Die wiederholten Verlängerungen der Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21 sind Anlass für diesen weiteren Artikel zum Thema Bahn. Ich habe oft schon zu diesem Komplex geschrieben, mich bisher aber über einige Hintergrunddetails zurückgehalten und lieber geschwiegen – weil ich befürchtete, dass kaum jemand mir abnehmen würde, dass ich auch auf diesem Gebiet ein ausgewiesener Kenner bin. 20 Jahre lang brachte ich mich als Mitglieder der Bürgerinitiative Bahn vor Ort und in der IG Bohr am Oberrhein aktiv in die Planung des Ausbaus der Oberrheinstrecke als komplexes Teilstück der Transversalen Bahnstrecke von Rotterdam bis Genua ein; ich war der Fachmann der Bürgerinitiative für die Berechnung von Betriebsabläufen, deren Streckenkonflikte, der schalltechnischen Ausbreitungsberechnung und Dimensionierung von Schallschutzmaßnahmen zuständig.
Ebenso arbeitete ich der beauftragten Kanzlei zu, die im Auftrag der angrenzenden Kommunen die Bahnplanung und deren Alternativen rechtlich begleitete. Dabei erwarb ich eine solide Kompetenz und viele Insider-Einblicke. Infolge dessen wurde mir sogar von den Projektverantwortlichen der Bahn eine Arbeitsaufnahme angeboten wurde, nachdem ich 2008 im Erörterungstermin einen transparenten Zug-Zeitlauf-Rechner und dessen Ergebnisse vorgestellt hatte. Anhand dessen konnte ich darstellen, an welchen Stellen die unterschiedlichen Zuggattungen bei welcher Geschwindigkeit Streckenkonflikte auslösen würden, die durch neue Gleisanlagen zu beheben wären.
Dies Ausführungen seien hier nur zum Nachweis dessen vorangestellt, dass ich weiß, wovon ich rede, und um den folgenden Ausführungen die angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Stuttgart 21 (S21) soll hier nicht verteidigt werden, im Gegenteil. Aber der Schuldige an der Misere ist in diesem Projekt nicht die Bahn. Sie wollte dieses Projekt gar nicht! Der Stuttgarter Kopfbahnhof war so leistungsfähig wie andere Kopfbahnhöfe in Deutschland auch. Nein, es war die Stadt Stuttgart, die ein Immobilienprojekt im Kopf und auf dem Reißbrett hatte, bei dem der bisherige Bahnhof im Weg war. Das Land Baden-Württemberg wollte diesem Prestigeprojekt ihrer Hauptstadt nicht nur nicht im Wege stehen, sondern beförderte es im Gegenteil noch. Und nolens, volens machten am Ende auch die Bahnplaner mit; sie hofften wohl, mit ihren „Nettigkeiten“ gegenüber den hauptverantwortlichen Initiatoren noch staatstragender zu werden.
Übrigens bestand durchaus auch ein finanzieller Anreiz für die Planung von teurem Schnickschnack – weil die Bahnplaner 18 Prozent der Bausumme erhalten. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Projekts S21 war von Anfang an trotz aller Schönrechnerei bestenfalls nur leicht positiv; es hätte also besser gar nicht realisiert werden sollen. Beschlossen wurde es trotzdem – und seit nunmehr bald drei Jahrzehnten wird versucht, es zu realisieren und irgendwann fertigzustellen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, ein studierter Mathematiker, saß übrigens als Mitglied in der Verhandlungskommission. Inzwischen wird geunkt, dass mit “Stuttgart 21“ gar nicht das Jahr 2021 gemeint gewesen, sondern 2100? Doch genug des Sarkasmus.
Das Tunneldesaster von Rastatt
Kommen wir an dieser Stelle von S21 nun zu einem anderen, bereits erwähnten Desaster. Ein bedeutender Teil des Ausbaus der Güterzugstrecke Rotterdam-Genua war deren Untertunnelung in Rastatt. Solche Tunnel sind heutzutage kein “Hexenwerk” mehr (auch wenn die Bohrmaschinen des heimischen Herstellers Herrenknecht nur weibliche Namen tragen…). Wir konnten damals mit der eingangs erwähnten Bürgerinitiative den Tunnel von seiner nördlichen Seite her besichtigen – wahrlich ein Paradebeispiel deutscher Ingenieurskunst. Doch der Teufel steckt im Detail:
Zwar können sich solche Monstren von zwei Seiten her durch härtestes Gebirgsstein fressen und sich in der Mitte fast zentimetergenau treffen; doch wie bohrt man einen Tunnel durch das Kiesgestein am Oberrhein? Das ist fast so wie einen Pudding an die Wand nageln. Die Lösung: Man muss ihn dazu einfrieren. Der Kies vor dem Bohrkopf wird mit riesigen Sonden fortlaufend vereist. Am Oberrhein haben wir die größten Grundwasserbestände in Europa. Hinter dem eingefrorenen Kies wird gebohrt und gleich dahinter werden die Tübbings eingesetzt, jene exakt nach dem Bogenverlauf der Röhre vorgefertigt gebogenen Betonteile, die dann hinter dem Bohrkopf von derselben gleichen Maschine eingesetzt werden – bevor der Kies wieder auftaut.
Wie kam es aber dazu, dass am 12. August 2017 die Oströhre einbrach und die darüber kreuzenden Gleise plötzlich ein Meter durchhängten? Näheres dazu siehe hier. Das Malheur passierte nur 52 Meter vor der Stelle, wo die gewaltige “Wühlmaus” eigentlich wieder das Tageslicht erblicken sollte. „Im Be-reich der Unterfahrung war mit einer bis zu −33 °C kalten Kühlflüssigkeit der Boden eingefroren worden, um ihn zu stabilisieren. Der Maschinenvortrieb auf einer Länge von 205 m in einem vollständig gefrorenen Eiskörper stellte ein Novum im maschinellen Tunnelbau dar“, wuschen die Experten ihre Hände in Unschuld. Ich dagegen hatte sofort einen anderen Verdacht: Weil es in den Monaten zuvor, vom Herbst 2016 bis Frühling 2017, sehr wenig geregnet hatte und der geringe Regenüberschuss im Sommer 2017 eigentlich noch nicht aufs Grundwasser durchgeschlagen sein konnte, rief ich einen befreundeten Hydrologen an.
Dieser recherchierte für mich, was ich geahnt hatte: Tatsächlich lag der Grundwasserstand einen halben Meter tiefer als in den Jahren zuvor. Das erscheint zwar nicht viel, aber bei einer Gradiente (Steigung) von 12 Promille am Einsturzort macht ein halber Meter über die die Länge fast 42 Meter aus – sprich: 10 Meter bis zur vorberechneten Stelle des fertigen Tunnels. Bei normalem Grundwasserstand hätte die Vereisung unter den beiden querenden Gleisen funktioniert; aber ohne ausreichendes Grundwasser gibt es kein Eis, auch wenn die Temperatur -100 Grad betragen hätte. Die Folge des Desaster: Die Tunnelbohrmaschine musste zuerst verschüttet und dann zubetoniert werden, um dem Bahnverkehr darüber wieder zu ermöglichen. Später musste sie wieder zusammen mit dem Beton herausgemeißelt werden, um den Tunnel fertigstellen zu können.
Riesiger Vertrauensverlust
Meine Erkenntnisse der Ursache der Havarie stellte ich großen Printmedien zur Verfügung, erhielt aber leider keine Rückmeldung. Entweder hatte man dort kein Interesse, meinen Indizien weiter nachzugehen – oder man tat es, wurde jedoch – gegen viel Geld oder unter Verweis auf was auch immer? – von interessierter Stelle zum Schweigen gebracht (ein paar Tausender fallen bei einer Milliarde Schadensumme alleine bei den Eisenbahnunternehmen, plus den Kosten eines Tunnelbohrkolosses und Betonspecht-Arbeiten, kaum ins Gewicht). Ins Gewicht fiel aber das verloren gegangene Vertrauen in die Fachkompetenz von Experten aller Beteiligten wie auch in die Aufklärungsbereitschaft von Politik und „Qualitätsmedien“; der Nord-Stream-Anschlag lässt grüßen…
Abschließend noch ein Beispiel, das Kopfschütteln auslösen müsste: Sicher haben Sie, liebe Leser, als Bahnreisende schon festgestellt, wie beängstigend hoch die Lärmschutzwände auch entlang von Bahnhöfen sind. Die Anwohner klagen zunehmend, dass für sie die Sonne später aufgeht und früher unter, und dass willkommene Luftbewegung verhindert wird, vor allem im Sommer. Lärmschutzwände werden in ihrer Höhe berechnet – und gebaut – entsprechend den Schallemissionen der Anzahl verschiedener Züge und deren Geschwindigkeit. Dabei wird jedoch nach Vorschriften verfahren, die faktisch längst überholt sind: Anhaltende Züge verursachen im Stillstand kaum Lärm, und beim Herunter- und Anfahren viel weniger, als wenn ein Zug mit gleicher Geschwindigkeit durchfährt. Beim Erlass der Berechnungsvorschrift im letzten Jahrhundert kam man überein, zum Ausgleich des geringen Lärms haltender Züge das Türenknallen der alten Waggons gegenzurechnen.
Doch jetzt knallen die Türen nicht mehr, aber trotzdem werden diese Lärmschutzmonstren – die teilweise höher sind als damals die Berliner Mauer – so berechnet, als ob alle Züge mit der geltenden Streckengeschwindigkeit durchrasen, die meist viel höher liegt als die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten. Die zu hohen Lärmschutzwände in Bahnhofsbereichen sind für alle ein Ärgernis und kosten uns Steuerzahler viel Geld. Und: Sie werden nicht von der Bahn bezahlt, sondern aus dem Bundeshaushalt. Abgeordnete und das Verkehrsministeriums machte ich auf dieses anachronistische Relikt aufmerksam; ich habe aber erhebliche, Zweifel ob sich etwas ändert.
Ich könnte die Beispiele fortsetzen, etwa mit der Bahnplanung für den Ausbau der Rheintalbahn fast vor der Haustüre, die einen ebenfalls verzweifeln lässt, weil sie mit den geänderten verkehrspolitischen Parametern nicht kompatibel ist und unnötig viel Zeit und Geld kostet. Aus dem Projektbegleitung der Rheintalbahn zog ich mich zurück, weil mir die 20 Jahre zu viele schlaflose Nächte bereitet hatten. Häme liegt mir dabei fern; es ist mehr eine tiefe Enttäuschung über unser Land. Meine Erkenntnis über den Zustand der Bahn: Ich würde inzwischen sagen, sie ist das Spiegelbild Deutschlands. Nichts läuft mehr rund. Ob die neue Bahnchefin und der neue Verkehrsminister die Wende schaffen? Wohl eher nicht, wenn man an das abschreckende Beispiel der Bundesregierung und Friedrich Merz denkt…
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Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.
Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Bevor man darüber streitet, wie stark Kohlendioxid das Klima beeinflusst, sollte zunächst geklärt werden, worüber überhaupt gesprochen wird. Der Begriff „Treibhauseffekt“ klingt zunächst einfacher, als die dahinterliegenden physikalischen Vorgänge tatsächlich sind.
Die Erde erhält den größten Teil ihrer Energie von der Sonne. Diese Energie erreicht die Erdatmosphäre überwiegend als kurzwellige Strahlung – vor allem als sichtbares Licht, daneben als ultraviolette und infrarote Strahlung. Ein Teil wird bereits von Wolken, Luftteilchen, Eis oder hellen Oberflächen zurück ins Weltall reflektiert. Ein anderer Teil durchdringt die Atmosphäre und trifft auf Landflächen und Ozeane.
Dort wird ein Teil der Strahlungsenergie aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Ein einfaches Alltagsbeispiel macht das anschaulich: Ein schwarzes Auto, das im Sommer längere Zeit in der prallen Sonne steht, heizt sich in der Regel stärker auf als ein vergleichbares weißes Auto. Dunkle Oberflächen nehmen einen größeren Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung auf, während helle Oberflächen mehr davon reflektieren. Ähnliches geschieht an der Erdoberfläche: Je nachdem, ob Sonnenstrahlung beispielsweise auf dunklen Boden, Wald, Wasser, hellen Sand, Schnee oder Eis trifft, wird unterschiedlich viel Strahlung aufgenommen beziehungsweise zurückgeworfen. Die aufgenommene Energie erwärmt die Oberfläche. Diese gibt anschließend Wärme an die darüberliegende Luft ab und sendet zugleich Energie als Infrarotstrahlung aus.
Die erwärmte Erde behält diese Energie jedoch nicht. Wie jeder Körper mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunkts gibt auch sie Energie als Strahlung ab. Weil die Erde wesentlich kühler ist als die Sonne, geschieht dies hauptsächlich in Form langwelliger Infrarotstrahlung. Infrarotstrahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar und wird häufig vereinfacht als Wärmestrahlung bezeichnet.
Nun kommen die sogenannten Treibhausgase ins Spiel. Die wichtigsten infrarotaktiven Bestandteile der Atmosphäre – darunter Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und Lachgas – besitzen die Eigenschaft, bestimmte Wellenlängen dieser von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung aufzunehmen. „Bestimmte Wellenlängen“ bedeutet vereinfacht: Sie reagieren nicht auf die gesamte Wärmestrahlung gleichermaßen. Man kann es sich ein wenig wie verschiedene Radiosender vorstellen: Ein Empfänger reagiert nur auf bestimmte Frequenzbereiche. Ähnlich besitzen unterschiedliche Moleküle bestimmte Bereiche des Infrarotspektrums, in denen sie Strahlungsenergie besonders gut aufnehmen können.
Ein CO₂-Molekül ist allerdings kein winziger Wärmespeicher, der einmal eingefangene Energie für immer festhält. Die aufgenommene Energie kann auf unterschiedliche Weise weitergegeben werden: durch Zusammenstöße mit anderen Luftmolekülen oder durch erneute Abgabe als Infrarotstrahlung. Diese Abstrahlung besitzt keine bevorzugte Richtung – sie kann nach oben, zur Seite oder auch nach unten erfolgen, wobei nach unten gerichtete Infrarotstrahlung wiederum von der Erdoberfläche aufgenommen werden kann.
Damit wird ein Teil des Energieflusses innerhalb der Atmosphäre immer wieder aufgenommen, weitergegeben und erneut abgestrahlt. Die Abgabe von Energie ins Weltall erfolgt dadurch anders, als sie es bei einer Atmosphäre ohne infrarotaktive Gase tun würde.
Das ist, stark vereinfacht, der physikalische Kern des natürlichen Treibhauseffekts.
Der Begriff selbst kann allerdings in die Irre führen. Ein echtes Gewächshaus wird nämlich nicht hauptsächlich dadurch warm, dass Glas Wärmestrahlung „zurückhält“. Es verhindert vor allem, dass erwärmte Luft aufsteigt, sich mit kälterer Außenluft vermischt und dadurch Wärme abtransportiert wird. Die Atmosphäre funktioniert anders. Energie wird nicht einfach „eingesperrt“ wie beim Gewächshaus. Beim atmosphärischen Treibhauseffekt geht es wesentlich um Strahlungsübertragung und Energieflüsse. Nochmals vereinfacht gesagt: Sonnenenergie gelangt zur Erde, erwärmt die Oberfläche und wird von dieser wieder als Wärmestrahlung nach oben abgegeben. Treibhausgase können einen Teil dieser Strahlung aufnehmen und anschließend wieder in verschiedene Richtungen abgeben – nach oben, aber auch zurück in Richtung Erdoberfläche. Dadurch verändert sich der Weg, auf dem die aufgenommene Energie schließlich wieder ins Weltall gelangt. Der Name „Treibhauseffekt“ ist also ein mental anschauliches Bild, aber keine genaue Beschreibung des physikalischen Vorgangs.
Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre Leben in der heutigen Form kaum möglich. Häufig wird angegeben, dass die globale Mitteltemperatur der Erdoberfläche ohne diesen Effekt bei ungefähr minus 18 Grad Celsius statt bei rund plus 15 Grad läge. Diese rund 33 Grad sollte man allerdings nicht so verstehen, als könne man sie einem einzelnen Gas zuschreiben. Sie ergeben sich aus dem Zusammenspiel der Atmosphäre mit Wasserdampf, Wolken, CO₂ und anderen Gasen sowie der Erdoberfläche.
Bis hierher besteht auch noch wenig Anlass für einen Grundsatzstreit. Dass CO₂ bestimmte Bereiche der Infrarotstrahlung absorbiert, ist experimentell nachweisbare Molekülphysik. Die eigentliche Auseinandersetzung beginnt einen Schritt später.
Aus der Feststellung, dass ein CO₂-Molekül Infrarotstrahlung aufnehmen kann, folgt noch nicht unmittelbar, um wie viele Grad sich die globale Durchschnittstemperatur verändert, wenn die CO₂-Konzentration beispielsweise von 280 auf 420 oder von 420 auf 560 ppm steigt. Dafür muss betrachtet werden, wie das gesamte Klimasystem darauf reagiert. Und dort begegnet man wieder Wolken, Ozeanen, Temperaturunterschieden in der Atmosphäre und vor allem einem Stoff, der in der öffentlichen CO₂-Diskussion häufig wesentlich weniger Aufmerksamkeit erhält: dem Wasser.
Wasserdampf ist selbst ein stark wirksamer Bestandteil des natürlichen Treibhauseffekts und kommt in der Atmosphäre – je nach Ort, Höhe und Wetterlage – in erheblich größeren – und zugleich stark schwankenden – Konzentrationen vor als CO₂.
Damit stellt sich die nächste Frage: Welche Rolle spielt Wasserdampf tatsächlich – und warum wird er in der etablierten Klimaphysik überwiegend als Rückkopplung behandelt, während CO₂ als langfristiger Antrieb gilt?
2. Wasserdampf – Mitspieler oder Hauptakteur
Wenn über Treibhausgase gesprochen wird, steht fast immer CO₂ im Mittelpunkt. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass Wasserdampf das häufigste Treibhausgas der Atmosphäre ist und einen erheblichen Anteil am natürlichen Treibhauseffekt hat. Eine NASA-Auswertung veranschlagt den direkten Beitrag von Wasserdampf zum gegenwärtigen natürlichen Treibhauseffekt auf ungefähr 50 Prozent, Wolken auf weitere rund 25 Prozent und CO₂ auf etwa 20 Prozent. Diese Werte lassen sich wegen überlappender Absorptionsbereiche – dieser Begriff wird später erklärt – nicht exakt benennen, zeigen aber die Größenordnung.
Schon die Mengenverhältnisse fallen ins Auge. CO₂ liegt heute bei etwas mehr als 420 ppm, also gut 0,04 Prozent der trockenen Luft. Wasserdampf schwankt dagegen sehr stark: Über trockenen und kalten Regionen ist nur wenig davon vorhanden, in warmer und feuchter Luft kann sein Anteil mehrere Prozent erreichen. Einen einzigen weltweit gültigen Wasserdampfwert gibt es deshalb nicht.
Michael Limburg, Diplom-Ingenieur für Mess-, Regelungs- und Elektrotechnik und Vizepräsident von EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie e. V.) setzt an diesem Mengenunterschied an. In einem Vortrag von 2026 stellt er beispielsweise einem Wasserdampfanteil von 1,5 Volumenprozent einen CO₂-Anteil von etwa 0,042 Prozent gegenüber. Bei diesen Beispielwerten wäre Wasserdampf mengenmäßig rund 36-mal häufiger vorhanden als CO₂. Daraus leitet Limburg die Frage ab, ob CO₂ tatsächlich die ihm zugeschriebene herausragende Rolle als Klimatreiber besitzen könne.
Die Frage ist zunächst nachvollziehbar. Die Schlussfolgerung „36-mal mehr Moleküle bedeuten 36-mal mehr Klimawirkung“ wäre physikalisch allerdings nicht zulässig. Denn bei Treibhausgasen entscheidet nicht allein die Zahl der Moleküle, sondern auch, welche Bereiche der Infrarotstrahlung sie aufnehmen und wie stark sie dort wirken. Man kann sich diese Bereiche vereinfacht wie unterschiedliche Schlösser vorstellen: Nicht jeder Schlüssel passt in jedes Schloss – manche Schlüssel passen aber zu mehreren. Ähnlich absorbieren Wasserdampf und CO₂ unterschiedliche, teilweise jedoch auch dieselben Bereiche der Infrarotstrahlung. Hinzu kommt, in welcher Höhe und Verteilung die Gase in der Atmosphäre vorkommen.
Wasserdampf – seine Rolle im Treibhauseffekt
Wasserdampf ist selbst ein bedeutendes Treibhausgas. Seine Bedeutung ergibt sich also nicht allein aus seiner wesentlich höheren und stark schwankenden Konzentration, sondern auch daraus, dass seine Moleküle Wärmestrahlung aufnehmen und wieder abgeben können.
Limburgs Ausgangspunkt ist in meinen Augen deshalb außerordentlich wichtig: Wasser darf bei der Betrachtung des Treibhauseffekts keinesfalls zur Nebensache werden.
Damit drängt sich eine naheliegende Frage auf: Wenn Wasserdampf selbst ein bedeutendes Treibhausgas ist und in wesentlich höheren Konzentrationen vorkommt als CO₂, warum steht dann ausgerechnet Kohlendioxid im Mittelpunkt der Klimadebatte?
Die Antwort der etablierten Klimaphysik liegt weniger in der unmittelbaren Treibhauswirkung der beiden Gase als in ihrer unterschiedlichen Rolle bei längerfristigen Temperaturveränderungen. Vereinfacht gesagt wird CO₂ dabei eher als Antrieb betrachtet, Wasserdampf dagegen vor allem als Verstärker einer bereits begonnenen Erwärmung. Antrieb bedeutet dabei vereinfacht: Etwas stößt eine Veränderung an; ein Verstärker setzt erst danach ein und vergrößert diese Veränderung.
Der Grund liegt unter anderem in ihren unterschiedlichen Eigenschaften. Wasser kann unter den Bedingungen der unteren Atmosphäre kondensieren. Aus Wasserdampf entstehen Wassertröpfchen oder Eiskristalle; schließlich gelangt Wasser als Regen oder Schnee wieder zur Erdoberfläche. Seine Konzentration in der Atmosphäre kann deshalb innerhalb kurzer Zeit erheblich schwanken. CO₂ verhält sich anders: Unter normalen atmosphärischen Bedingungen fällt es nicht einfach als Niederschlag wieder aus und kann sich deshalb über wesentlich längere Zeiträume in der Atmosphäre verteilen.
Daraus leitet die etablierte Klimaphysik folgende Erklärung ab: Steigt die Temperatur zunächst aus einem anderen Grund – beispielsweise durch eine Veränderung der Strahlungsbilanz –, kann mehr Wasser verdunsten. Gleichzeitig kann wärmere Luft grundsätzlich mehr Wasserdampf enthalten. Dieser zusätzliche Wasserdampf verstärkt wiederum den Treibhauseffekt und damit die bereits begonnene Erwärmung. Das bezeichnet man – wie an anderer Stelle bereits ausgeführt – als positive Rückkopplung. „Positiv“ bedeutet dabei nicht „gut“, sondern lediglich verstärkend.
Ein Mikrofon vor einem Lautsprecher liefert dafür ein anschauliches, wenn auch vereinfachtes Bild: Am Anfang steht ein Ton – er entspricht in diesem Vergleich dem ursprünglichen Antrieb. Das Mikrofon nimmt diesen Ton auf, das Signal wird verstärkt und über den Lautsprecher wieder ausgegeben. Gelangt ein Teil dieses verstärkten Schalls erneut zum Mikrofon, wird er abermals verstärkt. Diese Rückkopplung entspricht hier dem Verstärker. Wiederholt sich der Vorgang, kann sich das Signal immer weiter aufschaukeln – bis hin zum schrillen, ohrenbetäubenden Pfeifton. Ähnlich ist mit einer positiven Rückkopplung im Klimasystem gemeint, dass eine ursprüngliche Veränderung einen weiteren Prozess auslöst, der die erste Veränderung zusätzlich verstärkt.
Der IPCC bewertet die Rückkopplung durch Wasserdampf als einen wesentlichen Verstärkungsmechanismus des Klimasystems. Zusammen mit der Veränderung des Temperaturverlaufs zwischen Erdoberfläche und höheren Luftschichten liefert sie nach seiner Einschätzung den größten einzelnen positiven Rückkopplungsbeitrag. Beobachtungen zeigen zudem, dass die atmosphärische Feuchtigkeit bei einer Erwärmung grundsätzlich zunimmt.
Die etablierte Klimaforschung betrachtet Wasserdampf also keineswegs als unbedeutend. Der eigentliche Streitpunkt ist die Gewichtung: CO₂ wird als längerfristiger Antrieb behandelt, Wasserdampf überwiegend als darauf reagierender Verstärker. Diese Gewichtung stellt Michael Limburg infrage. Er rückt Wasserdampf zusammen mit der Sonneneinstrahlung wesentlich stärker in den Vordergrund und bezweifelt, dass dem vergleichsweise seltenen CO₂ jene dominante Rolle zukommt, die ihm in der gegenwärtigen Klimadebatte zugeschrieben wird. Den Ausführungen von Michael Limburg kann ich wesentlich mehr Wahrheitsgehalt abgewinnen, zumal die Bezeichnung des Wasserdampfs als „verstärkende“ Rückkopplung noch nicht beantwortet, wie groß seine tatsächliche Bedeutung im Zusammenspiel von Temperatur, Wolken, Verdunstung und Niederschlag ist. All diese Prozesse müssen berücksichtigt werden, wenn die zusätzliche Wirkung von CO₂ abgeschätzt werden soll.
Damit führt die Betrachtung des Wasserdampfs unmittelbar zur nächsten Frage: Wenn Wasserdampf bereits große Bereiche der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung absorbiert und sich seine Absorptionsbereiche teilweise mit denen des CO₂ überschneiden, wie viel zusätzliche Wirkung bleibt dann überhaupt noch für CO₂ – und wie stark kann diese die Erde tatsächlich erwärmen? Gibt es Bereiche, in denen die Wirkung des CO₂ bereits weitgehend ausgeschöpft ist? Oder führt jede weitere Erhöhung seiner Konzentration zu einer zusätzlichen Veränderung der Strahlungsbilanz – und damit letztlich auch der Temperatur?
3. Ist die CO₂-Wirkung irgendwann „gesättigt“?
Damit bin ich bei einer Frage, die zunächst einfach klingt: Wenn Wasserdampf bereits einen erheblichen Teil der von der Erde abgegebenen Wärmestrahlung aufnimmt und CO₂ zusätzlich in bestimmten, teilweise gleichen Bereichen wirkt – wie viel Wärmestrahlung bleibt dann überhaupt noch übrig, auf die zusätzliches CO₂ Einfluss nehmen kann?
Hier fällt in der Klimawissenschaft häufig der Begriff Sättigung. Stellen Sie sich vor, Sie möchten einen Raum abdunkeln und kleben dafür eine leicht getönte Folie auf das Fenster. Die erste Lage reduziert den Lichteinfall deutlich. Eine zweite verdunkelt den Raum weiter, aber der zusätzliche Effekt ist bereits geringer. Bei vielen übereinanderliegenden Folien macht eine weitere Lage schließlich nur noch einen kleinen Unterschied. Übertragen auf CO₂ lautet die Frage: Gibt es Wellenlängenbereiche, in denen bereits so viel der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung absorbiert wird, dass zusätzliche CO₂-Moleküle dort kaum noch etwas verändern können?
Ja, solche stark gesättigten Bereiche gibt es. CO₂ kann nicht jede von der Erde abgegebene Wärmestrahlung gleichermaßen aufnehmen, sondern reagiert besonders stark auf bestimmte Wellenlängenbereiche. Einen solchen Bereich bezeichnet man als Absorptionsband.
In einem Teil dieses Absorptionsbandes ist die Wirkung bereits sehr stark: Dort befinden sich auf dem Weg der Strahlung durch die Atmosphäre genügend CO₂-Moleküle, sodass ein sehr großer Teil der betreffenden Wärmestrahlung aufgenommen wird. Zusätzliches CO₂ kann in diesem bereits weitgehend gesättigten Bereich deshalb vergleichsweise wenig verändern.
Die Ränder eines solchen Absorptionsbandes darf man sich allerdings nicht räumlich vorstellen. Gemeint sind also nicht etwa die Ränder einer CO₂-Schicht in der Atmosphäre, sondern benachbarte Wellenlängen der Infrarotstrahlung. Innerhalb des Absorptionsbandes ist die Aufnahme unterschiedlich stark: Im Zentrum werden bestimmte Wellenlängenbereiche der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung besonders stark absorbiert, während die Absorption an den Rändern schwächer ist.
Kommt zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre, verändert sich deshalb im bereits stark gesättigten Zentrum vergleichsweise wenig. An den weniger gesättigten Randbereichen kann zusätzliches CO₂ dagegen noch weitere Infrarotstrahlung aufnehmen.
Sättigung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass zusätzliches CO₂ überhaupt keine weitere Wirkung mehr besitzt. Nach der etablierten Strahlungsphysik nimmt vielmehr der zusätzliche Effekt mit steigender CO₂-Konzentration ab – er verschwindet aber nicht einfach.
Das ist der Grund, weshalb die etablierte Klimaphysik nicht von einer linearen, sondern näherungsweise von einer logarithmischen CO₂-Wirkung ausgeht. Das klingt komplizierter, als es ist: Eine Verdoppelung von beispielsweise 280 auf 560 ppm erzeugt ungefähr denselben zusätzlichen Strahlungsantrieb wie eine weitere Verdoppelung von 560 auf 1.120 ppm. Dieser zusätzliche Strahlungsantrieb führt nach der etablierten Klimaphysik wiederum zu einer zusätzlichen Erwärmung. Für denselben zusätzlichen Effekt benötigt man also immer mehr CO₂. Der IPCC berücksichtigt diesen abnehmenden zusätzlichen Effekt.
Limburgs Einwand
Michael Limburg und andere Kritiker setzen an diesem Sättigungseffekt an, ziehen daraus aber eine wesentlich weitergehende Schlussfolgerung. Auf EIKE wurde die Auffassung vertreten, der CO₂-Treibhauseffekt sei bereits bei deutlich niedrigeren Konzentrationen weitgehend „ausgereizt“ gewesen. Weiteres CO₂ könne demnach nur noch wenig zusätzliche Erwärmung bewirken. Limburg stellt zudem die Bedeutung des Wasserdampfs und der Wolken gegenüber CO₂ stärker heraus.
Damit stehen sich zwei Aussagen gegenüber, die man sauber auseinanderhalten sollte.
Die erste: Teile der CO₂-Absorption sind tatsächlich stark gesättigt. Das ist kein Außenseiterargument, sondern wird auch vom IPCC beschrieben.
Die zweite: Daraus folge, dass zusätzliches CO₂ heute praktisch keine relevante Erwärmungswirkung mehr besitzen könne. Diese weitergehende Schlussfolgerung wird von der etablierten Klimaphysik bestritten. Sie verweist auf die weniger gesättigten Randbereiche der Absorptionsbanden und zusätzlich auf die Höhe in der Atmosphäre, aus der Wärmestrahlung letztlich ins Weltall entweichen kann. Sie begründet die weitere Wirkung zusätzlichen CO₂ unter anderem damit, dass die Atmosphäre nach oben dünner und kälter wird. Mehr CO₂ führt nach dieser Erklärung zunächst dazu, dass etwas weniger Wärmestrahlung ins Weltall entweicht. Dadurch nimmt das Klimasystem vorübergehend mehr Energie auf, als es abgibt, und erwärmt sich. Da ein wärmerer Körper mehr Energie abstrahlt als ein kälterer, steigt mit der Temperatur auch die Abstrahlung ins Weltall – bis sich Aufnahme und Abgabe von Energie wieder ausgleichen. Das neue Gleichgewicht liegt nach dieser Theorie bei einer höheren Temperatur.
Damit ist allerdings noch nicht beantwortet, wie groß diese zusätzliche Erwärmung tatsächlich ausfällt. Dass zusätzliches CO₂ trotz teilweise gesättigter Absorptionsbereiche weiterhin eine Wirkung haben kann, ist das eine. Wie viele Zehntel oder ganze Grad daraus entstehen, ist eine andere Frage – denn dabei spielen wiederum Wasserdampf, Wolken, Ozeane und weitere Rückkopplungen eine Rolle. Ja, komplex und nicht einfach zu verstehen, ich weiß!
Der IPCC berechnet für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration zunächst einen zusätzlichen Strahlungsantrieb von knapp vier Watt pro Quadratmeter. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieser Wert, wie stark sich dadurch die Energiebilanz der Erde verändert.
4. Von Watt pro Quadratmeter zu Grad Celsius
Wie werden aus knapp vier Watt pro Quadratmeter schließlich die häufig genannten rund drei Grad Erwärmung? Was davon ergibt sich unmittelbar aus der Strahlungsphysik – und was erst aus der Reaktion des gesamten Klimasystems?
Zunächst muss man zwei Größen auseinanderhalten: Watt pro Quadratmeter beschreibt einen Energiefluss, Grad Celsius eine Temperatur. Das eine lässt sich deshalb nicht einfach in das andere umrechnen.
Der IPCC geht davon aus, dass eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration die Energiebilanz der Erde um knapp vier Watt pro Quadratmeter verändert. Würde man vereinfacht nur die unmittelbare Reaktion auf diese Veränderung betrachten und weitere Rückkopplungen zunächst außer Acht lassen, ergäbe sich eine Erwärmung von etwas mehr als einem Grad Celsius.
Wie werden daraus die häufig genannten rund drei Grad?
Hier kommen die Rückkopplungen ins Spiel. Erwärmt sich die Erde, kann beispielsweise mehr Wasser verdunsten. Der zusätzliche Wasserdampf verstärkt nach etablierter Klimaphysik die Erwärmung. Schmelzen Schnee und Eis, kommen dunklere Flächen zum Vorschein, die mehr Sonnenenergie aufnehmen. Hinzu kommen Veränderungen der Wolken, deren Wirkung komplizierter ist, weil sie je nach Art, Höhe und Situation sowohl kühlend als auch erwärmend wirken können.
Der IPCC berücksichtigt diese und weitere Prozesse und kommt für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration langfristig auf eine Schätzung von etwa drei Grad Erwärmung. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen exakt feststehenden Wert; der IPCC nennt eine wahrscheinliche Bandbreite von 2,5 bis 4 Grad Celsius.
Darin liegt der für mich als Skeptiker interessante Punkt: Die strahlungsphysikalische Wirkung des CO₂ ist das eine. Wie stark Wasserdampf, Wolken, Eis und andere Prozesse diese Wirkung anschließend verstärken oder abschwächen, ist das andere.
Zwischen „CO₂ nimmt Infrarotstrahlung auf“ und „eine Verdoppelung des CO₂ führt zu rund drei Grad Erwärmung“ liegen also mehrere weitere Schritte. Sie beruhen auf physikalischen Erkenntnissen, Beobachtungen, Rekonstruktionen und Modellrechnungen – und sind mit Unsicherheiten verbunden.
Eine gewichtige Frage lautet deshalb: Wie zuverlässig lassen sich diese Rückkopplungen bestimmen? Doch bevor aus Messungen, Berechnungen und Modellen Aussagen über Zehntelgrade oder ganze Grade abgeleitet werden, stellt sich noch eine viel grundlegendere Frage: Wie zuverlässig lässt sich die globale Temperatur überhaupt bestimmen?
Denn eine „Temperatur der Erde“ kann man nicht einfach an einem einzigen Thermometer ablesen. Sie entsteht aus unzähligen Messungen an Land und auf See, aus unterschiedlichen Messverfahren und aus statistischen Auswertungen.
Damit komme ich zu einem weiteren Punkt, der für die Klimadebatte von erheblicher Bedeutung ist:
5. Wie misst man die Temperatur der Erde?
Wenn von einer künftigen globalen Erwärmung um 1,2, 1,5 oder vielleicht 2 Grad gesprochen wird, entsteht der Eindruck, die „Temperatur der Erde“ sei eine unmittelbar messbare Größe. Das ist sie nicht. Es gibt kein Thermometer, das irgendwo in den Boden gesteckt wird und anschließend die globale Mitteltemperatur anzeigt. Die Erde besitzt gleichzeitig völlig unterschiedliche Temperaturen: in der Sahara andere als in Grönland, über dem Atlantik andere als über München, nachts andere als am Nachmittag und in zwei Metern Höhe andere als unmittelbar über dem Asphalt. Ein Mittelwert ist – mit Unsicherheiten – berechenbar, aber nicht messbar. Die globale Mitteltemperatur wird aus einer riesigen Zahl einzelner Messungen berechnet.
An Land werden Lufttemperaturen üblicherweise in ungefähr zwei Metern Höhe gemessen. Über den Ozeanen – die immerhin rund 71 Prozent der Erdoberfläche bedecken – stammen die Daten dagegen unter anderem von Schiffen und Bojen. Moderne globale Datensätze führen diese unterschiedlichen Messungen zusammen. Dabei wird vor allem betrachtet, wie stark die gemessene Temperatur von einem festgelegten langjährigen Vergleichswert abweicht. Diese Abweichung nennt man Temperaturanomalie. Liegt die Temperatur beispielsweise 1 Grad über dem Vergleichswert, beträgt die Anomalie plus 1 Grad. Aus sehr vielen solcher Werte wird anschließend die globale Temperaturentwicklung berechnet.
Das klingt zunächst vernünftig. Aber hier stellen sich Fragen, auf die Michael Limburg seit Jahren hinweist.
Was misst eine Wetterstation eigentlich?
Eine Wetterstation misst zunächst nur die Temperatur an ihrem konkreten Standort. Und dieser Standort spielt eine erhebliche Rolle. Eine Messstation auf einer Wiese kann andere Werte liefern als eine Station zwischen Gebäuden. Asphalt und Beton erwärmen sich anders als Gras oder Wald. Eine Stadt speichert Wärme anders als ihre ländliche Umgebung. Wasserflächen reagieren wiederum anders als Landflächen.
Hinzu kommt, dass sich Messbedingungen im Laufe von Jahrzehnten verändern können. Städte wachsen um ehemalige Wetterstationen herum. Stationen werden versetzt. Messgeräte werden ausgetauscht. Beobachtungszeiten ändern sich. Ein Thermometer misst zwar eine Temperatur. Ob diese Temperatur aber für eine größere Fläche repräsentativ ist, ist bereits eine andere Frage.
Limburg setzt seine Kritik an diesem Punkt an. Er bezweifelt, dass aus historisch gewachsenen, räumlich ungleich verteilten und teilweise veränderten Messnetzen eine globale Temperaturentwicklung mit jener Genauigkeit bestimmt werden kann, mit der sie häufig öffentlich präsentiert wird. Besonders kritisch sieht er die Bildung einer „globalen Mitteltemperatur“ und die nachträgliche Bearbeitung beziehungsweise Homogenisierung von Messreihen. In einem Beitrag von 2025 bezeichnete er die globale Mitteltemperatur als ungeeignet, daraus ein eindeutiges anthropogenes Signal abzuleiten.
Wärmeinseln, Stationswechsel und Korrekturen
Dass Städte sogenannte Wärmeinseln bilden, wird von der etablierten Klimaforschung nicht bestritten. Ebenso wenig wird bestritten, dass Stationsverlegungen, Gerätewechsel und andere Veränderungen Messreihen beeinflussen können. Deshalb werden historische Temperaturdaten überprüft und teilweise statistisch korrigiert beziehungsweise homogenisiert. Das wiederum eröffnet einen neuen Streitpunkt: Wann beseitigt eine Korrektur einen Messfehler – und wann verändert sie eine Messreihe möglicherweise stärker, als es gerechtfertigt ist? Dass solche Fragen keineswegs nur theoretischer Natur sind, zeigte die sogenannte Climategate-Affäre von 2009. Tausende bekannt gewordene E-Mails von Klimaforschern lösten damals eine heftige Debatte über den Umgang mit Daten, statistischen Verfahren, Transparenz und wissenschaftlichem Widerspruch aus. Mehrere spätere „Untersuchungen“ fanden zwar keinen Beleg für eine vorsätzliche Fälschung der Klimadaten. Fragen nach Transparenz und wissenschaftlicher Praxis blieben dennoch offen. Darauf werde ich in einem späteren Kapitel noch ausführlicher zurückkommen.
Hier genügt zunächst die Feststellung: Wo Messdaten nachträglich korrigiert, homogenisiert und zu globalen Reihen zusammengeführt werden, müssen die verwendeten Verfahren nachvollziehbar und überprüfbar sein.
Die Rolle der Ozeane
Mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche bestehen aus Wasser. Eine globale Temperaturbestimmung kann sich deshalb selbstverständlich nicht allein auf Wetterstationen an Land stützen. Über den Meeren wurden Temperaturen historisch unter anderem von Schiffen gemessen. Heute spielen Bojen und weitere Beobachtungssysteme eine wichtige Rolle. Diese Messungen werden mit den Landdaten zu globalen Datensätzen verbunden.
Auch dabei werden unterschiedliche Messgrößen und Messverfahren miteinander verbunden. An Land wird überwiegend die Lufttemperatur in etwa zwei Metern Höhe gemessen, über den Ozeanen dagegen meist die Temperatur des Wassers nahe der Meeresoberfläche. Hinzu kommt, dass sich auch die Messmethoden auf See im Laufe der Zeit verändert haben – vom Wassereimer und Schiffsmessungen bis zu modernen Bojen. Für eine globale Temperaturreihe müssen diese unterschiedlichen Daten deshalb mathematisch aufeinander abgestimmt und zusammengeführt werden.
Verschiedene internationale Datensätze kommen trotz unterschiedlicher Verfahren zu dem Ergebnis, dass sich die Erde langfristig erwärmt hat. Das spricht für einen grundsätzlichen Erwärmungstrend, beantwortet aber weder die Frage nach seiner exakten Größenordnung noch nach seinen Ursachen. Insbesondere ist damit noch nicht geklärt, welcher Anteil dieser Erwärmung auf CO₂ und welcher auf andere natürliche oder menschliche Einflussfaktoren zurückzuführen ist.
Für mich liegt hier eine entscheidende Grenze: Gemessen werden Temperaturen. Die Ursachen der daraus berechneten Veränderungen werden hingegen wissenschaftlich untersucht und daraus abgeleitet. Wenn aus diesen Ableitungen anschließend politische Gewissheit wird, obwohl über Größenordnungen, Rückkopplungen und natürliche Einflüsse weiterhin diskutiert werden muss, sollte man genauer hinsehen.
6. Messung, Modell und politische Gewissheit
Abschließend stellt sich für mich in diesem Zusammenhang die Frage, was die Politik aus wissenschaftlichen Erkenntnissen macht. Wissenschaft arbeitet mit Messungen, Wahrscheinlichkeiten, Bandbreiten und Unsicherheiten. In der politischen Kommunikation verschwinden diese Abstufungen jedoch häufig. Aus wissenschaftlichen Einschätzungen werden Gewissheiten – und aus einem komplexen Klimasystem entsteht ein einfaches politisches Narrativ:
CO₂ ist die maßgebliche Ursache der Erwärmung und muss deshalb reduziert werden.
Diese Verkürzung halte ich für mehr als nur problematisch.
Dass CO₂ Infrarotstrahlung absorbiert, ist Physik. Dass seine Konzentration seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestiegen ist, ist gemessen. Verschiedene internationale Temperaturdatensätze zeigen zudem einen langfristigen Erwärmungstrend.
Doch damit ist die entscheidende Frage nach den Ursachen noch nicht beantwortet. Welcher Anteil der Erwärmung ist tatsächlich auf CO₂ beziehungsweise andere menschliche Einflüsse zurückzuführen, welcher auf natürliche Faktoren? Um diese Frage zu beantworten, müssen Messdaten ausgewertet und unterschiedliche Einflussgrößen voneinander getrennt werden. Dabei kommen unter anderem Modelle, statistische Verfahren und Annahmen über Wasserdampf, Wolken, Ozeane und andere Rückkopplungen ins Spiel.
Der IPCC kommt auf dieser Grundlage zu einer sehr weitgehenden Aussage: Der menschliche Einfluss habe Atmosphäre, Ozeane und Land eindeutig erwärmt. Für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration nennt er als beste Schätzung langfristig etwa drei Grad Erwärmung, zugleich aber eine wahrscheinliche Bandbreite von 2,5 bis 4 Grad Celsius.
Und das ist in meinen Augen das Problem: Aus einer wissenschaftlichen Aussage mit Bandbreiten und Unsicherheiten wird in der politischen Debatte eine scheinbar unumstößliche Gewissheit.
Mir ist das zu einfach. Wie groß der zusätzliche Erwärmungseffekt des CO₂ innerhalb des Klimasystems tatsächlich ist, bleibt deshalb für mich eine zentrale Frage.
Auch Einwände von Michael Limburg und anderen Kritikern sind für mich nicht mit dem Etikett „Klimaleugner“ erledigt – ganz im Gegenteil. Wer wissenschaftliche Gewissheit beansprucht, muss sich auch mit Gegenargumenten auseinandersetzen und erklären können, warum sie falsch sein sollen.
Damit komme ich zum Fazit dieses Kapitels: CO₂ ist ein Treibhausgas. Aber aus dieser physikalischen Tatsache allein wird noch kein „Klimakiller“. Zwischen der nachweisbaren Strahlungswirkung eines CO₂-Moleküls und Aussagen darüber, wie sich die globale Temperatur in mehreren Jahrzehnten entwickeln wird, liegen Messungen, Berechnungen, Rückkopplungen und Modelle.
Wissenschaft sollte die Grenzen ihrer Aussagen sichtbar machen. Politik neigt dazu, daraus Gewissheiten zu formen. Diese Gewissheiten werde ich in den nächsten Kapiteln hinterfragen.
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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.
Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.
Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.
Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“): https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/
Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.
Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.
Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.
Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.
Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Gerade hat mir ein Verleger gesagt, es gäbe nun wirklich genügend Covid-Bücher! Ach so, die Leute wollen nichts mehr über dieses unglaubliche Verbrechen gegen die Menschheit wissen und so ist es logisch, dass niemandem an Aufarbeitung gelegen ist? Es gibt Leute, die das anders sehen und die dazu beitragen, dass nichts unter den Teppich gekehrt wird. Zu denen gehört Uwe Froschauer.
Es gibt Bücher, die möchte man nach drei Seiten zuklappen. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie die unangenehme Nebenwirkung haben, das eigene Weltbild in Frage zu stellen. Froschauers “Corona – Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben” gehört genau in diese Kategorie.
Wer bereit ist, liebgewonnene Gewissheiten einmal auf den Seziertisch zu legen, findet 280 Seiten voll mit abscheulichen Anomalien. Froschauer führt seinen Kampf nicht mit dem Florett, sondern mit dem Säbel. Politiker, Enquete-Kommission, Experten, Medien, Pharmakonzerne, internationale Organisationen, Philantropen und Faktenchecker – niemand entgeht seinem gezielten Hieb. Sein Buch ist gnadenlos, er hat es mit der Überzeugung geschrieben, dass die Seuche der vergangenen Jahre nicht Corona, sondern Denkfaulheit war. Allerdings widmet er dankenswerter Weise auch dem Widerstand gegen den Irrsinn der Corona-Krise mehrere Kapitel.
Die Ironie der Geschichte ist höchst amüsant: Jahrelang wurde behauptet, Wissenschaft lebe vom Zweifel. Dann kam eine Zeit, in der der Zweifel selbst als ansteckende Krankheit behandelt wurden. Auch dieser Gedanke rechtfertigt die Existenz dieses Buches.
Es liest sich wie ein Kriminalroman, aber die Täter agieren nicht im Dunkeln, sie tummeln sich im Rampenlicht auf Pressekonferenzen, Talkshows, in Nachrichtensendungen und bei Preisverteilungen zu ihren Ehren.
Froschauer erinnert daran, dass Demokratie vom Streit der Argumente lebt – nicht von der Gleichförmigkeit der Meinungen. Besonders gelungen sind die zahlreichen Zitate, histori-schen Vergleiche und psychologischen Betrachtungen über Angst, Gruppendruck und Konformität. Ob man allen Schlüssen folgt oder nicht – langweilig wird es keine Minute und auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Dieses Buch will niemandem gefallen. Es will provozieren, stören, Zweifel säen, wo Gewissheiten alles zudecken. Darin liegt seine Stärke. Es zwingt den Leser für sich selbst Stellung zu beziehen. Es will, dass wir uns endlich in Richtung ehrlicher Aufarbeitung der Corona-Verbrechen bewegen. Der Augiasstall muss ausgemistet werden, damit die Menschheit wieder nach ihren eigenen Bedürfnissen leben kann und nicht nach denen der Herren Gates, Schwab und anderen kriminellen Oligarchen, die uns eine schöne neue Welt bescheren wollen. Und genau deshalb ist dieses Buch nötig und erfüllt seinen Zweck.
Während viele Autoren versuchen, ihre Leser behutsam mitzunehmen, packt Froschauer sie am Kragen, zieht sie vor die Kulisse der Corona-Jahre und fragt sie laut:
Kommt Ihnen das wirklich alles normal vor?
Man könnte dem Autor vorwerfen, dass er manchmal mit dem Vorschlaghammer argumentiert, wo ein Uhrmacher-Hämmerli genügt hätte. Doch vermutlich würde Froschauer darauf antworten, dass man eine schlafende Gesellschaft nicht mit Flötentönen weckt.
Wer den Mut besitzt, sich auch mit unbequemen Gedanken auseinanderzusetzen, wird dieses Buch nicht ohne inneres Frösteln zuklappen.
Fazit: Dieses Buch ist kein Ruhekissen. Es ist ein Kieselstein im Schuh der öffentlichen Debatte. Man kann ihn ignorieren. Man kann sich über ihn ärgern. Man kann ihn heraus-nehmen. Aber weiterlaufen wie zuvor wird schwierig. Das scheint mir die höchste Auszeichnung, die man einem politischen Buch machen kann.
Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.
Was brachten all die Interventionen des “Wertewestens”?
18. August 2026, von Albrecht Künstle
Zehn Jahre lang von 1979 bis 1989 versuchte die Sowjetunion, Afghanistan von einem menschenfeindlichen Islam zu befreien und zu einer eher westlichen Kultur unter allerdings kommunistischem Banner zu verhelfen. Nie hatten Frauen und andere Bevölkerungsteile mehr Freiheit als in jener Zeit. Der Krieg begann mit der militärischen Unterstützung der durch einen von der Sowjetunion unterstützten Putsch an die Regierung gelangten kommunistischen Machthaber gegen die vielen Gruppierungen der Mudschahedin, die sich vor allem als Reaktion auf die versuchte Säkularisierung Afghanistans bildeten. Doch die Beharrlichkeit islamistischer Regime wurde unterschätzt.
Dazu kam: Nach der Logik des Kalten Krieges wurden die islamistischen Rebellen politisch und materiell von den USA und anderen NATO-Staaten sowie Teilen der islamischen Welt auch unterstützt, um die Sowjetunion zu schwächen. Der letzte kommunistische Präsident Nadschibullah versuchte eine Politik der nationalen Versöhnung und überlebte den Abzug der Sowjets noch um knapp drei Jahre. Dann übernahmen die Mudschahedin die Macht. Sie mussten sich jedoch von Anfang an gegen die ebenfalls radikal-islamistischen Taliban erwehren, die sich ab 1994 in der Provinz Kandahar formiert hatten. Nach der Ermordung des Anführers der Nordallianz, Schah Massud, durch die Taliban übernahmen diese die Macht.
Zwanzig Jahre lang, von 2001 bis 2021, versuchte der „Wertewesten“ anschließend, Afghanistan vom Irrweg des Islam abzubringen. Als Reaktion auf die durch Mitglieder der Al-Qaida ausgeführten Anschläge vom 11. September 2001 intervenierte im Oktober eine US-geführte Koalition auf Grundlage der Resolution 1368 des UN-Sicherheitsrates zugunsten der Vereinigten Front, nachdem sich die Taliban geweigert hatten, gegen Al-Qaida vorzugehen. Die Intervention führte rasch zum Sturz der Taliban-Regierung und leitete mit der Stationierung von NATO-Truppen eine neue Phase direkter ausländischer Beteiligung am afghanischen Bürgerkrieg ein. US-Präsident George W. Bush verkündete das überambitionierte Ziel, in Afghanistan einen demokratischen Rechtsstaat nach westlichem Vorbild etablieren zu wollen. Daher sollte eine neue Verfassung ausgearbeitet und der Weg zu einer erstmals seit 1964 respektive 1973 demokratisch legitimierten Regierung geebnet werden.
Verirrungen (nicht nur) am Hindukusch
Doch vor fast genau fünf Jahren, am 15. August 2021, zogen sich die NATO-Verbände unvermittelt und mehr als hektisch zurück – und die Taliban wieder in Kabul ein. Schon damals war die Frage unbeantwortet geblieben, was eine NATO, die die nordatlantische Hemisphäre verteidigen soll, eigentlich in Afghanistan zu suchen hatte? SPD-Kriegsminister Peter Struck wusste es: “Unsere Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt!” Auch für die Bundeswehr endete damit nach fast 20 Jahren der bislang intensivste und verlustreichste Einsatz in ihrer Geschichte. Zum 1. Mai 2021 begann die Rückverlegung aller NATO-Kräfte; der Abzug wurde am 16. Juli 2021 abgeschlossen. Der Krieg hatte der afghanischen Bevölkerung, wie befürchtet, keine Freiheit gebracht; die Herrschaft des fundamentalistischen Islam kehrte im ganzen Land erbarmungslos zurück. Doch der Krieg war nicht ganz „umsonst“ gewesen: Er kostete unser Land fast 50 Milliarden Euro und 54 deutsche Soldaten das Leben (insgesamt forderte der Krieg sogar über 70.000 Menschenleben). Für an Details Interessierte: Zwei der damaligen Beteiligten blicken hier zurück.
Wie war es im Fall Syrien? Auch dort intervenierte der “Wertewesten” – und im Ergebnis wurde ein alawitischer Diktator von einem Islamistischen Herrscher abgelöst, als Ende November 2024 syrische Rebellen, angeführt von den Milizen HTS und SNA, innerhalb von weniger als zwei Wochen in einer Großoffensive das Jahrzehnte über Syrien herrschende diktatorische Regime der al-Assad-Familie. Der waffenstarrende Islamist mit dem Terrornahmen „al-Golani“ mauserte sich zum Krawatte tragenden Präsidenten Ahmed al-Scharaa. Vor dem Machtwechsel hatte das syrische Christentum unter Assad weder staatliche noch gesellschaftliche Diskriminierung erfahren; Syrien übte sogar nicht nur eine große Anziehungskraft auf Andersgläubige aus, sondern hatte lange Zeit den Ruf, das sicherste Land für Christen im Nahen Osten zu sein. Mit dem Machtwechsel hat sich das schlagartig geändert. Viele Christen fliehen jetzt, geben sich aber in den Aufnahmeländern nicht offen zu erkennen – weil ihre Verfolger in Überzahl ebenfalls schon da sind. Auch in diesem Fall brachte die Intervention also keine Befriedung; im Gegenteil
Iran-Krieg: Fatale westliche Fehleinschätzung
Ein weiteres Beispiel für die katastrophalen Folgen der Interventionen des “Wertewestens” ist fast schon wieder in Vergessenheit geraten: die Eliminierung des Gaddafi-Regimes in Libyen im Jahre 2011 – mit allen bekannten Konsequenzen für ein Land, das zuvor für seine hervorragende medizinische Versorgung, hohen Bildungsstandard und Gleichberechtigung der Frauen berühmt war. Obama und seine Außenministerin Hillary Clinton bombten den Wüstenstaat in die Steinzeit zurück, wo nun ebenfalls wieder Islamisten das Hohelied auf Mohammeds Koran singen.
Doch von hier zurück in die Neuzeit – in den Iran: Der Aufstand der Frauen gegen die Herrschaft der Mullahs mit ihren Kopftuch- und sonstigen Verboten stärkte die Hoffnung, das menschenverachtete schiitisch-islamische Regime zum Teufel jagen zu können – wo es offenbar ohnehin herkommt, denn es bedrohte nicht nur einen Großteil der eigenen Bevölkerung (Frauen, Kritiker, Konvertiten, Sunniten, christliche Hauskirchen), sondern auch einen ganzen Staat – das jüdische Israel. Die Mullahs hatten Uran über den zivilen Nutzen hinaus angereichert und waren unmittelbar im Begriff, mit Atombomben ihre sunnitischen Nachbarländer zu bedrohen und Israel auszulöschen. Auch liebäugelten die Turban- und Bartträger schon lange mit der Übernahme der Herrschaft über die internationalen Gewässer der Straße von Hormus. Letzteres ist ihnen ausgerechnet im Laufe der von den USA und Israel losgetretenen Kriegshandlungen weitgehend gelungen.
Anfangs gehörte auch ich zu jenen, die hofften, das islamische Regime in Teheran militärisch enthaupten und die Herrschaft in die Hände des Volkes legen zu können. Doch wie wir eines anderen belehrt wurden, half die Intervention Israels und den USA wenig; lediglich die Köpfe in Teheran wurden ausgewechselt und der Weg zur Atommacht vielleicht etwas verzögert – doch in Hormus üben die Mullahs staatliche Piraterie aus und bedrohen die Weltwirtschaft. Unsere Sicht unterlag einer offenkundigen Fehleinschätzung der Herrschaftsverhältnisse und vor allem der Umsturzfähigkeit der Bevölkerung. Die auch von Exiliranern verbreitete Gewissheit, es brauche angesichts des brodelnden revolutionären Klimas in der iranischen Bevölkerung nur eines initialen militärischen Destabilisierungsschlags von außen, um den Machtwechsel von innen loszutreten, entbehrte offenbar jeder Grundlage.
Heilige Pflicht: Schützt uns vor dem Islam!
Was sollte uns das und andere Fälle der älteren und jüngeren Geschichte lehren? Dass es schlicht nicht möglich ist, ein islamisches Land von außen auf einen demokratischen Weg bringen zu können (einen einigermaßen liberalen Islam soll es nur in Indonesien geben, also weit, weit weg – wobei auch dort eine Diktatur herrscht). Meines Wissens ist das noch in keinem einzigen der über 50 islamischen Länder je gelungen. Im Gegenteil gelingt es dem Islam hervorragend, freiheitlich-demokratische, säkulare, westliche und einst mehrheitlich christliche Länder zu “übernehmen“ und zu islamisieren: Halb Afrika ist schon islamisch und ganz Vorderasien sowieso – außer eben Israel. Doch muss das die Sache der dortigen Völker bleiben. Eine Bevölkerung, die den Islam duldet oder ihm gar huldigt, muss ihn eben erdulden, unter ihm leben und leiden; eine traurige, aber realistische Bilanz.
Wenn es also nicht gelingt, unterdrückten Menschen in ihren islamischen Ländern zu helfen, sollte es umso mehr die heilige Pflicht und Schuldigkeit unserer Politiker sein, die eigenen Menschen in Deutschland vor dem Islam zu schützen, wenn dieser seine Maske abnimmt und seinen wahren Charakter zeigt (ein Prozess, der bereits im Gange ist). Man sollte eigentlich annehmen, die unter dem Islam ihrer Herkunftsländer leidenden Zuwanderer hätte von selbigem die Nase voll und würden dem Irrglauben reihenweise abschwören, und umso dankbarer das westliche Lebens- und Freiheitsmodell annehmen. Doch weit gefehlt: Menschen mit missionarischem Eifer aus meiner Umgebung, die versuchten, Muslime zum Christentum zu bekehren und sie damit als potenzielle Gefährder zu “entschärfen”, hatten wenig Erfolg: Von acht „bekehrten“ Muslimen blieb nur einer ihrer Freikirche treu, den anderen vermeintlichen Konvertiten war es offensichtlich nur um den Erwerb eines Bleiberechts gegangen: Sie tauchten unter.
Faktische Machtergreifung
Mit diesem Aufenthaltsstaus werden sie weiter eine Moschee nach der anderen hochziehen und massenhaft besuchen. Und sie werden Kinder mit oft blutjungen Frauen haben, während einheimische Frauen immer weniger Kinder gebären. Es werden immer mehr und muslimische Kinder sein, die sie heranziehen – und diese werden heute staatlich weitaus stärker gefördert, als es einst bei heimischen Familien mit mehr Kindern der Fall war. Um es kurz zu machen:
Nicht wir legen dem Islamismus woanders das Handwerk, sondern er breitet sich bei uns aus. Und zwar mithilfe der unzähligen Schutzengel der grünen „Religion“ Islam aus dem politisch ebenfalls grünen (und roten) Lager. Die politischen Gönner und Helfershelfer des Islam machen sonntags einen auf „Frauenrechte“ und biedern sich werktags genau jenen an, die solche und andere Rechte mit Füßen treten. Was aber wäre zu tun, um der unguten Entwicklung Einhalt zu gebieten? Das ist sehr schwer zu sagen. Auch ich fürchte, der Kipppunkt ist überschritten und einige Länder Europas werden noch lange vor 2050 islamisch beherrscht sein.
Der Islam ist die am stärksten expandierende „Religion“; wenn dessen faktische Machtergreifung in Deutschland überhaupt noch jemand verhindern kann, dann wäre es die Enkelgeneration. Die Älteren, die ihren Lebensabend in vertrauten Gewohnheiten und mitgealterten angestammten sozialen Kreisen verbringen, sind für das Problem blind – und unseren direkten Nachkommen scheint die Gefahr nicht bewusst zu sein. Welches Phänomen lähmt sie? Die Verharmlosung seitens der meinungsbildenden Medien? Die Ablenkung, die über die Smartphons systematisch betrieben wird? Auch die Römer herrschten einst nach dem Prinzip „Brot und Spiele“ – und das Heer von „Influencern“ (eine Krankheit, die weit schlimmer ist als die Influenza!) sind Täter und Opfer der zur Seuche werdenden Banalitäten zugleich. Ihnen sollte bewusst werden, dass es unter islamischer Herrschaft viele ihrer zelebrierten Freiheiten und Annehmlichkeiten nicht mehr geben wird.
Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.
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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.
Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.
Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.
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Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.
Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.
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Haben Sie schon mal was von „Smileys Leuten“ gehört? Nein? Schade. Denn dieser Spionage-Roman aus 1979 von John LeCarre, der auch kongenial verfilmt wurde mit Alec Guinness in der Titelrolle, bietet einen hervorragenden Zugang zur Welt der zweitältesten Branche der Menschheit. „Wissns a, wos s’oidasde G‘weabe is?“ Zwinkersmiley…
Besonders von Belang sind natürlich die Grundlagen, die Entstehungsbedingungen und Gedankenwelten dieser Schattenexistenzen der Schlapphütler. Wer zu diesem Sujet viel gelesen hat, dem sollten sich neue Blickwinkel erschließen. Gerade die Bücher von John le Carre, Graham Greene, Frederick Forsyth, et al., können einem, neben blendender Unterhaltung, auch Zugang in die Denk- und Verhaltensmuster der „Geheimen“ verschaffen. Romane sind da gewöhnlich eben lebendiger als Sachbücher.
Aber auch eine ganze Reihe Sachbuch-Autoren, die sich diesem Metier widmen, sprechen offen und gut belegt aus, dass in der Geheimdienstwelt nichts ist, wie es scheint. Es empfiehlt sich, hier ganz besonders, immer zunächst nach dem „Cui bono“ zu fragen.
Etwas, was neben Methoden und Mentalität, ebenso auf die OK, die sog. organisierte Kriminalität, zutrifft. Gewissermaßen wäre es Zeit für neue Wortschöpfungen wie Cosa Mossad, MI‘drangheta oder CI-amorra. Denn diese Riesen-Krake aus Geheimdiensten und Mafia hat ihre Tentakeln sogar bei „Sex, Drugs & Rock’n Roll“ im Einsatz. Der Hingucker Tom Regenauer hat dazu kürzlich, peinlich akkurat, Eindrückliches zur kulturellen Manipulation dargelegt.
Da ist es egal, ob Kanzler Merz eine Lame Duck oder sogar eher eine Walking Dead Duck ist.
Denn endlich, endlich, endlich bekommen die Geheimdienste Ihrer Majestät, äähh…, „UnsererDemokratie“, nun auch ein unverkennbar größeres Aufgabenspektrum und mehr Macht zum Durchgreifen. Leipzig sei Dank. So stellt Gert Ewen Ungar, schwer zu widerlegen, fest: „Deutschland wandelt sich zum Schurkenstaat, der sich im Ausland staatsterroristischer Mittel bedient und im Inland auf Repression sowie Bespitzelung der eigenen Bürger setzt.“
Sich mit der Vorstellungswelt dieser Menschenwesen zu beschäftigen, ist derzeit also recht aktuell. Deren hauptsächliches Denken und Tun besteht in der Vereinnahmung und Steuerung von praktisch allem, was den Menschen bewegt.
Im Zuge dieses „mindwar“, dem Kampf um Ihr Gehirn, werden Krisen gemacht, um eine Lösung zu präsentieren, aber diese besteht nur in der Bewirtschaftung der Situation. Oder wie Rainer Shea aufklärt: „Die Ausnutzung bestehender Widersprüche ist Kernbestandteil der Geheimdienstarbeit.“
CIA & Co. haben schon lange das Motto: „Die Fakten machen wir“.
Wenn Sie vor der Aufgabe stünden, Sie müssten ein florierendes Land wie Deutschland möglichst weitgehend und schnell zerstören, am besten ohne großen Widerstand. Was würden Sie tun? Habeck, Baerbock, Scholz, Lauterbach, Faeser und zum Abschluss dann noch Merz und Klingbeil an hohe und höchste Stellen platzieren? Aber nicht doch. „So hinterfotzig ko do koana sei? Mia braichtn a Fallbeil statt an Klingbeil!“
Diese vorgeblich Herrschenden kompensieren dann ihr Totalversagen in eigentlich allen Bereichen wie Wohnungs-, Wirtschafts-, Bildungs-, Kultur-, Innen- und Außenpolitik durch besonders eifriges Korinthenkacken gegen die Reaktionen der Betroffenen. Da werden aus der Hüfte schnell mal „verbaler Sexismus“, „Hass und Hetze“ und andere Vorlagen aus den unzähligen Denkpanzern dem willfährigen Justizapparat zur Verfolgung überantwortet. Freudig in die Welt geblasen von den offiziell ausgezeichneten Legitimierungs-Medien.
Dazu erwidern die Querdullis unter anderem, es kann keine strafgesetzlich verfolgbare Hassrede geben! Die Argumentation ist ganz einfach: Worte sind keine körperliche Gewalt. Sie sind Worte und sie werden mit anderen Worten bekämpft. Das Urteil fällt das Gericht der öffentlichen Meinung. Fertig. Aus. Ende. Amen.
Es ist sicher nicht einfach, einerseits den Freiheitsraum der eigenen Bevölkerung kontinuierlich mehr einzuengen und sich gleichzeitig als Verteidiger der globalen Freiheit zu präsentieren. Dazu meint Arnaud Bertrand trocken: „Wenn wir nicht wollen, dass Europa in ein neues Mittelalter abrutscht, sollten wir vielleicht nicht die intellektuellen Methoden des ursprünglichen übernehmen.“
Ist das schon eine glatte Zehn auf der Skala der schweinemäßig nervigsten Sachen?
Beispielhaft sei hier im „Imperium der Lügen“ das Queere und woke betrachtet werden, das geradezu religiös verherrlicht wird. Die Umzüge stehen augenscheinlich ganz in der Tradition der früheren katholischen Heiligen-Prozessionen. Somit wird den Bürgern vorgegaukelt, der preisende und jubilierende Umgang mit sogenannten „Minderheiten“ wäre ein Indikator für Bürgerrechte und Demokratie. Deshalb wäre hier der Hort der Freiheit und die, die nicht mitmachen, sind vom Herz der Finsternis der Nazidenke besessen.
Damit das weiter gut funktioniert, hält die Kriegerkaste im Pentagon die Reihen zu den Schlapphüten fest geschlossen und hat so manche Einheit mit dem Fokus auf die Beeinflussung von Wahrnehmung und Verhalten aufgestellt. Die sollen halt auch PsyOps, false flags und so’n Scheiß durchziehen…
Ein Bataillon für psychologische Operationen der US-Armee hat Rekrutierungsvideos veröffentlicht mit dem Text: „Ihr findet uns im Schatten, an vorderster Front. Der Krieg entwickelt sich weiter, und die ganze Welt ist eine Bühne. Alles, was wir berühren, wird zur Waffe. Wir können täuschen, überzeugen, verändern, beeinflussen, inspirieren … Wir sind überall.“ „Do brauchts nimma mea…“
Es fehlt nur noch das Offensichtliche: „Komm zu uns und werde James Bond!“
Das wahrlich Verrückte ist ja, dass praktisch alles offen liegt durch die Epstein-Files, die RKI-Protokolle, die unfassbar dummstolzen Aussagen von Merkel, Hollande, Nuland und anderen zur Ukraine, ganz aktuell der Fauci-Komplex. Doch was passiert? Nichts!
Manche nehmen an, wenn die Epstein-Klasse nicht aufhört, das Loch, in dem sie steckt, noch tiefer zu graben, wird sie bald im Erdmantel aufgelöst. Doch es geht um die Kontrolle der öffentlichen Wahrnehmung, durch Informationssteuerung und kulturelles „Nudging“.
Und wenn jemand sowohl die Informationsinhalte als auch die Institutionen, die diese Informationen verbreiten, kontrollieren kann, dann ist das die Architektur moderner Macht. Und das würde dann die Frage aufwerfen, ob das „Imperium der Lügen“ mit seiner Verflechtung von wirtschaftlicher Macht, Politik und Kultur eine monopolisiertere Deutungshoheit hervorbringt, als jemals zuvor.
„Wer die Kultur prägt, prägt langfristig auch das Denken einer Gesellschaft.“
Das Verhältnis des Bürgers zum Staat ist das des Rindviehs zum Landwirt. Es ist völlig gleichgültig, was für Kreuze er auf Papier malt.
Dazu identifiziert Rainer Mausfeld unumwunden die „ideologischen Überzeugungen, dass der Westen unter Leitung der USA „die größte Kraft der Welt für Frieden und Freiheit, für Demokratie, Sicherheit und Wohlstand“ sei, darf durch keinerlei Fakten erschütterbar sein.“
Die Wahrheit in Martin Luther Kings Aussage, dass die USA „der größte Verursacher von Gewalt in der heutigen Welt“ ist, zeigt sich heute genauso wie 1967.
Die Schlapphüte führen in allen Nationen mittlerweile routinemäßig Sabotagekriege gegen die Bevölkerungen, „um das globalistische Kontrollsystem zu erhalten, dem ihre Führer verpflichtet sind.“
Der bekannte bekennende Propagandist Dr. Joseph Goebbels sagte einmal: „Wenn eine Lüge nur groß genug ist und sie oft genug wiederholt wird, dann werden die Leute sie am Ende glauben.“ Diese Vorgabe wird heutzutage am eifrigsten von den „Staatsorganen“ umgesetzt. „Wea des ned siagt, muas a Voiblinda sei.“
Wer von den Y-Chromosomenträgern wollte nicht schon mal, still und heimlich, ein Super-Agent sein?
Die Aussage „Die USA sind das großartigste Land der Welt“ ist zwar „keine formale oder verpflichtende Voraussetzung für eine Einstellung bei der CIA“, wie die KI dekliniert, sondern nur in Filmen zu finden. Schaden dürfte so eine Haltung aber auch nicht.
Wer allerdings wirklich Freude am Denken hat, für den sind die in-offiziellen Erzählungen, vulgo Verschwörungstheorien, eine riesen Schatzgrube, bei der man überall auf sonst (offiziell) verborgene und damit kostbare Wahrheiten stößt. Da tun sich oft ganz neue Welten auf. „Des glaab i jetz ned… Des ko do goa ned sei?“
Die unermüdliche Dagmar Henn spottet da schon wieder ob des Dauerbombardements mit Fake-Facts-Horrormeldungen: „In den letzten Tagen kam es einem fast so vor, als wäre die Tiefkühlung der deutschen Propagandazentrale ausgefallen und man müsste nun ganz eilig alle Themen auf einmal servieren, weil sie sonst verderben.“
Jede Klientel hat ihre eigene Schlagwortlogik.
Wann gibt es endlich Preise für die „flachdenkendste Hohlbirne“? Für alle, die am wenigsten in die Tiefe gehen, extrem oberflächlich urteilen oder komplexe Zusammenhänge völlig ignorieren.
Das gedeiht auf einem gesellschaftlichen Humus, bei dem auch im Wissensbereich immer kleinteiligere Inhaltsvermittlung praktiziert wird. Jeder lernt und weiß nur so viel, wie er zum Arbeiten in seinem abgesteckten Bereich benötigt. Das Prinzip der Schlapphutbranche halt wieder mal. So bleibt man unfähig, komplexe interdisziplinäre bzw. übergreifende Zusammenhänge zu verstehen.
Etwas Besseres zur Verwirrung als das LGBTQI+-Narrativ konnten sich die in den Denkpanzern für den letzten Akt der endgültigen Totalverblödung der Massen gar nicht ausdenken. Nun gut, die Geschichte mit dem Klima statt Wetter, Stichwort Erdverkochung, ist auch nicht schlecht. Das bescherte der Welt die „Klimakollapsologen“ der neuen „Klimakirche“, wobei dem Klimagott nach Blut, Schweiß und Tränen dürstet. Ob das neue „Barbarossa“ da Erlösung bietet?
„Der herrschenden Klasse in Europa gehen schlichtweg die Argumente aus.“
Da gibt es Leute, die behaupten, es würde zusätzlich alles immer komplizierter gemacht bzw. verkompliziert. Und das soll System haben. Genau deshalb wäre der Volksmund so genial, denn mit diesem riesigen Weisheitsschatz der ganzen Menschheitsgeschichte hätte man ein wunderbares Hilfsmittel, um die Chance auf ein wesenhaftes Verstehen wahrzunehmen.
Obendrauf kommt dann noch frecherweise, dass neue Erkenntnisse logischerweise erst dann gewonnen werden können, wenn bisheriges Wissen infrage gestellt und somit widerlegt wird. Sobald man diese Skepsis und das Hinterfragen verbietet, hat das System keinen Mechanismus mehr, der Fehlentwicklungen aufzeigt oder das System verbessern hilft. Im Gegenteil blockiert es sich dadurch selbst.
Stephen Soukup postuliert unmissverständlich: „Ein „Eisernes Gesetz“ ist die Unfähigkeit von Oligarchien, sich selbst zu reformieren. Eine Oligarchie wird sich nicht reformieren, weil sie sich nicht reformieren kann. Und so wird sie stattdessen zusammenbrechen.“ Weil das System darauf ausgelegt ist, die Korrupten zu schützen und die Wahrheitssucher zu bekämpfen.
„Die alte Welt stirbt, und die neue Welt ringt darum, geboren zu werden: Jetzt ist die Zeit der Monster.“ Antonio Gramsci
Manch alter Haudegen, wie Paul Craig Roberts, ist verärgert: „Wie sollen gute Entscheidungen getroffen werden, wenn die Wahrheit nicht mehr zugelassen wird?“ Damit, so Roberts, sind wir im „Lager der Heiligen“. Da sehen sich die USA allerdings schon lange selbst, als „Holy Nation“. Bisher haben sie, respektive deren Vertreter, noch eine gewisse Dominanz über den globalen Informationsraum.
Der „in Kreisen“ wohlbekannte Jeffrey Sachs beschreibt das politische System der USA als ein „System der täglichen Medienmanipulation“ und „PR-System“. Deshalb ist es möglich, dass jemand den Präsidenten darstellt, der dazu eigentlich nicht in der Lage ist.
„Die wahren Hebel der Macht – ausgeübt von der City of London und der Wall Street“, wie sich Pepe Escobar auszudrücken bemüßigt fühlt, stellen nach wie vor gewaltige Machtmittel im Besitz von menschenverachtenden Psychopaten dar. Doch der Weg zeigt nach unten.
Dazu meint Caitlin Johnstone auch noch: „Je weniger gesund sich diese Zivilisation für Sie anfühlt, desto gesünder werden Sie. Alles an diesem Albtraum sieht mit klaren Augen entsetzlich aus.“
„Seien Sie gegrüßt im Annonazimal!“
Ein Gedanke kommt immer viel zu kurz: Das, was wir heute erleben, kommt von früher. Alles hat seine Vorgeschichte. Fazit: Die Zeiten früher schienen (!) deutlich besser, doch sie haben zu dem geführt, wo wir jetzt sind…
Warum sollte man heute noch irgendetwas glauben, was von oben kommt?
Wer Freude am Denken hat, für den ist dieser Prozess der Wahrheitssuche gleichzeitig fröstelnd und faszinierend.
Oder Sie halten‘s mit Luisa Neubauer: „Lieber Doppelmoral als keine Moral.“
Erkenntnis kennt keine Wertung, sondern ist ein Weg der Beobachtung und der Betrachtung. Reicht’s jetzt?
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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Kaum ein Stoff steht heute derart im Zentrum der Klimadebatte wie Kohlendioxid. CO₂ soll reduziert, besteuert, gespeichert und möglichst vermieden werden. Ganze Wirtschaftsbereiche werden umgebaut, politische Programme darauf ausgerichtet und uns wird vorgerechnet, welchen „CO₂-Fußabdruck“ unser Leben hinterlässt. Doch bevor ein natürlicher Bestandteil unserer Atmosphäre zum politischen Maßstab für nahezu alles wird, sollte man sich mit der Frage befassen, was CO₂ eigentlich ist – und welche Rolle es für das Leben auf der Erde spielt.
1. Was ist CO₂
Kohlendioxid ist eine chemische Verbindung aus einem Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatomen – daher die Formel CO₂. Es ist farb- und geruchlos und ein natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre. Es entsteht bei zahlreichen natürlichen Prozessen, etwa bei der Atmung von Lebewesen, bei der Zersetzung organischen Materials, bei Vulkanausbrüchen und beim Austausch zwischen Ozeanen und Atmosphäre. Gleichzeitig wird CO₂ von Pflanzen, zahlreichen Algen und anderen photosynthetisch aktiven Organismen – beispielsweise Cyanobakterien – aufgenommen und zum Aufbau organischer Substanz genutzt.
Damit befindet sich CO₂ seit Jahrmillionen in einem gewaltigen natürlichen Kreislauf zwischen Atmosphäre, Ozeanen, Böden, Gesteinen und Lebewesen. Der Mensch hat diesen Kreislauf nicht geschaffen. Er war lange vor uns da.
Kohlendioxid ist für das Leben auf der Erde unverzichtbar. Pflanzen benötigen es für die Photosynthese. Ohne CO₂ gäbe es keine Pflanzenwelt, wie wir sie kennen, und damit auch nicht die Nahrungsketten, von denen Tiere und Menschen abhängen.
CO₂ ist deshalb zunächst einmal kein „Klimakiller“. Es ist ein natürlicher und lebensnotwendiger Bestandteil unserer Atmosphäre. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass seine mögliche Wirkung auf das Klima damit vom Tisch wäre. Kohlendioxid besitzt nachweisbare strahlungsphysikalische Eigenschaften: CO₂-Moleküle können Infrarotstrahlung in bestimmten Wellenlängenbereichen aufnehmen und wieder abgeben. Gemeint ist damit die für unsere Augen unsichtbare Wärmestrahlung, die von der erwärmten Erdoberfläche abgegeben wird. CO₂ reagiert dabei nicht auf jede Wellenlänge gleichermaßen, sondern nur auf bestimmte Bereiche dieser Strahlung.Was daraus für die Temperatur der bodennahen Atmosphäre und der Erdoberfläche folgt, ist allerdings eine wesentlich tiefergehende Frage.
Der Weltklimarat der Vereinten Nationen, der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), schreibt dem zusätzlichen CO₂ eine bedeutende Erwärmungswirkung zu. Seine Berechnungen berücksichtigen dabei sowohl die unmittelbare Strahlungswirkung des Kohlendioxids, aber auch Rückkopplungen mit Wasserdampf, Wolken, Eis und anderen Bestandteilen des Klimasystems.
An diesem Punkt beginnt jedoch eine wissenschaftliche Kontroverse, die in der öffentlichen Diskussion meines Erachtens viel zu selten sichtbar wird. Kritiker der vorherrschenden Interpretation – deren Argumente in meinen Augen meist wesentlich schlüssiger sind – stellen nicht unbedingt infrage, dass ein CO₂-Molekül Infrarotstrahlung absorbieren kann. Sie bestreiten vielmehr, dass daraus die dem CO₂ zugeschriebene starke Temperaturwirkung im realen Klimasystem abgeleitet werden kann. Zu diesen Kritikern gehört beispielsweise der Ingenieur Michael Limburg, Mitgründer des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE), der sich seit Jahren gegen die gängige Interpretation des Treibhauseffekts wendet.
Wer hier recht hat, möchte ich an dieser Stelle nicht bewerten. Entscheidend ist die Physik. Deshalb werde ich im nächsten Teil genauer untersuchen, was CO₂ mit Wärmestrahlung tatsächlich macht, welche Rolle der in der Atmosphäre wesentlich häufiger vorkommende Wasserdampf spielt und wie aus diesen physikalischen Vorgängen schließlich eine bestimmte Temperaturwirkung berechnet wird.
Im vorliegenden Teil geht es zunächst um etwas anderes: Was ist CO₂, welche Bedeutung besitzt es für das Leben, wie stark hat seine Konzentration im Laufe der Erdgeschichte geschwankt und wie bewegt sich Kohlenstoff zwischen Atmosphäre, Pflanzen, Böden und Ozeanen?
2. CO₂-Konzentration in der Atmosphäre
Hier möchte ich zunächst einen Blick auf Größenordnungen in der Atmosphäre werfen.
Vor Beginn der Industrialisierung lag die atmosphärische CO₂-Konzentration bei ungefähr 280 ppm. „ppm“ bedeutet parts per million, also Teile pro Million. Vereinfacht ausgedrückt: Auf eine Million Moleküle trockener Luft – also der Luftbestandteile ohne den stark schwankenden Wasserdampf – kamen ungefähr 280 CO₂-Moleküle. Heute liegt die Konzentration bei etwas mehr als 420 ppm. Das entspricht etwas mehr als 0,04 Prozent der Atmosphäre. Nochmals zur Veranschaulichung: Von 10.000 Molekülen in der Atmosphäre sind etwas mehr als 4 Moleküle Kohlendioxid.
Die Konzentration ist also mengenmäßig ausgesprochen klein, zugleich aber seit vorindustrieller Zeit um ungefähr die Hälfte gestiegen. Beides sind Fakten. Wer lediglich darauf verweist, dass CO₂ nur gut 0,04 Prozent der Atmosphäre ausmacht, hat damit noch nicht bewiesen, dass es klimatisch bedeutungslos wäre. Umgekehrt folgt aus der gestiegenen CO₂-Konzentration aber auch nicht, dass sich jede beobachtete Klimaveränderung monokausal auf CO₂ zurückführen ließe.
Der IPCC geht davon aus, dass der Mensch einen sehr großen Einfluss auf die gegenwärtige Klimaentwicklung hat. Nach seinem sechsten Sachstandsbericht ist die seit dem späten 19. Jahrhundert beobachtete globale Erwärmung im Wesentlichen auf menschliche Einflüsse zurückzuführen – vor allem auf den Ausstoß von Treibhausgasen. Für den Zeitraum 2010 bis 2019 schätzt er die vom Menschen verursachte Erwärmung gegenüber 1850 bis 1900 auf rund 1,07 Grad Celsius. Natürlichen Faktoren wie Veränderungen der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüchen schreibt er für diese langfristige Erwärmung dagegen nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag zu. Eine interessante Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Wasserdampf. Obwohl er selbst ein bedeutendes Treibhausgas ist, wird er vom IPCC – entsprechend der etablierten Klimaphysik – anders eingeordnet als CO₂: überwiegend als Rückkopplung und nicht als eigenständiger langfristiger Antrieb. Was mit einer solchen Rückkopplung gemeint ist, lässt sich an einem einfachen Beispiel zeigen: Steigt die Temperatur zunächst aus einem anderen Grund – etwa weil Veränderungen der Erdbahn über lange Zeiträume die Verteilung der Sonneneinstrahlung verändern –, kann dadurch mehr Wasser verdunsten und der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre zunehmen. Dieser zusätzliche Wasserdampf kann wiederum die bereits begonnene Erwärmung verstärken. In der etablierten Klimaphysik gilt Wasserdampf deshalb überwiegend als Verstärker einer bereits angestoßenen Temperaturänderung und weniger als deren ursprünglicher langfristiger Auslöser.
Ob diese Einordnung der tatsächlichen Rolle des Wasserdampfs im Klimasystem vollständig gerecht wird, ist allerdings eine Frage, auf die ich im nächsten Teil noch zurückkommen werde.
Ich habe erhebliche Zweifel an der vorherrschenden Auffassung, Kohlendioxid sei der entscheidende Treiber der gegenwärtigen Erwärmung. Die Erde kam Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Kleinen Eiszeit, einer mehrere Jahrhunderte dauernden kühleren Klimaphase. Dass sich das Klima danach erwärmte, ist zunächst eine historische Beobachtung. Daraus allein lässt sich allerdings noch nicht ableiten, wodurch diese Erwärmung verursacht wurde. Nach meinem Dafürhalten ist doch die Frage, wie zuverlässig sich der menschliche Anteil von natürlichen Schwankungen und anderen Einflussfaktoren trennen lässt. Werden natürliche Prozesse dabei unterschätzt, kann entsprechend auch die Zuschreibung des menschlichen Anteils zu hoch ausfallen. Ob und in welchem Umfang das der Fall ist, wird im nächsten Teil unter die Lupe genommen.
Dabei wäre es allerdings zu einfach, die Einschätzung des IPCC kurzerhand beiseitezuschieben. Sie beruht nicht lediglich darauf, CO₂- und Temperaturkurven nebeneinanderzulegen. In seine Bewertung fließen Messdaten und physikalische Grundlagen ebenso ein wie Klimamodelle, Rekonstruktionen früherer Klimaperioden und sogenannte Attributionsstudien. Mit deren Hilfe versuchen Wissenschaftler abzuschätzen, welchen Anteil unterschiedliche natürliche und menschliche Einflussfaktoren an beobachteten Klimaveränderungen haben.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Arbeit des IPCC selbst keiner kritischen Betrachtung bedarf. Auch hier stellen sich für mich Fragen nach institutionellen Interessen, politischen Rahmenbedingungen und danach, wer Forschung finanziert und welche Fragestellungen dadurch möglicherweise bevorzugt werden – nach dem Grundsatz cui bono? – wem nützt es?
Diese institutionelle Ebene möchte ich an dieser Stelle jedoch zunächst beiseitelassen und zur wissenschaftlichen Argumentation zurückkehren. Denn auch dort liegt eine entscheidende Schwierigkeit: Solche Zuordnungen beruhen nicht ausschließlich auf unmittelbar messbaren Größen, sondern auch auf Modellen, Annahmen und statistischen Verfahren und sind deshalb mit Unsicherheiten behaftet. Die entscheidende Frage lautet für mich daher nicht, ob der Mensch das Klima beeinflusst. Das tut er. Entscheidend ist vielmehr, wie groß dieser Einfluss im Verhältnis zu den natürlichen Faktoren tatsächlich ist, mit welcher Sicherheit sich die verschiedenen Einflüsse voneinander trennen und quantifizieren lassen – und wie viel Gewissheit sich daraus für Entwicklungen in mehreren Jahrzehnten ableiten lässt. Diese Frage möchte ich an dieser Stelle bewusst offenlassen. Sie gehört in den nächsten Teil, in dem es um CO₂, Treibhauseffekt und Klimasensitivität gehen wird.
3. CO₂ – Rohstoff des Lebens
Hinzu kommt eine weitere Ebene, die in der politischen Diskussion leicht untergeht: CO₂ ist eben nicht nur Treibhausgas. Es ist gleichzeitig Rohstoff des Lebens. Der Pflanze ist es gleichgültig, ob der Mensch CO₂ politisch zum Problem erklärt. Sie nimmt Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und baut daraus mithilfe von Licht und Wasser organische Substanz auf. Aus einem Gas, das politisch fast ausschließlich als Problem behandelt wird, entstehen Blätter, Holz, Früchte und letztlich Nahrung.
Das ist keine Meinung eines „Klimaleugners“. Das ist Biologie.
Deshalb halte ich die verbreitete sprachliche Reduzierung von Kohlendioxid auf einen „Klimakiller“ für problematisch. Ein lebensnotwendiger Naturstoff besitzt verschiedene Wirkungen gleichzeitig. Seine strahlungsphysikalischen Eigenschaften können untersucht und kritisch bewertet werden, ohne seine biologische Bedeutung kleinzureden – und seine biologische Bedeutung widerlegt umgekehrt nicht die Tatsache, dass CO₂ Infrarotstrahlung in bestimmten Wellenlängenbereichen absorbiert und emittiert. Welche Temperaturwirkung daraus im realen Klimasystem entsteht, ist eine weitergehende Frage.
Deshalb lohnt es sich, jene Seite des Kohlendioxids genauer zu betrachten, die in der öffentlichen Klimadebatte weniger Beachtung findet: seine Bedeutung für das Pflanzenleben. Was geschieht, wenn Pflanzen mehr CO₂ zur Verfügung steht? Warum wird in Gewächshäusern teilweise ganz bewusst zusätzliches Kohlendioxid eingesetzt? Und trägt der steigende CO₂-Gehalt tatsächlich dazu bei, dass große Teile der Erde grüner geworden sind?
Damit komme ich zu einer grundlegenden Tatsache, ohne die jede Diskussion über Kohlendioxid unvollständig bleibt:
Ohne CO₂ kein Pflanzenleben
Was bei Kohlendioxid in der politischen Debatte häufig untergeht, ist biologisches Grundwissen: Pflanzen brauchen CO₂. Nicht irgendwann, nicht unter besonderen Umständen, sondern jeden Tag für ihr Wachstum.
Bei der Photosynthese nehmen Pflanzen Kohlendioxid aus der Luft auf. Mithilfe der Energie des Sonnenlichts und unter Verwendung von Wasser stellen sie daraus energiereiche organische Stoffe her, insbesondere Zucker. Dabei wird Sauerstoff freigesetzt. Aus diesen Grundstoffen baut die Pflanze schließlich Blätter, Stängel, Wurzeln, Holz, Blüten und Früchte auf.
Der Kohlenstoff in einem Baumstamm kommt also nicht hauptsächlich aus dem Boden. Ein erheblicher Teil der trockenen Pflanzenmasse entsteht letztlich aus Kohlenstoff, den die Pflanze zuvor als CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Ein unsichtbares Gas aus der Luft wird zu Holz, Getreide, Obst und Gemüse. Und damit letztlich auch zu unserer Nahrung. Fantastisch, oder?
CO₂ als Dünger
Dass mehr CO₂ unter geeigneten Bedingungen das Pflanzenwachstum fördert, ist keine Außenseiterthese und schon gar keine Erfindung sogenannter „Klimaleugner“. Der Effekt ist seit Langem bekannt und wird als CO₂-Düngungseffekt bezeichnet.
Gärtner und professionelle Gewächshausbetriebe machen sich diesen Zusammenhang praktisch zunutze. In geschlossenen Gewächshäusern kann die CO₂-Konzentration gezielt erhöht werden, um Photosynthese und Pflanzenwachstum zu fördern. Das US-Landwirtschaftsministerium fasst die Wirkung sehr nüchtern zusammen: Eine erhöhte CO₂-Konzentration kann die Photosyntheserate und damit Wachstum und Ertrag steigern.
Außerhalb des Gewächshauses behandeln wir Kohlendioxid fast ausschließlich als Problem. Innerhalb des Gewächshauses wird derselbe Stoff gezielt eingesetzt, weil Pflanzen ihn zum Wachstum benötigen. Das ist kein Widerspruch der Natur – die Natur kennt keine Widersprüche. Es ist ein Widerspruch in der Art, wie wir über CO₂ sprechen.
Allerdings wäre es ebenso falsch, daraus die Gleichung „mehr CO₂ = immer mehr Pflanzenwachstum“ zu entwickeln. Eine Pflanze lebt schließlich nicht von CO₂ allein. Sie benötigt Licht, Wasser, geeignete Temperaturen und Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Fehlt einer dieser Faktoren, kann zusätzliches CO₂ seine wachstumsfördernde Wirkung nur eingeschränkt entfalten.
Verschiedene Pflanzenarten reagieren unterschiedlich auf CO₂. Besonders deutlich zeigt sich das bei den beiden großen Gruppen der sogenannten C3- und C4-Pflanzen. Zu den C3-Pflanzen gehören beispielsweise Weizen, Reis und Sojabohnen. Sie reagieren im Allgemeinen stärker auf zusätzliches CO₂. Mais und Zuckerrohr gehören dagegen zu den C4-Pflanzen und reagieren unter normalen Bedingungen deutlich schwächer darauf. Freilandversuche bestätigen diese Unterschiede.
Man muss daraus keine neue Heilslehre machen. Aufgrund des CO₂-Düngungseffekts sollte man nicht den Fehler machen CO₂ zum Wundermittel zu erklären. Pflanzen leben nicht von Kohlendioxid allein. Seine wachstumsfördernde Wirkung hängt von zahlreichen weiteren Bedingungen ab. Aber ebenso wenig sollte man seine nachgewiesene Funktion für Pflanzen ausblenden, nur weil sie nicht zum verbreiteten Bild des fast ausschließlich schädlichen Kohlendioxids passt.
Die Erde ist grüner geworden
Besonders interessant wird es, wenn man das Gewächshaus verlässt und den gesamten Planeten betrachtet. Satelliten beobachten seit Jahrzehnten die Vegetation der Erde. Eine 2016 veröffentlichte internationale Untersuchung mit 32 Wissenschaftlern aus acht Ländern kam zu dem Ergebnis, dass zwischen einem Viertel und der Hälfte der bewachsenen Landflächen der Erde innerhalb von rund 35 Jahren eine deutliche Zunahme der Blattfläche zeigte. Vereinfacht gesagt: Große Teile der Erde sind grüner geworden.
Die Wissenschaftler untersuchten verschiedene mögliche Ursachen dieser Begrünung – darunter steigende CO₂-Konzentrationen, Stickstoffeinträge, Landnutzungsänderungen sowie Veränderungen von Temperatur, Niederschlag und Sonneneinstrahlung. Ihre Modellrechnungen führten zu dem Ergebnis, dass der CO₂-Düngungseffekt rund 70 Prozent der beobachteten Begrünung erklären könnte.
Hier ist allerdings eine Unterscheidung wichtig: Die Begrünung selbst wurde mithilfe von Satellitendaten beobachtet. Die Zuordnung, welcher Faktor welchen Anteil daran verursacht hat, beruht dagegen auf Modellrechnungen. Die 70 Prozent sind deshalb keine unmittelbar vom Satelliten „gemessene“ CO₂-Wirkung.
Diese Unterscheidung sollte man bei Klimafragen immer wieder im Hinterkopf behalten: Was wurde tatsächlich gemessen – und was wurde anschließend mithilfe eines Modells daraus abgeleitet?
Trotz dieser Einschränkung ist der grundsätzliche CO₂-Düngungseffekt experimentell gut belegt. Jahrzehntelange sogenannte FACE-Freilandversuche, bei denen Pflanzen unter freiem Himmel erhöhten CO₂-Konzentrationen ausgesetzt werden, zeigen bei vielen Pflanzen eine erhöhte Photosynthese und Biomasseproduktion. Sie zeigen allerdings ebenso deutlich die Grenzen: Nährstoffmangel kann den Effekt abschwächen, C4-Pflanzen reagieren weniger stark, und bei manchen Nutzpflanzen kann eine höhere CO₂-Konzentration die Konzentration bestimmter Mineralstoffe in den Samen reduzieren.
Diese unterschiedlichen Wirkungen zeigen, wie wenig die Einteilung von CO₂ in „gut“ oder „schlecht“ der Wirklichkeit gerecht wird. CO₂ ist weder ausschließlich unter dem Blickwinkel seiner Treibhauswirkung zu betrachten noch lässt es sich zum problemlosen Wundermittel erklären.
Damit stellt sich die nächste Frage: Wie hoch ist die heutige CO₂-Konzentration im Vergleich zu früheren Erdzeitaltern?
4. CO₂ war nie konstant
Wie ordnet sich die heutige CO₂-Konzentration in die Klimageschichte der Erde ein?
Vor Beginn der Industrialisierung lag sie bei ungefähr 280 ppm, heute bei mehr als 420 ppm. Der Anstieg ist erheblich und unstrittig. Wer daraus allerdings den Eindruck gewinnt, 280 ppm seien so etwas wie der natürliche Normalzustand der Erde, irrt. Einen über Millionen Jahre konstanten CO₂-Gehalt hat es nicht gegeben.
Besonders aufschlussreich sind Eisbohrkerne aus der Antarktis und aus Grönland. In dem über Jahrtausende entstandenen Eis befinden sich winzige eingeschlossene Luftbläschen – gewissermaßen Proben der damaligen Atmosphäre. Dadurch lässt sich die Entwicklung des atmosphärischen CO₂ über Hunderttausende Jahre vergleichsweise zuverlässig rekonstruieren.
Während der Eiszeitzyklen der vergangenen rund 800.000 Jahre schwankte die CO₂-Konzentration grob zwischen etwa 180 ppm in ausgeprägten Kaltzeiten und 280 bis 300 ppm in Warmzeiten. Der heutige Wert von mehr als 420 ppm liegt damit deutlich über dieser jüngeren natürlichen Schwankungsbreite. Das sollte man als sogenannter Klimaleugner auch nicht verschweigen. Interessant wird es allerdings bei der Frage nach Ursache und Wirkung.
Bei vergangenen Übergängen von Kalt- zu Warmzeiten wurde die Erwärmung nicht einfach dadurch ausgelöst, dass zunächst das CO₂ anstieg. Veränderungen der Erdbahn – die bereits beschriebenen Milanković-Zyklen – veränderten die Verteilung der Sonneneinstrahlung und setzten weitere Prozesse in Gang. Eine viel zitierte Untersuchung von Nicolas Caillon und Kollegen fand beispielsweise für einen Eiszeitübergang vor etwa 240.000 Jahren, dass die antarktische Erwärmung dem CO₂-Anstieg um durchschnittlich etwa 800!!! ± 200 Jahre vorausging.
Das ist ein wichtiger Befund. Er bedeutet allerdings nicht, dass damit eine Klimawirkung von CO₂ widerlegt wäre. Die etablierte Erklärung lautet vielmehr, dass die anfängliche Erwärmung weitere Rückkopplungen in Gang setzte. Veränderungen der Ozeane – unter anderem ihrer Temperatur, Zirkulation und Chemie – beeinflussten die Freisetzung und Aufnahme von CO₂. Das zusätzlich in die Atmosphäre gelangende Kohlendioxid konnte nach dieser Erklärung die bereits begonnene Erwärmung wiederum verstärken.
CO₂ war bei solchen natürlichen Klimawechseln damit nicht einfach nur Ursache oder nur Folge, sondern Teil eines komplexen Rückkopplungsprozesses. Neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass die zeitliche Beziehung zwischen Temperatur und CO₂ nicht bei allen Eiszeitübergängen identisch ist. Die „800 Jahre“ sollte man deshalb nicht als allgemeingültige Naturkonstante missverstehen.
Man sollte generell vorsichtig sein, aus dem parallelen Verlauf zweier Kurven bereits eine eindeutige Kausalität abzuleiten. Entscheidend ist, welcher Prozess eine Veränderung zunächst anstößt (sogenannter Antrieb) und welche weiteren Prozesse anschließend verstärkend (Verstärker) oder abschwächend hinzukommen.
Je weiter man in der Erdgeschichte zurückgeht, desto schwieriger wird die Rekonstruktion. Für Zeiträume von Millionen oder gar Hunderten Millionen Jahren gibt es keine Luftbläschen im Eis mehr. Wissenschaftler greifen deshalb auf sogenannte Proxydaten zurück – beispielsweise fossile Blätter, Meeresablagerungen oder geochemische Spuren in Gesteinen.
Das sind wissenschaftlich wertvolle Verfahren. Aber eine Rekonstruktion ist keine direkte Messung. Auch der IPCC weist bei bestimmten terrestrischen CO₂-Proxys auf geringe Datendichte sowie vergleichsweise große Unsicherheiten bei CO₂-Werten und Altersbestimmungen hin.
Trotz dieser Unsicherheiten ist eines ziemlich klar: In früheren Erdzeitaltern lagen die CO₂-Konzentrationen zeitweise erheblich höher als heute. Für das frühe Eozän vor rund 50 Millionen Jahren nennt der IPCC etwa 1.150 bis 2.500 ppm. Für Teile der Trias, eines Erdzeitalters vor rund 250 bis 200 Millionen Jahren, in dem auch die ersten Dinosaurier auftraten, werden sogar Größenordnungen von 2.000 bis 5.000 ppm rekonstruiert.
Das bedeutet nicht, dass solche Werte für unsere heutige Welt automatisch harmlos wären. Kontinente und Ozeane waren anders angeordnet, Ökosysteme unterschieden sich, und auch andere Einflussfaktoren waren nicht identisch.
Es bedeutet aber sehr wohl: Die heutigen gut 420 ppm sind erdgeschichtlich keineswegs einmalig. Im Maßstab der vergangenen 800.000 Jahre sind sie außergewöhnlich hoch – über Hunderte Millionen Jahre betrachtet dagegen nicht.
Wie gewaltig die Veränderungen des Erdklimas waren, zeigt auch eine 2024 in Science veröffentlichte Rekonstruktion der vergangenen 485 Millionen Jahre. Die Forscher errechneten globale Durchschnittstemperaturen zwischen ungefähr 11 und 36 Grad Celsius. Zum Vergleich: Heute haben wir eine globale Durchschnittstemperatur von circa 15 Grad Celsius. Über einen großen Teil dieses Zeitraums befand sich die Erde demnach in wärmeren Klimazuständen als heute.
Auch hier ist allerdings Genauigkeit angebracht: Niemand hat vor 400 Millionen Jahren ein Thermometer abgelesen. Die Forscher kombinierten geologische Proxydaten mit Klimamodellen und statistischen Verfahren. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Rekonstruktion, nicht um eine direkte Temperaturmessung. Die Studie ist keineswegs ein hundertprozentiger Beleg dafür, CO₂ für klimatisch bedeutungslos zu erklären.
Für mich folgt daraus vor allem eines: Die Erdgeschichte lässt sich weder mit dem Satz „CO₂ macht das Klima“ noch mit „CO₂ spielt keine Rolle“ angemessen beschreiben. Temperatur und CO₂ haben sich über Millionen Jahre erheblich verändert – eingebettet in ein Klimasystem, in dem gleichzeitig Sonne, Ozeane, Eis, Vegetation, Kontinentalverschiebungen und zahlreiche Rückkopplungen wirken.
Das Klima war nie statisch. Der CO₂-Gehalt war es ebenso wenig.
Damit stellt sich zwangsläufig die nächste Frage: Woher kommt das Kohlendioxid, wohin verschwindet es wieder – und welche Rolle spielen dabei Ozeane, Pflanzen, Böden und der Mensch?
5. Der große Kreislauf des Kohlenstoffs
Kohlendioxid bleibt nicht einfach in der Atmosphäre. Der darin enthaltene Kohlenstoff ist ständig unterwegs. Er wandert zwischen Atmosphäre, Pflanzen, Böden, Ozeanen, Lebewesen und Gesteinen hin und her. Manche dieser Wege dauern nur Tage oder Jahre, andere Jahrtausende oder sogar Millionen Jahre.
Man kann sich diesen Kohlenstoffkreislauf wie ein gewaltiges System miteinander verbundener Speicher vorstellen. Die Atmosphäre ist einer davon – aber keineswegs der größte. Kohlenstoff befindet sich in Wäldern und Böden, in den Ozeanen, in Lebewesen und in gewaltigen Mengen auch in Gesteinen und Sedimenten.
Pflanzen entziehen der Atmosphäre CO₂ und bauen den darin enthaltenen Kohlenstoff durch Photosynthese in ihre Biomasse ein. Ein Baum beispielsweise macht aus Kohlendioxid, Wasser und Sonnenenergie über Jahre hinweg Blätter, Äste, Wurzeln und Holz. Stirbt die Pflanze ab, beginnt der nächste Teil des Kreislaufs: Mikroorganismen zersetzen das organische Material, wobei ein Teil des Kohlenstoffs wieder als CO₂ freigesetzt wird. Ein anderer Teil verbleibt im Boden oder wird über längere Zeiträume gespeichert.
Auch Tiere und Menschen sind Bestandteil dieses Kreislaufs. Wir nehmen Kohlenstoff über unsere Nahrung auf und geben einen Teil davon durch die Atmung wieder als Kohlendioxid an die Atmosphäre zurück.
Eine besonders große Rolle spielen die Weltmeere. Sie enthalten um ein Vielfaches mehr Kohlenstoff als die Atmosphäre und tauschen ständig CO₂ mit ihr aus. An der Meeresoberfläche geschieht beides gleichzeitig: Kohlendioxid gelangt aus der Atmosphäre ins Wasser – und aus dem Wasser wieder zurück in die Atmosphäre. Entscheidend ist, in welche Richtung unter den jeweiligen Bedingungen netto mehr transportiert wird.
Dabei spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Kaltes Wasser kann grundsätzlich mehr CO₂ aufnehmen und gelöst halten als warmes Wasser. Man kennt das Prinzip vereinfacht von einer Flasche mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser: Wird sie warm und geöffnet, entweicht das darin gelöste Kohlendioxid leichter. Die Vorgänge im Ozean sind natürlich wesentlich komplizierter, aber das Grundprinzip der temperaturabhängigen Löslichkeit ist dasselbe.
Deshalb kann eine Erwärmung von Meerwasser grundsätzlich die Abgabe von CO₂ begünstigen. Umgekehrt können kalte Meeresregionen besonders viel CO₂ aufnehmen. Hinzu kommen allerdings Meeresströmungen, biologische Prozesse und die Chemie des Meerwassers. Plankton nimmt beispielsweise Kohlenstoff auf, abgestorbenes organisches Material kann in tiefere Wasserschichten absinken und Kohlenstoff damit teilweise für lange Zeit dem unmittelbaren Austausch mit der Atmosphäre entziehen.
Die Ozeane sind deshalb weder einfach nur CO₂-Speicher noch einfach nur CO₂-Quellen. Sie sind beides – und stehen in einem permanenten Austausch mit der Atmosphäre.
Quellen und Senken – entscheidend ist, was unter dem Strich bleibt
Damit kommen zwei Begriffe ins Spiel, die in der Klimadebatte ständig auftauchen: CO₂-Quellen und CO₂-Senken. Eine Quelle gibt netto Kohlendioxid ab, eine Senke nimmt netto Kohlendioxid auf. Das klingt zunächst einfach. In der Natur kann jedoch ein und dasselbe System gleichzeitig aufnehmen und abgeben. Nehmen wir einen Wald. Seine Bäume entziehen der Atmosphäre durch Photosynthese CO₂ und speichern Kohlenstoff in Holz, Wurzeln und Böden. Gleichzeitig setzen Pflanzen durch ihre Zellatmung sowie Bodenorganismen CO₂ frei, abgestorbenes organisches Material wird zersetzt, und bei Waldbränden kann gespeicherter Kohlenstoff innerhalb kurzer Zeit wieder freigesetzt werden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Gibt ein Wald CO₂ ab? Natürlich tut er das. Entscheidend ist: Nimmt er über einen bestimmten Zeitraum mehr Kohlenstoff auf, als er wieder abgibt? Ist das der Fall, wirkt er unter dem Strich als Kohlenstoffsenke.
Dasselbe Prinzip gilt im Großen für den gesamten Planeten. Zwischen Atmosphäre, Land und Ozeanen werden jedes Jahr gewaltige Mengen Kohlenstoff ausgetauscht. Diese natürlichen Bruttoströme sind erheblich größer als die zusätzlichen menschlichen Emissionen. Ein großer Teil der natürlichen Aufnahme und Abgabe gleicht sich jedoch gegenseitig aus. Deshalb entscheidet nicht allein die Größe eines einzelnen CO₂-Stroms, sondern seine Bilanz.
An dieser Stelle wird auch verständlich, was mit Begriffen wie „CO₂-neutral“ oder „Netto-Null“ grundsätzlich gemeint ist. Entscheidend ist nicht, dass überhaupt kein CO₂ mehr freigesetzt wird. Ausschlaggebend ist, dass unter dem Strich nicht mehr zusätzlich in der Atmosphäre verbleibt, als an anderer Stelle wieder dauerhaft entzogen wird. „Klimaneutral“ ist allerdings der weitergehende Begriff, weil neben CO₂ auch andere Einflüsse auf das Klima berücksichtigt werden müssen.
Der Mensch ist keineswegs der größte CO₂-Emittent innerhalb des gesamten Kohlenstoffkreislaufs. Nach den vom IPCC verwendeten Zahlen stehen anthropogenen Emissionen von rund 10,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff (GtC) pro Jahr – nicht zu verwechseln mit der Masse des gesamten Kohlendioxids: 10,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff entsprechen rund 40 Milliarden Tonnen CO₂ – natürliche Brutto-Austauschströme gegenüber, die sich auf Hunderte Milliarden Tonnen Kohlenstoff jährlich summieren. Je nachdem, welche dieser Ströme einbezogen werden, machen die menschlichen Emissionen damit nur wenige Prozent der jährlich bewegten Kohlenstoffmengen aus.
Entscheidend ist allerdings die Bilanz: Ozeane und Landökosysteme setzen große Mengen CO₂ frei, nehmen gleichzeitig aber auch große Mengen wieder auf, sodass sich ein erheblicher Teil dieses natürlichen Austauschs gegenseitig ausgleicht. Der Mensch fügt dem Kreislauf vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas zusätzlichen Kohlenstoff hinzu, der zuvor über sehr lange geologische Zeiträume gebunden war; hinzu kommen Zementproduktion und Veränderungen der Landnutzung. Gemessen an den gewaltigen natürlichen Bruttoströmen erscheint der menschliche Anteil damit zunächst marginal – für die Veränderung der Bilanz ist jedoch entscheidend, was von diesem zusätzlich freigesetzten Kohlenstoff dauerhaft in der Atmosphäre verbleibt.
Von diesem zusätzlich vom Menschen freigesetzten CO₂ verbleibt nicht alles in der Atmosphäre. Nach den Berechnungen des IPCC nahmen Landökosysteme und Ozeane im Jahrzehnt 2010 bis 2019 zusammen etwas mehr als die Hälfte der menschlichen CO₂-Emissionen wieder auf: rund 31 Prozent an Land und 23 Prozent in den Ozeanen; etwa 46 Prozent verblieben in der Atmosphäre.
Auch diese Bilanzierung ist nicht völlig unumstritten. Wissenschaftler wie Hermann Harde und Murry Salby haben Modelle vorgelegt, nach denen der menschliche Anteil am beobachteten Anstieg des atmosphärischen CO₂ wesentlich geringer ausfällt als in der etablierten Kohlenstoffbilanz angenommen. Diese Auffassung wird von der Mehrheitsforschung allerdings deutlich zurückgewiesen.
Die Natur ist nicht bloß CO₂-Quelle, sondern zugleich ein gewaltiger Puffer. Ohne die Aufnahme durch Vegetation, Böden und Ozeane wäre die atmosphärische CO₂-Konzentration wesentlich schneller gestiegen.
Das unfreiwillige Großexperiment von 2020
Wie komplex dieses Zusammenspiel ist, zeigte das Jahr 2020. Während der idiotischen Corona-Lockdowns wurde die wirtschaftliche Aktivität weltweit zeitweise drastisch heruntergefahren. Straßen waren leer, Flugzeuge blieben am Boden, Fabriken reduzierten ihre Produktion. Auf dem Höhepunkt der Einschränkungen lagen die täglichen weltweiten fossilen CO₂-Emissionen zeitweise schätzungsweise rund 17 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres; über das gesamte Jahr betrachtet betrug der Rückgang ungefähr 6 bis 7 Prozent.
Man hätte deshalb vielleicht erwartet, diese außergewöhnliche Entwicklung müsse sich deutlich in der atmosphärischen CO₂-Kurve bemerkbar machen. Doch die CO₂-Konzentration stieg erstaunlicherweise weiter an. Das macht nachdenklich, auch wenn es nicht zwangsläufig beweist, dass der Anstieg des atmosphärischen CO₂ nichts mit menschlichen Emissionen zu tun hat.
Dieses Beispiel macht einen häufig übersehenen Unterschied anschaulich: Emissionen und CO₂-Konzentration sind nicht dasselbe. Emissionen beschreiben, wie viel CO₂ innerhalb eines bestimmten Zeitraums zusätzlich freigesetzt wird. Die atmosphärische Konzentration beschreibt dagegen, wie viel CO₂ sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Atmosphäre befindet. Dazwischen arbeitet ununterbrochen der gewaltige Kohlenstoffkreislauf mit seinen Quellen und Senken.
Damit zeigt sich, weshalb beim Kohlenstoffkreislauf nicht einzelne Zahlen, sondern die gesamte Bilanz betrachtet werden muss: Wie viel CO₂ wird auf natürlichem Wege freigesetzt und wieder aufgenommen? Wie groß ist der zusätzliche menschliche Beitrag? Wie viel davon nehmen Ozeane und Landökosysteme auf – und wie viel verbleibt schließlich in der Atmosphäre?
In diesem Kapitel haben wir zunächst geklärt, was Kohlendioxid überhaupt ist, warum es für das Pflanzenleben unverzichtbar ist, wie stark seine Konzentration im Laufe der Erdgeschichte schwankte und wie es sich im gewaltigen Kohlenstoffkreislauf zwischen Atmosphäre, Ozeanen, Pflanzen und Böden bewegt.
Doch damit beginnt erst der eigentlich umstrittene Teil der CO₂-Debatte. Denn selbst wenn feststeht, dass die CO₂-Konzentration seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestiegen ist und der Mensch zusätzliches Kohlendioxid freisetzt, ist damit noch nicht beantwortet, welche Temperaturwirkung daraus tatsächlich folgt. Wie stark kann ein Gas, das heute etwas mehr als 0,04 Prozent der Atmosphäre ausmacht, die Energiebilanz und damit die Temperatur unseres Planeten beeinflussen? Welche Rolle spielt dabei der Wasserdampf, der in wesentlich größeren und stark schwankenden Mengen in der Atmosphäre vorkommt? Was genau bedeutet „Treibhauseffekt“ physikalisch? Und wie sicher lässt sich aus diesen Vorgängen eine Erwärmung um eine bestimmte Zahl von Grad ableiten?
Um diese Themenkreise wird es im nächsten Teil gehen: um CO₂ und den Treibhauseffekt – um Absorption und Abstrahlung, um Wasserdampf und Rückkopplungen und schließlich um die entscheidende Frage: Wie stark ist die Wirkung des Kohlendioxids auf das Klima tatsächlich?
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.
Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.
Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.
Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.
Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Im letzten Kapitel habe ich einen Blick auf die Klimageschichte geworfen. Nun stellt sich die nächste Frage: Warum verändert sich das Klima?
In der öffentlichen Debatte entsteht meist der Eindruck, als gäbe es auf diese Frage eine einfache Antwort. Für viele ist sie inzwischen auf ein einziges Molekül reduziert: Kohlendioxid.
Das Klimasystem der Erde ist kein einfaches Ursache-Wirkungs-System. Es ist ein hochkomplexes Netzwerk natürlicher Prozesse. Es wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die sich gegenseitig verstärken, abschwächen oder überlagern können. Die nachfolgenden Abschnitte stellen die wichtigsten natürlichen Einflussgrößen vor. Sie machen deutlich, wie komplex das Klimasystem tatsächlich ist und weshalb einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge ihm nur selten gerecht werden. Auffallend ist, wie stark sich die öffentliche und politische Klimadebatte auf einen einzigen Faktor konzentriert: Kohlendioxid. Das bedeutet nicht, dass CO₂ keine klimatische Wirkung besitzt. Die Frage ist vielmehr, wie groß sein Einfluss im Zusammenspiel mit all den anderen Faktoren tatsächlich ist und welche politischen Schlussfolgerungen daraus gerechtfertigt sind. Dass mit der Beantwortung dieser Fragen inzwischen gewaltige wirtschaftliche und politische Interessen verbunden sind, sollte dabei ebenfalls nicht ausgeblendet werden. Darauf werde ich später noch zurückkommen.
Die Sonne – der Motor unseres Klimas
Ohne die Sonne gäbe es auf der Erde kein Leben. Sie liefert nahezu die gesamte Energie, die unser Klimasystem antreibt. Jeder Wind, jede Meeresströmung, jede Verdunstung und jeder Wasserkreislauf sind letztlich Folgen der Sonnenenergie.
An der Grenze zum Weltraum – noch bevor die Sonnenstrahlen in die Erdatmosphäre eintreten – treffen im Mittel rund 1.361 Watt Sonnenleistung auf jeden Quadratmeter, der der Sonne direkt zugewandt ist. Erst beim Durchgang durch die Atmosphäre wird ein Teil dieser Energie von Wolken, Wasserdampf und anderen Bestandteilen der Luft reflektiert oder absorbiert, sodass die Erdoberfläche deutlich weniger Sonnenenergie erreicht. 1.361 Watt entsprechen ungefähr der Leistung eines kräftigen Heizlüfters oder gut 13 einhundert Watt-Glühbirnen – und zwar auf jedem einzelnen Quadratmeter. Ein Teil dieser Energie wird von Wolken, Eisflächen und hellen Oberflächen wieder ins Weltall reflektiert. Der übrige Teil erwärmt Land und Meere, lässt Wasser verdunsten, treibt Winde an und setzt den gesamten Wasserkreislauf in Gang. Nahezu jedes Wetterereignis auf der Erde geht letztlich auf diese Energiequelle zurück.
Strahlung bedeutet zunächst nichts anderes als die Übertragung von Energie. Wärme entsteht, wenn diese Strahlungsenergie von Materie aufgenommen und dabei in innere Energie umgewandelt wird.
Dabei strahlt die Sonne keineswegs immer gleich stark. Seit Jahrhunderten beobachten Astronomen Schwankungen der Sonnenaktivität. Bekannt ist beispielsweise der etwa elfjährige Sonnenfleckenzyklus. Sonnenflecken sind dunklere Bereiche auf der Sonnenoberfläche und gelten als Zeichen einer besonders aktiven Sonne. Obwohl die Flecken selbst etwas kühler sind als ihre Umgebung, entstehen gleichzeitig besonders helle Regionen – sogenannte Fackelgebiete (Faculae) –, die diesen Energieverlust mehr als ausgleichen. Deshalb strahlt die Sonne während solcher Aktivitätsphasen insgesamt sogar etwas mehr Energie ab als in ruhigeren Zeiten.
Darüber hinaus kennt die Sonnenforschung auch wesentlich längere Aktivitätsschwankungen wie zum Beispiel das sogenannte Maunder-Minimum zwischen etwa 1645 und 1715. Während dieser Zeit wurden außergewöhnlich wenige Sonnenflecken beobachtet. Diese Phase fällt zeitlich in den kältesten Abschnitt der Kleinen Eiszeit. Bis heute wird wissenschaftlich untersucht, ob und in welchem Ausmaß die außergewöhnlich geringe Sonnenaktivität zu den damaligen kühleren Temperaturen beigetragen hat. Unstrittig ist jedoch, dass die Sonne kein vollkommen konstantes System ist – es unterliegt natürlichen Schwankungen.
Neben ihrer Strahlungsleistung verändert sich auch die magnetische Aktivität der Sonne. Sie erzeugt den sogenannten Sonnenwind – einen ständigen Strom elektrisch geladener Teilchen, der sich von der Sonne aus in alle Richtungen ausbreitet. Gleichzeitig wirkt dieser Sonnenwind wie ein Schutzschild: Je stärker er ist, desto besser schirmt er die Erde gegen einen Teil der kosmischen Strahlung ab – hochenergetische Teilchen, die überwiegend aus den Tiefen unserer Galaxie auf das Sonnensystem treffen und nicht mit der UV-Strahlung der Sonne verwechselt werden dürfen. Ist die Sonne dagegen weniger aktiv, wird dieser Schutzschild schwächer, sodass mehr kosmische Strahlung die Erdatmosphäre erreichen kann.
Einige Wissenschaftler vermuten, dass kosmische Strahlung die Entstehung bestimmter Wolken beeinflussen könnte. Vereinfacht gesagt lautet die Idee: Treffen mehr kosmische Teilchen auf die Atmosphäre, könnten dadurch Bedingungen entstehen, die die Wolkenbildung begünstigen. Diskutiert wird insbesondere ein möglicher Einfluss auf tiefer liegende Wolken. Diese Hypothese wird seit Jahren erforscht und kontrovers diskutiert. Ein wissenschaftlicher Konsens über einen bedeutenden Einfluss auf das Klima besteht bislang nicht. Unabhängig davon zeigt die Diskussion, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Sonne, Atmosphäre und Erde tatsächlich sind.
Die Aktivität der Sonne macht sich zudem auf andere Weise bemerkbar. Besonders starke Sonneneruptionen und Sonnenstürme können Polarlichter hervorrufen sowie Satelliten, Funkverbindungen, Navigationssysteme und Stromnetze beeinträchtigen. Diese Auswirkungen betreffen jedoch in erster Linie moderne technische Infrastrukturen und sind von der Frage langfristiger Klimaveränderungen zu unterscheiden.
Eines steht jedoch fest: Ohne die Sonne gäbe es weder Wetter noch Klima. Sie ist und bleibt die grundlegende Energiequelle unseres gesamten Klimasystems.
Wasser – der wichtigste Klimafaktor
In der öffentlichen Diskussion spielt oftmals der Stoff eine untergeordnete Rolle, der für das Klima von zentraler Bedeutung ist: Wasser.
Wasser begegnet uns in unterschiedlichen Formen – als Wasserdampf in der Atmosphäre, als Wolken und Niederschlag, als Schnee und Eis oder in flüssiger Form in Meeren, Seen und Flüssen. Kaum ein anderer Stoff ist auf der Erde so allgegenwärtig und zugleich für das Klimasystem von so grundlegender Bedeutung. Wasser beeinflusst das Klimasystem in vielfältiger Weise. Wasser kann enorme Energiemengen speichern und Wärme über große Entfernungen transportieren. Zugleich durchläuft es, angetrieben vor allem durch die Energie der Sonne, einen ständigen Kreislauf aus Verdunstung, Wolkenbildung, Niederschlag und Rückfluss in Flüsse, Seen und Meere. Auf diese Weise werden Wasser und Wärme fortwährend zwischen Erdoberfläche und Atmosphäre ausgetauscht und über den Planeten verteilt.
Anschaulich wird die Bedeutung dieses Kreislaufs beim Verdunsten und bei der Wolkenbildung. Erwärmt die Sonne Wasser an der Erdoberfläche, verdunstet ein Teil davon, geht also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über, und nimmt dabei Wärmeenergie auf, die im so entstandenen Wasserdampf gewissermaßen gespeichert und mit ihm transportiert wird. Der Wasserdampf steigt in die Atmosphäre und kann diese Energie über große Entfernungen mitführen. Kühlt er sich später ab, kondensiert er wieder vom gasförmigen zum flüssigen Zustand und bildet winzige Wassertröpfchen, die sich zu sichtbaren Wolken zusammenlagern können. Bei niedrigen Temperaturen können auch Eiskristalle entstehen. Bei der Kondensation wird ein Teil der zuvor aufgenommenen Energie wieder als Wärme freigesetzt. Wasser transportiert auf diese Weise nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch gewaltige Mengen an Energie durch die Atmosphäre. Ohne diesen ständigen Austausch sähe das Klima unseres Planeten völlig anders aus.
Die Weltmeere bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfläche. Sie wirken wie gewaltige Wärmespeicher. Tagsüber nehmen sie große Mengen Sonnenenergie auf und geben sie oft erst Stunden, Tage oder sogar Monate später wieder an die Atmosphäre ab. Dadurch gleichen sie Temperaturunterschiede teilweise aus und beeinflussen das Klima ganzer Kontinente.
Jeder kennt diesen Effekt aus dem Alltag. An einem heißen Sommertag erwärmt sich ein Sandstrand innerhalb kurzer Zeit so stark, dass man kaum barfuß darüber laufen kann. Geht man wenige Schritte weiter ins Wasser, fühlt es sich dagegen deutlich kühler an. Der Grund: Wasser kann wesentlich mehr Wärme aufnehmen als Sand oder Gestein, ohne sich dabei so stark zu erwärmen. Diese Eigenschaft macht die Ozeane zu den größten natürlichen Wärmespeichern unseres Planeten.
Die Ozeane speichern Wärme jedoch nicht nur – sie verteilen sie auch. Gewaltige Meeresströmungen transportieren ständig enorme Energiemengen rund um den Globus. Besonders bekannt ist der Golfstrom. Vereinfacht gesagt transportiert dieses Strömungssystem warmes Wasser aus dem Bereich des Golfs von Mexiko entlang der nordamerikanischen Ostküste nach Norden und anschließend über den Nordatlantik in Richtung Europa. Auf seinem Weg gibt das Wasser einen Teil seiner gespeicherten Wärme an die Atmosphäre ab. Zusammen mit der atmosphärischen Zirkulation trägt dieser Wärmetransport dazu bei, dass das Klima in West- und Nordwesteuropa wesentlich milder ist, als es allein aufgrund der geografischen Breite zu erwarten wäre. Städte wie London liegen beispielsweise ungefähr auf derselben geografischen Breite wie Teile Kanadas, erleben aber deutlich mildere Winter. Der Nordatlantik und seine Strömungen sind dafür ein wichtiger Grund.
Besonders anschaulich wird die Bedeutung der Ozeane auch beim Blick auf El Niño und La Niña im tropischen Pazifik. Hierbei handelt es sich um natürliche Schwankungen im Zusammenspiel von Ozean und Atmosphäre. Normalerweise treiben beständige Passatwinde warmes Oberflächenwasser von Südamerika in Richtung Indonesien und Australien. Vor der südamerikanischen Küste kann dadurch kälteres Wasser aus tieferen Meeresschichten nach oben steigen. Bei El Niño schwächen sich diese Passatwinde zeitweise ab. Das ist entscheidend: Normalerweise schieben sie warmes Oberflächenwasser von der südamerikanischen Küste nach Westen in Richtung Indonesien und Australien. Werden die Winde schwächer, wird auch weniger warmes Wasser nach Westen gedrückt. Ein Teil des dort angesammelten warmen Wassers breitet sich wieder nach Osten in Richtung Zentralpazifik und Südamerika aus. Gleichzeitig steigt vor der südamerikanischen Küste weniger kaltes Wasser aus der Tiefe nach oben. Beides zusammen führt dazu, dass sich der zentrale und östliche tropische Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt – das typische Kennzeichen eines El-Niño-Ereignisses. Dadurch verändern sich wiederum Luftströmungen, Wolkenbildung und Niederschlagsgebiete.
Diese geografischen Bezeichnungen (Ost und West) mögen zunächst irritieren, weil wir mit dem Begriff „Fernost“ gewöhnlich Asien verbinden. Ost und West beziehen sich hier jedoch auf den Pazifischen Ozean selbst. Deshalb muss man gegenüber unserer gewohnten Vorstellung beinahe umgekehrt denken: Der Ostpazifik liegt auf der amerikanischen Seite, der Westpazifik auf der asiatisch-australischen Seite.
Die Auswirkungen von El-Niño können Tausende Kilometer entfernt zu spüren sein. Regionen, die normalerweise relativ trocken sind, können plötzlich ungewöhnlich starke Niederschläge erleben, während andernorts Regen ausbleibt und die Gefahr von Dürren steigt. El Niño kann darüber hinaus die globale Durchschnittstemperatur eines Jahres vorübergehend anheben.
La Niña stellt gewissermaßen die Gegenphase dar. Die Passatwinde sind dann häufig stärker als gewöhnlich, warmes Oberflächenwasser wird verstärkt nach Westen gedrückt und vor der südamerikanischen Küste steigt mehr kaltes Tiefenwasser auf. Dadurch wird der tropische Ostpazifik – also vereinfacht gesagt der Teil des Pazifiks vor Mittel- und Südamerika – ungewöhnlich kühl. Der Westpazifik liegt dagegen auf der gegenüberliegenden Seite, in Richtung Indonesien und Australien. Auch La Niña verändert wiederum Luftströmungen und Niederschlagsmuster auf weiten Teilen der Erde. Während El-Niño-Jahre die globale Durchschnittstemperatur tendenziell etwas anheben, wirken La-Niña-Phasen tendenziell etwas abkühlend.
Man kann sich den tropischen Pazifik deshalb vereinfacht wie eine riesige, langsam hin- und herschwappende Badewanne vorstellen: Verschiebt sich das warme Wasser in die eine oder andere Richtung, verändert sich nicht nur die Temperatur des Wassers vor Ort. Darüber verändert sich die Atmosphäre – und mit ihr können sich Wetter- und Niederschlagsmuster in weit entfernten Regionen verschieben.
Diese natürlichen Schwankungen beeinflussen Temperaturen, Niederschläge und Wetterextreme auf nahezu allen Kontinenten. Sie verdeutlichen, dass das Klima der Erde nicht von einem einzelnen Faktor bestimmt wird, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels von Ozeanen, Atmosphäre und zahlreichen weiteren natürlichen Prozessen ist.
Auch Wolken spielen eine wichtige Rolle. Sie können sowohl kühlend als auch wärmend wirken. Tagsüber reflektieren sie einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung zurück ins Weltall. Jeder kennt diesen Effekt: Zieht an einem heißen Sommertag eine größere Wolke vor die Sonne, wird es innerhalb kurzer Zeit spürbar kühler. Nachts dagegen nehmen Wolken einen Teil der von der Erdoberfläche abgegebenen Wärmestrahlung auf und strahlen Energie auch wieder in Richtung Erdoberfläche ab. Deshalb kühlt eine bewölkte Nacht häufig weniger stark aus als eine sternenklare. Vereinfacht gesagt können Wolken tagsüber wie ein Sonnenschirm und nachts wie eine Decke wirken.
Welche Wirkung überwiegt, hängt vor allem von Höhe, Dicke und Ausdehnung der Wolken ab. Hohe, dünne Wolken lassen viel Sonnenlicht hindurch, vermindern aber zugleich die Wärmeabgabe ins Weltall und wirken deshalb im Durchschnitt eher erwärmend. Tiefe, dichte Wolken reflektieren dagegen viel Sonnenlicht und wirken meist eher kühlend. Hinzu kommen Tages- und Jahreszeit sowie weitere Eigenschaften der Wolken. Dieses Zusammenspiel macht Wolken zu einem wichtigen und zugleich komplexen Bestandteil des Klimasystems.
Hinzu kommt, dass Wasserdampf das häufigste natürliche Treibhausgas der Atmosphäre ist. Sein Anteil schwankt jedoch stark und hängt unmittelbar mit Temperatur und Wasserkreislauf zusammen. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie grundsätzlich enthalten. Steigt die Temperatur, kann deshalb – sofern genügend Wasser zur Verdunstung vorhanden ist – auch der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre zunehmen.
Was aber bedeutet eigentlich Treibhauseffekt? Die Sonne erwärmt zunächst die Erdoberfläche. Diese gibt einen Teil der aufgenommenen Energie anschließend als Wärmestrahlung wieder ab. Treibhausgase wie Wasserdampf, Kohlendioxid oder Methan nehmen einen Teil dieser Wärmestrahlung auf und strahlen Energie in verschiedene Richtungen wieder ab – auch zurück in Richtung Erdoberfläche. Dadurch bleibt die untere Atmosphäre wärmer, als sie ohne diese Gase wäre. Der natürliche Treibhauseffekt ist also zunächst nichts Bedrohliches, sondern eine Voraussetzung für das Leben auf der Erde.
Vereinfacht kann man sich die Atmosphäre dabei wie eine wärmende Decke vorstellen. Die Decke erzeugt selbst keine Wärme. Sie sorgt lediglich dafür, dass die vom Körper abgegebene Wärme nicht so schnell verloren geht. Natürlich ist die Atmosphäre keine wirkliche Decke. Der Vergleich soll lediglich verdeutlichen, dass ein Teil der von der Erde abgegebenen Wärme nicht unmittelbar ins Weltall entweicht. Treibhausgase nehmen einen Teil dieser Wärmestrahlung auf und strahlen Energie auch wieder in Richtung Erdoberfläche ab. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde erheblich kälter. Auf den Treibhauseffekt komme ich in einem späteren Kapitel noch einmal zurück.
Zudem kommt eine sogenannte Rückkopplung ins Spiel. Vereinfacht bedeutet das: Eine Veränderung löst eine weitere Veränderung aus, die wiederum auf die ursprüngliche Entwicklung zurückwirkt. Erwärmt sich die Atmosphäre beispielsweise zunächst durch eine stärkere Sonneneinstrahlung, veränderte Meeresströmungen oder einen anderen Einflussfaktor, kann mehr Wasser verdunsten und mehr Wasserdampf in die Luft gelangen. Da Wasserdampf selbst als Treibhausgas wirkt, kann dies die ursprüngliche Erwärmung zusätzlich verstärken. Wissenschaftler sprechen in diesem Fall von einer positiven Rückkopplung.
Doch damit endet die Kette nicht. Mehr Wasserdampf kann zugleich die Wolkenbildung beeinflussen – und Wolken können, wie bereits beschrieben, je nach Art, Höhe und Situation sowohl kühlend als auch erwärmend wirken. Dieses Zusammenspiel zeigt, wie eng Wasserdampf, Temperatur, Wolken und Strahlung miteinander verbunden sind.
Das Klimasystem ist sehr komplex. Wasser verbindet Atmosphäre, Ozeane, Eis, Wolken und Niederschläge zu einem eng miteinander verknüpften System. Wer das Klima verstehen möchte, sollte deshalb zunächst dieses Zusammenspiel natürlicher Prozesse betrachten. Erst dann lässt sich beurteilen, welche Bedeutung einzelne Einflussfaktoren – etwa das Kohlendioxid – tatsächlich besitzen.
Vulkane – natürliche Eingriffe in das Klimasystem
Auch Vulkane beeinflussen das Klima.
Große Vulkanausbrüche schleudern Asche sowie enorme Mengen an Schwefeldioxid bis in die Stratosphäre. Dort verbinden sich die Schwefelgase mit Wasserdampf zu feinsten Aerosolen, die einen Teil der Sonneneinstrahlung zurück ins Weltall reflektieren. Dadurch gelangt vorübergehend weniger Sonnenenergie auf die Erdoberfläche – die Folge sind zeitweise kühlere Temperaturen.
Man kann sich diese Aerosole wie einen hauchdünnen Schleier vorstellen, der sich um die Erde legt. Er ist für das menschliche Auge kaum sichtbar, wirkt aber ähnlich wie ein leicht getöntes Sonnenschutzglas: Ein Teil des Sonnenlichts wird reflektiert, sodass sich die Erdoberfläche vorübergehend weniger stark erwärmt. Je größer der Ausbruch, desto stärker kann dieser Effekt ausfallen.
Der Ausbruch des Tambora im Jahr 1815 ist eines der eindrucksvollsten Beispiele. Das darauffolgende Jahr 1816 ging als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein. In Teilen Europas und Nordamerikas kam es selbst in den Sommermonaten zu Frost und Schneefall. Ernten brachen ein, Hungersnöte breiteten sich aus, und zahlreiche Menschen wanderten aus.
Auch der Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991 zeigte, welche Auswirkungen ein einzelnes Naturereignis auf das globale Klima haben kann. Rund 20 Millionen Tonnen Schwefeldioxid gelangten bis in die Stratosphäre und bildeten dort einen feinen Aerosolschleier, der einen Teil der Sonneneinstrahlung zurück ins All reflektierte. In den folgenden ein bis zwei Jahren sank die globale Durchschnittstemperatur zeitweise um etwa 0,5 °C. Erst nachdem sich die Aerosole allmählich wieder aus der Atmosphäre abgebaut hatten, verschwand auch dieser kühlende Effekt.
Vulkane setzen selbstverständlich auch Kohlendioxid frei. Nach dem heutigen Stand der Forschung stoßen alle aktiven Vulkane der Erde zusammen jährlich etwa 0,13 bis 0,44 Gigatonnen CO₂ aus. Die weltweiten menschlichen Emissionen liegen dagegen heute bei rund 40 Gigatonnen CO2 pro Jahr und sind damit um ein Vielfaches höher. Für den kurzfristigen Einfluss großer Vulkanausbrüche auf das Klima ist deshalb nicht ihr Kohlendioxid entscheidend, sondern die gewaltigen Mengen an Schwefeldioxid und Aerosolen, die das Sonnenlicht vorübergehend abschirmen.
Der Blick auf große Vulkanausbrüche verdeutlicht, wie dynamisch das Klimasystem sein kann. Selbst einzelne Naturereignisse sind in der Lage, das globale Klima für Monate oder Jahre messbar zu beeinflussen – ganz ohne menschliches Zutun.
Die langsamen Taktgeber des Klimas
Neben kurzfristigen Einflüssen existieren auch Veränderungen, die sich über Jahrtausende oder sogar Hunderttausende von Jahren vollziehen.
Der serbische Mathematiker und Geophysiker Milutin Milanković beschrieb im frühen 20. Jahrhundert, dass sich die Erdbahn um die Sonne, die Neigung der Erdachse und die langsame, kreiselartige Taumelbewegung der Erdachse im Laufe der Zeit verändern. Diese Veränderungen vollziehen sich nicht innerhalb von Jahrzehnten oder Jahrhunderten, sondern über Zeiträume von rund 26.000, 41.000 oder sogar 100.000 Jahren. Die sogenannten Milanković-Zyklen beeinflussen die Verteilung der Sonneneinstrahlung auf der Erde und gelten als einer der wichtigsten natürlichen Auslöser für den Wechsel zwischen Eiszeiten und Warmzeiten.
Man kann sich die Erde dabei wie einen Kreisel vorstellen. Ein Kreisel dreht sich nicht nur um seine eigene Achse, sondern beginnt mit der Zeit auch leicht zu taumeln. Ähnlich verhält es sich mit der Erde. Ihre Achse verändert ihre Ausrichtung ganz langsam, ihre Neigung schwankt geringfügig, und auch die Form ihrer Umlaufbahn um die Sonne verändert sich im Laufe sehr langer Zeiträume. Keine dieser Veränderungen ist für den Menschen im Alltag wahrnehmbar. Über Zehntausende von Jahren können sie jedoch dazu führen, dass einzelne Regionen der Erde unterschiedlich viel Sonnenenergie erhalten.
Die Folgen zeigen sich nicht von heute auf morgen, sondern erst über sehr lange Zeiträume. Erhalten die nördlichen Regionen der Erde über viele Jahrtausende hinweg etwas weniger Sonneneinstrahlung während des Sommers, schmilzt der im Winter gefallene Schnee nicht mehr vollständig ab. Aus den liegen gebliebenen Schneemassen entstehen nach und nach Gletscher und schließlich mächtige Eisschilde. Umgekehrt führt eine stärkere sommerliche Sonneneinstrahlung dazu, dass große Eismassen allmählich abschmelzen und wärmere Klimaphasen begünstigt werden.
Man könnte sagen: Die Milanković-Zyklen wirken wie ein extrem langsam arbeitendes Stellrad des Klimas. Es dreht sich so langsam, dass ein Mensch davon während seines Lebens praktisch nichts bemerkt. Über Zehntausende von Jahren kann diese langsame Veränderung jedoch das Gesicht unseres Planeten grundlegend verändern.
Die Milanković-Zyklen zeigen, dass Klimaveränderungen auf ganz unterschiedlichen Zeitskalen ablaufen. Manche Prozesse dauern Monate oder Jahre, andere Jahrzehnte, Jahrhunderte oder sogar Hunderttausende von Jahren. Wer nur kurze Zeiträume betrachtet, läuft Gefahr, langfristige Zusammenhänge zu übersehen.
An dieser Stelle wird deutlich, weshalb Klimaforschung außerordentlich anspruchsvoll ist. Das Klimasystem besteht aus einer Vielzahl von Einflussgrößen, die gleichzeitig wirken und sich gegenseitig beeinflussen. Sonne, Ozeane, Wolken, Wasserdampf, Meeresströmungen, Vulkane und langfristige astronomische Veränderungen greifen wie Zahnräder ineinander. Verändert sich ein Faktor, kann dies zahlreiche weitere Prozesse beeinflussen.
Aus diesem Grund warnen seriöse Klimaforscher davor, die Zusammenhänge des Klimasystems auf einfache Ursache-Wirkungs-Muster zu reduzieren.
Klimamodelle – hilfreiche Werkzeuge, aber keine Kristallkugeln
Wenn niemand die Zukunft kennt, wie können Wissenschaftler dann Aussagen darüber treffen, wie sich das Klima in fünfzig oder hundert Jahren entwickeln könnte?
Mithilfe von Klimamodellen.
Ein Klimamodell ist kein Blick in die Zukunft und erst recht keine Kristallkugel. Es handelt sich um ein mathematisches Rechenmodell, das versucht, die bekannten physikalischen Prozesse des Klimas möglichst realitätsnah nachzubilden. Dazu werden riesige Datenmengen verarbeitet und die wichtigsten Einflussgrößen des Klimas – etwa Sonne, Atmosphäre, Ozeane, Wasserkreislauf, Meeresströmungen oder Treibhausgase – miteinander verknüpft.
Man kann sich ein Klimamodell wie einen riesigen Flugsimulator vorstellen. Ein Pilot trainiert darin gefährliche Situationen, ohne dass tatsächlich ein Flugzeug abstürzt. Der Simulator berechnet auf Grundlage physikalischer Gesetze, wie sich das Flugzeug unter bestimmten Bedingungen wahrscheinlich verhalten wird. Keiner kann jedoch behaupten, der Simulator könne den nächsten echten Flug bis auf die letzte Windböe exakt vorhersagen. Ebenso verhält es sich mit Klimamodellen. Sie helfen, mögliche Entwicklungen zu untersuchen, ersetzen aber nicht die Wirklichkeit.
Damit ein Modell rechnen kann, müssen zahlreiche Annahmen getroffen werden. Nicht jeder Prozess des Klimas lässt sich vollständig erfassen. Manche Größen sind gut bekannt, andere müssen geschätzt werden. Außerdem weiß heute niemand mit Sicherheit, wie sich die Welt in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird. Wie viele Menschen werden im Jahr 2100 auf der Erde leben? Welche Energieträger werden genutzt? Welche technischen Innovationen wird es geben? Wie entwickeln sich Wirtschaft, Wohlstand oder politische Entscheidungen? Für all diese Fragen müssen Annahmen getroffen werden, die die Ergebnisse der Modelle beeinflussen. Deshalb liefern Klimamodelle keine unumstößlichen Wahrheiten, sondern Szenarien. Ein Szenario beschreibt nicht, was zwangsläufig eintreten wird. Es beschreibt vielmehr, was eintreten könnte, wenn bestimmte Annahmen zutreffen. Ändern sich diese Annahmen, verändern sich auch die Ergebnisse.
Man kann das mit einem Navigationsgerät vergleichen. Gibt man unterschiedliche Routen oder Geschwindigkeiten ein, erhält man unterschiedliche Ankunftszeiten. Das Navigationsgerät sagt nicht voraus, wie die Fahrt tatsächlich verlaufen wird. Es berechnet verschiedene Möglichkeiten unter den eingegebenen Voraussetzungen. Klimamodelle arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip – allerdings mit ungleich größerer Komplexität.
Demzufolge verwenden Klimaforscher mehrere Modelle und verschiedene Szenarien. Sie berechnen unterschiedliche mögliche Entwicklungen und vergleichen anschließend die Ergebnisse miteinander. Daraus lassen sich Wahrscheinlichkeiten ableiten – keine Gewissheiten.
Klimamodelle werden fortlaufend überprüft. Seriöse Wissenschaftler vergleichen ihre Berechnungen mit tatsächlichen Messdaten. Wo stimmen Modell und Wirklichkeit überein? Wo weichen sie voneinander ab? Welche Annahmen müssen verbessert werden? Unseriös wird Wissenschaft dagegen, wenn das gewünschte Ergebnis bereits feststeht und Modelle, Annahmen oder Theorien anschließend nur noch dazu dienen, politische Entscheidungen wissenschaftlich zu legitimieren. Forschung darf nicht zur nachträglichen Rechtfertigung politischer Vorgaben – siehe die „Wissenschaft“ in Coronazeiten – verkommen. Gerade deshalb lohnt sich immer auch die Frage: Wer finanziert welche Forschung – und mit welchen Interessen? Dieser Spur des Geldes werde ich später noch genauer folgen.
Zwischenfazit
Das Klima der Erde wird von einer Vielzahl natürlicher Prozesse beeinflusst. Sonne, Wasser, Ozeane, Meeresströmungen, Vulkane und langfristige astronomische Zyklen wirken gleichzeitig auf das Klimasystem ein. Hinzu kommen Wechselwirkungen, Rückkopplungen und Unsicherheiten, die eine exakte Vorhersage erschweren.
Wer diese Komplexität kennt, wird vorsichtig gegenüber einfachen Erklärungen. Ein System, das von so vielen Faktoren beeinflusst wird, lässt sich kaum auf eine einzige Ursache reduzieren.
Im nächsten Kapitel geht es um den Stoff, der die Klimadebatte wie kein anderer geprägt hat: Kohlendioxid. Ich gehe darin der Frage nach, welche Rolle CO₂ im Klimasystem tatsächlich spielt, was wissenschaftlich gut belegt ist und wo bis heute kontrovers diskutiert wird. Erst auf dieser Grundlage lässt sich der behauptete Einfluss des Menschen auf das Klima aus meiner Sicht sachgerecht beurteilen.
Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, bitte wieder teilen. Danke dafür. Ihnen eine angenehme Zeit. Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser,
in diesem Blog, den ich alleine ohne jede finanzielle Unterstützung betreibe, steckt mein Herzblut. Ich möchte meine diesbezügliche – meines Erachtens nutzbringende – Aktivität keinesfalls einschränken. Der Zeitaufwand hierfür reduziert jedoch meine Möglichkeiten für den Broterwerb. Für eine Spende wäre ich Ihnen sehr dankbar.
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Vielen Dank!
Herzlichen Dank auch für bereits eingegangene Spenden.
Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.
Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.
Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.
Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.
Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
„Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza. Wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“
Diesen Satz sagte die CDU-Politikerin Franziska Hoppermann – Bundestagsabgeordnete für Hamburg-Wandsbek und seit Ende Juli 2026 auf Vorschlag von Bundeskanzler und CDU-Vorsitzendem Friedrich Merz zur neuen Generalsekretärin der CDU Deutschlands gewählt. Zuvor war sie Bundesschatzmeisterin der Partei und gehört seit Jahren zu deren Führungsebene.
Dass eine Politikerin in einer solch herausgehobenen Funktion einen Satz wie „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza.“ ausspricht, macht diese Aussage besonders bedeutsam. Generalsekretäre sprechen nicht nur für sich selbst. Sie prägen das öffentliche Gesicht einer Partei. Sollte diese Äußerung tatsächlich den moralischen Kompass der neuen CDU-Generalsekretärin widerspiegeln, dann lässt das aus meiner Sicht wenig Hoffnung auf eine Politik erkennen, die das Leid der Menschen in den Mittelpunkt stellt – insbesondere dort, wo Krieg, Vertreibung und Gewalt das Leben unzähliger Familien zerstören, ob in Gaza, in der Ukraine oder in anderen Krisengebieten der Welt.
Menschlichkeit zeigt sich nicht darin, das Leid der einen gegen das Leid der anderen aufzurechnen. Menschlichkeit beginnt dort, wo jedes unschuldige Menschenleben denselben Wert besitzt.
Als ich diesen Satz las, musste ich ihn zweimal lesen. Nicht, weil ich ihn missverstanden hätte. Sondern weil ich kaum glauben konnte, dass ein Mensch angesichts der Bilder aus Gaza zu einer derart eindeutigen Schlussfolgerung gelangt.
Frau Hoppermann, woher nehmen Sie diese Gewissheit?
Woher kommt die Sicherheit, mit der Sie eine Frage beantworten, über die Völkerrechtler, Menschenrechtsorganisationen und internationale Gerichte seit Monaten streiten?
Woher kommt diese Gewissheit angesichts zehntausender getöteter Menschen, darunter nach Berichten internationaler Organisationen und Medien sehr viele Frauen und Kinder?
Es ist nicht nur die Aussage selbst, die mich fassungslos macht. Es ist die Selbstverständlichkeit, mit der sie vorgetragen wird. Als gäbe es daran nichts mehr zu prüfen. Als sei das Urteil bereits gesprochen.
Ihre Gewissheit empfinde ich als Ausdruck einer menschenverachtenden, politischen Hybris.
Wären Sie demütig, würden Sie anerkennen, dass Sie sich auch irren können. Demut würde bedeuten zu sagen: „Die Vorwürfe sind schwerwiegend. Internationale Gerichte prüfen sie. Ich warte deren Bewertung ab.“
Doch stattdessen verkünden Sie ein endgültiges Urteil.
Mich macht das wütend.
Nicht, weil jemand eine andere politische Meinung vertritt. Sondern weil hinter juristischen Begriffen Menschen stehen. Familien. Kinder. Mütter. Väter.
Man kann über Definitionen streiten. Man kann über militärische Ziele streiten. Man kann über Verantwortlichkeiten streiten. Worüber man nicht leichtfertig hinweggehen sollte, ist das menschliche Leid.
Wenn Berichte von einer enormen Zahl ziviler Todesopfer sprechen und darunter besonders viele Frauen und Kinder nennen, dann stellt sich für mich eine moralische Frage, die sich nicht einfach mit einem Satz vom Tisch wischen lässt:
Ab welchem Punkt hört ein Krieg auf, lediglich Krieg zu sein?
Ab welchem Punkt wird das Ausmaß ziviler Opfer so groß, dass wir nicht mehr zuerst über Begriffe sprechen sollten, sondern über unsere Menschlichkeit?
Ich halte die Aussage „Das ist kein Genozid“ nicht nur für politisch problematisch. Ich halte sie für moralisch erschreckend. Menschen wie Sie, Frau Hoppermann, sollten nicht an der Spitze einer Partei stehen. Menschen wie Sie, Frau Hoppermann, sind in meinen Augen der Hauptgrund für das Übel auf dieser Welt.
Die Zahlen, Frau Hoppermann – schauen Sie hin!
„Es gibt keinen Völkermord in Gaza.“
So einfach ist das also, Frau Hoppermann?
Ein Satz, sieben Wörter, und schon ist die Sache für Sie und angeblich für die gesamte CDU Deutschlands geklärt.
Dann schauen wir uns einmal an, worüber Sie mit einer derart unverfrorenen Selbstgewissheit urteilen.
Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF waren bis zum 3. Februar 2026 mindestens 71.803 Palästinenser im Gazastreifen getötet worden. Unter den Toten befanden sich nach diesen Angaben mindestens 21.289 Kinder. Weitere 171.230 Menschen wurden verletzt, darunter rund 44.500 Kinder.
Mehr als 21.000 getötete Kinder. Nicht verwirrte Raketen. Nicht beschädigte Gebäude. Nicht abstrakte „Kollateralschäden“. Kinder, Frau Hoppermann, Kinder!
Kinder, die gelebt haben. Kinder, die Eltern hatten. Kinder, die spielen, lernen, lachen und eines Tages erwachsen werden wollten. Kinder, deren Körper unter Trümmern lagen, die verbrannten, verbluteten oder von Bomben zerfetzt wurden.
Und Sie, selbst Mutter, stellen sich hin und erklären:
„Es gibt keinen Völkermord in Gaza.“
Frau Hoppermann, wie viele getötete Kinder wären für Sie genug, um wenigstens einen Augenblick innezuhalten?
25.000?
30.000?
50.000?
Ab welcher Zahl würden Sie Ihre kategorische Gewissheit verlieren?
UNICEF berichtete Anfang Februar 2026 außerdem, dass kein einziges Krankenhaus im Gazastreifen vollständig funktionsfähig war. Nur 18 von 36 Krankenhäusern arbeiteten überhaupt noch teilweise. Von 200 Einrichtungen der medizinischen Grundversorgung waren gerade einmal drei vollständig einsatzfähig. Der Zugang zu Medikamenten, Beatmungsgeräten und Inkubatoren wurde weiterhin behindert. Nahezu die gesamte Bevölkerung war durch zerstörte Wasser-, Abwasser- und Hygienesysteme schweren Gesundheitsgefahren ausgesetzt.
Auch das gehört zu diesem volks- und kindermordenden Krieg des israelischen Regimes.
Es sterben nicht nur Menschen unter Bomben. Menschen sterben, weil Krankenhäuser zerstört wurden. Weil Medikamente fehlen. Weil Verwundete nicht behandelt werden können. Weil Schwangere unterernährt sind. Weil Säuglinge frieren. Weil sauberes Wasser fehlt. Weil Hunger, Krankheiten und die Zerstörung der Lebensgrundlagen ebenfalls töten.
Die offiziell registrierten Opferzahlen bilden wahrscheinlich nicht das gesamte Ausmaß ab. Eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und des Centre for Demographic Studies kam zu dem Ergebnis, dass bereits zwischen dem 7. Oktober 2023 und Ende 2024 schätzungsweise 78.318 Menschen unmittelbar durch den Krieg getötet wurden. Die statistische Spannbreite lag zwischen etwa 70.600 und 87.500 Toten.
In einer späteren Aktualisierung gelangten die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Zahl der unmittelbar konfliktbedingten Todesfälle bis zum 6. Oktober 2025 wahrscheinlich die Marke von 100.000 überschritten hatte.
Mehr als 100.000 Tote.
Und selbst diese Schätzung erfasst nach ausdrücklicher Erklärung der Forscher nur die direkten gewaltsamen Todesfälle. Menschen, die infolge von Hunger, Krankheiten, zusammengebrochener medizinischer Versorgung oder den langfristigen Folgen der Zerstörung starben, wurden darin nicht vollständig berücksichtigt. Die Wissenschaftler bezeichneten ihre Berechnung deshalb eher als Untergrenze der tatsächlichen Sterblichkeit.
Besonders erschütternd ist ein weiteres Ergebnis dieser Untersuchung: Die Alters- und Geschlechterverteilung der gewaltsam Getöteten ähnelte nach Angaben der Forscher den demografischen Mustern mehrerer von den Vereinten Nationen dokumentierter Genozide. Die Wissenschaftler betonten zwar zu Recht, dass eine solche statistische Ähnlichkeit allein noch kein abschließendes juristisches Urteil ersetzt. Aber sie zeigt, wie absurd es ist, den Genozidvorwurf mit einem Handstreich vom Tisch zu wischen.
Frau Hoppermann, kennen Sie diese Zahlen? Kennen Sie die Berichte von UNICEF? Kennen Sie die Untersuchungen der Max-Planck-Gesellschaft? Kennen Sie die Berichte der Vereinten Nationen?
Oder interessieren Sie diese Erkenntnisse nicht, weil Ihre politische Antwort bereits feststand, bevor Sie sich mit ihnen auseinandergesetzt hatten?
Eine Frau, die hinsieht
Es gibt glücklicherweise auch andere Stimmen. Menschen, die sich ihre Fähigkeit zum Mitgefühl nicht durch Parteiräson, Staatsräson oder politische Loyalität haben nehmen lassen.
Eine dieser Stimmen ist Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtssituation in den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten. Albanese ist keine Politikerin, die nach einer Talkshow-Schlagzeile sucht. Sie ist Juristin und untersucht im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats seit Jahren die Lage in den besetzten Gebieten.
Bereits im März 2024 legte sie einen Bericht mit dem Titel „Anatomie eines Genozids“ vor. Darin gelangte sie zu der Einschätzung, es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass die Schwelle zur Begehung eines Genozids erreicht sei.
Im Oktober 2024 folgte ihr Bericht „Genozid als koloniale Auslöschung“. Im Juli 2025 untersuchte sie unter dem Titel „Von der Ökonomie der Besatzung zur Ökonomie des Genozids“, welche Unternehmen und wirtschaftlichen Interessen von Besatzung, Zerstörung und Krieg profitieren.
Albanese dokumentiert. Sie benennt Verantwortlichkeiten. Sie legt Quellen vor. Sie beschreibt nicht nur die Bomben, sondern auch Vertreibung, Hunger, die Zerstörung medizinischer Einrichtungen und die Vernichtung der materiellen Grundlagen eines gesellschaftlichen Lebens.
Man muss nicht jede Schlussfolgerung Albaneses ungeprüft übernehmen. Aber man muss sich mit ihren Berichten auseinandersetzen, bevor man erklärt, es gebe „ganz klar“ keinen Völkermord.
Darin liegt der Unterschied: Francesca Albanese schaut hin. Sie hört den Opfern zu. Sie wertet Dokumente aus. Sie benennt das Leid. Und sie riskiert für ihre Haltung politischen Druck, Diffamierungen und persönliche Sanktionen.
Frau Hoppermann dagegen verkündet ein Ergebnis.
„Es gibt keinen Völkermord in Gaza.“
Keine erkennbare Unsicherheit. Kein Vorbehalt. Kein Hinweis auf das laufende Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof. Kein Wort über mehr als 21.000 registrierte tote Kinder. Kein Wort über eine wissenschaftliche Schätzung von mehr als 100.000 unmittelbar Getöteten. Kein Wort über die zerstörten Krankenhäuser, den Hunger, die Vertreibung und die ausgelöschten Familien.
Nur ein kategorisches Urteil. Wer so spricht, demonstriert keine Klarheit. Er demonstriert Hybris.
Und wer angesichts Zehntausender getöteter Menschen, darunter mehr als 21.000 Kinder, zuerst die politische Solidaritätsformel aufsagt und erst danach – oder möglicherweise überhaupt nicht – auf die Opfer schaut, muss sich eine noch grundsätzlichere Frage gefallen lassen:
Auf welcher Seite steht hier eigentlich die Menschlichkeit?
Auf welcher Seite stehen Sie, Frau Hoppermann?
Sie sagten:
„Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza. Wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen Terror und Aggression.“
Dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht. Nicht nur wegen seines Inhalts. Sondern wegen dessen, was er über Ihr politisches Denken offenbart.
Nach allem, was ich in diesem Artikel dargelegt habe – nach den Berichten der Vereinten Nationen, den Dokumentationen von UNICEF, den Untersuchungen unabhängiger Wissenschaftler und den Analysen der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese – kann ich eine derart kategorische Aussage weder nachvollziehen noch moralisch mittragen.
Ob internationale Gerichte den Tatbestand des Völkermords letztlich bejahen oder verneinen werden, ist ihre Aufgabe. Meine moralische Bewertung hängt jedoch nicht von einem späteren Urteilsspruch ab. Denn eines steht für mich bereits heute fest:
Jedes getötete Kind ist eines zu viel.
Jede zerbombte Schule ist eine zu viel.
Jedes zerstörte Krankenhaus ist eines zu viel.
Jede Familie, die ausgelöscht wird, ist eine zu viel.
Kein politisches Ziel der Welt darf dazu führen, dass wir abstumpfen und das Leid von Zivilisten zur Randnotiz erklären.
Deshalb möchte ich Ihrer Aussage meine eigene entgegensetzen:
Für mich ganz klar: Ich stehe nicht an der Seite des Krieges. Ich stehe an der Seite der Menschen.
Ich stehe an der Seite der Kinder – ganz gleich, ob sie in Gaza, in Israel, in der Ukraine oder irgendwo sonst auf dieser Welt geboren wurden.
Ich stehe an der Seite der Mütter und Väter, die ihre Kinder verlieren.
Ich stehe an der Seite der Zivilbevölkerung, die den Preis für politische Entscheidungen bezahlt.
Ich stehe an der Seite derjenigen, die Frieden schaffen wollen, anstatt immer neue Waffen sprechen zu lassen.
Ich wünsche mir ein Ende des Tötens.
Ein Ende der Bombardierungen.
Ein Ende des Hungers.
Ein Ende der Vertreibung.
Ein Ende des Hasses.
Und ich wünsche mir Politiker, die den Mut haben, sich zuerst dem Leid der Menschen verpflichtet zu fühlen – und erst danach ihrer Partei, ihrer Ideologie oder geopolitischen Interessen.
Staaten haben Interessen.
Parteien haben Programme.
Militärs haben Strategien.
Aber Kinder haben nur ein Leben.
Das ist die Seite, auf der ich stehe.
Und auf dieser Seite werde ich bleiben.
Und das ist nicht nur heroisches, selbstbeweihräucherndes Geschwafel.
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.
Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.
Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.
Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.
Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Der große Vorsitzende, der Mao Tse Tung, hat schon vor bald hundert Jahren darauf hingewiesen, dass man bei jeder Geschichte, die einem vorgesetzt wird, auf die Prämissen, die Grundannahmen achten muss. Er, der Mao, meinte, man müsse „das Wesen der Sache erfassen; dies ist die einzig verlässliche und wissenschaftliche Analysemethode.“ Leider hat der Großteil der Menschheit diese simple Erkenntnis immer noch nicht begriffen – oder wieder verlernt.
Nicht nur der Durchschnittsmensch betrachtet Politik wie einen Hollywood-Film, mit einem Helden, einem Bösewicht und einer bloß nicht zu komplizierten Handlung. Heute zeigt sich deutlich, dass diese Sichtweise durch alle Bildschirmköpfe, ob Medienschaffender, Experte oder Politiker, bepredigt wird.
In Bezug auf eine gerade aufbrechende Eiterbeule der polyvalenten globalen Dauerkrise gibt sich der aktuelle Rasputin (Nein, das ist keine Sonderausgabe des „Putins“!), der Alexander Dugin, wieder mal grobklotzig und unverblümt: „Im Grunde existiert die Ukraine nicht wirklich als unabhängiger Akteur – sie ist eine bedingte Einheit, ein Simulacrum, eine Art Golem oder Roboter, durch den der Westen gegen uns kämpft.“ Ein banderistischer Godzilla eben. Eastern statt Western.
Währenddessen scheint sich die Ukraine mehr und mehr tot zu siegen.
Die Geschichte lehrt, die meisten Kulturen greifen zu autoritären Mitteln, wenn sie untergehen. Warum sollte sich das „Imperium der Lügen“ also anders verhalten? Na, weil „wir“ doch „UnsereDemokratie“ und Freiheit und Rechtstaat und zensurfreie Medien und Friede, Freude, Eierlecken haben. „Des woas do a jeda!“
Unglücklicherweise kann jede Ideologie, jede Philosophie, jede Religion dazu missbraucht werden, die Vielen zu verwirren, so zu spalten, um sie dergestalt zu kontrollieren, damit die Wenigen herrschen können.
In jeder Hierarchiestruktur kann Macht rigoros und diktatorisch ausgeprägt werden, wenn sie durch dazu bestens geeignete Psychopathen erobert wird. Denn die kämpfen sich rücksichts- und skrupellos mit allen Mitteln nach oben. Ob im Elternbeirat, in der Hausverwaltung, bei den Vereinten Nationen oder in einem multinationalen Konzern. Einfach in jedem von Menschen geschaffenem Gefüge.
Doch die Art der Anreize bestimmt die Art der Beiträge und welche Art von Charakteren dem am ehesten genügt. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Offenheit sind dabei für Karriereorientierte nicht wirklich hilfreich.
Satirisch ausgedrückt könnte man anmerken, mit solchen Aussagen versuchen die Spalter, also „die gefallenen Engel aus der Hölle“ (O. Scholz), die allseits verhasste judäische Volksfront, die Gedanken der stramm stehenden Kriegstüchtigen zu verwirren, zumindest bis sie endgültig flach – und somit richtig – liegen. Das schlägt dann in der Realität ein wie eine Bombe. Was es meistens dann auch ist. „Des vastäht nua a ausgmachta Umd’eckndenga.“
„Der wahre Feind ist der Totalitarismus.“
Auf welchem Boden gedeiht die momentane Entwicklung am besten? Mit „money makes the world go round“ hat man schon mal einen plausiblen Einstieg zum Verständnis der Weltläufte.
Institutionen wie die BIZ, das IWF, die Weltbank und die WTO sind nicht wirklich vom Himmel gefallen, sondern da gibt es Gründer und Kontrolleure, die unnachgiebig und Schritt für Schritt dieses global wirkende Netzwerk für eine Schatten-Weltherrschaft errichtet haben. Über privat kontrollierte Zentralbanken (bspw. FED, Bank-of-England) wird Geld aus dem Nichts erschaffen. Dies dann gegen Zinsen zu verleihen, war und ist die Basis ihrer Macht. Der Erfolg ist unübersehbar.
Wenn da von kruden VT-lern immer wieder Namen wie Rothschild, Rockefeller, Warburg oder gar untadelige Mitglieder des Hochadels bei deren Recherchen auftauchen, kann das ja nur üble Nachrede sein. Irgendein Beleg lässt sich doch immer finden.
Nur ein träumerischer Utopist wie ein Bertolt Brecht kann auf einen Satz kommen wie: „Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“
Der ewige Miesepeter, der Ullrich Mies geht noch weiter: „Ein adäquater Begriff für dieses Syndikat ist CRIMOCRACY — die Herrschaft des Verbrechens.“
Die Realität dürfte aber, wie es so ist, am Ende doch die Oberhand behalten.
Der Schweizer Finanzmarktexperte Peter Hänseler hat den Zeigefinger in der Luft und fuchtelt rum: „In der gesamten Geschichte der Finanzmärkte gab es noch nie so viel heiße Luft im System – einem System, das von Gier und der damit einhergehenden Dummheit angetrieben wird.“
Ein anderer Weltuntergangsprophet, Wall-Street-Vermögensverwalter und Finanzanalyst Ed Dowd orakelt gruslig: „Die gesamte Rechnung geht bei der KI-Infrastruktur in diesem kreditgetriebenen KI-Komplex nicht auf. Irgendwann bricht das ganze Konstrukt also in sich zusammen. . .. Ich glaube, die Party ist näher am Ende als am Anfang, und die Schlusszeit steht bald bevor.“
Mit seinen jüngsten Äußerungen, dass die Erhaltung und Stärkung des Petrodollar-Systems das Kernziel der amerikanischen Außenpolitik ist, verrät US-Finanzminister Scott Bessent keine Geheimnisse. „Aba do brunnsn da Mullah und da Chinäs grad mi’m voim Stroi drauf“.
„Entweder gehen die Dinge sehr schnell den Bach runter, oder sie gehen mit geringerer Geschwindigkeit den Bach runter. Aber sie werden auf jeden Fall den Bach runtergehen“, resümiert der Nahost-Experte Seyed Mohammad Marandi. „Daran besteht kein Zweifel.“ Nun ja, wenn er meint… bei den Pissbächen…
Und jetzt noch der KO-Schlag. Erfahrene Analysten des US-Finanzministeriums stellten fest, dass „KI-Unternehmen tiefer in der US-Wirtschaft verankert sind als ihre Dotcom-Vorgänger und ein erhebliches Risiko für das gesamte System darstellen, sollten sich die finanziellen Rahmenbedingungen ändern, Produktivitätsziele verfehlt werden oder verschiedene Engpässe das Wachstum behindern.“… 8 – 9 – Aus!
Man muss den Kopf nicht auch noch tief in den Sand stecken, den man vorher in die Augen gestreut bekommen hat.
Auch ein angejahrter Alt-Punk wie der Betonflüsterer bemerkt über die fetten Jahre, „das Geld floss als gäbe es kein Morgen. Jetzt ist aber Morgen.“ Da bekommt die Redewendung „der Morgen graut“ gleich eine ganz andere Bedeutung. Denn „uns gehörte damals nicht weniger als die Welt.“ Und noch viel mehr… nach Rio Reiser.
Doch die Propagandamaschinerie läuft – wie geschmiert (hähä) – auf Hochtouren und hält die Menschen im Westen blind gegenüber dem bevorstehenden Zusammenbruch. Weil…, politische Strategie und Kommunikationsmanagement sind eng mit den kontrollierten Wissenschaften verknüpft.
Die „Politik“ wird auf korrupte Palastintrigen reduziert, wozu Volker Pispers schon vor Jahren meinte: „Die halten uns für genau so blöd wie wir sind“.
„Das Neue ist die Offenheit, mit der sie (die Politik) jetzt exekutiert wird. Man muss nicht mehr verhandeln, man diktiert – und zwar öffentlich, vor laufenden Kameras, ohne das geringste Bedürfnis, den Anschein zu wahren. Selbst Corleone hätte noch auf eine gewisse Diskretion bestanden.“ Sowas steht im Internet, Potzdauz…
Die Lügen sind zu groß, um sie einzugestehen.
Alle wissen doch, dass die Story mit dem Segelboot zur Nord-Stream-Pipeline-Sprengung allenfalls ein Witz ist. In Wahrheit waren es die Klingonen.
Will man eine schlechte Botschaft, wie den Rauswurf abertausender Beschäftigter besser unters Volk bringen, dann schreibt man halt: „Unternehmen wollen deutlich weniger Stellen streichen“. „Wea d‘Sproch behäascht, behäascht a d‘Leit, gäh!“
Die Amerikaner haben eine besondere Eigenschaft. Sie verstehen es etwas besser als andere, „ausgediente Pferde zu erschießen“. Und weil der gute Trump bis zum Hals in dem Sumpf steckt, den er austrocknen wollte, könnte er sich genötigt sehen bzw. aufgefordert werden, Good ol‘ Europe auszuquetschen, so lange es noch geht, und es dann politisch korrekt zu entsorgen. „Wos? Des mocht dea scho?“
Dazu hat man ihm einen Typ angedient, der gestelzt und gekünstelt, hölzern und spackig, eine Karikatur schlechthin ist. Wer kann das nur sein? Jedenfalls wird unserem Beauftragten vom schwarzen Fels in tosender See dann sein Auftrag zur letzten heiligen Pflicht, bei der er sich garantiert auch auf den gottgesandten Beistand stützen kann: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“
Aber was nützen Verräter noch, wenn es nichts mehr zu verraten gibt?
„Uns“ steht mittlerweile das Wasser bis zum Hals, weil wir so wenig Wasser haben, wie noch nie. Natürlich wegen der Erdverkochung. Weil CO2. Ansage zu einer ARTE Doku: „Der Sommer kommt, ist keine gute Nachricht mehr.“
Das wird einem unablässig auf die Ohren geknallt. Das muss doch dann stimmen, oder? „Heilandsack noamol…Wea des no glabt, dea glabt a sunst an jedn Schaiß.“
Der offenbar schmerzfreie Michael Sailer zitiert zur künstlich intelligenten Wassernotkatastrophe in München die brandmauerfeste „Die Zeit“ mit den Worten: „die Führung der Welt habe „keinen Tropfen mehr zu verschenken“. Sondern, eben, zu verkaufen; schließlich darf keine Ressource auf diesem Planeten profitfrei versickern!“
Zum Glück gibt es das ZDF mit seinen Reportagen, die das knackig einordnen: „Sommer. Sonne. Schlägereien.“ Die Schwurbler unterstellen zwar den ÖRR-Mitarbeitenden, diese wären die mit der allerwenigsten Ahnung und sind deshalb unbelehrbar, weil sie sich für überragend halten. Andere sehen da nur dumme Menschen, die nicht wissen, dass sie dumm sind.
Letztendlich gilt: „Nicht das Ereignis macht den Skandal, sondern die Berichterstattung.“ Und hier heißt es: Vorsicht! Propaganda gibt’s nun mal nicht mit Bedienungsanleitung oder Inhaltsangabe.
Der Großmeister der Massenmanipulation, Niccolò Machiavelli, soll sich mal geräuspert haben: „Wer die Angst der Menschen beherrscht, wird Herr ihrer Seelen.“
„Die Wahrheit zu finden genügt nicht. Wer sie gefunden hat, trägt auch die Verantwortung, sie weiterzugeben.“ Eddie Hobbs
Thomas Jeffersons Mahnung: „Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von allein aufrecht“ ist heute mehr als gültig. Auch ein Peter Scholl-Latour beschwor – schon im letzten Jahrtausend – die „mediale Massenverblödung“.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten, um unsere Herrscher zu sehen: Entweder Sie sind schwachsinnig, oder Sie halten uns für schwachsinnig. Beides ist disqualifizierend. Und beschämend. Für alle.
„Das ganze Geheimnis der Existenz ist, keine Angst zu haben.“ – Buddha
Der letzte Gedanke gebührt, frei nach ihm, dem großen Geist Karl Valentin: „I gfrei mi, wenn’s hoas is, wei, wenn i mi net gfrei, is a hoas.“
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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.
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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.
Wer über den Klimawandel sprechen will, sollte zunächst einen Schritt zurücktreten. Nicht zehn Jahre. Nicht hundert Jahre. Nicht zweitausend Jahre. Sondern Hunderttausende und Millionen Jahre.
Das Klima der Erde war niemals statisch. Lange bevor der Mensch Kohle, Öl oder Gas nutzte, wechselten sich Warm- und Kaltzeiten ab. Gletscher dehnten sich aus und zogen sich wieder zurück. Wälder entstanden, verschwanden und breiteten sich erneut aus. Meeresspiegel stiegen und fielen. Die Erde befand sich stets in einem Wandel.
Diese historische Perspektive ist unverzichtbar. Wer den Blick ausschließlich auf die vergangenen 150 Jahre richtet, läuft Gefahr, einen winzigen Ausschnitt der Erdgeschichte für das gesamte Bild zu halten. Systematische Wetteraufzeichnungen existieren erst seit dem 19. Jahrhundert. Die Geschichte des Klimas dagegen reicht Millionen Jahre zurück. Wer die Gegenwart verstehen möchte, sollte deshalb zunächst die Vergangenheit kennenlernen.
485 Millionen Jahre Klimageschichte – ein Planet im ständigen Wandel
Eine 2024 in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Untersuchung hat die globale Durchschnittstemperatur der vergangenen 485 Millionen Jahre rekonstruiert. Die Forscher verbanden dafür mehr als 150.000 geologische und fossile Klimahinweise mit Computersimulationen. Das Ergebnis zeichnet das Bild eines Planeten, dessen Klima wesentlich stärker schwankte, als ein Blick auf die jüngere Vergangenheit vermuten lässt.
Die errechnete globale Durchschnittstemperatur bewegte sich im untersuchten Zeitraum zwischen ungefähr 11 und 36 Grad Celsius. Zum Vergleich: Gegenwärtig liegt sie bei etwa 15 Grad. Über weite Teile dieser 485 Millionen Jahre war die Erde somit deutlich wärmer als heute. Zeitweise gab es keine dauerhaften Eiskappen an den Polen. Zu anderen Zeiten breiteten sich mächtige Eisschilde aus. Die Erde wechselte wiederholt zwischen sogenannten Treibhaus- und Eishauszuständen.
Vor ungefähr 485 Millionen Jahren herrschte demnach ein ausgeprägtes Treibhausklima mit globalen Durchschnittstemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Rund 40 Millionen Jahre später folgte eine massive Abkühlung. Eisflächen breiteten sich aus, der Meeresspiegel sank, und tiefgreifende Veränderungen der Lebensbedingungen trugen zu einem großen Artensterben bei. Später wurde es wieder erheblich wärmer. Am Ende des Perms vor rund 251 Millionen Jahren stieg die globale Temperatur im Zusammenhang mit gewaltigem Vulkanismus erneut stark an.
Diese Rekonstruktion darf nicht als Beweis dafür missverstanden werden, heutige Veränderungen seien bedeutungslos. Sie zeigt aber unmissverständlich, dass das Klima der Erde niemals einen unveränderlichen Normalzustand kannte. Unser heutiges vergleichsweise kühles Klima ist erdgeschichtlich keine Selbstverständlichkeit, sondern lediglich eine Phase in einer langen Abfolge tiefgreifender Veränderungen.
Die Autoren der Studie führen einen wesentlichen Teil der langfristigen Temperaturentwicklung auf Veränderungen des atmosphärischen CO₂-Gehalts zurück. Auf diesen Zusammenhang werde ich in späteren Kapiteln ausführlich eingehen. Zunächst ist jedoch wichtig zu wissen, auf welcher Grundlage solche Aussagen überhaupt beruhen. Die Rekonstruktion stützt sich nicht auf direkte Temperaturmessungen, sondern auf geologische Stellvertreterdaten (Proxydaten), Modellrechnungen und statistische Auswertungen. Selbst beteiligte und außenstehende Forscher weisen darauf hin, dass insbesondere die genauen Temperaturwerte sehr weit zurückliegender Epochen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Der große Befund bleibt dennoch bestehen: Die Erde war über Hunderte Millionen Jahre hinweg zeitweise wesentlich wärmer und zeitweise erheblich kälter als heute.
Vom Treibhausplaneten in das gegenwärtige Eiszeitalter
Seit ungefähr 34 Millionen Jahren befindet sich die Erde in einem Eiszeitalter. Der Begriff klingt zunächst befremdlich, weil wir bei einer Eiszeit gewöhnlich an vollständig vereiste Landschaften denken. Geologisch genügt jedoch das dauerhafte Vorhandensein großer Eisschilde an den Polen. Da die Antarktis und Grönland noch immer von mächtigem Eis bedeckt sind, leben wir auch heute innerhalb eines Eiszeitalters – allerdings gegenwärtig in einer Warmzeit dieses Eiszeitalters.
Vor rund 2,58 Millionen Jahren begann das Quartär. Seitdem wechselten sich lange Kaltzeiten und vergleichsweise kurze Warmzeiten immer wieder ab. Während der Kaltzeiten bedeckten gewaltige Gletscher große Teile Europas und Nordamerikas. In den wärmeren Zwischenphasen zogen sie sich zurück. Dieser Rhythmus wurde nicht von Industrieanlagen oder Automobilen ausgelöst. Er entstand durch das komplexe Zusammenspiel natürlicher Prozesse, auf die in einem später folgenden Kapitel näher eingegangen wird.
In diesen wechselhaften klimatischen Verhältnissen entwickelte sich auch die Gattung Mensch. Unsere Vorfahren lebten nicht in einem stabilen Klima, sondern mussten sich immer wieder an starke Veränderungen von Temperatur, Niederschlag, Vegetation und Lebensräumen anpassen. Der Mensch betrat also keine klimatisch ruhende Bühne. Er entwickelte sich auf einem Planeten, dessen Klima bereits seit Jahrmillionen in Bewegung war.
Das Holozän – die Warmzeit, der wir unsere Zivilisation verdanken
Vor rund 11.700 Jahren endete die letzte große Eiszeit. Gewaltige Gletscher, die über weite Teile Europas und Nordamerikas reichten, begannen sich zurückzuziehen. Dort, wo zuvor Eis und Geröll das Bild bestimmten, entstanden fruchtbare Landschaften. Flüsse fanden neue Läufe, Wälder breiteten sich aus, Tiere besiedelten neue Lebensräume.
Mit dieser Erwärmung begann das Holozän – jene Warmzeit, in der wir bis heute leben.
Sie war weit mehr als nur eine klimatische Episode. Sie schuf die Voraussetzungen für das, was wir heute Zivilisation nennen. Menschen wurden sesshaft, begannen Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, gründeten Dörfer und später Städte. Aus kleinen Gemeinschaften entstanden Kulturen, Handelswege und schließlich Hochzivilisationen. Ohne die Erwärmung nach der letzten Eiszeit gäbe es unsere heutige Gesellschaft vermutlich nicht.
Dieser Blick zurück macht deutlich, dass Wärme in der Geschichte der Menschheit keineswegs ausschließlich als Bedrohung erlebt wurde. Sie war oftmals Voraussetzung für Wachstum, Ernährungssicherheit und kulturelle Entwicklung. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jede Erwärmung automatisch positiv ist. Es zeigt jedoch, dass Klima differenziert betrachtet werden muss und sich einfache Schwarz-Weiß-Bilder der Geschichte kaum gerecht werden.
Die Mittelalterliche Warmzeit – eine Zeit des Aufbruchs
Auch innerhalb des Holozäns verlief das Klima nicht gleichmäßig. Es gab kühlere und wärmere Phasen, feuchte und trockene Jahrhunderte. Eine der bekanntesten ist die Mittelalterliche Warmzeit, die ungefähr vom 10. bis zum 13. Jahrhundert dauerte.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Temperaturen in vielen Regionen Europas mit den heutigen vergleichbar oder regional wahrscheinlich sogar höher gewesen sind. Wein wurde weiter nördlich angebaut als in den Jahrhunderten danach. In England entstanden Weinberge in Gegenden, die später dafür als ungeeignet galten.
Auch die Hochgebirge erzählen diese Geschichte. Seit sich viele Gletscher zurückziehen, kommen immer wieder Baumstämme und Baumreste zum Vorschein, die über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende unter dem Eis konserviert waren. Diese Bäume konnten nur wachsen, als die Gletscher deutlich kleiner waren und die Baumgrenze höher lag als in späteren Kältephasen. Untersuchungen in den Alpen und in Skandinavien zeigen, dass Bäume zeitweise deutlich oberhalb der heutigen Waldgrenze wuchsen. In Nordschweden wurden Überreste von Kiefern gefunden, die belegen, dass die Baumgrenze während früherer Warmphasen bis zu rund 100 Meter höher lag als heute. Auch in den Alpen wurden unter zurückweichenden Gletschern subfossile Baumstämme entdeckt, die von längeren Perioden mit wesentlich geringerem Gletscherumfang zeugen.
Solche Funde sind für Klimaforscher besonders wertvoll. Sie beruhen nicht auf historischen Berichten oder Vermutungen, sondern auf datierbaren Überresten ehemaliger Wälder. Die Natur selbst dokumentiert damit, dass sich Baumgrenzen und Gletscher im Laufe der Jahrtausende immer wieder verschoben haben.
Je weiter Forscher in die Vergangenheit blicken, desto deutlicher wird, dass Klima nie ein statischer Zustand war. Wälder rückten bergauf und wieder talwärts, Gletscher schrumpften und wuchsen erneut. Die Landschaft, die wir heute als selbstverständlich ansehen, war zu verschiedenen Zeiten der Erdgeschichte eine andere. Deshalb ist die lange Klimageschichte unverzichtbar, wenn wir die Entwicklungen der Gegenwart richtig einordnen wollen.
Ein aufschlussreiches Beispiel liefert die Besiedlung Grönlands durch die Wikinger. Angeführt von Erik dem Roten besiedelten sie Ende des 10. Jahrhunderts Teile Grönlands – jenes Landes, das nach der Überlieferung von Erik dem Roten den Namen „Grönland“ („Grünes Land“) erhielt. Dort betrieben die nordischen Siedler über mehrere Jahrhunderte Landwirtschaft und Viehzucht. Archäologische Funde belegen Höfe, Stallungen sowie die Haltung von Rindern, Schafen und Ziegen. Die klimatischen Bedingungen ermöglichten damals eine dauerhafte Besiedlung, die während der späteren Abkühlung im Zuge der Kleinen Eiszeit zunehmend schwieriger wurde. Schließlich wurden die nordischen Siedlungen aufgegeben.
Die Mittelalterliche Warmzeit war sicherlich nicht überall auf der Erde gleich ausgeprägt. Klima ist regional unterschiedlich. Dennoch zeigt diese Epoche, dass wärmere Phasen bereits lange vor der Industrialisierung existierten und tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Menschen hatten.
Die Kleine Eiszeit – Jahrhunderte der Abkühlung
Auf die Mittelalterliche Warmzeit folgte eine deutlich kühlere Phase: die Kleine Eiszeit. Etwa vom 14. Jahrhundert bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts kühlte sich das Klima in vielen Regionen der Nordhalbkugel spürbar ab. Die Temperaturen sanken zwar nicht dramatisch, doch bereits vergleichsweise geringe Veränderungen reichten aus, um das Leben von Millionen Menschen nachhaltig zu beeinflussen.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar. Gletscher rückten in vielen Alpentälern wieder vor und bedrohten Dörfer, Höfe und landwirtschaftliche Flächen. Teilweise mussten Siedlungen aufgegeben oder verlegt werden, weil sich das Eis immer weiter ausdehnte. Felder gingen verloren, Weideflächen schrumpften und ganze Täler veränderten ihr Erscheinungsbild.
Auch die Landwirtschaft litt erheblich unter den kühleren Bedingungen. Die Vegetationsperiode verkürzte sich, Ernten fielen häufiger aus, und wiederkehrende Missernten führten in zahlreichen Regionen Europas zu Hunger, Armut und sozialen Spannungen. Für eine Gesellschaft, deren Existenz nahezu vollständig von der Landwirtschaft abhing, konnte bereits eine Folge schlechter Erntejahre existenzbedrohende Auswirkungen haben.
Berühmt sind die sogenannten Frostmärkte auf der zugefrorenen Themse in London. Zwischen dem 17. und frühen 19. Jahrhundert fror der Fluss während besonders kalter Winter mehrfach so stark zu, dass sich Händler, Schausteller und Handwerker auf der Eisfläche niederließen. Es wurden Marktstände aufgebaut, Speisen verkauft und sogar kleinere Veranstaltungen abgehalten. Was aus heutiger Sicht beinahe romantisch wirkt, war für die Menschen jener Zeit Ausdruck außergewöhnlich harter Winter und eines Klimas, das den Alltag erheblich erschwerte.
Nicht nur die Themse, sondern auch zahlreiche andere Flüsse Europas froren regelmäßig zu. Der Rhein, die Donau und viele kleinere Flüsse waren zeitweise wochenlang von Eis bedeckt. Schifffahrt und Handel kamen teilweise zum Erliegen, Versorgungsketten wurden unterbrochen und Brennholz sowie Lebensmittel verteuerten sich erheblich.
Auch in den Alpen hinterließ die Kleine Eiszeit deutliche Spuren. Historische Berichte schildern die Sorge der Bevölkerung vor den stetig vorrückenden Gletschern. Kirchen veranstalteten Bittprozessionen gegen das Eis, weil ganze Ortschaften fürchteten, von den Gletschern verschlungen zu werden. Heute erinnern zahlreiche historische Zeichnungen, Gemälde und Chroniken an diese außergewöhnliche Zeit.
Kunst und Literatur jener Zeit spiegeln die klimatischen Verhältnisse eindrucksvoll wider. Zahlreiche Gemälde niederländischer und flämischer Maler des 16. und 17. Jahrhunderts zeigen ausgedehnte Eislandschaften, zugefrorene Kanäle, Flüsse und Wasserstraßen, auf denen Menschen Schlittschuh liefen, Handel trieben oder Waren transportierten. Dabei handelt es sich nicht nur um zugefrorene kleine Seen, die auch heute in strengen Wintern vereisen können. Viele Darstellungen zeigen größere Wasserläufe und Kanäle, die heute nur noch äußerst selten oder gar nicht mehr vollständig zufrieren. Solche Gemälde sind nicht nur kunsthistorisch interessant, sondern gelten auch als wertvolle zeitgeschichtliche Zeugnisse der klimatischen Verhältnisse während der Kleinen Eiszeit.
1540 – Das außergewöhnliche Dürrejahr der Kleinen Eiszeit
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für natürliche Wetterextreme ist das Jahr 1540. Zeitgenössische Chroniken berichten von einer außergewöhnlich langen Dürre, die weite Teile Europas erfasste. Über Monate fiel vielerorts kaum Regen. Flüsse schrumpften zu schmalen Rinnsalen, zahlreiche Brunnen versiegten, Felder verdorrten und Wälder gerieten immer wieder in Brand. Ernten fielen aus, Vieh verendete auf ausgetrockneten Weiden, und in vielen Regionen wurde Wasser zu einem kostbaren Gut.
Historische Berichte schildern eindrucksvoll, wie Menschen Flussbetten zu Fuß überquerten, Schiffe vielerorts nicht mehr fahren konnten und Mühlen stillstanden, weil das Wasser fehlte. In manchen Städten musste Trinkwasser aus weit entfernten Quellen herangeschafft werden. Die Landwirtschaft, damals die Lebensgrundlage nahezu der gesamten Bevölkerung, wurde von der anhaltenden Trockenheit besonders hart getroffen.
Neuere klimatologische Untersuchungen beschreiben 1540 teilweise als eines der außergewöhnlichsten Dürrejahre der vergangenen Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende in Mitteleuropa. Rekonstruktionen aus historischen Quellen, Baumringen und weiteren Klimaarchiven deuten darauf hin, dass sich die Trockenperiode über viele Monate erstreckte und mit außergewöhnlich hohen Sommertemperaturen einherging. Einige Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang sogar von einem „Megadürrejahr“, dessen Ausmaß selbst im Vergleich zu vielen modernen Dürreperioden außerordentlich ist.
Beachtenswert ist dabei vor allem der zeitliche Zusammenhang. Dieses außergewöhnliche Wetterereignis ereignete sich fast drei Jahrhunderte vor Beginn der Industrialisierung. Kohlekraftwerke gab es nicht, Automobile ebenso wenig. Von einem großflächigen Verbrauch fossiler Energieträger konnte keine Rede sein. Gleichwohl erlebten die Menschen eine außergewöhnliche Hitze- und Dürreperiode mit weitreichenden Folgen für Landwirtschaft, Versorgung und Gesellschaft.
Das Jahr 1540 liefert keine Antwort auf alle Fragen der heutigen Klimadebatte. Es erinnert jedoch daran, dass außergewöhnliche Hitze- und Dürreperioden keine Phänomene des Industriezeitalters sind. Sie gehören seit Jahrhunderten zur Klimageschichte Europas. Wer historische Extremereignisse ausblendet, betrachtet nur einen kleinen Ausschnitt der Klimageschichte.
Dieser historische Blick kommt in der öffentlichen Klimadebatte nach meinem Eindruck häufig zu kurz. Der Schwerpunkt liegt vielfach auf der Annahme, der Mensch sei der entscheidende Treiber der gegenwärtigen Klimaentwicklung. Historische Klimaschwankungen und natürliche Einflussfaktoren treten dabei oft in den Hintergrund oder werden nur am Rande erwähnt. Wer jedoch die gesamte Klimageschichte betrachtet, erkennt, dass sich das Klima der Erde seit Millionen von Jahren verändert – mit ausgeprägten Warm- und Kaltphasen, lange bevor der Mensch begann, fossile Energieträger in großem Umfang zu nutzen. Deshalb erscheint es mir problematisch, heutige Klimaveränderungen vorschnell oder überwiegend auf den Menschen zurückzuführen, ohne die natürlichen Prozesse und historischen Zusammenhänge in gleichem Maße zu berücksichtigen.
Wer außergewöhnliche Hitze oder Trockenheit ausschließlich als Phänomen unserer Zeit wahrnimmt, übersieht, dass ähnliche oder regional sogar noch ausgeprägtere Ereignisse bereits lange vor der Industrialisierung dokumentiert wurden. Die Klimageschichte mahnt deshalb zur Vorsicht gegenüber vorschnellen Schlussfolgerungen. Nicht jedes Extremereignis ist einzigartig, nur weil wir es selbst erleben.
Das Jahr 1540 erinnert uns daran, dass die Natur auch ohne menschlichen Einfluss zu außergewöhnlichen Ausschlägen fähig ist. Wer die Gegenwart verstehen will, sollte deshalb nicht nur die Zeitungsberichte der letzten Jahre lesen, sondern auch die Chroniken der vergangenen Jahrhunderte. Erst dann wird deutlich, wie lang, wechselhaft und ereignisreich die Geschichte unseres Klimas tatsächlich ist.
Das Jahr 1540 macht zugleich deutlich, dass historische Klimaperioden keine über Jahrhunderte gleichbleibende Wetterzustände waren. Die Kleine Eiszeit war insgesamt kühler als die vorausgehende Mittelalterliche Warmzeit. Dennoch konnten innerhalb dieser Epoche einzelne Jahre mit außergewöhnlicher Hitze und extremer Trockenheit auftreten. Eine langfristige Abkühlung schließt kurzfristige Hitzeextreme ebenso wenig aus, wie eine langfristige Erwärmung einzelne kalte Winter unmöglich macht. Klima und Wetter sind nicht dasselbe. Wetter beschreibt den momentanen Zustand der Atmosphäre – also ob es heute regnet, schneit oder ungewöhnlich heiß ist. Klima dagegen beschreibt die langfristige statistische Entwicklung des Wetters über viele Jahrzehnte, in der Regel über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren. Einzelne Wetterereignisse können innerhalb einer Klimaperiode erheblich vom Durchschnitt abweichen. So konnte selbst während der insgesamt kühlen Kleinen Eiszeit ein außergewöhnliches Hitze- und Dürrejahr wie 1540 auftreten. Umgekehrt schließen wärmere Klimaphasen kalte Winter oder schneereiche Jahre keineswegs aus. Wer Wetter und Klima miteinander verwechselt, läuft Gefahr, aus einzelnen Ereignissen vorschnelle oder sogar falsche Schlussfolgerungen abzuleiten.
Mit dem Ende der Kleinen Eiszeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich die Gletscher vielerorts wieder zurückzuziehen, die Vegetationsperioden verlängerten sich, und die landwirtschaftlichen Bedingungen verbesserten sich schrittweise. Dabei ist der zeitliche Zusammenhang von besonderer Bedeutung: Die Erwärmung setzte bereits ein, bevor der Mensch in großem Umfang fossile Energieträger verbrannte. Die heutigen industriellen CO₂-Emissionen existierten damals noch nicht.
Dieser Blick zurück erinnert daran, dass nicht nur Wärme Herausforderungen mit sich bringen kann, dass weder Wärme noch Kälte pauschal als gut oder schlecht bezeichnet werden können. Auch Kälte hatte für Gesellschaften oft gravierende Folgen – wirtschaftlich, sozial und kulturell. Klima war nie statisch. Die Geschichte zeigt, dass sowohl Warm- als auch Kaltphasen Chancen und Risiken mit sich bringen können. Wer über den Klimawandel der Gegenwart spricht, sollte deshalb auch die Erfahrungen früherer Generationen kennen. Erst der Blick auf die gesamte Klimageschichte ermöglicht es, heutige Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.
Die Erde führt ihr eigenes Klimaarchiv
Manche fragen sich, woher Wissenschaftler überhaupt wissen, wie das Klima vor Jahrhunderten, Jahrtausenden oder sogar Hunderttausenden von Jahren gewesen ist. Schließlich existieren Thermometer erst seit vergleichsweise kurzer Zeit, systematische Wetteraufzeichnungen sogar erst seit dem 19. Jahrhundert.
Die Antwort ist ebenso einfach wie faszinierend: Die Erde selbst bewahrt ihre Geschichte auf. Man muss nur lernen, sie zu lesen.
Zu den beeindruckendsten Klimaarchiven gehören die gewaltigen Eisschilde Grönlands und der Antarktis. Im Landesinneren ist der grönländische Eisschild stellenweise mehr als drei Kilometer dick – eine gigantische Eisdecke, in der sich die Klimageschichte der Erde über Hunderttausende von Jahren erhalten hat. Jahr für Jahr fällt Schnee, wird von neuen Schneeschichten überdeckt und mit der Zeit zu Eis verdichtet. Dabei werden winzige Luftblasen eingeschlossen – gewissermaßen kleine Zeitkapseln der Atmosphäre. Sie enthalten die Luft, die Menschen vor Tausenden oder sogar Hunderttausenden von Jahren eingeatmet hätten. Durch Eiskernbohrungen werden meterlange Eiszylinder aus dem Inneren der Eisschilde geborgen, die diese natürlichen Zeitkapseln enthalten. Anschließend analysieren Wissenschaftler im Labor die eingeschlossenen Luftblasen sowie die chemische Zusammensetzung des Eises. Dadurch gewinnen sie wertvolle Informationen über die Atmosphäre und die klimatischen Bedingungen vergangener Jahrtausende.
Ebenso aufschlussreich sind die Jahresringe der Bäume. Jeder Baum legt Jahr für Jahr einen neuen Ring an. In warmen und feuchten Jahren wächst er meist stärker, in kalten oder trockenen Jahren langsamer. Aus der Abfolge breiter und schmaler Jahresringe lässt sich deshalb oft rekonstruieren, wie günstig oder ungünstig die Wachstumsbedingungen in vergangenen Jahrhunderten waren. Tausende überlappender Baumringserien ermöglichen es Forschern, Klimaschwankungen über sehr lange Zeiträume nachzuvollziehen.
Auch Seen und Meere führen gewissermaßen Buch über die Vergangenheit. Auf ihrem Grund lagern sich Jahr für Jahr Sedimente ab. Darin finden sich Pollen, Pflanzenreste, Muschelschalen und zahlreiche weitere Spuren früherer Umweltbedingungen. Anhand dieser Ablagerungen können Wissenschaftler Rückschlüsse darauf ziehen, welche Pflanzen wuchsen, wie warm oder kalt es war und wie sich Landschaften im Laufe der Zeit verändert haben.
Selbst Tropfsteine in Höhlen erzählen Klimageschichte. Sie wachsen oft nur wenige Zehntelmillimeter pro Jahr und speichern in ihrer chemischen Zusammensetzung Informationen über Niederschläge, Temperaturen und die Vegetation der jeweiligen Epoche. Ähnliches gilt für Korallenriffe, deren Wachstumsstrukturen Hinweise auf frühere Meerestemperaturen liefern.
Jedes dieser Archive besitzt seine eigenen Stärken und Grenzen. Ein Baumring erzählt eine andere Geschichte als ein Eiskern, ein Tropfstein eine andere als ein Meeresboden. Deshalb ist das Zusammenspiel dieser Zeitzeugen so wertvoll. Keines dieser Klimaarchive erzählt die ganze Geschichte. Erst wenn Eiskerne, Baumringe, Sedimente, Pollen und andere natürliche Archive trotz ihrer völlig unterschiedlichen Eigenschaften ein ähnliches Bild zeichnen, entsteht ein hohes Maß an Vertrauen in die Rekonstruktion der Klimavergangenheit.
Die Klimageschichte stützt sich daher nicht auf Vermutungen oder einzelne Zufallsfunde. Sie beruht auf einer Vielzahl unabhängiger Untersuchungsmethoden, die sich gegenseitig ergänzen und kontrollieren. Diese Vielfalt macht die Rekonstruktion früherer Klimaverhältnisse zu einem der am besten erforschten Bereiche der Geowissenschaften.
Wer die heutigen Diskussionen über den Klimawandel verstehen möchte, sollte deshalb auch diese natürlichen Archive kennen. Sie zeigen, dass die Geschichte des Klimas nicht erst mit dem ersten Thermometer beginnt, sondern seit Jahrmillionen in Eis, Holz, Gestein und Sedimenten gespeichert ist – lange bevor der Mensch begann, sie wissenschaftlich zu erforschen.
Klima bestimmt Geschichte
Klima beeinflusst nicht nur Temperaturen. Es beeinflusst auch die Geschichte der Menschheit.
Seit Beginn der Zivilisation waren Menschen von den natürlichen Bedingungen ihrer Umwelt abhängig. Ernten entschieden über Wohlstand oder Hunger. Wasser entschied darüber, wo sich Menschen niederließen, Städte entstanden oder Handelswege entwickelten. Bereits wenige Jahre mit außergewöhnlicher Trockenheit oder ungewöhnlicher Kälte konnten ganze Regionen wirtschaftlich und gesellschaftlich erschüttern.
Lange Dürreperioden führten immer wieder dazu, dass Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Missernten lösten Hungersnöte aus, verschärften soziale Spannungen und begünstigten politische Konflikte. Umgekehrt ermöglichten klimatisch günstige Phasen häufig Bevölkerungswachstum, wirtschaftlichen Aufschwung und kulturelle Entwicklung. Klima allein erklärt die Geschichte der Menschheit nicht. Es war jedoch stets ein bedeutender Einflussfaktor, der neben politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen das Schicksal ganzer Völker mitprägte.
Deshalb lohnt sich der Blick in die Vergangenheit. Wer historische Klimaveränderungen kennt, erkennt, dass sich Gesellschaften seit Jahrtausenden immer wieder an veränderte Umweltbedingungen anpassen mussten. Der Mensch war den Kräften der Natur nie vollständig ausgeliefert, aber er konnte sie auch nie vollständig beherrschen.
Was lehrt uns dieser Blick zurück?
Die Klimageschichte zeigt uns vor allem eines: Klimaveränderungen sind kein Ausnahmezustand der Gegenwart, sondern ein wiederkehrender Bestandteil der Erd- und Menschheitsgeschichte. Wer die heutigen Entwicklungen verstehen und einordnen möchte, sollte diesen langen historischen Zusammenhang nicht aus den Augen verlieren. Erst dann entsteht ein vollständigeres Bild – eines, das über die Schlagzeilen der letzten Jahrzehnte hinausreicht.
Je weiter der Blick in die Vergangenheit reicht, desto deutlicher wird ein grundlegender Befund: Klimaveränderungen sind kein neues Phänomen. Warmzeiten wechselten sich mit Kaltzeiten ab – lange bevor der Mensch begann, fossile Energieträger zu nutzen.
Diese historische Erkenntnis beantwortet noch nicht die Frage, welchen Anteil natürliche Faktoren und menschliche Einflüsse an der heutigen Erwärmung jeweils haben. Sie zeigt jedoch, dass jede seriöse Diskussion zunächst zwischen natürlichen Klimaschwankungen und möglichen menschlichen Einflüssen unterscheiden muss.
Darin liegt der Wert der Klimageschichte. Sie schützt vor vorschnellen Schlüssen. Wer nur die letzten Jahrzehnte betrachtet, sieht lediglich einen kurzen Ausschnitt eines Films, der seit Millionen von Jahren läuft. Erst der Blick auf die gesamte Geschichte ermöglicht es, die Entwicklungen der Gegenwart angemessen einzuordnen.
Wer über den menschengemachten Klimawandel urteilen möchte, sollte zunächst die Geschichte des natürlichen Klimawandels kennen. Bevor wir darüber sprechen, warum sich das Klima verändert, sollten wir zunächst verstehen, dass es sich schon immer verändert hat. Dieses Fundament wurde in diesem Kapitel gelegt. Im nächsten Kapitel geht es um die Frage, wodurch das Klima überhaupt beeinflusst wird – und welche Rolle natürliche Faktoren dabei spielen.
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Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.
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