärisch sensibler. Russland und China haben ihre Aktivitäten dort deutlich ausgeweitet.
Aus Trumps Perspektive ergibt sich daraus ein sicherheitspolitisches Risiko: Die USA müssten verhindern, dass rivalisierende Mächte in unmittelbarer Nähe des nordamerikanischen Kontinents Einfluss gewinnen. Seine Anhänger argumentieren, dass die bestehende Ordnung diesen Entwicklungen nicht ausreichend Rechnung trage und ein entschlosseneres Vorgehen erforderlich sei.
In meinen Augen locken den der MAGA-Manie verfallenen US-Präsidenten primär die Rohstoffe der weltgrößten Insel.
Trumps Argument: Sicherheit vor Konventionen
Aus Trumps Sicht ist sein Vorgehen weniger Regelbruch als Notwendigkeit. Er stellt die Frage, ob traditionelle diplomatische Rücksichtnahmen noch angemessen sind, wenn geopolitische Rivalen aggressiv agieren. In diesem Denken sind wirtschaftliche Druckmittel legitime Instrumente nationaler Sicherheit – auch gegenüber Verbündeten, sofern diese aus amerikanischer Sicht zu zögerlich handeln. Zudem verweist Trump darauf, dass die USA bereits heute zentrale sicherheitspolitische Lasten in Grönland tragen, insbesondere durch militärische Infrastruktur. Daraus leitet er einen stärkeren Einflussanspruch ab – auch wenn dieser völkerrechtlich nicht gedeckt ist.
Die Befindlichkeiten der Einwohner der noch autonomen Insel Grönland, die in ihrer Hauptstadt Nuuk demonstrativ klar machen, dass sie US-amerikanische „Hilfe“ nicht benötigen, scheinen Trump nur peripher zu interessieren.
Ausländische Kritik: Irritation, Ablehnung und Warnungen
Die Reaktionen außerhalb der USA fallen überwiegend kritisch aus und gehen deutlich über diplomatische Verstimmung hinaus.
Europäische Regierungen – darunter mehrere direkt betroffene NATO-Staaten – weisen Trumps Vorgehen geschlossen zurück. Sie betonen, dass wirtschaftlicher Druck unter Verbündeten inakzeptabel sei und fundamentalen Prinzipien der Zusammenarbeit widerspreche. Insbesondere Dänemark verweist darauf, dass über Grönlands Zukunft ausschließlich die grönländische Bevölkerung entscheiden könne.
Auch aus Brüssel kommt deutliche Kritik. Vertreter der Europäischen Union warnen, dass die Instrumentalisierung von Handelspolitik für geopolitische Zwangsmaßnahmen das internationale Wirtschaftssystem destabilisiere und einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe. Mehrere Regierungen sehen darin eine Erosion der regelbasierten Ordnung, auf die sich gerade kleinere und mittlere Staaten verlassen.
In Grönland selbst stoßen Trumps Äußerungen auf breite Ablehnung. Politische Vertreter und zivilgesellschaftliche Gruppen betonen, dass die Insel kein Objekt strategischer Verhandlungen zwischen Großmächten sei. Öffentliche Proteste und Stellungnahmen unterstreichen den Wunsch nach politischer Selbstbestimmung und Distanz zu machtpolitischen Überlegungen externer Akteure.
Auch international renommierte Völkerrechtler und außenpolitische Thinktanks kritisieren die Rhetorik. Sie sehen darin eine Normalisierung von Druckpolitik gegenüber Verbündeten, die langfristig das Vertrauen in internationale Abkommen und Sicherheitsgarantien untergräbt.
Souveränität und Selbstbestimmung – der zentrale Gegenpunkt
Völkerrechtlich bleibt die Lage eindeutig: Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, und allein die grönländische Bevölkerung entscheidet über ihre Zukunft. Dieses Prinzip wird von Trumps Argumentation faktisch ausgeblendet oder als nachrangig behandelt.
Hier liegt der Kern der internationalen Kritik: Selbst wenn strategische Interessen legitim sind, rechtfertigen sie keinen Umgang mit Territorien, der an Machtpolitik vergangener Jahrhunderte erinnert. Sicherheitspolitik kann Kooperation erfordern – aber keinen Souveränitätsverzicht unter Druck.
NATO-Recht und Bündnissolidarität
Auch innerhalb der NATO argumentieren Trumps Unterstützer, dass das Bündnis keine Einbahnstraße sei. Wenn europäische Staaten amerikanische Sicherheitsgarantien in Anspruch nehmen, müssten sie im Gegenzug amerikanische strategische Prioritäten ernst nehmen.
Dem halten Kritiker – zu denen ich mich zähle – entgegen, dass genau diese Logik das Bündnis untergräbt: Solidarität ist kein Tauschgeschäft, sondern beruht auf Vertrauen. Wirtschaftlicher Zwang gegen Partner schwächt langfristig genau die Geschlossenheit, die angesichts globaler Rivalitäten notwendig wäre.
Einmal von der Situation in Grönland abgesehen, halte ich die NATO seit dem Wegfall der Bedrohung durch die Sowjetunion, ohnedies für überflüssig. Das ehemalige Verteidigungsbündnis NATO hat sich mittlerweile zu einem Angriffsbündnis entwickelt, das in der Vergangenheit insbesondere die imperialistische Macht USA in ihrem unipolaren Streben unterstützte. Wenn Trump in größenwahnsinniger Manier so weiter macht, sollte vielleicht über ein eurasisches Verteidigungsbündnis nachgedacht werden.
Innenpolitische Debatte in den USA
Innenpolitisch spiegelt die Debatte einen grundlegenden Konflikt über Rolle und Selbstverständnis der USA in der Welt wider: den Gegensatz zwischen einem regelbasierten, multilateralen Ansatz und einer machtpolitisch-transaktionalen Sicht auf internationale Beziehungen.
Demokratische Politiker und außenpolitische Experten kritisieren Trumps Vorgehen überwiegend scharf. Sie argumentieren, dass die internationale Führungsrolle der USA historisch nicht auf Zwang, sondern auf Legitimität, Bündnissen und der Bereitschaft zur Kooperation beruht habe. Die Drohung mit Zöllen gegen NATO-Partner und der Umgang mit Grönland würden dieses Fundament untergraben. Aus demokratischer Sicht schwächt eine Politik, die Verbündete wie Gegner behandelt, die globale Position der USA und spiele strategischen Rivalen wie China und Russland in die Hände. Zudem wird betont, dass die Missachtung von Völkerrecht und multilateralen Institutionen die moralische Glaubwürdigkeit der USA beschädige – ein zentraler Faktor amerikanischer Soft Power.
Auch innerhalb der Republikanischen Partei ist die Kritik keineswegs marginal, wenn auch differenzierter. Während ein Teil der Partei Trumps Stil als Ausdruck von Stärke und Klarheit begrüßt, äußern insbesondere traditionelle außen- und sicherheitspolitische Republikaner erhebliche Bedenken. Vertreter dieses Lagers – häufig geprägt von der klassischen transatlantischen Orientierung der Partei – warnen davor, dass wirtschaftlicher und politischer Druck auf Verbündete die NATO schwäche und die USA in eine strategische Isolation führe. Sie argumentieren, dass amerikanischer Einfluss weniger aus kurzfristigen Machtdemonstrationen erwachse als aus Verlässlichkeit und langfristigen Partnerschaften.
Zugleich gibt es republikanische Stimmen, die Trumps Ansatz zwar nicht uneingeschränkt unterstützen, ihn jedoch als Reaktion auf reale Probleme interpretieren. Sie verweisen auf ungleiche Lastenteilung innerhalb der NATO, auf aus ihrer Sicht unzureichende europäische Beiträge zur gemeinsamen Sicherheit und auf eine internationale Ordnung, die sich zulasten amerikanischer Interessen entwickelt habe. In diesem Narrativ erscheint Trumps Vorgehen als Korrektur eines über Jahrzehnte vernachlässigten Ungleichgewichts – auch wenn viele dieser Stimmen einräumen, dass Ton und Mittel kontraproduktiv seien. Dem ist aus meiner Sicht entgegenzusetzen, dass die USA zwar die finanziell höchsten Lasten des NATO-Bündnisses tragen, aber auch den größten geostrategischen und auch wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen.
Der innere Widerspruch bleibt damit bestehen: Trumps Anhänger sehen Konsequenz und Durchsetzungsfähigkeit, seine Kritiker – parteiübergreifend – warnen davor, dass kurzfristige Machtdemonstrationen langfristig genau das kosten, was amerikanische Macht ausmacht: Vertrauen, Bündnisse und strategische Stabilität.
Fazit
Die jüngsten außenpolitischen Aktionen von Donald Trump markieren keinen „Neuanfang“, sondern ein alarmierendes Wiederaufleben alter imperalistischer Muster – diesmal verpackt in die Rhetorik eines Dealmakers, der weniger Präsident als vielmehr Transaktions-Unternehmer zu sein scheint.
Mit der wiederholten Aggression gegen Venezuela, bei der US-Spezialeinheiten den dortigen Präsidenten Nicolás Maduro aus Caracas entfernten und in die USA brachten, hat die Trump-Administration einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht begangen. Der Angriff und die Gefangennahme Maduros erfolgten ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats und ohne klare rechtliche Grundlage im internationalen Recht. Völkerrechtler sehen darin eine Verletzung des Gewaltverbots der UN-Charta.
Dieses Vorgehen ist nicht nur rechtlich fragwürdig, es setzt auch ein gefährliches Signal: Wenn mächtige Staaten nationale Interessen über internationales Recht stellen, dann wird die regelbasierte Ordnung zur leeren Formel. Viele internationale Stimmen – von Europa über Lateinamerika bis zum UN-Sicherheitsrat – haben diese Intervention verurteilt und die Freilassung Maduros gefordert.
Gleichzeitig hat Trump seinen Blick direkt auf ein anderes souveränes Gebiet gerichtet: Grönland. Mit der Forderung, dass die USA dieses autonome Gebiet kaufen oder übernehmen müssten, und der Androhung von Strafzöllen auf NATO-Partner, die sich dem widersetzen, tritt ein Muster offen zu Tage, das an koloniale Machtpolitik erinnert.
Völkerrechtsordnung heißt: Souveränität, Selbstbestimmung und Nicht-Intervention. Diese Prinzipien wurden in der Vergangenheit nicht zufällig festgelegt – sie schützen gerade kleinere Staaten vor willkürlichen Zugriffen mächtiger Staaten. Wenn ein Staat wie die USA beginnt, diese Regeln zu ignorieren, dann gefährdet das nicht nur einzelne Regionen, sondern das ganze System internationaler Zusammenarbeit.
Die Argumentation Trumps, er müsse „stark auftreten“ und seine Interessen durchsetzen, mag in einem transaktionalen, kurzfristigen Sinn kalkulierbar erscheinen. Doch Stärke, die auf Druck, Drohungen und Machtprojektion basiert, ist keine nachhaltige Grundlage für Sicherheit oder Stabilität. Sie zerstört Vertrauen, spaltet Allianzen und lädt andere Mächte ein, ebenfalls nach dem Recht des Stärkeren zu handeln.
Das ist kein Führungsstil — das ist Imperialismus im modernen Gewand.
Trump mag ein Dealmaker sein, aber Außenpolitik ist kein Geschäft, bei dem sich alles durch Verhandlungen über Ressourcen oder Territorium lösen lässt. Sie ist vielmehr ein Gefüge aus Recht, Legitimität und gegenseitigem Respekt. Wenn diese Grundpfeiler aufgekündigt werden, dann sind nicht nur einzelne Länder bedroht — sondern das internationale System, das Jahrzehnte des Friedens und der Zusammenarbeit in weiten Teilen der Welt ermöglicht hat.
In einer Zeit, in der globale Herausforderungen wie bewaffnete Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheit gemeinsame Antworten verlangen, führt ein solches Vorgehen nur zu einer Welt, in der Macht über Recht triumphiert – und in der nicht die Sicherheit wächst, sondern die Instabilität.
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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Liebe wird im Buddhismus und im Hinduismus als eine bedingungslose und uneigennützige Haltung allen Wesen gegenüber verstanden. Erich Fromm spricht von einer allumfassenden Liebe. Sie ist eine Einstellung, eine Grundhaltung, die sich eben nicht nur auf eine Person bezieht. Alle folgenden Formen beziehungsweise Objekte der Liebe bringen diese Haltung mehr oder weniger zum Ausdruck.
Die folgenden Aussagen können selbstverständlich — wie alles in dieser Welt — nicht verallgemeinert werden, treffen in meinen Augen aber auf sehr viele Verhältnisse und Beziehungen in der beschriebenen oder auf ähnliche Weise zu.
Nächstenliebe
Im Neuen Testament bedeutet „Agape“ die uneigennützige Liebe zu jedem Menschen.
Der bekannte Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ stammt ursprünglich aus dem Alten Testament, aus dem Hebräischen Tanach — die Heilige Schrift des Judentums —, und ist demnach ein jüdisches Gebot, das später von Jesus mehrfach zitiert wurde. Im Neuen Testament findet es sich unter anderem bei Markus 12,31, Matthäus 22,39 und Lukas 10,27. Jesus stellt die Nächstenliebe auf eine Stufe mit dem Gebot, Gott zu lieben.
Jesus geht sogar noch weiter und sagt in der Bergpredigt:
„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“ (Matthäus 5,44)
Diese radikale Sichtweise verlangt von gläubigen Menschen viel ab. Viele verstehen „Liebe deine Feinde“ fälschlicherweise im Sinne von „Habe warme Gefühle für sie“, „Lass dir alles gefallen“, „Verzeihe sofort“ oder „Tu so, als wäre nichts passiert“.
Das meint Jesus in meinen Augen jedoch nicht.
Feindesliebe heißt nicht, Missbrauch zu tolerieren, Grenzen aufzugeben, sich selbst aufzuopfern oder Unrecht gutzuheißen. Jesus fordert mit der Feindesliebe meines Erachtens keine Gefühle, sondern eine innere Haltung, die auf Vergeltung und auf Entmenschlichung verzichtet, und anerkennt, dass auch der Feind ein Mensch mit Verletzungen und Verblendungen ist. Der Feind ist ebenfalls ein Gefangener seiner Muster, was ihn zwar nicht unschuldig, aber sein Verhalten verständlicher macht. Wenn Jesus uns auffordert, für den Feind zu beten, dann heißt das nicht, seine Taten gutzuheißen, sondern zu wünschen, dass seine Verblendung enden, seine Gewalt neutralisiert und er menschlicher werden möge.
Man stimmt den Taten des Feindes deswegen innerlich nicht zu, aber man lässt sich nicht von Hass beherrschen und schützt damit die eigene Seele vor Zerstörung. Hass schadet vornehmlich dem, der ihn trägt. Dem Feind zu vergeben, bedeutet insofern auch, die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Deshalb sollte man nicht an Feindbildern festhalten, die eigene Würde nicht vom Verhalten des Feindes abhängig machen, sich somit emotional befreien und nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.
Diese Haltung haben viele Damen und Herren in Brüssel, Paris, London, Warschau und Berlin verloren. Sie verhalten sich beispielsweise in ihrer Dämonisierung Putins und Russlands unchristlich — und reißen aus eigenem Unvermögen möglicherweise Millionen von Menschen in den Abgrund. Man sollte ihnen Einhalt gebieten und die Scheinheiligen an die Worte Jesu aus der Bergpredigt erinnern. Anstatt die Spirale der Gewalt zu durchbrechen und beispielsweise die Friedensbemühungen von den USA und Donald Trump zu unterstützen, gießen sie immer wieder neues Öl ins Feuer. Viele europäische „Spitzenpolitiker“ sind eine Gefahr und eine Schande für ihre Nationen.
Auch diese unheilbringenden Leute im oben beschriebenen Sinne zu lieben, wie Jesus es fordert, fällt mir wahrlich schwer. Ich werde es dennoch versuchen, um nicht ihre Logik des Bösen zu übernehmen.
Der Begriff Nächstenliebe kann auch im Sinne helfenden Handelns für andere Menschen gedeutet werden. Im Vordergrund steht uneigennütziges Handeln und weniger die Sympathie für einen Menschen. Nächstenliebe zeigt sich beispielsweise, wenn man einem — auch „wildfremden“ — Menschen, also seinem „Nächsten“, in einer konkreten Notlage hilft.
„Die fundamentalste Art von Liebe, die allen anderen Formen zugrunde liegt, ist die Nächstenliebe. Damit meine ich ein Gespür für Verantwortlichkeit, Fürsorge, Achtung und ‚Erkenntnis‘, das jedem anderen Wesen gilt, sowie den Wunsch, dessen Leben zu fördern.“
„Nächstenliebe ist Liebe zwischen Gleichen.“ Erich Fromm
Nächstenliebe bezieht sich nicht auf eine konkrete Person, sondern auf alle Menschen, ungeachtet äußerer Umstände wie zum Beispiel deren soziale Schicht und anderes mehr. Nächstenliebe ist einerseits eine fundamentale und gleichzeitig eine sehr hochstehende Form der Liebe, zu der nicht jeder fähig ist. Sein eigenes Kind zu lieben ist nicht schwer; aber andere zu lieben, die für uns keinen konkreten „Nutzen“ bringen, stellt eine Fähigkeit, eine Kunst dar.
Auch seinen „Feinden“ zu helfen — wie es beispielsweise Abraham Lincoln gegenüber seinen Wahlkampfgegnern nach gewonnener Wahl tat — ist wohl eine Fähigkeit, die nur sehr hoch entwickelte Menschen ihr Eigen nennen können.
Fromm meint mit Nächstenliebe eine universale, nicht-exklusive Liebe, eine Haltung des Wohlwollens gegenüber jedem Menschen, und sieht sie als Grundlage für jede reife Beziehung und als Fundament für alle anderen Formen der Liebe.
Alle Formen der Liebe oder auch der Freundschaft können nicht reifen, wenn sie nicht in einer universellen Menschenliebe verwurzelt sind. Wenn Liebe selektiv und exklusiv auf bestimmte Subjekte oder Objekte gerichtet bleibt, wenn keine menschenfreundliche Grundhaltung vorhanden ist, kann keine reife Liebe entstehen.
Mutterliebe
Eine Mutter liebt ihr Kind, weil es einfach da ist. Diese Liebe ist oftmals bedingungslos, das heißt, sie liebt ihr Kind ohne Wenn und Aber. Das Kind wird geliebt und fühlt sich von der Mutter geliebt, weil es existiert. Eine Mutter bejaht bedingungslos das Leben und die Bedürfnisse ihres Kindes. Es ist eine Liebe zu Hilflosen.
Echte Mutterliebe zeigt sich eben auch darin, dass eine Mutter durch die Liebe zu ihrem Kind auch alle anderen Kinder liebt, ihr eben eine Liebe zu diesen hilflosen Geschöpfen innewohnt, die der Unterstützung der Mutter bedürfen, um zu überleben, um das wunderbare Gefühl zu haben: „Es ist gut, dass ich geboren wurde“, und: „Das Leben ist schön“.
John Bowlby, der Vater der Bindungstheorie, beschreibt Mutterliebe als eine biologisch verankerte Bindung, die eine fundamentale Voraussetzung für die seelische Gesundheit des Kindes schafft. Die Mutter ist eine „verlässlich präsente“ Bezugsperson, die Urvertrauen, emotionale Stabilität und die Fähigkeit des Kindes zu späterer Intimität erzeugt.
Viktor Frankl ist der Ansicht, dass Mutterliebe eine „wertverwirklichende Liebe“ sei, die dem Leben des Kindes Sinn gibt, aber auch der Mutter selbst Sinn schenkt; dass Mutterliebe nicht an Bedingungen geknüpft ist und auch bei starkem Leid bestehen bleiben kann.
Für Rainer-Maria Rilke ist mütterliche Liebe ein Akt tiefer, stiller Hingabe, die „trägt“, ohne zu fordern. Leo Tolstoi betont die unerschütterliche, moralische Kraft der Mutter, für Albert Camus steht sie für die menschliche Grundform von Güte — oft im Kontrast zur absurden Welt —, und Hermann Hesse meint, Mutterliebe gibt Identität „von innen“ und wird so zu einer spirituellen Wurzel des Menschen.
Schwierigkeiten haben manche Mütter, wenn es um den notwendigen Abnabelungsprozess ihrer Kinder geht. Anstatt das Kind dabei zu unterstützen, sich freizuschwimmen, versuchen einige Mütter, es noch stärker an sich zu binden. Sie lassen ihre Kinder nicht los und verhindern bewusst oder unbewusst die Entwicklung ihres Sprösslings zu einem erwachsenen Menschen.
Ihnen fällt es schwer, ihr Kind, das sie ein Leben lang umsorgt und verwöhnt haben, ziehen zu lassen. Da kommt Angst und Verzweiflung auf, und die eine oder andere Mutter fühlt sich zu nichts oder zu wenig mehr nutze. Was machen mit dem Restleben? „Ach, da halte ich doch das Kind noch so lange wie möglich im Haus, und wenn es sich wirklich eine eigene Wohnung nimmt und vielleicht mit einem Partner — Gott bewahre — zusammenzieht, dann komme ich dreimal pro Woche zum Aufräumen und Putzen und bringe ihm sein Lieblingsessen mit. Und zwei-, dreimal pro Woche kann er ja auch nach Hause kommen und bei Bedarf auch in seinem Zimmerchen schlafen, mein erst 30-jähriger Bub! Was soll nur werden aus ihm?“ Ja, was soll nur werden aus ihm?! Da wird doch oft die Sorge um das Kind vorgeschoben, das ja angeblich ohne Mama kaum existieren kann. Meistens wird jedoch nur die eigene Trennungsangst und der damit verbundene Trennungsschmerz durch oben beschriebene Verhaltensweise kaschiert.
Ich will diese Verhaltensweise einiger Mütter auch gar nicht heruntermachen oder verspotten, zumal manche Mütter vor lauter Kummer und Schmerz und nachlassendem Selbstwertgefühl ernsthaft erkranken.
Viele Partner, insbesondere Frauen, beklagen sich meist zu Recht über „Muttersöhnchen“, da sie die Ängste der „Schwiegermütter“ — zum Beispiel, nicht mehr gebraucht zu werden — und deren teilweise vorhandenen Egoismus oftmals ausbaden dürfen.
Reife Menschen unterstützen das Kind bei seinem Bedürfnis, auf eigenen Beinen zu stehen. Also, liebe Mütter, wenn ihr eure Kinder wirklich liebt, solltet ihr sie loslassen, oder noch besser, den Abnabelungsprozess der Kinder fördern. „Was man liebt, soll man nicht halten“ hat schon Napoleon gewusst.
Vaterliebe
Im Buddhismus wird der Vater oft als Symbol für weise Führung, Belehrung und moralische Leitung gesehen. Nach John Bowlby ist der Vater oftmals die Brücke zur Außenwelt und spielt eine Schlüsselrolle bei dem Erkundungsverhalten, der Risikobereitschaft und der Problemlösefähigkeit des Kindes.
Vaterliebe läuft anders ab als Mutterliebe, da sie an Bedingungen geknüpft ist. Das trifft natürlich nicht auf alle Väter zu, aber auf viele. Da das Kind um diese Bedingungen weiß, versucht es sich richtig im Sinne des Vaters zu verhalten, um so seine Anerkennung zu ergattern und sich geliebt zu fühlen. Vaterliebe ist demnach nicht selbstverständlich, sondern bedingt. Vaterliebe vermittelt Normen, Werte, Orientierung und fordert das Kind auf, verantwortungsbewusst zu handeln sowie moralisch zu reifen. Vaterliebe vermittelt dem Kind Wissen, um die Welt zu verstehen. Gute Väter sind gerecht, fördernd, aber auch fordernd, und ermutigen ihr Kind, sich zu entwickeln. Sie helfen dem Kind auf dem Weg von ihrer Abhängigkeit durch Verantwortungsübernahme in die Freiheit. Sie wollen, dass etwas aus ihren Kindern „wird“.
Viele Väter bauen eine starke Erwartungshaltung bei ihren Kindern auf und hoffen, ihre Kinder mögen in ihre Fußstapfen treten. Kein Kind kann in die Fußstapfen seines Vaters treten, weil es keine zwei Personen auf der Welt gibt, die gleich gestrickt sind. Das Kind kann aber sehr wohl größere Spuren hinterlassen als sein Vater. Wie auch immer: Fehlt die Anerkennung durch den Vater, fühlt sich das Kind meist auch nicht geliebt von ihm.
Der Vater sollte auch Vorbild für das Kind sein und ihm eine „Richtung“ für sein Leben zeigen, damit es Verantwortung für sein Leben übernehmen kann. Gerade für Jungen ist das Vorbild des Vaters von herausragender Bedeutung. Ein Vater, der in der Familie Verantwortung übernommen und wichtige Entscheidungen getroffen hat — oder zumindest daran beteiligt war —, hat einen großen Einfluss auf die späteren Verhaltensweisen seines Sohnes.
Väter sehen viele Sachverhalte oftmals lockerer als Frauen und gehen sie auch mutiger an, sind nicht immer so „überbesorgt“. War der Vater jedoch körperlich nicht anwesend oder emotional nicht erreichbar, und gab es auch keine anderen nennenswerten männlichen Vorbilder, fällt es später einem Jungen meist schwer, sich wie ein erwachsener Mann zu verhalten, weil ihm einfach die Muster hierfür fehlen. Die Bindung zur Mutter wird dann sehr stark, was oftmals mit einer größeren Unselbständigkeit des Nachkommen einhergeht. Und das Ergebnis sind dann oftmals die im Abschnitt „Mutterliebe“ beschriebenen Muttersöhnchen.
Während die Mutter fürsorglich über das Kind wacht — und dies gelegentlich auch übertreibt —, ist es die Aufgabe des Vaters, es an die Hand zu nehmen und in die Welt der Erwachsenen zu überführen, damit es imstande ist, eigenständig zu leben. Mutterliebe schenkt Geborgenheit, Vaterliebe Orientierung.
„Schau mal, Papa, was ich kann!“ Das Kind fischt mit solchen Aussagen nach Anerkennung, nach Liebe. In solchen Situationen sollten Eltern ihrem Kind Erfolgserlebnisse verschaffen. Wenn Eltern es an der notwendigen Anerkennung fehlen lassen, werden die Erwachsengewordenen ihren Kindern wahrscheinlich ebenfalls zu wenig Anerkennung und Liebe zukommen lassen.
Manche Jungs riskieren Kopf und Kragen, um von ihren Vätern ein wenig Anerkennung und Liebe zu erheischen. Gewährt ein Vater seinem Kind Anerkennung und Zuneigung, wird es auch weiterhin sein Bestes geben, um sich diese Anerkennung und Liebe zu verdienen.
Der Kampf um die Anerkennung kann für das Kind aber auch zu einer schwer schulterbaren Last werden. Die Anerkennung des Vaters spielt für viele Kinder eine zentrale Rolle in ihrer emotionalen Entwicklung. Wertschätzung, Interesse und klare Zuwendung vermitteln Sicherheit und Selbstvertrauen. Bleibt diese Anerkennung jedoch aus, kann das Kind in einen dauerhaften Kampf um Aufmerksamkeit geraten: gute Leistungen, angepasstes Verhalten oder ständiges Bemühen, „gut genug“ zu sein.
Dieser innere Druck führt oft zu Selbstzweifeln, Angst vor Fehlern oder einem übersteigerten Perfektionismus. Manche Kinder versuchen ein Leben lang, Erwartungen zu erfüllen, die nie ausgesprochen wurden. Fehlt dabei die bestätigende Rückmeldung des Vaters, kann dies zu langfristigen Belastungen führen — etwa zu geringem Selbstwertgefühl oder emotionaler Erschöpfung.
Ein wertschätzender, präsenter Vater hingegen stärkt das Kind nachhaltig: durch echtes Interesse, verlässliche Unterstützung und klare, respektvolle Kommunikation.
Abschließend lässt sich sagen: Die Vaterfigur ermöglicht dem Kind, Mut, soziale Verantwortung und Gemeinschaftssinn zu entwickeln. Ein hilfreicher und guter Vater fördert die Kooperation mit dem Kind und stellt seine Autorität nicht in den Vordergrund.
Die väterliche Rolle wird oft verbunden mit Echtheit, Klarheit, Verlässlichkeit und der Förderung von Selbstverantwortung. Aber auch wenn gute Väter eine eher fordernde Haltung einnehmen, sind sie in der Regel dennoch liebevoll orientiert.
Erotische Liebe
Bei dieser Form der Liebe geht es vorerst einmal nicht darum, die ganze Welt zu umarmen, sondern um den Wunsch, sich mit einer Person — von Dreierbeziehungen und dergleichen einmal abgesehen — zu vereinigen.
Aber selbst wenn man sich nur mit einem Menschen vereinigen kann und will, liebt ein wahrhaft Liebender in der Vereinigung mit diesem einen Menschen die ganze Welt. Insofern ist erotische Liebe wesentlich mehr als nur sexuelle Begierde, da man versucht, die Abgetrenntheit von der Natur beziehungsweise von Gott durch diese Vereinigung zu überwinden. Sex ist die Kraft, die alles entstehen lässt, und Liebe die Kraft, die alles zusammenhält.
Erotische Liebe umfasst laut Erich Fromm Körper, Seele, Gefühl, Denken sowie eine spirituelle Dimension — und stellt somit eine vollständige Verbindung zweier Menschen dar. Sie bedeutet, den anderen Menschen in seinem innersten Wesen wahrzunehmen, was weit mehr als Verliebtheit beinhaltet, nämlich die Durchdringung der Persönlichkeit des anderen. Erotische Liebe ist freiwillig und besitzt einen aktiven Charakter. Sie setzt zwei autonome, reife Menschen voraus. Sie ist demnach Handlung, und nicht bloßer Hormonzustand.
Erotische Liebe ist nicht zu verwechseln mit dem „Egoismus zu zweit“, wenn beispielsweise zwei Verliebte nur einander lieben und alles andere von ihrer Liebe ausschließen. Eine einsame Zweisamkeit! Auch der Wunsch, den anderen zu beherrschen oder in der einen oder anderen Form Besitz von ihm zu ergreifen, sollte nicht mit erotischer Liebe verwechselt werden.
Erotische Liebe ist nach Fromm Teil einer umfassenden Grundhaltung der Liebe, neben dieser zu entwickelnden Fähigkeit auch in der Vereinigung mit dieser einzigen Person alles andere zu lieben.
Nach Platon ist erotische Liebe ein Antrieb zur Schönheit, der vom Körperlichen zum Seelischen aufsteigt. Ursprung der erotischen Liebe ist die Sehnsucht nach Ganzheit, wobei die Liebe zu einem schönen Körper nur die „erste Stufe“ darstellt. In einer zweiten Stufe erkennt man, dass Schönheit mehr als ein einzelner Körper ist — sie ist ein Prinzip. In der dritten Stufe beginnt der Aufstieg zum Geistigen. Man schätzt Tugend, Charakter, Bildung, und nicht nur äußere Schönheit. In der vierten Stufe entwickelt sich die Liebe zu schönen Gedanken, Wissenschaft und Kultur, und in der fünften Stufe wird die Liebe zur Schönheit selbst, welche die höchste Form darstellt, da sie nicht mehr von Menschen oder Dingen abhängig und somit ein zeitloses, göttliches Prinzip ist.
Die sogenannte „platonische Liebe“ ist der geistige Teil dieses Aufstiegs (Stufen drei bis fünf), also die höheren Stufen des Eros. Bei Platon ist Erotik der Motor, der die Seele zur vollkommenen, überkörperlichen Schönheit führt.
Selbstliebe
Viele meinen ja, es wäre egoistisch oder gar eine Sünde, sich selbst zu lieben. Ein ziemlicher Schmarrn, würde ich einmal sagen! Selbstliebe sollte nicht mit Egoismus beziehungsweise Selbstsucht verwechselt werden.
Nur jemand, der sich selbst liebt, schafft damit die Voraussetzung, auch andere wirklich lieben zu können. Ein Mensch, der sich für andere aufopfert und kaum an sich selbst denkt, kommt meist nicht gut an, da die anderen ja merken, wie unwohl er sich dabei fühlt.
Kinder, Lebenspartner und sonstiges Umfeld des unzufriedenen Aufopfernden entwickeln möglicherweise Schuldgefühle. Denken Sie nur an Mütter, die sich für ihre Kinder „krummlegen“. Was passiert da wohl im Kopf und im Herzen der Kinder? Die denken natürlich: „Mama geht es so schlecht, weil wir da sind.“ Außerdem vermittelt eine so agierende Mutter ihren Kindern, das Leben sei hart und nicht schön — und das Leben einer Frau im besonderen Maße. Und warum ist das wohl so? Weil sie von ihren Eltern — meist von ihrer Mutter — möglicherweise gelernt hat, dass „es eben so ist“, dass Frauen für andere da zu sein haben („Sei gefällig“). Würde sie sich mehr um sich selbst kümmern und mehr Zeit für sich nehmen, wäre sie ausgeglichener und psychisch und körperlich gesünder, was auch bei ihren Kindern und ihrem sonstigen Umfeld positiv aufgenommen werden würde.
Klar, wer nur sich selbst sucht, hat auch die Fähigkeit zu lieben eingestellt. Aber ist es nicht so, dass gerade der Selbstsüchtige einen Mangel an Selbstliebe zu verzeichnen hat und deswegen ungesunde egoistische Züge aufweist? Gesunde egoistische und altruistische Handlungsweisen sollten sich im Gleichgewicht halten. Wie auch immer: Selbstliebe ist jedenfalls etwas völlig anderes als ungesunder Egoismus, als Selbstsucht. Menschen mit einem hohen narzisstischen Selbstwert sind psychisch instabil und abhängig von der Bewunderung anderer. Menschen mit einem hohen authentischen Selbstwert sind dagegen psychisch stabil und fähig zu einer reifen Liebe.
Für manche mögen obige Ausführungen jetzt ihr Weltbild in Frage stellen, da ja gerade christliche Lehren — das Gebot der Nächstenliebe — und die buddhistische Heilslehre vermitteln, das eigene Leben diene insbesondere dazu, andere zu unterstützen. Wenn in der Bibel steht „Geben ist seliger denn nehmen“ oder „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann heißt das jedoch nicht, den Nächsten mehr lieben zu sollen als sich selbst. Fangen Sie lieber beim „Selbst“ an, dann können Sie auch die Fähigkeit entwickeln, andere wirklich zu lieben, vielleicht sogar „wie sich selbst“.
Friedrich Nietzsche meinte, Selbstliebe ist die Voraussetzung der Selbstverwirklichung. Ohne Selbstachtung wird der Mensch „herdenhaft“. Die Liebe zu anderen hat nicht viel Wert, wenn man sich selbst verachtet.
Wie Erich Fromm vertrete auch ich die Auffassung, dass Liebe eine Grundhaltung, eine Einstellung gegenüber allen Objekten und Subjekten ist — und damit auch die eigene Person einschließt.
Abschließend lässt sich sagen: Selbstliebe ist kein Egoismus, sondern eine Grundbedingung jeder reifen Liebe.
Selbstliebe bedeutet, sich selbst als wertvolles Wesen anzuerkennen, für das man Verantwortung trägt. Die Liebe zu sich selbst ist wie die Nächstenliebe Grundlage für jede andere Form der Liebe.
Man kann nur geben, was man besitzt. Erkenne und schätze ich meinen Selbstwert, gelingt es mir auch besser, andere wertzuschätzen. Sorge ich in angemessener Weise für mich selbst, kann ich auch für andere besser sorgen. Verstehe ich mich selbst besser, bringe ich auch mehr Verständnis für andere auf.
Reife Selbstliebe ist nicht Selbstsucht, die versucht, ein inneres Vakuum zu füllen. Selbstliebe ist auch nicht Egoismus. Ganz im Gegenteil: Egoismus entsteht aus Mangel an Selbstliebe.
Selbstliebe ist ein „aktives Tun“ und umfasst die Fürsorge für das eigene Leben, die Verantwortung für eigene Entscheidungen, den Respekt vor der eigenen Würde und das Wissen um die eigene Natur.
Ein weit entwickelter Mensch liebt sich selbst in dem Maße, dass er fähig ist, Gutes für die Gemeinschaft zu tun.
Liebe zu Gott
Für Erich Fromm ist Gott nicht primär ein äußeres Wesen, sondern ein Symbol für menschliche Ganzheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe, Mitmenschlichkeit und das eigene moralische Ideal. Fromm hat eine „humanistische“ Gottesvorstellung und spricht von „humanistischer Religion“. Gott repräsentiert für ihn das, was im Menschen selbst wachsen soll. Gott ist das Symbol der innersten menschlichen Kräfte.
Die Liebe zu Gott ist für Fromm die Liebe zum Menschsein. Er interpretiert Gottesliebe als eine Form der Selbstverwirklichung und der Liebe zum Leben selbst. Der Mensch ist dazu aufgerufen, die eigenen ethischen Potenziale zu entfalten, Verantwortung für das eigene Sein und Handeln zu übernehmen und anderen Menschen mit Güte und Reife zu begegnen. Gott zu lieben bedeutet, das Höchste im Menschen zu lieben.
Ein humanistischer Gott ist die Quelle menschlicher Kraft. Er fordert Reife, Verantwortung und Freiheit, und führt zu reifer Gottesliebe.
Im Vergleich zum Christentum, Islam und Judentum gibt es beim Buddhismus keinen „personalen“ Wegweiser, keinen personalen Gott. Die Liebe zu einem personalen Gott wird ersetzt durch die Liebe zum Leben, das Mitgefühl für alle Wesen und die Erkenntnis der Wirklichkeit. Damit kann ich persönlich etwas anfangen. Die buddhistische Sichtweise ist ziemlich nahe an Fromms humanistischer Gottesauffassung.
Nun, ich kann mich mit keiner Weltreligion besonders anfreunden, da jede Religion eine Vielzahl von dogmatischen Elementen enthält und meist für sich beansprucht, die einzig wahre zu sein. Ich halte diese Sichtweise der Ausschließlichkeit für eine äußerst arrogante und auch einfältige Denkweise, die letztendlich zu Elend und Leid, zu Missachtung der Menschenwürde, zu Aggression, zu unheilbringenden Auseinandersetzungen bis hin zu Kriegen führt. Sehr wohl bin ich jedoch davon überzeugt, dass es eine höhere Wesenheit, eine unbegrenzte Form von Liebe und Energie gibt, die ich als Gott bezeichnen würde. Die Energie, die jedes Jahr die Bäume wieder grün werden lässt, die Seelen von Menschen formt, und vieles andere mehr, ist für mich Gott.
Die Liebe zu Gott kann man meines Erachtens nicht eingleisig sehen.
Die bedingungslose und ewige Liebe der Schöpfung zu uns wird erwidert durch unsere Liebe zu Gott. In islamisch orientierten Texten finden sich Stellen, die beschreiben, dass sich die von Gott ausgehende Liebe in jedem Objekt — also auch in uns — befinde und auch wieder zu Gott strebe.
In der jüdischen Weisheitsliteratur wird von der Liebe gesprochen, welche den Tod überwindet und auf das gesamte Universum bezogen ist. Im Neuen Testament wird die wechselseitige Liebe zwischen Gott und den Menschen beschrieben, und dass die Liebe des Menschen zum Menschen gleichzeitig ein Zeugnis der menschlichen Liebe zu Gott sei. All diesen Ansichten ist etwas abzugewinnen, denke ich.
Was soll auch dieser menschenverachtende Blödsinn, den Glauben anderer zu verurteilen? Wer kann sich das anmaßen? Solche Menschen spielen Gott, lästern somit Gott und erhalten konsequenterweise die in der jeweiligen Religion hierfür vorgesehene Strafe — wenn man der jeweiligen Religion Glauben schenken möchte. Da findet man sich auf einmal im Fegefeuer oder in der Hölle oder in der ewigen Verdammnis wieder, und eben nicht neben Gott. Davon wollen aber viele „Gläubige“ — oder sollte ich sagen „Scheinheilige“ — nichts wissen. „Wer von euch ‚Gläubigen‘ sich anmaßt, die einzig wahre Religion zu vertreten, der werfe den ersten Stein!“
Gottesliebe entspringt dem Bedürfnis, das Getrenntsein von ihm zu überwinden und die verlorene Einheit mit Gott, mit dem Kosmos wiederzuerlangen. Ich glaube, dass Menschen, die das nichterfüllende und trostlose Dahinvegetieren in einer materiellen Welt satthaben, in der sie lediglich mitschwimmen, um irgendwo dazuzugehören, in der sie von turbokapitalistischen Interessen zu kleinen unbedeutenden Rädchen in einer riesigen Maschinerie der Gier degradiert werden, in der Beziehungen zu Menschen nach ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis beurteilt werden, in der toten Dingen ein höherer Wert beigemessen wird als lebendigen — dass diese Menschen in solch einer Gesellschaft wieder Gott und ihre Liebe zu ihm entdecken, wie auch immer der Einzelne ihn sich vorstellen mag.
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