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Klimalüge und Klimadiktatur?Teil 8: Klimawissenschaft zwischen Erkenntnis und Inszenierung

Von Uwe Froschauer

„97 Prozent der Wissenschaftler sind sich einig.“ Dieser Satz begegnet einem in der Klimadebatte immer wieder. Er klingt nach Gewissheit. 97 Prozent – da scheint die Sache doch geklärt zu sein. Wer wollte sich da noch erdreisten, Fragen zu stellen?

Nur: 97 Prozent wovon? Und Einigkeit worüber?

An solchen Zahlen zeigt sich, wie aus einer differenzierten wissenschaftlichen Aussage eine scheinbar unumstößliche Wahrheit werden kann. Zahlen werden verkürzt, Bezugsgrößen verschwinden, Unsicherheiten werden ausgeblendet – und am Ende bleibt eine Botschaft hängen, die wesentlich eindeutiger klingt als die Untersuchung, auf die sie sich beruft.

In diesem Kapitel geht es nicht darum, wissenschaftliche Erkenntnisse pauschal infrage zu stellen. Es geht darum, genauer hinzusehen: Wie entsteht ein „wissenschaftlicher Konsens“? Was sagt er tatsächlich aus? Was wird politisch und medial daraus gemacht? Und was geschieht, wenn Wissenschaft, Politik und öffentliche Kommunikation zu eng miteinander verwoben werden?

Die berühmten 97 Prozent liefern dafür ein mustergültiges Beispiel.

97 Prozent – wovon eigentlich?

Ausgangspunkt ist eine 2013 veröffentlichte Studie von John Cook und seinen Mitautoren. Untersucht wurden die Zusammenfassungen – die sogenannten Abstracts – von 11.944 wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema globale Erwärmung beziehungsweise globaler Klimawandel aus den Jahren 1991 bis 2011.

Das Ergebnis ist interessant: 66,4 Prozent der untersuchten Abstracts enthielten keine erkennbare Aussage dazu, ob beziehungsweise in welchem Sinne der Mensch zur globalen Erwärmung beiträgt. Sie wurden deshalb von Cook und seinen Kollegen in die Kategorie „no position“ – keine Position zur menschengemachten globalen Erwärmung – eingeordnet. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass diese Arbeiten den menschlichen Einfluss bestritten. Aus ihren Abstracts ließ sich zu dieser konkreten Frage schlicht keine Position ableiten. 32,6 Prozent wurden als Zustimmung zu einem menschlichen Beitrag eingeordnet, 0,7 Prozent als Ablehnung und 0,3 Prozent als unsicher.[1] Im Klartext: Nur 33,6 Prozent äußerten sich überhaupt zum Beitrag des Menschen zur globalen Erwärmung.

Woher kommen dann die berühmten 97 Prozent?

Cook und seine Kollegen bezogen ihre Konsenszahl nicht auf sämtliche 11.944 untersuchte Abstracts, sondern nur auf diejenigen Arbeiten, die überhaupt eine Position zur menschengemachten Erwärmung erkennen ließen.

Die Rechnung dahinter ist einfach: 32,6 Prozent aller untersuchten Abstracts unterstützten einen menschlichen Beitrag zur globalen Erwärmung. Insgesamt äußerten rund 33,6 Prozent überhaupt eine Position zu dieser Frage.

Also:

32,6 ÷ 33,6 × 100 = rund 97,1 Prozent.

So entstehen die berühmten 97 Prozent.

Mathematisch ist daran zunächst nichts auszusetzen. Entscheidend ist die Bezugsgröße. Die 97,1 Prozent beziehen sich nicht auf sämtliche untersuchte Arbeiten, sondern nur auf die Teilmenge, die überhaupt eine Position bezüglich des menschlichen Einflusses auf das Klima erkennen ließ.

Bezogen auf alle 11.944 untersuchten Abstracts wurden 32,6 Prozent als Zustimmung zu einem menschlichen Beitrag eingeordnet. Die große Mehrheit von 66,4 Prozent äußerte in ihrem Abstract keine Position zu dieser Frage.

Nochmals, das bedeutet nicht, dass diese 66,4 Prozent den menschlichen Einfluss ablehnten. Aus ihrem Schweigen lässt sich weder Zustimmung noch Ablehnung ableiten. Eine wissenschaftliche Arbeit über beispielsweise Niederschlagsveränderungen muss nicht zwangsläufig eine Aussage darüber enthalten, welchen Anteil der Mensch an der globalen Erwärmung hat.

Problematisch wird es dort, wo aus

„97,1 Prozent der untersuchten Arbeiten, die eine Position zum menschlichen Beitrag äußerten, unterstützten einen menschlichen Beitrag zur globalen Erwärmung“

in der öffentlichen Wahrnehmung

„97 Prozent aller Klimawissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel menschengemacht ist“

wird. Das ist nicht dasselbe. Das ist ein mieser Taschenspielertrick!

Ebenso wichtig ist eine zweite Frage: Worüber bestand überhaupt Konsens?

Die Cook-Studie unterschied verschiedene Grade der Zustimmung. Schon Arbeiten, die einen menschlichen Beitrag zur Erwärmung ausdrücklich oder implizit bejahten, konnten zur Konsensgruppe gezählt werden. Die 97 Prozent bedeuten deshalb nicht, dass 97 Prozent der Wissenschaftler der Auffassung seien, der Mensch verursache die gesamte oder nahezu die gesamte beobachtete Erwärmung. Ebenso wenig bedeuten sie, dass 97 Prozent einer bestimmten Klimasensitivität, bestimmten Katastrophenszenarien oder einer bestimmten Klimapolitik zustimmen.

Das ist ein erheblicher Unterschied. Ein Wissenschaftler kann davon überzeugt sein, dass CO₂ die Erde erwärmt und der Mensch zur beobachteten Erwärmung beiträgt, und trotzdem die Höhe dieses Anteils, bestimmte Klimamodelle oder daraus abgeleitete politische Maßnahmen kritisch beurteilen, oder natürlichen Einflüssen einen höheren Stellenwert als menschlichen einräumen.

Die Cook-Studie selbst liefert eine interessante Kontrollgröße. Die Autoren baten Wissenschaftler zusätzlich, ihre eigenen Arbeiten einzuordnen. Von 8.547 angeschriebenen Autoren antworteten 1.200. Bei den selbst bewerteten Arbeiten, die eine Position zur menschengemachten Erwärmung erkennen ließen, ergab sich wiederum eine Zustimmung von rund 97 Prozent.[1]

Für mich bleibt dennoch die maßgebliche Frage nicht, ob 97, 90 oder 80 Prozent einer bestimmten Aussage zustimmen. Wissenschaftliche Erkenntnis wird nicht durch Mehrheitsbeschluss wahr.

Ein wissenschaftlicher Konsens kann ein wichtiges Indiz dafür sein, wie Fachleute den gegenwärtigen Wissensstand einschätzen. Die Zahl der Zustimmenden ist jedoch für sich genommen noch kein Beweis für die Richtigkeit einer wissenschaftlichen Aussage. Entscheidend bleiben die zugrunde liegenden Daten, Methoden und Begründungen. Vor allem darf aus einem Konsens über eine allgemeine Aussage nicht nachträglich ein Konsens über wesentlich weitergehende Aussagen konstruiert werden.

„Der Mensch trägt zur Erwärmung bei“ ist eine Aussage.

„Der Mensch verursacht praktisch die gesamte Erwärmung“ ist eine zweite.

„Die Folgen werden katastrophal“ ist eine dritte.

„Deshalb ist die gegenwärtige Klimapolitik notwendig und alternativlos“ ist eine vierte.

Wer diese vier Aussagen miteinander vermischt und anschließend 97 Prozent darüberstempelt, betreibt keine wissenschaftliche Aufklärung. Er produziert Gewissheit – die absolut nicht gegeben ist.

Konsens ist kein Beweis

Wissenschaft lebt nicht von Mehrheiten, sondern von überprüfbaren Erkenntnissen. Ein breiter Konsens unter Fachleuten ist zweifellos von Bedeutung: Er zeigt, welche Erklärung aufgrund der gegenwärtigen Datenlage von einer großen Mehrheit der Fachwelt für die überzeugendste gehalten wird. Mehr aber zunächst nicht.

Die Wahrheit wird nicht dadurch wahrer, dass viele Menschen an sie glauben. Oder etwas weniger vornehm ausgedrückt: Tausende Fliegen können nicht irren? Doch, können sie.

Die Zahl der Zustimmenden ist für sich genommen noch kein Beweis für die Richtigkeit einer wissenschaftlichen Aussage. Ausschlaggebend sind die zugrunde liegenden Daten, Methoden und Begründungen. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen überprüfbar und grundsätzlich auch widerlegbar bleiben. Darin unterscheidet sich Wissenschaft vom Glauben.

Wissenschaftlicher Konsens ist zudem keine unveränderliche Größe. Neue Messmethoden, bessere Daten oder neue Erkenntnisse können bestehende Auffassungen verändern. Das ist keine Schwäche der Wissenschaft, sondern eine ihrer Stärken.

Dissens ist die Essenz der Wissenschaft. Dieser Satz bringt auf den Punkt, was wissenschaftlichen Fortschritt überhaupt erst möglich macht. Erkenntnisse entstehen nicht dadurch, dass alle dasselbe sagen, sondern dadurch, dass bestehende Annahmen hinterfragt, überprüft und gegebenenfalls widerlegt werden. Wissenschaft braucht Widerspruch – gerade dann, wenn ein Konsens kaum noch hinterfragt wird.

Der amerikanische Publizist Walter Lippmann brachte es bereits 1915 treffend auf den Punkt: „Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht.“ Diese treffende Formulierung wird häufig auch Karl Valentin zugeschrieben.

Problematisch wird es, wenn aus dem Konsens ein Autoritätsargument wird – wenn eine Aussage also allein deshalb als richtig gelten soll, weil anerkannte Wissenschaftler oder Institutionen sie vertreten: 97 Prozent sagen es, also ist die Debatte beendet. Wer Zweifel äußert, stellt sich gegen „die Wissenschaft“. An diesem Punkt wird aus wissenschaftlichem Konsens ein Instrument der öffentlichen Kommunikation.

Und damit stellt sich eine weitere Frage: Wie offen geht Wissenschaft mit Daten, Unsicherheiten, Kritik und abweichenden Auffassungen um?

Wie brisant diese Frage ist, zeigte sich 2009 in einer Affäre, die weltweit für Schlagzeilen sorgte:

Climategate

Im November 2009, wenige Wochen vor dem Klimagipfel von Kopenhagen, gelangten Tausende E-Mails und Dokumente der Climatic Research Unit (CRU) der britischen University of East Anglia an die Öffentlichkeit. Die CRU gehörte und gehört zu den international bedeutenden Einrichtungen für die Erforschung der globalen Temperaturentwicklung. Entsprechend groß war die Wirkung.

Ein Satz aus einer E-Mail des damaligen CRU-Direktors Phil Jones vom November 1999 wurde weltberühmt. Jones schrieb davon, „Mike’s Nature trick“ angewandt zu haben, um den Rückgang – „hide the decline“ – zu verbergen. Ein Trick, um einen Temperaturrückgang zu verstecken?

Das klingt zunächst verheerend. Ganz so einfach war die Sache allerdings nicht. Mit dem „decline“ war kein Rückgang der tatsächlich mit Thermometern gemessenen globalen Temperatur gemeint. Es ging um sogenannte Proxy-Daten aus Baumringen. Solche Daten werden verwendet, um Temperaturen aus Zeiten zu rekonstruieren, in denen keine flächendeckenden instrumentellen Messungen vorliegen.

Das Problem: Bestimmte Baumringreihen folgten bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts recht gut den gemessenen Temperaturen, danach aber nicht mehr. Während die instrumentell gemessenen Temperaturen stiegen, zeigten diese Proxyreihen diesen Anstieg nicht entsprechend. Dieses Phänomen ist in der Fachliteratur als Divergenzproblem bekannt.

Für die grafische Darstellung einer Temperaturrekonstruktion wurden die nach etwa 1960 vom gemessenen Temperaturverlauf abweichenden Baumringdaten nicht weitergeführt. Stattdessen wurden für diesen Zeitraum instrumentell gemessene Temperaturen verwendet.

Das halte ich für äußerst fragwürdig. Hier drängt sich die Frage auf: Wenn Baumringe als Temperaturanzeiger für Jahrhunderte dienen sollen, aus denen keine Thermometermessungen vorliegen, stellt sich eine naheliegende Frage: Warum werden ihre Daten ausgerechnet dort nicht mehr verwendet, wo sie sich anhand tatsächlicher Temperaturmessungen überprüfen lassen? Und wenn sie dort nicht mit den gemessenen Temperaturen übereinstimmen – wie zuverlässig sind sie dann für Jahrhunderte, in denen eine solche Kontrolle gar nicht möglich ist?

Der britische Wissenschafts- und Technologieausschuss kam 2010 zu dem Ergebnis, dass die Formulierungen „trick“ und „hide the decline“ keinen Beleg für eine systematische Täuschung darstellten. Allerdings muss dieses Urteil im Zusammenhang mit dem begrenzten Umfang der damaligen Untersuchung gesehen werden. Der Ausschuss erklärte selbst, dass seine Untersuchung begrenzt gewesen sei und es nicht seine Aufgabe gewesen sei, die wissenschaftliche Arbeit der CRU umfassend zu überprüfen. Diese Aufgabe sollte anschließend einem gesonderten „Scientific Appraisal Panel“ zufallen.

Für mich hinterlässt das einen schalen Beigeschmack. Man kann die damaligen Untersuchungen als Entlastung der beteiligten Wissenschaftler betrachten. Man kann aber ebenso fragen, ob damit tatsächlich sämtliche durch Climategate aufgeworfenen Fragen beantwortet wurden oder ob hier vor allem versucht wurde, den entstandenen Vertrauensschaden zu begrenzen.

Der parlamentarische Ausschuss fand keinen Beleg für wissenschaftliche Unehrlichkeit von Phil Jones, stellte gleichzeitig aber erhebliche Defizite bei Transparenz und Informationsfreiheit fest. Nach Einschätzung des Ausschusses deuteten die veröffentlichten E-Mails auf eine „culture of non-disclosure“, eine Kultur der Nichtoffenlegung, bei der CRU hin. Das kennen wir auch aus Coronazeiten. Es gebe sogar Hinweise darauf, dass Informationen möglicherweise gelöscht worden seien, um ihre Offenlegung zu vermeiden. Der Ausschuss hielt außerdem fest, dass die University of East Anglia offenbar Wege gefunden habe, den Widerstand gegen Informationsanfragen von Klimaskeptikern zu unterstützen. Das ist keine Nebensächlichkeit.

Auch Vorwürfe, beteiligte Wissenschaftler hätten versucht, das Peer-Review-Verfahren– also die Begutachtung einer wissenschaftlichen Arbeit durch andere Fachwissenschaftler vor ihrer Veröffentlichung – zu beeinflussen und kritische Veröffentlichungen aus Fachzeitschriften herauszuhalten, wurden untersucht.
Der parlamentarische Ausschuss fand keinen hinreichenden Beleg dafür, dass Phil Jones das Peer-Review-Verfahren tatsächlich untergraben hatte. Die veröffentlichten E-Mails offenbarten allerdings einen teilweise ausgesprochen konfrontativen Umgang mit Kritikern. Die Corona-Zeit lässt grüßen. Jede Meinung, die nicht dem gängigen – angeblich evidenzbasierten, nachweislich jedoch verlogenen – Narrativ entsprach, wurde platt gemacht.

Climategate bewies damit nicht, dass die globale Erwärmung erfunden oder Temperaturdaten systematisch gefälscht wurden. Wer das behauptet, geht über das hinaus, was die Untersuchungen hergeben. Aber ebenso vorschnell wäre es, Climategate als bedeutungslosen Sturm im Wasserglas abzutun.

Der Vorgang berührt eine grundsätzlichere Frage: Wissenschaft wird von Menschen betrieben. Menschen haben Überzeugungen, Interessen und Konkurrenten. Wissenschaftler benötigen Stellen, Institute benötigen Geld und Forschungsprojekte benötigen Finanzierung. Damit ist selbstverständlich noch nicht gesagt, dass Wissenschaftler Ergebnisse manipulieren, weil ihre Forschung finanziert werden muss. Eine solche Behauptung wäre ohne konkrete Belege unseriös, wenn sicherlich auch nicht ganz gegenstandslos. Die Frage nach den Anreizstrukturen sollte deswegen gestellt werden: Welche Forschungsfragen werden finanziert? Welche kaum? Welche Themen versprechen Fördermittel, Publikationen und öffentliche Aufmerksamkeit? Und können solche Strukturen langfristig beeinflussen, welche Forschungsrichtungen wachsen und welche ein Nischendasein führen?

Der Volksmund bringt mögliche Abhängigkeiten unverblümt auf den Punkt: Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht. Das ist kein Beweis dafür, dass Wissenschaftler ihre Ergebnisse nach den Wünschen ihrer Geldgeber ausrichten. Aber es ist ein guter Grund, Finanzierungsstrukturen, institutionelle Abhängigkeiten und die Vergabe von Forschungsgeldern kritisch im Blick zu behalten.

Bei der Klimaforschung ist diese Frage von erheblicher Bedeutung. Ihre Ergebnisse bleiben längst nicht im wissenschaftlichen Raum. Sie bilden die Grundlage für milliardenschwere Programme, Steuern, Verbote und tiefgreifende wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen.

Umso höher müssen die Anforderungen sein. Daten, Methoden und Berechnungen müssen nachvollziehbar und möglichst offen zugänglich sein – gerade für diejenigen, die widersprechen. „Vertraut der Wissenschaft“ kann kein Ersatz für Überprüfbarkeit sein. Wissenschaft beweist ihre Stärke nicht dadurch, dass sie Kritik fernhält, sondern dadurch, dass ihre Ergebnisse der Kritik standhalten.

Climategate ist für mich deshalb weder der Beweis für eine große Klimaverschwörung noch eine belanglose E-Mail-Affäre. Es ist eine Mahnung. Je größer die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen wissenschaftlicher Aussagen sind, desto höher müssen die Anforderungen an Transparenz, Nachprüfbarkeit und einen offenen Umgang mit Kritik sein. Und damit schließt sich der Kreis zum wissenschaftlichen Konsens: Ein Konsens gewinnt nicht dadurch an Glaubwürdigkeit, dass Kritik ausgegrenzt wird. Er gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn er Kritik aushält.

Mit Zahlen kann man nicht lügen – oder doch?

Zahlen lügen nicht, heißt es. Das stimmt. Aber man kann mit richtigen Zahlen trotzdem ein falsches Bild erzeugen.Ein Beispiel dafür waren die bereits behandelten 97 Prozent. Die Zahl war nicht einfach erfunden. Entscheidend war, worauf sie bezogen wurde und welche Aussage anschließend daraus gemacht wurde. Das ist ein klassischer Taschenspielertrick der Kommunikationstreibenden: Nicht unbedingt die Zahl ist falsch – sondern der Eindruck, den sie erzeugt.

Diese Inszenierung von Zahlen und Daten funktioniert auf verschiedene Weise.
Eine der einfachsten Methoden ist die Wahl des Ausgangspunktes. Beginnt eine Temperaturkurve in einem besonders kalten Jahr, erscheint der anschließende Anstieg stärker. Beginnt sie in einem besonders warmen Jahr, kann derselbe langfristige Trend deutlich schwächer erscheinen. Umgekehrt lässt sich durch die Auswahl weniger Jahre sogar scheinbar eine Abkühlung erzeugen, obwohl der langfristige Trend nach oben zeigt. Deshalb ist die Verwendung kurzer Zeiträume bei Klimafragen problematisch.

Der Trick funktioniert in beide Richtungen. Wer einige ungewöhnlich warme Jahre auswählt, kann die Erwärmung dramatischer erscheinen lassen. Wer mit einem außergewöhnlich warmen El-Niño-Jahr beginnt und wenige Folgejahre betrachtet, kann scheinbar eine Abkühlung präsentieren. Beides ist Cherry-Picking – die gezielte Auswahl derjenigen Daten, die zur gewünschten Geschichte passen.

Ein zweites wirkungsvolles Instrument ist die grafische Darstellung. Dieselbe Temperaturveränderung kann auf einer weit gespannten Y-Achse nahezu wie eine waagerechte Linie aussehen und auf einer stark verkürzten Achse wie ein steiler Anstieg. Das ist nicht automatisch Manipulation. Bei Temperaturanomalien kann eine verkürzte Skala sogar sinnvoll sein, weil Veränderungen von einem oder zwei Grad sonst kaum sichtbar wären. Die Forschung zur Datenvisualisierung zeigt, dass eine Achse nicht zwangsläufig bei null beginnen muss; entscheidend sind eine transparente Skalierung und eine Darstellung, die Größenverhältnisse nicht verzerrt.

Problematisch wird die Darstellung dort, wo Gestaltung nicht mehr der Verständlichkeit dient, sondern der Dramatisierung. Ein gutes Beispiel sind die inzwischen bekannten Klimastreifen – blaue und rote Farbbalken, die Temperaturabweichungen über lange Zeiträume darstellen.

Quelle: https://showyourstripes.info/l/europe/germany/all

Sie sind optisch eindrucksvoll und zeigen einen realen Erwärmungstrend. Gleichzeitig verschwinden Zahlen, Unsicherheitsbereiche und konkrete Größenordnungen vollständig hinter Farben. Aus beispielsweise einigen Zehntelgrad Temperaturabweichung wird visuell der Übergang von tiefem Blau zu bedrohlichem Rot. Die Daten können korrekt sein. Doch ihre farbliche Inszenierung vermittelt weit mehr als bloße Temperaturwerte – sie erzeugt zugleich einen Eindruck von zunehmender Bedrohung.

Ähnliches lässt sich bei Wetterkarten beobachten. Ältere Fernseh-Wetterkarten stellten selbst sommerliche Temperaturen von 30 Grad und mehr teilweise vor grünen oder vergleichsweise neutralen Kartenhintergründen dar. Heute werden hohe Temperaturen häufig mit kräftigem Rot, Dunkelrot oder Braunrot visualisiert. 30 Grad bleiben 30 Grad – aber Grün vermittelt etwas völlig anderes als Feuerrot.

Natürlich lässt sich einwenden, dass moderne Wetterkarten häufig einer festgelegten Temperaturskala folgen: kühlere Temperaturen werden blau oder grün, höhere gelb, orange und rot dargestellt. Das ist zunächst eine legitime Form der Datenvisualisierung. Entscheidend ist jedoch: Farben transportieren nicht nur Information, sondern auch Emotion. Rot steht in unserer Wahrnehmung für Hitze, Warnung und Gefahr. Je dunkler und intensiver das Rot, desto bedrohlicher wirkt die Darstellung. Deshalb ist die Gestaltung keineswegs nebensächlich. Aus einer meteorologischen Information wird damit zugleich ein visuelles Warnsignal.

Wer alte und neue Wetterkarten nebeneinanderlegt, kann diesen Unterschied unmittelbar sehen. Die Temperatur mag dieselbe sein. Ihre mediale Inszenierung ist es nicht. Nachfolgend ein Internetfund, der diesen Unterschied humorvoll zuspitzt:

Hier zeigt sich ein weiteres wirkungsvolles Instrument der Kommunikation: Informationen werden nicht nur vermittelt, sondern in einen bestimmten Deutungsrahmen gestellt. In der Kommunikationswissenschaft nennt man das Framing.

Ein Ereignis wird nicht unbedingt falsch beschrieben, aber durch Wortwahl, Bilder und Kontext erhält es eine bestimmte Bedeutung. „Erwärmung“ klingt anders als „Erderhitzung“. „Klimawandel“ anders als „Klimakrise“. „Klimakrise“ wiederum anders als „Klimanotstand“.

Die gemessene Temperatur verändert sich durch diese Begriffe um keinen Tausendstelgrad. Die Wahrnehmung sehr wohl.

Hinzu kommt das Agenda-Setting. Damit ist gemeint, dass Medien nicht unbedingt bestimmen, was Menschen denken – sehr wohl aber beeinflussen können, worüber sie nachdenken. Wenn Dürren, Waldbrände, Überschwemmungen und Hitzewellen regelmäßig unter der Überschrift Klimawandel erscheinen, entsteht beim Leser zwangsläufig eine Verbindung zwischen Extremereignis und menschengemachter Erwärmung. Diese Verbindung kann wissenschaftlich berechtigt sein – muss es im konkreten Einzelfall aber nicht sein.

Wie schnell aus einem konkreten Ereignis eine eindeutige Klimabotschaft werden kann, zeigte  Bundeskanzler Friedrich Merz am 22. August 2026. Bei seinem Besuch im wenige Tage zuvor gelöschten Waldbrandgebiet im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald erklärte er:

„Wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel.“

Und er legte nach:

„Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist.“

Die Gewissheit, mit der Sie das sagen ist Bullshit, Herr Bundeskanzler! Bei dem Brand waren nach Angaben des Landesbetriebs Wald und Holz NRW rund 300 bis 400 Hektar Wald verbrannt oder geschädigt. Die konkrete Brandursache war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt.

Hier zeigt sich das Problem. Selbst wenn steigende Temperaturen und Trockenheit das Waldbrandrisiko erhöhen, ist damit noch nicht bewiesen, dass ein einzelner Waldbrand durch den Klimawandel verursacht wurde. Zwischen einem langfristig veränderten Risiko und der Ursache eines konkreten Brandes besteht ein erheblicher Unterschied. Merz überspringt diese Differenzierung mit drei Worten: „Das ist Klimawandel.“

Noch interessanter finde ich den anschließenden Hinweis auf die „Leugner“. Der abgebrannte Wald wird damit geradezu zum Anschauungsbeweis: Schaut hin – hier seht ihr den Klimawandel.

Das ist Framing. Ein reales und zweifellos erschreckendes Ereignis wird unmittelbar in einen bestimmten Deutungsrahmen gestellt. Der Zuschauer sieht verkohlte Bäume, zerstörten Wald und erschöpfte Feuerwehrleute – und bekommt gleichzeitig die Erklärung geliefert: Das ist Klimawandel.

Eine differenziertere Aussage hätte gelautet: Der Klimawandel kann die Bedingungen verändern, unter denen Waldbrände entstehen und sich ausbreiten. Ob und in welchem Umfang er zu diesem konkreten Brand beigetragen hat, ist eine andere Frage. Das klingt allerdings weniger eindrucksvoll.

Darin liegt die Macht des Framings: Drei Worte bleiben eher hängen als drei Absätze wissenschaftlicher Differenzierung.

Bei Extremwetter ist die wissenschaftliche Befundlage durchaus nicht überall gleich. Bei Hitzeextremen bewertet der IPCC die Hinweise darauf, dass der menschliche Einfluss zu ihrer langfristigen Zunahme beigetragen hat, als besonders stark. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit jede einzelne Hitzewelle eindeutig dem menschengemachten Klimawandel zugeschrieben werden kann. Es geht zunächst um die langfristige Entwicklung von Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse.

Hierzu ein kurzer Auszug aus einem Interview der Bild-Zeitung vom 18. August 2026 mit Diplom-Meteorologe Dominik Jung (1):

„Kurz vorweg: Es verschwindet nichts. Wasser wird nicht vernichtet, die Gesamtmenge auf der Erde ist praktisch konstant. Aber der Kreislauf ist global, nicht regional. Was über Deutschland verdunstet, regnet eben nicht zwangsläufig wieder über Deutschland ab – es kann Hunderte oder Tausende Kilometer weiter niedergehen.“ Vor allem in solch hitzigen Sommern sei es gut zu sehen: Während bei uns die Sonne brennt, säuft eine andere Region unter Dauerregen ab. Jung: „Der Wasserdampf, der bei uns aufsteigt, wird vom großräumigen Wind einfach mitgenommen und kommt woanders wieder runter. Der Kreislauf läuft – nur nicht über unseren Vorgarten.“
Da, wo der Regen dann am nötigsten ist, fällt er aber eben nicht. Solche Hitzeperioden, wie Deutschland sie in diesem Sommer erlebt hat, entstehen meist durch ein stabiles, kräftiges Hochdruckgebiet, das sich über Mitteleuropa festsetzt und wie eine Blockade wirkt. Jung: „In einem Hoch sinkt die Luft großräumig ab. Sinkende Luft erwärmt sich – und warme Luft kann viel mehr Wasserdampf aufnehmen, ohne dass er kondensiert. Die relative Feuchte sinkt, Wolken lösen sich auf, Regen wird regelrecht ‚ausgetrocknet‘. Selbst wenn also Wasser verdunstet, kondensiert es hier oben nicht zu Wolken und fällt nicht als Regen zurück.“ Also zum einen bilden sich keine Wolken dort, wo große Hitze herrscht. Zum anderen wirkt das Hoch wie eine Barriere. Atlantik-Tiefs, die sehr feucht sind und normalerweise Regen bringen, dringen nicht durch und werden herumgeleitet. Jung: „Nach Süden, nach Norden, jedenfalls an uns vorbei.“

So viel auch zu dem Geschrei der Klimahysteriker „Wir werden alle sterben…“

Bei anderen Extremereignissen ist die Zuordnung wesentlich schwieriger. Das zeigt sich beispielsweise bei Dürren. Der IPCC unterscheidet dabei verschiedene Formen – etwa meteorologische Dürren, bei denen über längere Zeit ungewöhnlich wenig Niederschlag fällt, oder landwirtschaftliche Dürren, bei denen vor allem die Bodenfeuchtigkeit für Pflanzen entscheidend ist. Je nach Region, Zeitraum und Art der Dürre fällt die wissenschaftliche Bewertung unterschiedlich aus.

Für langfristige Veränderungen meteorologischer Dürren stellt der IPCC in vielen Weltregionen nur eine geringe Sicherheit oder keinen eindeutigen menschlichen Einfluss fest. Bei der zentraleuropäischen Dürre 2015 fand eine vom IPCC zitierte Untersuchung beispielsweise keinen eindeutigen Nachweis dafür, dass der menschliche Einfluss das Niederschlagsdefizit verursacht oder verstärkt hatte; das Ergebnis hing unter anderem vom verwendeten Modell und der Untersuchungsmethode ab. Bei einigen anderen untersuchten Dürren spielte die natürliche Variabilität eine wesentliche Rolle.

Diese Differenzierung geht in der öffentlichen Darstellung schnell verloren. Aus einer komplizierten wissenschaftlichen Befundlage wird dann die wesentlich einfachere Botschaft: Extremwetter ist eine Folge des Klimawandels.

Das bedeutet nicht, dass der Klimawandel keinen Einfluss auf Dürren oder Extremwetter hat. Es bedeutet etwas anderes: „Extremwetter nimmt durch den Klimawandel zu“ ist als pauschale Schlagzeile wesentlich einfacher als die wissenschaftliche Befundlage darunter. Solche Feststellungen sind nicht okay.

Wissenschaft unterscheidet zwischen Hitze, Starkniederschlag, meteorologischer Dürre, landwirtschaftlicher Dürre, Hochwasser, tropischen Wirbelstürmen und vielen weiteren Phänomenen. Sie unterscheidet Regionen, Zeiträume und Wahrscheinlichkeiten. Der IPCC versieht seine Aussagen entsprechend mit Begriffen wie medium confidence, high confidence, likely oder very likely.

Die Schlagzeile hat für solche Feinheiten wenig Platz.

Aus:

„Bei diesem Ereignistyp hat sich in bestimmten Regionen die Wahrscheinlichkeit erhöht“

wird schnell:

„Der Klimawandel macht Extremwetter immer schlimmer.“

Und aus einem einzelnen Hochwasser, Waldbrand oder einer Dürre wird nicht selten der sichtbare Beweis dafür. Das ist kommunikativ wirkungsvoll. Wissenschaftlich muss jedoch genauer hingesehen werden.

Auch die Bezugsgröße kann die Wahrnehmung erheblich verändern. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gab beispielsweise die globale Temperatur für 2024 mit rund 1,55 Grad über dem Mittel von 1850–1900 an. Gegenüber dem wesentlich jüngeren Referenzzeitraum 1991–2020 betrug die Abweichung dagegen rund 0,67 Grad. Beide Zahlen beschreiben dasselbe Jahr und sind beide korrekt. Sie beantworten lediglich unterschiedliche Fragen. 1,55 Grad klingt selbstverständlich dramatischer als 0,67 Grad.

Daraus folgt nicht, dass die WMO trickst. Für die Klimapolitik ist der vorindustrielle Referenzzeitraum sogar sachlich begründet, weil sich das Pariser Temperaturziel darauf bezieht. Das Beispiel zeigt aber eindrucksvoll, wie entscheidend eine Bezugsgröße für die Wirkung einer Zahl ist.

Deshalb sollte bei jeder spektakulären Klimazahl gefragt werden: Auf was bezog sich die Zahl? Welcher Zeitraum wurde gewählt? Was wurde weggelassen? Handelt es sich um Messungen oder Modellrechnungen? Um globale oder regionale Daten? Um einen langfristigen Trend oder ein einzelnes Extremereignis? Und sagt die zugrunde liegende Studie tatsächlich das, was die Schlagzeile daraus macht?

Das sind keine „klimaleugnerischen“ Fragen. Das sind die Fragen, die kritischer Journalismus eigentlich stellen müsste – es aber größtenteils nicht tut.

Konsens – aber worüber eigentlich?

Was bleibt also vom viel beschworenen „wissenschaftlichen Konsens“?

Über grundlegende Punkte besteht tatsächlich breite Übereinstimmung: CO₂ ist ein Treibhausgas, der Mensch erhöht durch seine Aktivitäten dessen Konzentration in der Atmosphäre und trägt damit zur Erwärmung bei. Damit endet der einfache Teil der Geschichte.

Wie in Kapitel 7 ausführlich dargelegt, beginnen danach die Bandbreiten, Unsicherheiten und unterschiedlichen Einschätzungen – etwa bei der genauen Größenordnung des menschlichen Anteils, der Klimasensitivität, natürlichen Einflüssen oder einzelnen Folgen der Erwärmung. Das muss an dieser Stelle nicht noch einmal aufgerollt werden.

Maßgeblich ist etwas anderes: Ein Konsens über grundlegende Zusammenhänge darf nicht als Konsens über sämtliche daraus abgeleiteten Aussagen verkauft werden.

Dieses Kapitel hat gezeigt: Die berühmten 97 Prozent beziehen sich auf eine wesentlich enger gefasste Aussage, als die Zahl in der öffentlichen Debatte häufig vermuten lässt.
Climategate zeigte zumindest erhebliche Probleme im Umgang mit Transparenz und Kritik.
Zahlen, Grafiken, Farben, Begriffe und Schlagzeilen können wissenschaftlich korrekte Informationen in einen Deutungsrahmen stellen, der beim Publikum eine wesentlich eindeutigere oder dramatischere Botschaft hinterlässt, als diesen Informationen zukommt.

Damit liegt das eigentliche Problem für mich nicht im wissenschaftlichen Konsens an sich. Wissenschaftler dürfen und sollen zu übereinstimmenden Ergebnissen kommen, wenn die Datenlage dies rechtfertigt. Problematisch wird es, wenn aus dieser Übereinstimmung ein Autoritätsargument gemacht wird: Die Wissenschaft ist sich einig – also ist die Diskussion beendet. Das Gegenteil sollte gelten. Je größer die gesellschaftlichen Folgen einer wissenschaftlichen Aussage sind, desto wichtiger sind Transparenz, Nachprüfbarkeit und Dissens. Wissenschaft braucht keinen Schutz vor kritischen Fragen. Sie muss ihnen standhalten.

Und deshalb bleibt am Ende nicht die Frage, wie viele Wissenschaftler einer Aussage zustimmen, sondern was diese Aussage tatsächlich besagt, wie belastbar sie ist – und was sich daraus vernünftigerweise ableiten lässt.

Quellen:

(1)
https://www.bild.de/news/inland/wenn-wasser-nicht-verschwindet-sondern-im-kreislauf-ist-wo-ist-dann-unser-regen-hin-6a82dc4ea87e8142c31d2a69

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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Leipzig, Russland und die „eindeutigen Beweise“ – Sanktionen oder Vorwand zur weiteren Eskalation?

Von Uwe Froschauer

Eine mit Sprengstoff bestückte Drohne am Flughafen Leipzig/Halle, ein vereitelter Anschlag – und für die Bundesregierung steht der Schuldige fest: Russland. Innenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul verkündeten am 1. September weitreichende Maßnahmen gegen Moskau. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte sogar: „Die Beweise sind eindeutig.“

Eindeutig?

Bislang hat die Öffentlichkeit keinen Beweis zu Gesicht bekommen, anhand dessen sie die zentrale Behauptung selbst überprüfen könnte, dass der russische Staat diesen Anschlag tatsächlich angeordnet hat. Genannt werden Indizien, Tatmuster und geheimdienstliche Erkenntnisse. Das kann schwer wiegen. Es ersetzt aber nicht die öffentliche Vorlage belastbarer Belege für eine Anschuldigung von enormer außenpolitischer Tragweite.

Umso mehr stellt sich die Frage: Geht es ausschließlich um die Aufklärung eines Anschlags – oder liefert Leipzig zugleich den willkommenen politischen Anlass, Sanktionen zu verschärfen, die militärische Unterstützung der Ukraine fortzusetzen und den Konfrontationskurs gegenüber Russland weiterzuführen?

Wer Frieden will, sollte bei Anschuldigungen dieser Größenordnung besonders sorgfältig mit Fakten umgehen. Wer eskaliert, bevor die Beweise öffentlich auf dem Tisch liegen, muss sich kritischen Fragen stellen. In den letzten Jahren hat es nicht danach ausgesehen, dass Deutschland beziehungsweise Europa Frieden wollen.

Was geschah am Flughafen Leipzig/Halle?

Am Abend des 4. August 2026 wurde im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff und einem Zündmechanismus präparierte Drohne entdeckt. Sie befand sich in unmittelbarer Nähe ukrainischer Frachtmaschinen. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen und sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Inzwischen ist bekannt, dass der Vorgang offenbar umfangreicher war als zunächst angenommen. Nach Recherchen mehrerer Medien sollen mindestens zwei mit Sprengstoff präparierte Drohnen eingesetzt worden sein. Die Zeit berichtet zudem über ein Erddepot nahe Merseburg, eine Relaisstation und weitere Spuren. Gegen zwei Beschuldigte werde ermittelt. Die ARD berichtet darüber hinaus, Ermittler seien auf mindestens eine Person gestoßen, die an einen russischen Geheimdienst angebunden sein soll.

Das sind ernstzunehmende Erkenntnisse. Sie müssen untersucht werden – ohne Vorverurteilung in die eine oder andere Richtung.

Zwischen der Feststellung, dass ein professionell vorbereiteter Anschlag stattgefunden hat, und dem Nachweis, dass die russische Staatsführung oder ein russischer Geheimdienst diesen Anschlag angeordnet hat, liegt ein erheblicher Unterschied.

Dobrindt: „Russland hat den hybriden Angriff zu verantworten“

Am 1. September traten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Bundesaußenminister Johann Wadephul gemeinsam vor die Presse.

Für die Bundesregierung ist die Sache geklärt. Dobrindt erklärte:

„Zusammen betrachtet belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse eine russische Verantwortung für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig.“

Nach seinen Angaben wurden Sprengstoff und Zündtechnik eingesetzt, die aus anderen Russland zugeschriebenen hybriden Operationen sowie aus dem Krieg in der Ukraine bekannt seien. Auch die Drohnenkonfiguration passe in dieses Bild.

Dobrindt verwies ferner auf das professionelle Zusammenspiel der eingesetzten Technik, ein hohes Maß an technischer Expertise und erheblichen organisatorischen Aufwand. Die eigentliche Durchführung sei dagegen sogenannten „Low-Level-Agenten“ zuzuordnen.

Sein Fazit:

„Die Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat.“

Und weiter:

„Wir betrachten Leipzig nicht als ein einzelnes Ereignis, sondern sehen das im Zusammenwirken mit weiteren hybriden Aktionen.“

Deutschland müsse mit weiteren Angriffen rechnen:

„Wir gehen davon aus, dass Deutschland das Ziel weiterer hybrider Angriffe Russlands ist.“

Es bestehe sogar „eine Bereitschaft, durch hybride Angriffe auch größere Schäden auszulösen“.

In meinen Augen sind die zwei letzten Aussagen ein bewusst eingesetztes manipulatorisches Mittel, um Unsicherheit und Angst in der Bevölkerung zu erzeugen. Die Richtigkeit der steuerfinanzierten Maßnahme, weiterhin – kriegsverlängernde und todbringende – Waffen an die Ukraine zu liefern, soll untermauert werden. Für mein Dafürhalten: verantwortungslose Kriegstreiberei! Rheinmetall und seine Aktionäre freuen sich, nicht wahr Herr „BlackRock“?

Schließlich erklärte der Innenminister:

„Die Bundesregierung beantwortet diesen hybriden Angriff von Leipzig verhältnismäßig und besonnen, aber gleichermaßen entschlossen. Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung.“

Meines Erachtens befindet sich Russland noch nicht im Krieg mit Deutschland – der Besonnenheit Russland haben wir es zu verdanken, dass wir noch keinen weiteren Weltkrieg erleben müssen, und nicht den unverantwortlichen europäischen Kriegstreibern. Deutsche und andere europäische bellizistische Politiker dagegen halten den Krieg am Laufen, anstatt Verhandlungen anzustreben. Sie provozieren Russland, um es zu aggressiven Schritten zu verleiten, und damit die immer behauptete Aggressivität von Russland unter Beweis zu stellen. Billig, aber wirksam.

Was Innenminister Dobrindt vorgebracht hat, sind außerordentlich schwere Anschuldigungen. Die Darstellung der Bundesregierung ist jedoch äußerst problematisch. Die genannten Indizien können einen Verdacht begründen. Auch nachrichtendienstliche Erkenntnisse können ausgesprochen gewichtig sein. Doch der Öffentlichkeit wurde bislang nicht offengelegt, worin der belastbare Nachweis besteht, dass russische staatliche Stellen Auftraggeber des Anschlags waren.

Eine bestimmte Art von Sprengstoff beweist noch keinen Auftraggeber. Eine bestimmte Drohnenkonfiguration ebenfalls nicht. Auch die Ähnlichkeit mit früheren Tatmustern ist zunächst ein Indiz. Wenn darüber hinaus geheimdienstliche Erkenntnisse existieren, die eine direkte Verbindung zu russischen staatlichen Stellen zweifelsfrei herstellen, dann sollte zumindest so viel davon offengelegt werden, wie ohne Gefährdung von Quellen möglich ist.

Die Konsequenzen sind erheblich. Herr Dobrindt, das sind Indizien, „Bilder“ aber keine Beweise. Bevor Sie derartig schwerwiegende Behauptungen aufstellen, sollten Sie und Ihresgleichen Beweise liefern.

Wadephul zieht die Sanktionsschraube an

Außenminister Johann Wadephul kündigte unmittelbar ein ganzes Maßnahmenpaket gegen Russland an. Der russische Botschafter wurde ins Auswärtige Amt einbestellt. Das russische Generalkonsulat in Bonn soll zum 18. September geschlossen werden. Damit verbleibt Russland in Deutschland nur noch die Botschaft in Berlin als diplomatische Vertretung. Auch der Vertrag über das Russische Haus in Berlin wird gekündigt. Hinzu kommen verschärfte Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige. Deutschland will auf europäischer Ebene weitere Personen auf Sanktionslisten setzen lassen und den Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte erhöhen.

Damit nicht genug.

Wadephul kündigte ausdrücklich an, Deutschland werde seine zivile und militärische Unterstützung der Ukraine fortsetzen. Hier liegt meines Erachtens der Hund begraben! Zusätzlich seien weitere nachrichtendienstliche Maßnahmen vorgesehen. Auch innerhalb der NATO werde Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit weiter stärken und die Abschreckung gegenüber Russland ausbauen.

Spätestens an diesem Punkt sollte man hellhörig werden. Ein Anschlag, dessen staatlicher Auftraggeber der Öffentlichkeit bislang nicht anhand überprüfbarer Belege nachgewiesen wurde, führt nicht nur zu diplomatischen Sanktionen. Er wird zugleich in eine Politik eingebettet, die weitere Unterstützung der Ukraine, zusätzliche Sanktionen und eine stärkere militärische Abschreckung Russlands umfasst.

An dieser Stelle drängt sich ein Vergleich geradezu auf: Nord Stream. Am 26. September 2022 wurden drei der vier Stränge der Pipelines Nord Stream 1 und 2 durch Sprengstoffanschläge schwer beschädigt – ein massiver Angriff auf eine für Deutschland wichtige Energieinfrastruktur. Fast vier Jahre später ist zwar erheblich mehr über das mutmaßliche Täterkommando bekannt; deutsche Ermittler verfolgen inzwischen angeblich konkrete Spuren zu ukrainischen Tatverdächtigen. Wer den Anschlag letztlich in Auftrag gegeben hat, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Man lasse sich diesen Kontrast einmal auf der Zunge zergehen: Bei einem der schwersten Sabotageakte gegen deutsche Energieinfrastruktur dauert es nahezu vier Jahre, ohne dass der Auftraggeber zweifelsfrei feststeht. Im Fall Leipzig dagegen weiß die Bundesregierung bereits wenige Wochen nach dem Fund der Sprengstoffdrohne, wer verantwortlich sein soll: Russland.

Wie kann das sein?

Vielleicht verfügt die Bundesregierung tatsächlich über erdrückende geheimdienstliche Erkenntnisse. Dann soll sie – soweit dies ohne Gefährdung von Quellen möglich ist – offenlegen, worauf ihre Gewissheit beruht. Denn je schwerwiegender eine Anschuldigung und je weitreichender die daraus abgeleiteten politischen Konsequenzen sind, desto höher muss meines Erachtens auch die Anforderung an ihre Begründung sein.

Das gilt erst recht, wenn aus dieser Schuldzuweisung nicht nur diplomatische Maßnahmen folgen, sondern zugleich weitere Waffenlieferungen an die Ukraine, zusätzliche Sanktionen gegen Russland und eine verstärkte militärische Abschreckung begründet werden.

Und noch eine Frage drängt sich auf: Wo bleiben eigentlich die Sanktionen gegen die Ukraine?

Die Nord-Stream-Ermittlungen haben inzwischen eine Dimension erreicht, die sich nicht mehr mit einem beiläufigen Hinweis auf irgendwelche „Spuren in die Ukraine“ abtun lässt. Ein Ukrainer ist angeklagt, weitere ukrainische Tatverdächtige wurden identifiziert beziehungsweise festgenommen. Nach den Erkenntnissen deutscher Ermittler gehörten Mitglieder des mutmaßlichen Sabotagekommandos zum ukrainischen Militär oder verfügten über Verbindungen zu ukrainischen Sicherheitsstrukturen. In der Anklage gegen den mutmaßlichen Anführer ist sogar davon die Rede, dass der Plan „im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine“ entwickelt worden sei.

Sollte sich dieser Verdacht vor Gericht bestätigen, stellt sich eine ausgesprochen unangenehme Frage: Warum wird bei Russland innerhalb kürzester Zeit mit Sanktionen, der Schließung diplomatischer Einrichtungen und weiterer militärischer Abschreckung reagiert, während die Ukraine trotz des Verdachts einer Beteiligung staatlicher Stellen an einem ungleich folgenschwereren Anschlag auf deutsche Energieinfrastruktur weiterhin mit Milliardenbeträgen und steuerfinanzierten Waffenlieferungen unterstützt wird?

Die Sprengung von Nord Stream war schließlich kein Pappenstiel. Drei von vier Pipeline-Strängen wurden zerstört. Es ging um eine Infrastruktur, über die Deutschland zuvor einen erheblichen Teil seiner Gasversorgung abgewickelt hatte. Ein solcher Anschlag berührt unmittelbar deutsche Wirtschafts-, Energie- und Sicherheitsinteressen.

Sollte tatsächlich ein staatlicher ukrainischer Auftrag nachgewiesen werden, müsste deshalb auch die Frage nach politischen Konsequenzen gegenüber Kiew auf den Tisch. Alles andere ist das Anlegen unterschiedlicher Maßstäbe: Gegen Russland Sanktionen bereits aufgrund einer staatlichen Schuldzuweisung, deren maßgebliche Beweise der Öffentlichkeit bislang nicht präsentiert wurden – gegenüber der Ukraine dagegen weiterhin Milliardenhilfen und Waffenlieferungen, obwohl deutsche Strafverfolger inzwischen konkrete ukrainische Tatverdächtige verfolgen und sogar Anhaltspunkte für einen staatlichen Auftrag sehen.

Und bezahlen dürfen diese völlig verfehlte Politik bellizistischer Unfähiger am Ende die Bürger. Milliarden fließen in die militärische Unterstützung der Ukraine, während gleichzeitig in Deutschland über steigende Sozialabgaben, Einsparungen und die langfristige Finanzierbarkeit der Rente gestritten wird. Viele Rentner müssen mit vergleichsweise niedrigen Alterseinkommen auskommen und jeden Euro zweimal umdrehen. Welche Interessen vertritt die deutsche Bundesregierung eigentlich zuerst? Ist Friedrich Merz der Bundeskanzler Deutschlands oder der der Ukraine. Seine Beliebtheitswerte sind in Deutschland im Keller, in der Ukraine sehr hoch. Na sowas!

Die Bundesregierung vertritt in meinen Augen nicht mehr die Interessen der eigenen Bevölkerung, sondern die Interessen der ukrainischen Regierung, deren mögliche Rolle beim schwersten Anschlag auf die deutsche Energieinfrastruktur der vergangenen Jahrzehnte noch immer nicht abschließend aufgeklärt ist.

Mark Rutte weiß es bereits „eindeutig“

NATO-Generalsekretär Mark Rutte, Kriegstreiber und Schoßhündchen von Donald Trump ließ ebenfalls keinen Zweifel aufkommen:

„Die Beweise sind eindeutig.“

Ein interessantes Wort: eindeutig. Wenn die Beweise so eindeutig sind – warum bekommt die Öffentlichkeit sie dann nicht zu sehen?

Die Bundesregierung spricht von Tatmustern, technischen Übereinstimmungen und geheimdienstlichen Erkenntnissen. Das kann eine plausible Indizienkette ergeben. Eine für jedermann überprüfbare Beweiskette ist damit bislang nicht öffentlich dokumentiert.

Rutte erklärte außerdem die volle Solidarität der NATO mit Deutschland. Ich erkläre meine volle Solidarität mit friedliebenden Menschen, und verdamme diese elendigen Kriegstreiber!

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte sich hinter Berlin. Wer hätte es gedacht? Die Europäische Union bleibe angesichts des Vorgehens Russlands geeint; hybride Angriffe würden nicht ohne klare Antwort bleiben. Zusätzliche EU-Sanktionen stehen bereits zur Diskussion.
Was ich von dieser kriegstreiberischen und in meinen Augen nicht-integren Person halte, habe ich in mehreren Artikeln bereits dargelegt. Es wird Zeit, dass diese verantwortungslose Person Ihren Posten räumt.

So schnell kann aus einer nationalen Ermittlung eine europäische Eskalationsspirale entstehen.

Beschuldigung –> Schuldzuweisung –> Sanktionen –> NATO-Solidarität –> weitere Sanktionen.

Am Anfang dieser Kette sollte etwas stehen, das mehr ist als politisches Vertrauen in Geheimdienste und Regierungen: überprüfbare Evidenz.
Das alles sieht wie ein abgekartetes Spiel aus.

Sahra Wagenknecht warnt vor einer „brandgefährlichen Eskalation“

Gott sei Dank gibt es in Deutschland nicht nur die Altparteien, das Parteienkartell, sondern auch noch intelligente und verantwortungsvolle Politikerinnen und Politiker. Zu den deutlichsten Kritikern der deutschen Reaktion gehört Sahra Wagenknecht. Sie erklärte:

„Selbst wenn Russland dahinterstehen sollte, ist eine Drohne, die keinerlei Schaden angerichtet hat, kein Grund, eine brandgefährliche Eskalation anzuheizen.“

Eine solche Entwicklung könne letztlich in einem Krieg mit Russland enden. Ihre Warnung vor der Eskalationsdynamik ist mehr als berechtigt.
Deutschland und Russland sind Atommächte beziehungsweise – im deutschen Fall – Mitglied eines atomar bewaffneten Bündnisses. Wer in dieser Lage von Angriffen, Kriegszielen und hybrider Kriegsführung spricht, sollte wissen, welche politische Dynamik damit ausgelöst werden kann.
Das scheint der deutschen Regierung und den bellizistischen Elementen der EU aber sonstwo vorbeizugehen. Sie setzen unser aller Leben aufs Spiel. Ich habe eine Tochter, Herr Wadephul, Herr Dobrindt, Herr Merz, Frau von der Leyen, Herr Rutte, und deren Leben gefährden Sie seit Jahren in einem unvertretbaren Ausmaß mit Ihrer unentschuldbaren Kriegstreiberei.
Den Kriegstreibern gehört das Handwerk gelegt.

Moskau: „Wenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden“

Russland weist jede Verantwortung zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow reagierte auf die Anschuldigungen aus Berlin mit einer einfachen Forderung:

„Wenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden.“

Peskow kritisierte, Deutschland habe weder Beweise noch ausreichende Argumente für seine Schuldzuweisung öffentlich vorgelegt. Seine Einschätzung:

„Dass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich.“

Moskau behauptet seinerseits – und aus meiner Sicht nicht ganz zu Unrecht –, Kiew könne von einem solchen Anschlag politisch profitieren. Aber auch dafür liegt bislang kein öffentlich belastbarer Beweis vor. Dennoch: derselbe Maßstab muss deshalb für beide Seiten gelten. Eine Behauptung wird nicht dadurch wahr, dass sie aus Berlin kommt. Sie wird aber ebenso wenig dadurch wahr, dass sie aus Moskau kommt.

Die gegenwärtige Debatte erinnert mich stark an Nord Stream. Als am 26. September 2022 drei der vier Stränge von Nord Stream 1 und 2 durch Sprengungen zerstört wurden, richteten sich Verdächtigungen sehr schnell auch gegen Russland. Schon damals stellte sich für mich eine simple Frage: Cui bono – wem nützt es? Warum sollte Russland eine milliardenschwere Infrastruktur zerstören, über die es jahrelang große Mengen Gas nach Europa geliefert und Milliarden verdient hatte? Einen wirtschaftlichen Vorteil Moskaus aus der Zerstörung seiner eigenen Absatzwege zu erkennen, fällt zumindest schwer.

Profitiert haben von der dauerhaften Unterbrechung russischer Gaslieferungen dagegen andere: Die Ukraine hatte seit Jahren massive politische und wirtschaftliche Einwände gegen Nord Stream 2 erhoben; die USA bekämpften das Pipelineprojekt ebenfalls seit Langem und belegten daran beteiligte Unternehmen sogar mit Sanktionen. Das beweist selbstverständlich weder eine ukrainische noch eine amerikanische Täterschaft – auch wenn ich sie vermute. Cui bono ist ein Ermittlungsansatz, kein Tatnachweis. Aber die Frage nach Motiv und Nutzen muss gestellt werden – bei Nord Stream genauso wie heute in Leipzig.

Umso aufschlussreicher ist der Blick zurück: Fast vier Jahre nach der Sprengung von Nord Stream konzentrieren sich die deutschen Ermittlungen längst nicht mehr auf Russland, sondern auf konkrete ukrainische Tatverdächtige; inzwischen reichen die Erkenntnisse sogar bis zum Verdacht eines Auftrags aus ukrainischen staatlichen Strukturen. Was unmittelbar nach dem Anschlag als mögliche russische Sabotage diskutiert wurde, erscheint vor diesem Hintergrund zumindest in einem völlig anderen Licht.

Und jetzt wieder Leipzig: Russland soll einen Sprengstoffanschlag auf deutschem Boden veranlasst haben. Wieder stellt sich deshalb neben der Frage nach den Beweisen auch die Frage: Cui bono? Wem würde eine weitere Verschärfung des deutsch-russischen Konflikts nutzen? Und wem nutzt es, wenn daraus weitere Sanktionen gegen Russland, eine stärkere NATO-Abschreckung und weitere Waffenlieferungen an die Ukraine folgen?

Vielleicht sollte bei all dem auch die Geschichte nicht völlig vergessen werden. Rund 27 Millionen Menschen verlor die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Trotz dieser unvorstellbaren Opfer entwickelten sich insbesondere seit der Ostpolitik Willy Brandts über Jahrzehnte enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion beziehungsweise später Russland. Energie und Handel wurden zu wichtigen Brücken zwischen beiden Ländern. Die deutsch-russische Energiepartnerschaft war den USA seit Langem ein Dorn im Auge; Washington bekämpfte Nord Stream 2 offen und belegte am Projekt beteiligte Unternehmen mit Sanktionen. Heute sind die deutsch-russischen Beziehungen weitgehend zerstört – der vereitelte Anschlag in Leipzig ist ein weiterer Sargnagel für die ehemals guten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Wem diese Entwicklung geopolitisch nützt, ist eine Frage, die gestellt werden muss.

Der russische Botschafter spricht von einer „Provokation“

Noch deutlicher äußerte sich der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew. Er bezeichnete die deutschen Anschuldigungen als „absurd“ und sprach von einer

„hastig zusammengezimmerten Provokation am Flughafen in Leipzig“.

Die angekündigten deutschen Maßnahmen seien

„eine beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen“

und würden

„nicht ohne Folgen bleiben“.

Die Verantwortung für diese Entwicklung liege nach Darstellung Moskaus bei der Bundesregierung. Die russische Botschaft hatte bereits zuvor erklärt, die Vorgänge dienten „ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse“.

Ich bin geneigt, diese Ansicht zu teilen, da die europäischen bellizistischen Provokationen keinesfalls der Bevölkerung dienen.

Weiter hieß es, Ukraine und europäische Regierungen benötigten Argumente, um weiterhin „unbegrenzte finanzielle Mittel in die Hände eines korrupten Regimes“ in Kiew fließen zu lassen.

Auch diese Ansicht teile ich zumindest insofern, als Korruption in der Ukraine keineswegs eine russische Erfindung ist. Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International gehört das Land seit Jahren zu den deutlich schlechter bewerteten Staaten Europas. Fairerweise darf dabei nicht verschwiegen werden, dass Russland in diesem Index ebenfalls sehr schlechter abschneidet. Korruption ist also gewiss kein Problem, das sich auf die Ukraine beschränkt.

Die Frage ist nach wie vor: Wem nutzt eine weitere Eskalation zwischen Deutschland und Russland politisch?

Sacharowa: Deutschland habe einen Vorwand gesucht

Auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kündigte Gegenmaßnahmen an. Russland werde „spiegelbildlich“ reagieren, ähnlich wie bei früheren aus Moskauer Sicht einseitigen Sanktionen.
Sacharowa geht noch weiter. Ihrer Darstellung zufolge habe die Bundesregierung lediglich einen Vorwand gesucht, um unter anderem das Russische Haus in Berlin schließen zu können.
Mit Blick auf den Zeitpunkt der deutschen Ankündigung am 1. September – dem Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen 1939 – fragte sie auf Telegram zudem polemisch, ob Berlin dieses Datum zufällig gewählt habe. Diesen historischen Seitenhieb kann man für geschmacklos oder propagandistisch halten. Zur Klärung des Leipziger Anschlags trägt er nichts bei. Die Forderung nach Beweisen dagegen schon.

Putin: „Wo sind die Beweise?“

Schließlich meldete sich Wladimir Putin persönlich zu Wort. Der russische Präsident bezeichnete die deutschen Sanktionen als

„schweren Fehler“.

Dann stellte er die naheliegende Frage:

„Wo sind die Beweise?“

Putin behauptete darüber hinaus, bislang präsentierte Belege seien „gefälscht“. Einen öffentlich nachvollziehbaren Nachweis für diesen Vorwurf legte auch er nicht vor. Zudem unterstellte Putin Bundeskanzler Friedrich Merz innenpolitische Motive:

„Merz hat das Vertrauen der Bürger verloren, da er die nationalen Interessen Deutschlands nicht schützt.“

Diesen letzten Satz unterschreibe ich Wort für Wort. Putin verbindet die Leipziger Affäre damit seinerseits mit der innenpolitischen Situation in Deutschland. Egal wie man zu diesem Statement auch stehen mag: Die Frage „Wo sind die Beweise?“ bleibt trotzdem legitim – unabhängig davon, wer sie stellt.

Würde Russland tatsächlich dieses Risiko eingehen?

Und damit komme ich zu einem Punkt, der mir erhebliche Zweifel bereitet. Russland soll ausgerechnet auf einem deutschen Verkehrsflughafen einen Sprengstoffanschlag veranlasst haben. Auf dem Gebiet eines NATO-Mitgliedstaates, mit einer Sprengstoffdrohne in unmittelbarer Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge. Ein erfolgreicher Anschlag mit Toten hätte eine politische und möglicherweise militärische Krise zwischen Russland und der NATO auslösen können. Im äußersten Fall hätte ein solcher Vorgang sogar Diskussionen über die NATO-Artikel 4 oder 5 provozieren können.

Welchen strategischen Nutzen hätte Russland davon? Natürlich können Staaten riskante, irrationale oder schlecht geplante Operationen durchführen. Das Argument „Russland wäre doch nicht so dumm“ ist kein Beweis für russische Unschuld. Aber die Anschuldigungen der deutschen Regierung sind ebenso wenig ein Beweis für Russlands Schuld.

Vom Drohnenfund zur Fortsetzung des Ukrainekrieges

Besonders aufschlussreich ist für mich, wie schnell der Leipziger Vorfall mit der Ukrainepolitik verbunden wird. Wadephul kündigt nicht nur diplomatische Maßnahmen an. Deutschland werde seine zivile und militärische Unterstützung für die Ukraine fortsetzen.
Bei den Beratungen der EU-Außenminister geht es parallel um Luftverteidigung, Energieversorgung, weitere Hilfen für Kiew und die mögliche Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte.

Damit schließt sich der politische Kreis. Der Leipziger Anschlag wird zum weiteren Argument dafür, Russland als unmittelbare Gefahr für Deutschland darzustellen. Aus dieser Gefahrenbeschreibung lassen sich wiederum höhere Verteidigungsausgaben, stärkere NATO-Abschreckung, weitere Sanktionen und fortgesetzte Waffenlieferungen an die Ukraine ableiten.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Anschlag inszeniert wurde oder die Ermittlungen falsch sind. Eine solche Behauptung wäre ohne Belege unseriös. Es bedeutet aber sehr wohl, dass die politischen Folgen des Anschlags bestimmten bereits bestehenden politischen Zielen entgegenkommen.

Erst Beweise, dann Eskalation

Sollten deutsche Ermittlungsbehörden zweifelsfrei nachweisen können, dass russische staatliche Stellen einen Sprengstoffanschlag auf dem Flughafen Leipzig/Halle in Auftrag gegeben haben, wäre das ein außerordentlich schwerwiegender Vorgang. Dann müsste Deutschland reagieren. Aus diesem Grund muss die Beweislage überzeugen. Nicht irgendwann, sondern bevor aus Anschuldigungen politische Tatsachen geschaffen werden, die kaum noch rückgängig zu machen sind.

Wenn Mark Rutte erklärt, „die Beweise sind eindeutig“, dann sollte gezeigt werden, was diese Eindeutigkeit begründet.
Wenn Dobrindt sagt, Russland habe den Angriff „zu verantworten“, sollte nachvollziehbar dargelegt werden, wie die Befehlskette zu russischen staatlichen Stellen nachgewiesen wurde.
Wenn Wadephul diplomatische Einrichtungen schließen lässt, weitere Sanktionen fordert und zugleich die Fortsetzung der militärischen Unterstützung der Ukraine ankündigt, muss gefragt werden, ob hier nicht sehr unterschiedliche politische Ziele miteinander verknüpft werden.
Und wenn Putin behauptet, Beweise seien gefälscht, gilt derselbe Maßstab: Auch dafür soll er Belege vorlegen.

Ich weiß nicht, wer den Anschlag von Leipzig in Auftrag gegeben hat. Die Bundesregierung behauptet, sie wisse es. Ich behaupte, sie weiß es nicht.

Dann soll die Regierung die Öffentlichkeit soweit wie irgend möglich an diesem Wissen teilhaben lassen. Frieden – soweit er ernsthaft angestrebt wird, was ich aus europäischer Sicht bezweifle – entsteht nicht durch immer neue Schuldzuweisungen, Sanktionen, Waffenlieferungen und Drohungen. Und schon gar nicht durch ein politisches Klima, in dem die Frage nach Beweisen bereits als störend empfunden wird. Diese Verhaltensweisen befeuern einen möglichen Krieg.

Eine Regierung, die von ihren Bürgern Zustimmung zu einer immer schärferen Konfrontation mit Russland verlangt, schuldet ihnen mehr als die Versicherung, die Geheimdienste hätten entsprechende Erkenntnisse. Sie schuldet ihnen Belege, besonders dann, wenn am Ende dieser Entwicklung nicht weniger auf dem Spiel steht als Krieg und Frieden.


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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 62

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Zu allen Zeiten sind die Menschen damit beschäftigt, zu entscheiden, was an Bewährtem beizubehalten und zu pflegen ist und was an sinnvollem Neuem fürs weitere Leben übernommen werden soll. Das Titelbild mag dies eindrücklich demonstrieren.

Francis Fukuyama prägte mit dem Mauerfall die Vorstellung, am Ende der Geschichte angekommen zu sein. Dies hier soll ja angeblich die beste Welt sein, mindestens das „bDaZ“, das beste Deutschland aller Zeiten. Nun müsse diese Welt lediglich gegen rückwärtsgewandte Kräfte verteidigt werden. „Ois Nadsi, do hintn.“

Das impliziert, das alles vorherige, alle Zeiten die vor uns waren, nicht so gut waren, wie die jetzigen. Also muss alles Frühere als schrecklich, schlimm, ja verachtenswert gekennzeichnet werden. Das schließt natürlich auch alle Vorstellungen, Umgangsformen, Sitten, Traditionen, einfach alles Alte mit ein. Da darf kein Fitzelchen mehr übrig bleiben, das irgendwie positiv wäre.

Wir werden rückwärtig immer mutiger. Rückblickend hätte jeder Hitler verhindert.

Nur aufgrund dieser Auffassung kann die Umwertung aller Werte überhaupt einigermaßen überzeugend propagiert werden. Man stelle sich vor, da hätte es Zeiten gegeben, in denen die Menschen vielleicht sogar glücklicher gewesen wären. Undenkbar!

Man stelle sich Zeiten vor, in denen Männer Männersachen machten und Frauen Frauensachen. Und das Ganze lief auch noch gesamtgesellschaftlich viel harmonischer ab, wie heutzutage. „Jo so a Schmarrn! Wann häds no des gemm soin?“

Das Intro einer Uralt-Serie aus den späten 60ern, „Das königlich-bayrische Amtsgericht“, entfaltet mindestens ein Proto-Paradies der bajuwarischen Lebensart:

„Es war eine liebe Zeit. Die gute alte Zeit vor Anno 14. In Bayern gleich gar. Damals hat noch seine königliche Hoheit, der Herr Prinzregent regiert. Ein kunstsinniger Monarch. Denn der König war schwermütig. Das Bier war noch dunkel. Die Menschen war‘n typisch. Die Bursch‘n schneidig. Die Dirndl‘n sittsam. Und die Honoratioren ein bisserl vornehm und ein bisserl leger. Es war halt noch vieles in Ordnung damals. Denn für Ordnung und Ruhe sorgte die Gendarmerie und für die Gerechtigkeit … das königliche Amtsgericht.“

Dagegen schreit diese unsere Gaga-Gesellschaft „Schaut alle her zu mir“ und gleichzeitig „Bloß nicht mich anschauen“. Doppelstandards wohin man schaut. Orientierungslosigkeit total. „Wemma hoid nimma woas, wea Mandal und Waibal is, dann is eh ois z‘spaad.“

Das Phrasenschwein quietscht zum Steinerweichen.

Der meist gebrauchte Zirkelschluss dieser Tage ist: „Russen sind Täter, weil sie böse sind; böse sind sie, weil sie Täter sind“.

Würde man die Fähigkeiten und Kompetenzen der Russen am unbeschreiblich dilettantischen Leipziger Drohnenvorfall messen, dann müsste uns beileibe nicht bange sein. Eine Drohne zu bauen und einzusetzen, bei der der Zünder mal einfach so abfällt, der Sprengstoff in eine Dose drapiert werden muss, in diese Dose dann für die Zünderverbindung ein passendes Loch in den Dosenboden gebohrt werden muss, und die dann von einem beleibten Busfahrer mittels Kung-Fu-Tritt aus der Luft geholt wird, ist kein Beweis für militärische Überlegenheit.

Offenkundig sind diese Untermenschen auch noch so arrogant, dass sie davon ausgehen, mit ganzen 2 Pistolen unsere bunte Wehr zu besiegen. Das meinen alle Oberen bei uns, die nach dem Fund eines obskuren Waffendepots mit eben diesen beiden Ballermännern feindliche „fremde Mächte“ (=die Russen) dahinter sehen, die dann in „hybriden Szenarien“ eine „umstürzlerische Aktion“ gegen „UnsereDemokratie“ durchführen wollen. „Sakrament! De draun si wos, de Russn, hah!“

Dazu hilft, sich an die Erkenntnisse von Stefan Wittlin zu erinnern: „Geheimnisvolle Geheimdienst-Geheimnisse sind meist so sehr geheim, dass der Geheimnisträger selbst zum Geheimnis werden kann.“

Die Wirkungen der Sanktionspakete lagen irgendwo zwischen heißer Luft und dem Umhang des nackten Kaisers.

Der „What-a-fool“, unser Außenministernder, hat zu unterschiedlichen Zeiten und Orten gleich viermal, in Zahlen 4 x, während seines Besuchs in Kieiyjv diktiert, dass die Ukraine den Krieg gegen die bestialischen Russenmonsterhorden gewinnen wird. Hat den eigentlich schon jemand gefragt, warum und wie uns diese besiegten Russen dann angreifen? Nur zur Klärung des Sachverhalts, weshalb die unbedingt nötige Aufrüstung für die Kriegstüchtigkeit bei uns und überhaupt unbedingt nötig ist.

Ziemlich wahrscheinlich würde auch ein Beitritt zur EU der Demografie der Ukraine den endgültigen Todesstoß versetzen. In einer Folge der Ukro-TV-Serie „Diener des Volkes“ (mit dem Schauspieler Selenskij als Titelheld) wurde es schon gezeigt. Der Präsident verkündet, die Europäische Union habe die Visumfreiheit für ukrainische Staatsbürger genehmigt und am nächsten Tag ist er in der Ukraine völlig allein übrig geblieben. Die Leute sind bis auf ihn, den Letzten, ausgereist.

Aber das ist momentan so wahrscheinlich, wie ein geistreicher Ausspruch aus dem Munde eines Bildschirmkopfes oder wie eine Baerbock, dumm wie ein Meter Waldweg, als Uni-Professorin. Äääähh… Letzteres ist nur vollkommen irre, aber wahr. Nicht irre wäre das mit einem Zusammenkommen von Russen und Deutschen, das früher mal bei den Angelsachsen gefürchtet war und der Upperclass den Schlaf raubte. „Vo de Russn leana, hoast gwinna leana, hods beim Ossi scho moi ghoasn.“

„Bundesministerium bereitet sich auf Verteidigungsfall vor.“

Inzwischen dürfte das eh nichts mehr bringen, da das kastrierte heulsusige Regenbogendeutschland nur noch Weltspitze im Durchführen von CSD-Umzügen ist und nicht mehr im qualitativ hochwertigen Tüfteln, Konstruieren, Entwickeln, Erfinden und Denken. Dazu ein paar Querdenker, denen sonst was angedichtet wird.

Stattdessen wird in Deutschland ein Problem nicht mehr gelöst, sondern verwaltet, bis es ein Formular dafür gibt. Das gleicht mehr und mehr den Vogonen. Diese bürokratischen Monster im Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“, sind für die Sprengung der Erde verantwortlich, um Platz für eine Hyperraum-Umgehungsstraße zu schaffen.

Ihr Wesen wird als mies gelaunt, gefühllos und extrem bürokratisch beschrieben. Das Aussehen sei grobschlächtig, mit gräulich-grüner Haut und einer Nase, die über den Augenbrauen sitzt. Sie verfassen die drittschlechteste Poesie (=Amtsdeutsch) im ganzen Universum und lesen das gefangenen Opfern gern als Folter vor.

Inwiefern Sie sich damit als Deutscher gemein machen wollen, ist ihr Bier. Ähnlichkeiten und gewisse Parallelen sind hier rein zufällig und berechtigen nicht zur Strafverfolgung.

Das „Imperium der Lügen“ wird von Leuten beherrscht, die es nach offizieller Lesart eigentlich gar nicht gibt.

Die Führungsriegen-Darsteller eint eine altbekannte Eigenschaft. Die besonders erfolgreich optimierte Risikovermeidung. Präziser: Die Feigheit.

Dazu kommen noch einige weitere gemeinsame bösartige Eigenschaften, die mit dem Begriff der „Dunklen Triade“ die drei negativen Persönlichkeitsmerkmale Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie zusammenfasst.

In „UnsererDemokratie“ kommuniziert die vorgebliche Herrschaft mit den Untertanen auf die gleiche Art, die sie selbst auszeichnet: unzurechnungsfähig, unmündig und regelrecht geistig behindert. Die Lautsprecher in „UnsererDemokratie“ sind der lebende Beweis dafür, dass man auch ohne Verstand leben kann. „Manche sogoa in Saus und Braus…“

Es schadet nicht zu bedenken, dass der breiten Bevölkerung das Reservoir an Werten durch „(Ver-)Bildung“, Propaganda (Filme, TV, Medien, etc.), „GONGOs“ und Politik vorgegeben wird. Die Leute übernehmen das dann und liefern die moralischen Nährstoffe für das gesellschaftliche Klima, sprich den Zeitgeist. So ist das mit der Nichtbeachtung der „Würde“ aus dem Grundgesetz dem Faktum geschuldet, dass man seine Würde ja nicht verlieren kann, wenn man noch nie selbige besessen bzw. würdelos einfach so dahingelebt hat.

Orwell ist jetzt.

Auch wenn sich die „Eliten“ den herausfordernden Problembergen durch Etablierung einer orwell’schen Diktatur zu entziehen versuchen, so werden die Folgen umso

unkontrollierbarer und drastischer sein. Wie hieß der doch gleich, der so hoch gestiegen ist, dass er gegen die Sonne prallte und ins Bodenlose fiel? Rothschild? Ach, Ikarus…

Dass sich diese Kabale auch kabbelt (is scho recht… Wortwitze schlecht gemacht…), sollte nicht überraschen. Doch wer ist der Stärkste, Größte und kann am (hat den?) Längsten? Es ist ein kleiner Club von Leuten, die über das „Imperium der Lügen“ bestimmen, die es kontrollieren und dirigieren. „Unnütze Esser“ gehören da nicht dazu. Das Volk sieht nichts und weiß nichts. Skandal! Hah!

Es wäre interessant zu erfahren, ob zum Beispiel ein Peter Thiel auch etwas machen kann, was bspw. dem Rockefeller-Clan missfällt bzw. überhaupt nicht in dessen Kram passt. Ist es denn denkbar, dass irgendwas von irgendwem im „Imperium der Lügen“ entgegen dem Willen dieser leitenden Clubgrößen geschieht? Also, wie weit reicht die Macht der wahren Deepies?

Der nicht ganz unbekannte Michael Hudson, Finanzanalyst und Berater an der Wall Street, meint, an die Stelle des bisher als Zivilisationskonflikt verstandenen militärischen Konflikts trete ein Konflikt der Wirtschaftssysteme. Einerseits das Gläubiger- und finanzialisierte Modell des „Imperium der Lügen“ versus ein industrielles kapitalistisches oder sozialistisches Modell nach chinesischem und asiatischem Vorbild. Das ist die eigentliche Auseinandersetzung, vor der die Welt stehe.

Der „große Vorsitzende“ Mao schrieb, dass „Politik Krieg ohne Blutvergießen ist, während Krieg Politik mit Blutvergießen ist.“

Das Amish-Modell wird die Zukunft sein. Der Rest wird mit der Erosion all dessen konfrontiert, was sie für dauerhaft gehalten haben.

Dann werden die Epigonen des Barons von Münchhausen zu Wahrheitsfanatikern mutieren. Der ganz normale Wahnsinn wird sich in totalem Wahnsinn auflösen, und umgekehrt. Egal ob es dem Einzelnen schlecht geht, obwohl es den Börsenkursen doch so gut geht. Tja, in der Verzweiflung kann man sich die Arroganz nicht mehr leisten.

Deshalb die Hausaufgabe für ausnahmslos alle: Erkläre einem Deppen, dass er ein Depp ist! Wer die Aufgabe nicht versteht, muss mit seinem Spiegelbild sprechen…

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel erschien zuerst unter
https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-62/

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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

https://www.amazon.de/s?k=uwe+froschauer+Corona+-+das+letzte+Kapitel+ist+noch+nicht+geschrieben&__

Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

„Nr. 1 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Gesundheitspolitik“

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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“Ohne Migration wäre unser Land am Ende” – ach, tatsächlich?

1. September 2026, von Albrecht Künstle

Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden die Kartellparteien und Einheitsmedien nicht müde zu betonen, dass ohne Ausländer unser Land untergehe. Es brauche Wachstum, tönt es von allen Seiten – Was zwar nicht falsch ist, aber nicht in der simplifizierenden Sichtweise, die Zuwanderung in diesem Zusammenhang rein quantitativ und nicht qualitativ betrachtet. Die Gazetten titeln seit Jahren pausenlos „Ohne Ausländer kein Wachstum“ (wie die “Badische Zeitung” am 4. August); auch regierungsnahe Forschungseinrichtungen wie das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) verkünden: „Ausländische Beschäftigte tragen mittelbar zum wirtschaftlichen Erfolg bei“.

Wenn das so ist, fragt man sich allerdings, wieso nicht nur die öffentlichen Kassen – vor allem der Kommunen – trotz Rekordeinnahmen seit 2015 chronisch pleite sind, sondern wo dieser angebliche Erfolg messbar wird. Schon damit kann man der ganzen anhaltenden Pro-“Fachkräfte”-Kampagne wirksam begegnen. Und schließlich hatten wir ja in den letzten zehn Jahren eine massive Zuwanderung von rund 17 Millionen Ausländern, neben einigen deutschen Rückkehrern.

Nach Abzug der Auswanderung von immerhin 11 Millionen im selben Zeitraum – und mehr Sterbefällen als Geburten – verblieb in der Migrationsbilanz dabei eine Bevölkerungszunahme von rund vier Millionen gleich fünf Prozent. Diese Millionen mehr Menschen generieren einen entsprechenden Bedarf und dadurch wirtschaftliche Nachfrage; trotzdem nahm die Wirtschaftsleistung (das Bruttoinlandsprodukt) vor 2020 nur um ein Prozent pro Jahr zu, und seit 2020 dann überhaupt nicht mehr. Wir haben den größten Zuwachs an Ausländern in Europa, aber das geringste Wirtschaftswachstum. Deshalb drängt sich die Frage auf, inwiefern mehr Ausländer unserer Wirtschaft wirklich gut getan haben sollen; der „Wirtschaftlichkeit“ der Wirtschaft vielleicht schon – aber kaum der unseres Landes…

Deutlich geringere Produktivität

Als Erklärungen für das scheinbare Paradoxon seien nachfolgend einmal die Quoten der Erwerbstätigkeit und die Produktivitätsproblematik beleuchtet. Die Erwerbstätigenquote von Ausländern hat sich zwar nach den vielen Leerjahren und Lehrjahren auf rund zwei Drittel der Erwerbsfähigen verbessert, was aber den vielen ukrainischen Flüchtlingen zu verdanken sein dürfte, die besser ausgebildet sind. Sie beträgt über 77 Prozent. Die Beschäftigungsquote hat sich auch wegen des Frauenanteils erhöht (in bestimmten Ausländerkreisen ist der Begriff übrigens nicht von ungefähr ein Fremdwort!); in dieser höheren Quote sind jedoch vor allem die Zugewanderten enthalten. Ohne diese sind fast 80 Prozent der Einheimischen erwerbstätig – nicht nur zwei Drittel. Und außerdem leisten Zugewanderte im Durchschnitt in ihren Jobs weniger Arbeitsstunden und sind zumindest in den ersten Jahren deutlich weniger produktiv.

Unterm Strich bringen Zugewanderte nur etwas mehr als die Hälfte ihres Potenzials in unsere Wirtschaft ein, erarbeiten also ihren eigenen Lebensunterhalt; rund ein Sechstel ihrer Erwerbsfähigen lebt nicht für die Wirtschaft, sondern von der Wirtschaft. Sie müssen also von der Allgemeinheit unterhalten werden – sprich: von uns. Doch tun jene von ihnen, die gottlob arbeiten, dies mit der gleichen Effektivität? Der Fachbegriff dafür ist die Produktivität, die nach jener pro Erwerbstätigem und nach Stundenproduktivität unterschieden wird. Eine Unterscheidung Ausländer/Einheimische gibt es bei der Ermittlung der – wohl aus ideologisch begründetem Desinteresse – bezeichnenderweise Produktivität nicht, aber es ist festzustellen, dass die Produktivität umso mehr abnahm, je mehr Zugewanderte tätig wurden. Die Produktivität reicht schlicht nicht mehr aus: “Deutschlands Wohlstand ist so nicht zu halten” , stellt das IW fest – eine Binsenweisheit. Die Hintergründe des Problems sind in diesem Papier gut zusammengefasst. Aber von der These „Ausländische Beschäftigte tragen mittelbar zum wirtschaftlichen Erfolg bei“ ist darin keine Rede. Welche These des IW stimmt nun?

Fragwürdige Manifestationen von “Wachstum“

Klar ist: Ohne Ausländer läuft in bestimmten Branchen nicht mehr viel, beispielsweise beim Streetfood (etwa Döner) oder der Gastronomie. Ausländische Inhaber von Geschäften dieser Branchen wurden jetzt vor der Wahl in Sachsen-Anhalt aufgerufen, einen Tag zu schließen, um zu zeigen, dass ohne sie nichts mehr geht. Da ist zwar etwas dran, ebenso auf dem Bau, in der Logistik, bei der Müllabfuhr und Straßenreinigung – aber abgesehen davon, dass die AfD diese ja produktiven und legalisierten Migranten entgegen permanenter Medienbehauptungen überhaupt nicht abschieben will, sondern nur Illegale und Straffällige, stellt sich doch die Frage: Wo sonst noch? Wer beispielsweise den Gesundheitsbereich bemüht, muss einräumen, dass die dort tätigen ausländischen Mediziner und Pflegekräfte nicht nur unsereins versorgen, sondern auch deren eigene Landsleute. Als ich im Krankenhaus lag, sah ich an über der Hälfe der Zimmertüren ausländische Namen.

Wenigstens eines stimmt am Mantra „Ohne Ausländer kein Wachstum“ – aber völlig anders als propagiert: Ohne so viele Migranten gäbe es kein “Wachstum” der Wohnungsnot, der öffentlichen Verschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden, der Integrations- und Bildungsprobleme an unseren Schulen, des Verkehrs auf unseren Straßen, der explodierenden Gewaltkriminalität und vor allem des Messer-Missbrauchs, der Terrorgefahr und allgemein empfundenen Unsicherheit auf Festen, der überbordenden Wartezimmer von Arztpraxen und Notaufnahmen oder der benötigten Gefängniskapazitäten. Diese Formen von “Wachstum” sind jedoch getrost verzichtbar. Was wir eher brauchen, ist Wirtschaftswachstum!

Minimalvoraussetzung: Für sich selbst und seinesgleichen sorgen!

Der gemeinsame Nenner zwischen Befürwortern und Gegnern von weiterer Zuwanderung könnte in der Konsequenz lauten: Zuwanderung ja – aber erstens nur nach Bedarf und Eignung ausgewählter Migranten, und zweitens nur so viele, wie es wirklich braucht – alleine schon, damit die Neuankömmlinge die schon vor ihnen Zugewanderten, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst erarbeiten, wenigstens mitversorgen können (wie gesagt: etwa ein Sechstel von ihnen).

Will sagen: Jene, die bislang nicht berufstätig sind, sollten zunächst einmal durch ihre nachgezogenen Familienmitglieder oder Landsleute ausgehalten werden (aus welchen Gründen auch immer sie bislang nicht selbst arbeiten – sei es wegen mangelnder Sprache, kultureller Eigenheiten oder schlicht wegen bevorzugter Nutzung der sozialen Hängematte, wobei sie das soziale Netz nicht ausnutzen, sondern es lediglich im Rahmen idiotischer gesetzlicher Missbrauchsmöglichkeiten gebrauchen, die ihnen von unzähligen NGOs und “Beratungsstellen” regelrecht aufgedrängt werden). Zumindest müssen die hier neu Aufgenommenen selbst bereit und in der Lage sein, in vollem Umfang für den eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Familien sorgen zu können – ansonsten ist es mit dem Aufenthalt in Deutschland vorbei.

Und nun die Preisfrage: Welche der in Sachsen-Anhalt und anderswo zur Wahl stehenden Parteien können sich einem solchen Konsens anschließen?

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/ohne-migration-waere-unser-land-am-ende-ach-tatsaechlich/ erschienen.

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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

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Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
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Klimalüge und Klimadiktatur? Teil 7: Wie viel Mensch steckt im Klimawandel?

Von Uwe Froschauer

Der Mensch beeinflusst das Klima. Natürlich tut er das. Acht Milliarden Menschen bauen Städte, roden Wälder, betreiben Landwirtschaft und Industrie und verbrennen Kohle, Öl und Gas. Das bleibt nicht ohne Folgen. Aber darum geht es in diesem Kapitel nur peripher.

Die ausschlaggebenden Fragen lauten: Wie groß ist der menschliche Anteil am Klimawandel tatsächlich? Welche konkreten Folgen ergeben sich daraus? Und welche Maßnahmen sind wirksam und verhältnismäßig? Statt vorschnell Katastrophenszenarien an die Wand zu malen und daraus immer weitreichendere Eingriffe abzuleiten, sollte zunächst geklärt werden, was wissenschaftlich belastbar ist, was tatsächlich hilft und ob Kosten, Nutzen und Nebenwirkungen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.

Der Weltklimarat IPCC gibt darauf inzwischen eine präzise – und für mich fragwürdige – Antwort. Die vom Menschen verursachte Erwärmung zwischen 1850–1900 und 2010–2019 beziffert er auf 0,8 bis 1,3 Grad Celsius, als wahrscheinlichsten beziehungsweise zentralen Schätzwert nennt der IPCC 1,07 Grad Celsius. Natürlichen Einflüssen schreibt er für diesen Zeitraum lediglich eine Temperaturwirkung zwischen minus 0,1 und plus 0,1 Grad zu. Äußerst zweifelhaft. Im Synthesebericht von 2023 heißt es entsprechend, menschliche Aktivitäten hätten die globale Erwärmung „eindeutig“ verursacht.[1]

Woher weiß man das? Ein Thermometer kann die Temperatur messen. Es kann aber nicht anzeigen, welcher Anteil davon vom Menschen verursacht wurde. Daneben steht nicht: 14,6 Grad Natur, 0,7 Grad Mensch. Damit sind wir bei einem wichtigen wissenschaftlichen Begriff:

Attribution

Attribution bedeutet in diesem Zusammenhang, eine beobachtete Klimaveränderung bestimmten Ursachen beziehungsweise Einflussfaktoren zuzuordnen.
Sie kommen morgens in die Küche und der Boden ist nass. Das können Sie sehen und messen. Aber warum ist er nass? Ist die Spülmaschine undicht? Hat jemand Wasser verschüttet? Ist durch das offene Fenster Regen hereingekommen?

Dieses Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen Detektion und Attribution. Detektion bedeutet festzustellen, dass sich etwas verändert hat. Attribution bedeutet, die Ursachen dieser Veränderung zu bestimmen beziehungsweise verschiedenen Einflussfaktoren zuzuordnen.[2]

Wir wissen, dass sich die Erde seit dem 19. Jahrhundert erwärmt hat. Aber wir besitzen keine zweite Erde als Kontrollplaneten, auf der seit 1850 alles genauso abgelaufen ist wie auf unserer – nur ohne Industrialisierung und menschliche CO₂-Emissionen. Also arbeitet die Klimaforschung mit Beobachtungen, physikalischen Erkenntnissen, statistischen Verfahren und Klimamodellen. Vereinfacht gesagt wird untersucht, wie sich das Klima unter ausschließlich natürlichen Einflüssen entwickelt hätte und wie es sich unter Einbeziehung menschlicher Einflüsse entwickelt. Anschließend werden die Ergebnisse mit der beobachteten Entwicklung verglichen.[3]

Das ist ein wissenschaftliches Verfahren. Aber es ist keine direkte Messung des menschlichen Temperaturanteils. Dieser Unterschied ist wesentlich.

Aus Wahrscheinlichkeit wurde „Gewissheit“

Die Sprache des IPCC hat sich verändert. 1995 legten die vorliegenden Erkenntnisse nach Einschätzung des IPCC einen „erkennbaren menschlichen Einfluss“ auf das globale Klima nahe. 2001 sah der IPCC stärkere Belege dafür, dass der größte Teil der Erwärmung der vorausgegangenen 50 Jahre menschlichen Aktivitäten zuzuschreiben sei. 2007 galt dies als „sehr wahrscheinlich“. Heute heißt es: eindeutig.[4]

Aus einem erkennbaren Einfluss wurde innerhalb weniger Jahre weitgehende Gewissheit. Begründet wird dies mit längeren Messreihen, Satellitendaten, leistungsfähigere Computer, weiterentwickelte Modelle und ein besseres Verständnis des Klimasystems.[5] So weit, so gut. Trotzdem bleibt die interessierende und entscheidende Frage:

Wie belastbar ist die Quantifizierung des menschlichen Anteils?

Modelle sind Werkzeuge, keine Wirklichkeit

Ein Klimamodell ist eine mathematische Annäherung an ein ungeheuer komplexes System. Atmosphäre, Ozeane, Wolken, Wasserdampf, Eis, Vegetation, Sonnenstrahlung und Aerosole beeinflussen sich gegenseitig, wie ich in vorangegangenen Kapiteln dargelegt habe. Diese Erkenntnisse sind unbestreitbar. Manche Vorgänge lassen sich relativ gut physikalisch beschreiben, andere müssen vereinfacht oder – wie die Wissenschaft sagt – parametrisiert werden.

Parametrisierung bedeutet: Vorgänge, die ein Modell nicht detailliert berechnen kann, werden durch vereinfachte mathematische Beziehungen dargestellt. Das macht Klimamodelle deswegen nicht wertlos. Sie sind unverzichtbare wissenschaftliche Werkzeuge. Aber wie jedes Werkzeug haben sie Grenzen.

Ross McKitrick und John Christy verglichen 38 Modelle der CMIP6-Generation – also Klimamodelle aus der sechsten Phase eines internationalen Forschungsprogramms, in dem die Ergebnisse verschiedener Klimamodelle nach gemeinsamen Vorgaben miteinander verglichen werden – mit Temperaturdaten aus Satelliten, Wetterballons und sogenannten Reanalysen. Für den untersuchten Zeitraum 1979 bis 2014 erwärmten sich die unteren und mittleren Schichten der Troposphäre in sämtlichen untersuchten Modellen stärker als in den herangezogenen Mess- und Beobachtungsdaten. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine bessere Übereinstimmung mit den Beobachtungen niedrigere Werte der angenommenen Klimasensitivität erfordern würde.[6]

Damit stellt sich auch für den Laien eine naheliegende Frage: Wenn sämtliche untersuchten Modelle eine stärkere Erwärmung zeigen als die herangezogenen Mess- und Beobachtungsdaten, wie zuverlässig bilden diese Modelle dann die tatsächliche Klimaentwicklung ab? Klimamodelle beruhen schließlich nicht nur auf Messdaten und physikalischen Gesetzmäßigkeiten, sondern auch auf Annahmen und der modellhaften Darstellung komplexer Prozesse. Abweichungen zwischen Modell und Beobachtung sollten deshalb zumindest Anlass sein, die zugrunde liegenden Annahmen und die Aussagekraft der Modelle kritisch zu prüfen.

Auch der IPCC diskutiert Abweichungen zwischen Modellen und Beobachtungen. Das beweist zwar nicht, dass Klimamodelle grundsätzlich falsch sind. Aber es ist Vorsicht geboten, wenn aus Modellrechnungen politische Gewissheiten werden.

Der unterschätzte Einfluss natürlicher Klimaprozesse

Das Klima hat sich immer verändert – lange bevor der erste Mensch Kohle in eine Dampfmaschine schaufelte. Ozeanströmungen transportieren enorme Wärmemengen. El Niño und La Niña verändern Temperatur und Niederschläge auf großen Teilen der Erde. Vulkane können die Erde vorübergehend abkühlen. Sonnenaktivität, Wolken und Veränderungen innerhalb des gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Systems wirken ebenfalls auf das Klima – wie in Kapitel 4 dargelegt.

Auch wenn der IPCC diese Faktoren nicht ignoriert, bleibt dennoch die Frage offen, wie genau ihre Wirkung und ihre Wechselwirkungen bekannt sind. Hier setzt beispielsweise die Klimaforscherin Judith Curry mit ihrer Kritik an. Sie bestreitet weder den Treibhauseffekt noch einen menschlichen Beitrag zur Erwärmung. Sie hält jedoch insbesondere die Unsicherheiten bei der natürlichen Klimavariabilität und der Klimasensitivität für bedeutsamer, als es die öffentliche Klimadebatte häufig vermittelt.[7]

Damit bleibt die entscheidende Frage: Wie belastbar ist die Quantifizierung des menschlichen Anteils?

Wie viel Mensch steckt im Klimawandel?

Entscheidend ist, wie der IPCC die beobachtete Erwärmung den verschiedenen Ursachen zuordnet. Wie zuvor dargelegt, unterscheidet er dabei zwischen menschlichen und natürlichen Einflüssen sowie der natürlichen internen Variabilität des Klimasystems.

Zu den menschlichen Einflüssen zählen vor allem zusätzliche, vom Menschen verursachte Emissionen von Treibhausgasen wie CO₂ und Methan sowie Aerosole und Veränderungen der Landnutzung. Zu den natürlichen Einflüssen gehören insbesondere Veränderungen der Sonnenaktivität und Vulkanausbrüche. Hinzu kommt die interne Variabilität – also natürliche Schwankungen innerhalb des Klimasystems selbst, beispielsweise durch das Zusammenspiel von Atmosphäre und Ozeanen.

Interessant wird es bei den Zahlen. Nach Einschätzung des IPCC haben die vom Menschen verursachten Treibhausgase die Erde zwischen 1850–1900 und 2010–2019 für sich genommen um 1,0 bis 2,0 Grad Celsius erwärmt. Gleichzeitig schreibt der IPCC anderen menschlichen Einflüssen, insbesondere Aerosolen, eine kühlende Wirkung zwischen 0 und 0,8 Grad zu. Vereinfacht gesagt: Der Mensch soll nach dieser Berechnung auf der einen Seite kräftig erwärmt und auf der anderen Seite einen Teil dieser Erwärmung selbst wieder gedämpft haben.

Auffallend und fragwürdig gering fällt dagegen der vom IPCC angenommene Beitrag der Natur aus. Natürliche äußere Einflüsse – beispielsweise Veränderungen der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüche – werden für diesen Zeitraum lediglich mit minus 0,1 bis plus 0,1 Grad angesetzt. Davon unterscheidet der IPCC die sogenannte, zuvor bereits angesprochene interne natürliche Variabilität. Gemeint sind Klimaschwankungen, die innerhalb des Klimasystems selbst entstehen, ohne dass dafür ein äußerer Anstoß wie zum Beispiel eine Veränderung der Sonnenaktivität notwendig wäre. Ein bekanntes Beispiel sind El Niño und La Niña: Durch Veränderungen der Meeresströmungen und des Wärmeaustauschs zwischen Ozean und Atmosphäre kann sich die globale Durchschnittstemperatur zeitweise erhöhen oder verringern. Für diese interne Variabilität setzt der IPCC einen Beitrag zwischen minus 0,2 und plus 0,2 Grad an.[8]

Das bedeutet freilich nicht, dass natürliche Schwankungen die globale Temperatur kurzfristig nur um höchstens 0,2 Grad verändern könnten. Ein starker El Niño kann die globale Durchschnittstemperatur eines einzelnen Jahres deutlich stärker beeinflussen. Die vom IPCC genannten plus/minus 0,2 Grad beziehen sich vielmehr auf den geschätzten Beitrag der internen Variabilität zur langfristigen Erwärmung zwischen dem Zeitraum 1850–1900 und dem Zehnjahresmittel 2010–2019 – also auf eine länger angelegte Betrachtungsweise.

Damit ergibt sich ein interessantes Bild: Die durch menschliche Treibhausgase verursachte Erwärmung soll nach Einschätzung des IPCC sogar größer als die tatsächlich beobachtete Erwärmung gewesen sein. Dass am Ende weniger davon übrig blieb, erklärt der IPCC vor allem mit gegenläufigen, ebenfalls vom Menschen verursachten Einflüssen – insbesondere der kühlenden Wirkung von Aerosolen. Nun gut.

Wenn ich dieser Erkenntnis auch nicht unbedingt folgen würde, ist die Erklärung vom IPCC  physikalisch durchaus möglich. Schwefeldioxid aus Verbrennungsprozessen kann beispielsweise zur Bildung von Aerosolen beitragen, die Sonnenstrahlung reflektieren und dadurch kühlend wirken. Dabei ist deren Wirkung mit erheblich größeren Unsicherheiten verbunden als etwa der direkte Strahlungsantrieb durch CO₂ – also die Veränderung der Energiebilanz der Erde, die durch eine erhöhte CO₂-Konzentration und deren zusätzliche Absorption von Wärmestrahlung entsteht. Je nachdem, wie stark die kühlende Wirkung der Aerosole angesetzt wird, verändert sich zwangsläufig auch der Anteil der Erwärmung, der anderen Faktoren zugeschrieben wird.[9]

Hinzu kommt die Klimasensitivität. Sie beschreibt vereinfacht, wie stark sich die Erde langfristig erwärmt, wenn sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre verdoppelt. Der IPCC nennt für die sogenannte Gleichgewichts-Klimasensitivität einen wahrscheinlichen Bereich von 2,5 bis 4 Grad Celsius und 3 Grad als zentralen Schätzwert.[10]

Diese Spannbreite ist erheblich. Ob eine Verdoppelung des CO₂-Gehalts langfristig 2,5 oder 4 Grad Erwärmung bewirkt, macht für die Bewertung des menschlichen Einflusses einen beträchtlichen Unterschied.

Damit liegt der zu diskutierende Punkt auf dem Tisch: Der IPCC schreibt den größten Teil der langfristigen Erwärmung menschlichen Einflüssen zu und natürlichen Faktoren einen vergleichsweise kleinen Anteil. Wie sicher aber sind die Annahmen, auf denen diese Zuordnung und damit die 1,07 Grad menschengemachte Erwärmung beruhen?

1,07 Grad

Der IPCC formuliert mit großer Gewissheit, dass der Mensch die gegenwärtige globale Erwärmung verursacht habe. Wesentlich weniger eindeutig lässt sich jedoch beziffern, wie groß dieser menschliche Anteil genau ist. Die häufig genannten 1,07 Grad sind keine exakt gemessene Größe, sondern der zentrale Schätzwert innerhalb einer Bandbreite von 0,8 bis 1,3 Grad, die der IPCC als „likely“, also als wahrscheinlich, einstuft.

Diese Unterscheidung ist grundlegend: Hohe Gewissheit über einen menschlichen Einfluss ist nicht dasselbe wie hohe Gewissheit über dessen genaue Größenordnung. Hinter dieser Quantifizierung stehen Unsicherheiten, die für die Bewertung des menschlichen Anteils keineswegs nebensächlich sind.

Der IPCC nennt selbst unter anderem Grenzen der Klimamodelle, Unsicherheiten bei der natürlichen internen Variabilität und Unsicherheiten bei einzelnen Strahlungsantrieben. Besonders groß sind sie bei den Aerosolen. Hier liegt ein grundsätzliches Problem der Attribution: Wenn mehrere Einflussgrößen nur innerhalb bestimmter Bandbreiten bekannt sind, kann auch die daraus errechnete Zuordnung nicht genauer sein als ihre wesentlichen Ausgangsgrößen.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das Problem: Ein Mensch hat innerhalb eines Jahres fünf Kilogramm abgenommen. Diese fünf Kilogramm lassen sich exakt feststellen. Gleichzeitig hat er seine Ernährung verändert, mehr Sport getrieben, weniger Alkohol getrunken und ein Medikament eingenommen. Dass diese Faktoren das Körpergewicht beeinflussen können, ist bekannt. Wesentlich schwieriger ist jedoch die Frage, welchen Anteil jeder einzelne Faktor an den fünf Kilogramm hatte. Sind die jeweiligen Wirkungen nur innerhalb bestimmter Bandbreiten bekannt, lässt sich auch ihr Anteil am Gesamtergebnis nicht exakt bestimmen.

Ähnlich verhält es sich bei der Klimaattribution: Die beobachtete Temperaturveränderung ist einigermaßen messbar. Wie viel davon einzelnen menschlichen und natürlichen Einflussfaktoren zugerechnet werden kann, muss dagegen aus Beobachtungen, physikalischen Zusammenhängen, statistischen Verfahren und Modellen hergeleitet werden.

Auch die bereits erwähnte Klimaforscherin Judith Curry setzt hier an. Sie kritisiert die Sicherheit, mit der der menschliche Anteil quantifiziert wird, und verweist insbesondere auf Unsicherheiten bei der natürlichen Variabilität und der Klimasensitivität.[11] Attributionsergebnisse hängen ihrer Auffassung nach wesentlich davon ab, wie zuverlässig Klimamodelle menschliche und natürliche Einflussgrößen voneinander trennen können. Wird die natürliche Variabilität unterschätzt, kann ein größerer Teil der beobachteten Erwärmung dem Menschen zugerechnet werden; wird sie überschätzt, wäre das Gegenteil der Fall. Maßgebend ist deshalb nicht nur, ob Modelle die beobachtete Temperaturentwicklung reproduzieren können, sondern ob sie dies aus den richtigen Gründen tun.

Ein gutes Beispiel für diese Unsicherheiten ist die bereits erwähnte Klimasensitivität. Der IPCC hält bei einer Verdoppelung der CO₂-Konzentration langfristig eine Erwärmung zwischen 2,5 und 4 Grad für wahrscheinlich. Zwischen beiden Werten liegen 1,5 Grad – bezogen auf den unteren Wert immerhin ein Unterschied von 60 Prozent.

Auch John Christy und Ross McKitrick setzen an der Belastbarkeit der Modelle an. Ihre bereits erwähnten Vergleiche von CMIP6-Modellen mit Beobachtungsdaten zeigen für die untersuchten Troposphärenschichten eine systematische Überschätzung der Erwärmung durch die Modelle.[6] Daraus folgt nicht, dass der menschliche Einfluss verschwindet. Es folgt aber die berechtigte Frage, ob Modelle, die bestimmte Temperaturentwicklungen zu stark abbilden, zugleich als Grundlage für eine sehr weitgehende Quantifizierung des menschlichen Anteils dienen sollten.

Noch grundsätzlicher ist das Problem der natürlichen Variabilität. Der IPCC kommt zu dem Ergebnis, dass natürliche äußere Antriebe zur langfristigen Erwärmung seit dem 19. Jahrhundert nur einen sehr kleinen Beitrag geleistet haben. Doch diese Aussage setzt voraus, dass die natürlichen Prozesse ausreichend verstanden und ihre Größenordnungen hinreichend erfasst sind.

Darüber besteht keine vollständige wissenschaftliche Gewissheit. Über die Größenordnung einzelner natürlicher Einflüsse, ihre Wechselwirkungen und ihre Bedeutung für die langfristige Klimaentwicklung bestehen weiterhin Unsicherheiten – und in einzelnen Fragen auch unterschiedliche wissenschaftliche Einschätzungen.

Die 1,07 Grad sind deshalb keine gemessene Naturkonstante. Sie sind ein wissenschaftlich hergeleiteter zentraler Schätzwert, der auf Beobachtungen, physikalischen Erkenntnissen, statistischen Verfahren und Modellannahmen beruht. Das macht ihn nicht wertlos. Aber es macht einen Unterschied, ob eine Zahl gemessen oder unter bestimmten Annahmen hergeleitet wurde. Dieser Unterschied geht in der politischen und medialen Klimadebatte häufig verloren.

Wie sicher lässt sich der natürliche Anteil bestimmen?

Die natürlichen Einflussfaktoren wurden bereits ausführlich dargestellt. Sie werden an dieser Stelle deshalb nicht erneut aufgezählt. Die zu klärende Frage ist: Wie sicher lässt sich ihr Anteil an der beobachteten Erwärmung bestimmen?

Der IPCC kommt, wie dargelegt, zu einem relativ eindeutigen Ergebnis. Natürliche äußere Antriebe sollen zur Erwärmung zwischen 1850–1900 und 2010–2019 lediglich zwischen minus 0,1 und plus 0,1 Grad beigetragen haben. Für die interne natürliche Variabilität nennt er minus 0,2 bis plus 0,2 Grad.[8] Der langfristige Temperaturanstieg wird damit nahezu vollständig menschlichen Einflüssen zugerechnet.

Diese Gewichtung sollte jedoch näher beleuchtet werden. Natürliche Klimaschwankungen sind keine unbekannte Randerscheinung. Die Klimageschichte zeigt erhebliche Temperaturveränderungen lange vor der Industrialisierung. Daraus folgt selbstverständlich nicht, dass auch die heutige Erwärmung überwiegend natürlich sein muss. Es zeigt aber, dass das Klimasystem aus sich heraus und aufgrund natürlicher äußerer Einflüsse beträchtliche Veränderungen hervorbringen kann.

Das eigentliche Problem liegt deshalb in der Trennung der Ursachen. Die beobachtete Temperaturentwicklung ist das Ergebnis vieler gleichzeitig wirkender Prozesse. Der anthropogene Einfluss lässt sich nicht einfach messen und anschließend vom natürlichen Anteil abziehen. Beide müssen anhand ihrer erwarteten räumlichen und zeitlichen Muster, physikalischer Zusammenhänge, Beobachtungsdaten und Modellrechnungen voneinander unterschieden werden.

Dabei spielt die Länge der betrachteten Zeiträume eine erhebliche Rolle. Kurzfristige natürliche Schwankungen wie El Niño und La Niña können die globale Mitteltemperatur deutlich beeinflussen, ohne deshalb einen langfristigen Erwärmungstrend zu erklären. Umgekehrt können längerfristige Veränderungen innerhalb der Ozeane und des gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Systems über Jahrzehnte wirken. Deren Größenordnung und Verlauf sind für die Attribution von Bedeutung.

Auch die Sonne verdeutlicht das Problem. Die direkte Veränderung der Sonneneinstrahlung seit Beginn zuverlässiger Satellitenmessungen ist vergleichsweise klein und reicht nach Einschätzung des IPCC nicht aus, um die jüngste globale Erwärmung zu erklären.[12] Daraus folgt jedoch zunächst nur, dass die gemessene Veränderung der direkten solaren Einstrahlung als Erklärung nicht genügt. Die Frage, wie sämtliche natürlichen Prozesse und ihre Wechselwirkungen über längere Zeiträume zusammenspielen, ist damit nicht automatisch beantwortet.

Es wäre deshalb falsch, die gegenwärtige Erwärmung vorschnell überwiegend natürlichen Ursachen zuzuschreiben. Ebenso falsch wäre es, natürliche Einflüsse aufgrund der starken anthropogenen Attribution des IPCC als weitgehend bedeutungslos abzutun. Wissenschaftlich entscheidend bleibt, wie zuverlässig beide Anteile voneinander getrennt werden können.

An diesem Punkt zeigt sich ein grundlegender Unterschied zwischen wissenschaftlichem Befund und öffentlicher Botschaft: Wissenschaft arbeitet mit Bandbreiten, Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten. In Politik und Medien verschwinden diese Einschränkungen nicht selten hinter „eindeutigen“ Aussagen und „alternativlosen“ Konsequenzen. In meinen Augen: grober Unfug!

Vom wissenschaftlichen Befund zur politischen Gewissheit

Bis hierher ging es um Wissenschaft. Um Messungen, Modelle, Wahrscheinlichkeiten, Bandbreiten und Unsicherheiten. In der politischen und medialen Kommunikation bleibt davon häufig wenig übrig. Aus einer komplexen Attributionsfrage wird ein einfacher Satz: Der Klimawandel ist menschengemacht.

So erklärte Bundesumweltminister Carsten Schneider 2025 im Bundestag schlicht: „Dieser Klimawandel ist menschengemacht.“ Er werde vor allem durch das Verbrennen fossiler Energieträger verursacht.[13] Das Umweltbundesamt bezeichnet den menschengemachten Klimawandel unter Berufung auf den IPCC sogar als „definitive Tatsache“.[14]

Auch in den Medien wird entsprechend formuliert. Der ARD-„Faktenfinder“ erklärte 2025 die Aussage Alice Weidels, ein alleiniger, monokausaler Nachweis des menschengemachten Klimawandels sei nicht erbracht, kurzerhand für „falsch“ und verwies auf den IPCC sowie den wissenschaftlichen – in Wirklichkeit nicht vorhandenen – Konsens.[15]
Sogenannte Faktenchecker sind für mich ohnedies fast ausschließlich narrativ-unterstützendende Propagandaorgane, die alles andere als neutrale, objektive Aufklärung betreiben – sie sind eher Faktenverdreher wie die Corona-Zeit gezeigt hat. Sie unterstützen feststehende, nicht evidenzbasierte und wissenschaftlich abgesicherte politische Entscheidungen mit verdrehten „Checks“.

Natürlich kann eine politische oder journalistische Darstellung nicht jedes Mal einen hundertseitigen wissenschaftlichen Bericht wiedergeben. Sie muss vereinfachen. Vereinfachung darf aber nicht dazu führen, dass aus Wahrscheinlichkeiten Gewissheiten und aus Bandbreiten scheinbar unumstößliche Wahrheiten werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Aussage Angela Merkels aus dem Jahr 2019. Sie formulierte wesentlich vorsichtiger. Man müsse entscheiden, ob man das Risiko eingehen wolle zu sagen, der Klimawandel sei gar nicht menschengemacht, oder ob genügend Evidenz für einen menschlichen Einfluss vorliege, um im Interesse zukünftiger Generationen zu handeln.[16]

Das ist etwas anderes als die Behauptung, jede Einzelheit des menschlichen Klimaeinflusses sei abschließend geklärt. Merkel formulierte im Kern ein Vorsorgeargument: Wenn ein erhebliches Risiko besteht, sollte gehandelt werden. Über das Ausmaß und die Verhältnismäßigkeit dieses Handelns lässt sich streiten. Wissenschaftlich sauberer ist eine solche Formulierung allemal.

Kritisch wird es für mich dort, wo wissenschaftliche Erkenntnis und politische Schlussfolgerung miteinander verschmelzen. Aus „Der Mensch trägt wesentlich zur Erwärmung bei“ wird dann schnell: Der Mensch verursacht den Klimawandel, also muss Maßnahme X umgesetzt werden.

Selbst wenn der menschliche Anteil an der Erwärmung exakt bekannt wäre, blieben politische Fragen offen: Welche Maßnahmen sind wirksam? Was kosten sie? Welche Nebenwirkungen haben sie? Wie groß ist der deutsche Einfluss auf das Weltklima? Welche Rolle spielen Anpassung, technischer Fortschritt oder Kernenergie? Und welches Maß an Wohlstandsverlust und Einschränkung individueller Freiheit ist für welchen erwarteten Klimaeffekt gerechtfertigt?
Auch jeder Bürger – der sich als mündig und informiert bezeichnet – sollte sich diese Fragen stellen, anstatt wie ein denkbetreuter und fremdgesteuerter Tagesschaupapagei die sich immer wiederholenden, einseitigen Narrative der Machthaber nachzuplappern. Durch Wiederholung entsteht Vertrautheit, die oftmals in scheinbare Gewissheit übergeht.

Das sind keine naturwissenschaftlichen Fragen, das sind politische Abwägungen. Wer politische Entscheidungen mit dem Satz „Die Wissenschaft sagt …“ für alternativlos erklärt, verwischt diese Grenze. Wissenschaft kann Erkenntnisse liefern, Risiken abschätzen und Szenarien berechnen. Sie kann der Gesellschaft und deren Vertreter aber nicht die politische Entscheidung abnehmen. Die Corona-Zeit zeigte, wohin das geführt hat. Heute nachweislich falsche Einschätzungen wissenschaftlicher „Experten“ wurden als Gewissheiten verkauft und absolut sinnlose Maßnahmen wie Lockdowns, Maskenpflicht, 3G, 2G, Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit als alternativlos erklärt und umgesetzt. Ähnliche, weitreichende Fehler werden in meinen Augen in der Klimapolitik begangen.

Mein Fazit: Einfluss ja – aber Katastrophe?

Der Mensch beeinflusst das Klima. Daran habe ich nach allem, was ich bisher ausgewertet habe, keinen ernsthaften Zweifel. Zweifel habe ich dagegen an der Sicherheit, mit der dieser Einfluss quantifiziert wird – und noch mehr an den politischen Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden.

Denn selbst wenn man die Einschätzung des IPCC übernimmt und dem Menschen den größten Teil der jüngeren Erwärmung zuschreibt, bleibt eine weitere Frage offen: Was bedeutet diese Erwärmung konkret für den Menschen?

Eine Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur ist zunächst eine statistische Größe. Menschen leben nicht in einer globalen Durchschnittstemperatur, sondern unter völlig unterschiedlichen klimatischen Bedingungen – in München ebenso wie in Singapur, Helsinki oder Dubai. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob sich ein globaler Mittelwert um ein oder zwei Grad verändert, sondern welche konkreten Folgen daraus regional entstehen und wie gut sich Menschen, Landwirtschaft, Städte und Infrastruktur daran anpassen können.

Das bedeutet keineswegs, Hitze oder andere Klimarisiken kleinreden zu wollen. Extreme Hitze kann Menschen töten – wobei es laut einer von “The Lancet Planetary Health“ durchgeführten Studie neunmal mehr Kältetote als Hitzetote zu beklagen gibt. Dürren können Ernten schädigen, Starkregen kann enorme Schäden verursachen und dergleichen. Ebenso richtig ist aber: Menschen passen sich seit Jahrtausenden an sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen an. Wohlstand, Technik, medizinische Versorgung, Bewässerung, Hochwasserschutz, Bauweise und funktionierende Infrastruktur entscheiden wesentlich darüber, ob klimatische Veränderungen zur Katastrophe werden oder beherrschbar bleiben.

Doch aus einem menschlichen Einfluss auf das Klima folgt weder zwangsläufig eine Katastrophe noch die Notwendigkeit jeder Maßnahme, die mit Klimaschutz begründet wird. Entscheidend ist vielmehr, welche konkreten Folgen die Erwärmung tatsächlich hat, welche Maßnahmen überhaupt wirksam sind und ob deren Kosten, Nebenwirkungen und Eingriffe in einem vernünftigen Verhältnis zum erwarteten Nutzen stehen.

Über diese Fragen müsste debattiert werden – nicht über Glaubensbekenntnisse.

Quellen:

[1] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Sixth Assessment Report, Summary for Policymakers, insbesondere A.1.3; sowie IPCC: Climate Change 2023: Synthesis Report, Summary for Policymakers. Angaben zur vom Menschen verursachten Erwärmung von 0,8 bis 1,3 °C und zum zentralen Schätzwert von 1,07 °C.

[2] IPCC: Climate Change 2001: The Scientific Basis. Third Assessment Report, Working Group I. Abschnitte zu „Detection and Attribution“ und zur Unterscheidung zwischen dem Nachweis einer Klimaveränderung und der Zuordnung ihrer Ursachen.

[3] IPCC: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Fourth Assessment Report, Working Group I, Kapitel 9: „Understanding and Attributing Climate Change“. Darstellung der Methoden zur Detektion und Attribution von Klimaveränderungen.

[4] IPCC: Second Assessment Report (1995/1996), Third Assessment Report (2001), Fourth Assessment Report (2007) sowie Sixth Assessment Report (2021). Aussagen zur Entwicklung der Einschätzung des menschlichen Einflusses auf das Klima – vom „discernible human influence“ bis zur heutigen Einstufung des menschlichen Einflusses als „unequivocal“.

[5] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, Kapitel 3: „Human Influence on the Climate System“. Darstellung der Fortschritte und verbleibenden Unsicherheiten bei Detektion und Attribution sowie der Rolle von Beobachtungen und Klimamodellen.

[6] Ross McKitrick / John Christy: „Pervasive Warming Bias in CMIP6 Tropospheric Layers“, Earth and Space Science, Vol. 7, 2020, e2020EA001281, DOI: 10.1029/2020EA001281. Vergleich von 38 CMIP6-Modellen mit Satelliten-, Wetterballon- und Reanalysedaten für 1979–2014.

[7] Judith A. Curry: Veröffentlichungen und Stellungnahmen zur Unsicherheit der Klimaattribution, zur natürlichen Klimavariabilität und zur Klimasensitivität; insbesondere ihre Arbeiten und Analysen zur Unsicherheit bei der Quantifizierung des anthropogenen Anteils an der Erwärmung.

[8] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, Summary for Policymakers, A.1.3. Treibhausgase: Erwärmungsbeitrag 1,0 bis 2,0 °C; andere menschliche Einflüsse, vor allem Aerosole: Abkühlung 0 bis 0,8 °C; natürliche Antriebe: −0,1 bis +0,1 °C; interne Variabilität: −0,2 bis +0,2 °C.

[9] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I. Abschnitte zum Strahlungsantrieb anthropogener Aerosole und zu den damit verbundenen Unsicherheiten; siehe insbesondere Summary for Policymakers und Kapitel 7 „The Earth’s Energy Budget, Climate Feedbacks, and Climate Sensitivity“.

[10] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, Summary for Policymakers, Abschnitt D.2. Die Gleichgewichts-Klimasensitivität (Equilibrium Climate Sensitivity, ECS) wird mit einem zentralen Schätzwert von 3 °C und einem wahrscheinlichen Bereich von 2,5 bis 4 °C angegeben.

[11] Judith A. Curry: Analysen zur Detektion und Attribution des Klimawandels sowie zur Bedeutung natürlicher Variabilität und zur Unsicherheit der Klimasensitivität. Curry kritisiert insbesondere die Sicherheit, mit der der anthropogene Anteil quantifiziert und öffentlich kommuniziert wird.

[12] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, insbesondere Kapitel 3 „Human Influence on the Climate System“ und Summary for Policymakers. Bewertung natürlicher Antriebe wie Sonnenaktivität und Vulkanismus sowie der internen Variabilität im Verhältnis zum anthropogenen Einfluss.

[13] Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll, Rede von Bundesumweltminister Carsten Schneider, 2025. Aussage: „Dieser Klimawandel ist menschengemacht“ und Verweis auf die Verbrennung fossiler Energieträger als wesentliche Ursache.

[14] Umweltbundesamt: „Beobachteter Klimawandel“, Darstellung des anthropogenen Klimawandels unter Bezugnahme auf den Sechsten Sachstandsbericht des IPCC; Bezeichnung des menschlichen Einflusses auf das Klimasystem als „definitive Tatsache“.

[15] ARD/Tagesschau, Faktenfinder: Faktencheck zum ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel, 2025. Bewertung ihrer Aussage zum fehlenden „alleinigen, monokausalen Nachweis“ des menschengemachten Klimawandels unter Bezugnahme auf IPCC und wissenschaftliche Attributionsforschung.

[16] Bundesregierung: Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Petersberger Klimadialog 2019 beziehungsweise entsprechende Äußerungen Merkels zur Evidenz des menschengemachten Klimawandels und zur politischen Abwägung des Risikos für zukünftige Generationen.

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Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Israel – An wessen Seite steht Deutschland eigentlich?

Von Uwe Froschauer

„Deutschland steht fest an der Seite Israels.“

Diesen Satz hören wir seit Jahren. Er wird von deutschen Politikern wie ein Glaubensbekenntnis vorgetragen. Die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson. Solidarität mit Israel sei unverbrüchlich. Deutschland stehe fest und unerschütterlich an der Seite des jüdischen Staates.

Ich frage mich inzwischen allerdings: An wessen Seite stehen wir da eigentlich?

An der Seite der israelischen Bevölkerung? An der Seite der Menschen, die am 7. Oktober 2023 Angehörige verloren haben? An der Seite der Geiseln und ihrer Familien? An der Seite der zahlreichen Israelis, die selbst gegen die Politik ihrer Regierung protestieren?

Oder steht Deutschland an der Seite einer Regierung, unter deren Verantwortung Zehntausende Menschen im Gazastreifen getötet wurden?

Allein bis zum 3. Februar 2026 wurden nach den von UNICEF wiedergegebenen Zahlen 71.803 getötete Palästinenser im Gazastreifen gemeldet. Darunter befanden sich mindestens 21.289 Kinder. Weitere 171.230 Menschen wurden verletzt, darunter rund 44.500 Kinder.

21.289 getötete Kinder.

Und diese Zahlen markieren keineswegs das Ende des Sterbens. Auch danach wurden weitere Palästinenser getötet. Verschiedene Untersuchungen gehen zudem davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer deutlich höher liegen könnte.

Doch schon die offiziellen Zahlen reichen aus, um eine Frage zu stellen, die in Deutschland selten gestellt wird:

Was bedeutet es eigentlich, wenn deutsche Politiker immer wieder erklären, Deutschland stehe „fest an der Seite Israels“?

Solidarität mit der israelischen Bevölkerung ist nicht gleichbedeutend mit Gefolgschaft gegenüber der israelischen Regierung. Und Staatsräson darf nicht bedeuten, bei möglichem Unrecht wegzusehen. Wer also sagt, Deutschland stehe fest an der Seite Israels, sollte auch beantworten können:

An der Seite welches Israels?

Bevor ich mich dieser Frage zuwende, lohnt ein kurzer Blick zurück. Wer über Israel und Palästina urteilen will, sollte zumindest in Grundzügen wissen, wie dieser Staat entstanden ist.

Israel – eine sehr kurze Geschichte eines langen Konflikts

Ein entscheidender politischer Meilenstein auf dem Weg zur Gründung Israels war die Balfour-Erklärung vom 2. November 1917. Damals erklärte die britische Regierung, sie befürworte die Errichtung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk“ in Palästina. Das Gebiet gehörte zuvor zum Osmanischen Reich und geriet nach dem Ersten Weltkrieg unter britische Kontrolle. Großbritannien erhielt später das Mandat des Völkerbundes über Palästina. Die Balfour-Erklärung floss in die britische Mandatspolitik ein.

Das Problem lag auf der Hand: Palästina war kein menschenleeres Land. Dort lebten bereits Araber – Muslime und Christen – ebenso wie Juden. Mit der zunehmenden jüdischen Einwanderung verschärften sich die Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen. Der europäische Antisemitismus und insbesondere die nationalsozialistische Judenverfolgung verstärkten den Wunsch vieler Juden nach einem eigenen sicheren Staat zunehmend.

Dafür gab es mehr als nachvollziehbare Gründe. Juden waren über Jahrhunderte verfolgt, ausgegrenzt, vertrieben und ermordet worden. Der deutsche Nationalsozialismus führte diese Verfolgung schließlich mit der Shoah in die systematische Ermordung von rund sechs Millionen europäischen Juden.

Wer die Entstehung des Nahost-Konflikts verstehen will, kann die Geschichte nicht ausblenden. Aber ebenso wenig darf man die Geschichte der Palästinenser ausblenden.

1947 beschloss die UN-Generalversammlung einen Teilungsplan. Das britische Mandatsgebiet sollte in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufgeteilt werden. Jerusalem sollte einen internationalen Sonderstatus erhalten. Die jüdische Führung akzeptierte den Plan im Grundsatz, die arabische Seite lehnte ihn ab.

Am 14. Mai 1948 rief David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Unmittelbar darauf begann der erste arabisch-israelische Krieg. Für Israelis wurde 1948 zur Geburtsstunde ihres Staates.

Für Hunderttausende Palästinenser bedeuteten die Ereignisse dieser Zeit Flucht und Vertreibung sowie den Verlust ihrer Heimat. In der palästinensischen Erinnerung tragen sie bis heute einen Namen: Nakba – die Katastrophe.

Damit stehen sich bis heute zwei historische Erfahrungen gegenüber. Für die einen bedeutete die Gründung Israels endlich einen eigenen Staat und die Hoffnung auf Sicherheit nach Jahrhunderten der Verfolgung. Für die anderen bedeutete sie Flucht, Vertreibung und Heimatverlust.

Die Geschichte der Juden führt für mich zu einer grundsätzlichen Frage. Ein Volk, das selbst erfahren musste, wohin Verfolgung, Entrechtung und Entmenschlichung führen können, sollte besonders sensibel dafür sein, wenn anderen Menschen ihre Würde abgesprochen wird.

Die heutige Situation im Gazastreifen ist nicht einfach mit der Shoah gleichzusetzen. Historische Ereignisse haben ihre jeweils eigenen Ursachen, Dimensionen und Verbrechen. Aber die Lehre aus der Geschichte darf doch nicht lediglich lauten:

Nie wieder Verfolgung von Juden.

Sie muss lauten:

Nie wieder Entmenschlichung – gegenüber niemandem.

An diesem Punkt wird es unangenehm. Wenn führende israelische Politiker Palästinenser als „menschliche Tiere“ bezeichnen, wenn ganze Bevölkerungsgruppen für verantwortlich erklärt werden, wenn von Vertreibung gesprochen wird oder ein Minister darüber fabuliert, Nacht für Nacht Dutzende Palästinenser gezielt töten zu lassen, dann kann Deutschland nicht einfach einen politischen Standardsatz aufsagen:

„Wir stehen fest an der Seite Israels.“

Dann muss man genauer hinsehen.

Was sagen die Männer, an deren Seite Deutschland offenbar so fest stehen möchte, eigentlich über die Palästinenser?

Die Sprache der Entmenschlichung

Itamar Ben-Gvir: „30 oder 40 von ihnen jede Nacht“

Itamar Ben-Gvir ist kein Nobody. Er ist Israels Minister für nationale Sicherheit und damit Mitglied der Regierung von Benjamin Netanjahu. Am 16. August 2026 erklärte Ben-Gvir in einem Podcast, Israel solle jede Nacht gezielt 30 oder 40 Menschen im Gazastreifen töten.

„Man muss ihnen einen Preis abverlangen. Jeden Tag. 30 oder 40 von ihnen jede Nacht.“

Damit nicht genug. Ben-Gvir erklärte weiter, es gebe Menschen in Gaza, die es nicht verdienten zu leben. Als Beispiele nannte er unter anderem Menschen, die den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober gefeiert hätten. Israel müsse diese Menschen gezielt töten.

Nicht festnehmen. Nicht vor Gericht stellen. Töten.

Ben-Gvir sprach außerdem erneut davon, die palästinensische Bevölkerung Gazas zur Auswanderung zu bewegen. Die Idee einer „freiwilligen Emigration“ vertritt er seit Langem.

Das sind nicht die Worte eines anonymen Extremisten am Rande einer Demonstration. Das sagt ein Minister der israelischen Regierung.

Yoav Gallant: „Wir kämpfen gegen menschliche Tiere“

Auch der damalige israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant fand unmittelbar nach dem Terrorangriff der Hamas Worte, die aufhorchen lassen. Am 9. Oktober 2023 kündigte er die vollständige Abriegelung des Gazastreifens an:

„Kein Strom, keine Lebensmittel, kein Treibstoff.“

Dann folgte der Satz, der weltweit bekannt wurde:

„Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und wir handeln entsprechend.“

Gallant äußerte diese Worte im Zusammenhang mit der Ankündigung der vollständigen Belagerung Gazas. Später erklärte er, seine Formulierung habe sich auf die Hamas bezogen. Das ändert nichts daran, dass die Aussage im Kontext einer Maßnahme fiel, die die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens betraf.

Menschen als „menschliche Tiere“ zu bezeichnen, ist Entmenschlichung in ihrer reinsten sprachlichen Form.

Isaac Herzog: „Eine ganze Nation ist verantwortlich“

Noch deutlicher wurde Israels Staatspräsident Isaac Herzog am 12. Oktober 2023.

„Es ist eine ganze Nation da draußen, die verantwortlich ist.“

Herzog wandte sich ausdrücklich gegen die Behauptung, Zivilisten in Gaza hätten nichts mit den Ereignissen zu tun:

„Diese Rhetorik, dass Zivilisten nichts wussten, nicht beteiligt waren, ist absolut nicht wahr.“

Später betonte Herzog, seine Worte seien verkürzt beziehungsweise falsch interpretiert worden und er habe nicht die Absicht gehabt, Zivilisten zu legitimen Angriffszielen zu erklären.

Bezalel Smotrich: Gaza „vollständig zerstören“

Bezalel Smotrich ist Finanzminister Israels. Im Mai 2025 erklärte er bei einer Konferenz zur israelischen Siedlungspolitik:

„Gaza wird vollständig zerstört.“

Die Bevölkerung werde sich in einem kleinen Gebiet im Süden konzentrieren und von dort in großer Zahl in andere Länder ausreisen. Smotrich sprach auch an anderer Stelle offen über eine massive Verringerung der palästinensischen Bevölkerung Gazas. Bereits Ende 2023 hatte er erklärt, Israel solle die „freiwillige Migration“ der Bewohner Gazas fördern.

Wer Menschen durch Bombardierungen, Zerstörung und den Entzug ihrer Lebensgrundlagen zur Flucht treibt, kann anschließend kaum von ‚freiwilliger Migration‘ sprechen.

Benjamin Netanjahu und „Amalek“

Benjamin Netanjahu griff zu einer historisch und religiös hoch aufgeladenen Sprache. Am 28. Oktober 2023 sagte er:

„Ihr müsst euch daran erinnern, was Amalek euch angetan hat.“

Amalek ist in der hebräischen Bibel der Erzfeind Israels. Im ersten Buch Samuel findet sich der Befehl, Amalek vollständig zu vernichten – Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge. Netanjahus Büro erklärte später, der Ministerpräsident habe mit seiner Bezugnahme ausschließlich die Hamas und deren Terroristen gemeint. Auch Netanjahu selbst wies die Interpretation zurück, er habe damit zur Vernichtung der palästinensischen Bevölkerung aufgerufen.
Ein netter Versuch, Herr Netanjahu!

Warum aber verwendet ein Regierungschef mitten in einem Krieg gegen ein dicht besiedeltes Gebiet überhaupt eine biblische Vernichtungsmetapher?

Israel Katz: „Kein Strom und kein Wasser“

Israel Katz, heute israelischer Verteidigungsminister, schrieb bereits im Oktober 2023, damals als Energieminister:

„Humanitäre Hilfe für Gaza? Kein elektrischer Schalter wird eingeschaltet, kein Wasserhahn geöffnet und kein Tankwagen wird einfahren, bis die israelischen Entführten nach Hause zurückkehren.“

Damit wurde die Versorgung einer ganzen Bevölkerung ausdrücklich mit dem Verhalten der Hamas und der Freilassung der Geiseln verknüpft. Millionen Menschen wurden faktisch in Mithaftung genommen.

Einzelfälle?

Man könnte jede dieser Aussagen für sich relativieren. Man könnte erklären, sie sei im Zorn nach dem Massaker des 7. Oktober gefallen. Man könnte auf Übersetzungen, Zusammenhänge oder spätere Klarstellungen verweisen. Bei einem einzelnen Satz wäre das vielleicht überzeugend. Hier sprechen wir jedoch über Aussagen eines Ministerpräsidenten, eines Staatspräsidenten, eines Verteidigungsministers, eines Finanzministers, eines Energieministers und eines Ministers für nationale Sicherheit.

„Menschliche Tiere.“

„Eine ganze Nation ist verantwortlich.“

„Gaza wird vollständig zerstört.“

„30 oder 40 von ihnen jede Nacht.“

Hinzu kommen Forderungen nach Vertreibung oder „freiwilliger Emigration“ Hunderttausender Palästinenser.

Worte allein töten keine Menschen. Sie schaffen aber ein Klima, in dem ethische Grenzen verschoben werden können. Wer Menschen entmenschlicht, erleichtert es, ihnen Rechte abzusprechen. Deutschland kennt diese Mechanismen aus seiner eigenen Geschichte. Umso fragwürdiger ist die politische Antwort aus Berlin.

„Deutschland steht fest an der Seite Israels.“

Wer in Deutschland hat diesen Satz eigentlich gesagt? Und wie weit reicht diese Solidarität?

Schauen wir nach Berlin

Die Äußerungen israelischer Regierungsmitglieder sind bekannt. Die Zahl der Toten ebenfalls. Und Deutschland?

Deutschland steht an der Seite Israels.

Der Satz hat eine lange Vorgeschichte. Angela Merkel erklärte 2008 vor der Knesset, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen Staatsräson. Was ursprünglich die besondere historische Verantwortung Deutschlands für die Existenz und Sicherheit Israels ausdrücken sollte, entwickelte sich zunehmend zu einer politischen Formel, die kaum noch hinterfragt wird.

Auch Friedrich Merz hält daran fest. In seiner ersten Regierungserklärung als Bundeskanzler im Mai 2025 erklärte er:

„Existenz und Sicherheit des Staates Israel sind und bleiben unsere Staatsräson.“

Bei seinem Besuch in Israel im Dezember 2025 ging Merz noch weiter. Zur besonderen Beziehung zwischen Deutschland und Israel sagte er:

„Daran wird sich nach meinem festen Willen niemals etwas ändern.“

Niemals?

Politik sollte sich an Handlungen orientieren. Freundschaft auch. Wer einem Freund sagt, er werde unter allen Umständen zu ihm stehen, nimmt sich selbst die Möglichkeit, irgendwann eine Grenze zu ziehen. Wo liegt diese Grenze für die deutsche Bundesregierung?

Bei 20.000 getöteten Kindern?

Bei 50.000?

Bei einem israelischen Minister, der davon spricht, jede Nacht 30 oder 40 Palästinenser gezielt töten zu lassen?

Außenminister Johann Wadephul bezeichnete Israel noch im Juli 2026 vor einer Reise dorthin als „engen Freund und Partner“. Deutschland und Israel seien zudem durch eine „gegenseitige Sicherheitspartnerschaft verbunden“. Bereits im Januar hatte Wadephul erklärt, aus der deutschen Geschichte folge als zentrale Lehre das Einstehen für Existenz und Sicherheit Israels. Das gehöre zum „unveränderlichen Wesenskern“ der deutsch-israelischen Beziehungen.

„Unveränderlicher Wesenskern“… wenn ich so etwas schon höre! Was soll daran vernünftig sein, eine politische Haltung für „unveränderlich“ zu erklären? Politik muss auf Entwicklungen und auf das Handeln eines Partners reagieren können. Wer seine Haltung für unveränderlich erklärt, verabschiedet sich von dieser notwendigen Flexibilität. Freundschaft braucht Grenzen. Solidarität auch.

Immerhin: Die jüngsten Äußerungen Ben-Gvirs waren inzwischen selbst Berlin zu viel. Wadephul bezeichnete sie als „unsäglich und völlig inakzeptabel“. Über mögliche Sanktionen gegen Ben-Gvir will Deutschland nun innerhalb der Europäischen Union beraten. Bislang hatte Deutschland solche Sanktionen nicht unterstützt.

Die Frage bleibt: Wie viel muss eigentlich passieren, bis aus Worten Konsequenzen werden?

„Es gibt keinen Völkermord in Gaza“

Besonders fragwürdig und auch dümmlich fand ich eine Äußerung der CDU-Politikerin Franziska Hoppermann.

Sie erklärte Anfang August 2026:

„Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“

Kein Völkermord. Punkt.

Ein mit fragwürdiger Gewissheit ausgesprochener dämlicher Satz angesichts der Tatsache, dass die juristische Bewertung dieser Frage Gegenstand internationaler Verfahren und heftiger völkerrechtlicher Auseinandersetzungen ist. Ebenso bescheuert ist der zweite Teil der Aussage:

„Wir stehen an der Seite Israels.“

Wieder dieser Satz. Aber an der Seite welches Israels? An der Seite der Menschen in Tel Aviv, die gegen ihre eigene Regierung demonstrieren? An der Seite der Angehörigen israelischer Geiseln? Oder an der Seite einer Regierung, in der Minister sitzen, deren Aussagen ich zuvor dokumentiert habe? Das ist nicht dasselbe.

Und Benjamin Netanjahu?

Besonders deutlich wird der deutsche Spagat beim israelischen Ministerpräsidenten.

Gegen Benjamin Netanjahu besteht seit November 2024 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs. Deutschland ist Vertragsstaat des Römischen Statuts und gehört damit zu den Staaten, auf deren Unterstützung der Gerichtshof angewiesen ist.

Friedrich Merz hatte dennoch bereits nach seinem Wahlsieg 2025 deutlich gemacht, Netanjahu müsse Deutschland besuchen können. Bei seinem Israel-Besuch im Dezember 2025 wurde Merz erneut gefragt, ob er Netanjahu trotz des internationalen Haftbefehls nach Deutschland einladen werde. Seine Antwort:

„Wenn es die Zeit erlaubt, dann würde ich gegebenenfalls eine solche Einladung aussprechen.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Deutschland beruft sich gerne auf die „regelbasierte internationale Ordnung“. Deutschland unterstützt den Internationalen Strafgerichtshof. Deutschland fordert andere Staaten auf, internationales Recht einzuhalten. Und beim israelischen Ministerpräsidenten? Da wird darüber nachgedacht, ihn nach Deutschland einzuladen. „Regelbasiert“ – solange die Regeln die Richtigen treffen?

Es geht auch anders

Deutschland ist mit seiner Haltung nicht alternativlos. Spanien zeigt das. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez spricht ausdrücklich von einem „Genozid in Gaza“ und hat konkrete Konsequenzen gezogen. Spanien verhängte ein Waffenembargo gegen Israel: Rüstungsgüter dürfen grundsätzlich weder nach Israel exportiert noch aus Israel importiert werden. Zusätzlich verbot Spanien die Einfuhr von Waren, die in israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten produziert werden.
Chapeau, Herr Sánchez! Sie nennen in meinen Augen die Dinge beim Namen, und ziehen ethisch einwandfreie Konsequenzen – im Gegensatz zur US-amerikanischen oder deutschen Regierung. Lassen Sie sich weiterhin nicht einschüchtern!

Das Beispiel Spanien zeigt: Historische Verantwortung und politische Freundschaft schließen Konsequenzen nicht aus. Deutschland ringt dagegen immer noch mit der Frage, wo Solidarität endet und Gefolgschaft beginnt. Darin sehe ich das Problem der deutschen „Staatsräson“ um jeden Preis. Mehr als 20.000 getötete palästinensische Kinder! Zählen Sie mal langsam bis 21.289, Frau Hoppermann, und denken Sie bei jeder Zahl daran, es wäre Ihr eigenes Kind.

Die Sicherheit Israels zu schützen, ist das eine. Das Handeln jeder israelischen Regierung politisch mitzutragen, ist etwas völlig anderes.

An wessen Seite steht Deutschland?

Deutschland trägt eine besondere historische Verantwortung. Darüber gibt es für mich nichts zu diskutieren. Aus der deutschen Geschichte erwächst die Verpflichtung, jüdisches Leben zu schützen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Aber bedeutet historische Verantwortung politische Gefolgschaft gegenüber jeder israelischen Regierung? Ist Solidarität mit Israel dasselbe wie Solidarität mit Benjamin Netanjahu, Itamar Ben-Gvir oder Bezalel Smotrich? Kann man für das Existenzrecht und die Sicherheit Israels eintreten und gleichzeitig die Politik seiner Regierung entschieden verurteilen?

Natürlich kann man das. Man muss es.

Kritik an der israelischen Regierung ist keine Kritik an Juden. Israel ist nicht Netanjahu. Das Judentum ist nicht die israelische Regierung. Wer diese Unterschiede verwischt, verhindert eine sachliche Auseinandersetzung.

21.289 getötete Kinder verschwinden nicht durch das Wort „Staatsräson“. Aussagen über „menschliche Tiere“ werden nicht akzeptabler, weil sie von einem Vertreter eines befreundeten Staates stammen. Die Forderung, Nacht für Nacht 30 oder 40 Menschen zu töten, wird nicht weniger menschenverachtend, weil sie ein israelischer Minister ausspricht.

Deutschland muss sich entscheiden, was seine viel beschworene historische Verantwortung im 21. Jahrhundert bedeutet. Bedingungslose Gefolgschaft kann es nicht sein.

Die Frage lautet deshalb nicht, ob Deutschland an der Seite Israels stehen sollte. Die Frage lautet: An wessen Seite sollte Deutschland stehen?

An der Seite des Völkerrechts, der Menschenrechte und der Menschen, deren Leben es zu schützen gilt!
Nicht die Nationalität eines Menschen entscheidet darüber, ob sein Leben schützenswert ist. Nicht seine Religion. Nicht, ob er Israeli oder Palästinenser ist. Ein israelisches Kind ist nicht mehr wert als ein palästinensisches. Ein palästinensisches Kind nicht mehr als ein israelisches. Wer „Nie wieder“ ernst meint, sollte daraus eine universelle Lehre ziehen:

Nie wieder muss für alle gelten.


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Noch ein privates Anliegen
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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

https://www.amazon.de/s?k=uwe+froschauer+Corona+-+das+letzte+Kapitel+ist+noch+nicht+geschrieben&__

Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 61

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Die Story mit den aufopferungsvollen Spartanern, die bis zum ehrenvollen Krepieren abgemetzelt wurden, während sie das scharfe Schwert gegen ihre Feinde führten, fehlt noch in den Matrix-Medien. Denn die Ukraine ist das neue Sparta!

Und woher kam der Feind der frühen Verteidiger unseres ach so herrlichen Europas? Na? Na? Eben. Aus dem Osten! Heute wie damals die Kinderblut saufenden persischen Despoten und natürlich die asiatisch-russischen Horden, die ums Verrecken nicht klein bei geben wollen.

Seyed M. Marandi lenkt den Blick auch noch auf einen weiteren, nicht ganz unwesentlichen Aspekt: „Die Schuld der Iraner besteht darin, den Völkermord in Gaza nicht zu tolerieren – und genau das macht sie für westliche Eliten unerträglich.“

Das „hybrid“ in Verbindung mit Bedrohungen ist das Zauberwort, das alle verstummen lässt.

Wir leben zweifellos in Zeiten, in denen die Engstirnigkeit und die Kleingeistigkeit fürwahr unvorstellbare Ausmaße angenommen haben. „Hybrid“ ist so ein Begriff, mit dem die ganz große Mehrheit absolut nichts anfangen kann, außer dass er Unsicherheit und Angst erweckt. Dazu klingt er irgendwie kryptisch und gescheit.

Gleichzeit wird das flankiert von einer Selbstgerechtigkeit, Selbstherrlichkeit und Selbstverliebtheit in geradezu kosmischen Dimensionen. Da ist alles vollständig aus dem Ruder gelaufen. Die Mixtur des westlichen Zeitgeistes ist toxischer als jeder andere bekannte Stoff.

Der kriegstüchtige Putinhasser und/oder Klimahysteriker wärmt sich derweilen an den Bildern der Medien von Feuer und Rauch, wie an einem heimeligen Lagerfeuer. Einerlei ob das durch „unsere“ Vorwärtsverteidiger beim kannibalischem Russen verursacht wurde oder durch den Brüller mit der Selbstentzündung der Wälder aufgrund der Höllensommertemperaturen über 30 Grad. „Is wuaschd, wei eh ois g’logn is, wia oiwei.“

Die Deutschen gelten ja gemeinhin noch immer als gründlich und gar pedantisch. Im Guten, wie im Schlechten. Das mag ein Grund sein für die extrem abgedrehten Vorstellungen „der Guten™“. Für das Gute lassen „Die Guten™“, unter dem Beifall ihrer Gesinnungsgenossen, gerne töten. „Söiba sanns z’feig zum adrahn.“

Nur der Profit zählt im eigenen Land, nicht der Prophet.

Unser derzeit heiliges Buch ist ja das Grundgesetz. Deshalb scheint alles, was nervt, grundgesetzlich auch darin „verankert“ werden zu müssen. Vor kurzem sollten noch die voll diskriminierten woken Queeren durch eine Aufnahme ins grundgesetzliche Paragraphengeflecht geschützt werden.

Jetzt sind die nervigen Hundstage im Focus, weil Hochsommer mit über 30° und Schweißperlen überall. Wie können eigentlich die da in den Tropen überhaupt überleben? Nun soll das aus Hitzeschutzgründen und wegen Klima und wegen sonst was, mit einer grundgesetzlichen Erweiterung bekämpft werden. Dann wird alles gut.

Blöd nur, wenn man mit diesem Grundgesetz ansonsten umgeht, wie mit der Klolektüre. Die findet ja auch gerne anderweitig Verwendung, wenn’s mal wieder kein Klopapier gibt. „Gäh schaißn, heast!“

Nie den Junker aus Luxemburg mit seiner nett erzählten Geschichte von der Salami vergessen. Denn was wir hier scheibchenweise serviert bekommen, sind die Happen der unendlichen „Nachrichten“-Kackwurst, nach denen sich die Zeitgenossen zu richten haben. „Nua a so wissen d’Leit wos glam un dua miasn.“

Die Tomaten, die „die Guten™“ auf den Augen haben, sind dermaßen verfault, dass die ganze Erscheinung entsetzlich stinkt.

Ein ketzerischer Gedanke, gerade zum Gedenken an Hiroshima. Warum wird auch von Seiten der kritischen Geister ständig so maßlos übertrieben von einer menschengemachten Zerstörung des gesamten Planeten daher fantasiert? Das ist Hysterie, die der gleichen Hybris entsprungen ist, wie bei den Bösen. Andererseits ist doch wohl unbestritten, dass nur die rein kinetische Zerstörungswucht dieser Kernwaffen gigantisch ist. Die reicht zum Plattmachen von Millionenstädten allemal.

Gut, nun wird’s spekulativ. Was wäre, wenn die große Angstgeschichte von der mörderischen radioaktiven Strahlung durch die Atomspaltung auch nur eine riesige Lüge ist? Es ist sehr fundiert bestätigt, dass in Hiroshima und Nagasaki spätestens ein Jahr nach den Atomexplosionen keinerlei schädliche Strahlung mehr vorhanden war und der Wiederaufbau begann.

Auch die Anschauung rund um Tschernobyl zeigt, dass die Natur unbelastet gedeiht. Bad Gastein war Kurort wegen (!) seiner Radioaktivität. „Die Dosis macht das Gift“ wird hier aufs Hervorragendste bestätigt.

Wenn die ganz oben um die relative Harmlosigkeit der Strahlung wissen sollten, dann wird ein Atomkrieg nicht nur denkbar, sondern ist eine reale Option. Die Brand-, Spreng- und Napalm-Flächenbombardements im 2. Weltkrieg und danach waren ja auch nicht ohne in Sachen Einäscherung und Vernichtung. Manche Schwurbler und sogar offizielle Berichte bis in die 60er Jahre sprechen im Fall Dresden von rund 250.000 Toten (zehnmal so viel wie heute angegeben wird!). „Des is no mera wia do in Japan mi’m Atom. Da Churchill soi si g‘freit ham.“

„Wir haben ja sooo Angst!“

Von allen Seiten wird das uralte Angstscenario einer nicht erfassbaren Todesgefahr benutzt. Früher waren das böse Geister, dann böse Dinge in der Luft (z.B. Pest), dann böse Mikroorganismen, bis eben zu böser Strahlung. Mit dem Unsichtbaren, dem Nicht-Wahrnehmbaren kann man bestens Angst machen. Soooo billig.

Es werden dazu die wildesten Spekulationen aufgetürmt, wie ein möglicher nuklearer Winter. Da werden Annahmen getroffen, die einer vollkommen unbelegten Horrorvorstellung entspringen. Hauptsache apokalyptisch. Das sind Phantasiegebilde, die den Höllenbildern eines Hieronymus Bosch nacheifern.

Früher hieß das alles paradigmatisch „im Namen Gottes“, wohingegen heute alles „im Namen der Wissenschaft“ gelabelt wird. Dogmatisch sind beide, wiewohl die jeweiligen Ausgangspunkte durchaus noch tragfähig und wohlbegründet waren.

Am Ende gab’s dann die Moral. Nicht in Tüten, sondern in klugen Sprüchen.

Das „Imperium der Lügen“ will keine Beziehungen auf gegenseitigen Respekt, sondern es will die totale Vorherrschaft. Das gilt nach innen wie nach außen.

Um mal Lanz zu zitieren: „Das ist UnsereDemokratie“. Ganz konkret erklärt Franziska Hoppermann, CDU-Generalsekretärin, dem Pöbel: „Für die CDU Deutschlands ist ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza. Wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen Terror und Aggression.“

Da passt’s doch gut, dass der israelische Polizeiminister öffentlich verkündete, die Todesquote in Gaza ist nicht hoch genug. Daneben trieft dem Rambo-Zambo-Ratz-FAZ-Widerling Michael Martens das Blut aus den Mundwinkeln, bei der Frage nach effizienterer Hilfe zur Abschlachtung von Untermenschen der russischen Art. Ist das „nur“ Zynismus oder schon Satire? „Wia soi ma do nua an blädn G’spaß macha?“

Solche Frauen befeuern den Krisenherd! Solche Schwachköpfigen regieren (ruinieren?) das Land!

Noch was ganz anderes: Sind Sie auch auf den unfassbar aufgeblasenen Bohei um diese „Sonnenfinsternis“ reingefallen. Viele haben sich „blenden lassen“ (hihi) von der medialen Bombastomanie. So gesehen, ein Spiegel unserer Zeit. Zuerst überkandidelte und überwältigende Aufblasung von irgendwas und dann, in realiter nicht mehr als ein unbedeutendes kleines Nichts.

Die sog. „westliche Zivilisation“ ist ein Konstrukt aus Willfährigkeit, Arschkriecherei, Engstirnigkeit, Selbstherrlichkeit, Lüge, Betrug, Mord, Korruption und noch ein paar ähnlich gelagerten Eigenschaften. Und wie in einem Supersäure-Bad löst sich das alles nun unwiederbringlich in seine Bestandteile auf.

„Ich denke, also bin ich.“, war früher. Heute ist man wer, wenn man nicht denkt, sondern nur richtig nachplappert, oder einfach die Fresse hält. Mit Corona wurde es offenbar: Die meisten Menschen hängen ihre Mitmenschen sofort hin (oder gleich auf), sobald die Behörden ihnen einen vermeintlichen Grund dafür liefern. „Wann woa nuamoi s‘Milgram-Experiment? Wos hod des zoagt?“

Adam Smith, der Begründer der Nationalökonomie und ein Moralphilosoph der Aufklärung, schrieb: „Der niederträchtige Leitsatz der Herren der Welt lautete zu allen Zeiten: Alles für uns und nichts für andere.“ Doch inzwischen gilt dieser Leitspruch auch für den Großteil der Individuen in allen Gesellschaften. „Alles für mich und nichts für Dich.“

Roberto de Lapuente fragt nachdenklich: „Wann hat das begonnen, dass man so gar keine Rücksicht mehr auf den Nächsten nimmt, sich in den Mittelpunkt zu drängen als eine Art von Menschenrecht zu deklarieren?“

Ja, man kann’s nicht mehr hören, aber es stimmt eben so oft: Die Dosis macht das Gift!

„Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen.“ Hitler am 1.9.1939. Ebenfalls so ein bald anstehendes Datum. „Seit fünf Uhr fünfundvierzig wird jetzt zurückgeschossen!“

Die ewige Wiederkehr des Gleichen kündigt sich durch verwandte Botschaften an: „Die Russen haben nun schon auf Territorium von Nato-Ländern auch mit bereits regulären Militäreinheiten agiert.“ Dazu berichtet der Merkur über einen „Brisanten Geheimdienstbericht“: Putin plant „begrenzten“ NATO-Angriff. Und weiter: „Demnach wäre Moskau in der Lage, die 32 NATO-Mitglieder anzuvisieren, bevor diese ihre Streitkräfte ausreichend aufgerüstet haben.“

Der Lawrow, nach dem sicher in der Zukunft eine selbst gebastelte Drohne benannt werden wird, wie der Cocktail bei einem seiner berühmten Vorgänger, hat den Knall-Chargen in der EU mal Bescheid gegeben. Welt-TV berichtet darüber stolz wie Oskar: „Bundesregierung lässt die Drohung eiskalt abblitzen.“ Da hat man doch sofort das Bild eines lässigen Helden im Kopf, der einen lästigen Fussel mit den Fingerspitzen angewidert vom Jackett entfernt.

Der Spiegel, den Emmanuel Todd dem „Imperium der Lügen“ vorhält, ruft Gedanken an das Bildnis des Dorian Gray hervor: „Der Kommunismus war nicht nur Wirtschaftsform, sondern Glaube. Als er fiel, brach das ganze gesellschaftliche Gefüge Russlands zusammen. Heute steht der Westen an einem ähnlichen Punkt.“

Weisheiten zum Ende.

„Genderverflüssigte“ klingt doch viel besser als Transen. Das können sich die „mit ihrem wohlfeilen FCK AFD-Sticker“ wohlfühlig in ihren Wortschatz legen.

Vielleicht wird in fernerer Zukunft zu lesen sein: „Der Krieg von 2026 hat für immer alle Mythen um die größte Armee in der Geschichte der Galaxien zerstört.“

Habe di Ehre…

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel ist zuerst erschienen unter
https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-61/

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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

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Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

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Wehe, wenn die Klimapäpste Recht hätten

Die NATO rüstet mit CO2 gegen Russland auf

27. August 2026, von Albrecht Künstle

Wehe, wenn die Klimapäpste Recht hätten:

Die NATO rüstet mit CO2 gegen Russland auf

Was wäre eigentlich, wenn wirklich zutreffen würde, was die politmedialen Auguren der globalen “Eliten“ predigen, und die heißen Tage im Juli und August 2026 wirklich auf das Konto der „menschengemachten Klimakatastrophe“ gingen? Wenn sie also nicht einem immer dagewesenen knackigen Sommer geschuldet wären, der seinem Namen alle Ehre macht, sondern dem von uns verursachten CO2-Ausstoß anzurechnen wären? Dann müssten die, die uns jahrein – jahraus mehr klimasozialistische Zumutungen auferlegen, in beträchtlichen Erklärungsnöten stecken. Denn dort, wo es ihren Narrativen in den Kram passt, spielen Emissionen und CO2-Einsparungen plötzlich so gar keine Rolle mehr.

Ein aktuelles Beispiel, wie hunderttausende Tonnen CO2 (unnötig) in die Luft geblasen werden: Zwischen Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad an der Ostsee verläuft nicht nur eine Eisenbahn durch die sogenannte Suwalki-Lücke, ebenso kreuzen zwei Straßenverbindungen und eine Eisenbahnlinie zwischen Polen und Litauen diesen Korridor. Die wichtigste Verbindung ist dabei die Europastraße 67, genannt Via Baltica. Eigentlich ist die Suwalki-“Lücke” eine sinnwidrige Wortschöpfung, denn eine Lücke bedeutet Unterbrechung; aber unterbrochen ist hier nichts, jedenfalls keiner der Verkehrswege. Der rund 100 Kilometer lange und 65 km breite Korridor wurde vielmehr von der Politik und Militärs zu einem angeblichen taktischen Nadelöhr hochstilisiert, wie diese einschlägige Quelle eindrucksvoll aufzeigen dürfte.

Sperren, die vor allem CO2-Schleudern sind

Nicht nur diesen Korridor entlang werden nun Panzersperren mittels sogenannter „Drachenzähne“ errichtet. Dasselbe geschieht an der 200 Kilometer langen Grenze von Polen zu Kaliningrad hin – als ob in dieser kleinen russischen Exklave unzählige Panzer stationiert seien, die Europa jederzeit überrollen könnten. Darüber hinaus wird auch die polnische Grenze zu Belarus hin mit den hässlichen Barrieren ausgestattet. Aber vorliegend geht es weniger um die Vergewaltigung der Natur mit Panzersperren durch diese Neuauflage des Westwalls im Osten der NATO-Einflusszone – sondern es geht eben um diese ökologischen Folgen dieser paranoiden Infrastruktur, jedenfalls nach der Logik der Klimaalarmisten, die politisch fast immer identisch sind mit den blinden und russophoben Ukraine-Unterstützern: Die besagten “Drachenzähne“ sind nämlich berüchtigt als gewaltige CO2-Schleudern.

Diese Beton-Monstren mittlerer Dimension – es gibt sie in fünf Größen – wiegen jeweils 1,4 Tonnen. Sie werden im Abstand von rund zweieinhalb Metern aufgestellt, damit kein Panzer durchspazieren kann. Aber nicht nur in einer Reihe, sondern versetzt in bis zu drei Reihen tief (siehe Abbildung in dem bereits zitierten Bundeswehr-Beitrag). Doch rechnen wir einmal nur mit durchschnittlichen Zweierreihen: Auf insgesamt 700 Kilometern Länge des zu sichernden Grenzgebiets kommen somit 560.000 dieser Scheusale zusammen. Dafür werden 760.000 Tonnen Beton gegossen. Das entspricht einem Volumen von 327.000 Kubikmetern. In diesen sind rund 82.000 Tonnen Zement enthalten.

Bei der Herstellung einer Tonne Zement fallen rund 60 Prozent CO2 an, also knapp 600 Kilogramm. Der Grund wird hier ausgeführt: „Einerseits werden für den Brennvorgang, bei dem das Ausgangsmaterial Kalkstein zu (Zement-) Klinker gebrannt wird, sehr hohe Temperaturen benötigt (1.450°C). Dies führt zu einem hohen Brennstoffverbrauch und damit zu hohen energiebedingten Emissionen. Andererseits führt die chemische Reaktion beim Brennen zu einer Freisetzung von CO2, weil eine Entsäuerung des Kalksteins stattfindet. Zudem entstehen Emissionen durch den Stromverbrauch beim Mahlen und den Transport der Rohstoffe und der Endprodukte. In Summe ergibt sich ein durchschnittliches Treibhausgaspotential von 587 kg CO2-Äquivalenten pro Tonne Zement in Deutschland.

Wofür das alles?

Und dann sind diese Schwergewichte noch lange nicht an der Grenze platziert: Auf dem Weg von der Betonfabrik dorthin sind hunderte Tieflader im Dreischichtbetrieb viele Monate im Einsatz. Im Kofferraum eines klimafreundlichen Tesla fände nicht einmal einer diese Zähne Platz. Die polnischen Panzersperren an der Ostgrenze der NATO verursachen nach obiger Berechnung also allein in der Produktion 50.000 Tonnen CO2, plus weitere Emissionen bei Transport und Verlegung.

Was die Frage aufwirft: Wenn CO2 wirklich “Hitze” verursacht – wem soll hier eigentlich eingeheizt werden? Der Bevölkerung, die mehrheitlich schon längst nicht mehr an das Klimanarrativ glaubt? Wenigstens wird das CO2 hier im Westen produziert, nicht in Russland. Mich würde interessieren, was unser grüner Panzer-Toni Hofreiter zu diese Komplex meint, sofern er zu solchen Reflexionen intellektuell überhaupt fähig ist…

Und wofür das eigentlich alles? „Die bisher in Kaliningrad stationierten Verbände der russischen Landstreitkräfte haben … in der Ukraine schwere Verluste erlitten. Insgesamt sind die militärischen Ressourcen Russlands – trotz bedeutender Anstrengungen bei der Kriegswirtschaft und Rüstung – weiter abgebraucht worden. Die wichtigste Veränderung aber ist eine strategische: Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO 2023/24 haben sich die regionalen Kräfteverhältnisse und die Erstreckung der Ostflanke verändert,“ meldete die Bundeswehr am im Juli vergangenen Jahres. Sprich: Russland wurde konventionell geschwächt – und musste weiter „Federn lassen“.

Bereits 2023 beschloss die Bundesregierung die Aufstellung eines dauerhaft und in unmittelbarer Nähe zum Suwałki-Korridor stationierten Gefechtsverbands, der Panzerbrigade 45. Diese Burschen lungern jetzt nicht mehr in ihren dorthin transportierten Panzern rum, sondern verlegen mit dem Polen zusammen die „Drachenzähne“. Vielleicht freuen sich die Russen sogar darüber: Denn diese Panzersperren sind vom Baltikum aus Richtung Osten eine genauso effektive Hürde wie umgekehrt, da sie Panzer von allen Seiten stoppen können. Damit spart sich Putin die 9,7 Milliarden Euro, die Polen und die NATO gemeinsam für die neuen Zähne ausgeben. Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/wehe-wenn-die-klimapaepste-recht-haetten-die-nato-ruestet-mit-co2-gegen-russland-auf/ erschienen

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Stuttgart 21 und andere Katastrophen der Bahnplanung

22. August 2026, von Albrecht Künstle

Die wiederholten Verlängerungen der Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21 sind Anlass für diesen weiteren Artikel zum Thema Bahn. Ich habe oft schon zu diesem Komplex geschrieben, mich bisher aber über einige Hintergrunddetails zurückgehalten und lieber geschwiegen – weil ich befürchtete, dass kaum jemand mir abnehmen würde, dass ich auch auf diesem Gebiet ein ausgewiesener Kenner bin. 20 Jahre lang brachte ich mich als Mitglieder der Bürgerinitiative Bahn vor Ort und in der IG Bohr am Oberrhein aktiv in die Planung des Ausbaus der Oberrheinstrecke als komplexes Teilstück der Transversalen Bahnstrecke von Rotterdam bis Genua ein; ich war der Fachmann der Bürgerinitiative für die Berechnung von Betriebsabläufen, deren Streckenkonflikte, der schalltechnischen Ausbreitungsberechnung und Dimensionierung von Schallschutzmaßnahmen zuständig.

Ebenso arbeitete ich der beauftragten Kanzlei zu, die im Auftrag der angrenzenden Kommunen die Bahnplanung und deren Alternativen rechtlich begleitete. Dabei erwarb ich eine solide Kompetenz und viele Insider-Einblicke. Infolge dessen wurde mir sogar von den Projektverantwortlichen der Bahn eine Arbeitsaufnahme angeboten wurde, nachdem ich 2008 im Erörterungstermin einen transparenten Zug-Zeitlauf-Rechner und dessen Ergebnisse vorgestellt hatte. Anhand dessen konnte ich darstellen, an welchen Stellen die unterschiedlichen Zuggattungen bei welcher Geschwindigkeit Streckenkonflikte auslösen würden, die durch neue Gleisanlagen zu beheben wären.

Dies Ausführungen seien hier nur zum Nachweis dessen vorangestellt, dass ich weiß, wovon ich rede, und um den folgenden Ausführungen die angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Stuttgart 21 (S21) soll hier nicht verteidigt werden, im Gegenteil. Aber der Schuldige an der Misere ist in diesem Projekt nicht die Bahn. Sie wollte dieses Projekt gar nicht! Der Stuttgarter Kopfbahnhof war so leistungsfähig wie andere Kopfbahnhöfe in Deutschland auch. Nein, es war die Stadt Stuttgart, die ein Immobilienprojekt im Kopf und auf dem Reißbrett hatte, bei dem der bisherige Bahnhof im Weg war. Das Land Baden-Württemberg wollte diesem Prestigeprojekt ihrer Hauptstadt nicht nur nicht im Wege stehen, sondern beförderte es im Gegenteil noch. Und nolens, volens machten am Ende auch die Bahnplaner mit; sie hofften wohl, mit ihren „Nettigkeiten“ gegenüber den hauptverantwortlichen Initiatoren noch staatstragender zu werden.

Übrigens bestand durchaus auch ein finanzieller Anreiz für die Planung von teurem Schnickschnack – weil die Bahnplaner 18 Prozent der Bausumme erhalten. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Projekts S21 war von Anfang an trotz aller Schönrechnerei bestenfalls nur leicht positiv; es hätte also besser gar nicht realisiert werden sollen. Beschlossen wurde es trotzdem – und seit nunmehr bald drei Jahrzehnten wird versucht, es zu realisieren und irgendwann fertigzustellen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, ein studierter Mathematiker, saß übrigens als Mitglied in der Verhandlungskommission. Inzwischen wird geunkt, dass mit “Stuttgart 21“ gar nicht das Jahr 2021 gemeint gewesen, sondern 2100? Doch genug des Sarkasmus.

Das Tunneldesaster von Rastatt

Kommen wir an dieser Stelle von S21 nun zu einem anderen, bereits erwähnten Desaster. Ein bedeutender Teil des Ausbaus der Güterzugstrecke Rotterdam-Genua war deren Untertunnelung in Rastatt. Solche Tunnel sind heutzutage kein “Hexenwerk” mehr (auch wenn die Bohrmaschinen des heimischen Herstellers Herrenknecht nur weibliche Namen tragen…). Wir konnten damals mit der eingangs erwähnten Bürgerinitiative den Tunnel von seiner nördlichen Seite her besichtigen – wahrlich ein Paradebeispiel deutscher Ingenieurskunst. Doch der Teufel steckt im Detail:

Zwar können sich solche Monstren von zwei Seiten her durch härtestes Gebirgsstein fressen und sich in der Mitte fast zentimetergenau treffen; doch wie bohrt man einen Tunnel durch das Kiesgestein am Oberrhein? Das ist fast so wie einen Pudding an die Wand nageln. Die Lösung: Man muss ihn dazu einfrieren. Der Kies vor dem Bohrkopf wird mit riesigen Sonden fortlaufend vereist. Am Oberrhein haben wir die größten Grundwasserbestände in Europa. Hinter dem eingefrorenen Kies wird gebohrt und gleich dahinter werden die Tübbings eingesetzt, jene exakt nach dem Bogenverlauf der Röhre vorgefertigt gebogenen Betonteile, die dann hinter dem Bohrkopf von derselben gleichen Maschine eingesetzt werden – bevor der Kies wieder auftaut.

Wie kam es aber dazu, dass am 12. August 2017 die Oströhre einbrach und die darüber kreuzenden Gleise plötzlich ein Meter durchhängten? Näheres dazu siehe hier. Das Malheur passierte nur 52 Meter vor der Stelle, wo die gewaltige “Wühlmaus” eigentlich wieder das Tageslicht erblicken sollte. „Im Be-reich der Unterfahrung war mit einer bis zu −33 °C kalten Kühlflüssigkeit der Boden eingefroren worden, um ihn zu stabilisieren. Der Maschinenvortrieb auf einer Länge von 205 m in einem vollständig gefrorenen Eiskörper stellte ein Novum im maschinellen Tunnelbau dar“, wuschen die Experten ihre Hände in Unschuld. Ich dagegen hatte sofort einen anderen Verdacht: Weil es in den Monaten zuvor, vom Herbst 2016 bis Frühling 2017, sehr wenig geregnet hatte und der geringe Regenüberschuss im Sommer 2017 eigentlich noch nicht aufs Grundwasser durchgeschlagen sein konnte, rief ich einen befreundeten Hydrologen an.

Dieser recherchierte für mich, was ich geahnt hatte: Tatsächlich lag der Grundwasserstand einen halben Meter tiefer als in den Jahren zuvor. Das erscheint zwar nicht viel, aber bei einer Gradiente (Steigung) von 12 Promille am Einsturzort macht ein halber Meter über die die Länge fast 42 Meter aus – sprich: 10 Meter bis zur vorberechneten Stelle des fertigen Tunnels. Bei normalem Grundwasserstand hätte die Vereisung unter den beiden querenden Gleisen funktioniert; aber ohne ausreichendes Grundwasser gibt es kein Eis, auch wenn die Temperatur -100 Grad betragen hätte. Die Folge des Desaster: Die Tunnelbohrmaschine musste zuerst verschüttet und dann zubetoniert werden, um dem Bahnverkehr darüber wieder zu ermöglichen. Später musste sie wieder zusammen mit dem Beton herausgemeißelt werden, um den Tunnel fertigstellen zu können.

Riesiger Vertrauensverlust

Meine Erkenntnisse der Ursache der Havarie stellte ich großen Printmedien zur Verfügung, erhielt aber leider keine Rückmeldung. Entweder hatte man dort kein Interesse, meinen Indizien weiter nachzugehen – oder man  tat es, wurde jedoch – gegen viel Geld oder unter Verweis auf was auch immer? – von interessierter Stelle zum Schweigen gebracht (ein paar Tausender fallen bei einer Milliarde Schadensumme alleine bei den Eisenbahnunternehmen, plus den Kosten eines Tunnelbohrkolosses und Betonspecht-Arbeiten, kaum ins Gewicht). Ins Gewicht fiel aber das verloren gegangene Vertrauen in die Fachkompetenz von Experten aller Beteiligten wie auch in die Aufklärungsbereitschaft von Politik und „Qualitätsmedien“; der Nord-Stream-Anschlag lässt grüßen…

Abschließend noch ein Beispiel, das Kopfschütteln auslösen müsste: Sicher haben Sie, liebe Leser, als Bahnreisende schon festgestellt, wie beängstigend hoch die Lärmschutzwände auch entlang von Bahnhöfen sind. Die Anwohner klagen zunehmend, dass für sie die Sonne später aufgeht und früher unter, und dass willkommene Luftbewegung verhindert wird, vor allem im Sommer. Lärmschutzwände werden in ihrer Höhe berechnet – und gebaut – entsprechend den Schallemissionen der Anzahl verschiedener Züge und deren Geschwindigkeit. Dabei wird jedoch nach Vorschriften verfahren, die faktisch längst überholt sind: Anhaltende Züge verursachen im Stillstand kaum Lärm, und beim Herunter- und Anfahren viel weniger, als wenn ein Zug mit gleicher Geschwindigkeit durchfährt. Beim Erlass der Berechnungsvorschrift im letzten Jahrhundert kam man überein, zum Ausgleich des geringen Lärms haltender Züge das Türenknallen der alten Waggons gegenzurechnen.

Doch jetzt knallen die Türen nicht mehr, aber trotzdem werden diese Lärmschutzmonstren – die teilweise höher sind als damals die Berliner Mauer  – so berechnet, als ob alle Züge mit der geltenden Streckengeschwindigkeit durchrasen, die meist viel höher liegt als die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten. Die zu hohen Lärmschutzwände in Bahnhofsbereichen sind für alle ein Ärgernis und kosten uns Steuerzahler viel Geld. Und: Sie werden nicht von der Bahn bezahlt, sondern aus dem Bundeshaushalt. Abgeordnete und das Verkehrsministeriums machte ich auf dieses anachronistische Relikt aufmerksam; ich habe aber erhebliche, Zweifel ob sich etwas ändert.

Ich könnte die Beispiele fortsetzen, etwa mit der Bahnplanung für den Ausbau der Rheintalbahn fast vor der Haustüre, die einen ebenfalls verzweifeln lässt, weil sie mit den geänderten verkehrspolitischen Parametern nicht kompatibel ist und unnötig viel Zeit und Geld kostet. Aus dem Projektbegleitung der Rheintalbahn zog ich mich zurück, weil mir die 20 Jahre zu viele schlaflose Nächte bereitet hatten. Häme liegt mir dabei fern; es ist mehr eine tiefe Enttäuschung über unser Land. Meine Erkenntnis über den Zustand der Bahn: Ich würde inzwischen sagen, sie ist das Spiegelbild Deutschlands. Nichts läuft mehr rund. Ob die neue Bahnchefin und der neue Verkehrsminister die Wende schaffen? Wohl eher nicht, wenn man an das abschreckende Beispiel der Bundesregierung und Friedrich Merz denkt…

Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/stuttgart-21-und-andere-katastrophen-der-bahnplanung/ erschienen.

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Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

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Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

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Klimalüge und Klimadiktatur?Teil 6: CO₂ und der Treibhauseffekt


1. Was bedeutet Treibhauseffekt?

Bevor man darüber streitet, wie stark Kohlendioxid das Klima beeinflusst, sollte zunächst geklärt werden, worüber überhaupt gesprochen wird. Der Begriff „Treibhauseffekt“ klingt zunächst einfacher, als die dahinterliegenden physikalischen Vorgänge tatsächlich sind.

Die Erde erhält den größten Teil ihrer Energie von der Sonne. Diese Energie erreicht die Erdatmosphäre überwiegend als kurzwellige Strahlung – vor allem als sichtbares Licht, daneben als ultraviolette und infrarote Strahlung. Ein Teil wird bereits von Wolken, Luftteilchen, Eis oder hellen Oberflächen zurück ins Weltall reflektiert. Ein anderer Teil durchdringt die Atmosphäre und trifft auf Landflächen und Ozeane.

Dort wird ein Teil der Strahlungsenergie aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Ein einfaches Alltagsbeispiel macht das anschaulich: Ein schwarzes Auto, das im Sommer längere Zeit in der prallen Sonne steht, heizt sich in der Regel stärker auf als ein vergleichbares weißes Auto. Dunkle Oberflächen nehmen einen größeren Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung auf, während helle Oberflächen mehr davon reflektieren. Ähnliches geschieht an der Erdoberfläche: Je nachdem, ob Sonnenstrahlung beispielsweise auf dunklen Boden, Wald, Wasser, hellen Sand, Schnee oder Eis trifft, wird unterschiedlich viel Strahlung aufgenommen beziehungsweise zurückgeworfen. Die aufgenommene Energie erwärmt die Oberfläche. Diese gibt anschließend Wärme an die darüberliegende Luft ab und sendet zugleich Energie als Infrarotstrahlung aus.

Die erwärmte Erde behält diese Energie jedoch nicht. Wie jeder Körper mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunkts gibt auch sie Energie als Strahlung ab. Weil die Erde wesentlich kühler ist als die Sonne, geschieht dies hauptsächlich in Form langwelliger Infrarotstrahlung. Infrarotstrahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar und wird häufig vereinfacht als Wärmestrahlung bezeichnet.

Nun kommen die sogenannten Treibhausgase ins Spiel. Die wichtigsten infrarotaktiven Bestandteile der Atmosphäre – darunter Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und Lachgas – besitzen die Eigenschaft, bestimmte Wellenlängen dieser von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung aufzunehmen. „Bestimmte Wellenlängen“ bedeutet vereinfacht: Sie reagieren nicht auf die gesamte Wärmestrahlung gleichermaßen. Man kann es sich ein wenig wie verschiedene Radiosender vorstellen: Ein Empfänger reagiert nur auf bestimmte Frequenzbereiche. Ähnlich besitzen unterschiedliche Moleküle bestimmte Bereiche des Infrarotspektrums, in denen sie Strahlungsenergie besonders gut aufnehmen können.

Ein CO₂-Molekül ist allerdings kein winziger Wärmespeicher, der einmal eingefangene Energie für immer festhält. Die aufgenommene Energie kann auf unterschiedliche Weise weitergegeben werden: durch Zusammenstöße mit anderen Luftmolekülen oder durch erneute Abgabe als Infrarotstrahlung. Diese Abstrahlung besitzt keine bevorzugte Richtung – sie kann nach oben, zur Seite oder auch nach unten erfolgen, wobei nach unten gerichtete Infrarotstrahlung wiederum von der Erdoberfläche aufgenommen werden kann.

Damit wird ein Teil des Energieflusses innerhalb der Atmosphäre immer wieder aufgenommen, weitergegeben und erneut abgestrahlt. Die Abgabe von Energie ins Weltall erfolgt dadurch anders, als sie es bei einer Atmosphäre ohne infrarotaktive Gase tun würde.

Das ist, stark vereinfacht, der physikalische Kern des natürlichen Treibhauseffekts.

Der Begriff selbst kann allerdings in die Irre führen. Ein echtes Gewächshaus wird nämlich nicht hauptsächlich dadurch warm, dass Glas Wärmestrahlung „zurückhält“. Es verhindert vor allem, dass erwärmte Luft aufsteigt, sich mit kälterer Außenluft vermischt und dadurch Wärme abtransportiert wird. Die Atmosphäre funktioniert anders. Energie wird nicht einfach „eingesperrt“ wie beim Gewächshaus. Beim atmosphärischen Treibhauseffekt geht es wesentlich um Strahlungsübertragung und Energieflüsse. Nochmals vereinfacht gesagt: Sonnenenergie gelangt zur Erde, erwärmt die Oberfläche und wird von dieser wieder als Wärmestrahlung nach oben abgegeben. Treibhausgase können einen Teil dieser Strahlung aufnehmen und anschließend wieder in verschiedene Richtungen abgeben – nach oben, aber auch zurück in Richtung Erdoberfläche. Dadurch verändert sich der Weg, auf dem die aufgenommene Energie schließlich wieder ins Weltall gelangt. Der Name „Treibhauseffekt“ ist also ein mental anschauliches Bild, aber keine genaue Beschreibung des physikalischen Vorgangs.

Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre Leben in der heutigen Form kaum möglich. Häufig wird angegeben, dass die globale Mitteltemperatur der Erdoberfläche ohne diesen Effekt bei ungefähr minus 18 Grad Celsius statt bei rund plus 15 Grad läge. Diese rund 33 Grad sollte man allerdings nicht so verstehen, als könne man sie einem einzelnen Gas zuschreiben. Sie ergeben sich aus dem Zusammenspiel der Atmosphäre mit Wasserdampf, Wolken, CO₂ und anderen Gasen sowie der Erdoberfläche.

Bis hierher besteht auch noch wenig Anlass für einen Grundsatzstreit. Dass CO₂ bestimmte Bereiche der Infrarotstrahlung absorbiert, ist experimentell nachweisbare Molekülphysik. Die eigentliche Auseinandersetzung beginnt einen Schritt später.

Aus der Feststellung, dass ein CO₂-Molekül Infrarotstrahlung aufnehmen kann, folgt noch nicht unmittelbar, um wie viele Grad sich die globale Durchschnittstemperatur verändert, wenn die CO₂-Konzentration beispielsweise von 280 auf 420 oder von 420 auf 560 ppm steigt. Dafür muss betrachtet werden, wie das gesamte Klimasystem darauf reagiert. Und dort begegnet man wieder Wolken, Ozeanen, Temperaturunterschieden in der Atmosphäre und vor allem einem Stoff, der in der öffentlichen CO₂-Diskussion häufig wesentlich weniger Aufmerksamkeit erhält: dem Wasser.

Wasserdampf ist selbst ein stark wirksamer Bestandteil des natürlichen Treibhauseffekts und kommt in der Atmosphäre – je nach Ort, Höhe und Wetterlage – in erheblich größeren – und zugleich stark schwankenden – Konzentrationen vor als CO₂.

Damit stellt sich die nächste Frage: Welche Rolle spielt Wasserdampf tatsächlich – und warum wird er in der etablierten Klimaphysik überwiegend als Rückkopplung behandelt, während CO₂ als langfristiger Antrieb gilt?

2. Wasserdampf – Mitspieler oder Hauptakteur

Wenn über Treibhausgase gesprochen wird, steht fast immer CO₂ im Mittelpunkt. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass Wasserdampf das häufigste Treibhausgas der Atmosphäre ist und einen erheblichen Anteil am natürlichen Treibhauseffekt hat. Eine NASA-Auswertung veranschlagt den direkten Beitrag von Wasserdampf zum gegenwärtigen natürlichen Treibhauseffekt auf ungefähr 50 Prozent, Wolken auf weitere rund 25 Prozent und CO₂ auf etwa 20 Prozent. Diese Werte lassen sich wegen überlappender Absorptionsbereiche – dieser Begriff wird später erklärt – nicht exakt benennen, zeigen aber die Größenordnung.

Schon die Mengenverhältnisse fallen ins Auge. CO₂ liegt heute bei etwas mehr als 420 ppm, also gut 0,04 Prozent der trockenen Luft. Wasserdampf schwankt dagegen sehr stark: Über trockenen und kalten Regionen ist nur wenig davon vorhanden, in warmer und feuchter Luft kann sein Anteil mehrere Prozent erreichen. Einen einzigen weltweit gültigen Wasserdampfwert gibt es deshalb nicht.

Michael Limburg, Diplom-Ingenieur für Mess-, Regelungs- und Elektrotechnik und Vizepräsident von EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie e. V.) setzt an diesem Mengenunterschied an. In einem Vortrag von 2026 stellt er beispielsweise einem Wasserdampfanteil von 1,5 Volumenprozent einen CO₂-Anteil von etwa 0,042 Prozent gegenüber. Bei diesen Beispielwerten wäre Wasserdampf mengenmäßig rund 36-mal häufiger vorhanden als CO₂. Daraus leitet Limburg die Frage ab, ob CO₂ tatsächlich die ihm zugeschriebene herausragende Rolle als Klimatreiber besitzen könne.

Die Frage ist zunächst nachvollziehbar. Die Schlussfolgerung „36-mal mehr Moleküle bedeuten 36-mal mehr Klimawirkung“ wäre physikalisch allerdings nicht zulässig. Denn bei Treibhausgasen entscheidet nicht allein die Zahl der Moleküle, sondern auch, welche Bereiche der Infrarotstrahlung sie aufnehmen und wie stark sie dort wirken. Man kann sich diese Bereiche vereinfacht wie unterschiedliche Schlösser vorstellen: Nicht jeder Schlüssel passt in jedes Schloss – manche Schlüssel passen aber zu mehreren. Ähnlich absorbieren Wasserdampf und CO₂ unterschiedliche, teilweise jedoch auch dieselben Bereiche der Infrarotstrahlung. Hinzu kommt, in welcher Höhe und Verteilung die Gase in der Atmosphäre vorkommen.

Wasserdampf – seine Rolle im Treibhauseffekt

Wasserdampf ist selbst ein bedeutendes Treibhausgas. Seine Bedeutung ergibt sich also nicht allein aus seiner wesentlich höheren und stark schwankenden Konzentration, sondern auch daraus, dass seine Moleküle Wärmestrahlung aufnehmen und wieder abgeben können.

Limburgs Ausgangspunkt ist in meinen Augen deshalb außerordentlich wichtig: Wasser darf bei der Betrachtung des Treibhauseffekts keinesfalls zur Nebensache werden.

Damit drängt sich eine naheliegende Frage auf: Wenn Wasserdampf selbst ein bedeutendes Treibhausgas ist und in wesentlich höheren Konzentrationen vorkommt als CO₂, warum steht dann ausgerechnet Kohlendioxid im Mittelpunkt der Klimadebatte?

Die Antwort der etablierten Klimaphysik liegt weniger in der unmittelbaren Treibhauswirkung der beiden Gase als in ihrer unterschiedlichen Rolle bei längerfristigen Temperaturveränderungen. Vereinfacht gesagt wird CO₂ dabei eher als Antrieb betrachtet, Wasserdampf dagegen vor allem als Verstärker einer bereits begonnenen Erwärmung. Antrieb bedeutet dabei vereinfacht: Etwas stößt eine Veränderung an; ein Verstärker setzt erst danach ein und vergrößert diese Veränderung.

Der Grund liegt unter anderem in ihren unterschiedlichen Eigenschaften. Wasser kann unter den Bedingungen der unteren Atmosphäre kondensieren. Aus Wasserdampf entstehen Wassertröpfchen oder Eiskristalle; schließlich gelangt Wasser als Regen oder Schnee wieder zur Erdoberfläche. Seine Konzentration in der Atmosphäre kann deshalb innerhalb kurzer Zeit erheblich schwanken. CO₂ verhält sich anders: Unter normalen atmosphärischen Bedingungen fällt es nicht einfach als Niederschlag wieder aus und kann sich deshalb über wesentlich längere Zeiträume in der Atmosphäre verteilen.

Daraus leitet die etablierte Klimaphysik folgende Erklärung ab: Steigt die Temperatur zunächst aus einem anderen Grund – beispielsweise durch eine Veränderung der Strahlungsbilanz –, kann mehr Wasser verdunsten. Gleichzeitig kann wärmere Luft grundsätzlich mehr Wasserdampf enthalten. Dieser zusätzliche Wasserdampf verstärkt wiederum den Treibhauseffekt und damit die bereits begonnene Erwärmung. Das bezeichnet man – wie an anderer Stelle bereits ausgeführt – als positive Rückkopplung. „Positiv“ bedeutet dabei nicht „gut“, sondern lediglich verstärkend.

Ein Mikrofon vor einem Lautsprecher liefert dafür ein anschauliches, wenn auch vereinfachtes Bild: Am Anfang steht ein Ton – er entspricht in diesem Vergleich dem ursprünglichen Antrieb. Das Mikrofon nimmt diesen Ton auf, das Signal wird verstärkt und über den Lautsprecher wieder ausgegeben. Gelangt ein Teil dieses verstärkten Schalls erneut zum Mikrofon, wird er abermals verstärkt. Diese Rückkopplung entspricht hier dem Verstärker. Wiederholt sich der Vorgang, kann sich das Signal immer weiter aufschaukeln – bis hin zum schrillen, ohrenbetäubenden Pfeifton.
Ähnlich ist mit einer positiven Rückkopplung im Klimasystem gemeint, dass eine ursprüngliche Veränderung einen weiteren Prozess auslöst, der die erste Veränderung zusätzlich verstärkt.

Der IPCC bewertet die Rückkopplung durch Wasserdampf als einen wesentlichen Verstärkungsmechanismus des Klimasystems. Zusammen mit der Veränderung des Temperaturverlaufs zwischen Erdoberfläche und höheren Luftschichten liefert sie nach seiner Einschätzung den größten einzelnen positiven Rückkopplungsbeitrag. Beobachtungen zeigen zudem, dass die atmosphärische Feuchtigkeit bei einer Erwärmung grundsätzlich zunimmt.

Die etablierte Klimaforschung betrachtet Wasserdampf also keineswegs als unbedeutend. Der eigentliche Streitpunkt ist die Gewichtung: CO₂ wird als längerfristiger Antrieb behandelt, Wasserdampf überwiegend als darauf reagierender Verstärker. Diese Gewichtung stellt Michael Limburg infrage. Er rückt Wasserdampf zusammen mit der Sonneneinstrahlung wesentlich stärker in den Vordergrund und bezweifelt, dass dem vergleichsweise seltenen CO₂ jene dominante Rolle zukommt, die ihm in der gegenwärtigen Klimadebatte zugeschrieben wird. Den Ausführungen von Michael Limburg kann ich wesentlich mehr Wahrheitsgehalt abgewinnen, zumal die Bezeichnung des Wasserdampfs als „verstärkende“ Rückkopplung noch nicht beantwortet, wie groß seine tatsächliche Bedeutung im Zusammenspiel von Temperatur, Wolken, Verdunstung und Niederschlag ist. All diese Prozesse müssen berücksichtigt werden, wenn die zusätzliche Wirkung von CO₂ abgeschätzt werden soll.

Damit führt die Betrachtung des Wasserdampfs unmittelbar zur nächsten Frage: Wenn Wasserdampf bereits große Bereiche der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung absorbiert und sich seine Absorptionsbereiche teilweise mit denen des CO₂ überschneiden, wie viel zusätzliche Wirkung bleibt dann überhaupt noch für CO₂ – und wie stark kann diese die Erde tatsächlich erwärmen? Gibt es Bereiche, in denen die Wirkung des CO₂ bereits weitgehend ausgeschöpft ist? Oder führt jede weitere Erhöhung seiner Konzentration zu einer zusätzlichen Veränderung der Strahlungsbilanz – und damit letztlich auch der Temperatur?

3. Ist die CO-Wirkung irgendwann „gesättigt“?

Damit bin ich bei einer Frage, die zunächst einfach klingt: Wenn Wasserdampf bereits einen erheblichen Teil der von der Erde abgegebenen Wärmestrahlung aufnimmt und CO₂ zusätzlich in bestimmten, teilweise gleichen Bereichen wirkt – wie viel Wärmestrahlung bleibt dann überhaupt noch übrig, auf die zusätzliches CO₂ Einfluss nehmen kann?

Hier fällt in der Klimawissenschaft häufig der Begriff Sättigung. Stellen Sie sich vor, Sie möchten einen Raum abdunkeln und kleben dafür eine leicht getönte Folie auf das Fenster. Die erste Lage reduziert den Lichteinfall deutlich. Eine zweite verdunkelt den Raum weiter, aber der zusätzliche Effekt ist bereits geringer. Bei vielen übereinanderliegenden Folien macht eine weitere Lage schließlich nur noch einen kleinen Unterschied. Übertragen auf CO₂ lautet die Frage: Gibt es Wellenlängenbereiche, in denen bereits so viel der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung absorbiert wird, dass zusätzliche CO₂-Moleküle dort kaum noch etwas verändern können?

Ja, solche stark gesättigten Bereiche gibt es. CO₂ kann nicht jede von der Erde abgegebene Wärmestrahlung gleichermaßen aufnehmen, sondern reagiert besonders stark auf bestimmte Wellenlängenbereiche. Einen solchen Bereich bezeichnet man als Absorptionsband.

In einem Teil dieses Absorptionsbandes ist die Wirkung bereits sehr stark: Dort befinden sich auf dem Weg der Strahlung durch die Atmosphäre genügend CO₂-Moleküle, sodass ein sehr großer Teil der betreffenden Wärmestrahlung aufgenommen wird. Zusätzliches CO₂ kann in diesem bereits weitgehend gesättigten Bereich deshalb vergleichsweise wenig verändern.

Die Ränder eines solchen Absorptionsbandes darf man sich allerdings nicht räumlich vorstellen. Gemeint sind also nicht etwa die Ränder einer CO₂-Schicht in der Atmosphäre, sondern benachbarte Wellenlängen der Infrarotstrahlung. Innerhalb des Absorptionsbandes ist die Aufnahme unterschiedlich stark: Im Zentrum werden bestimmte Wellenlängenbereiche der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung besonders stark absorbiert, während die Absorption an den Rändern schwächer ist.

Kommt zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre, verändert sich deshalb im bereits stark gesättigten Zentrum vergleichsweise wenig. An den weniger gesättigten Randbereichen kann zusätzliches CO₂ dagegen noch weitere Infrarotstrahlung aufnehmen.

Sättigung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass zusätzliches CO₂ überhaupt keine weitere Wirkung mehr besitzt. Nach der etablierten Strahlungsphysik nimmt vielmehr der zusätzliche Effekt mit steigender CO₂-Konzentration ab – er verschwindet aber nicht einfach.

Das ist der Grund, weshalb die etablierte Klimaphysik nicht von einer linearen, sondern näherungsweise von einer logarithmischen CO₂-Wirkung ausgeht. Das klingt komplizierter, als es ist: Eine Verdoppelung von beispielsweise 280 auf 560 ppm erzeugt ungefähr denselben zusätzlichen Strahlungsantrieb wie eine weitere Verdoppelung von 560 auf 1.120 ppm. Dieser zusätzliche Strahlungsantrieb führt nach der etablierten Klimaphysik wiederum zu einer zusätzlichen Erwärmung. Für denselben zusätzlichen Effekt benötigt man also immer mehr CO₂. Der IPCC berücksichtigt diesen abnehmenden zusätzlichen Effekt.

Limburgs Einwand

Michael Limburg und andere Kritiker setzen an diesem Sättigungseffekt an, ziehen daraus aber eine wesentlich weitergehende Schlussfolgerung. Auf EIKE wurde die Auffassung vertreten, der CO₂-Treibhauseffekt sei bereits bei deutlich niedrigeren Konzentrationen weitgehend „ausgereizt“ gewesen. Weiteres CO₂ könne demnach nur noch wenig zusätzliche Erwärmung bewirken. Limburg stellt zudem die Bedeutung des Wasserdampfs und der Wolken gegenüber CO₂ stärker heraus.

Damit stehen sich zwei Aussagen gegenüber, die man sauber auseinanderhalten sollte.

Die erste: Teile der CO₂-Absorption sind tatsächlich stark gesättigt. Das ist kein Außenseiterargument, sondern wird auch vom IPCC beschrieben.

Die zweite: Daraus folge, dass zusätzliches CO₂ heute praktisch keine relevante Erwärmungswirkung mehr besitzen könne. Diese weitergehende Schlussfolgerung wird von der etablierten Klimaphysik bestritten. Sie verweist auf die weniger gesättigten Randbereiche der Absorptionsbanden und zusätzlich auf die Höhe in der Atmosphäre, aus der Wärmestrahlung letztlich ins Weltall entweichen kann. Sie begründet die weitere Wirkung zusätzlichen CO₂ unter anderem damit, dass die Atmosphäre nach oben dünner und kälter wird. Mehr CO₂ führt nach dieser Erklärung zunächst dazu, dass etwas weniger Wärmestrahlung ins Weltall entweicht. Dadurch nimmt das Klimasystem vorübergehend mehr Energie auf, als es abgibt, und erwärmt sich. Da ein wärmerer Körper mehr Energie abstrahlt als ein kälterer, steigt mit der Temperatur auch die Abstrahlung ins Weltall – bis sich Aufnahme und Abgabe von Energie wieder ausgleichen. Das neue Gleichgewicht liegt nach dieser Theorie bei einer höheren Temperatur.

Damit ist allerdings noch nicht beantwortet, wie groß diese zusätzliche Erwärmung tatsächlich ausfällt. Dass zusätzliches CO₂ trotz teilweise gesättigter Absorptionsbereiche weiterhin eine Wirkung haben kann, ist das eine. Wie viele Zehntel oder ganze Grad daraus entstehen, ist eine andere Frage – denn dabei spielen wiederum Wasserdampf, Wolken, Ozeane und weitere Rückkopplungen eine Rolle. Ja, komplex und nicht einfach zu verstehen, ich weiß!

Der IPCC berechnet für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration zunächst einen zusätzlichen Strahlungsantrieb von knapp vier Watt pro Quadratmeter. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieser Wert, wie stark sich dadurch die Energiebilanz der Erde verändert.

4. Von Watt pro Quadratmeter zu Grad Celsius

Wie werden aus knapp vier Watt pro Quadratmeter schließlich die häufig genannten rund drei Grad Erwärmung? Was davon ergibt sich unmittelbar aus der Strahlungsphysik – und was erst aus der Reaktion des gesamten Klimasystems?

Zunächst muss man zwei Größen auseinanderhalten: Watt pro Quadratmeter beschreibt einen Energiefluss, Grad Celsius eine Temperatur. Das eine lässt sich deshalb nicht einfach in das andere umrechnen.

Der IPCC geht davon aus, dass eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration die Energiebilanz der Erde um knapp vier Watt pro Quadratmeter verändert. Würde man vereinfacht nur die unmittelbare Reaktion auf diese Veränderung betrachten und weitere Rückkopplungen zunächst außer Acht lassen, ergäbe sich eine Erwärmung von etwas mehr als einem Grad Celsius.

Wie werden daraus die häufig genannten rund drei Grad?

Hier kommen die Rückkopplungen ins Spiel. Erwärmt sich die Erde, kann beispielsweise mehr Wasser verdunsten. Der zusätzliche Wasserdampf verstärkt nach etablierter Klimaphysik die Erwärmung. Schmelzen Schnee und Eis, kommen dunklere Flächen zum Vorschein, die mehr Sonnenenergie aufnehmen. Hinzu kommen Veränderungen der Wolken, deren Wirkung komplizierter ist, weil sie je nach Art, Höhe und Situation sowohl kühlend als auch erwärmend wirken können.

Der IPCC berücksichtigt diese und weitere Prozesse und kommt für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration langfristig auf eine Schätzung von etwa drei Grad Erwärmung. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen exakt feststehenden Wert; der IPCC nennt eine wahrscheinliche Bandbreite von 2,5 bis 4 Grad Celsius.

Darin liegt der für mich als Skeptiker interessante Punkt: Die strahlungsphysikalische Wirkung des CO₂ ist das eine. Wie stark Wasserdampf, Wolken, Eis und andere Prozesse diese Wirkung anschließend verstärken oder abschwächen, ist das andere.

Zwischen „CO₂ nimmt Infrarotstrahlung auf“ und „eine Verdoppelung des CO₂ führt zu rund drei Grad Erwärmung“ liegen also mehrere weitere Schritte. Sie beruhen auf physikalischen Erkenntnissen, Beobachtungen, Rekonstruktionen und Modellrechnungen – und sind mit Unsicherheiten verbunden.

Eine gewichtige Frage lautet deshalb: Wie zuverlässig lassen sich diese Rückkopplungen bestimmen? Doch bevor aus Messungen, Berechnungen und Modellen Aussagen über Zehntelgrade oder ganze Grade abgeleitet werden, stellt sich noch eine viel grundlegendere Frage: Wie zuverlässig lässt sich die globale Temperatur überhaupt bestimmen?

Denn eine „Temperatur der Erde“ kann man nicht einfach an einem einzigen Thermometer ablesen. Sie entsteht aus unzähligen Messungen an Land und auf See, aus unterschiedlichen Messverfahren und aus statistischen Auswertungen.

Damit komme ich zu einem weiteren Punkt, der für die Klimadebatte von erheblicher Bedeutung ist:

5. Wie misst man die Temperatur der Erde?

Wenn von einer künftigen globalen Erwärmung um 1,2, 1,5 oder vielleicht 2 Grad gesprochen wird, entsteht der Eindruck, die „Temperatur der Erde“ sei eine unmittelbar messbare Größe. Das ist sie nicht. Es gibt kein Thermometer, das irgendwo in den Boden gesteckt wird und anschließend die globale Mitteltemperatur anzeigt. Die Erde besitzt gleichzeitig völlig unterschiedliche Temperaturen: in der Sahara andere als in Grönland, über dem Atlantik andere als über München, nachts andere als am Nachmittag und in zwei Metern Höhe andere als unmittelbar über dem Asphalt. Ein Mittelwert ist – mit Unsicherheiten – berechenbar, aber nicht messbar. Die globale Mitteltemperatur wird aus einer riesigen Zahl einzelner Messungen berechnet.

An Land werden Lufttemperaturen üblicherweise in ungefähr zwei Metern Höhe gemessen. Über den Ozeanen – die immerhin rund 71 Prozent der Erdoberfläche bedecken – stammen die Daten dagegen unter anderem von Schiffen und Bojen. Moderne globale Datensätze führen diese unterschiedlichen Messungen zusammen. Dabei wird vor allem betrachtet, wie stark die gemessene Temperatur von einem festgelegten langjährigen Vergleichswert abweicht. Diese Abweichung nennt man Temperaturanomalie. Liegt die Temperatur beispielsweise 1 Grad über dem Vergleichswert, beträgt die Anomalie plus 1 Grad. Aus sehr vielen solcher Werte wird anschließend die globale Temperaturentwicklung berechnet.

Das klingt zunächst vernünftig. Aber hier stellen sich Fragen, auf die Michael Limburg seit Jahren hinweist.

Was misst eine Wetterstation eigentlich?

Eine Wetterstation misst zunächst nur die Temperatur an ihrem konkreten Standort. Und dieser Standort spielt eine erhebliche Rolle. Eine Messstation auf einer Wiese kann andere Werte liefern als eine Station zwischen Gebäuden. Asphalt und Beton erwärmen sich anders als Gras oder Wald. Eine Stadt speichert Wärme anders als ihre ländliche Umgebung. Wasserflächen reagieren wiederum anders als Landflächen.

Hinzu kommt, dass sich Messbedingungen im Laufe von Jahrzehnten verändern können. Städte wachsen um ehemalige Wetterstationen herum. Stationen werden versetzt. Messgeräte werden ausgetauscht. Beobachtungszeiten ändern sich.
Ein Thermometer misst zwar eine Temperatur. Ob diese Temperatur aber für eine größere Fläche repräsentativ ist, ist bereits eine andere Frage.

Limburg setzt seine Kritik an diesem Punkt an. Er bezweifelt, dass aus historisch gewachsenen, räumlich ungleich verteilten und teilweise veränderten Messnetzen eine globale Temperaturentwicklung mit jener Genauigkeit bestimmt werden kann, mit der sie häufig öffentlich präsentiert wird. Besonders kritisch sieht er die Bildung einer „globalen Mitteltemperatur“ und die nachträgliche Bearbeitung beziehungsweise Homogenisierung von Messreihen. In einem Beitrag von 2025 bezeichnete er die globale Mitteltemperatur als ungeeignet, daraus ein eindeutiges anthropogenes Signal abzuleiten.

Wärmeinseln, Stationswechsel und Korrekturen

Dass Städte sogenannte Wärmeinseln bilden, wird von der etablierten Klimaforschung nicht bestritten. Ebenso wenig wird bestritten, dass Stationsverlegungen, Gerätewechsel und andere Veränderungen Messreihen beeinflussen können. Deshalb werden historische Temperaturdaten überprüft und teilweise statistisch korrigiert beziehungsweise homogenisiert. Das wiederum eröffnet einen neuen Streitpunkt: Wann beseitigt eine Korrektur einen Messfehler – und wann verändert sie eine Messreihe möglicherweise stärker, als es gerechtfertigt ist? Dass solche Fragen keineswegs nur theoretischer Natur sind, zeigte die sogenannte Climategate-Affäre von 2009. Tausende bekannt gewordene E-Mails von Klimaforschern lösten damals eine heftige Debatte über den Umgang mit Daten, statistischen Verfahren, Transparenz und wissenschaftlichem Widerspruch aus. Mehrere spätere „Untersuchungen“ fanden zwar keinen Beleg für eine vorsätzliche Fälschung der Klimadaten. Fragen nach Transparenz und wissenschaftlicher Praxis blieben dennoch offen. Darauf werde ich in einem späteren Kapitel noch ausführlicher zurückkommen.

Hier genügt zunächst die Feststellung: Wo Messdaten nachträglich korrigiert, homogenisiert und zu globalen Reihen zusammengeführt werden, müssen die verwendeten Verfahren nachvollziehbar und überprüfbar sein.

Die Rolle der Ozeane

Mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche bestehen aus Wasser. Eine globale Temperaturbestimmung kann sich deshalb selbstverständlich nicht allein auf Wetterstationen an Land stützen. Über den Meeren wurden Temperaturen historisch unter anderem von Schiffen gemessen. Heute spielen Bojen und weitere Beobachtungssysteme eine wichtige Rolle. Diese Messungen werden mit den Landdaten zu globalen Datensätzen verbunden.

Auch dabei werden unterschiedliche Messgrößen und Messverfahren miteinander verbunden. An Land wird überwiegend die Lufttemperatur in etwa zwei Metern Höhe gemessen, über den Ozeanen dagegen meist die Temperatur des Wassers nahe der Meeresoberfläche. Hinzu kommt, dass sich auch die Messmethoden auf See im Laufe der Zeit verändert haben – vom Wassereimer und Schiffsmessungen bis zu modernen Bojen. Für eine globale Temperaturreihe müssen diese unterschiedlichen Daten deshalb mathematisch aufeinander abgestimmt und zusammengeführt werden.

Verschiedene internationale Datensätze kommen trotz unterschiedlicher Verfahren zu dem Ergebnis, dass sich die Erde langfristig erwärmt hat. Das spricht für einen grundsätzlichen Erwärmungstrend, beantwortet aber weder die Frage nach seiner exakten Größenordnung noch nach seinen Ursachen. Insbesondere ist damit noch nicht geklärt, welcher Anteil dieser Erwärmung auf CO₂ und welcher auf andere natürliche oder menschliche Einflussfaktoren zurückzuführen ist.

Für mich liegt hier eine entscheidende Grenze: Gemessen werden Temperaturen. Die Ursachen der daraus berechneten Veränderungen werden hingegen wissenschaftlich untersucht und daraus abgeleitet. Wenn aus diesen Ableitungen anschließend politische Gewissheit wird, obwohl über Größenordnungen, Rückkopplungen und natürliche Einflüsse weiterhin diskutiert werden muss, sollte man genauer hinsehen.

6. Messung, Modell und politische Gewissheit

Abschließend stellt sich für mich in diesem Zusammenhang die Frage, was die Politik aus wissenschaftlichen Erkenntnissen macht. Wissenschaft arbeitet mit Messungen, Wahrscheinlichkeiten, Bandbreiten und Unsicherheiten. In der politischen Kommunikation verschwinden diese Abstufungen jedoch häufig. Aus wissenschaftlichen Einschätzungen werden Gewissheiten – und aus einem komplexen Klimasystem entsteht ein einfaches politisches Narrativ:

CO ist die maßgebliche Ursache der Erwärmung und muss deshalb reduziert werden.

Diese Verkürzung halte ich für mehr als nur problematisch.

Dass CO₂ Infrarotstrahlung absorbiert, ist Physik. Dass seine Konzentration seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestiegen ist, ist gemessen. Verschiedene internationale Temperaturdatensätze zeigen zudem einen langfristigen Erwärmungstrend.

Doch damit ist die entscheidende Frage nach den Ursachen noch nicht beantwortet. Welcher Anteil der Erwärmung ist tatsächlich auf CO₂ beziehungsweise andere menschliche Einflüsse zurückzuführen, welcher auf natürliche Faktoren? Um diese Frage zu beantworten, müssen Messdaten ausgewertet und unterschiedliche Einflussgrößen voneinander getrennt werden. Dabei kommen unter anderem Modelle, statistische Verfahren und Annahmen über Wasserdampf, Wolken, Ozeane und andere Rückkopplungen ins Spiel.

Der IPCC kommt auf dieser Grundlage zu einer sehr weitgehenden Aussage: Der menschliche Einfluss habe Atmosphäre, Ozeane und Land eindeutig erwärmt. Für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration nennt er als beste Schätzung langfristig etwa drei Grad Erwärmung, zugleich aber eine wahrscheinliche Bandbreite von 2,5 bis 4 Grad Celsius.

Und das ist in meinen Augen das Problem: Aus einer wissenschaftlichen Aussage mit Bandbreiten und Unsicherheiten wird in der politischen Debatte eine scheinbar unumstößliche Gewissheit.

Mir ist das zu einfach. Wie groß der zusätzliche Erwärmungseffekt des CO₂ innerhalb des Klimasystems tatsächlich ist, bleibt deshalb für mich eine zentrale Frage.

Auch Einwände von Michael Limburg und anderen Kritikern sind für mich nicht mit dem Etikett „Klimaleugner“ erledigt – ganz im Gegenteil. Wer wissenschaftliche Gewissheit beansprucht, muss sich auch mit Gegenargumenten auseinandersetzen und erklären können, warum sie falsch sein sollen.

Damit komme ich zum Fazit dieses Kapitels: CO₂ ist ein Treibhausgas. Aber aus dieser physikalischen Tatsache allein wird noch kein „Klimakiller“. Zwischen der nachweisbaren Strahlungswirkung eines CO₂-Moleküls und Aussagen darüber, wie sich die globale Temperatur in mehreren Jahrzehnten entwickeln wird, liegen Messungen, Berechnungen, Rückkopplungen und Modelle.

Wissenschaft sollte die Grenzen ihrer Aussagen sichtbar machen. Politik neigt dazu, daraus Gewissheiten zu formen. Diese Gewissheiten werde ich in den nächsten Kapiteln hinterfragen.

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Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

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