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Klimalüge und Klimadiktatur? Teil 10: Das Klima wird zum politischen Großprojekt

Von Uwe Froschauer

Was als wissenschaftliche Frage über den Einfluss von Treibhausgasen auf die Temperatur begann, ist zu einem der umfassendsten politischen Projekte der Gegenwart geworden. Energieversorgung, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Finanzmärkte und zunehmend auch individuelle Lebensentscheidungen werden heute unter klimapolitischen Gesichtspunkten betrachtet.

Das ist per se nicht unbedingt falsch. Wenn ein Problem tatsächlich groß ist, darf auch die politische Antwort groß sein. Es stellt sich jedoch die Frage: Wie wurde aus der Sorge um eine Erwärmung von wenigen Grad ein politisches Programm, das den Umbau ganzer Volkswirtschaften rechtfertigt? Wann wurde aus Klimaforschung Klimapolitik? Wann aus Klimapolitik Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik? Und vor allem: Sind die politischen Maßnahmen, die aus diesen wissenschaftlichen Befunden abgeleitet werden, tatsächlich wirksam, angemessen und verhältnismäßig?

Dieser Entwicklung möchte ich in diesem Kapitel nachgehen.

Vom Umweltschutz zur Weltpolitik

Klimapolitik ist nicht vom Himmel gefallen. Sie entwickelte sich über Jahrzehnte – zunächst eingebettet in die internationale Umweltpolitik, später als eigenständiges Politikfeld mit immer größerer Reichweite.

Ein wichtiger Ausgangspunkt war die UN-Umweltkonferenz von Stockholm 1972. Damals standen jedoch noch ganz andere Probleme im Vordergrund als die globale Erwärmung: Luft- und Wasserverschmutzung, Chemikalien, Ressourcenverbrauch und die Folgen einer rasch wachsenden Industriegesellschaft. Die Konferenz führte unter anderem zur Gründung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, UNEP. Das Klima spielte zu diesem Zeitpunkt politisch noch eine Nebenrolle. Das änderte sich in den folgenden Jahren.

1979 fand in Genf die erste Weltklimakonferenz statt. Wissenschaftler diskutierten dort bereits mögliche langfristige Veränderungen des Klimas und den Einfluss menschlicher Aktivitäten. 1988 folgte dann der entscheidende institutionelle Schritt: Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und die Weltorganisation für Meteorologie gründeten den Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – den Weltklimarat.

Seine Aufgabe war und ist nicht, selbst Klimaforschung zu betreiben, sondern den vorhandenen wissenschaftlichen Kenntnisstand auszuwerten und für politische Entscheidungsträger zusammenzufassen.
Wissenschaft und Politik wurden damit institutionell enger miteinander verknüpft. Das bedeutet noch nicht, dass Politiker den Wissenschaftlern vorschreiben, zu welchen Ergebnissen sie kommen sollen – auch wenn dies gelegentlich der Fall zu sein scheint. Es bedeutet aber, dass der IPCC von Anfang an ausdrücklich mit dem Ziel geschaffen wurde, wissenschaftliches Wissen für politische Entscheidungen nutzbar zu machen.

1990 veröffentlichte der IPCC seinen ersten Sachstandsbericht.
Zwei Jahre später folgte ein weiterer Meilenstein in der Klimapolitik-Geschichte: die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. Dort wurde die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC – United Nations Framework Convention on Climate Change) beschlossen. Ihr Ziel war die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen auf einem Niveau, das eine „gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems“ verhindern sollte. Damit war eine folgenschwere Weiche gestellt. Aus der wissenschaftlichen Frage nach möglichen Folgen menschlicher Treibhausgasemissionen war ein dauerhaftes internationales Politikfeld geworden.

1997 folgte das Kyoto-Protokoll. Erstmals wurden für Industriestaaten international verbindliche Ziele zur Begrenzung beziehungsweise Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen vereinbart. Die Logik war noch vergleichsweise überschaubar: Die beteiligten Industriestaaten verpflichteten sich, ihre Treibhausgasemissionen in der ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 gegenüber dem Basisjahr 1990 im Durchschnitt um mindestens fünf Prozent zu reduzieren.

Einen weiteren tiefgreifenden Schritt markierte 2015 das Pariser Klimaabkommen. Während das Kyoto-Protokoll verbindliche Reduktionsziele im Wesentlichen für Industriestaaten vorsah, bezog Paris fast die gesamte Staatengemeinschaft in die internationale Klimapolitik ein. Mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbarten nahezu alle Staaten, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Gleichzeitig wurde ein weitergehendes Ziel formuliert: Die Staaten sollen Anstrengungen unternehmen, die Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die 2-Grad-Marke bildet damit die übergeordnete Grenze, während 1,5 Grad als das ambitioniertere Ziel angestrebt wird. Die einzelnen Länder sollen eigene Klimabeiträge – die sogenannten Nationally Determined Contributions (NDCs) – vorlegen. Alle fünf Jahre müssen neue Beiträge vorgelegt werden, die nach dem Pariser Abkommen jeweils eine Weiterentwicklung gegenüber den bisherigen Zielen darstellen sollen.

Damit veränderte sich auch der Charakter der Klimapolitik. Es ging nicht mehr allein darum, einige Kraftwerke sauberer zu machen oder bestimmte Emissionen zu reduzieren. Wer die weltweiten Nettoemissionen von Treibhausgasen langfristig auf null oder nahezu null bringen will, muss zwangsläufig an die Strukturen heran, durch die diese Emissionen entstehen.

Damit geraten praktisch alle Bereiche in den Blick, in denen in größerem Umfang Treibhausgase freigesetzt werden: die Erzeugung und Nutzung von Energie, industrielle Produktion, Verkehr und Heizung ebenso wie Landwirtschaft und teilweise auch Konsum. Aus einem klimapolitischen Ziel wird damit zwangsläufig eine Aufgabe, die tief in Wirtschaft und Alltag hineinreicht.

Diese neue globale Klimapolitik unterscheidet sich von vielen klassischen Bereichen des Umweltschutzes. Früher stand häufig eine konkrete und räumlich begrenzte Umweltbelastung im Mittelpunkt: Ein Fluss ist verschmutzt, also muss verhindert werden, dass Schadstoffe eingeleitet werden. Die Luft einer Stadt ist mit Schwefeldioxid belastet, also werden entsprechende Emissionen reduziert.

Bei CO₂ ist die Ausgangslage eine andere. Es entsteht bei einem erheblichen Teil wirtschaftlicher Tätigkeit: bei der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern, beim Heizen, beim Autofahren, beim Fliegen, bei der Stahl- und Zementproduktion und in zahlreichen weiteren Bereichen. Wer CO₂-Emissionen umfassend reduzieren will, greift zwangsläufig wesentlich tiefer in wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen ein als bei der Beseitigung einer einzelnen lokalen Umweltbelastung. Aus klassischem Umweltschutz wird damit Strukturpolitik.

Das ist zunächst weder gut noch schlecht. Es ist eine Konsequenz des gewählten politischen Ziels. Aber man sollte sich über die Dimension im Klaren sein. Klimapolitik ist längst keine Umweltpolitik im klassischen Sinne mehr. Sie greift tief in die Energie-, Industrie-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Finanzpolitik ein und reicht zunehmend auch in die Gesellschaftspolitik hinein.

Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich das Klima damit von einem Forschungsgegenstand zu einem politischen Ordnungsrahmen entwickelt, an dem inzwischen ein erheblicher Teil wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entscheidungen ausgerichtet wird. Wie weit dieser Wandel inzwischen reicht, zeigt sich besonders deutlich an einem Begriff, der noch vor wenigen Jahrzehnten kaum jemandem außerhalb der Fachwelt etwas gesagt hätte und heute ganze Regierungsprogramme bestimmt:

Netto Null

Was bedeutet dieser Begriff? Zunächst einmal nicht, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt kein CO₂ mehr ausgestoßen werden darf. Netto Null bedeutet, dass die vom Menschen verursachten Emissionen durch entsprechende Entnahmen aus der Atmosphäre ausgeglichen werden. Was auf der einen Seite noch ausgestoßen wird, soll auf der anderen Seite wieder gebunden werden – beispielsweise durch Wälder oder andere biologische Senken sowie durch technische Verfahren zur CO₂-Entnahme. Der IPCC definiert Netto-Null-CO₂ entsprechend als einen Zustand, in dem anthropogene CO₂-Emissionen und anthropogene CO₂-Entnahmen über einen bestimmten Zeitraum ausgeglichen sind.
Ausschlaggebend ist demnach die Bilanz. Werden beispielsweise noch 100 Einheiten CO₂ ausgestoßen und gleichzeitig 100 Einheiten CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt, beträgt die Nettoemission rechnerisch null.

Auch zwischen Netto-Null-CO₂ und Netto-Null-Treibhausgasen muss unterschieden werden. Bei Letzterem werden auch andere Treibhausgase wie Methan und Lachgas berücksichtigt. Da diese das Klima unterschiedlich stark und unterschiedlich lange beeinflussen, werden ihre Emissionen über festgelegte Faktoren in sogenannte CO₂-Äquivalente umgerechnet. Mit diesen so geschaffenen Recheneinheiten lassen sich beispielsweise eine Tonne Methan und eine Tonne CO₂ rechnerisch in einer gemeinsamen Klimabilanz erfassen. Netto Null ist keine einfache Messgröße, sondern das Ergebnis einer Bilanz, in die unterschiedliche Treibhausgase und ihre jeweilige Klimawirkung eingehen.

Die wissenschaftliche Begründung für Netto Null ergibt sich aus den Annahmen der heutigen Klimaforschung. Der IPCC geht von einem annähernd linearen Zusammenhang zwischen der insgesamt vom Menschen ausgestoßenen CO₂-Menge und der dadurch verursachten globalen Erwärmung aus. Soll die CO₂-bedingte Erwärmung auf einem bestimmten Niveau stabilisiert werden, müssten die weltweiten Netto-CO₂-Emissionen nach dieser Logik auf null sinken. Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln dargestellt, sind jedoch die genaue Größenordnung des menschlichen Anteils und insbesondere die daraus abzuleitende Erwärmung mit erheblichen Unsicherheiten verbunden, und damit für mich äußerst fragwürdig.

Bis hierhin befinden wir uns im Wesentlichen noch auf der Ebene des wissenschaftlichen Konzepts. Interessant wird es bei der Frage, was politisch daraus gemacht wird. Das Pariser Abkommen selbst nennt kein weltweites Netto-Null-Datum 2050. Es formuliert vielmehr das Ziel, in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts ein Gleichgewicht zwischen menschengemachten Treibhausgasemissionen und ihrer Aufnahme durch Senken zu erreichen. Die heute so prominente Zielmarke 2050 wurde erst in der weiteren wissenschaftlichen und politischen Konkretisierung zu einem zentralen Datum. Dabei sieht das Abkommen keinen für alle Staaten identischen Zeitplan vor. Es erkennt ausdrücklich an, dass Entwicklungsländer für das Erreichen ihres Emissionshöhepunkts mehr Zeit benötigen können. Die unterschiedlichen wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Ausgangslagen der Staaten sind damit bereits im Abkommen berücksichtigt.

Die Europäische Union hat daraus für sich ein wesentlich konkreteres Ziel gemacht: Klimaneutralität bis spätestens 2050. Dieses Ziel ist seit 2021 im Europäischen Klimagesetz rechtlich verbindlich. Als Zwischenziele müssen die Netto-Treibhausgasemissionen der EU gegenüber 1990 bis 2030 um mindestens 55 Prozent und bis 2040 um 90 Prozent sinken. Das ist keine unverbindliche Absichtserklärung mehr.

Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten sind rechtlich verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Das Europäische Klimagesetz formuliert darüber hinaus ausdrücklich, dass nach 2050 negative Emissionen angestrebt werden – also insgesamt mehr Treibhausgase entnommen als ausgestoßen werden sollen.

Damit bekommt eine zunächst abstrakte Zahl enorme politische Sprengkraft. Wenn eine Volkswirtschaft ihre Netto-Treibhausgasemissionen innerhalb weniger Jahrzehnte nahezu vollständig  beseitigen beziehungsweise verbleibende Emissionen ausgleichen soll, genügt es nicht, hier ein effizienteres Kraftwerk zu bauen und dort ein paar Solarmodule aufs Dach zu setzen. Dann müssen praktisch alle größeren Emissionsquellen erfasst werden. Stromerzeugung, Industrie, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft – überall entstehen Treibhausgase. Entsprechend erklärt die Europäische Kommission, dass alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft ihren Beitrag zur Klimaneutralität leisten sollen.

Die wissenschaftliche Ausgangsthese, auf der dieses politische Ziel beruht, habe ich in den vorangegangenen Kapiteln kritisch hinterfragt: Wie belastbar lässt sich der menschliche Anteil an der Erwärmung quantifizieren, wie verlässlich ist die angenommene Klimasensitivität und wie präzise lässt sich daraus die Wirkung einer bestimmten CO₂-Reduktion ableiten? Der IPCC führt die beobachtete Erwärmung zu einem erheblichen Teil auf den menschlichen Einfluss zurück und beziffert die anthropogene Erwärmung für den Zeitraum 1850–1900 bis 2010–2019 mit einer zentralen Schätzung von 1,07 Grad Celsius. Diese 1,07 Grad sind jedoch kein direkt gemessener menschlicher Temperaturanteil, sondern das Ergebnis wissenschaftlicher Attributionsverfahren und der dabei zugrunde gelegten Annahmen. Wie belastbar diese Zuordnung und insbesondere die daraus abgeleitete Bedeutung des CO₂ ist, habe ich bereits kritisch hinterfragt.

Doch selbst wenn diese Quantifizierung und die daraus abgeleitete Temperaturwirkung zutreffen sollten, ist damit noch nicht beantwortet, welche politischen Maßnahmen daraus folgen müssen. Ob weitreichende finanzielle und soziale Eingriffe verhältnismäßig sind, bleibt eine politische Abwägung – insbesondere angesichts der Tatsache, dass sich Menschen seit jeher an veränderte klimatische Bedingungen angepasst haben. Ein wissenschaftlicher Befund rechtfertigt nicht automatisch jede Maßnahme, die mit ihm begründet wird.

Damit stellt sich die nächste Frage: Auf welchem Weg soll ein einzelnes Land dieses Ziel erreichen? Damit ist weder entschieden, welche Technologien bevorzugt, verteuert, subventioniert oder eingeschränkt werden sollten, noch welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belastungen dafür angemessen und verhältnismäßig sind. Solche Entscheidungen kann die Klimawissenschaft der Politik nicht abnehmen. Bei diesen Entscheidungen muss demzufolge dieselbe Frage gestellt werden wie bei jeder anderen Politik auch: Was bringt die Maßnahme tatsächlich? Was kostet sie? Welche Nebenwirkungen erzeugt sie? Gibt es bessere Alternativen? Und steht der Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum erreichbaren Nutzen?

Bei einem globalen Problem ist außerdem eine weitere Frage zu stellen: Was bewirkt die Reduktion in einem einzelnen Land oder Wirtschaftsraum, wenn die Emissionen anderswo gleichzeitig steigen? Eine eingesparte Tonne CO₂ unterscheidet nicht danach, ob sie in Deutschland, China, Indien oder den USA ausgestoßen worden wäre.

Netto Null ist deshalb weit mehr als eine technische Zielgröße. Es ist der Ausgangspunkt für einen tiefgreifenden Umbau wirtschaftlicher Strukturen. Ob dieser Umbau sinnvoll, effizient und verhältnismäßig gestaltet wird, ist keine Frage, die mit dem Hinweis auf „die Wissenschaft sagt…“ erledigt werden kann.

Wenn Klimapolitik in den Alltag eingreift

Solange von Temperaturzielen, Emissionsbudgets und Netto Null die Rede ist, bleibt Klimapolitik abstrakt. Spürbar wird sie dort, wo aus Zielen konkrete Regeln werden. Das geschieht inzwischen in beinahe allen Lebensbereichen. Wer heizt, Auto fährt, fliegt, Strom verbraucht, ein Haus baut oder saniert und bestimmte Waren konsumiert, verursacht direkt oder indirekt Treibhausgasemissionen. Soll eine Volkswirtschaft innerhalb weniger Jahrzehnte klimaneutral werden, geraten deshalb zwangsläufig auch Entscheidungen in den Blick, die früher weitgehend dem Einzelnen überlassen waren.

Ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Klimaneutralität sehen die Verfechter des menschengemachten Klimawandels im CO₂-Preis. Die Idee dahinter ist einfach: Wer fossile Energieträger nutzt, soll für die damit verbundenen CO₂-Emissionen bezahlen. Dadurch werden emissionsintensive Produkte und Tätigkeiten teurer, klimafreundlichere Alternativen im Verhältnis attraktiver. Ökonomen sprechen von der Internalisierung externer Kosten – Kosten, die bislang nicht vollständig vom Verursacher getragen wurden, sollen in den Preis einfließen. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben: Die CO₂-Bepreisung belastet nicht nur Verbraucher und Unternehmen, sondern beschert dem Staat zugleich Einnahmen in Milliardenhöhe.

Hinter der CO₂-Bepreisung steht eine klare ökonomische Logik – und zugleich ein staatlicher Lenkungsanspruch, den ich für zunehmend übergriffig halte. Neben der Einpreisung vermeintlicher externer Kosten und den Mehreinnahmen für den Staat soll sie das Verhalten der Menschen verändern. Und das in einem Deutschland, dessen Staat trotz zusätzlicher Verschuldung in Billionenhöhe aufgrund der Unfähigkeit seiner Protagonisten dennoch Haushaltslücken hat.

Der dahinterstehende Mechanismus sollte klar benannt werden: Verhalten soll über Preise verändert werden. Was politisch erwünscht ist, wird finanziell begünstigt, was als klimaschädlich gilt, verteuert. Vereinfacht gesagt funktioniert das nach dem Prinzip von Belohnung und Bestrafung. Ich sehe eine solche politische Verhaltenslenkung durchaus kritisch, denn der Bürger wird damit nicht nur informiert und überzeugt, sondern über seinen Geldbeutel zu einem bestimmten Verhalten bewegt. Und das funktioniert besonders in Deutschland ausgezeichnet.

Dieser Lenkungsmechanismus beruht jedoch auf einer entscheidenden Voraussetzung: Die verteuerten Verhaltensweisen müssen tatsächlich in der angenommenen Größenordnung zur Erwärmung beitragen – und ihre Veränderung muss einen entsprechend relevanten Klimaeffekt bewirken. Diese Größenordnungen und die daraus abgeleiteten politischen Konsequenzen habe ich in den vorangegangenen Kapiteln kritisch hinterfragt. Wenn bereits die Prämissen mit Unsicherheiten verbunden sind, muss die Verhältnismäßigkeit der darauf aufgebauten Lenkungsmaßnahmen infrage gestellt werden.

In Deutschland ist dieser Mechanismus beispielsweise beim Tanken und Heizen unmittelbar zu spüren. Seit 2021 gibt es einen nationalen CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas. Bezahlen müssen die sogenannten CO₂-Zertifikate zunächst nicht die Autofahrer oder Hausbesitzer selbst, sondern die Unternehmen, die diese Brennstoffe in Verkehr bringen – beispielsweise Mineralölunternehmen oder Gaslieferanten. Diese Kosten können sie anschließend über die Preise an ihre Kunden weitergeben. Der CO₂-Preis landet damit letztlich an der Tankstelle oder auf der Heizkostenrechnung.

Bis 2025 legte der Staat den Preis für eine Tonne CO₂ fest; er stieg von 25 Euro im Jahr 2021 auf 55 Euro im Jahr 2025. Seit 2026 werden die Zertifikate versteigert, allerdings innerhalb eines staatlich vorgegebenen Korridors von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂. Vereinfacht gesagt: Die betroffenen Unternehmen müssen für die von ihnen in Verkehr gebrachten fossilen Brennstoffe entsprechende CO₂-Zertifikate erwerben. Bei der Versteigerung geben sie an, wie viele Zertifikate sie zu welchem Preis kaufen wollen. Aus diesen Geboten ergibt sich der Versteigerungspreis – 2026 jedoch nur innerhalb der vorgegebenen Spanne von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂.

Ab 2028 soll daraus ein europaweites System werden: der sogenannte ETS2, der zweite Europäische Emissionshandel. Er erfasst vor allem Brennstoffe für Gebäude und Straßenverkehr und funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie das bisherige deutsche System. Verpflichtet bleiben die Brennstofflieferanten, die für die durch ihre verkauften Brennstoffe entstehenden CO₂-Emissionen entsprechende Zertifikate abgeben müssen. Der wesentliche Unterschied: Der CO₂-Preis wird dann nicht mehr innerhalb des bisherigen deutschen Systems bestimmt, sondern im Rahmen eines europaweiten Emissionshandels.

Nochmals im Klartext: Was mehr CO₂ verursacht, soll teurer werden. Doch beim Preis für Brennstoffe bleibt es nicht. Auch die Wahl der Heizung wird klimapolitisch beeinflusst. Das frühere Gebäudeenergiegesetz wurde 2026 zum Gebäudemodernisierungsgesetz geändert. Für den Austausch einer Heizung in bestehenden Gebäuden sieht das Gesetz verschiedene Möglichkeiten vor, darunter Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Hybridlösungen, Stromdirektheizungen oder den Anschluss an ein Wärmenetz. Auch neue Öl- und Gasheizungen bleiben grundsätzlich möglich, unterliegen jedoch schrittweise steigenden Vorgaben für den Einsatz bestimmter klimafreundlicherer Brennstoffe.

Auch wenn die ursprünglichen Pläne des damaligen „Wirtschaftsministers“ Robert Habeck im Gesetzgebungsverfahren deutlich abgeschwächt wurden, bleibt das Ergebnis für mich ein Beispiel dafür, wie weit Klimapolitik in das Eigentum und den Geldbeutel der Bürger eingreift. Eine Handwerkerfamilie beispielsweise, die sich über Jahrzehnte mühsam ein kleines Eigenheim aufgebaut hat, kann durch einen notwendigen Heizungstausch vor erheblichen zusätzlichen Investitionen stehen. Was politisch als Beitrag zum Klimaschutz begründet wird, bedeutet für den Einzelnen unter Umständen eine erhebliche finanzielle Belastung.

Beim Auto zeigt sich die gleiche Entwicklung. Nach derzeit geltendem EU-Recht müssen Autohersteller bei ihren neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2035 die durchschnittlichen CO₂-Emissionen ihrer Pkw- und leichten Nutzfahrzeugflotten gegenüber dem Referenzziel von 2021 um 100 Prozent senken. 100 Prozent bedeutet in diesem Fall: Die Neuwagenflotte darf im Durchschnitt keine CO₂-Emissionen am Auspuff mehr verursachen. Für klassische Benzin- und Dieselfahrzeuge bedeutet diese Nullvorgabe faktisch das Aus als regulär zugelassene Neuwagen – wo Benzin oder Diesel verbrannt wird, entsteht zwangsläufig CO₂. Bereits zugelassene Verbrenner sind davon nicht betroffen.

Inzwischen ist diese Regelung selbst wieder Gegenstand der Politik. Die EU-Kommission schlug Ende 2025 vor, die vorgeschriebene Emissionsminderung ab 2035 von 100 auf 90 Prozent zu reduzieren. Das bedeutet: Statt einer vollständigen Reduktion würde ein rechnerischer Rest von 10 Prozent verbleiben, der unter bestimmten Bedingungen ausgeglichen werden könnte. Damit könnten auch bestimmte Verbrenner nach 2035 weiterhin neu auf den Markt kommen. Beschlossen ist diese Änderung bislang jedoch nicht. Geltendes Recht bleibt vorerst bei der – aus meiner Sicht idiotischen – 100-Prozent-Vorgabe.

Auch beim Fliegen greift Klimapolitik zunehmend ein. Der europäische Emissionshandel erfasst bereits Teile des Luftverkehrs. Hinzu kommt die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation, die die CO₂-Emissionen des Luftverkehrs verringern soll. Sie verpflichtet die Treibstoffanbieter an europäischen Flughäfen, steigende Mindestanteile sogenannter nachhaltiger Flugkraftstoffe bereitzustellen – seit 2025 zunächst 2 Prozent, ab 2030 6 Prozent und bis 2050 schrittweise 70 Prozent.

Auch Lebensmittel geraten in die Debatte. Landwirtschaft verursacht insbesondere Methan und Lachgas. Deshalb werden Tierhaltung, Düngung und landwirtschaftliche Produktionsweisen zunehmend unter Klimagesichtspunkten bewertet.
Diesbezüglich bin ich äußerst skeptisch und auch stinksauer. Europas Landwirtschaft befindet sich ohnehin in einem massiven Strukturwandel: Die Zahl der Höfe geht seit Jahrzehnten zurück, während sich landwirtschaftliche Flächen und Produktion zunehmend auf weniger und größere Betriebe konzentrieren. Besonders kleinere Familienbetriebe geraten durch wirtschaftlichen Druck, Bürokratie und immer neue Auflagen schnell an ihre Grenzen. Wenn Klimapolitik diesen Druck zusätzlich erhöht, muss die Frage erlaubt sein, wem diese Entwicklung am Ende nutzt – dem kleinen Bauern oder den großen Agrar- und Lebensmittelunternehmen. In meinen Augen werden kleine Bauern in der EU systematisch fertiggemacht. Der Bauernstand ist für mich generell der wichtigste Berufsstand. Auf einen Werbetexter kann ich verzichten – auf einen Bauern nicht.

Gleichzeitig öffnet die EU den Lebensmittelmarkt für neue Produkte. Dazu gehören inzwischen auch bestimmte als „Novel Food“ zugelassene Insekten und Insektenbestandteile. Niemand wird direkt oder indirekt gezwungen, Mehlwürmer oder andere Insekten zu essen – zumindest noch nicht. Ich werde davon jedenfalls keinen Gebrauch machen. Gewichtiger finde ich die Frage, warum solche neuen Lebensmittel politisch den Weg in den Markt finden, während gleichzeitig immer mehr traditionelle bäuerliche Betriebe verschwinden.

Bei mir drängt sich folgender Verdacht auf: die zunehmende Konzentration der Lebensmittelproduktion und das Verschwinden kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe werden politisch nicht nur hingenommen, sondern sind gewollt. Beweisen kann ich das nicht – die Entwicklung gibt mir jedoch allen Grund, kritisch hinzusehen.

Das Ergebnis ist unübersehbar: Je mehr kleine und unabhängige Betriebe verschwinden, desto stärker konzentriert sich die Lebensmittelversorgung auf wenige große Akteure. Damit wächst zwangsläufig auch die Abhängigkeit der Bevölkerung von ihnen. Bei Autos, Computern oder Turnschuhen wäre eine solche Konzentration schon kritisch zu hinterfragen. Bei Lebensmitteln bekommt sie eine andere Dimension.

Essen ist kein beliebiges Konsumgut. Es ist eine elementare Lebensgrundlage. Wer die Lebensmittelversorgung kontrolliert, verfügt über Macht. Und je weniger unabhängige Erzeuger übrig bleiben, desto größer wird diese Macht.

Eine solche Entwicklung halte ich nicht nur für bedenklich. Ich halte sie für gefährlich.

Die Beeinflussung der genannten Lebensbereiche durch die Klimapolitik zeigen, wie weit der politische Wirkungsbereich eines umfassenden Klimaziels inzwischen reichen kann: Er endet nicht beim Kraftwerk oder beim Auspuff. Er reicht bis zur Landwirtschaft und damit letztlich bis zu der Frage, wie Lebensmittel künftig produziert werden. Jede einzelne Maßnahme lässt sich für sich diskutieren. Ein CO₂-Preis kann sinnvoll, falsch oder falsch ausgestaltet sein. Eine Wärmepumpe kann für ein Gebäude hervorragend und für ein anderes weniger geeignet sein. Elektromobilität – deren Strombedarf ja auch produziert werden muss – kann Vorteile haben, ohne deshalb für jeden Anwendungsfall automatisch die beste Lösung zu sein. Problematisch wird es, wenn aus einem übergeordneten Ziel der Eindruck entsteht, jede Maßnahme, die CO₂ reduziert, sei allein deshalb schon vernünftig. Das ist sie nicht.

Eine verantwortungsvolle Klimapolitik muss sich genauso an Wirksamkeit, Kosten, sozialen Folgen, technologischer Offenheit und Verhältnismäßigkeit messen lassen wie jeder andere Politikbereich. Entscheidend ist nicht, ob auf einer Maßnahme „Klimaschutz“ steht, sondern was sie tatsächlich bewirkt – und welchen Preis eine Gesellschaft dafür bezahlt.

Damit verändert sich auch die politische Dimension des Klimathemas. Aus einem globalen Temperaturziel werden über mehrere Zwischenschritte ganz konkrete Entscheidungen darüber, was teurer wird, was gefördert wird und welche technischen Möglichkeiten künftig noch zur Verfügung stehen. Spätestens hier ist Klimapolitik im Alltag angekommen.

Die Bürger werden meines Erachtens unverhältnismäßig stark zur Kasse gebeten.

Warum Klima politisch so mächtig ist

Wie die vorherigen Ausführungen gezeigt haben, lässt sich Klimapolitik mit nahezu allen Bereichen von Wirtschaft und Alltag verbinden. Anders als bei vielen räumlich begrenzten Umweltproblemen geht es beim Klima um ein globales System, bei dem Ursachen, Maßnahmen und deren mögliche Wirkungen zeitlich und räumlich weit auseinanderliegen können. Das mindert die Bedeutung der Klimapolitik nicht automatisch. Es macht es jedoch wesentlich schwieriger zu überprüfen, was eine einzelne politische Maßnahme für das globale Klima bewirkt. Nach meinem Dafürhalten steht bei vielen Maßnahmen die erreichbare Klimawirkung nicht in einem angemessenen Verhältnis zu den finanziellen Belastungen und den teilweise weitreichenden Eingriffen in das Alltagsleben der Bürger.

Hinzu kommt ein zweiter Faktor: Klima ist global. Deutschland kann seine Emissionen reduzieren, das globale Klima aber nicht allein steuern. CO₂ kennt keine Landesgrenzen. Entscheidend ist letztlich die weltweite Entwicklung. Daraus entsteht ein politisches Dilemma: Nationale Maßnahmen können erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben, während ihr isolierter Einfluss auf die globale Durchschnittstemperatur entsprechend begrenzt ist.

Wie klein dieser Einfluss ist, darüber wird heftig gestritten. Der damalige fraktionslose Bundestagsabgeordnete Robert Farle rechnete 2023 im Bundestag vor, Deutschland beeinflusse den weltweiten CO₂-Anteil in der Atmosphäre lediglich mit 0,000028 Prozent. Diese Rechnung wurde anschließend kritisiert, weil sie Deutschlands Anteil an den menschengemachten Emissionen mit dem gesamten CO₂-Anteil der Atmosphäre verrechnet und damit unterschiedliche Größen miteinander verbindet. Die konkrete Zahl sollte deshalb nicht mit Deutschlands tatsächlichem Anteil an den weltweiten menschengemachten CO₂-Emissionen verwechselt werden.

An der wesentlich belastbareren Größenordnung ändert das jedoch nichts: Nach den derzeit jüngsten vollständig verfügbaren internationalen Daten verursachte Deutschland 2024 rund 1,48 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen aus fossilen Energieträgern und Industrie. Deutschlands Anteil ist damit vergleichsweise klein.

Mich stört der deutsche Hang zur klimapolitischen Vorreiterrolle, dieses Bedürfnis nach moralischer Überlegenheit, dieser moralische Narzissmus. Deutschland scheint anderen Ländern nur allzu gerne zeigen zu wollen, wie etwas funktioniert – auch wenn die eigenen Maßnahmen erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten verursachen und ihr isolierter Einfluss auf die globale Temperatur begrenzt bleibt. Vorbild sein zu wollen, ist erst einmal ehrenwert. Teuer – insbesondere für den Bürger und Steuerzahler – wird es, wenn aus dem Vorbild ein Selbstzweck wird und die Frage nach Wirkung und Verhältnismäßigkeit in den Hintergrund gerät.

Ein dritter Faktor ist die Zeitdimension. Klimapolitik arbeitet mit Zeiträumen von Jahrzehnten bis Jahrhunderten. Entscheidungen von heute werden mit Entwicklungen begründet, die teilweise für 2050, 2100 oder darüber hinaus projiziert werden. Je weiter der Blick in die Zukunft reicht, desto stärker spielen Annahmen über Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft, Energieverbrauch, technologische Innovationen und Emissionen eine Rolle. Projektionen sind keine Messungen der Zukunft. Sie zeigen, was unter bestimmten Annahmen eintreten könnte. Ändern sich diese Annahmen, ändern sich auch die Ergebnisse.

Das habe ich in den vorherigen Kapiteln bereits ausführlich behandelt und soll hier nicht erneut aufgerollt werden. Politisch besonders folgenreich ist jedoch: Aus möglichen Entwicklungen der Zukunft werden – in meinen Augen teils unverhältnismäßige – Maßnahmen der Gegenwart abgeleitet.

Es kommt ein vierter, besonders wirkungsvoller Faktor hinzu: Moral.

Beim Klima geht es längst nicht mehr allein um Temperaturkurven. Kommende Generationen, Menschen in ärmeren Ländern, Artenvielfalt und die Welt, die Kindern und Enkeln hinterlassen wird, verleihen der Debatte eine starke moralische Dimension. Das ist legitim. Kritisch wird es, sobald aus politischer Abwägung eine moralische Einbahnstraße wird.

Dann steht nicht mehr nur eine konkrete Maßnahme zur Diskussion, sondern oftmals auch die Haltung des Kritikers. CO₂-Bepreisung infrage gestellt? Dann will man angeblich nichts gegen Emissionen unternehmen. Kritik am Heizgesetz? Mangelnde Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Bedenken hinsichtlich einer energiepolitischen Strategie? Schon steht der Verdacht im Raum, das Klimaproblem nicht ernst zu nehmen.

Diese Gleichsetzungen sind falsch. Der menschliche Einfluss auf das Klima lässt sich anerkennen und ein bestimmter CO₂-Preis trotzdem ablehnen. Klimaschutz lässt sich befürworten und ein Heizgesetz dennoch kritisieren. Erneuerbare Energien können sinnvoll sein, ohne deshalb jede energiepolitische Strategie für vernünftig zu halten.

Kritik an einer Maßnahme ist keine Leugnung eines Problems. Und Moral ersetzt keine sachliche Abwägung.

Schließlich besitzt Klimapolitik noch eine weitere Besonderheit: CO₂ lässt sich messen, berechnen, bilanzieren und mit einem Preis versehen. Ein Haus, ein Auto, eine Flugreise, ein Unternehmen oder ein Produkt kann mit einem rechnerischen CO₂-Fußabdruck versehen werden. Damit entsteht eine gemeinsame Maßeinheit, über die völlig unterschiedliche Tätigkeiten erfasst, miteinander verglichen und schließlich auch politisch bewertet werden können.

Aus einem unsichtbaren Gas wird auf diese Weise eine politische Rechengröße. Tonnen CO₂ lassen sich zählen, mit Grenzwerten versehen, besteuern, bepreisen oder durch Zertifikate handelbar machen. Plötzlich können Autofahren, Heizen, Fliegen, Bauen oder Produzieren unter demselben Maßstab betrachtet werden. Damit reicht Klimapolitik weit über klassische Umweltpolitik hinaus. Sie erhält ein Instrument, mit dem sich tief in wirtschaftliche Entscheidungen und den Alltag der Menschen hineinwirken lässt.

Diese Verbindung verleiht der Klimapolitik eine enorme politische Reichweite: Ein globales Problem wird mit einer berechenbaren Größe, langfristigen Risiken und einem moralischen Auftrag verknüpft. CO₂ wird damit nicht nur zur physikalischen Größe, sondern auch zu einem politischen Steuerungsinstrument.

Je mehr Lebensbereiche unter diesem Maßstab erfasst werden, desto größer werden auch die politischen Interpretations- und Handlungsspielräume.

Für mich bleibt diese Denkweise höchst fragwürdig. Hinter der scheinbar exakten CO₂-Bilanz steht eine wesentlich weniger exakt zu beantwortende Frage: Wie belastbar lässt sich der Einfluss der jeweiligen menschlichen CO₂-Emissionen auf die globale Temperatur bestimmen, und welchen Anteil haben demgegenüber natürliche Einflussgrößen und die natürliche Klimavariabilität? Die damit verbundenen Unsicherheiten habe ich in den vorherigen Kapiteln ausführlich dargestellt. Eine auf die Nachkommastelle berechnete CO₂-Bilanz darf nicht den Eindruck erwecken, auch ihre konkrete Wirkung auf das Klima ließe sich mit derselben Genauigkeit bestimmen.

Das wäre vielleicht noch hinnehmbar, wenn es sich lediglich um akademische Rechenmodelle handelte. Doch aus diesen Berechnungen entstehen politische Maßnahmen, die unmittelbar an den Geldbeutel der Menschen gehen. Und dieselbe Verteuerung trifft nicht jeden gleich. Wer über ein hohes Einkommen verfügt, wird einige Cent mehr für den Liter Benzin oder höhere Heizkosten möglicherweise kaum wahrnehmen. Für Menschen mit geringem Einkommen können dieselben Mehrkosten sehr wohl eine große Belastung darstellen. Deshalb muss Klimapolitik mehr leisten, als auf eingesparte Tonnen CO₂ zu verweisen. Sie muss auch beantworten, ob die damit erzielte Klimawirkung in einem angemessenen Verhältnis zu den finanziellen und sozialen Folgen steht.

Damit schließt sich der Kreis dieses Kapitels. Aus einer wissenschaftlichen Frage über den Einfluss von Treibhausgasen auf das Klima ist ein politisches Projekt entstanden, das heute bis in nahezu alle Bereiche von Wirtschaft und Alltag hineinreicht. Je weitreichender die daraus abgeleiteten Maßnahmen werden, desto wichtiger wird die Frage nach ihrer Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit. Der Hinweis auf den Klimaschutz allein kann diese Prüfung nicht ersetzen.

Ob eine bestimmte Klimapolitik richtig oder falsch ist, ist damit noch nicht beantwortet. Deutlich wird jedoch, warum das Klima zu einem der größten politischen Projekte unserer Zeit wurde.

Ein Projekt dieser Größenordnung braucht nicht nur politische Beschlüsse. Es braucht auch öffentliche Zustimmung. Menschen müssen davon überzeugt sein, dass die gesetzten Ziele notwendig, die damit verbundenen Eingriffe gerechtfertigt und die verlangten Belastungen angemessen sind. Damit kommt eine weitere Macht ins Spiel, ohne die die heutige Klimapolitik kaum denkbar wäre: die öffentliche Kommunikation – und mit ihr der Klimajournalismus. Welche Rolle die Medien dabei spielen, wie sie über Klima berichten und welchen Einfluss sie auf die öffentliche Wahrnehmung der Klimafrage haben, wird Gegenstand des nächsten Kapitels sein.

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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.




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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 66

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Der DAX und die anderen Börsen-Indizes schießen spekulationsbesoffen historische Höchststände in Reihe ab. Daneben stürzt der „Rest vom Schützenfest“ der Volkswirtschaft in tiefste Tiefen, mit tausenden Pleiten von Mittelständlern und Zulieferern und dem Abbau von Arbeitsplätzen bis zum ergriffen geforderten „Net-Zero“. „Do simma dabei. Dat is prihiimah… Viva Colonia…“

Unlängst warnte sogar Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England und zugleich Vorsitzender des internationalen Financial Stability Board (FSB), vor der Mutter aller Finanzmarktkatastrophen. Die Gefahr erwächst aus dem Zusammenspiel von extremer Verschuldung und weit überzogenen Bewertungen von Wertpapieren. Die Kapital-Konzentration auf wenige Kapitalverwaltungsfonds und Finanzmarktunternehmen (Blackrock, Vanguard, State Street, etc.) verschärft die ganze Chose noch.

Das Bedeutungsvolle ist hier aber weniger die einzelne Warnung als die Tatsache, wer da inzwischen warnt. Das kann man „ALTIRO“, Alarmstufe tiefrot, nennen für die großen Spieler im Casino. Die sind allerdings zu groß, um sie einzusperren („too big to jail“), was die ehrlichste Zuschreibung für dieses Konstrukt ist.

Warum koinzidiert wohl die Kriegsgeilheit mit dem bevorstehenden Finanzcrash? Rein zufällig?

In allen Bereichen des Lebens kann man es treiben, auch wild treiben und übertreiben. So auch in der Politik. Das ist nur süffisanter formuliert die Weisheit mit der Dosis und dem Gift

Fast ausnahmslos alle Strömungen und Entwicklungen sind Prozesse, die so gut wie nie linear verlaufen, sondern die sich, auf ihrem Weg zum Endpunkt hin, stark beschleunigen. Oder einfach unspektakulär im Nirgendwo verschwinden…

Nun warnen ja schon sehr lange die einschlägigen Propheten vorm Untergang. Bezüglich der USA mindesten seit einem halben Jahrhundert, als die Goldbindung des US-Dollars aufgehoben wurde. Und? Noch immer werkelt das US-Dollar-Leitwährungssystem vor sich hin. Nix mit Untergang, triumphieren die Jünger des Glaubens an das „Imperium der Lügen“.

Dennoch ist die überall nach unten zeigende Tendenz nicht mehr auszublenden.

Nun denn, der Niedergang eines solch riesigen, auf allen Ebenen mächtigen, verlogenen, manipulativen Weltherrschaftssytems ist kein Tagesgeschäft und zieht sich eben weit länger hin, als dies für menschliches Zeitverständnis verarbeitbar ist. „Bei de oidn Röma hod se des a üba mera Generationa hizogn, bis ois weg woa.“

Den Spruch von dem alten Indianer mit dem Geld, das man nicht essen kann, muss das „Imperium der Lügen“ gerade schmerzlich selbst erfahren, nur ein wenig anders. Geld kann man lange drucken, aber keine kriegstauglichen Hightech-Waffen.

Übergreifend könnte man äußern, wer seine spirituell-geistig-moralische Mitte verliert, seine innere Balance, gerät zuerst ins Straucheln, dann taumelt er mehr und mehr und schlussendlich fliegt (kriegt?) er „voll auf die Schnauze“. Da bleibt nur zu hoffen, dass das mit dem dubiosen roten Knopf auch nur eine Schimäre sein möge…

Das Herrschaftsmotto der Herzen: Hauptsache Macht und bloß keine Verantwortung.

Ein britischer Regierungsbeamter sprach in Sachen Kriegstüchtigkeit beruhigend zum Volk: „Es geht um gesunden Menschenverstand, nicht um Panikmache.“ Das erinnert doch stark an das durch Douglas Adams verbreitete Motto „Don’t panic! Take a towel“, was das lässige Umgehen mit der Sprengung der Erde betraf. Nur wegen einer läppischen Umgehung(sstraße). „Es woa jo lang gnua ausghängt, oda?“

Die Meldung über fast 65.000 Briten, die wegen „Vergehen im Zusammenhang mit Äußerungen“ in den letzten fünf Jahren verhaftet wurden, ist da der verbeulte Deckel auf dem Topf. Dagegen erklärt der schwedische Staat seiner beflissenen, gut abgerichteten Bevölkerung, was bei einem Atomangriff so geschieht – und wie man sich danach verhalten soll. Mord im Mitsommer, oder so…

Die Desinformationisten bringen an, die Hauptkraft dieser hinterhältigsten Tyrannei ever liegt in ihrer Fähigkeit, Bevölkerungen von ganzen Ländern zu verblenden, ohne dass sie es merken. Der Psychiater Dr. Hans-Joachim Maaz führte mit Beginn der Corona PsyOp den Begriff der Normopathie der Gesellschaft ein, in der psychische Störungen zur Normalität geworden sind. „Dea hods vo Anfang a gwusst, hah.“

Lüge nicht, betrüge nicht, stehle nicht. „UnsereDemokratie“ duldet keine Konkurrenz.

Eine ständig wachsende Zahl an Menschen ist sich einig, dass das alles nur ein schlechter Witz ist. Gerade deshalb sollte man darüber hyperschallend (kleines Wortspiel…) lachen. Ob einem das Lachen vergeht, wenn es Haselnüsse regnet?

Somit darf man die Sache Kerkeling nicht (unter)schlagen. Der Hape, „de aufblosane Dampfnudl“, der künftige (?) Bundespräsi, der von allen angehimmelte „Horst Schlämmer“, ward doch als „Experte“ zum Thüringer Landtag geladen, zwecks eines Verbots der aktuellen Nazis. Die Attitüde ist bestens eingeübt: Den Kampf gegen die Höllenpest, den die Idioten in „Babylon Berlin“ verloren haben, werden wir, „die Guten™“, hier und jetzt siegreich zu Ende bringen. Wenn dafür dieselben Methoden, wie die von den damaligen Siegern angewendet werden, was soll‘s.

Ein ungesichert verstrahlter X-Nutzer nahm in unziemlicher Weise einen früheren Sketch der Mietmaul-Schwuchtel sehr treffend ins Visier und brachte seine Aussage vor dem ehrlosen, ääähh…, ehrenwerten Gremium auf den Punkt: „Der Höcke, der Flüchtling, … auf der grüüüünen Wiese, … schreit: HURZ!“

Eine Verschwörungstheorie ist eine Verschwörungserzählung, die einer Verschwörungsideologie entspringt.

Diese Zwischenüberschrift ist zwar abwegiger, verschwurbelter Unsinn im Quadrat, und doch aussagekräftig im Sinne von sublimer, hinterhältiger Provokation des normopathischen Zeitgeistes, dessen Erscheinungsformen eben solcherart Schwachfug befördern.

Heutzutage sind die Menschen nicht mehr nur geisteskrank, sie sind eine Freakshow. Woke und queer. Non-Binärer Fuchs und Trans-Schoko-Hase gleichzeitig. Leute ohne Minderwertigkeitskomplexe bezüglich ihrer intellektuellen Begabungen, lassen diese geistige Abnormität noch besonders deutlich hervortreten.

Nicht nur Tarek Cyril Amar fällt die alt-bekannte Absenz einer menschlichen Eigenschaft auf, indem er feststellt: „Deutschlands bekannte Tragödie – oder sagen wir, eine davon – besteht in einem chronischen Mangel an Ironie“.

Der Tiefgründler Felix Feistel denkt da einfach: „Die moderne Kultur ersetzt Qualität durch Masse — und das in jedem einzelnen Bereich.“ Wobei die Oberflächlichkeit ausnahmslos alles tiefgründigere überwältigt und zudeckt.

Karl Kraus sagte mal: „Parlamentarismus ist die Kasernierung der politischen Prostitution.“

Diesem Philipp Amthor muss man eigentlich dankbar sein. Mit seiner unangenehmen Ausstrahlung, seinem geschniegelt-unechten Auftreten und seinem demonstrativen Desinteresse an den Sorgen der arbeitenden Bevölkerung personifiziert er perfekt die Entfremdung von den Wählern und damit den Untergang der CDU.

Das läuft vor dem Hintergrund einer weitflächig verbaerbockten Gesellschaft ab, die dramatisch immer weniger Bescheid weiß im Lesen, Schreiben und Rechnen, was aber auch als Inklusion der mindergut mit Intellekt und Verstand ausgestatten Individuen interpretiert werden kann. „S’meakt do eh koana mea wos.“

Ein sensitiver Geist wie Milosz Matuschek beschreibt treffend, wenn eine Zivilisation den Höchststand der Dekadenz erreicht hat: „Für mich ist es das Merkmal, dass die Realität die Parodie überholt, sich dadurch fast jeder weiterer Parodisierung entzieht und im Grunde das Tor in Richtung Tragödie öffnet.“

Trotzdem, oder gerade deswegen, bewegt sich alles auf den Punkt zu, an dem es heißt: „Philipp als Präsident!“ Oder: „Philipp for everything!“ Die neue Lichtgestalt! Philipp Amthor – Der Annalena Baerbock der CDU!

Wenn sich etwas Satire nennen kann, dann, weil Satire „nach oben“ tritt.

Sprache dient ja vor allen Dingen dem Zweck, die Gedanken in möglichst anregende und genüßliche Wortfugen zu kleiden. In ihrer besten Ausprägung gereicht dies ganz zum Pläsier der denkfreudigen und sprachverliebten Geister, denen es geziemt, sich mal Wohlzufühlen in anregenden Gedanken- und Sprachwelten. „Oiso a Freid fia olle de gean nochdenga und d’Sproch meng.“

Eine Frage steht somit nun schon länger im Raum, nämlich warum die vernünftigen, klaren, lebensklugen Köpfe, die sprachgewandt, souverän und sachbezogen, mit Raffinesse, Witz und Esprit ihre Gedanken und Ideen nachvollziehbar ausdrücken können, nicht in Machtpositionen kommen. Solche Leute sind im Neuen Normal ausschließlich im Kreise der Verfemten und Aussätzigen zu finden.

Stattdessen sind wir umgeben von „den Guten™“, die mit ihrem einseitigem Geschrei nach Aufmerksamkeit, mit ihrer vorwürfigen Mimosität, mit ihren sinnbefreiten Artikulationen von katastrophaler Humorabwesenheit, die schweinemäßig nervendsten Zeitgenossen sind. Das ist der Mainstream.

Das Bild, das Rocco Burggraf herzlos enthüllt, ist eine „zerfallene Gesellschaft, deren letzte Gemeinsamkeit im kollektiven Verlust der Selbstreflexion besteht.“

Noch mehr Blödsinn gefällig?

Das Wunder der Vermehrung von Wein und Brot ist heute durch das Wunder der Geldvermehrung mittels Sondervermögen ersetzt worden. Das zombifizierte Scheinbürgermilieu fühlt sich dabei rundummadum wohl, wie die Sau im Schlammpfuhl.

Life-Style-Tipp: Wenn Sie mal von einem Ordnungshüter mit dem Wort „wohnhaft“ danach gefragt werden, wo Ihre Wohnstatt ist, dann antworten Sie einfach: „Nicht gern. Auch keine Untersuchungshaft.“

Zum Spooocht: Klopp hat sich selbst gleich voll auf dem „UnsereDemokratie“ Kurs eingenordet. So spielt die bunte Truppe dann auch. Nebenbei: Welcher Hirni hat dem eigentlich eingeredet, sich dieses oberkünstliche Las-Vegas-Blender-Lächel-Gebiss ins Gesicht implantieren zu lassen?

Das große Ganze am Ende: „Bei einem Angriff auf Russland wäre der Krieg sehr kurz“ – so lautet die Kernaussage, die der russische Außenminister Sergej Lawrow im September 2026 in einem Interview getätigt hat.

Wo er Recht hat, hat er Recht. Auch wenn’s richtig Aua macht! Schwapp mas owi. Ein Prosit der Gemütlichkeit! Oans, zwoa,… G’suffa! Bis ma spaim…

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht unter
https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-66/


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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

https://www.amazon.de/s?k=uwe+froschauer+Corona+-+das+letzte+Kapitel+ist+noch+nicht+geschrieben&__

Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Seit 31. August Nr. 1 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Gesundheitspolitik.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

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Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

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Nicht wer den ersten Schritt macht, ist zwangsläufig der Aggressor …

… sondern der, der zu diesem Schritt zwingt

Frei nach Niccolò Machiavelli

Von Uwe Froschauer

Ich habe Angst.

Nicht um mich. Ich habe Angst um meine Kinder, um meine Lieben, um junge Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben. Angst davor, dass verantwortungslose Politiker Europa in einen Krieg hineinmanövrieren, den die meisten Menschen nicht wollen und in dem es am Ende nur Verlierer geben kann. Diese Angst macht mich nicht zum Feigling. Sie macht mich zum Pazifisten.

Was derzeit in Europa geschieht, halte ich für brandgefährlich. Aufrüstung, „Kriegstüchtigkeit“, neue Waffensysteme, Militärmanöver, Drohungen, Gegendrohungen, Planspiele, verpflichtende Musterungen, Vorbereitungen von Krankenhäusern auf massenhaft verwundete Soldaten – ein Mosaikstein fügt sich an den nächsten. Wann ist eigentlich Schluss? Wann sagen die Menschen in Europa: Bis hierher und nicht weiter?

Nicht wer den ersten Schritt zu einem Krieg unternimmt, ist zwangsläufig der wahre Aggressor, sondern derjenige, der zu diesem Schritt zwingt. Dennoch ist auch dieser erste Schritt nicht zu verzeihen. Diesen Gedanken habe ich bereits in früheren Artikeln vertreten. Er beschreibt für mich einen wesentlichen Unterschied zwischen Auslöser und Ursache eines Krieges.

Russland ist am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschiert. Das ist eine Tatsache. Wer daraus jedoch ableitet, die Geschichte dieses Krieges habe an jenem Morgen begonnen, macht es sich zu einfach. Kriege fallen nicht vom Himmel. Sie haben eine Vorgeschichte. Sie entstehen aus Interessen, Machtverschiebungen, Provokationen, Ängsten, Fehleinschätzungen, gebrochenem Vertrauen und gescheiterter Diplomatie. Und sie entstehen, wenn Menschen irgendwann aufhören, miteinander zu reden. Europa ist auf diesem Weg verflucht weit vorangekommen.

Der Ticker des Wahnsinns

Man muss sich nur ansehen, was sich allein in den vergangenen Tagen und Wochen abgespielt hat.

14. September 2026

Ein italienischer NATO-Kampfjet schießt über Litauen eine aus Belarus eingedrungene Drohne ab. Die litauischen Behörden erklären, die Drohne habe Sprengstoff getragen.

Wieder geht es um Russland und Belarus, wieder um Bedrohung und NATO-Reaktionen. Jeder einzelne Vorfall mag eine Erklärung haben. Was mir Sorgen bereitet, ist das Gesamtbild. Die militärische Konfrontation rückt näher an die unmittelbare Berührung zwischen Russland und der NATO, und jede solche Berührung birgt die Gefahr eines Fehlers.

Mitte September 2026

Deutschland und die USA wollen ihre Rüstungsindustrien noch enger miteinander verzahnen. Gemeinsame Entwicklung und Produktion moderner Waffensysteme, Komponenten und Munition sollen ausgebaut werden. Deutschland plant darüber hinaus den Erwerb amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper.

Sollen Raketen Frieden schaffen? Soll immer mehr Aufrüstung immer mehr Sicherheit bringen? Das mag glauben, wer möchte. Ich nicht.

25. September 2026

Dann geschieht etwas, das mir Hoffnung macht. Junge Menschen gehen auf die Straße – nicht für Waffen, nicht für Kriegstüchtigkeit und schon gar nicht für einen Platz im Schützengraben. Sie demonstrieren gegen eine Entwicklung, deren Folgen im Ernstfall vor allem ihre Generation zu tragen hätte.

Nach Angaben der Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ beteiligen sich bundesweit mehr als 45.000 Schülerinnen und Schüler in rund 100 Städten an Protesten gegen eine mögliche Wehrpflicht und die verpflichtenden Musterungen. Allein in Berlin zählt die Polizei rund 2.400 Demonstranten.

Sehr gut so!

Denn diejenigen, die heute von Kriegstüchtigkeit reden, werden im Ernstfall vermutlich nicht im Schützengraben liegen. Dort werden andere liegen: junge Männer und junge Frauen, Söhne und Töchter – unsere Kinder.

Sie sollen möglicherweise mit ihrem Leben für politische Entscheidungen bezahlen, die andere getroffen haben. Ich frage die Damen und Herren Kriegstüchtigen in Berlin, Paris, London, Warschau und Brüssel: Würden Sie Ihre eigenen Kinder an die Front schicken, Ihren Sohn in einen Panzer setzen oder Ihrer Tochter ein Gewehr in die Hand drücken und ihr sagen: Geh und stirb, wenn es sein muss? Oder sollen das wieder einmal die Kinder der anderen erledigen?

Ende September 2026 – vor der schottischen Küste

Vor der schottischen Küste wird der Seekrieg geprobt. Bei der britisch geführten Übung „Strike Warrior“ trainieren rund 1.300 Soldaten verschiedener NATO-Staaten unter anderem U-Boot-Jagd, Luftoperationen und Entermanöver. Fast zeitgleich demonstrieren Großbritannien und die USA bei „Atlantic Thunder“ ihre Angriffsfähigkeiten. Am 29. September meldet die Royal Navy, dass die ausgemusterte amerikanische Fregatte USS Klakring mit verschiedenen Waffensystemen angegriffen und versenkt wurde. Zum Einsatz kommen unter anderem Raketen und ein Torpedo.

Selbstverständlich dienen solche Manöver offiziell der Verteidigung und Abschreckung. So argumentiert jedoch auch die Gegenseite mit ihrer Sicherheit. Das Problem beginnt dort, wo beide Seiten die eigene militärische Aufrüstung als notwendige Verteidigung und die Maßnahmen des anderen als Aggression interpretieren. Welches Signal soll bei Moskau ankommen, wenn unmittelbar vor Europas Küsten U-Boot-Jagd, Raketenangriffe und das Versenken eines Kriegsschiffes geprobt werden? Und welches Signal erwartet der Westen als Antwort? Es ist das klassische Sicherheitsdilemma – nur spielen diesmal Atomwaffen mit.

30. September 2026

Kaliningrad.

Ein russisches Gebiet zwischen Polen und Litauen, hochgerüstet und geografisch vom russischen Kernland getrennt, entwickelt sich zu einem der gefährlichsten möglichen Brennpunkte einer direkten Konfrontation zwischen Russland und der NATO.

Russland warnt inzwischen ausdrücklich davor, Kaliningrad militärisch abzuschneiden oder anzugreifen, und bringt für diesen Fall auch Nuklearwaffen ins Spiel. Das ist Wahnsinn. Nukleare Drohungen sind keine Kleinigkeit und auch dann unverantwortlich, wenn sie aus Moskau kommen.

Aber zur Wahrheit gehört ebenso die Vorgeschichte. Im August führten NATO-Flugzeuge nach Angaben einer westlichen Militärquelle gegenüber Reuters eine unangekündigte Operation rund um Kaliningrad durch. Dabei wurde demonstriert, dass im Konfliktfall Funk-, Radar- und Luftverteidigungsverbindungen der russischen Exklave unterbrochen werden könnten.

Was soll daraus entstehen – Frieden? Soll Russland eine solche Operation beobachten und anschließend beruhigt feststellen: Alles gut, die NATO will schließlich nur spielen?

Gleichzeitig sagt NATO-Generalsekretär Mark Rutte am 30. September, es gebe keine unmittelbare Bedrohung des NATO-Gebiets durch Russland. Diese Aussage sollte aufhorchen lassen. Wenn keine unmittelbare Bedrohung besteht, warum wird dann eine Atmosphäre erzeugt, in der der Krieg zunehmend als etwas erscheint, auf das Europa sich geistig, wirtschaftlich, gesellschaftlich und militärisch vorbereiten müsse?

Das Spiel mit dem Feuer

Russland verfügt über das größte Nukleararsenal der Welt. Nach Schätzungen der Federation of American Scientists besitzt Russland 2026 insgesamt rund 5.400 nukleare Sprengköpfe und liegt damit knapp vor den Vereinigten Staaten. Und mit diesem Land wollen einige europäische Politiker offenbar ausprobieren, wie weit sie gehen können?

Sind die noch bei Trost?

Ein Atomkrieg zwischen Russland und der NATO wäre kein Computerspiel, kein Planspiel in irgendeinem NATO-Hauptquartier, kein Strategieseminar und kein Fernseh-Talk. Menschen würden sterben, möglicherweise Millionen. Unsere Kinder und Enkel könnten sterben. Und Europa, das zwei Weltkriege erlebt hat, redet wieder über Kriegstüchtigkeit.

Was für ein Irrsinn!

Wer bedroht hier eigentlich wen?

Seit Jahren wird den Menschen erzählt, Russland könne nach der Ukraine als Nächstes NATO-Staaten angreifen. Putin hat entsprechende Absichten wiederholt bestritten. Ende 2025 erklärte er erneut, Russland habe nie geplant, Europa anzugreifen, und sei sogar bereit, dies schriftlich festzuhalten.

Man kann Putin glauben oder ihm misstrauen. Beides ist legitim. Was ich nicht akzeptiere, ist etwas anderes: Russische Aussagen werden vielfach behandelt, als seien sie per se wertlos, während westliche Bedrohungsanalysen den Anschein objektiver Wahrheit erhalten. Warum?

Auch westliche Politiker verfolgen Interessen, NATO-Generalsekretäre betreiben Politik und Regierungen arbeiten mit Propaganda. Selbstverständlich können auch westliche Politiker lügen – und das tun sie, teilweise wie gedruckt! Ich muss dennoch weder Putin noch Merz, weder Lawrow noch Pistorius, weder Moskau noch Brüssel glauben. Ich kann mir ansehen, was sie sagen und vor allem, was sie tun.

Was ich derzeit in Europa sehe, gefällt mir überhaupt nicht. Und noch eines: Putin traue ich eher über den Weg als den europäischen Kriegstreibern. Anscheinend sind die von Nazi-Deutschland verursachten 27 Millionen tote Russen bereits in Vergessenheit geraten. Hat Deutschland Russland überfallen, oder umgekehrt? Nie wieder?

Die Kriegstüchtigen

Friedrich Merz will die Bundeswehr zur konventionell stärksten Armee Europas machen. Boris Pistorius hat den unsäglichen Begriff der „Kriegstüchtigkeit“ wieder salonfähig gemacht. Emmanuel Macron treibt seit Jahren die Debatte über eine stärkere militärische Rolle Europas voran. Großbritannien gehört zu den entschlossensten Unterstützern einer militärischen Fortsetzung des Ukrainekrieges. Polen rüstet massiv auf. Ursula von der Leyen drängt auf eine stärkere europäische Rüstungsindustrie. Mark Rutte fordert immer größere militärische Anstrengungen der NATO-Staaten.

Waffen, Munition, Raketen, Drohnen, Panzer und Kampfjets – dafür werden Milliarden über Milliarden mobilisiert. Wo aber sind die Friedenspläne und die großen europäischen diplomatischen Initiativen? Wo sind die Staatsmänner, die nach Moskau fahren und sagen: Wir müssen reden? Wo sind die Politiker, die den Mut besitzen, sich an einen Tisch zu setzen, statt die nächste Rakete zu bestellen?

Kriegstüchtige gibt es inzwischen genug. Europa braucht endlich wieder Friedenstüchtige.

Russland ist nicht wehrlos

Ein weiterer Widerspruch fällt mir auf. Auf der einen Seite wird Russland als eine militärische Bedrohung dargestellt, gegen die Europa massiv aufrüsten müsse. Auf der anderen Seite verfügen die europäischen NATO-Staaten zusammengenommen über eine erheblich größere Wirtschaftsleistung als Russland und geben nominell ein Mehrfaches für ihre Streitkräfte aus.

Russland ist konventionell keineswegs allmächtig. Nuklear ist die Sache eine völlig andere. Wer daraus die Schlussfolgerung zieht, man könne Russland immer weiter unter Druck setzen, weil Europa wirtschaftlich überlegen sei, hat das Wesen nuklearer Abschreckung nicht verstanden. Eine Atommacht muss einen konventionellen Krieg nicht gewinnen können, um Europa zu vernichten. Sie muss nur genügend Atomwaffen besitzen. Russland besitzt mehr als genug.

Was also soll dieses Spiel?

Ich will diesen Krieg nicht

Ich will keinen Krieg mit Russland und auch keinen Krieg mit irgendeinem anderen Land. Ich will nicht, dass junge Deutsche gegen junge Russen kämpfen, die sich persönlich nichts getan haben. Ich will nicht, dass ein junger Mann aus München auf einen jungen Mann aus Moskau schießt, weil Politiker, Generäle und Strategen es nicht geschafft haben, ihre Konflikte am Verhandlungstisch zu lösen.

Und ich will erst recht nicht, dass meine Lieben für die Unfähigkeit, Hybris oder Skrupellosigkeit irgendwelcher Politiker bezahlen.

Ich empfinde diese Entwicklung als widerlich.

Menschen, die leichtfertig mit einem Krieg gegen eine Atommacht spielen, tragen eine ungeheure Verantwortung. Wer mit dem Leben anderer Menschen pokert, sollte sich wenigstens darüber im Klaren sein, was auf dem Spiel steht. Es geht nicht um Figuren auf einem Schachbrett, sondern um Menschen – und möglicherweise um das Leben unserer Kinder.
Die Hybris europäischer Bellizisten scheint unbegrenzt.

Schluss mit diesem Wahnsinn!

Europa braucht weder eine weitere Eskalationsstufe noch neue Feindbilder oder Politiker, die den Menschen erklären, sie müssten wieder kriegstüchtig werden. Europa braucht Politiker, die verhindern, dass Krieg überhaupt entsteht.

Redet miteinander, verhandelt und nehmt auch die Sicherheitsinteressen der anderen Seite ernst! Hört endlich auf, jeden Ruf nach Diplomatie als Naivität, Unterwerfung oder „Putin-Versteherei“ abzutun. Wer Frieden will, muss mit seinem Gegner reden. Mit seinen Freunden braucht man keinen Frieden auszuhandeln.

Vor allem sollten diejenigen, die heute so unbekümmert von Kriegstüchtigkeit, Abschreckung und militärischer Stärke sprechen, eines niemals vergessen: Es sind nicht ihre Planspiele, die im Ernstfall sterben, sondern Menschen – vielleicht unsere Kinder.

Und wer deren Leben leichtfertig aufs Spiel setzt, sollte mir nicht erzählen, er tue das für meine Sicherheit.

Steht auf!

Mein Appell an alle, die diesen Wahnsinn ebenso wenig wollen wie ich: Steht endlich auf! Runter von der Couch! Empört euch! Widersprecht! Geht auf die Straße, demonstriert friedlich, organisiert euch und macht denjenigen unmissverständlich klar, die mit dem Leben anderer Menschen spielen: Nicht mit uns. Nicht mit unseren Kindern.

Eine Demokratie lebt nicht von Menschen, die schweigend zusehen, sondern von Bürgern, die sich einmischen. Artikel 20 Absatz 2 des Grundgesetzes beginnt mit einem Satz, an den sich manche Politiker vielleicht wieder erinnern sollten: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Und selbst das Widerstandsrecht kennt unser Grundgesetz. Artikel 20 Absatz 4 gewährt allen Deutschen das Recht zum Widerstand gegen jeden, der es unternimmt, die verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Das ist kein Freibrief für Gewalt und auch kein allgemeines Recht auf Widerstand gegen politische Entscheidungen, die einem nicht gefallen. Aber es zeigt, welchen Stellenwert unsere Verfassung dem Bürger beimisst, wenn die fundamentale demokratische Ordnung tatsächlich in Gefahr gerät.

So weit muss es gar nicht kommen. Es gibt genügend friedliche und demokratische Möglichkeiten, sich einzumischen. Nutzt sie! Schreibt euren Abgeordneten, unterschreibt Petitionen, organisiert Veranstaltungen, unterstützt Friedensinitiativen und geht auf die Straße. Und vor allem: Lasst euch nicht einreden, ihr könntet ohnehin nichts ändern. Wer darauf wartet, dass andere die Dinge für ihn richten, kann sich genauso gut an eine Bushaltestelle stellen und auf das nächste Schiff warten.

Nichts verändert sich, weil man sich Veränderung wünscht. Etwas verändert sich, wenn Menschen anfangen, etwas dafür zu tun.

Also steht auf. Empört euch. Widersprecht. Friedlich, aber unüberhörbar.

Über Krieg und Frieden wird vielleicht in Regierungssitzen, Parlamenten und NATO-Hauptquartieren entschieden. Sterben müssen dort im Ernstfall andere.

Und möglicherweise sind es unsere Kinder.

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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

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Kaltstellung der Opposition, wie es einst Hitler und Hindenburg taten – Vorbild für “Unsere Demokratie“?

03. Oktober 2026, von Albrecht Künstle

Von gestern auf heute, zum Tag der Deutschen Einheit, wurde in Baden-Württemberg die „Lange Nacht der Demokratie“ begangen. Dem unbefangenen Bürger drängen sich bei dieser Formulierung folgende Fragen auf: Haben wir denn keine Demokratie mehr? Warum sollte sie nur in einer Nacht gelten? Und ist das zudem nur ein Phänomen im Ländle? Nun, fragen wird man wohl noch dürfen… doch versuchen wir einmal, eine Antwort darauf zu finden.

Für viele selbsternannte Superdemokraten ist es ein zunehmendes Ärgernis, mit ansehen zu müssen, wie die AfD mit jedem weiteren Versuch, sie ins undemokratische Abseits zu stellen, bei jeder Wahl nur noch stärker wird. Dabei sind deren Wähler tatsächlich nur zu einem äußerst geringen Anteil „gesichert rechtsextrem“ – sondern zumeist kommen sie aus den Parteien der selbsterklärten Mitte und aus dem Kreis von bisherigen Nichtwählern sowie von Erstwählern, für die das Wahlalter herabgesetzt – wurde in der Hoffnung, sie würden, so wie früher, links wählen. Die Wahlanalysen beweisen es. Nur Berlin dürfte hier eine Ausnahme sein: Dort schlagen die Herzen der eingedeutschten Muslime, der Frauen und Jungwähler für die Linke. Und unter den sonstigen Hauptstadtwählern favorisieren viele eher die AfD als die Altparteien.

Wie also kann man diese AfD nun endlich loswerden? Mit den Medien- und Omakampagnen gegen Rechts geht es nicht. Mit regenbogenfarbenen Großdemonstrationen gegen die “Nazis“ klappt es offensichtlich auch nicht, ebenso wenig wie mit tätlichen Angriffen auf Plakate, Infostände, Parteiversammlungen, Autos, Büros und Häuser von Mitgliedern der AfD. Also die Partei einfach verbieten! Oder? Nun, der Staat selbst kann Parteien nicht verbieten (leider, aus Sicht “unserer Demokratie“, die diesen Umstand beklagt). Aber das gerade 75 Jahre alt gewordenen Bundesverfassungsgericht darf es doch! Oder nicht? Schließlich hat es schon einmal eine Partei verboten – die KPD. Stimmt, doch bei der NPD hat es sich geziert und den Verbotsantrag abgelehnt, weil nämlich nicht mehr richtig auszumachen war, wer tatsächlich ein Gesinnungs-NPDler war und wer vom Geheimdienst eingeschleust wurde.

Feuchter Traum der selbsternannten „demokratischen“ Parteien

Auch heute dürfte es in der AfD nicht wenige Maulwürfe geben. Sie wühlen und wühlen, und trotzdem reicht der ausgeworfene Dreck anscheinend nicht für ein Verbotsverfahren. Dennoch versuchen die in ihrer Macht bedrohten Kartellparteien, ein Verbotsverfahren anzuleiern, um weiterregieren zu können – am liebsten so, als ob gar keine Wahl stattgefunden hätte. Ungute Parallelen ergeben sich hier ausgerechnet zum Dritten Reich, vor dem ständig gewarnt wird. Mancher scheint sich insgeheim zu überlegen, ob man nicht Anleihen bei den echten Nazis von einst nehmen könnte. Wie hat der Adolf das damals gemacht (wenn auch mit dem Unterschied, an die Macht zu kommen, und nicht wie heute darum, um an der Macht zu bleiben)? Wäre so etwas Ähnliches zur Zerschlagung der AfD heute nicht der feuchte Traum aller selbsternannten „demokratischen“ Parteien?

Adolf Hitler brauchte dazu keine NGOs und kein Gericht – sondern kapitalkräftige Gönner aus der Oberschicht. Und das ging so: Er hielt am 26. Januar 1932 vor dem Industrie-Club Düsseldorf eine Rede vor den wichtigsten Vertretern der deutschen Wirtschaft, in der er zentrale Elemente seines Geschichts- und Menschenbilds und seine Gedanken zum Wiederaufstieg Deutschlands vorstellte. Zuvor waren die Wirtschaftskapitäne und Vertreter der Hochfinanz noch reserviert gewesen, doch als Hitler der erlauchten Gesellschaft den „Wiederaufstieg“ zu einer Großmacht und einer wirtschaftlichen Expansion in Aussicht stellte, sprang der Funke über. Doch, zu dumm für Hitler, im Laufe des Jahres 1932 erholte sich die Wirtschaft bereits wieder – und mit ihr die Stimmung im Reich. Die Folge war, dass Hitlers NSDAP bei der Reichstagswahl vom 6. November 1932 eine Schlappe einstecken musste und auf nur noch 33 Prozent kam. Die KPD legte bei dieser Wahl übrigens zu – weil sie das zunehmende Säbelrasseln im Reich auf einen simplen Nenner brachte: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler. Wer Hitler wählt, wählt den Krieg“.

Aus der Geschichte “lernen“…

Das schlechte Wahlergebnis der NSDAP und das Zulegen der Kommunisten erschreckte die nationaldenkende „ehrenwerte Gesellschaft” der Wirtschaftsbosse dann wiederum so sehr, dass sie den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg nur zwei Wochen später in einem Brief – der sogenannten “Industrielleneingabe“ – flehentlich aufforderten, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, bevor ihnen die Felle davonschwimmen. Ihr Wunsch war Hindenburg Befehl: Er macht, nach einigem Zögern, den einst von ihm verachteten „böhmischen Gefreiten“ am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Eigentlich handelte es sich dabei um keine Machtergreifung, sondern um eine verfassungskonforme Machtübertragung. Jetzt war Hitler zwar Reichskanzler einer Minderheitsregierung, hatte aber im Reichstag „nur“ ein Drittel NSDAP-Abgeordnete. Von Hindenburg saßen immer noch die Wirtschaftsmächtigen im Genick, und so wollte er sich durch ein breiteres Volksvotum absichern: Er löste den Reichstag auf und ließ erneut eine Wahl ansetzen, um der Regierung Hitler eine parlamentarische Mehrheit zu ermöglichen.

Diese Reichstagswahl am 5. März 1933 war – aufgrund der zuvor erlassenen “Reichstagsbrandverordnung” vom 28. Februar 1933 inklusive massiver Einschränkung von Grundrechten (offiziell hieß sie „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“) – schon keine freie mehr, und somit war auch die Zusammensetzung des Reichstages nicht mehr wirklich demokratisch bestimmt. Hitler wollte für die NSDAP die absolute Mehrheit erringen – und errichtete auf Grundlage der Verordnung gegen alle anderen Parteien eine Brandmauer; übrigens auch gegen ebenfalls national gesinnte politische Rivalen. Der SA-Terror schwächte in den Wochen vor der Wahl die anderen Parteien. Dennoch kam die NSDAP mit 44 Prozent nur auf 288 Sitze. Für die absolute Mehrheit fehlten sechs Abgeordnete. Was tun?

Es scheint, dass die heutigen Verfechter „Unserer Demokratie™“ spätestens an dieser Stelle aus der Geschichte gelernt haben: Hitler annullierte einfach die Stimmen für die 81 KPD-Abgeordneten, deren Partei kurzerhand verboten wurde – und, O Wunder, schon verfügte die NSDAP über die absolute Mehrheit. Zur Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes vom 25. März 1933, das dann die Diktatur zementierte, reichte das aber nicht; dazu brauchte es eine doppelte Zweidrittelmehrheit: Zwei Drittel der anwesenden Abgeordneten mussten zustimmen, und zwei Drittel der gesetzlichen Mitglieder des Reichstages mussten bei der Abstimmung anwesend sein. Hitler erreichte dies mit den Stimmen des Zentrums (der CDU-Vorgängerpartei), aber auch, indem vorher etliche linke Abgeordnete in “Schutzhaft“ genommen wurden.

Alles für die “gute Sache“

Am 14. Juli 1933 folgte dann das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien, womit die Parteien ganz abgeschafft wurden. Die NSDAP war somit unter sich. Ganz so, wie es heute die Parteienallianz gegen die AfD gerne sein möchte. Was Hitler mit der KPD erfolgreich machte, geht doch heute bestimmt auch wieder, oder?

Kanzlerin Merkel machte den Anfang, als sie 2020 zur Wahl des FDP-Ministerpräsidenten Kemmerich (mit Stimmen der AfD) meinte, die “unverzeihliche“ Wahl müsse “rückgängig gemacht“ werden – und so geschah es. Das Bundesverfassungsgericht verurteilte Altkanzlerin Merkels Vorgehen zwar später, was aber für sie jedoch folgenlos blieb – und die Superdemokraten im Land und in aller Welt nicht davon abhält, eben dieser Frau Merkel einen Orden nach dem anderen an ihre stolze Brust zu hängen, obwohl sie 16 Jahre lang irreparablen Schaden über Deutschland brachte.

Seit Merkels Wahl-Ukas von Thüringen folgten immer weitere Schikanen gegen die Opposition – was dieses Jahr seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte, als vor den Wahlen in Niedersachsen AfD Bürgermeister- und Landtagskandidaten das passive Wahlrecht entzogen wurde, da nach Ansicht des Innenministeriums und des Verfassungsschutzes Zweifel an deren “Verfassungstreue” bestehen. Der in der Rechtsprechung gültige Grundsatz in dubio pro reo wird in der politischen Linkssprechung in sein Gegenteil verkehrt…

Solche und andere Fälle sind Indizien hierfür, dass heute so mancher der Mandatsträger – von denen einer träger ist als der andere – hinter den gefüllten Fleischtöpfen der Macht davon träumt, die „Faschisten“ der AfD (auch die CDU wird von Linken inzwischen so tituliert) an den Wahlen zu hindern, Kandidaten von der Liste zu streichen, und ihnen im Falle der trotzdem erfolgreichen Wahl dann die Mandatsausübung zu verhindern. Das ist natürlich nicht ganz so einfach; aber die Verhinderung von Stellvertretern aller Art und Ausschussvorsitzenden aus den Reihen gewählter AfD-Abgeordneter, die Wahl von Richtern und weitere Einschränkungen, werden bereits geprobt und ausgereizt (siehe oben).

Das alles sei doch nur für eine gute Sache, heißt es, die Sache „unserer Demokratie“. Wirklich? Welcher Artikel des Grundgesetzes gestattet Kartellparteien, eine andere Partei verbieten zu lassen, um ungestört durchregieren zu können? Auch damals begründete Hitler seine Demokratiezerstörung eben mit dem “Schutz von Volk und Staat“ oder der “Behebung der Not von Volk und Reich“. Die Freiheit stirbt immer unter wohlklingenden Lügen.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/kaltstellung-der-opposition-wie-es-einst-hitler-und-hindenburg-taten-vorbild-fuer-unsere-demokratie/ erschienen.

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Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

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Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
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Die Krone der Realsatire – Friedenspreis für die NATO

Von Uwe Froschauer

Ein Militärbündnis erhält einen Friedenspreis. Ausgerechnet die NATO, die 1999 ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats Jugoslawien bombardierte, die sich seit dem Ende des Kalten Krieges von 16 auf 32 Mitglieder verdoppelte und ihre militärische Infrastruktur immer weiter Richtung Russland verschob. Die Laudatio hält Friedrich Merz – ein Bundeskanzler, der auf Aufrüstung, Abschreckung und weitere Waffen für die Ukraine setzt. Man könnte darüber lachen, wenn die Lage nicht so verdammt ernst wäre. Für mich ist diese Preisverleihung die Krone der Realsatire.

Ein Friedenspreis für ein Militärbündnis

Manchmal frage ich mich, ob die politische Realsatire inzwischen jeden Versuch überflüssig macht, sie noch satirisch zu überhöhen. Am 1. Oktober 2026 wurde der NATO im Historischen Rathaus von Münster der Internationale Preis des Westfälischen Friedens verliehen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte nahm die Auszeichnung entgegen. Der Preis wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergeben und ist insgesamt mit 100.000 Euro dotiert. Die Hälfte entfiel auf die NATO, die andere Hälfte als Jugendpreis auf die Organisation socioMovens.

Ein Friedenspreis für die NATO, das ist keine Satire, es ist Realität. Und als wäre das nicht schon grotesk genug, hielt ausgerechnet Bundeskanzler Friedrich Merz die Laudatio.

Merz sagte:

„Dass der Preis des Westfälischen Friedens an ein Militärbündnis geht, hat manchen überrascht. Offenbar bedarf das der Erläuterung.“

Richtig, das bedarf sogar erheblicher Erläuterung. Merz lieferte sie auf seine Weise. Die NATO sei eine „Allianz der Freiheit“, sie schütze Sicherheit und Wohlstand und – „sie dient dem Frieden“.

Ich sehe das anders. Für mich hat sich die NATO längst von einem Verteidigungsbündnis zu einem Bündnis entwickelt, das militärische Macht nicht nur zur Verteidigung des eigenen Territoriums nutzt, sondern diese Macht auch außerhalb seines ursprünglichen Bündnisgebietes eingesetzt hat. Die NATO ist von einem Verteidigungsbündnis zu einem Angriffspakt mutiert. Die Verleihung eines Friedenspreises an dieses Bündnis ist eine Farce.

Was ist aus dem Westfälischen Frieden geworden?

Die Symbolik könnte kaum absurder sein. Der Westfälische Friede von 1648 beendete nach jahrelangen Verhandlungen den Dreißigjährigen Krieg. Diplomatie, Interessenausgleich und Verhandlungen führten schließlich dazu, dass die Waffen schwiegen. Und ausgerechnet unter Berufung auf diese Tradition wird nun ein Militärbündnis geehrt.

Auch Friedensgruppen in Münster sahen darin einen Widerspruch. DFG-VK, Friedensinitiative Münster, pax christi und weitere Organisationen protestierten gegen die Preisverleihung. Mehrere hundert Menschen demonstrierten rund um das Rathaus.

Ich kann ihren Protest sehr gut nachvollziehen. Frieden entsteht für mich nicht dadurch, dass immer mehr Waffen produziert, immer höhere Rüstungsetats beschlossen, immer neue Feindbilder aufgebaut und immer mehr Raketen gegeneinander in Stellung gebracht werden. Frieden entsteht am Verhandlungstisch.

So entstand auch der Westfälische Friede. Vielleicht hätte man sich daran in Münster erinnern sollen.

„Not one inch eastward“

Nach dem Ende des Kalten Krieges bot sich eine historische Chance: eine gesamteuropäische Sicherheitsordnung unter Einbeziehung Russlands. Was wurde daraus?

Am 9. Februar 1990 sprach der damalige US-Außenminister James Baker gegenüber Michail Gorbatschow jene berühmten Worte aus:

„not one inch eastward“

Keinen Zoll weiter nach Osten.

Die Dokumente dazu existieren. Das National Security Archive der George Washington University hat eine umfangreiche Sammlung freigegebener amerikanischer, sowjetischer, deutscher, britischer und französischer Dokumente veröffentlicht. Baker verwendete die Formulierung gegenüber Gorbatschow sogar mehrfach.

Ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag, der jede spätere NATO-Erweiterung Osteuropas untersagte, entstand daraus nicht. Über Reichweite und Verbindlichkeit der damaligen Zusicherungen wird bis heute gestritten. Nur sollte man deswegen nicht so tun, als hätte es diese Gespräche und Sicherheitszusicherungen nie gegeben.

Und für mich sagt der spätere Umgang mit diesen Zusicherungen einiges über die Glaubwürdigkeit der USA und der NATO aus. Vertrauen zwischen Staaten entsteht schließlich nicht erst mit der Unterschrift unter einem Vertrag. Wer seinem Gegenüber in Verhandlungen bestimmte Sicherheitsvorstellungen vermittelt und sich später darauf zurückzieht, dass diese nicht rechtsverbindlich festgeschrieben worden seien, mag sich formaljuristisch im Recht sehen. Vertrauen schafft er damit nicht – er zerstört es. Für mich lautet die Konsequenz daher schlicht: Wer sich auf solche Zusicherungen verlässt, muss damit rechnen, dass sie später anders ausgelegt werden: das Gift für jede dauerhafte europäische Sicherheitsordnung.

1990 hatte die NATO 16 Mitglieder. Heute hat sie 32. Die Zahl hat sich verdoppelt. Polen, Tschechien und Ungarn kamen 1999 hinzu; später folgten unter anderem die baltischen Staaten, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Albanien, Montenegro, Nordmazedonien und zuletzt Finnland und Schweden. Die NATO bestätigt heute 32 Mitgliedstaaten und insgesamt zehn Erweiterungsrunden seit ihrer Gründung.

Man kann jede einzelne Erweiterung mit dem souveränen Recht der betreffenden Staaten begründen, ihre Bündnisse selbst zu wählen. Aber Sicherheitspolitik besteht nicht nur aus Rechten auf dem Papier. Sie besteht auch aus Wahrnehmungen, Interessen und Reaktionen anderer Großmächte.

Wer militärische Infrastruktur immer näher an die Grenze einer anderen Atommacht verschiebt, sollte zumindest darüber nachdenken, wie diese Atommacht das wahrnimmt.

Der Ukraine-Konflikt

Spätestens 2008 wurde die Sache brandgefährlich. Beim NATO-Gipfel in Bukarest erklärten die Staats- und Regierungschefs ausdrücklich:

„Wir haben heute vereinbart, dass diese Länder Mitglieder der NATO werden.“

Gemeint waren die Ukraine und Georgien. Das war kein russisches Propagandamärchen. Es steht bis heute in der offiziellen Gipfelerklärung der NATO.

Auch später hielt das Bündnis am grundsätzlichen Ziel einer ukrainischen NATO-Mitgliedschaft fest. Man muss Wladimir Putin nicht mögen, um zu verstehen, dass eine mögliche NATO-Mitgliedschaft der Ukraine aus russischer Sicht eine rote Linie darstellen konnte.

Einmal davon abgesehen traue ich Putin mehr über den Weg als den europäischen Bellizisten wie beispielsweise dem Laudator am 1. Oktober. Friedrich Merz kann in meinen Augen in politischer, mentaler und ethischer Hinsicht Wladimir Putin nicht das Wasser reichen.

Die Vorstellung, Russland müsse eine militärische Einbindung seines unmittelbaren Nachbarn in ein von den USA militärisch dominiertes Bündnis achselzuckend hinnehmen, halte ich für geopolitisch naiv. Die USA selbst würden Vergleichbares vor ihrer Haustür wohl kaum akzeptieren.

Stellen Sie sich nur vor, Russland oder China würden in Mexiko oder Kanada ein Militärbündnis etablieren und dort militärische Infrastruktur aufbauen. Würde Washington sagen: Kein Problem, souveräne Entscheidung Mexikos?

Wer das glaubt, glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann.

Jugoslawien – die unbequeme Erinnerung

Noch etwas passt schlecht zum Bild des reinen Verteidigungsbündnisses. 1999 bombardierte die NATO 78 Tage lang die Bundesrepublik Jugoslawien.

Das war keine Verteidigung eines angegriffenen NATO-Mitglieds nach Artikel 5. Für den Beginn der Luftangriffe lag auch keine ausdrückliche Ermächtigung des UN-Sicherheitsrates zur Anwendung militärischer Gewalt vor. Im Sicherheitsrat wurde darüber heftig gestritten. Erst nach Ende der Bombardierung schuf Resolution 1244 die Grundlage für die internationale Sicherheitspräsenz KFOR im Kosovo.

Über die humanitären und politischen Motive der Intervention kann man diskutieren. Über eines jedoch nicht: Die NATO führte damals Krieg außerhalb des klassischen Bündnisfalls.

Seit diesem Zeitpunkt fällt es mir schwer, die NATO schlicht als reines Verteidigungsbündnis zu bezeichnen. Wenn ein Bündnis militärische Gewalt gegen einen Staat anwendet, der keinen NATO-Staat angegriffen hat, ist die Frage legitim, was vom ursprünglichen Selbstverständnis als reines Verteidigungsbündnis übriggeblieben ist.

Für mich hat sich die NATO gewandelt. Sie ist für mich längst nicht mehr nur ein Verteidigungsbündnis. Ihre Geschichte nach dem Kalten Krieg zeigt, dass sie militärische Gewalt auch jenseits der unmittelbaren Verteidigung des eigenen Bündnisgebietes eingesetzt hat. In diesem Sinne spreche ich von einem Angriffsbündnis.

Und dieses Bündnis erhält nun einen Friedenspreis.

Realsatire.

Der Elefant im Raum: die USA

Hinzu kommt etwas, worüber in Deutschland viel zu selten offen gesprochen wird. Die NATO ist formal ein Bündnis gleichberechtigter Staaten. Entscheidungen werden im Konsens getroffen.

Militärisch und strategisch besitzen die Vereinigten Staaten innerhalb dieses Bündnisses ein Gewicht, das kein anderer Mitgliedstaat auch nur annähernd erreicht. Für mich fungiert die NATO in wesentlichen strategischen Fragen als verlängerter militärischer Arm der USA beziehungsweise als militärisches Machtinstrument des von Washington geführten Westens.

Und die Bilanz amerikanischer Militärinterventionen der vergangenen Jahrzehnte sollte bei einer Friedenspreisverleihung zumindest erwähnt werden. Vietnam, Irak, Afghanistan, Libyen und momentan der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen den Iran sowie zahlreiche weitere militärische Interventionen gehören zur Geschichte der amerikanischen Außenpolitik.

Inzwischen wird die Rechnung zunehmend nach Europa weitergereicht. Donald Trump machte bereits 2025 deutlich, wie das funktionieren soll: Die USA liefern Waffen für die Ukraine – bezahlt werden sie von europäischen NATO-Partnern.

Ein interessantes Geschäftsmodell, nicht wahr? Amerikanische Rüstungskonzerne produzieren, Europa bezahlt, die Waffen gehen in die Ukraine – und Europa trägt einen erheblichen Teil des Eskalationsrisikos unmittelbar vor seiner eigenen Haustür.

Und anschließend verleiht man dem Militärbündnis einen Friedenspreis. Man muss erst einmal auf diese Idee kommen.

Artikel 5 – die große Lebensversicherung?

Immer wieder wird Artikel 5 des NATO-Vertrags wie eine automatische militärische Lebensversicherung dargestellt. So einfach ist es nicht. Zwar gilt ein bewaffneter Angriff auf einen Bündnispartner als Angriff auf alle. Doch jeder Mitgliedstaat ergreift die Maßnahmen, die er selbst für erforderlich hält – ausdrücklich einschließlich, aber eben nicht zwingend durch den Einsatz militärischer Gewalt.

Das ist ein erheblicher Unterschied. Die politische Botschaft lautet: Einer für alle, alle für einen. Der Vertragstext ist differenzierter. Gleichzeitig drängen die Vereinigten Staaten seit Jahren darauf, dass die europäischen Verbündeten wesentlich mehr für ihre eigene Verteidigung ausgeben. Unter Donald Trump wurde diese Forderung noch schärfer: Europa soll militärisch mehr Verantwortung übernehmen und erheblich mehr Geld für Rüstung ausgeben.

Mit anderen Worten: Beim Bezahlen und Aufrüsten sollen die Europäer zunehmend selbst ran. Wie weit die amerikanische Solidarität im Ernstfall tatsächlich reicht, entscheidet sich dagegen nicht an politischen Parolen, sondern an den konkreten Verpflichtungen des NATO-Vertrags und letztlich an den Entscheidungen Washingtons.

Vielleicht sollte Europa endlich beginnen, über seine eigenen Interessen nachzudenken. Nicht über amerikanische.

Merz warnt – Rutte relativiert

Besonders interessant ist eine zeitliche Nähe, die in meinen Augen viel über die gegenwärtige Kommunikation verrät. Am 30. September, einen Tag vor der Preisverleihung, erklärte NATO-Generalsekretär Mark Rutte, es gebe keine unmittelbare Bedrohung des NATO-Territoriums durch Russland.

Am folgenden Tag erklärte Friedrich Merz in seiner Laudatio:

„Denn gelingt es nicht, Moskau Einhalt zu gebieten, dann wird sich die russische Kriegsmaschinerie früher oder später auch gegen uns, gegen die NATO selbst, richten.“

Merz fragte zudem, ob Deutsche irgendwann wieder „das Grauen des Krieges“ am eigenen Leib erleben würden.

Schon wieder diese Angst. Schon wieder das Spiel mit einem der stärksten Gefühle, die sich politisch mobilisieren lassen. Wenn ein Bundeskanzler den Menschen das „Grauen des Krieges“ vor Augen führt, sollte er sich sehr genau überlegen, was er damit auslöst. Angst darf nicht zum politischen Instrument werden, um Aufrüstung, immer höhere Militärausgaben und eine weitere Eskalation gegenüber Russland gesellschaftlich durchsetzbar zu machen.

Und noch etwas stört mich an solchen martialischen Reden in einer Laudatio für den „Frieden“ gewaltig: Über Krieg lässt sich leicht sprechen, solange man selbst nicht im Schützengraben liegt. Dort liegen im Ernstfall andere. Junge Menschen. Söhne und Töchter. Vielleicht unsere Kinder oder Enkel. Andere verlieren ihre Beine, ihr Augenlicht oder ihr Leben. Andere Familien bekommen irgendwann die Nachricht, dass ihr Sohn oder ihre Tochter nicht mehr nach Hause kommt.

Wer als Regierungschef vom möglichen „Grauen des Krieges“ spricht, trägt deshalb eine ungeheure Verantwortung, alles Menschenmögliche dafür zu tun, dass dieses Grauen niemals eintritt. Dazu gehören für mich nicht nur Abschreckung und militärische Stärke, sondern vor allem Diplomatie, Verhandlungen und Deeskalation. Friedrich Merz denkt nicht einmal daran. Wer Angst vor Krieg schürt und zugleich immer neue Aufrüstung fordert, bringt nicht den Frieden näher, sondern bereitet die Menschen lediglich auf einen möglichen Krieg vor.

Für mich zeigt diese Rede erneut, wie weit Friedrich Merz von der Friedenspolitik entfernt ist, die ich von einem deutschen Bundeskanzler erwarte. Ich lehne seinen Kurs entschieden ab. Gehen Sie endlich, Herr Merz, Sie haben innen- und außenpolitisch auf ganzer Linie versagt!

Die Worte des Bundeskanzlers sind die Sprache der Angst. Und ich habe tatsächlich Angst. Aber anders als Friedrich Merz, der sich vielleicht um das Vertrauen der Rüstungsfirmen und von BlackRock zu sorgen scheint.

Ich habe nicht in erster Linie Angst davor, dass morgen russische Panzer vor München oder Berlin stehen. Ich habe Angst davor, dass westliche Politiker die Eskalationsspirale so lange weiterdrehen, bis irgendwann ein Fehler geschieht, ein Flugzeug abgeschossen wird, eine Rakete am falschen Ort einschlägt, eine rote Linie überschritten wird – und plötzlich etwas beginnt, das niemand mehr kontrollieren kann.

Die Vorgänge um Kaliningrad zeigen, wie gefährlich die Lage geworden ist. Auf beiden Seiten werden militärische Szenarien durchgespielt und immer schärfere Warnungen ausgesprochen. Atommächte stehen sich gegenüber. In einer solchen Situation ist nicht jeder, der vor Eskalation warnt, ein „Putin-Versteher“. Vielleicht hat er einfach verstanden, was ein Krieg zwischen Atommächten bedeuten könnte.

Und davor habe ich Angst. Nicht hauptsächlich um mich. Ich habe den größten Teil meines Lebens hinter mir. Ich habe Angst um die Jungen, um unsere Kinder, um unsere Enkel – um diejenigen, die eines Tages möglicherweise in Schützengräben liegen sollen, weil Politiker, Militärstrategen und Schreibtischgeneräle heute glauben, Sicherheit entstehe dadurch, dass man die nächste Eskalationsstufe vorbereitet.

Nicht wer den ersten Schritt macht …

Russland hat am 24. Februar 2022 die Ukraine militärisch angegriffen. Das ist eine Tatsache. Dieser Angriff verstieß gegen das Gewaltverbot der UN-Charta.

Aber die Geschichte beginnt nicht am 24. Februar 2022.

Um zu verstehen, warum Kriege entstehen, muss man die Vorgeschichte betrachten. NATO-Osterweiterung, die Bukarester Erklärung von 2008, der Konflikt um die europäische Sicherheitsordnung, die Ereignisse des Maidan, die Entwicklung seit 2014, der Krieg im Donbass und das Scheitern diplomatischer Vereinbarungen gehören dazu.

Auch die Rolle der USA in der Ukraine vor und während des Maidan gehört auf den Tisch. Washington unterstützte über Jahre politische und zivilgesellschaftliche Strukturen in der Ukraine; die berühmt gewordene, abgehörte Unterhaltung zwischen Victoria Nuland und dem damaligen US-Botschafter Geoffrey Pyatt zeigte zudem, wie intensiv sich hochrangige amerikanische Diplomaten mit der politischen Neuordnung der Ukraine beschäftigten. „Fuck the EU“ ließ diese fragwürdige Frau unter anderem verlauten. Na ja, zumindest war diese amerikanische Einstellung der USA gegenüber der EU zumindest ehrlich, wie sich heute zeigt.
Die Darstellung, Washington sei lediglich ein unbeteiligter Zuschauer einer ausschließlich innerukrainischen Entwicklung gewesen, ist eine Farce, die eventuell denkbetreute Tagesschau-Zuschauer glauben mögen.

Das alles entschuldigt nicht den Angriffskrieg Russlands. Aber es erklärt, warum die bequeme Erzählung vom völlig grundlos handelnden Dämon im Kreml zu kurz greift.

Ich halte es mit einem Gedanken, der Niccolò Machiavelli zugeschrieben wird: Nicht derjenige allein, der den ersten Schlag führt, trägt Verantwortung für einen Krieg. Auch derjenige, der eine Situation immer weiter zuspitzt, bis der Konflikt nahezu unausweichlich wird, trägt Verantwortung.

Der „Wertewesten“ trägt eine erhebliche Mitverantwortung. Putin soll nicht reingewaschen und der russische Angriff nicht gerechtfertigt werden, aber die Vorgeschichte dient dem Verständnis, wie es so weit kommen konnte – und um zu verhindern, dass aus der nächsten Eskalation der nächste, womöglich noch größere Krieg entsteht.

Friedenspreis für Aufrüstung?

Und damit zurück nach Münster.

Friedrich Merz erklärte dort, Deutschland werde weiter in militärische Stärke investieren. Die Verteidigungsindustrie sei wieder „in Schwung“ gebracht worden.

Man muss sich diese Szenerie einmal vor Augen führen: Im historischen Rathaus einer Stadt, deren Name wie kaum ein anderer für das Ende eines verheerenden europäischen Krieges durch Verhandlungen steht, erhält das mächtigste Militärbündnis der Welt einen Friedenspreis. Der Laudator spricht über militärische Stärke, Abschreckung, die Rüstungsindustrie, weitere Unterstützung der Ukraine und die russische Kriegsmaschine.

Und das Ganze heißt: Friedenspreis.

Für mich ist das die Krone der Realsatire.

Frieden ist nicht das Ergebnis davon, den Gegner immer weiter militärisch unter Druck zu setzen und gleichzeitig jeden Hinweis auf seine Sicherheitsinteressen als Propaganda abzutun. Frieden beginnt damit, den Gegner überhaupt wieder als Gesprächspartner wahrzunehmen.

Wladimir Putin hat wiederholt erklärt, Russland plane keinen Angriff auf europäische NATO-Staaten. Man kann Putin glauben oder ihm misstrauen. Staaten betreiben schließlich keine Außenpolitik auf Vertrauensbasis. Aber wer seine Aussagen über russische Absichten für Propaganda hält, sollte zumindest erklären können, welche belastbaren Erkenntnisse das Gegenteil beweisen. Zwischen Atommächten sollte nicht die größtmögliche Bedrohungsannahme automatisch zur politischen Handlungsmaxime werden.

Wer Frieden will, muss mit seinem Gegner reden. Mit seinen Freunden muss man keinen Frieden aushandeln.

Und wer glaubt, Frieden entstehe dadurch, dass immer mehr Waffen produziert, immer mehr Milliarden in Rüstung gesteckt und immer neue militärische Drohkulissen aufgebaut werden, verwechselt Frieden mit Abschreckung. Abschreckung kann Krieg verhindern. Sie kann ihn aber auch vorbereiten – vor allem dann, wenn beide Seiten irgendwann überzeugt sind, nur noch Stärke zeigen zu dürfen und jedes Nachgeben als Schwäche betrachten.

Dann genügt am Ende vielleicht ein einziger Fehler. Ein Pilot, der eine Situation falsch einschätzt. Eine Drohne, deren Herkunft nicht sofort geklärt werden kann. Eine Rakete, die am falschen Ort einschlägt. Eine Fehlinterpretation auf einem Radarschirm. Und plötzlich reden diejenigen, die heute so selbstsicher von Kriegstüchtigkeit sprechen, nicht mehr über Planspiele. Dann sterben Menschen, vielleicht unsere Kinder.

Ich wünsche mir von Politikern keine Kriegstüchtigkeit. Ich wünsche mir Friedenstüchtigkeit: Diplomatie, Verhandlungen, Interessenausgleich und vor allem die intellektuelle Fähigkeit, die Sicherheitsinteressen der anderen Seite wahrzunehmen, ohne sie deshalb zu den eigenen machen zu müssen.

Das wäre für mich die Tradition des Westfälischen Friedens. Und dafür würde ich tatsächlich einen Friedenspreis verleihen.


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Seit 31. August Nr. 1 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Gesundheitspolitik.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Fremdbestimmte Selbstbestimmung – Der Obrigkeitsstaat in der Fassaden-Demokratie

Von Herbert Ludwig

Mit der Demokratie des Grundgesetzes sei der Obrigkeitsstaat endlich überwunden, heißt es. Die Souveränität sei beim Volk selbst angekommen. Die freie, sich selbst bestimmende Individualität bilde die Grundlage der Demokratie. Alle Staatsgewalt gehe vom Volke aus, lege Artikel 20 des Grundgesetzes fest, und werde letztlich vom Volk ausgeübt. Doch wir erleben in letzter Zeit, in der noch schwelenden Corona-Krise, der staatlichen Ärzteverfolgung und der Kriegshetze gegen Russland z.B. die Herrschaft eines real existierenden Obrigkeitsstaates über die Untertanen in besonderer totalitärer Intensivität. – Es ist Not-wendig, in einer ernsten Untersuchung, jenseits von Phrasen, die Begriffe klar zu fassen und Demokratie zu Ende zu denken.

paedagogik.de

Vom Ursprung des Obrigkeitsstaates

Der Obrigkeitsstaat hat seine historischen Wurzeln in den Theokratien der orientalischen Hochkulturen. Die Menschen lebten noch in einem blutsgebundenen Gruppenbewusstsein, und die Herrscher, im alten Ägypten der Pharao, wurden vom Volk als übermenschliche, gleichsam göttliche Wesen empfunden, welche die Ämter des höchsten Priesters, des staatlichen Herrschers und des Wirtschaftslenkers in sich vereinigten. Sie wirkten mit hoher Weisheit, als Stellvertreter der Götter und in deren Auftrag. Ihre Obrigkeit war allein von oben gegründet und legitimiert.

Auch als sich später eine Aufspaltung der Theokratie in das religiöse Leben, die Kirchenorganisation, einerseits und das staatliche Herrschertum von Kaiser, König, Fürsten andererseits vollzog, regierten diese immer noch mit dem Anspruch, „von Gottes Gnaden“, von oben auserwählt und legitimiert zu sein.

Doch mit dem Erwachen des selbständigen Denkens in Griechenland und Rom begannen die Menschen im Abendland ein wachsendes Selbstbewusstsein zu entwickeln, das sich darauf stützte, das Wahre und Richtige im eigenen Denken selbst erkennen zu können und nicht mehr auf übergeordnete Autoritäten angewiesen zu sein. Damit setzte eine Emanzipation von den blutsgebundenen Familien-, Sippen- und Stammes-Zusammenhängen und einem von oben eingesetzten Herrschertum zur selbständigen, freien Individualität ein, die in einer langsam anwachsenden Demokratie-Bewegung ihren Ausdruck fand.

Der stärkste Impuls für das Loslösen der Individualität von den Blutszusammenhängen und übergeordneten Autoritäten ging und geht indessen vom Christentum aus. Christus selbst spricht es radikal aus:
„Wenn jemand zu mir kommt und sich nicht frei machen kann von seinem Vater und seiner Mutter, von seinem Weibe und seinen Kindern, von Brüdern und Schwestern, ja sogar von seiner eigenen Seele, der kann nicht mein Jünger sein.“ (Lukas 14, 25-26)
Er gibt ein Bild für den Blutszusammenhang. Aus allen Blutsbindungen muss sich der Mensch lösen, ja auch von dem, was er durch sie bisher seelisch geworden ist. Er muss sich zu seinem innersten Wesen erheben, seiner geistigen Individualität, seinem Ich, das rein menschlich ist, in dem er mit allen Menschen gleich und brüderlich verbunden ist und in dem er sich durch die eigene Erkenntnis von allen Bindungen frei machen kann.
„Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh. 8, 32)

Das Verhältnis des Einzelnen zur staatlich verfassten Gemeinschaft hat sich dadurch grundlegend geändert. Nicht mehr ist der Einzelne dem Staat untergeordnet, der als eine Hierarchie über ihm steht und der er zu dienen hat. Jetzt stehen alle Menschen frei und gleichgeordnet nebeneinander. Die staatliche Gemeinschaft ist jetzt für den Einzelnen da und hat seiner Entwicklung zu Freiheit und Selbstbestimmung zu dienen.
Herrscher als von oben eingesetzte Obrigkeit haben ihre innere Berechtigung verloren.
Rudolf Steiner formulierte diese fundamentale Wandlung des Verhältnisses des Einzelnen zur staatlichen Gemeinschaft geradezu als ein „soziologisches Grundgesetz in der Menschheitsentwicklung“:

„Die Menschheit strebt im Anfange der Kulturzustände nach Entstehung sozialer Verbände; dem Interesse dieser Verbände wird zunächst das Interesse des Individuums geopfert; die weitere Entwicklung führt zur Befreiung des Individuums von dem Interesse der Verbände und zur freien Entfaltung der Bedürfnisse und Kräfte des Einzelnen.“

Und er fügt erläuternd hinzu:

„Nun handelt es sich darum, aus dieser geschichtlichen Tatsache die Folgerungen zu ziehen. Welche Staats- und Gesellschaftsform kann die allein erstrebenswerte sein, wenn alle soziale Entwicklung auf einen Individualisierungs-Prozess hinausläuft? Die Antwort kann allzu schwierig nicht sein. Der Staat und die Gesellschaft, die sich als Selbstzweck ansehen, müssen die Herrschaft über das Individuum anstreben, gleichgültig wie diese Herrschaft ausgeübt wird, ob auf absolutistische, konstitutionelle oder republikanische Weise.
Sieht sich der Staat nicht mehr als Selbstzweck an, sondern als Mittel, so wird er sein Herrschafts-Prinzip auch nicht mehr betonen. Er wird sich so einrichten, dass der Einzelne in größtmöglicher Weise zur Geltung kommt. Sein Ideal wird die Herrschaftslosigkeit sein. Es wird eine Gemeinschaft sein, die für sich gar nichts, für den Einzelnen alles will.
Wenn man im Sinne einer Denkungsweise, die sich in dieser Richtung bewegt, sprechen will, so kann man nur alles das bekämpfen, was heute auf eine Sozialisierung der gesellschaftlichen Institutionen
hinausläuft.“
(Hervorhebungen hl)

In einer demokratischen Gesellschaftsordnung muss also alles auf die freie, sich und ihr Handeln selbst bestimmende Individualität ausgerichtet sein, deren Entwicklung es zu fördern gilt. Das schließt die Herrschaft der Gesellschaft, des Staates über den Einzelnen, Vorschriften darüber, wie er in den verschiedenen Lebensgebieten zu handeln habe, in weitest gehendem Maße aus.

Die Veranlagung der Demokratie im Grundgesetz

Das deutsche Grundgesetz von 1949 hat die freie, ihr Handeln selbst bestimmende Individualität als Grundlage der Demokratie allen weiteren Bestimmungen vorangestellt. Am Anfang steht, die Richtung vorgebend, der Schutz der Menschenwürde, die als unantastbar bezeichnet wird. Und unter Staatsrechtlern besteht Einigkeit, was die Menschenwürde ausmacht:
„Die Würde des Menschen besteht darin, dass der Mensch als geistig-sittliches Wesen von Natur darauf angelegt ist, in Selbstbewusstsein und Freiheit sich selbst zu bestimmen, sich zu gestalten und sich in der Umwelt auszuwirken.“ 2

Die Menschenwürde schließt im Grunde bereits alle nachfolgenden Grundrechte in sich, die im Einzelnen als Bestandteile der Menschenwürde entfaltet werden. Und so bestimmt gleich Art. 2 GG:
„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.“
Die aus der Menschenwürde abgeleiteten Grundrechte sind als unmittelbar geltendes Recht der Maßstab, an dem alles Handeln von Legislative, Exekutive und Judikative zu messen ist.

Das traditionelle obrigkeitsstaatliche Denken

Doch merkwürdigerweise zieht das Grundgesetz im Weiteren aus dieser geschichtlichen Tatsache nicht die konsequenten Folgerungen.

 1. Legislative
Es gewährt der Legislative des Staates eine umfassende Gesetzgebungs-Kompetenz, die es dieser erlaubt, über das Öffentliche-, Straf- und Zivilecht hinaus in alle Lebensbereiche der Menschen von außen regelnd einzugreifen.
Damit wird aber – und das wird überhaupt nicht mehr problematisiert – die Selbstbestimmung des freien Menschen insoweit ausgeschaltet. Er wird fremdbestimmt. Eine Gruppe stellt sich als Obrigkeit über die freien Individualitäten und ordnet gesetzlich an, wie diese im Wirtschaftsleben und in zentralen Bereichen der Kultur, dem Bildungs- und dem Gesundheitswesen z.B., jeweils zu handeln haben.
Sie setzen damit de facto voraus, dass die mündigen Menschen nicht imstande seien, die Wahrheit in ihrem Lebensbereich durchschauen und sinnvoll handeln zu können; dazu seien nur sie imstande.

Damit stehen in Wirklichkeit nicht die freie, selbstbestimmte Individualität und deren Entfaltung im Mittelpunkt, sondern die Interessen eines übergeordneten Staates, welche aber die Interessen einer Gruppe von Parteivertretern sind, die das Instrument des Staates in der Hand haben.

Es werden hier viele einwenden, wie es denn anders gehen solle, es könne ja nicht jeder machen, was er wolle. Das ist aber erst die nächste Frage. Zunächst geht es um die Bewusstmachung, dass Fremdbestimmung und Selbstbestimmung begrifflich ein elementarer Widerspruch sind, der den Anspruch der Demokratie ad absurdum führt.

Die Fremdbestimmung ändert sich auch nicht dadurch, dass diese Gruppe gewählt werden kann. Wenn man sich den Vormund wählen darf, bleibt er doch der Vormund. Die Wahlen der politischen Vormünder werden aber als das angeblich zentrale Element der Demokratie medial phrasenhaft zelebriert, wobei deren angemaßte Kompetenzen, die Selbstbestimmung des „Souveräns“ auszuschalten, dabei wohlweislich nicht thematisiert werden.

Es ist ganz offensichtlich, dass die Autoren des Grundgesetzes diese omnipotente Gesetzgebungs-Befugnis aus der Tradition des Obrigkeitsstaates in ihren Demokratie-Entwurf übernommen haben, ohne sie zuerst einmal vor den Richterstuhl der freien, selbstbestimmten Individualität des Artikels 1 gestellt zu haben. Diese ist für sie, trotz unmittelbarer rechtlicher Geltung, doch nur ein gefühltes, verschwommenes Ideal geblieben, irgendwie zum Schutz gegen extreme, faschistische Übergriffe einer Staatsgewalt.

2. Regierung
Entsprechend ist auch das Organ der Regierung nicht am grundlegenden demokratischen Kernelement der freien, sich selbst bestimmenden Individualität gemessen, sondern aus der Tradition des Obrigkeitsstaates übernommen worden.
Der Name verrät noch die Herkunft. Er leitet sich von lat. rex = König, Genitiv regis und dem entsprechenden Verb regere = lenken, leiten, herrschen ab. Der König der konstitutionellen Monarchie, der sich zum Regieren Minister aus seinem Hofstaat zu Hilfe holte, setzt sich im Kanzler oder Ministerpräsidenten mit seinen Ministern aus dem Hofstaat der Parteien unmittelbar fort. Der Unterschied liegt nur in der Wahl und zeitlichen Befristung. Aber die vertikale Richtung der Herrschaft von oben nach unten über den Bürger ist noch immer dieselbe.3

Der Kanzler bestimmt die Richtlinien der Politik, heißt es im Grundgesetz. Was hier unter „Politik“ zu verstehen ist, wird aber nicht definiert. Jeder gebraucht dieses Wort, ohne eine genaue Vorstellung über seine Bedeutung zu haben. Es ist dasselbe, was auch der Monarch einmal kraft seiner Geburt und Auserwähltheit „von Gottes Gnaden“ praktiziert hat.
Der Kanzler bestimmt, welche Richtung das wirtschaftliche und kulturelle Leben, sowie das Recht unter den Menschen nehmen soll. Und er vertritt die Interessen des Volkes, wie er sie bestimmt, gegenüber den anderen Völkern. Nur dass der Kanzler keine Legitimation mehr von oben besitzt wie einst der Monarch, sondern die Macht einfach usurpiert hat, sie angesichts der Gleichheit aller freien, selbstbestimmten Individualitäten ohne innere geistige Berechtigung behauptet und in Anspruch nimmt.

Durch das fatale Parteiensystem hat die „demokratische“ Regierung in der Realität noch eine Stellung über dem Parlament, der Legislative. Die größte Partei-Fraktion im Parlament wählt die Regierung, die aber derselben Partei angehört. Legislative und Exekutive sind so in der Hand ein und derselben Partei, und die rechtsstaatlich notwendige Gewaltenteilung ist insoweit schon de facto aufgehoben. In der Partei wird entschieden, welche Gesetze im Parlament beschlossen werden sollen. Und aus den riesigen Ministerien mit tausenden Experten werden nicht nur die bestehenden Gesetze ausgeführt, sondern das Gros neuer Gesetze entworfen und in das Parlament eingeschleust. Durch den verfassungswidrigen parteipolitischen Fraktionszwang ist die Abstimmung dort nur noch eine Formsache.

Die Regierung, die aus den führenden Vertretern der Partei besteht, hat das Parlament als Instrument ihrer Politik in der Hand. Die Regierung ist das alles beherrschende politische Organ, für dessen überragende Macht, „stabile Regierung“ genannt, nach der Wahl durch die absolute Mehrheit einer Partei oder Koalition im Parlament gesorgt wird. Hier liegt der Punkt, der „unsere Demokratie“, wie die Altparteien verräterisch sagen, in Wahrheit zu einer Parteien-Oligarchie gemacht hat.4

Gegen den selbstbestimmten Menschen

Worum geht es? Aus eigener Erkenntnis zu handeln und sich dadurch als Persönlichkeit frei entfalten zu können (Art. 2 GG), macht den zentralen Punkt der Würde des Menschen aus. Darin sind alle Menschen gleich. Dies ist der gegenwärtige Entwicklungsstand der abendländischen Menschheit. Maßt sich einer an, aus seiner Erkenntnis einem anderen mündigen Menschen vorzuschreiben, was er tun soll, erhebt er sich ohne innere Legitimation über ihn und missachtet und verletzt zutiefst dessen Würde. Er behandelt ihn nicht als ein sich selbst bestimmendes Subjekt mit eigener Erkenntnis- und Handlungs-Kompetenz, sondern degradiert ihn zum Objekt seines Willens, wie er es mit Tieren gewohnt ist, d.h. er macht ihn sich untertan. Diese Anmaßung und fundamentale Grundrechtsverletzung begehen die Herrschenden in den Parlamenten und Regierungen der heutigen „demokratischen“ Staaten noch immer.
Sie bestimmen, welche Erkenntnisse über das Klima die richtigen seien, wie die Menschen heizen müssen, wie sie vor Infektionen zu schützen, in den Schulen zu unterrichten sind, welche und wieviel Menschen aus fremden Kulturen sich unter Verdrängung des eigenen Volkes ansiedeln dürfen und wann sie gegen wen in den Krieg ziehen, ihre Gesundheit, ihr Leben, ihre ganze Existenz für die Interessen der Usurpatoren einsetzen und opfern müssen. 5 

Wenn man bedenkt, dass sich die über den Völkern Thronenden dann noch in internationalen Organisationen zusammenschließen, wie im militärischen Bereich in der NATO, auf die der einzelne Mensch überhaupt keinen Einfluss mehr hat, sieht man sich völlig hilflos einem von wenigen Egomanen gelenkten riesigen Machtkomplex ausgeliefert, der die unterdrückten Massen beliebig in Krieg und Untergang treiben kann.

Wer diesen archaischen Machtanspruch global wirkender Psychopathen nicht als Menschheits-bedrohend und unerträglich empfindet, ist für das, worum es schicksalhaft geht, noch nicht aufgewacht.

Das Zusammenwirken freier Menschen

 Wenn für die freien, sich und ihr Handeln aus eigener Erkenntnis-Kompetenz selbst bestimmenden Menschen keine Fremdbestimmung von „oben“ infrage kommen kann, bleiben für die Organisation und Gestaltung der verschiedenen Lebensbereiche nur die horizontalen Absprachen, die Vereinbarungen der Freien untereinander.

An die Stelle angemaßter staatlicher Organisation und Verwaltung tritt die Selbstorganisation, die Selbstverwaltung der fachkundig in den verschiedenen Lebensbereichen des Wirtschafts- und des Kultur- oder Geisteslebens tätigen Menschen. Diese sind ja dafür mindestens genauso befähigt, ja viel geeigneter als die aus dem Parteien-Pool aufgestiegenen machtgierigen Dilettanten, die vielfach die selbstinszenierte Auswahl der Schlechtesten sind.

Die Selbstverwaltungen müssen sich nur in dem an die Grundrechte gebundenen Rechtsrahmen bewegen, den das staatliche Parlament natürlich für alle zu setzen hat. Das ist aber auch dessen einzige Aufgabe, die ganz auf das reine Rechtsleben, die Sicherung der physischen und seelisch-geistigen Integrität jedes Menschen im Inneren und nach Außen beschränkt ist.

Das bedeutet, dass der heutige Einheitsstaat aufgegliedert werden muss, indem eine Verfassungsänderung die Gesetzgebungs-Kompetenz der staatlichen Legislative auf das reine Rechtsgebiet beschränkt. Die Aufgaben einer ausführenden Verwaltung reduzieren sich dadurch gewaltig. Das Wirtschafts- sowie das Geistesleben mit seinem Zentrum, dem Schul- und Hochschulwesen, müssen eine je eigene Selbstverwaltung erhalten, in denen es keine vertikalen Direktiven, sondern nur horizontal koordinierende Vereinbarungen und Verträge freier Menschen und entsprechender sachkundiger Gremien gibt.

Akteure müssen die unabhängigen, ihr Handeln aus eigener Erkenntnis selbst bestimmenden Bürger werden, auch im Parlament des staatlichen Rechtslebens, und nicht die parteipolitische Kaste eines archaischen Obrigkeitsstaates, der sich als Demokratie ausgibt.6

In einem so angedeuteten dreigliedrigen sozialen Organismus kann es keine einheitliche Vertretung und Beziehung durch den Staat mit den anderen Völkern mehr geben. Jede der drei relativ unabhängigen Organisationen nimmt eigene Beziehungen auf: die Wirtschaft zum Wirtschaftsleben der anderen, die Kultur- und Geistesorganisation zum Kulturleben und das staatliche Rechtsleben zum Rechtsleben der anderen Völker.
Dadurch entstehen viel intensivere Beziehungen und Verbindungen der Völker untereinander, die von gegenseitigem Austausch, tieferer wechselseitiger Kenntnis, größerem Verständnis und menschlicher Wertschätzung geprägt sind.

Die Frage des Krieges

Das Aufstellen einer Armee gehört zwar in die Zuständigkeit des staatlichen Rechtslebens, das ja für die innere und äußere Sicherheit der Bürger verantwortlich ist, aber eben nur zur Landesverteidigung. Daher dürfen Kriegsvorbereitungen durch erhöhte Rüstungen, Verstärkungen des Militärs, der Infrastruktur etc. und letztlich der Krieg selbst nicht alleine vom Staat beschlossen werden. Krieg ist der gesellschaftliche Zustand, in dem die Grund- und Menschenrechte, die Würde des Menschen, im höchsten Maße ihre Geltung verlieren. Alle Menschen sind elementar mit ihrer ganzen Existenz davon betroffen.

In einem dreigegliederten gesellschaftlichen Leben müssten daher selbstverständlich die Organe des Geisteslebens und die der Wirtschaftsorganisation in die Verteidigungssorgen des Staates und seine Planungen einbezogen werden und zustimmen, bzw. auch Volksentscheide durchgeführt werden.

Niemals mehr dürfen allein Vertreter des Staates die Möglichkeit haben, über die Köpfe der Menschen hinweg über Krieg zu entscheiden und die Völker zur Schlachtbank zu führen.7  Das muss endgültig einer obrigkeitsstaatlichen, totalitären Vergangenheit angehören. Sie haben heute dazu keine geistige Berechtigung mehr. Die freien, selbstbestimmten Bürger müssen ihnen notfalls in den Arm fallen.

Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht unter
https://fassadenkratzer.de/2026/10/01/fremdbestimmte-selbstbestimmung-der-obrigkeitsstaat-in-der-fassaden-demokratie/

Quellen:

1   In: GA 31, S. 255 f.

2   Heinz Hartmut Vogel: Jenseits von Macht und Anarchie, Köln, 1963, Anm. 3

3   Näher: https://fassadenkratzer.de/2025/06/20/die-dringend-notwendige-abschaffung-des-bundeskanzlers-und-seines-hofstaats/

4   https://fassadenkratzer.de/2022/07/10/karl-jaspers-schon-1965-bundesrepublik-keine-demokratie-sondern-parteienoligarchie/
https://fassadenkratzer.de/2013/05/17/fassade-demokratie/

5   Vgl.: https://fassadenkratzer.de/2025/05/09/verhohnt-enteignet-kontrolliert-die-verachtung-der-burger/#more-17111

6   Siehe näher: https://fassadenkratzer.de/2017/06/26/die-grenzen-der-wirksamkeit-des-staates-zum-250-geburtstag-wilhelm-von-humboldts/

7    https://fassadenkratzer.de/2025/04/10/das-dramatische-verhangnis-des-noch-immer-etablierten-obrigkeitsstaates/




Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser,

Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

https://www.amazon.de/s?k=uwe+froschauer+Corona+-+das+letzte+Kapitel+ist+noch+nicht+geschrieben&__

Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

„Nr. 1 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Gesundheitspolitik seit 31. August“

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Demut, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 65

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Eine große Mehrheit der Bevölkerung hat Angst vor aufgeblasenen Popanzen und reinen Phantasieprodukten. Das wird ihnen so gesagt und eingehämmert, bis sie sich ganz konkret in die Hosen machen. Nun ja, wenn sich das Leben halt überwiegend im virtuellen Raum abspielt, geht eine virtuelle Gefahr viel eher mit Angst einher, als etwas Reales. Ist doch logisch, oder? Beispiele gefällig? Corona, Klima, Rääächts, der Russe, etc.

Der befürchtete Weltuntergang im Jahre 1000, hat sich, wie Michael Sailer steif und fest behauptet, „nur durch fanatische Massen von Geißlern und Veitstänzern, durch unablässige Gebete, Gesänge, Fasten und andere Selbstkasteiungen abwenden“ lassen. „Pfeigroad, des haud oan um, hah!“

Woher haben wir alle denn unsere „Informationen“? Aus der Schule? Von „Freunden“? Von den Medien? Gar von den Eltern? Wie viele haben die jemals weiter durchgedacht? Bis zu ihren Grundannahmen? Woher sind viele so überzeugt, dass „der Mensch“ die Erde zerstört?

Das frühere Normalsein ist inzwischen total unnormal geworden.

Das tröten uns genau die Menschen schon unser ganzes Leben lang ins Gehirn, die Teile der Erde tatsächlich aufgrund von Profitinteressen zerstören! In deren Augen sind der Pöbel, also wir kleinen Scheißer, viel zu viele. Wir könnten denen ja was wegnehmen. Deshalb muss der Pöbel (=nutzlose Esser) weitgehend weg. Diese Weltsicht nannte man mal Eugenik. Heute heißt‘s Transhumanismus.

Wir, die Menschheit, zerstören die Erde nicht. Noch nicht mal die abgehobenen „Eliten“ kriegen das hin. Das ist eben die Hybris, die das „Imperium der Lügen“ überall durchdringt. Wir Menschlein sind nur ein Baustein im riesigen Spiel des Kosmos und keine Welten zerstörenden Götter.

Das letztere glaubt allerdings die Epstein-Klasse von sich, die von den Hyperreichen des alten Geldes kontrolliert und gesteuert wird. Also nochmal und immer wieder: Die Richtungsweiser und Vorgabenmacher sind die Rockefellers, die Rothschilds, die Carnegies, die Vanderbilts, eine Reihe englischer Lords und manche Hochadlige.

Die echten überirdischen (!!!) Götter wissen schon, wie das weiter geht. „Auf jedn Foi ko ma ned song, es warat langweilig…, wai… nix blaibt wias is.“

Der implantierte Glaube ist stärker als die mit offenem Auge wahrnehmbare Realität.

Viele Menschen sehen im Mitmenschen eine Gefahr und rezitieren dann „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, was dann auch noch belesen klingt. Doch egal, ob man da den römischen Dichter Plautus oder den englischen Philosophen Thomas Hobbes als Quelle im Sinn hat, bedient man mit dieser Sichtweise ziemlich genau das Narrativ der Transhumanisten.

Es sind zwar nicht alle Transhumanisten in der Klasse der Hyperreichen, aber alle Hyperreichen, wie diese Gates‘, Bezos‘, Rothschilds, Rockefellers und die ganzen anderen einflußreichen Deepies, sind überzeugte Transhumanisten.

Das von denen propagierte Menschen- und Weltbild behauptet auch, der Mensch ist unvollkommen und muss verbessert werden. Die sind überzeugt davon, besser als die Schöpfung, als Gott selbst zu wissen, wie die Welt beschaffen sein muss.

Das ist exakt die Hybris, deren Umsetzung wir alle gerade sehen können. Musterhaft ist da die „Verbesserung“ des Menschen mit Gehirnchips für die, die sich das leisten können und der Aussonderung und Sedierung der „nutzlosen Esser“ (Noah Yuval Harari). Parole: „Der Merz, äähh…, die Merkel, äähh…, der Pöbel muss weg!“

Wer glaubt, der Mensch ist eine evolutionäre Fehlentwicklung, kann ja gerne mal andere Fehlentwicklungen in der Evolutionsgeschichte nennen. Überraschung! Da gibt es nichts. Alles hat seine Berechtigung im Reich der Natur. Im Kosmos. Im Sein.

Eine Simulation lebt von der Simulation in einer simulierten Welt.

Man kann das auch vollkommen anders sehen. Nichts, absolut nichts ist überflüssig. Alles hat seinen Sinn. Auch ein Merz, eine Merkel und all die sonstigen Brechmittel. Wir Menschlein verstehen eben nicht alles. Kennt noch wer den Spruch: „Gottes Wege sind unergründlich“? Das zu akzeptieren ist Demut. Es gibt unendlich viele Texte dazu. „Ma ko a Zwoaraviazg ois Antwoat auf ois nemma…“

Ewig schade, dass auch übermäßig viele kritische Geister vom mechanistisch materiellen Welterklärungsmodell, das die westliche Sichtweise dominiert, vereinnahmt sind. Die Welt insgesamt hat aber weit mehr zu bieten als den Tand des Wertloswestens. Das zeigt sich gerade immer deutlicher.

Die westliche Lebensweise und das herrschende materialistische Weltbild verlieren rapide ihren Glanz und alle Glorie in der nicht-westlichen Welt. Diese Alternative für die Welt (BRICS, SOC) ist gerade dabei, in diesem epochalen Kampf zu obsiegen.

Fazit: Die Menschheit geht garantiert nicht unter. Der güldene Wertloswesten geht unter, das „Imperium der Lügen“ geht unter. Aber im Osten geht die Sonne auf! Wer möchte Caitlin Johnstone widersprechen, wenn sie fordert: „das Imperium muss fallen. Unsere bloße Existenz hängt davon ab.“

Frei nach Hannah Arendt kann man sagen: Viele im Mainstream wissen genug, um nicht noch mehr wissen zu wollen.

Man muss es fast bewundern, wie geschickt die Systemlinge mit wortreicher Sprachakrobatik durch den permanent enger werdenden Korridor des sagbaren Erlaubten bzw. des erlaubten Sagbaren hindurch stolpern. Diesen Sprachstil als hybrid schlechthin zu bezeichnen, trifft es nicht ganz, aber weist den Weg.

Unter „Hybrid“ verstehen die meisten heute ja eher was negativ konnotiertes, wie für diffus, uneindeutig, nebulös, wage, mehrdeutig usw., so dass die abgerichteten Sprech- und Schreibpuppen sich in ihrem Denkverbots-Zwinger ungehemmt austoben können. Sie sind hierbei ein unentbehrlicher Teil im Implementieren der gewünschten Botschaften, die sie dem Publikum im Dauerstakkato einhämmern. Damit schließlich das Richtige in den Hirnen ankommt und verankert ist.

Auf ewig unübertroffen bleibt dazu die Auseinanderpflückung und kreative Neuzusammensetzung einer Bundestagsrede der 70er durch den göttlichen Loriot. Das ist der Wahnsinn beim Gassi gehen. „Mai, hamm mia g’lacht…“

Wer mit den eigenen Widersprüchen nicht umgehen kann, projiziert sie eben auf andere.

Mit Hilfe der elektronischen Medien wurde und wird den Zeitgenossen die Symbolik der Nazis als das ultimativ Böse in die Synapsen rein geträufelt. Die Bilder aus der Nazizeit mit ihren Aufmärschen, Hakenkreuzen und dem schreienden Hitler dienen als perfekte Chiffre für die Unmenschlichkeit. Das ist das Böse schlechthin.

Doch Symbolik ist Symbolik und tut nix. Das Entscheidende, woran das Böse festzumachen ist, sind die Strukturen und Mechanismen des praktizierten Verhaltens. Durch die Denk- und Verhaltensmuster wird das wahre Wesen sichtbar, nicht durch äußere Attribute.

Die Kontaktschuld der Medien ist evident: “Die geistigen Kräfte des deutschen Journalismus, die sich zu einem Ja verpflichten, können der wärmsten ideellen und materiellen Unterstützung der Regierung gewiss sein.” Das hat nämlich der Doktor aus dem Rheinland und unumwunden begeisterter Fan von Edward Bernays, der Joseph Goebbels gesagt. „Hah! Do seids dawischt woan, es G’scheidhafaln.“

Eine „gesichert hybride“ Aussage.

In der medialen Welt bedient man sich gerne gedünsteter Wortgrütze, wie, „es gäbe begründete Anhaltspunkte für die Annahme, die die Schlussfolgerung stützen, dass konkrete Hinweise aus informierten Kreisen, zutreffen könnten.“ Das klingt dunkel-diffus genug und kann doch im Interesse der Sicherheit nicht ignoriert werden?

Ein studierter Linguist namens Matthias Heine meint beitragen zu müssen: „Die sogenannte ‚geschlechtergerechte Sprache‘ ist der Herrschaftston, den die großen kapitalistischen Strukturen gegenüber dem renitenten Kundenvolk anschlagen.“

Ein polyglotter Russe, ein Oleg Jassinski, wirft einen durchaus berechtigten Gedanken ein. Um das lange geplante Gemetzel, also den Krieg gegen den Russen, nicht aufzuhalten, wird „der europäische Kriegsschauplatz von jeglichen Anfängen kritischen Denkens und echter ziviler Selbstorganisation gesäubert.“ „Et läuft…“

Wer? Blickt? Da? Noch? Durch?

Wie kriegt der „wählende Souverän“ (hihi) oder der „souverän Wählende“ (bruhaha) das eigentlich bei Wahlen immer so spannend hin, dass genau die Wahlergebnisse ausgewiesen werden, die den Stimmabgebenden nicht allzu sehr im Dreieck springen lassen? Nicht mal der Meister der Suspense, der Hitchcock, hätte diesen Spannungsmoment mit den Zehntelprozenten um die 5%-Hürde bzw. für mögliche Mehrheiten für „UnsereDemokratie“ so gut platziert inszenieren können.

Da drängen sich Fragen ins Hirn. Kann man Wahlen bspw. mittels Briefwahl oder überhaupt manipulieren? Antwort: Ja. Wenn etwas machbar ist, wird es dann auch gemacht? Das soll in den vorliegenden Fällen jeder selbst beantworten….

Statt allgemeiner und geheimer Wahlen wäre es vielleicht besser fürs Gemeinwesen, wenn künftig die Volksvertreter von professionellen Türstehern ausgewählt würden. Ein guter Türsteher würde garantiert keines dieser aufgeblasenen Würstchen der aktuellen „Elite“ durch die Tür lassen. „Du kummst do ned rei! Und jetzt: Verpiss Di!“

Stand jetzt: Merz macht weiter und beschwört, er habe Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld. Also alles, was er bisher vermissen ließ.

Statt „UnsereDemokratie“ wäre besser eine Demutkratie anstrebbar.

Im Höllenreich Russland ist eine Kleinpartei vor der Wahl verboten worden. Doch von den gleichen Leuten in „UnsererDemokratie“, die die Wahl in Russland als „undemokratisch“ bezeichnen und die Russlandwahlen gleich von den EU-Hampeln als ungültig bezeichnen lassen, soll die stärkste Partei hierzulande verboten werden. „Sann de o‘grennt iagndwo? Oda sanns scho voikomma duachdrahd?“

Demokratie ist die Methode, den Willen des Finanzadels so umzusetzen, dass das Volk glaubt, die Mehrheit hat es so gewollt. Gerhard Mersmann konkretisiert das unverschämt deutlich: „Der Mief, die Dummheit, der Hass und die Gier sind oben auf.“ Zu ergänzen wäre nach Michael Klonovsky noch „eskapistische Weltheilspläne als Staatsziele“. 

Die Sahne obendrauf liefert Hans Herbert von Arnim, Staatsrechtler seines Zeichens: „Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.“

Pepe Escobar bemerkt, in Anlehnung an den genialen Doors-Song „Riders on the Storm“ aus 1971: „Wir alle sind Reiter auf dem (kommenden) Sturm“.

„Und guad is und Schluss is fia hait.“

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel erschien zuerst unter
https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-65/

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Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Seit 31. August Nr. 1 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Gesundheitspolitik.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Europa rüstet sich für den Krieg – und wer rüstet sich für den Frieden?

Von Uwe Froschauer

Deutschland bereitet seine Krankenhäuser auf bis zu 1.000 verwundete Soldaten am Tag vor. Die deutsche und amerikanische Rüstungsindustrie soll enger verzahnt werden. Milliarden fließen in Raketen und Drohnen für die Ukraine. NATO-Kampfjets schießen Drohnen über Litauen ab. Bundeskanzler Friedrich Merz spricht davon, Russland führe Krieg gegen „die Ukraine und den Westen“.

Was ist eigentlich los in Europa?

Wenn man die politischen Verlautbarungen der vergangenen Wochen verfolgt, gewinnt man den Eindruck, ein Krieg zwischen Russland und der NATO stehe unmittelbar vor der Tür. Aufrüstung, Abschreckung, Drohnenabwehr, Sanktionen, Kriegstüchtigkeit, Schutz kritischer Infrastruktur – das Vokabular hat sich verändert. Der Krieg wird nicht mehr nur als Möglichkeit beschrieben. Europa bereitet sich zunehmend konkret darauf vor.

Ich frage mich: Sind die denn alle wahnsinnig geworden?

Wo sind die großen diplomatischen Initiativen? Wo sind die europäischen Politiker, die nach Moskau fahren, reden, zuhören, verhandeln und nach einem Ausweg suchen? Wo sind die Milliardenprogramme für Frieden und Verständigung?

Ich sehe sie nicht.

Stattdessen läuft die Kriegsmaschinerie auf Hochtouren.

Krankenhäuser für 1.000 Verwundete am Tag

Wie weit diese Entwicklung inzwischen reicht, zeigt ein Bericht über die Vorbereitung des deutschen Gesundheitswesens auf einen möglichen Krieg. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Gerücht. Die Bundeswehr selbst berichtete bereits im Mai 2026 über Beratungen zur „Gesundheitsversorgung im Krisen- und Verteidigungsfall“. Auf der Tagesordnung standen unter anderem „die Versorgung von 1.000 Verwundeten pro Tag“, sichere Arzneimittellieferketten und zivil-militärische Strukturen. [1]

Bloomberg griff diese Planungen Mitte September erneut auf. Die fünf Bundeswehrkrankenhäuser könnten ein solches Szenario nicht allein bewältigen. Zivile Krankenhäuser müssten einspringen.

1.000 Kriegsverwundete. Jeden Tag.

Natürlich gehört es zu den Aufgaben eines Staates, für Katastrophen und militärische Ernstfälle Vorsorge zu treffen. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Die Frage lautet vielmehr: In welchem politischen Umfeld geschieht das?

Und da sieht das Bild anders aus. Der Nationale Sicherheitsrat der Bundesregierung beschäftigte sich am 14. September erneut mit militärischer und ziviler Verteidigung und beschloss weitere Maßnahmen gegen Spionage und Sabotage sowie zum Schutz kritischer Infrastruktur. Als Ausgangspunkt nennt die Bundesregierung den mutmaßlich von Russland gesteuerten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle. [2] Was für eine Farce! Eine schwache Indizienkette wird der Bevölkerung als Beweis für und Gewissheit über eine russische Aggression verkauft.

Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete wiederum einen russischen Drohnenangriff auf einen Zug nahe der polnisch-ukrainischen Grenze als „kalkulierte Eskalation“ Putins. [3] Insbesondere die Achse der Kriegswilligen – Großbritannien, Frankreich und Deutschland – eskaliert, nicht Russland, Herr Pistorius!

Am 14. September schoss ein italienischer NATO-Kampfjet über Litauen eine Drohne ab, die aus Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen war und nach Angaben der litauischen Behörden Sprengstoff trug. Sie wurde als mutmaßlich russische Geran-2-Drohne identifiziert. Eine abschließende Klärung der Herkunft und der Umstände ist damit jedoch nicht automatisch gegeben. [4]

Jeder dieser Vorfälle ist vorerst einmal ernst zu nehmen. Aber noch ernster sollte die Frage genommen werden, welche politischen Konsequenzen daraus gezogen werden. Fast reflexartig lautet die Antwort: mehr Abschreckung, mehr Waffen, mehr Sanktionen, mehr Militär.

Am 15. September erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz sogar, Russland führe Krieg gegen „die Ukraine und den Westen“. Einen Tag später fragte ein Journalist in der Bundespressekonferenz folgerichtig, ob Deutschland sich damit im Kriegszustand mit Russland befinde. Regierungssprecher Stefan Kornelius antwortete ausweichend. Merz‘ Aussage sei eine „Analyse der russischen Position“. [5]

Moment mal. Ein deutscher Bundeskanzler erklärt öffentlich, Russland führe Krieg gegen den Westen – und auf die Frage, ob Deutschland damit im Krieg mit Russland sei, möchte die Bundesregierung diese Konsequenz dann doch nicht ziehen?

Worte haben Folgen. Gerade die Worte eines Bundeskanzlers.

Man sollte sich an dieser Stelle auch fragen, warum Friedrich Merz den außenpolitischen Konflikt derart zuspitzt. Innenpolitisch steht seine Regierung mit dem Rücken zur Wand. Gerade einmal 13 Prozent der Befragten waren im September 2026 mit der Arbeit von Friedrich Merz zufrieden, 83 Prozent unzufrieden – der niedrigste jemals im ARD-DeutschlandTrend gemessene Zufriedenheitswert eines amtierenden Bundeskanzlers. Auch Vizekanzler Lars Klingbeil kommt lediglich auf 22 Prozent Zustimmung. [6]

Aus meiner Sicht drängt sich deshalb ein begründeter Verdacht auf: Je größer die innenpolitischen Probleme werden, desto stärker richtet sich der Blick zur Ablenkung nach außen. In der Politikwissenschaft ist ein verwandter Mechanismus als „Rally ’round the flag effect“ bekannt: Äußere Bedrohungen und internationale Krisen können dazu führen, dass sich die Bevölkerung zumindest vorübergehend stärker hinter der politischen Führung versammelt. Russland eignet sich dafür hervorragend als Bedrohungsszenario. Wer über Putin, Drohnen, Abschreckung und Kriegstüchtigkeit redet, muss für einen Moment weniger über wirtschaftliche Probleme, marode Infrastruktur, hohe Energiepreise oder die Unzufriedenheit mit der eigenen Regierung reden.

Ich halte dieses Spiel für brandgefährlich. Deutschland bezahlt diese Politik heute mit Milliarden. Im schlimmsten Fall könnte es sie morgen mit Menschenleben bezahlen. Wer die Konfrontation rhetorisch immer weiter verschärft, trägt deshalb eine gewaltige politische Verantwortung. Und ich mache insbesondere Sie, Herr Merz, Sie Herr Macron, Sie Herr Burnham und Sie Frau von der Leyen persönlich dafür verantwortlich!

Merz behauptet, Russland führe Krieg gegen den Westen. Ich sehe die Entwicklung anders: Europa befindet sich zumindest rhetorisch längst auf einem Konfrontationskurs gegenüber Russland. Immer mehr Waffen, immer mehr Abschreckung, immer mehr Sanktionen, immer mehr Kriegsvorbereitung – und keine Diplomatie. Das ist für mich keine verantwortungsvolle Friedenspolitik. Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

Milliarden für Raketen – aber wer investiert in Diplomatie?

Auch Brüssel kennt derzeit nur eine Richtung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte am 17. September weitere 3,3 Milliarden Euro für die Ukraine an – ausdrücklich zur Beschaffung von Raketen und Drohnen. [7]

Bereits einen Tag zuvor hatte von der Leyen vor dem Europäischen Parlament noch weiter ausgeholt. Sie schlug einen eigenen europäischen Sicherheitsmechanismus analog zu Artikel 4 des NATO-Vertrags vor. Dieser soll bereits unterhalb der Schwelle eines bewaffneten Angriffs greifen – etwa bei Drohnenvorfällen, Sabotage oder Cyberangriffen. Sieht sich ein EU-Mitgliedstaat bedroht und löst den Mechanismus aus, sollen alle Mitgliedstaaten zusammenkommen, um eine gemeinsame europäische Reaktion zu koordinieren und abzuschrecken. Darüber hinaus brachte von der Leyen erneut die Schaffung eines Europäischen Sicherheitsrats ins Spiel. [8]

Und damit nicht genug. Gemeinsam mit der Ukraine soll Europa ein eigenes modulares Raketenabwehrsystem entwickeln. Der Name des Projekts: „Freya“. Freya beziehungsweise Freyja ist ausgerechnet eine Göttin der nordisch-germanischen Mythologie, die neben Liebe und Fruchtbarkeit auch mit Krieg und gefallenen Kriegern verbunden wird. Man muss Symbolik nicht überbewerten. Aber auf einen solchen Namen für ein europäisches Raketenabwehrprojekt muss man auch erst einmal kommen. Von der Leyen bezeichnete Freya zudem ausdrücklich nur als Anfang: „But Freya is only the beginning. More is needed.“ – Freya sei nur der Anfang, mehr sei nötig. [9]

Nötig, Frau von der Leyen, ist insbesondere, dass Sie endlich Ihren Platz räumen. Bellizisten wie Sie haben aus meiner Sicht an der Spitze einer Europäischen Union nichts zu suchen, die einst aus der Erfahrung zweier verheerender Weltkriege heraus auch als Friedensprojekt entstand. 2012 erhielt die EU sogar den Friedensnobelpreis – ausdrücklich für ihren jahrzehntelangen Beitrag zu Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa.

Was ist davon geblieben? „Nie wieder Krieg“ war eine der Lehren aus der europäischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Heute wird unter Ihrer Führung über Raketen, Drohnen, Aufrüstung, Abschreckung und neue militärische Strukturen gesprochen, als müsse Europa seine Zukunft vor allem militärisch organisieren. Ich halte diesen Kurs für einen Verrat an der europäischen Friedensidee und an den Europäern, die in Frieden leben wollen.

Europa braucht keine Politiker, die immer neue Bedrohungsszenarien beschwören und die Militarisierung des Kontinents vorantreiben. Europa braucht Politiker, die alles daransetzen, einen großen Krieg zu verhindern. Frau von der Leyen, Sie stehen für mich inzwischen wie kaum eine andere politische Figur für den entgegengesetzten Weg. Gehen Sie endlich, tun Sie der Menschheit diesen Gefallen! Sie sind ethisch nicht tragbar!

Ich frage mich bei solchen Meldungen inzwischen immer häufiger: Wo ist eigentlich das europäische Milliardenprogramm für Diplomatie? Wo sind die Sondergipfel für Verhandlungen? Wo sind die europäischen Unterhändler, die permanent zwischen Moskau und Kiew pendeln? Wo ist der politische Ehrgeiz, diesen Krieg endlich zu beenden? Ich denke, er soll aus europäischer Sicht nicht beendet werden – ganz im Gegenteil!

Selbstverständlich behaupten die europäischen Regierungen, ihre militärische Unterstützung diene letztlich dem Frieden. Ihre Argumentation lautet: Nur eine starke Ukraine könne Russland an den Verhandlungstisch zwingen, und nur glaubwürdige Abschreckung verhindere weitere russische Angriffe.

Das ist eine Position. Meine ist eine diametral andere. Wer einen Krieg beenden möchte, muss irgendwann mit dem hochstilisierten „Gegner“ reden. Nicht mit seinen Freunden. Mit seinem Gegner. Aber der wird nur dämonisiert. Der Dämon in diesem bereits im April 2022 in Istanbul beendbaren Konflikt sitzt meines Erachtens in Europa. Der Westen war nicht bereit den Konflikt zu beenden, nicht Russland! Kriegstreiber sind in meinen Augen von Dämonen besetzt. Kein normaler Mensch möchte Krieg oder nimmt ihn billigend in Kauf.

Deutschland setzt weiterhin auf weitere militärische Unterstützung. Merz versicherte Selenskyj Anfang September die „entschlossene Fortsetzung der zivilen und militärischen Unterstützung Deutschlands“. [10]
Gehen Sie endlich, Herr Merz! Sie haben innenpolitisch sowie außenpolitisch total versagt. Und da wundern Sie sich, dass die Wähler immer mehr zur AFD abdriften? Das sind keine Protestwähler mehr, die meisten von ihnen wählen die AFD aus Notwehr!

Pistorius ging wenige Tage später noch einen Schritt weiter. Deutschland und die USA vereinbarten am 15. September eine engere Verzahnung ihrer Rüstungsindustrien. Gemeinsame Entwicklung und Produktion moderner Waffensysteme, Komponenten und Munition sollen ausgebaut werden. Deutschland plant außerdem den Erwerb amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper. [11]

Das muss man sich vor Augen führen. Die politische Sprache wird militärischer. Krankenhäuser planen für Kriegsverwundete. Rüstungsproduktion wird hochgefahren. Militärische Infrastruktur wird ausgebaut. Milliarden fließen in Raketen und Drohnen. Und gleichzeitig soll der Bürger glauben, all dies sei lediglich Friedenspolitik. Frieden durch immer mehr Waffen? Das mag glauben, wer möchte. Ich nicht.

Das Märchen von Russlands Angriff auf Europa

Die zentrale Begründung für diese Entwicklung lautet: Russland bedroht Europa. Aber stimmt diese Darstellung? Dass Russland im Februar 2022 mit großen Streitkräften in die Ukraine einmarschierte, ist eine Tatsache. Ich halte es jedoch für falsch, die Geschichte dieses Konflikts am 24. Februar 2022 beginnen zu lassen und alles davor auszublenden. Selbst der damalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg stellte im Februar 2023 unmissverständlich fest: „Der Krieg begann nicht im Februar letzten Jahres. Der Krieg begann 2014.“ [12]

Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die NATO weit nach Osten gewachsen. Polen, Tschechien und Ungarn traten 1999 bei. 2004 folgten unter anderem Estland, Lettland und Litauen. Weitere Staaten kamen hinzu. Die NATO zählt inzwischen 32 Mitglieder. Beim Bukarester Gipfel 2008 erklärte sie zudem, dass auch Georgien und die Ukraine (!) künftig Mitglieder werden sollten. [13]

Die NATO argumentiert, ihre Erweiterung bedrohe niemanden und jedes souveräne Land dürfe selbst über seine Bündnisse entscheiden. An dieser Stelle darf gelacht werden. Russland wiederum betrachtet die militärische Annäherung der NATO an seine Grenzen seit Jahrzehnten völlig zurecht als Bedrohung seiner Sicherheitsinteressen. Stellen Sie sich vor, Kanada oder Mexiko würden Raketen in Richtung USA aufstellen. Was glauben Sie, wie die USA reagieren würden?

Aus meiner Sicht wurde Russland über Jahrzehnte sicherheitspolitisch immer weiter in die Enge getrieben. Die Vorstellung, der Westen habe mit dieser Entwicklung überhaupt nichts zu tun und Moskau sei eines Morgens einfach mit imperialen Eroberungsfantasien aufgewacht, halte ich für eine groteske Verkürzung – auf bayrisch gesagt: für einen rechten Schmarrn verantwortungsloser Kriegstreiber!

Und noch etwas passt nicht in das gegenwärtige Bedrohungsbild. Putin hat mehrfach ausdrücklich erklärt, Russland wolle NATO-Staaten nicht angreifen. Bereits im März 2024 bezeichnete er entsprechende Befürchtungen bezüglich Polens, der baltischen Staaten oder Tschechiens als „Unsinn“. Russland habe keine entsprechenden Pläne. [14]

Im November 2025 sagte Putin erneut: „Wir haben nie geplant“, Europa anzugreifen. Russland sei sogar bereit, eine entsprechende Erklärung schriftlich festzuhalten und über eine gesamteuropäische Sicherheitsordnung zu sprechen. [15]

Natürlich kann man Putin misstrauen. Natürlich kann man sagen: Worte sind keine Garantie. Aber dann sollte wenigstens die Frage erlaubt sein, weshalb solche Aussagen in der europäischen Debatte kaum eine Rolle spielen, während jedes Bedrohungsszenario bereitwillig aufgegriffen wird.

Ich sehe Russland nicht als ein Land, das morgen in Berlin, Paris oder Brüssel einmarschieren möchte. Ich sehe einen seit Jahrzehnten eskalierenden Sicherheitskonflikt zwischen Russland und dem Westen, zu dessen Vorgeschichte auch die NATO-Osterweiterung gehört. Daraus folgt für mich eben nicht, noch mehr Militär an Russlands Grenzen zu stellen. Es folgt daraus, endlich wieder über eine europäische Sicherheitsarchitektur zu reden, in der nicht nur die Sicherheitsinteressen der NATO-Staaten, sondern auch diejenigen Russlands berücksichtigt werden.

Und noch etwas: Nicht wer den ersten Schritt macht ist der wahre Aggressor, sondern der, der zu diesem Schritt zwingt. Und das ist für mich zweifelsfrei die NATO. Hinzu kommt eine westliche Hybris gegenüber Russland, die mich seit Jahren befremdet: der Eindruck, mit Moskau müsse nicht auf Augenhöhe gesprochen werden, russische Sicherheitsinteressen seien weniger wert als die eigenen und Verhandlungen geradezu ein Zeichen von Schwäche. Was ist das für eine Arroganz? Frieden beginnt damit, auch den Gegner als gleichwertiges Gegenüber anzuerkennen.

Haben die Deutschen ihre eigene Geschichte vergessen?

Gerade Deutschland sollte in dieser Frage vorsichtiger auftreten. Am 22. Juni 1941 überfiel das nationalsozialistische Deutschland die Sowjetunion. Mehr als drei Millionen deutsche Soldaten überschritten im Rahmen des Unternehmens Barbarossa die sowjetische Grenze. Es begann ein Vernichtungskrieg von kaum vorstellbarer Brutalität. Rund 27 Millionen sowjetische Bürger verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben, darunter etwa 14 Millionen Zivilisten. [16]

27 Millionen. Diese Zahl sollte jeder deutsche Politiker kennen, bevor er leichtfertig über Krieg mit Russland redet. Nicht Russland marschierte 1941 Richtung Deutschland. Deutschland marschierte Richtung Russland und in andere Teile der Sowjetunion.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass heutige russische Politik wegen der Geschichte von Kritik ausgenommen werden müsste. Geschichte erteilt niemandem einen Freibrief. Sie sollte aber Demut erzeugen.

Wenn deutsche Politiker heute wieder darüber sprechen, Deutschland müsse kriegstüchtig werden, wenn deutsche Soldaten dauerhaft an der NATO-Ostflanke in Litauen stationiert werden und wenn ein deutscher Bundeskanzler erklärt, Russland führe Krieg gegen den Westen, dann sollte zumindest einen Moment lang die historische Dimension dieser Worte bedacht werden.

Mir fehlt diese Sensibilität. Vielleicht wären etwas weniger martialische Rhetorik und etwas mehr Diplomatie gerade aus deutscher Verantwortung heraus angebracht, oder Herr Merz?

Vom Autoland zum Rüstungsstandort

Parallel zur politischen Militarisierung findet eine wirtschaftliche Verschiebung statt, die meines Erachtens viel zu wenig diskutiert wird.

Deutschlands traditionelle Industrie steckt in Schwierigkeiten. Die Automobilindustrie kämpft mit Absatzproblemen, hohen Kosten und wachsender Konkurrenz aus China. Bosch will in seiner Autosparte bis Ende des Jahrzehnts Tausende Arbeitsplätze abbauen. Volkswagen befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau. Auch der deutsche Maschinenbau dürfte 2026 das vierte Jahr in Folge schrumpfen. [17]

Währenddessen boomt ein anderer Bereich: Rüstung. Wie symbolträchtig diese Entwicklung inzwischen ist, zeigt ausgerechnet „Volks“wagen. Für das VW-Werk Osnabrück wurde Anfang September eine vorläufige Vereinbarung bekanntgegeben, nach der der Standort künftig für Rüstungsproduktion genutzt werden soll. Unter anderem könnten dort Komponenten für Luftverteidigungssysteme entstehen. Rund 1.400 der derzeit etwa 1.800 Arbeitsplätze könnten dadurch erhalten bleiben. [18]

Ein ehemaliges Autowerk wird zum Rüstungsstandort. Man kann sagen: Wunderbar, Arbeitsplätze gerettet. Ich stelle eine andere Frage:

Wovon wollen Deutsche künftig leben?

Deutschland war einmal stolz auf Autos, Maschinen, Chemieprodukte, Anlagenbau, Medizintechnik und zahlreiche andere zivile Spitzenerzeugnisse. Soll die Lösung für die industrielle Krise nun darin bestehen, mehr Panzer, Drohnen, Raketen, Munition und militärische Systeme herzustellen?

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth formulierte Mitte September ziemlich unverblümt, worum es geht: Deutschlands industrielle Kapazitäten sollen stärker für die NATO-Verteidigung genutzt werden. Pistorius und Hegseth unterzeichneten dazu eine entsprechende Vereinbarung. [19]

Damit entsteht ein wirtschaftlicher Mechanismus. Rüstungsunternehmen benötigen Aufträge. Aufträge entstehen durch Aufrüstung. Aufrüstung wird politisch leichter durchsetzbar, wenn Bedrohungen groß erscheinen. Und dauerhafte geopolitische Spannungen sichern dauerhafte Nachfrage.

Aber was bedeutet das eigentlich zu Ende gedacht? Sollen Deutsche künftig darauf hoffen, dass es auf dieser Welt genügend Spannungen, Feindbilder und Kriege gibt, damit die Auftragsbücher der Rüstungsindustrie gefüllt und Arbeitsplätze gesichert bleiben? Soll wirtschaftlicher Wohlstand davon abhängen, dass anderswo Menschen Angst voreinander haben, aufeinander schießen und sterben?

Allein dass solche Fragen gestellt werden müssen, sollte aufrütteln. Was wäre das für eine Vorstellung von Fortschritt, wenn zivile Industriearbeitsplätze verschwinden und ihr Ersatz zunehmend dort entsteht, wo Waffen, Munition und Raketen produziert werden? Ist es ethisch vertretbar, eine Wirtschaftsstruktur aufzubauen, deren Wachstum von einer Welt profitiert, die unsicherer, gespaltener und gefährlicher wird?

Für mich wäre das kein Fortschritt. Es wäre ein zivilisatorischer Rückschritt.

Schande über die Kriegstreiber dieser Welt!

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Rüstungskonzern Kriege anzettelt. Eine solche Behauptung wäre unseriös. Aber die Interessenlage muss benannt werden.

Ein Unternehmen, das Autos produziert, profitiert davon, wenn Menschen Autos kaufen. Ein Unternehmen, das Waschmaschinen produziert, profitiert davon, wenn Menschen Waschmaschinen kaufen. Und wovon profitiert ein Unternehmen, das Raketen, Panzer und Munition produziert?

Die Antwort kann sich jeder selbst geben.

Eine Verteidigungsindustrie wird benötigt. Kein vernünftiger Mensch kann verlangen, dass ein Staat vollkommen wehrlos ist. Aber zwischen Verteidigungsfähigkeit und einer immer stärkeren wirtschaftlichen Abhängigkeit von Rüstung liegt ein gewaltiger Unterschied.

Die Vereinigten Staaten haben vorgemacht, wie mächtig ein militärisch-industrieller Komplex werden kann. Schon US-Präsident Dwight D. Eisenhower warnte 1961 in seiner Abschiedsrede vor dessen wachsendem Einfluss. Will Europa diesen Weg tatsächlich kopieren?

Wer bereitet Europa auf den Frieden vor?

Ich höre schon den oft verwendeten Einwand Kriegstüchtiger wie Roderich Kiesewetter und Konsorten: Naiv! Mit Putin könne man nicht reden. Russland verstehe nur Stärke. Vielleicht ist es aber noch naiver zu glauben, ein Krieg zwischen Atommächten ließe sich immer weiter eskalieren und gleichzeitig jederzeit kontrollieren. Irgendwann genügt eine Fehlinterpretation, eine Drohne, eine Rakete, ein technischer Defekt, eine falsche Zuordnung, ein überforderter Kommandeur. Und plötzlich geschieht etwas, das niemand mehr aufhalten kann.

Mir macht die gegenwärtige Entwicklung große Sorgen. Nicht weil Europa sich verteidigen möchte. Das soll es. Aber es gibt momentan nicht den geringsten Anlass, das zu müssen. Noch nicht! Der Besonnenheit Russlands haben wir es zu verdanken, dass es noch keinen übergreifenden Konflikt gegeben hat, und nicht dem Geschwätz undiplomatischer, verantwortungsloser und unfähiger europäischer Kriegstreiber.

Die Verhältnisse und die Sprache haben sich verschoben. Über Waffen wird konkret gesprochen. Über Diplomatie abstrakt. Für Rüstung stehen Milliarden bereit. Friedensinitiativen bleiben überschaubar.

Krankenhäuser rechnen mit 1.000 Verwundeten täglich. Fabriken werden auf militärische Produktion umgestellt. Raketen und Drohnen werden bestellt. Soldaten werden an die Ostflanke verlegt. Und der Bundeskanzler erklärt, Russland führe Krieg gegen den Westen.

Vielleicht sollte Europa endlich eine andere Frage stellen.

Nicht: Wie wird Europa kriegstüchtiger?

Sondern: Wie verhindert Europa, dass dieser Krieg jemals stattfindet?

Deutschland und Russland verbindet eine Geschichte, die eigentlich jeden deutschen Politiker zur Vorsicht verpflichten müsste. Rund 27 Millionen sowjetische Tote sollten keine historische Fußnote sein.

Europa braucht Verteidigungsfähigkeit. Aber Europa braucht noch dringender Politiker, die den Mut besitzen, mit ihren Gegnern zu reden. Denn am Ende bleibt eine einfache Frage:

Wenn Deutschland inzwischen seine Krankenhäuser darauf vorbereitet, täglich bis zu 1.000 verwundete Soldaten zu versorgen – wer bereitet Deutschland eigentlich mit derselben Entschlossenheit auf den Frieden vor?

Quellen

[1] Bundeswehr: „Gesundheitsversorgung im Krisen- und Verteidigungsfall gemeinsam sichern“, 13. Mai 2026. Zur Planungsgröße von bis zu 1.000 Verwundeten, Verletzten und Erkrankten pro Tag sowie zur Einbindung des zivilen Gesundheitswesens.

https://www.bundeswehr.de/de/organisation/unterstuetzungsbereich/meldungen/gesundheitsversorgung-krise-verteidigungsfall-gemeinsam-6102838

[2] Bundesregierung: „Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates im September 2026“, 14. September 2026. Zu den von der Bundesregierung Russland zugeschriebenen hybriden Angriffen, insbesondere Leipzig/Halle, sowie zu Maßnahmen gegen Spionage und Sabotage und zum Schutz kritischer Infrastruktur.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/sitzung-des-nationalen-sicherheitsrates-im-september-2026-2452580

[3] Reuters: „Drone strike on train is calculated escalation by Putin, German minister says“, 14. September 2026. Zu Boris Pistorius’ Bewertung eines Drohnenangriffs nahe der polnisch-ukrainischen Grenze als „kalkulierte Eskalation“.

https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/drone-strike-train-is-calculated-escalation-by-putin-german-minister-says-2026-09-14

[4] Reuters: „Italian NATO jet downs suspected Russian drone over Lithuania“, 14. September 2026. Zum Abschuss einer aus Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungenen, mutmaßlich russischen Geran-2-Drohne durch einen italienischen NATO-Kampfjet.

https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/nato-fighter-shoots-down-drone-lithuania-2026-09-14

[5] Bundesregierung: „Regierungspressekonferenz vom 16. September 2026“. Zur Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz über Russlands Krieg gegen „die Ukraine und den Westen“ und zur anschließenden Nachfrage nach einem möglichen Kriegszustand; Regierungssprecher Stefan Kornelius bezeichnete Merz’ Äußerung als „Analyse der russischen Position“.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressekonferenzen/regierungspressekonferenz-vom-16-september-2026-2452890

[6] Infratest dimap: „ARD-DeutschlandTREND September 2026“. Repräsentative Befragung im Auftrag der ARD, Erhebungszeitraum 31. August bis 2. September 2026. Zufriedenheit mit Friedrich Merz: 13 Prozent; Lars Klingbeil: 22 Prozent.

https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2026/september

[7] Reuters: „EU to disburse €3.3 billion to Ukraine to procure missiles and drones, von der Leyen says“, 17. September 2026. Zur Ankündigung Ursula von der Leyens, weitere 3,3 Milliarden Euro für die Beschaffung von Raketen und Drohnen durch die Ukraine bereitzustellen.

https://www.reuters.com/world/eu-disburse-33-billion-ukraine-procure-missiles-drones-von-der-leyen-says-2026-09-17

[8] Europäische Kommission: Ursula von der Leyen, „Rede zur Lage der Union 2026“, Europäisches Parlament, Straßburg, 16. September 2026. Zum vorgeschlagenen europäischen Mechanismus analog zu Artikel 4 des NATO-Vertrags beziehungsweise einem „Notfall-Sicherheitsprotokoll“ sowie zur geplanten Schaffung eines Europäischen Sicherheitsrats.

https://luxembourg.representation.ec.europa.eu/actualites-et-evenements/actualites/2026-state-union-address-president-von-der-leyen-2026-09-16_de

[9] Europäische Kommission: Ursula von der Leyen, „Rede zur Lage der Union 2026“, Europäisches Parlament, Straßburg, 16. September 2026. Zum gemeinsam mit der Ukraine geplanten modularen Raketenabwehrsystem „Freyja“ und von der Leyens Aussage: „Und Freyja ist nur der Anfang. Es braucht mehr.“

https://luxembourg.representation.ec.europa.eu/actualites-et-evenements/actualites/2026-state-union-address-president-von-der-leyen-2026-09-16_de

[10] Bundesregierung: „Bundeskanzler Merz telefoniert mit dem Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj“, 2. September 2026. Merz sicherte der Ukraine die „entschlossene Fortsetzung der zivilen und militärischen Unterstützung Deutschlands“ zu.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/bundeskanzler-merz-telefoniert-mit-dem-praesidenten-der-ukraine-wolodymyr-selenskyj-2451310

[11] Reuters: „Germany, US sign agreement to deepen defense cooperation between industries“, 15. September 2026. Zur Vereinbarung zwischen Boris Pistorius und Pete Hegseth über eine engere deutsch-amerikanische rüstungsindustrielle Zusammenarbeit sowie zum geplanten deutschen Erwerb von Tomahawk-Marschflugkörpern.

https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/germany-us-sign-agreement-deepen-defense-cooperation-between-industries-2026-09-15

[12] NATO: Jens Stoltenberg, „Doorstep statement“, 14. Februar 2023. Stoltenberg: „The war didn’t start in February last year. The war started in 2014.“

https://www.nato.int/en/news-and-events/events/transcripts/2023/02/14/doorstep-statement

[13] NATO: „Bucharest Summit Declaration“, 3. April 2008, sowie NATO-Dokumentation zur Erweiterung. Zur Erweiterung der NATO und zur Erklärung des Bukarester Gipfels, dass Georgien und die Ukraine künftig Mitglieder des Bündnisses werden sollten.

https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/2008/04/03/bucharest-summit-declaration

[14] Reuters: „Putin says Russia will not attack NATO, but F-16s will be shot down in Ukraine“, 27. März 2024. Putin erklärte, Russland habe keine Absicht, Polen, die baltischen Staaten oder Tschechien anzugreifen, und bezeichnete entsprechende Befürchtungen als „complete nonsense“.

https://www.reuters.com/world/europe/putin-tells-pilots-f16s-can-carry-nuclear-weapons-they-wont-change-things-2024-03-27

[15] Reuters: „Putin says Russia is ready to discuss European security, has no plans to attack EU“, 27. November 2025. Putin erklärte, Russland habe nie geplant, Europa anzugreifen, und sei bereit, dies schriftlich festzuhalten sowie über eine gesamteuropäische Sicherheitsordnung zu sprechen.

https://www.reutersconnect.com/item/putin-says-russia-is-ready-to-discuss-european-security-has-no-plans-to-attack-eu/dGFnOnJldXRlcnMuY29tLDIwMjU6bmV3c21sX1ZBNTUwOTI3MTEyMDI1UlAx

[16] Museum Berlin-Karlshorst: „Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion“. Zum deutschen Überfall vom 22. Juni 1941 und zu den etwa 27 Millionen sowjetischen Toten des Zweiten Weltkriegs, darunter rund 14 Millionen Zivilisten.

[17] Reuters: „Workers at German auto supplier Bosch call for EU action to stem job losses“, 16. September 2026; ergänzend Angaben des VDMA zur Entwicklung des deutschen Maschinenbaus. Zu Stellenabbau in der deutschen Automobilzulieferindustrie und zur schwierigen Entwicklung im Maschinenbau.

https://www.reuters.com/business/world-at-work/workers-german-auto-supplier-bosch-call-eu-action-stem-job-losses-2026-09-16

[18] Reuters: „Volkswagen finds defence future for German plant amid major overhaul“, 7. September 2026. Zum geplanten Übergang des VW-Werks Osnabrück zur Rüstungsproduktion und zum möglichen Erhalt von rund 1.400 der etwa 1.800 Arbeitsplätze.

https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/israels-aurelius-german-state-take-over-vws-osnabrueck-plant-defence-projects-2026-09-07

[19] Deutschland.de: „Hegseth: Deutsche Industrie für NATO-Verteidigung nutzen“, 16. September 2026. Zur Absichtserklärung von Boris Pistorius und Pete Hegseth über eine engere Verzahnung der deutschen und amerikanischen Rüstungsindustrie.

https://www.deutschland.de/de/news/hegseth-deutsche-industrie-fur-nato-verteidigung-nutzen


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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

https://www.amazon.de/s?k=uwe+froschauer+Corona+-+das+letzte+Kapitel+ist+noch+nicht+geschrieben&__

Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Seit 31. August Nr. 1 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Gesundheitspolitik.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2. Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 64

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

„Wir können uns dieses System, das wir heute so haben, einfach nicht mehr leisten. Das wird schmerzhafte Entscheidungen bedeuten, das wird Einschnitte bedeuten“. Das sagte Merz auf dem nordrhein-westfälischen Landesparteitag der Christdemokraten in Bonn am 30. August 2025.

Der Postillon frotzelt derweilen nach den Sachsen-Anhalt-Wahlen: „Peinliche Panne: Merz halbiert versehentlich falsche Partei!“ Wenn sich nun alsbald der Black Rocker Merzilein als nicht mehr haltbar für den Kanzlerposten herausstellen sollte, wer soll den dann aus dem letzten Rest der „Reservoir Dogs“ (der Blechdepp dazu: „Der Titel beschreibt metaphorisch eine Gruppe von kriminellen „Straßenkötern“, die in der Falle sitzen und sich in der Enge gegenseitig zerfleischen.“) in „UnsererDemokratie“ ersetzen?

Welche Figur bleibt dann noch? Wüst und Günther? „Ja maigottnah!“ Kiesehitler oder doch Philipp „Alfred-E.-Neumann“ Amthor? „Bist däppad, Oida?“ Doch die Umfragewerte der CDU können inzwischen sogar unter einer Kartoffelknolle Hochsprung üben.

Der Amthor würde den Humorfaktor als Wiedergänger von Alfred E. Neumann wenigstens optisch befördern. Den älteren Herrschaften könnte der noch aus den alten deutschen MAD-Comics bekannt sein. Mehr Ähnlichkeit geht doch nicht. Wahrscheinlich haben die Stilberater den auch als Vorgabe bestimmt.

Ein Sonnyboy-Typ mit Erlöserkult-Flair wie der Siegmund ist in der Einheits-blockflötig-wokistischen-LGBTQ+-Partei in „UnsererDemokratie“ nirgends zu finden. Ob der auch „ge-epsteint“ werden kann? Oder sie probierens wieder mit Habbels? Zumindest optisch macht der bei Miosga-Typen noch was her.

„Propaganda ist für eine Demokratie das, was der Knüppel für einen totalitären Staat ist.“ Noam Chomsky

Auf jeden Fall muss der jetzige Kanzler noch unbedingt seinen jetzigen Auftrag und den eines früheren Vorgängers (und heimlichen Vorbildes?) zu Ende führen. Deutschland und die Deutschen zu vernichten! Oder Russland endlich mal vernichtend zu besiegen. Weil „das deutsche Volk“ es sonst nicht wert ist, zu überleben, so der damalige Führer. „Gäh, wea sowos dengt, is fei a Nadsi!“

Viele fragen sich, wie man so wahnsinnig wie Merz sein kann. Doch jetzt will er es allen besser erklären. Wie er diesen Wahnsinn der Welt begreiflich machen will, wird sicher spannend und hoffentlich lustig, weil so herrlich abstrus. „Des kannt a Gaudi gem, wenn a des duan dat…“

Aber vielleicht wird ja gerade Alice Weidel aus dem Stall von Goldman Sachs, fürs Großkapital installiert? Die AfD wäre dann die neue Tanzpartnerin des Kapitals, statt der alten Schlampe CDU. „Wen des no übaraschd, dea hodn Schuss ned kheat.“

Die geistigen Tiefflieger fliegen noch tiefer als die gefährlichen Drohnen.

Zu ihrem Glück sind viele schon so sediert, das sie gar nichts mehr begreifen können. Vom wachsenden Rest wird der hohle und schale Charakter des Wortmülls allgemein immer deutlicher durchschaut.

Politik- und Mediensprech bestehen nur noch aus abgenutzten Floskeln und Phrasen. Die Plattitüden, Sprachhülsen und das Gefasel sind so zerfetzt und abgewetzt vom Übergebrauch, dass da nichts mehr zu retten ist. Die Leute können’s einfach nicht mehr hören oder ertragen. Der Begriff „Bullshit-Bingo“ wird zum Allgemeingut. „So seng des de Staatsdelegitimierer, hoasts.“

Die Denkstruktur bei „den Guten™“ mit ihrem „Wer Nazi ist (also wer mir nicht in den Kram passt) bestimme ich“, entspricht auffallend der eines früher mal populären Politikers: „Wer Jude ist, bestimme ich.“ Hermann Göring. Ohne Eckardt.

Und die ganz ewig Gestrigen berufen sich doch glatt auf einen Papst. Denn der Papst Gregor I., der Große, Geb. um 540 in Rom, † 12. März 604, soll zu Protokoll gegeben haben: „Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.“ Ein Zitat, das auch Georg Schramm öfter mal bemüht hat.

Gegen die natürliche Dummheit hilft eben auch keine künstliche Intelligenz.

Das Leben als solches ist überall und stets ein Kampf auf Leben und Tod. Der US-amerikanische Talkradio-Moderator und Kommentator Jim Quinn soll von sich gegeben haben: „Wir befinden uns mitten in einem existenziellen Kampf gegen das teuflische Böse um die Zukunft der Menschheit.“ Nichts wirklich Neues also…

Sie „drucken Fiatgeld in hyperschneller Geschwindigkeit, in dem verzweifelten Versuch, den Anschein von Normalität zu erwecken, während wir in Wirklichkeit die abnormalste, korrupteste, entartetste und gefährlichste Zeit der Geschichte durchleben.“ Dabei beschreibt Jim Quinn ja nur die Folgen dessen, was Carroll Quigley schon 1966 klarsichtig darlegte:

„Die Mächte des Finanzkapitalismus verfolgten ein weiteres weitreichendes Ziel, nämlich nichts Geringeres als die Schaffung eines weltweiten Systems der Finanzkontrolle in privater Hand, das in der Lage sein sollte, das politische System jedes einzelnen Landes und die Weltwirtschaft als Ganzes zu beherrschen.“

Das ist nicht ganz deckungsgleich mit den hehren Absichten, die im Ahlener Programm der CDU von 1947 niedergelegt sind: „Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein.“

Der auch mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Journalist Chris Hedges benennt strukturelle und systemische Dinge für den holprigen Weg auf dem „Highway-to-hell“:

„Die Dekadenz und Unmoral der amerikanischen Gesellschaft, verkörpert durch die Vulgarität, die betäubende Ignoranz und die Grausamkeit Trumps, sind die bestimmenden Merkmale des Imperiums.“

Sogar der Neokonservative Robert Kagan sagte kürzlich, die USA seien eine „Schurkensupermacht“.

In den elitären Epstein-Kreisen, wo Leben billig und Macht absolut sind, was ist da der exklusivste Nervenkitzel? Oder was ist da so alltäglich? Krieg und Frieden nicht nur auf der Konsole, sondern live und in Echt spielen?

„Ihre Opfer haben lediglich eigene Überzeugungen. Und Charisma. Und Einfluss. Und genau das stellt für manche eine Gefahr dar.“ Die Spaßbremse Alexander Dugin will den Deepies wohl einfach nur ihr Vergnügen madig machen.

Aber was wäre, wenn Russland als Reaktion auf die „Angriffe auf das russische Hinterland“ bzw. den „Deep Strikes“ nichts weiter macht, als einfach den Zermürbungs- und Abnützungskrieg so weiterführt, wie bisher? Die westlichen Eskalations-Spezialisten stünden doch irgendwann da „wie die Deppen“. Der Bär sollte doch in die Falle der Eskalation tappen. Und der macht das einfach nicht!

Die handelnden Personen in Verantwortung könnten durchaus in die Lage geraten, sich ihr dickes Fell – ohne nass zu werden – über die Ohren ziehen lassen zu müssen.

Derweilen wird die eigentliche militärische Lage des Westens immer aussichtsloser und verzweifelter. Dessen Aktionen sind ihrem Wesen nach reine Terrorakte und garantiert nicht kriegsentscheidend. Erwartet jemand, dass Russland dadurch zum Kapitulieren gebracht werden kann? „Ja logisch! Mia gwinnan do! Jeda Schuss, a Russ! Ned? Aaa so…“

Die Zeit arbeitet dagegen für Russland, denn EU-Europa zerfällt von innen heraus immer mehr und immer schneller. So extrem können die Umfragen gar nicht getürkt werden, um die katastrophalen Zustimmungswerte der Führungsschichten ganz zu verdecken. Es modert und zerbröselt an allen Ecken und Enden. Suntsu wie er leibt und lebt.

Symptomatisch für die Inkompetenz westlicher Narrativfabriken ist die Sache mit dem Leipziger Drohnenangriff. Die Bezeichnung „karikaturhaft“ wird diesem Phänomen nicht annähernd gerecht. Hier sind offenbar nicht nur die Fähigkeiten der eigenen Drohnenoperatoren mit denen der russischen Seite vertauscht worden, sondern generell ist dieses Drehbuch so dermaßen von hanebüchenen Blödsinn und hirnverbranntem Gedankenmüll überflutet, dass das jeden mit dem Verstand eines Kindergartenkindes intellektuell zutiefst beleidigt.

Die Russen auf rt nennen diese Wesen in den wertewestlichen Denk-Panzern „die westlichen Haie der Schreibfeder und Schreibmaschinengangster“. Pepe Escobar hat den Hut auf: „Die EU ist eine Bananenrepublik, nur ohne Bananen.“

Ab sofort, unverzüglich, gilt „gesichert mag-ich-nicht“ als rechtsgültiges Synonym für „gesichert rechtsextrem“.

Den Klimairren stehen harte Zeiten bevor: Der Hitzesommer ist vorbei! Schluss mit dem Surfen auf den Hitzewellen! Vorbei die turmhohen Flammen bei vorher nie so gesehenen Waldbränden, die unseren, von zumindest über 1 Prozent, beliebten Bundeskanzler veranlasste, die unwidersprochene Aussage in die Köpfe zu meißeln: „Das IST der Klimawandel!“

Die dadurch entstandenen Schäden sind nachhaltig ins Hirn eingebrannt. Es bleiben Massen an hirnverbrannten Subjekten zurück.

Der Feistel Felix kommentiert gewohnt süffisant, dass der Klimawandelfanbase anscheinend nichts anderes übrigbleibt, als trotzdem unbeirrbar „das alte Märchen vom menschengemachten Klimawandel — Achtung, Wortwitz — aufzuwärmen.“

Wäre da bloß nicht auch noch diese schweinemäßig nervende Sache mit den Daten des Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienstes der EU. Die zeigen, dass bis Ende Juni in diesem Jahr – auf allen Kontinenten – eine deutlich geringere Waldbrandaktivität zu verzeichnen war als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2003.

Sauerei! Das ist eindeutig eine glatte 10 auf der Skala der schweinemäßig nervendsten Sachen. „Wuascht! S’hod eh koana mitkriagt, weis ned in de System-Medien woa.“

Kleine Nichtigkeiten, die sonst kaum jemand beachtet.

Ihro Majestät deklamierte: „Bitte komme mir keiner mit Free Speech. Das hat mit Free Speech nichts mehr zu tun.“ Sprachs, puderte sich die Perücke, zupfte die Seidenstrümpfe zurecht und ließ sich in seiner Sänfte von den Lakaien von dannen tragen.

Flachpfeifen oder Flachzangen? Was ist sagbar? Was ist erlaubt? Was ist was?

Noch was Siebengescheites vom Erich Fromm als Fluchtachterl: „Was für das Funktionieren des heutigen Wirtschaftssystems gut ist, erweist sich für den Erhalt der seelischen Gesundheit des Menschen als schädlich.“

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel erschien zuerst unter
https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-64/

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Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

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Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

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Waffen – das goldene Kalb der Bellizisten

Foto: https://www.bmvg.de/de/transatlantische-sicherheit-staerken-pistorius-in-den-usa?utm_source=chatgpt.com

Von Uwe Froschauer

Wenn Politiker vor Kampfjets strahlen, Raketen streicheln und Kriegstechnik zum Erlebnis wird

Es gibt Bilder, die mehr erzählen als tausend Regierungserklärungen. Am 18. September 2026 stand Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas vor Deutschlands erster F-35A – einem hochmodernen, vielseitig einsetzbaren Kampfjet, entwickelt für militärische Einsätze, bei denen am Ende Zerstörung und Tod stehen. Lockheed Martin hatte geladen, die Bundeswehr bekam ihr neues Spielzeug präsentiert – und Pistorius strahlte.

Ich saß vor dem Fernseher und musste unwillkürlich an eine der bekanntesten Geschichten des Alten Testaments denken: den Tanz um das Goldene Kalb. Mose steigt vom Berg Sinai herab. In den Händen trägt er die beiden Tafeln des Bundes. Unten angekommen sieht er sein Volk, das sich inzwischen ein goldenes Kalb geschaffen hat und darum tanzt. Das selbst geschaffene Objekt ist zum Gegenstand der Verehrung geworden. Mose reagiert bekanntlich wenig diplomatisch: Er schleudert die Tafeln zu Boden und zerbricht sie.

Natürlich ist Boris Pistorius kein Israelit am Sinai und eine F-35 kein goldenes Kalb. Die Parallele liegt auf einer anderen Ebene: in der Überhöhung eines von Menschen geschaffenen Gegenstandes, dem Sicherheit, Stärke und letztlich Heil zugeschrieben werden. Das goldene Kalb unserer Zeit ist nicht aus Gold. Es besteht aus Titan, Aluminium, Verbundwerkstoffen, Elektronik, Sensoren und Sprengstoff. Und es kostet Milliarden.

Pistorius und sein fliegendes Kalb

Deutschlands erste F-35A wurde am 18. September bei Lockheed Martin in Fort Worth feierlich präsentiert. Pistorius erklärte:

„Das ist der Beginn einer neuen Ära für die Luftwaffe.“

Die Maschine sei das „weltweit modernste Kampfflugzeug“.

Nun kann man einwenden: Was soll ein Verteidigungsminister sonst tun? Natürlich muss er sich mit militärischem Gerät beschäftigen. Natürlich muss ein Staat seine Soldaten vernünftig ausrüsten. Und selbstverständlich lässt sich angesichts der vielen völkerrechtswidrigen Kriege in der Welt argumentieren, dass Abschreckungsfähigkeit militärische Stärke voraussetzt. Pistorius selbst begründet seine Linie ausdrücklich damit, einen Krieg verhindern zu wollen. Im Bundestag erklärte er 2024: „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein“ und fügte hinzu, Deutschland müsse abschrecken, „um zu verhindern, dass es zum Äußersten kommt“.

Allein das Wort „kriegstüchtig“ lässt mich aufhorchen. Es ist keineswegs eine sprachliche Neuschöpfung unserer Tage. Der Begriff ist bereits seit 1826 belegt, erlebte im militaristisch geprägten Deutschen Kaiserreich einen starken Aufschwung und erreichte seine historische Hochphase im Umfeld des Ersten Weltkriegs. Ausgerechnet dieses Wort wird im Deutschland des 21. Jahrhunderts wieder zum politischen Leitbegriff erhoben.

Ich halte diese Rhetorik für brandgefährlich. Sprache beschreibt gesellschaftliche Wirklichkeit nicht nur, sie kann sie auch verändern. Wer der Bevölkerung über Jahre erklärt, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden, verschiebt die Grenzen dessen, was als normal gilt. Krieg erscheint nicht mehr als äußerster Zivilisationsbruch, den es mit allen vernünftigen Mitteln zu verhindern gilt, sondern zunehmend als Szenario, auf das Staat und Gesellschaft vorbereitet werden sollen. Panzer, Raketen, Kampfjets, Luftschutzräume, Verwundetentransporte und militärische Infrastruktur werden damit Schritt für Schritt Bestandteil des politischen Alltags.

Warum spricht ein Verteidigungsminister nicht mit derselben Eindringlichkeit davon, Deutschland müsse friedenstüchtig werden? Warum wird nicht mindestens ebenso energisch darüber gesprochen, diplomatische Kanäle auszubauen, Interessengegensätze auszugleichen, Sicherheitsinteressen auch der Gegenseite zu verstehen, Rüstungskontrolle wiederzubeleben und eine europäische Sicherheitsordnung zu schaffen, die Krieg unwahrscheinlicher macht? Friedenstüchtigkeit bedeutet nicht Wehrlosigkeit. Sie bedeutet, militärische Gewalt als letztes Mittel zu betrachten und zuvor sämtliche Möglichkeiten der Diplomatie auszuschöpfen.

Ich möchte mich an eine Sprache des Friedens gewöhnen – nicht an eine Sprache des Krieges. Denn hinter dem beinahe technisch klingenden Begriff „Kriegstüchtigkeit“ verbirgt sich im Ernstfall nichts Abstraktes. Krieg bedeutet zerfetzte Körper, verbrannte Menschen, tote Soldaten und Zivilisten, traumatisierte Kinder, zerstörte Städte und Familien, die ihre Angehörigen begraben müssen. Wer das Wort Krieg wieder selbstverständlich in den politischen Alltag einführt, sollte auch aussprechen, was Krieg tatsächlich bedeutet.

Deutschland braucht aus meiner Sicht keine gesellschaftliche Erziehung zur Kriegstüchtigkeit. Deutschland braucht eine Renaissance der Friedenstüchtigkeit.

Eine F-35 ist kein Smartphone, kein Elektroauto und keine neue Modelleisenbahn. Lockheed Martin selbst bewirbt den Flugzeugtyp als besonders tödliches Kampfflugzeug. Die deutsche F-35 soll darüber hinaus die nukleare Teilhabe Deutschlands sicherstellen. Sie ist eine Waffe. Ihr Zweck besteht nicht darin, Menschen von A nach B zu bringen. Ihr militärischer Zweck besteht darin, Ziele aufzuklären, Waffen einzusetzen und im Ernstfall zu zerstören und zu töten. Das kann ein Staat aus sicherheitspolitischen Gründen für notwendig halten. Aber seit wann muss man dabei aussehen wie ein Kind unter dem Weihnachtsbaum, Herr Pistorius?

Mich stört nicht, dass ein Verteidigungsminister eine F-35 besichtigt. Mich stört die Ästhetisierung des Militärischen, die Begeisterung und das Leuchten in den Augen angesichts eines Waffensystems, dessen eigentliche Bestimmung im Ernstfall Zerstörung und Tod ist.

Markus Söder und die Zärtlichkeit zum Taurus

Ein zweites Bild ist mir im Gedächtnis geblieben: Markus Söder beim Rüstungskonzern MBDA in Schrobenhausen. Vor ihm: Taurus KEPD 350. Ein Marschflugkörper mit mehr als 500 Kilometern Reichweite. Laut Hersteller kann Taurus gegen Bunker, Brücken, Flugplätze und andere militärische Ziele eingesetzt werden.

Auf Fotos des Besuchs sieht man Söder unmittelbar an der Waffe, sie betrachtend und berührend. Die Szene wirkt fast zärtlich. Für meinen Geschmack fehlt nur noch, dass er dem Taurus einen Kosenamen gibt. Amüsant wäre das vielleicht, wenn es sich um einen Oldtimer handelte. Es handelt sich aber um einen Marschflugkörper.

Und Söders dazugehöriger Satz war unmissverständlich:

„Diese Waffe muss zum Einsatz kommen.“

Man sollte diesen Satz einen Moment auf sich wirken lassen. Nicht: Diese Waffe muss verfügbar sein. Nicht: Diese Waffe dient der Abschreckung. Nicht: Hoffentlich muss sie niemals eingesetzt werden. „Diese Waffe muss zum Einsatz kommen.“ Da bekommt der Begriff „Verteidigungswaffe“ einen eigenartigen Klang.

Söder bezeichnete Taurus außerdem als die „abschreckendste Waffe“ Deutschlands und forderte damals die Lieferung an die Ukraine. Die bayerische Staatsregierung dokumentierte den Auftritt anschließend selbst ausführlich. Das Bild vom Politiker am Marschflugkörper und der dazugehörige Satz gehören für mich zusammen. Die Waffe wird nicht mehr als notwendiges Übel dargestellt. Sie wird zum politischen Symbol, zum Ausweis von Entschlossenheit, zum Beweis von Führungsstärke – zum goldenen Kalb.

Annalena Baerbock: einmal Platz nehmen im Kampfjet, bitteschön!

Und dann wäre da Annalena Baerbock. Das bekannte Foto entstand, als die damalige Außenministerin am 13. September 2023 das Euro-NATO Joint Jet Pilot Training auf der Sheppard Air Force Base in Texas besuchte und sich dort ein T-6-Ausbildungsflugzeug erklären ließ. Die Bilder zeigen sie lächelnd – euphemistisch ausgedrückt – im Cockpit.

Die damalige Außenministerin würdigte die Ausbildung deutscher Kampfpiloten in Texas als Beitrag zur Sicherheit Deutschlands, Europas und der NATO. Das lässt sich sicherheitspolitisch begründen. Nur frage ich mich, warum westliche Politik militärische Stärke inzwischen so gerne inszeniert. Warum muss Kriegstechnik cool aussehen? Warum müssen Politiker in Panzern sitzen, Kampfjets besteigen oder Raketen anfassen? Warum werden Fabrikeröffnungen für Munition zu politischen Fototerminen?

Friedrich Merz: „Schönes Abenteuer“

Friedrich Merz liefert ein weiteres Bilderbuchbeispiel. Am 20. Juni 2024 stieg der damalige CDU-Vorsitzende auf dem Luftwaffenstützpunkt Laage in einen Eurofighter und flog rund eine Stunde mit. Er durfte das Flugzeug zeitweise sogar selbst steuern.

Nach der Landung entstieg Merz dem Kampfjet – laut dpa „mit einem Grinsen“ – und erklärte:

„Schönes Abenteuer. Es hat Spaß gemacht.“

Natürlich darf ein Politiker Spaß an einem Flug haben. Den hätte ich ebenfalls gehabt. Aber auch hier lohnt ein zweiter Blick. Ein Eurofighter ist kein Fahrgeschäft auf dem Oktoberfest. Es handelt sich um ein hoch entwickeltes Waffensystem. Und wenn führende Politiker Kampfflugzeuge besteigen und anschließend öffentlich von „Abenteuer“ und „Spaß“ sprechen, entsteht ein Bild des Militärischen, das mit der Realität eines Krieges wenig gemein hat.

Am anderen Ende einer Rakete gibt es kein Abenteuer. Dort gibt es Explosionen, verstümmelte Körper, amputierte Gliedmaßen, verbrannte Menschen, tote Soldaten, tote Zivilisten, traumatisierte Kinder und zerstörte Familien. Das ist Krieg. Nicht Top Gun.

Macron und die „Kriegswirtschaft“

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die neue Begriffswelt mitgeprägt. Bereits 2022 sprach er von einer französischen „économie de guerre“, einer Kriegswirtschaft. Im April 2024 besuchte er im südwestfranzösischen Bergerac eine neue Produktionslinie für Munitionspulver. Dort verteidigte er die Kriegswirtschaft auch wirtschaftspolitisch und verwies auf Produktion, Arbeitsplätze und Wertschöpfung.

Hier berührt die militärische Aufrüstung einen Punkt, der mich noch wesentlich stärker beunruhigt. Waffen schaffen Arbeitsplätze. Munition schafft Arbeitsplätze. Panzer schaffen Arbeitsplätze. Raketen schaffen Arbeitsplätze. Kampfjets schaffen Arbeitsplätze. Und irgendwann entsteht daraus eine geradezu perverse ökonomische Logik: Je größer die Bedrohung, desto größer die Nachfrage. Je größer die Nachfrage, desto voller die Auftragsbücher. Je voller die Auftragsbücher, desto stärker wächst die Rüstungsindustrie – die von nun an auf Spannungen und Konflikte in der Welt zur Erhaltung der Auftragslage und der Arbeitsplätze hoffen muss. Wollen wir als Gesellschaft wirklich in dieses ethische Abseits abgleiten?

Je stärker eine Volkswirtschaft von dieser Industrie abhängig wird, desto unangenehmer wird eine simple Frage: Was geschieht mit diesem Geschäftsmodell, wenn tatsächlich Frieden ausbricht?

Europas Rüstungsindustrie wächst

Das ist von mir keine geschickte rhetorische Formulierung. Die europäische Rüstungsindustrie baut ihre Kapazitäten massiv aus. Eine Analyse der Financial Times von rund 150 Produktionsstandorten kam 2025 zu dem Ergebnis, dass Europas Waffenfabriken seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine ihre Produktionsflächen mit ungefähr dreimal so hoher Geschwindigkeit erweiterten wie zuvor. Mehr als sieben Millionen Quadratmeter neuer industrieller Fläche seien hinzugekommen.

Auch Ursula von der Leyen besuchte im August 2025 die große bulgarische Munitionsfabrik VMZ in Sopot und stellte den Ausbau der europäischen Rüstungsproduktion in den Zusammenhang mit der Sicherheit Europas und der Unterstützung der Ukraine.

Die Befürworter dieser Politik argumentieren, Europa habe seine militärischen Fähigkeiten jahrzehntelang vernachlässigt und müsse angesichts des russischen Angriffskrieges glaubwürdig abschrecken. Das ist die eine Sicht. Die andere Frage lautet: Wann wird aus notwendiger Verteidigungsfähigkeit eine gesellschaftliche Militarisierung? Diese Grenze verdient weit mehr Aufmerksamkeit, als sie derzeit bekommt. Möglicherweise haben wir diese Grenze in Europa schon überschritten.

Vom notwendigen Übel zum Fetisch

Eine demokratische Gesellschaft kann Streitkräfte benötigen und dennoch Krieg verabscheuen. Sie kann Soldaten respektieren und Waffen trotzdem als das betrachten, was sie sind: Werkzeuge organisierter Gewalt. Sie kann verteidigungsfähig sein, ohne Kriegstüchtigkeit zum gesellschaftlichen Ideal zu erklären. Sie kann abschrecken, ohne Waffen zu fetischisieren.

Darum geht es mir. Das Problem beginnt nicht mit der Existenz einer Armee. Es beginnt dort, wo Waffen emotional aufgeladen werden, wo Politiker vor ihnen posieren, wo Kampfjets Abenteuer versprechen, wo Marschflugkörper beinahe liebevoll angefasst werden, wo Rüstungsfabriken Hoffnungsträger der Wirtschaftspolitik werden, wo Milliarden für Waffensysteme mit einer Selbstverständlichkeit diskutiert werden, die bei Schulen, Krankenhäusern, Renten oder Pflege kaum vorstellbar wäre – und wo die Sprache des Krieges Stück für Stück in den gesellschaftlichen Alltag einsickert.

Das goldene Kalb verspricht Sicherheit

Vielleicht funktioniert die Metapher vom Goldenen Kalb deshalb so gut. Ein Götze muss nicht aus Gold bestehen. Ein Götze entsteht dort, wo einem Gegenstand eine beinahe magische Wirkung zugeschrieben wird: Mehr Waffen bringen mehr Sicherheit. Mehr Raketen bringen mehr Sicherheit. Mehr Kampfjets bringen mehr Sicherheit. Mehr Munition bringt mehr Sicherheit. Mehr Abschreckung bringt Frieden.

Das kann bis zu einem gewissen Punkt eine sicherheitspolitische Logik sein. Abschreckung hat historisch durchaus Kriege verhindert oder begrenzt. Ihre Befürworter verweisen insbesondere darauf, dass ein potenzieller Angreifer von einem Angriff absieht, wenn dessen Kosten unkalkulierbar hoch erscheinen. Nur ist daraus kein Naturgesetz abzuleiten. Aus meiner Sicht ist diese Perspektive grundlegend falsch.

Aufrüstung erzeugt auch Gegenrüstung. Bedrohungswahrnehmungen erzeugen Gegenbedrohungen. Militärische Planungen der einen Seite werden auf der anderen Seite nicht automatisch als defensive Maßnahmen wahrgenommen. Aus Abschreckung kann ein Sicherheitsdilemma entstehen: Jeder rüstet angeblich nur zu seiner eigenen Sicherheit auf – und am Ende fühlen sich alle unsicherer. Darüber sollte gesprochen werden, Herr Merz, Herr Macron, Herr Burnham und Frau von der Leyen!

Wo sind die Bilder der Diplomatie?

Ich hätte gerne andere Bilder: einen deutschen Außenminister, der strahlt, weil nach monatelangen Verhandlungen ein Waffenstillstand erreicht wurde. Einen Bundeskanzler, der begeistert einen Vertrag zur Rüstungskontrolle in den Händen hält. Einen französischen Präsidenten, der stolz verkündet, dass eine neue europäische Sicherheitsarchitektur einen Krieg unwahrscheinlicher macht. Politiker, die Friedensverhandlungen mit derselben Energie vorbereiten, mit der Rüstungsfabriken eröffnet werden. Diplomaten, die für Verhandlungen ebenso gefeiert werden wie Generäle für militärische Stärke.

Warum erscheinen solche Bilder inzwischen beinahe naiv? Vielleicht ist das die eigentlich beunruhigende Entwicklung. Nicht, dass Europa Waffen besitzt. Sondern dass Waffen wieder Faszination ausstrahlen dürfen.

Was ist mit der Gesellschaft geschehen?

Und damit komme ich zu der Frage, die mich bei den Bildern von Pistorius, Söder, Baerbock und Merz nicht loslässt: Was ist mit einer Gesellschaft geschehen, wenn der öffentliche Umgang mit Waffen immer unbekümmerter wird?

Deutschland kennt die Konsequenzen militärischer Hybris besser als kaum ein anderes Land. „Nie wieder Krieg“ war einmal keine sentimentale Floskel. Es war eine Lehre aus Millionen Toten, zerstörten Städten, verstümmelten Menschen und einer moralischen Katastrophe.

Verteidigungsfähigkeit und Friedensfähigkeit schließen sich nicht aus. Ein Staat darf sich schützen. Darüber muss nüchtern gesprochen werden können. Aber Nüchternheit ist etwas anderes als Begeisterung. Ein Marschflugkörper verdient keine Zärtlichkeit. Ein Kampfjet ist kein Spielzeug. Eine Munitionsfabrik ist kein Freizeitpark. Und Krieg ist kein Abenteuer.

Vielleicht würde Europa gut daran tun, gelegentlich vom Berg herunterzusteigen und sich anzusehen, worum inzwischen getanzt wird. Das Goldene Kalb steht längst mitten unter uns. Es trägt Namen wie Taurus, F-35, Eurofighter, Storm Shadow und SCALP.

Und während Politiker davor lächeln und Kameras klicken, gerät eine schlichte Erkenntnis aus dem Blick: Waffen sind dafür gebaut, Menschen zu bedrohen, Dinge zu zerstören und im Krieg Menschen zu töten. Wer ihren Besitz aus Gründen der Verteidigung für notwendig hält, mag dafür Argumente haben.

Aber eine zivilisierte Gesellschaft sollte niemals anfangen, sie zu lieben.



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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Seit 31. August Nr. 1 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Gesundheitspolitik.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
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