Kategorien
Blog Beiträge

Grönland, Zölle und Machtpolitik

Von Uwe Froschauer

Die erneute Agitation Donald Trumps in Bezug auf Grönland markiert einen massiven Bruch mit etablierten Grundsätzen westlicher Außen- und Bündnispolitik. Indem er wirtschaftliche Zwangsmittel – insbesondere die Androhung von Zöllen gegen NATO-Partner – mit einem politischen Ziel verknüpft, überschreitet er eine Grenze, die bislang selbst in konfliktreichen transatlantischen Phasen weitgehend respektiert wurde. Entsprechend deutlich fallen die internationalen Reaktionen aus – und auch innerhalb der USA regt sich Kritik.

Jüngste Drohungen Trumps

Donald Trump möchte Grönland der USA einverleiben – mit allen denkbaren Mitteln. Bestehende Partnerschaften interessieren ihn dabei nicht. Der Widerstand aus Europa passt dem US-Präsidenten ganz und gar nicht. Deswegen drohte er Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern mit Zöllen. Konkret sollen ab 1. Februar 2026 zusätzliche 10 Prozent Zölle auf alle Warenimporte aus diesen Ländern in die USA gelten. Falls kein „Deal“ über den vollständigen Verkauf bzw. die Übergabe Grönlands an die USA zustande kommt, sollen sie ab 1. Juni auf 25 Prozent steigen. Betroffen sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland – also NATO-Alliierte mit Truppenpräsenz oder Unterstützung im Grönland-Konflikt. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump auf Truth Social.

Die Grönländer wollen sich jedoch nicht „kaufen“ und schon gar nicht übernehmen lassen. Grönland ist weitgehend autonom und gehört zum Staatsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark.

Kurz und gut: Der US-Präsident hat wiederholt deutlich gemacht, dass die USA sich der Insel bemächtigen will – was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Trump zufolge würden ansonsten Russland oder China die Insel übernehmen. Die europäischen Nato-Verbündeten sind dagegen überzeugt, dass Grönland nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.

Trump ärgert es, dass Deutschland und andere europäische Nato-Staaten jüngst Soldaten für eine Erkundungsmission vor einer Militärübung auf die Insel geschickt haben. Deswegen die Zölle.

Wirtschaftlicher Druck als politisches Druckmittel

Zölle sind klassischerweise Instrumente der Handels- und Wirtschaftspolitik. Ihre Verwendung zur Durchsetzung territorial- oder sicherheitspolitischer Ziele gegenüber Verbündeten ist ungewöhnlich und rechtlich wie politisch hochproblematisch. Trumps Ansatz folgt dabei einem transaktionalen Muster: Wer seine strategischen Vorstellungen nicht unterstützt, soll wirtschaftliche Nachteile erleiden.

Kritiker sehen darin einen Bruch mit multilateralen Spielregeln. Befürworter hingegen argumentieren, dass die USA seit Jahrzehnten überproportionale Sicherheitslasten tragen und daher berechtigt seien, ihre wirtschaftliche Macht zur Durchsetzung strategischer Interessen einzusetzen. Motto: Wer zahlt, schafft an. Diese bekannte Pseudo-Weisheit spiegelt Donald Trumps Verhaltensweise wider.

Warum Grönland strategisch relevant ist

Die strategische Bedeutung Grönlands ist real – und wird auch von Trumps Kritikern nicht bestritten.

Grönland liegt zwischen Nordamerika, Europa und der Arktis. Der Klimawandel macht neue Schifffahrtsrouten zugänglich, Rohstoffvorkommen wirtschaftlich interessanter und den arktischen Raum militärisch sensibler. Russland und China haben ihre Aktivitäten dort deutlich ausgeweitet.

Aus Trumps Perspektive ergibt sich daraus ein sicherheitspolitisches Risiko: Die USA müssten verhindern, dass rivalisierende Mächte in unmittelbarer Nähe des nordamerikanischen Kontinents Einfluss gewinnen. Seine Anhänger argumentieren, dass die bestehende Ordnung diesen Entwicklungen nicht ausreichend Rechnung trage und ein entschlosseneres Vorgehen erforderlich sei.

In meinen Augen locken den der MAGA-Manie verfallenen US-Präsidenten primär die Rohstoffe der weltgrößten Insel.

Trumps Argument: Sicherheit vor Konventionen

Aus Trumps Sicht ist sein Vorgehen weniger Regelbruch als Notwendigkeit. Er stellt die Frage, ob traditionelle diplomatische Rücksichtnahmen noch angemessen sind, wenn geopolitische Rivalen aggressiv agieren. In diesem Denken sind wirtschaftliche Druckmittel legitime Instrumente nationaler Sicherheit – auch gegenüber Verbündeten, sofern diese aus amerikanischer Sicht zu zögerlich handeln.
Zudem verweist Trump darauf, dass die USA bereits heute zentrale sicherheitspolitische Lasten in Grönland tragen, insbesondere durch militärische Infrastruktur. Daraus leitet er einen stärkeren Einflussanspruch ab – auch wenn dieser völkerrechtlich nicht gedeckt ist.

Die Befindlichkeiten der Einwohner der noch autonomen Insel Grönland, die in ihrer Hauptstadt Nuuk demonstrativ klar machen, dass sie US-amerikanische „Hilfe“ nicht benötigen, scheinen Trump nur peripher zu interessieren.

Ausländische Kritik: Irritation, Ablehnung und Warnungen

Die Reaktionen außerhalb der USA fallen überwiegend kritisch aus und gehen deutlich über diplomatische Verstimmung hinaus.

Europäische Regierungen – darunter mehrere direkt betroffene NATO-Staaten – weisen Trumps Vorgehen geschlossen zurück. Sie betonen, dass wirtschaftlicher Druck unter Verbündeten inakzeptabel sei und fundamentalen Prinzipien der Zusammenarbeit widerspreche. Insbesondere Dänemark verweist darauf, dass über Grönlands Zukunft ausschließlich die grönländische Bevölkerung entscheiden könne.

Auch aus Brüssel kommt deutliche Kritik. Vertreter der Europäischen Union warnen, dass die Instrumentalisierung von Handelspolitik für geopolitische Zwangsmaßnahmen das internationale Wirtschaftssystem destabilisiere und einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe. Mehrere Regierungen sehen darin eine Erosion der regelbasierten Ordnung, auf die sich gerade kleinere und mittlere Staaten verlassen.

In Grönland selbst stoßen Trumps Äußerungen auf breite Ablehnung. Politische Vertreter und zivilgesellschaftliche Gruppen betonen, dass die Insel kein Objekt strategischer Verhandlungen zwischen Großmächten sei. Öffentliche Proteste und Stellungnahmen unterstreichen den Wunsch nach politischer Selbstbestimmung und Distanz zu machtpolitischen Überlegungen externer Akteure.

Auch international renommierte Völkerrechtler und außenpolitische Thinktanks kritisieren die Rhetorik. Sie sehen darin eine Normalisierung von Druckpolitik gegenüber Verbündeten, die langfristig das Vertrauen in internationale Abkommen und Sicherheitsgarantien untergräbt.

Souveränität und Selbstbestimmung – der zentrale Gegenpunkt

Völkerrechtlich bleibt die Lage eindeutig: Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, und allein die grönländische Bevölkerung entscheidet über ihre Zukunft. Dieses Prinzip wird von Trumps Argumentation faktisch ausgeblendet oder als nachrangig behandelt.

Hier liegt der Kern der internationalen Kritik: Selbst wenn strategische Interessen legitim sind, rechtfertigen sie keinen Umgang mit Territorien, der an Machtpolitik vergangener Jahrhunderte erinnert. Sicherheitspolitik kann Kooperation erfordern – aber keinen Souveränitätsverzicht unter Druck.

NATO-Recht und Bündnissolidarität

Auch innerhalb der NATO argumentieren Trumps Unterstützer, dass das Bündnis keine Einbahnstraße sei. Wenn europäische Staaten amerikanische Sicherheitsgarantien in Anspruch nehmen, müssten sie im Gegenzug amerikanische strategische Prioritäten ernst nehmen.

Dem halten Kritiker – zu denen ich mich zähle – entgegen, dass genau diese Logik das Bündnis untergräbt: Solidarität ist kein Tauschgeschäft, sondern beruht auf Vertrauen. Wirtschaftlicher Zwang gegen Partner schwächt langfristig genau die Geschlossenheit, die angesichts globaler Rivalitäten notwendig wäre.

Einmal von der Situation in Grönland abgesehen, halte ich die NATO seit dem Wegfall der Bedrohung durch die Sowjetunion, ohnedies für überflüssig. Das ehemalige Verteidigungsbündnis NATO hat sich mittlerweile zu einem Angriffsbündnis entwickelt, das in der Vergangenheit insbesondere die imperialistische Macht USA in ihrem unipolaren Streben unterstützte. Wenn Trump in größenwahnsinniger Manier so weiter macht, sollte vielleicht über ein eurasisches Verteidigungsbündnis nachgedacht werden.

Innenpolitische Debatte in den USA

Innenpolitisch spiegelt die Debatte einen grundlegenden Konflikt über Rolle und Selbstverständnis der USA in der Welt wider: den Gegensatz zwischen einem regelbasierten, multilateralen Ansatz und einer machtpolitisch-transaktionalen Sicht auf internationale Beziehungen.

Demokratische Politiker und außenpolitische Experten kritisieren Trumps Vorgehen überwiegend scharf. Sie argumentieren, dass die internationale Führungsrolle der USA historisch nicht auf Zwang, sondern auf Legitimität, Bündnissen und der Bereitschaft zur Kooperation beruht habe. Die Drohung mit Zöllen gegen NATO-Partner und der Umgang mit Grönland würden dieses Fundament untergraben. Aus demokratischer Sicht schwächt eine Politik, die Verbündete wie Gegner behandelt, die globale Position der USA und spiele strategischen Rivalen wie China und Russland in die Hände. Zudem wird betont, dass die Missachtung von Völkerrecht und multilateralen Institutionen die moralische Glaubwürdigkeit der USA beschädige – ein zentraler Faktor amerikanischer Soft Power.

Auch innerhalb der Republikanischen Partei ist die Kritik keineswegs marginal, wenn auch differenzierter. Während ein Teil der Partei Trumps Stil als Ausdruck von Stärke und Klarheit begrüßt, äußern insbesondere traditionelle außen- und sicherheitspolitische Republikaner erhebliche Bedenken. Vertreter dieses Lagers – häufig geprägt von der klassischen transatlantischen Orientierung der Partei – warnen davor, dass wirtschaftlicher und politischer Druck auf Verbündete die NATO schwäche und die USA in eine strategische Isolation führe. Sie argumentieren, dass amerikanischer Einfluss weniger aus kurzfristigen Machtdemonstrationen erwachse als aus Verlässlichkeit und langfristigen Partnerschaften.

Zugleich gibt es republikanische Stimmen, die Trumps Ansatz zwar nicht uneingeschränkt unterstützen, ihn jedoch als Reaktion auf reale Probleme interpretieren. Sie verweisen auf ungleiche Lastenteilung innerhalb der NATO, auf aus ihrer Sicht unzureichende europäische Beiträge zur gemeinsamen Sicherheit und auf eine internationale Ordnung, die sich zulasten amerikanischer Interessen entwickelt habe. In diesem Narrativ erscheint Trumps Vorgehen als Korrektur eines über Jahrzehnte vernachlässigten Ungleichgewichts – auch wenn viele dieser Stimmen einräumen, dass Ton und Mittel kontraproduktiv seien.
Dem ist aus meiner Sicht entgegenzusetzen, dass die USA zwar die finanziell höchsten Lasten des NATO-Bündnisses tragen, aber auch den größten geostrategischen und auch wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen.

Der innere Widerspruch bleibt damit bestehen: Trumps Anhänger sehen Konsequenz und Durchsetzungsfähigkeit, seine Kritiker – parteiübergreifend – warnen davor, dass kurzfristige Machtdemonstrationen langfristig genau das kosten, was amerikanische Macht ausmacht: Vertrauen, Bündnisse und strategische Stabilität.

Fazit

Die jüngsten außenpolitischen Aktionen von Donald Trump markieren keinen „Neuanfang“, sondern ein alarmierendes Wiederaufleben alter imperalistischer Muster – diesmal verpackt in die Rhetorik eines Dealmakers, der weniger Präsident als vielmehr Transaktions-Unternehmer zu sein scheint.

Mit der wiederholten Aggression gegen Venezuela, bei der US-Spezialeinheiten den dortigen Präsidenten Nicolás Maduro aus Caracas entfernten und in die USA brachten, hat die Trump-Administration einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht begangen. Der Angriff und die Gefangennahme Maduros erfolgten ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats und ohne klare rechtliche Grundlage im internationalen Recht. Völkerrechtler sehen darin eine Verletzung des Gewaltverbots der UN-Charta.

Dieses Vorgehen ist nicht nur rechtlich fragwürdig, es setzt auch ein gefährliches Signal: Wenn mächtige Staaten nationale Interessen über internationales Recht stellen, dann wird die regelbasierte Ordnung zur leeren Formel. Viele internationale Stimmen – von Europa über Lateinamerika bis zum UN-Sicherheitsrat – haben diese Intervention verurteilt und die Freilassung Maduros gefordert.

Gleichzeitig hat Trump seinen Blick direkt auf ein anderes souveränes Gebiet gerichtet: Grönland. Mit der Forderung, dass die USA dieses autonome Gebiet kaufen oder übernehmen müssten, und der Androhung von Strafzöllen auf NATO-Partner, die sich dem widersetzen, tritt ein Muster offen zu Tage, das an koloniale Machtpolitik erinnert.

Völkerrechtsordnung heißt: Souveränität, Selbstbestimmung und Nicht-Intervention. Diese Prinzipien wurden in der Vergangenheit nicht zufällig festgelegt – sie schützen gerade kleinere Staaten vor willkürlichen Zugriffen mächtiger Staaten. Wenn ein Staat wie die USA beginnt, diese Regeln zu ignorieren, dann gefährdet das nicht nur einzelne Regionen, sondern das ganze System internationaler Zusammenarbeit.

Die Argumentation Trumps, er müsse „stark auftreten“ und seine Interessen durchsetzen, mag in einem transaktionalen, kurzfristigen Sinn kalkulierbar erscheinen. Doch Stärke, die auf Druck, Drohungen und Machtprojektion basiert, ist keine nachhaltige Grundlage für Sicherheit oder Stabilität. Sie zerstört Vertrauen, spaltet Allianzen und lädt andere Mächte ein, ebenfalls nach dem Recht des Stärkeren zu handeln.

Das ist kein Führungsstil — das ist Imperialismus im modernen Gewand.

Trump mag ein Dealmaker sein, aber Außenpolitik ist kein Geschäft, bei dem sich alles durch Verhandlungen über Ressourcen oder Territorium lösen lässt. Sie ist vielmehr ein Gefüge aus Recht, Legitimität und gegenseitigem Respekt. Wenn diese Grundpfeiler aufgekündigt werden, dann sind nicht nur einzelne Länder bedroht — sondern das internationale System, das Jahrzehnte des Friedens und der Zusammenarbeit in weiten Teilen der Welt ermöglicht hat.

In einer Zeit, in der globale Herausforderungen wie bewaffnete Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheit gemeinsame Antworten verlangen, führt ein solches Vorgehen nur zu einer Welt, in der Macht über Recht triumphiert – und in der nicht die Sicherheit wächst, sondern die Instabilität.

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, bitte wieder teilen. Danke dafür. Ihnen eine angenehme Zeit.


Noch ein privates Anliegen
, werte Leserinnen, werte Leser,

in diesem Blog, den ich alleine ohne jede fremde Unterstützung – inhaltlich wie finanziell – betreibe, steckt mein Herzblut. Ich möchte meine diesbezügliche – meines Erachtens nutzbringende – Aktivität keinesfalls einschränken. Der Zeitaufwand hierfür reduziert jedoch meine Möglichkeiten für den Broterwerb. Für eine Spende wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Spendenkonto:

Uwe Froschauer

IBAN: DE41 7015 0000 1008 3626 40

BIC: SSKMDEMMXXX

Wenn Sie bei der Überweisung im Vermerk „Spende“ eingeben, wäre das sehr hilfreich für eine korrekte Zuordnung.

Vielen Dank!

Herzlichen Dank auch für bereits eingegangene Spenden.

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

Ein anderer Bestell-Link als Amazon ist leider nicht möglich, da das Hochladen über andere Plattformen trotz wochenlangem Versuchen und unbeantworteten Anfragen mir nicht gelang.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

Kategorien
Blog Beiträge

Persönliche Entwicklung (Teil 12) – Liebe III: Formen der Liebe

Von Uwe Froschauer

Liebe wird im Buddhismus und im Hinduismus als eine bedingungslose und uneigennützige Haltung allen Wesen gegenüber verstanden. Erich Fromm spricht von einer allumfassenden Liebe. Sie ist eine Einstellung, eine Grundhaltung, die sich eben nicht nur auf eine Person bezieht. Alle folgenden Formen beziehungsweise Objekte der Liebe bringen diese Haltung mehr oder weniger zum Ausdruck.

Die folgenden Aussagen können selbstverständlich — wie alles in dieser Welt — nicht verallgemeinert werden, treffen in meinen Augen aber auf sehr viele Verhältnisse und Beziehungen in der beschriebenen oder auf ähnliche Weise zu.

Nächstenliebe

Im Neuen Testament bedeutet „Agape“ die uneigennützige Liebe zu jedem Menschen.

Der bekannte Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ stammt ursprünglich aus dem Alten Testament, aus dem Hebräischen Tanach — die Heilige Schrift des Judentums —, und ist demnach ein jüdisches Gebot, das später von Jesus mehrfach zitiert wurde. Im Neuen Testament findet es sich unter anderem bei Markus 12,31, Matthäus 22,39 und Lukas 10,27. Jesus stellt die Nächstenliebe auf eine Stufe mit dem Gebot, Gott zu lieben.

Jesus geht sogar noch weiter und sagt in der Bergpredigt:

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“
(Matthäus 5,44)

Diese radikale Sichtweise verlangt von gläubigen Menschen viel ab. Viele verstehen „Liebe deine Feinde“ fälschlicherweise im Sinne von „Habe warme Gefühle für sie“, „Lass dir alles gefallen“, „Verzeihe sofort“ oder „Tu so, als wäre nichts passiert“.

Das meint Jesus in meinen Augen jedoch nicht.

Feindesliebe heißt nicht, Missbrauch zu tolerieren, Grenzen aufzugeben, sich selbst aufzuopfern oder Unrecht gutzuheißen. Jesus fordert mit der Feindesliebe meines Erachtens keine Gefühle, sondern eine innere Haltung, die auf Vergeltung und auf Entmenschlichung verzichtet, und anerkennt, dass auch der Feind ein Mensch mit Verletzungen und Verblendungen ist. Der Feind ist ebenfalls ein Gefangener seiner Muster, was ihn zwar nicht unschuldig, aber sein Verhalten verständlicher macht. Wenn Jesus uns auffordert, für den Feind zu beten, dann heißt das nicht, seine Taten gutzuheißen, sondern zu wünschen, dass seine Verblendung enden, seine Gewalt neutralisiert und er menschlicher werden möge.

Man stimmt den Taten des Feindes deswegen innerlich nicht zu, aber man lässt sich nicht von Hass beherrschen und schützt damit die eigene Seele vor Zerstörung. Hass schadet vornehmlich dem, der ihn trägt. Dem Feind zu vergeben, bedeutet insofern auch, die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Deshalb sollte man nicht an Feindbildern festhalten, die eigene Würde nicht vom Verhalten des Feindes abhängig machen, sich somit emotional befreien und nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.

Diese Haltung haben viele Damen und Herren in Brüssel, Paris, London, Warschau und Berlin verloren. Sie verhalten sich beispielsweise in ihrer Dämonisierung Putins und Russlands unchristlich — und reißen aus eigenem Unvermögen möglicherweise Millionen von Menschen in den Abgrund. Man sollte ihnen Einhalt gebieten und die Scheinheiligen an die Worte Jesu aus der Bergpredigt erinnern. Anstatt die Spirale der Gewalt zu durchbrechen und beispielsweise die Friedensbemühungen von den USA und Donald Trump zu unterstützen, gießen sie immer wieder neues Öl ins Feuer. Viele europäische „Spitzenpolitiker“ sind eine Gefahr und eine Schande für ihre Nationen.

Auch diese unheilbringenden Leute im oben beschriebenen Sinne zu lieben, wie Jesus es fordert, fällt mir wahrlich schwer. Ich werde es dennoch versuchen, um nicht ihre Logik des Bösen zu übernehmen.

Der Begriff Nächstenliebe kann auch im Sinne helfenden Handelns für andere Menschen gedeutet werden. Im Vordergrund steht uneigennütziges Handeln und weniger die Sympathie für einen Menschen. Nächstenliebe zeigt sich beispielsweise, wenn man einem — auch „wildfremden“ — Menschen, also seinem „Nächsten“, in einer konkreten Notlage hilft.

„Die fundamentalste Art von Liebe, die allen anderen Formen zugrunde liegt, ist die Nächstenliebe. Damit meine ich ein Gespür für Verantwortlichkeit, Fürsorge, Achtung und ‚Erkenntnis‘, das jedem anderen Wesen gilt, sowie den Wunsch, dessen Leben zu fördern.“

„Nächstenliebe ist Liebe zwischen Gleichen.“
Erich Fromm

Nächstenliebe bezieht sich nicht auf eine konkrete Person, sondern auf alle Menschen, ungeachtet äußerer Umstände wie zum Beispiel deren soziale Schicht und anderes mehr. Nächstenliebe ist einerseits eine fundamentale und gleichzeitig eine sehr hochstehende Form der Liebe, zu der nicht jeder fähig ist. Sein eigenes Kind zu lieben ist nicht schwer; aber andere zu lieben, die für uns keinen konkreten „Nutzen“ bringen, stellt eine Fähigkeit, eine Kunst dar.

Auch seinen „Feinden“ zu helfen — wie es beispielsweise Abraham Lincoln gegenüber seinen Wahlkampfgegnern nach gewonnener Wahl tat — ist wohl eine Fähigkeit, die nur sehr hoch entwickelte Menschen ihr Eigen nennen können.

Fromm meint mit Nächstenliebe eine universale, nicht-exklusive Liebe, eine Haltung des Wohlwollens gegenüber jedem Menschen, und sieht sie als Grundlage für jede reife Beziehung und als Fundament für alle anderen Formen der Liebe.

Alle Formen der Liebe oder auch der Freundschaft können nicht reifen, wenn sie nicht in einer universellen Menschenliebe verwurzelt sind. Wenn Liebe selektiv und exklusiv auf bestimmte Subjekte oder Objekte gerichtet bleibt, wenn keine menschenfreundliche Grundhaltung vorhanden ist, kann keine reife Liebe entstehen.

Mutterliebe

Eine Mutter liebt ihr Kind, weil es einfach da ist. Diese Liebe ist oftmals bedingungslos, das heißt, sie liebt ihr Kind ohne Wenn und Aber. Das Kind wird geliebt und fühlt sich von der Mutter geliebt, weil es existiert. Eine Mutter bejaht bedingungslos das Leben und die Bedürfnisse ihres Kindes. Es ist eine Liebe zu Hilflosen.

Echte Mutterliebe zeigt sich eben auch darin, dass eine Mutter durch die Liebe zu ihrem Kind auch alle anderen Kinder liebt, ihr eben eine Liebe zu diesen hilflosen Geschöpfen innewohnt, die der Unterstützung der Mutter bedürfen, um zu überleben, um das wunderbare Gefühl zu haben: „Es ist gut, dass ich geboren wurde“, und: „Das Leben ist schön“.

John Bowlby, der Vater der Bindungstheorie, beschreibt Mutterliebe als eine biologisch verankerte Bindung, die eine fundamentale Voraussetzung für die seelische Gesundheit des Kindes schafft. Die Mutter ist eine „verlässlich präsente“ Bezugsperson, die Urvertrauen, emotionale Stabilität und die Fähigkeit des Kindes zu späterer Intimität erzeugt.

Viktor Frankl ist der Ansicht, dass Mutterliebe eine „wertverwirklichende Liebe“ sei, die dem Leben des Kindes Sinn gibt, aber auch der Mutter selbst Sinn schenkt; dass Mutterliebe nicht an Bedingungen geknüpft ist und auch bei starkem Leid bestehen bleiben kann.

Für Rainer-Maria Rilke ist mütterliche Liebe ein Akt tiefer, stiller Hingabe, die „trägt“, ohne zu fordern. Leo Tolstoi betont die unerschütterliche, moralische Kraft der Mutter, für Albert Camus steht sie für die menschliche Grundform von Güte — oft im Kontrast zur absurden Welt —, und Hermann Hesse meint, Mutterliebe gibt Identität „von innen“ und wird so zu einer spirituellen Wurzel des Menschen.

Schwierigkeiten haben manche Mütter, wenn es um den notwendigen Abnabelungsprozess ihrer Kinder geht. Anstatt das Kind dabei zu unterstützen, sich freizuschwimmen, versuchen einige Mütter, es noch stärker an sich zu binden. Sie lassen ihre Kinder nicht los und verhindern bewusst oder unbewusst die Entwicklung ihres Sprösslings zu einem erwachsenen Menschen.

Ihnen fällt es schwer, ihr Kind, das sie ein Leben lang umsorgt und verwöhnt haben, ziehen zu lassen. Da kommt Angst und Verzweiflung auf, und die eine oder andere Mutter fühlt sich zu nichts oder zu wenig mehr nutze. Was machen mit dem Restleben? „Ach, da halte ich doch das Kind noch so lange wie möglich im Haus, und wenn es sich wirklich eine eigene Wohnung nimmt und vielleicht mit einem Partner — Gott bewahre — zusammenzieht, dann komme ich dreimal pro Woche zum Aufräumen und Putzen und bringe ihm sein Lieblingsessen mit. Und zwei-, dreimal pro Woche kann er ja auch nach Hause kommen und bei Bedarf auch in seinem Zimmerchen schlafen, mein erst 30-jähriger Bub! Was soll nur werden aus ihm?“ Ja, was soll nur werden aus ihm?! Da wird doch oft die Sorge um das Kind vorgeschoben, das ja angeblich ohne Mama kaum existieren kann. Meistens wird jedoch nur die eigene Trennungsangst und der damit verbundene Trennungsschmerz durch oben beschriebene Verhaltensweise kaschiert.

Ich will diese Verhaltensweise einiger Mütter auch gar nicht heruntermachen oder verspotten, zumal manche Mütter vor lauter Kummer und Schmerz und nachlassendem Selbstwertgefühl ernsthaft erkranken.

Viele Partner, insbesondere Frauen, beklagen sich meist zu Recht über „Muttersöhnchen“, da sie die Ängste der „Schwiegermütter“ — zum Beispiel, nicht mehr gebraucht zu werden — und deren teilweise vorhandenen Egoismus oftmals ausbaden dürfen.

Reife Menschen unterstützen das Kind bei seinem Bedürfnis, auf eigenen Beinen zu stehen. Also, liebe Mütter, wenn ihr eure Kinder wirklich liebt, solltet ihr sie loslassen, oder noch besser, den Abnabelungsprozess der Kinder fördern. „Was man liebt, soll man nicht halten“ hat schon Napoleon gewusst.

Vaterliebe

Im Buddhismus wird der Vater oft als Symbol für weise Führung, Belehrung und moralische Leitung gesehen. Nach John Bowlby ist der Vater oftmals die Brücke zur Außenwelt und spielt eine Schlüsselrolle bei dem Erkundungsverhalten, der Risikobereitschaft und der Problemlösefähigkeit des Kindes.

Vaterliebe läuft anders ab als Mutterliebe, da sie an Bedingungen geknüpft ist. Das trifft natürlich nicht auf alle Väter zu, aber auf viele. Da das Kind um diese Bedingungen weiß, versucht es sich richtig im Sinne des Vaters zu verhalten, um so seine Anerkennung zu ergattern und sich geliebt zu fühlen. Vaterliebe ist demnach nicht selbstverständlich, sondern bedingt. Vaterliebe vermittelt Normen, Werte, Orientierung und fordert das Kind auf, verantwortungsbewusst zu handeln sowie moralisch zu reifen. Vaterliebe vermittelt dem Kind Wissen, um die Welt zu verstehen. Gute Väter sind gerecht, fördernd, aber auch fordernd, und ermutigen ihr Kind, sich zu entwickeln. Sie helfen dem Kind auf dem Weg von ihrer Abhängigkeit durch Verantwortungsübernahme in die Freiheit. Sie wollen, dass etwas aus ihren Kindern „wird“.

Viele Väter bauen eine starke Erwartungshaltung bei ihren Kindern auf und hoffen, ihre Kinder mögen in ihre Fußstapfen treten. Kein Kind kann in die Fußstapfen seines Vaters treten, weil es keine zwei Personen auf der Welt gibt, die gleich gestrickt sind. Das Kind kann aber sehr wohl größere Spuren hinterlassen als sein Vater. Wie auch immer: Fehlt die Anerkennung durch den Vater, fühlt sich das Kind meist auch nicht geliebt von ihm.

Der Vater sollte auch Vorbild für das Kind sein und ihm eine „Richtung“ für sein Leben zeigen, damit es Verantwortung für sein Leben übernehmen kann. Gerade für Jungen ist das Vorbild des Vaters von herausragender Bedeutung. Ein Vater, der in der Familie Verantwortung übernommen und wichtige Entscheidungen getroffen hat — oder zumindest daran beteiligt war —, hat einen großen Einfluss auf die späteren Verhaltensweisen seines Sohnes.

Väter sehen viele Sachverhalte oftmals lockerer als Frauen und gehen sie auch mutiger an, sind nicht immer so „überbesorgt“. War der Vater jedoch körperlich nicht anwesend oder emotional nicht erreichbar, und gab es auch keine anderen nennenswerten männlichen Vorbilder, fällt es später einem Jungen meist schwer, sich wie ein erwachsener Mann zu verhalten, weil ihm einfach die Muster hierfür fehlen. Die Bindung zur Mutter wird dann sehr stark, was oftmals mit einer größeren Unselbständigkeit des Nachkommen einhergeht. Und das Ergebnis sind dann oftmals die im Abschnitt „Mutterliebe“ beschriebenen Muttersöhnchen.

Während die Mutter fürsorglich über das Kind wacht — und dies gelegentlich auch übertreibt —, ist es die Aufgabe des Vaters, es an die Hand zu nehmen und in die Welt der Erwachsenen zu überführen, damit es imstande ist, eigenständig zu leben. Mutterliebe schenkt Geborgenheit, Vaterliebe Orientierung.

„Schau mal, Papa, was ich kann!“ Das Kind fischt mit solchen Aussagen nach Anerkennung, nach Liebe. In solchen Situationen sollten Eltern ihrem Kind Erfolgserlebnisse verschaffen. Wenn Eltern es an der notwendigen Anerkennung fehlen lassen, werden die Erwachsengewordenen ihren Kindern wahrscheinlich ebenfalls zu wenig Anerkennung und Liebe zukommen lassen.

Manche Jungs riskieren Kopf und Kragen, um von ihren Vätern ein wenig Anerkennung und Liebe zu erheischen. Gewährt ein Vater seinem Kind Anerkennung und Zuneigung, wird es auch weiterhin sein Bestes geben, um sich diese Anerkennung und Liebe zu verdienen.

Der Kampf um die Anerkennung kann für das Kind aber auch zu einer schwer schulterbaren Last werden. Die Anerkennung des Vaters spielt für viele Kinder eine zentrale Rolle in ihrer emotionalen Entwicklung. Wertschätzung, Interesse und klare Zuwendung vermitteln Sicherheit und Selbstvertrauen. Bleibt diese Anerkennung jedoch aus, kann das Kind in einen dauerhaften Kampf um Aufmerksamkeit geraten: gute Leistungen, angepasstes Verhalten oder ständiges Bemühen, „gut genug“ zu sein.

Dieser innere Druck führt oft zu Selbstzweifeln, Angst vor Fehlern oder einem übersteigerten Perfektionismus. Manche Kinder versuchen ein Leben lang, Erwartungen zu erfüllen, die nie ausgesprochen wurden. Fehlt dabei die bestätigende Rückmeldung des Vaters, kann dies zu langfristigen Belastungen führen — etwa zu geringem Selbstwertgefühl oder emotionaler Erschöpfung.

Ein wertschätzender, präsenter Vater hingegen stärkt das Kind nachhaltig: durch echtes Interesse, verlässliche Unterstützung und klare, respektvolle Kommunikation.

Abschließend lässt sich sagen: Die Vaterfigur ermöglicht dem Kind, Mut, soziale Verantwortung und Gemeinschaftssinn zu entwickeln. Ein hilfreicher und guter Vater fördert die Kooperation mit dem Kind und stellt seine Autorität nicht in den Vordergrund.

Die väterliche Rolle wird oft verbunden mit Echtheit, Klarheit, Verlässlichkeit und der Förderung von Selbstverantwortung. Aber auch wenn gute Väter eine eher fordernde Haltung einnehmen, sind sie in der Regel dennoch liebevoll orientiert.

Erotische Liebe

Bei dieser Form der Liebe geht es vorerst einmal nicht darum, die ganze Welt zu umarmen, sondern um den Wunsch, sich mit einer Person — von Dreierbeziehungen und dergleichen einmal abgesehen — zu vereinigen.

Aber selbst wenn man sich nur mit einem Menschen vereinigen kann und will, liebt ein wahrhaft Liebender in der Vereinigung mit diesem einen Menschen die ganze Welt. Insofern ist erotische Liebe wesentlich mehr als nur sexuelle Begierde, da man versucht, die Abgetrenntheit von der Natur beziehungsweise von Gott durch diese Vereinigung zu überwinden. Sex ist die Kraft, die alles entstehen lässt, und Liebe die Kraft, die alles zusammenhält.

Erotische Liebe umfasst laut Erich Fromm Körper, Seele, Gefühl, Denken sowie eine spirituelle Dimension — und stellt somit eine vollständige Verbindung zweier Menschen dar. Sie bedeutet, den anderen Menschen in seinem innersten Wesen wahrzunehmen, was weit mehr als Verliebtheit beinhaltet, nämlich die Durchdringung der Persönlichkeit des anderen. Erotische Liebe ist freiwillig und besitzt einen aktiven Charakter. Sie setzt zwei autonome, reife Menschen voraus. Sie ist demnach Handlung, und nicht bloßer Hormonzustand.

Erotische Liebe ist nicht zu verwechseln mit dem „Egoismus zu zweit“, wenn beispielsweise zwei Verliebte nur einander lieben und alles andere von ihrer Liebe ausschließen. Eine einsame Zweisamkeit! Auch der Wunsch, den anderen zu beherrschen oder in der einen oder anderen Form Besitz von ihm zu ergreifen, sollte nicht mit erotischer Liebe verwechselt werden.

Erotische Liebe ist nach Fromm Teil einer umfassenden Grundhaltung der Liebe, neben dieser zu entwickelnden Fähigkeit auch in der Vereinigung mit dieser einzigen Person alles andere zu lieben.

Nach Platon ist erotische Liebe ein Antrieb zur Schönheit, der vom Körperlichen zum Seelischen aufsteigt. Ursprung der erotischen Liebe ist die Sehnsucht nach Ganzheit, wobei die Liebe zu einem schönen Körper nur die „erste Stufe“ darstellt. In einer zweiten Stufe erkennt man, dass Schönheit mehr als ein einzelner Körper ist — sie ist ein Prinzip. In der dritten Stufe beginnt der Aufstieg zum Geistigen. Man schätzt Tugend, Charakter, Bildung, und nicht nur äußere Schönheit. In der vierten Stufe entwickelt sich die Liebe zu schönen Gedanken, Wissenschaft und Kultur, und in der fünften Stufe wird die Liebe zur Schönheit selbst, welche die höchste Form darstellt, da sie nicht mehr von Menschen oder Dingen abhängig und somit ein zeitloses, göttliches Prinzip ist.

Die sogenannte „platonische Liebe“ ist der geistige Teil dieses Aufstiegs (Stufen drei bis fünf), also die höheren Stufen des Eros. Bei Platon ist Erotik der Motor, der die Seele zur vollkommenen, überkörperlichen Schönheit führt.

Selbstliebe

Viele meinen ja, es wäre egoistisch oder gar eine Sünde, sich selbst zu lieben. Ein ziemlicher Schmarrn, würde ich einmal sagen! Selbstliebe sollte nicht mit Egoismus beziehungsweise Selbstsucht verwechselt werden.

Nur jemand, der sich selbst liebt, schafft damit die Voraussetzung, auch andere wirklich lieben zu können. Ein Mensch, der sich für andere aufopfert und kaum an sich selbst denkt, kommt meist nicht gut an, da die anderen ja merken, wie unwohl er sich dabei fühlt.

Kinder, Lebenspartner und sonstiges Umfeld des unzufriedenen Aufopfernden entwickeln möglicherweise Schuldgefühle. Denken Sie nur an Mütter, die sich für ihre Kinder „krummlegen“. Was passiert da wohl im Kopf und im Herzen der Kinder? Die denken natürlich: „Mama geht es so schlecht, weil wir da sind.“ Außerdem vermittelt eine so agierende Mutter ihren Kindern, das Leben sei hart und nicht schön — und das Leben einer Frau im besonderen Maße. Und warum ist das wohl so? Weil sie von ihren Eltern — meist von ihrer Mutter — möglicherweise gelernt hat, dass „es eben so ist“, dass Frauen für andere da zu sein haben („Sei gefällig“). Würde sie sich mehr um sich selbst kümmern und mehr Zeit für sich nehmen, wäre sie ausgeglichener und psychisch und körperlich gesünder, was auch bei ihren Kindern und ihrem sonstigen Umfeld positiv aufgenommen werden würde.

Klar, wer nur sich selbst sucht, hat auch die Fähigkeit zu lieben eingestellt. Aber ist es nicht so, dass gerade der Selbstsüchtige einen Mangel an Selbstliebe zu verzeichnen hat und deswegen ungesunde egoistische Züge aufweist? Gesunde egoistische und altruistische Handlungsweisen sollten sich im Gleichgewicht halten. Wie auch immer: Selbstliebe ist jedenfalls etwas völlig anderes als ungesunder Egoismus, als Selbstsucht. Menschen mit einem hohen narzisstischen Selbstwert sind psychisch instabil und abhängig von der Bewunderung anderer. Menschen mit einem hohen authentischen Selbstwert sind dagegen psychisch stabil und fähig zu einer reifen Liebe.

Für manche mögen obige Ausführungen jetzt ihr Weltbild in Frage stellen, da ja gerade christliche Lehren — das Gebot der Nächstenliebe — und die buddhistische Heilslehre vermitteln, das eigene Leben diene insbesondere dazu, andere zu unterstützen. Wenn in der Bibel steht „Geben ist seliger denn nehmen“ oder „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann heißt das jedoch nicht, den Nächsten mehr lieben zu sollen als sich selbst. Fangen Sie lieber beim „Selbst“ an, dann können Sie auch die Fähigkeit entwickeln, andere wirklich zu lieben, vielleicht sogar „wie sich selbst“.

Friedrich Nietzsche meinte, Selbstliebe ist die Voraussetzung der Selbstverwirklichung. Ohne Selbstachtung wird der Mensch „herdenhaft“. Die Liebe zu anderen hat nicht viel Wert, wenn man sich selbst verachtet.

Wie Erich Fromm vertrete auch ich die Auffassung, dass Liebe eine Grundhaltung, eine Einstellung gegenüber allen Objekten und Subjekten ist — und damit auch die eigene Person einschließt.

Abschließend lässt sich sagen: Selbstliebe ist kein Egoismus, sondern eine Grundbedingung jeder reifen Liebe.

Selbstliebe bedeutet, sich selbst als wertvolles Wesen anzuerkennen, für das man Verantwortung trägt. Die Liebe zu sich selbst ist wie die Nächstenliebe Grundlage für jede andere Form der Liebe.

Man kann nur geben, was man besitzt. Erkenne und schätze ich meinen Selbstwert, gelingt es mir auch besser, andere wertzuschätzen. Sorge ich in angemessener Weise für mich selbst, kann ich auch für andere besser sorgen. Verstehe ich mich selbst besser, bringe ich auch mehr Verständnis für andere auf.

Reife Selbstliebe ist nicht Selbstsucht, die versucht, ein inneres Vakuum zu füllen. Selbstliebe ist auch nicht Egoismus. Ganz im Gegenteil: Egoismus entsteht aus Mangel an Selbstliebe.

Selbstliebe ist ein „aktives Tun“ und umfasst die Fürsorge für das eigene Leben, die Verantwortung für eigene Entscheidungen, den Respekt vor der eigenen Würde und das Wissen um die eigene Natur.

Ein weit entwickelter Mensch liebt sich selbst in dem Maße, dass er fähig ist, Gutes für die Gemeinschaft zu tun.

Liebe zu Gott

Für Erich Fromm ist Gott nicht primär ein äußeres Wesen, sondern ein Symbol für menschliche Ganzheit, Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe, Mitmenschlichkeit und das eigene moralische Ideal. Fromm hat eine „humanistische“ Gottesvorstellung und spricht von „humanistischer Religion“. Gott repräsentiert für ihn das, was im Menschen selbst wachsen soll. Gott ist das Symbol der innersten menschlichen Kräfte.

Die Liebe zu Gott ist für Fromm die Liebe zum Menschsein. Er interpretiert Gottesliebe als eine Form der Selbstverwirklichung und der Liebe zum Leben selbst. Der Mensch ist dazu aufgerufen, die eigenen ethischen Potenziale zu entfalten, Verantwortung für das eigene Sein und Handeln zu übernehmen und anderen Menschen mit Güte und Reife zu begegnen. Gott zu lieben bedeutet, das Höchste im Menschen zu lieben.

Ein humanistischer Gott ist die Quelle menschlicher Kraft. Er fordert Reife, Verantwortung und Freiheit, und führt zu reifer Gottesliebe.

Im Vergleich zum Christentum, Islam und Judentum gibt es beim Buddhismus keinen „personalen“ Wegweiser, keinen personalen Gott. Die Liebe zu einem personalen Gott wird ersetzt durch die Liebe zum Leben, das Mitgefühl für alle Wesen und die Erkenntnis der Wirklichkeit. Damit kann ich persönlich etwas anfangen. Die buddhistische Sichtweise ist ziemlich nahe an Fromms humanistischer Gottesauffassung.

Nun, ich kann mich mit keiner Weltreligion besonders anfreunden, da jede Religion eine Vielzahl von dogmatischen Elementen enthält und meist für sich beansprucht, die einzig wahre zu sein. Ich halte diese Sichtweise der Ausschließlichkeit für eine äußerst arrogante und auch einfältige Denkweise, die letztendlich zu Elend und Leid, zu Missachtung der Menschenwürde, zu Aggression, zu unheilbringenden Auseinandersetzungen bis hin zu Kriegen führt. Sehr wohl bin ich jedoch davon überzeugt, dass es eine höhere Wesenheit, eine unbegrenzte Form von Liebe und Energie gibt, die ich als Gott bezeichnen würde. Die Energie, die jedes Jahr die Bäume wieder grün werden lässt, die Seelen von Menschen formt, und vieles andere mehr, ist für mich Gott.

Die Liebe zu Gott kann man meines Erachtens nicht eingleisig sehen.

Die bedingungslose und ewige Liebe der Schöpfung zu uns wird erwidert durch unsere Liebe zu Gott. In islamisch orientierten Texten finden sich Stellen, die beschreiben, dass sich die von Gott ausgehende Liebe in jedem Objekt — also auch in uns — befinde und auch wieder zu Gott strebe.

In der jüdischen Weisheitsliteratur wird von der Liebe gesprochen, welche den Tod überwindet und auf das gesamte Universum bezogen ist. Im Neuen Testament wird die wechselseitige Liebe zwischen Gott und den Menschen beschrieben, und dass die Liebe des Menschen zum Menschen gleichzeitig ein Zeugnis der menschlichen Liebe zu Gott sei. All diesen Ansichten ist etwas abzugewinnen, denke ich.

Was soll auch dieser menschenverachtende Blödsinn, den Glauben anderer zu verurteilen? Wer kann sich das anmaßen? Solche Menschen spielen Gott, lästern somit Gott und erhalten konsequenterweise die in der jeweiligen Religion hierfür vorgesehene Strafe — wenn man der jeweiligen Religion Glauben schenken möchte. Da findet man sich auf einmal im Fegefeuer oder in der Hölle oder in der ewigen Verdammnis wieder, und eben nicht neben Gott. Davon wollen aber viele „Gläubige“ — oder sollte ich sagen „Scheinheilige“ — nichts wissen. „Wer von euch ‚Gläubigen‘ sich anmaßt, die einzig wahre Religion zu vertreten, der werfe den ersten Stein!“

Gottesliebe entspringt dem Bedürfnis, das Getrenntsein von ihm zu überwinden und die verlorene Einheit mit Gott, mit dem Kosmos wiederzuerlangen. Ich glaube, dass Menschen, die das nichterfüllende und trostlose Dahinvegetieren in einer materiellen Welt satthaben, in der sie lediglich mitschwimmen, um irgendwo dazuzugehören, in der sie von turbokapitalistischen Interessen zu kleinen unbedeutenden Rädchen in einer riesigen Maschinerie der Gier degradiert werden, in der Beziehungen zu Menschen nach ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis beurteilt werden, in der toten Dingen ein höherer Wert beigemessen wird als lebendigen — dass diese Menschen in solch einer Gesellschaft wieder Gott und ihre Liebe zu ihm entdecken, wie auch immer der Einzelne ihn sich vorstellen mag.

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, bitte wieder teilen. Danke dafür. Ihnen eine angenehme Zeit. Wenn Sie, werte Leserin, werter Leser, im Verlagsgeschäft tätig sind, oder einen Verlag kennen, der meine Artikelserie „Persönliche Entwicklung“ in Form eines Buches veröffentlichen könnte, wäre ich Ihnen für eine diesbezügliche Kontaktanbahnung, Vermittlung und dergleichen sehr dankbar.

Noch ein privates Anliegen
, werte Leserinnen, werte Leser,

in diesem Blog, den ich alleine ohne jede fremde Unterstützung – inhaltlich wie finanziell – betreibe, steckt mein Herzblut. Ich möchte meine diesbezügliche – meines Erachtens nutzbringende – Aktivität keinesfalls einschränken. Der Zeitaufwand hierfür reduziert jedoch meine Möglichkeiten für den Broterwerb. Für eine Spende wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Spendenkonto:

Uwe Froschauer

IBAN: DE41 7015 0000 1008 3626 40

BIC: SSKMDEMMXXX

Wenn Sie bei der Überweisung im Vermerk „Spende“ eingeben, wäre das sehr hilfreich für eine korrekte Zuordnung.

Vielen Dank!

Herzlichen Dank auch für bereits eingegangene Spenden.

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

Ein anderer Bestell-Link als Amazon ist leider nicht möglich, da das Hochladen über andere Plattformen trotz wochenlangem Versuchen und unbeantworteten Anfragen mir nicht gelang.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

Kategorien
Blog Beiträge

Donald Trump zwischen Friedens- und Kriegspräsident

Von Uwe Froschauer

Donald Trump, der 45. und wieder 47. Präsident der Vereinigten Staaten, polarisiert wie kaum ein anderer Staatsmann seiner Generation. Seine außenpolitischen Entscheidungen wirken auf manche wie ein Versuch, die Rolle Amerikas als Friedensstifter wiederzubeleben, während andere sie als aggressiven Imperialismus kritisieren. Trump vereint scheinbar widersprüchliche Strategien: Verhandlungen und Waffenstillstände einerseits – militärische Interventionen, territoriale Ambitionen und ökonomische Kontrolle andererseits.

Im folgenden Artikel soll seine Politik anhand von vier zentralen Konflikten beleuchtet werden: Palästina, Ukraine, Venezuela und Grönland – und zeigen, wie sich in ihnen unterschiedliche Seiten seiner Präsidentschaft widerspiegeln.

1. Palästina: Ein strategischer Waffenstillstand

Hintergrund

Der Gaza-Konflikt ist kein neues Phänomen: Jahrzehntelange Konfrontationen zwischen Israel und der Hamas haben wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen und humanitären Katastrophen geführt. Seit dem Jahr 2007 kontrolliert die Hamas den Gazastreifen, während Israel wiederkehrende, meist unverhältnismäßige militärische Operationen gegen Palästina führt.

Ein oft ausgeblendeter Aspekt des Gaza-Konflikts ist die Rolle der israelischen Politik selbst bei der Stabilisierung der Hamas-Herrschaft. Unter Benjamin Netanjahu wurde über Jahre hinweg zugelassen, dass finanzielle Mittel – vor allem aus Katar – mit Wissen und Billigung Israels in den Gazastreifen gelangten. Offiziell sollte damit ein humanitärer Kollaps verhindert werden, faktisch jedoch trug diese Praxis zur Verfestigung der palästinensischen Spaltung bei. Eine politisch und territorial getrennte palästinensische Führung schwächte die Aussicht auf eine verhandlungsfähige Einheit – und damit auf eine Zweistaatenlösung. Die Hamas wurde so weniger aus Sympathie geduldet als aus strategischem Kalkül: als radikaler Gegner, der jeden ernsthaften Friedensprozess von vornherein blockierte.

Trumps Rolle

In der zweiten Amtszeit gelang Trump im Oktober 2025 ein Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas, der zur Freilassung der letzten israelischen Geiseln führte und einen – wenn auch fragilen – Frieden ins Leben rief.

Er präsentierte einen „Friedensplan für Gaza“ mit 20 Punkten, der unter anderem ein Ende der Kämpfe, einen Übergangsrat und den Abzug militärischer Kapazitäten der Hamas vorsah.

Kritische Einordnung

Auf den ersten Blick erscheint dies als pazifistische Errungenschaft: zwei Konfliktparteien zur Einstellung der Gewalt bringen und Geiseln befreien. Doch Trump verhandelte seine Lösungen schwerpunktmäßig aus einer relativen Stärke heraus, ohne wirkliches Vertrauen zwischen den Parteien zu schaffen und ohne tragfähige langfristige Strukturen.

Ein besonders strittiger Punkt war zeitweise Trumps Vorschlag, dass die USA den Gazastreifen „übernehmen“ könnten, um eine „Freiheitszone“ zu schaffen – eine Idee, die international Empörung auslöste und von Staaten wie Saudi-Arabien und anderen abgelehnt wurde.

Hier zeigt sich die ambivalente Haltung Trumps: Einerseits Vermittlung und Waffenstillstand, andererseits die Bereitschaft, territoriale Kontrolle oder politische Neuordnung – notfalls auch ungeachtet internationaler Souveränität – in Betracht zu ziehen.

In Trumps Gaza-Rhetorik schimmerte zeitweise eine kuriose Idee durch: Er sah in seiner Funktion als Geschäftsmann den zerstörten Küstenstreifen weniger als politischen Konfliktraum, denn als ungenutztes Potenzial. Gaza wurde von ihm sinngemäß als mögliche „Riviera des Nahen Ostens“ beschrieben – als Raum für Wiederaufbau, Investitionen und touristische Verwertung, sofern Sicherheit und Kontrolle gewährleistet seien. In dieses Denken fügt sich auch der wiederkehrende Verweis auf die Energieressourcen vor Gazas Küste ein, insbesondere das seit Jahren politisch blockierte Gasfeld Gaza Marine. Frieden erscheint aus dieser Sicht nicht primär als Ergebnis von Gerechtigkeit oder politischer Selbstbestimmung, sondern als Voraussetzung wirtschaftlicher Verwertung. Die von Trump hergestellte Stabilität wäre unter diesem Aspekt sozusagen als Vorleistung für renditeorientierte Investitionen zu sehen.

Besonders deutlich zeigt sich die Ambivalenz von Trumps Friedensrhetorik und -politik in seinem Umgang mit Benjamin Netanjahu. Trotz schwerwiegender völkerrechtlicher Vorwürfe und internationaler Ermittlungen gegen Benjamin Netanjahu empfing Trump den israelischen Ministerpräsidenten mehrfach demonstrativ und ohne erkennbare politische Distanz. Während Trump das Völkerrecht gegenüber geopolitischen Gegnern als Maßstab moralischer Ordnung betonte, verliert es im Bündnisfall mit Israel seine bindende Kraft. Die massiven zivilen Opferzahlen in Gaza, darunter mehr als zwanzigtausend getötete Kinder, werden so nicht zum Anlass politischer Konsequenzen, sondern diplomatisch relativiert. Einen Kinder- und Völkermörder empfängt man nicht, Herr Trump. Das gilt auch für Sie, Herr Merz und Herr Orban.

Trump präsentiert sich gleichzeitig als Verfechter von Recht und Ordnung und fordert internationale Gegner wie Russland, Iran oder China regelmäßig zur Einhaltung von Normen auf, ignoriert aber beim engen Verbündeten Israel genau diese Normen. Das erzeugt den Eindruck, dass Völkerrecht in den Augen Trumps nicht für alle gleichermaßen gilt.

Trumps Politik offenbart damit eine selektive Friedenslogik: Frieden und Recht gelten nicht als universelle Prinzipien für ihn, sondern als Instrumente, die je nach strategischem Nutzen angewendet oder ignoriert werden. Den Vorwurf der Doppelmoral muss Trump sich gefallen lassen.

2. Ukraine: Friedensbemühungen unter Druck

Hintergrund

Seit dem von den USA inszenierten Euromaidan 2014 steht die Ukraine im Krieg mit dem östlichen Teil des Landes. Seit dieser Zeit bis zur großangelegten russischen Invasion im Februar 2022 wurden im Donbass mehr als 14.000 Menschen vom Kiew-Regime getötet. Die USA führten insbesondere unter dem Biden-Regime einen Stellvertreterkrieg, bei dem kein einziger US-amerikanischer Soldat sein Leben ließ, dafür Hunderttausende Ukrainer und viele Russen. Die USA kämpfen bis zum letzten Ukrainer in diesem Krieg, den die NATO unter maßgeblicher Führung der USA durch die ständige NATO-Osterweiterung provozierte. Nicht wer den ersten Schritt macht ist der Aggressor, sondern wer zu diesem ersten Schritt zwingt, erkannte schon der italienische Staatsmann Niccoló Machiavelli vor circa 500 Jahren.

Die internationale „Gemeinschaft“ – inklusive der NATO und der EU – unterstützt Kiew mit Waffen, Geld und diplomatischem Beistand. Aktuell spielen kriegstreiberische, die Kriegswirtschaft ankurbelnde europäische Führer wie Friedrich Merz, Keir Starmer, Emmanuel Macron, Ursula von der Leyen oder der NATO-Generalsekretär Mark Rutte den dicken Maxen, und wollen es auf einen nicht gewinnbaren Krieg ankommen lassen, der Europa in Schutt und Asche legen kann und wahrscheinlich wird, wenn diesen verantwortungslosen, inkompetenten, die Wirtschaft ihrer Länder an die Wand fahrenden und rücksichtslos den europäischen Bürgern gegenüber agierenden Bellizisten nicht Einhalt geboten wird.

Donald Trump möchte diesen Krieg beenden.

Trumps Ansätze

Trump hat wiederholt erklärt, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine beenden zu wollen. Er sprach von einer möglichen Übereinkunft und sagte, es gebe „Grundlagen für ein Abkommen“. Zudem übt er – in meinen Augen berechtigten – diplomatischen Druck aus, vor allem auf ukrainischer Seite, sich schneller auf Verhandlungen einzulassen.

In Berichten wurde betont, dass Trump Verhandlungen fördern wolle, wobei er Kiew eher zu Zugeständnissen drängte als Moskau ernsthaft zu konfrontieren. Nach meinem Ermessen war und ist Trumps Verhalten in diesem Fall legitim, zumal Russland Kriegsgewinner ist – was seit Beginn des Konflikts klar war. Die europäischen Bellizisten wollen jedoch den Gewinner Russland zu einem Friedensdiktat drängen. Dass Russland mit den wesentlich besseren Karten in der Hand darüber nur lachen kann, dürfte jedem, der bis drei zählen kann, klar sein. Aber das kann halt nicht jeder in Europa.

Der von den USA vorgeschlagene, ursprüngliche 28-Punkte‑Friedensplan für die Ukraine sah unter anderem vor, dass die Ukraine bestimmte Gebiete abtritt, insbesondere die Regionen (Oblaste) Luhansk und Donezk im Donbas, ihre Streitkräfte reduziert, und auf einen NATO-Beitritt verzichtet.
Diese Fassung hätte die russische Kontrolle über die Krim, Luhansk und Donezk anerkannt, einschließlich Gebieten, die das russische Militär noch nicht besetzt hat, und hätte gleichzeitig den Status von Cherson und Saporischschja an der Kontaktlinie eingefroren. Die Bestimmungen würden die ukrainischen Streitkräfte von 800.000 Soldaten auf 600.000 Soldaten begrenzen, sowie einen NATO-Beitritt der Ukraine ausschließen und dem Land Sicherheitsgarantien gewähren. Sie beinhalteten außerdem Maßnahmen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die sehr zum Vorteil der USA gereichen würden, sowie zum Wiederaufbau und zu humanitären Fragen wie zum Beispiel einem Gefangenenaustausch.

In meinen Augen war das ein realistischer Plan – mit Ausnahme der unbegründeten Vorteilsverschaffung für die USA –, da Russland den vom Westen provozierten Krieg in militärischer Sicht eindeutig gewonnen hat, egal was die europäischen „Spitzenpolitiker“ diverser Regierungen uns einreden wollen.

Trump inszeniert sich als Vermittler, doch viele Analysen sehen hier weniger echten pazifistischen Idealismus. Trump wollte und will Frieden um jeden Preis – selbst auf Kosten der territorialen Integrität der Ukraine. Doch seine Methoden werfen bei vielen Skeptikern Fragen auf: Geht es wirklich um Frieden oder um einen schnellen Deal, der die USA politisch entlastet?

Die USA konzentrieren sich momentan unter anderem auf Venezuela, ein Land das angeblich mehr Erdölreserven besitzt als Russland und Saudi-Arabien zusammen. Man spricht von 303 Milliarden Barrel Öl – das sind rund 17 % der globalen Ölreserven. Auch an seltenen Erden, Gold und anderen Metallvorkommen fehlt es Venezuela nicht. Der Geschäftsmann Trump scheint pragmatisch zu denken. Da es in der Ukraine und in Russland schwerer ist, an Rohstoffe ranzukommen, fokussieren die USA ihre Anstrengungen momentan auf das nicht weit entfernte Venezuela. Auch Nachbarländer wie Guyana – vor deren Küste reiche Ölvorkommen entdeckt wurdenund Kolumbien oder auch Mexiko haben Angst, die nächsten Opfer der wieder einmal völkerrechtswidrig agierenden US-Amerikaner zu sein.

3. Venezuela: Bellizismus und Ressourcenkontrolle

Hintergrund

Venezuela steckt seit Jahren in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Rechtswidrige Beutezüge, Korruption und Misswirtschaft, vermutlich auch Drogenhandel und illegale Waffengeschäfte können Präsident Nicolás Maduro wahrscheinlich angelastet werden. Diese Missstände haben das einst blühende, rohstoffreiche Land international isoliert.
Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela waren schon unter den Präsidenten Bush und Obama angespannt und verschärft. Die Verstaatlichung der Ölindustrie in Venezuela nervten verständlicherweise die Erdölfirmen, insbesondere die US-amerikanischen. Donald Trump spricht von einem Raub amerikanischer Vermögenswerte, zumal Venezuela den ausländischen Erdöl-Unternehmen keine Entschädigung zahlte.
„Das illegitime Maduro-Regime nutzt das Öl aus diesen gestohlenen Ölfeldern, um sich selbst, Drogenhandel, Terrorismus, Menschenhandel, Mord und Entführung zu finanzieren“, schrieb Trump am 16. Dezember auf Truth Social.

Aber muss man den Chef des Landes deswegen gleich entführen und die Hauptstadt bombardieren? Diese völkerrechtswidrige Aktion sollte Konsequenzen haben, wird sie aber vermutlich nicht, zumal die USA zurzeit die stärkste militärische Macht weltweit darstellen, gegen die sich keiner aufzubegehren traut.

Die Charta der Vereinten Nation, die Menschenrechte, das Völkerrecht, die Verfassung der USA und die Verfassungen der überfallenen Länder interessieren mittlerweile kaum mehr einen. Die Macht des Stärkeren dominiert das internationale Recht.

Was sich Anfang Januar 2026 genau ereignet hat:

In der Nacht zum 3. Januar 2026 führten US‐Streitkräfte eine groß angelegte Militäraktion in Venezuela durch, bei der Ziele in Caracas bombardiert und die Verteidigungssysteme ausgeschaltet wurden. Im Rahmen dieser Operation „Absolute Resolve“ drangen US-Spezialeinheiten (Delta Force) in die Präsidentenresidenz ein und nahmen Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Adela Flores De Maduro fest. Sie wurden in die USA gebracht, um dort wegen Drogen- und Waffenhandel vor Gericht gestellt zu werden. Ihnen – ebenso wie ihrem Sohn – drohen lebenslange Haftstrafen. Bei dem Einsatz kamen dutzende Soldaten und Sicherheitskräfte ums Leben, nach venezolanischen Angaben auch Zivilisten. Die USA gaben zudem an, künftig die Kontrolle über Venezuelas Ölverkäufe und Einnahmen übernehmen zu wollen, was international für erhebliche Kritik sorgt. Die Anklage des mutmaßlichen Drogen- und Waffenhandels Maduros scheint nur vorgeschoben zu sein, um an das venezolanische Öl zu kommen.

Durch die Festnahme Maduros kontrollieren die USA nun venezolanische Ölressourcen und diktieren die Bedingungen ihrer Nutzung. Das Öl in den USA wird knapp, Venezuela verfügt über sieben Mal so viel Öl wie die USA.
Nach dem militärischen Einsatz der USA und der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro hat sich Delcy Rodríguez, die bisherige Vizepräsidentin und enge Verbündete Maduros, als „interimistische Präsidentin“ faktisch an die Spitze der venezolanischen Regierung gesetzt. Dies geschah auf Grundlage einer Entscheidung des Obersten Gerichts und mit Unterstützung des Militärs, um eine verfassungsmäßige Nachfolge zu gewährleisten. Allerdings ist ihre Position politisch umstritten: Trump und die US-Regierung haben Rodríguez öffentlich als Übergangs- oder Interimspräsidentin akzeptiert und erwarten von ihr Kooperation, vor allem in Fragen der Ölindustrie und politischer Ausrichtung, was Rodríguez nach anfänglichen Anti-USA-Parolen auch signalisierte.

Trump kündigte an, die Kontrolle über Venezuela „für Jahre“ zu behalten und die Ölindustrie gezielt zu lenken. Venezuela hat angekündigt 30 bis 50 Millionen Fässer Erdöl an die USA abzugeben, und aus den Erlösen US-amerikanische Güter zu kaufen.

Die US-amerikanische Aktion in Venezuela ist Ausdruck bellizistischer Politik in Form von militärischer Intervention, Machtprojektion und ökonomische Kontrolle. Die US-Initiative in Venezuela untergräbt die Souveränität des Landes, verletzt Völkerrecht und nutzt die reichlichen Ressourcen Venezuelas. Diese Politik ist nichts anderes als eine moderne Form von Imperialismus.

Hier manifestiert sich Trumps „America First“, Trumps „MAGA-Manie“ – nicht als defensiver Schutz, sondern als aktives Eingreifen zur Sicherung strategischer Ressourcen und geopolitischer Positionen.

Der Überfall auf Venezuela ist möglicherweise nur der erste Schritt zu weiteren Angriffen und Bedrohungen in Lateinamerika.
Das momentane imperialistische Vorgehen der USA erinnert doch sehr an die ersten, insbesondere englischen Einwanderer in Nordamerika, die in einem ersten Schritt die indigene Bevölkerung im Osten zurückdrängten und dezimierten, sich in einem zweiten Schritt die Mitte der heutigen USA durch einen Jahrhundert-Deal sicherten, indem sie den Franzosen beziehungsweise Napoleon Bonaparte, der für seine schwachsinnigen Feldzüge in Europa Geld benötigte, das Gebiet für lumpige 15 Millionen Dollar abkauften, und in einem dritten Schritt sich den Westen der heutigen USA einverleibten, indem sie Krieg gegen Mexiko führten – und schnell gewannen–, den die USA provozierten, jedoch die Mexikaner unvorsichtigerweise begannen.

Ist jetzt womöglich ganz Lateinamerika dran? Mexiko, Kuba und Kolumbien hat Trump bereits gedroht. Manche befürchten auch, dass die Venezuela-Aktion der Trump-Regierung der Auftakt zu einem Krieg mit China sein könnte, da das Reich der Mitte Venezuela seit vielen Jahren das Öl abkauft und seine diesbezüglichen Verträge gefährdet sieht. Xi Jinping bekräftigte bei einem Treffen mit dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in Moskau, dass China Venezuela bei der Wahrung seiner Souveränität, nationalen Würde und sozialen Stabilität entschlossen unterstützen werde. Er beschrieb die Beziehung aus langfristiger strategischer Perspektive als eine „eiserne“ Freundschaft.
Aufgrund der militärischen Dominanz der USA werden sich China und auch Russland sowie andere Unterstützer Venezuelas wie der Iran und Kuba vermutlich noch zurückhalten – zumindest was die militärische Unterstützung angeht.

4. Grönland: Zwischen Sicherheit und Annexion

Hintergrund

Grönland, ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, ist mehr als nur eine dünn besiedelte Insel im Nordatlantik. Historisch war es ein geopolitischer Außenposten, der während des Kalten Krieges durch die US-amerikanische Thule Air Base zur Schlüsselposition im globalen Raketenfrühwarnsystem wurde. Heute rückt Grönland erneut ins Zentrum strategischer Überlegungen: Das Schmelzen des arktischen Eises öffnet neue Seewege, macht Rohstoffe wie seltene Erden, Uran und Öl zugänglich und verstärkt die militärische Relevanz der Region angesichts des wachsenden Einflusses Russlands und Chinas.

Die Idee eines US-Erwerbs von Grönland ist kein Novum. Schon im 19. und frühen 20. Jahrhundert spielten Überlegungen zu einer Annexion oder zumindest einer wirtschaftlichen Kontrolle Grönlands in der US-Politik eine Rolle. Doch unter Donald Trump gewinnt diese Idee neue Dringlichkeit und öffentliche Sichtbarkeit. Sein Vorschlag, Grönland zu kaufen oder – notfalls – unter amerikanische Kontrolle zu bringen, zeigt: Die grönländische Bevölkerung, die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung anstrebt, bleibt bei dieser bellizistischen, imperialistischen Vorgehens- und Denkweise Trumps unberücksichtigt, was die Widersprüchlichkeit seines außenpolitischen Handelns besonders deutlich macht: Frieden wird instrumentalisiert, wo er nützt, und Dominanz wird durchgesetzt, wo sie möglich ist.

Trump argumentierte dabei, dass Grönland für die Sicherheitsinteressen der USA „lebenswichtig“ sei, dass Dänemark weder militärisch noch finanziell in der Lage sei, die Insel ausreichend zu schützen, und dass die USA faktisch ohnehin bereits die Hauptlast der Verteidigung trügen (über die Thule Air Base und die NATO).

Donald Trump hat jüngst öffentlich erklärt, dass die USA in Bezug auf Grönland „etwas tun werden, ob es ihnen gefällt oder nicht“ und dabei ausdrücklich militärische Optionen nicht ausgeschlossen. Er formulierte es so, dass die Vereinigten Staaten eine Übernahme „auf die einfache Art“ bevorzugen würden (etwa ein Abkommen), aber auch bereit seien, es „auf die harte Art“ zu machen, falls Dänemark oder Grönland nicht kooperieren.

Trumps Position

Trumps Behauptung, die USA könnten Grönland besser schützen als Dänemark, offenbart sein machtpolitisches Denken besonders deutlich. Sicherheit wird hier nicht als gemeinschaftliche Verantwortung innerhalb eines Bündnisses verstanden, sondern als Legitimation für Kontrolle. Der Schutzanspruch wird zur Besitzlogik: Wer schützt, darf bestimmen. In dieser Argumentation verwandelt sich ein autonomes Territorium eines NATO-Partners in ein strategisches Objekt, dessen Souveränität hinter militärischer Zweckmäßigkeit zurücktritt.

Während Trump andernorts als Friedensstifter auftritt, zeigt sich bei seinem Vorgehen in Sachen Grönland ein anderes Muster – es zeigt die bellizistische Seite von Trumps Außenpolitik in Reinform. Das strategisch hochgradig exponierte und rohstoffreiche Territorium ist für die USA seit Jahrzehnten von militärischem und wirtschaftlichem Interesse. Trumps öffentliche Vorschläge, Grönland zu kaufen oder notfalls unter amerikanische Kontrolle zu bringen, illustrieren sein transaktionales Denken: Souveränität wird zum verhandelbaren Gut, territoriale Integrität zum Hindernis amerikanischer Interessen. Es beschreibt sein handlungs- und nutzenorientiertes Vorgehen, bei dem Entscheidungen nicht primär von Prinzipien, Werten oder Normen geleitet werden, sondern von taktischem Gewinn, Interessen und Kosten-Nutzen-Abwägungen. Trump ist mehr Geschäftsmann denn wertegeleiteter Präsident.

Diese Position Trumps hat zu einer diplomatischen Krise mit Dänemark und der EU geführt, die solche Ansprüche ausnahmsweise mal zurecht als Gefährdung der NATO und der internationalen Ordnung betrachtet. Andererseits, für was brauchen wir die NATO? Seit Auflösung der Sowjetunion ist der zum Angriffsbündnis mutierte Pakt eigentlich obsolet geworden, da von Russland in meinen Augen keinerlei Gefahr ausgeht. Aber vielleicht benötigen wir ja bald ein Verteidigungsbündnis gegen die USA, wenn sie mit ihren imperialistischen, völkerrechtswidrigen Bestrebungen fortfahren. Wer weiß, vielleicht ein „eurasisches Bündnis“? Der Albtraum der USA!

Fazit

Donald Trump inszeniert sich als Friedensstifter in einer Welt der Dauerkrisen – und zweifellos hat er Konflikte entschärft, Verhandlungen angestoßen und militärische Eskalationen gebremst. Doch sein Verständnis von Frieden bleibt widersprüchlich. Es ist kein normativer, universeller Frieden, der sich aus Recht, Gleichheit und Schutz der Schwächsten speist, sondern ein selektiver Frieden, der dem Kalkül der Macht folgt. Wo Frieden amerikanischen Interessen dient, wird er energisch verfolgt; wo er Bündnisse belastet oder strategische Vorteile gefährdet, verliert er an Bedeutung. Trumps Außenpolitik oszilliert damit zwischen Deeskalation und Dominanz, zwischen Vermittlung und Machtausübung.

Der Grönland-Konflikt illustriert eine aggressive Expansion – teilweise unter dem Vorwand nationaler Sicherheit, doch mit deutlicher imperialer Komponente. Drohungen gegen einen NATO-Partner sind ein seltener, aber umso drastischerer Ausdruck von Trumps bellizistischer Seite.

Die US-amerikanische Politik verstößt zunehmend gegen die regelbasierte internationale Ordnung, so dass sich die Frage stellt, ob die immer wieder betonte, „westliche“ Wertegemeinschaft noch glaubwürdig ist. In meinen Augen ist sie es nicht mehr in Anbetracht der europäischen Kriegstreiber, die den Krieg in der Ukraine nicht enden lassen wollen, sowie der Agitationen der USA, die sich um internationales Recht nicht mehr zu scheren scheinen, wie ihre Machenschaften in Venezuela unschwer erkennen lassen.

Ob Donald Trump als Friedenspräsident oder als Kriegspräsident in Erinnerung bleiben wird, entscheidet sich weniger an seinen Worten als an der Frage, ob seine Politik Konflikte tatsächlich löst – oder sie lediglich in eine neue, fragilere Ordnung überführt. Letztendlich entpuppt sich der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika als ein weiterer Präsident – wie schon Vater und Sohn Bush oder Barack Obama –, der Amerika auf Kosten anderer Länder „great again“ machen möchte. Mit dem ersehnten Friedensnobelpreis wird das so nichts. Obwohl, Obama hat ja in diesem weltweiten Preisverleihungs-Kasperletheater auch einen bekommen, wenn auch die USA unter seiner Führung allein 2016 mit sieben verschiedenen Ländern Krieg führten.
Nun, ein Trostpflaster hat Trump schon erhalten. Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat ihm bei einem Treffen im Weißen Haus ihre Goldmedaille des Friedensnobelpreises 2025 überreicht – als Dank für seine Rolle beim Sturz Maduros. Trump nannte es eine „wundervolle Geste“. Zur Präsidentschaftsfavoritin in Trumps Gnaden wird Machado deswegen wohl trotzdem nicht werden. Der Dealmaker Trump setzt in seinem Ölrausch vermutlich auf die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, solange dies Dame ihm und den US-amerikanischen Ölmagnaten gefügig ist

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, bitte wieder teilen. Danke dafür. Ihnen eine angenehme Zeit.

Noch ein privates Anliegen
, werte Leserinnen, werte Leser,

in diesem Blog, den ich alleine ohne jede fremde Unterstützung – inhaltlich wie finanziell – betreibe, steckt mein Herzblut. Ich möchte meine diesbezügliche – meines Erachtens nutzbringende – Aktivität keinesfalls einschränken. Der Zeitaufwand hierfür reduziert jedoch meine Möglichkeiten für den Broterwerb. Für eine Spende wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Spendenkonto:

Uwe Froschauer

IBAN: DE41 7015 0000 1008 3626 40

BIC: SSKMDEMMXXX

Wenn Sie bei der Überweisung im Vermerk „Spende“ eingeben, wäre das sehr hilfreich für eine korrekte Zuordnung.

Vielen Dank!

Herzlichen Dank auch für bereits eingegangene Spenden.

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

Ein anderer Bestell-Link als Amazon ist leider nicht möglich, da das Hochladen über andere Plattformen trotz wochenlangem Versuchen und unbeantworteten Anfragen mir nicht gelang.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

Kategorien
Blog Beiträge

Iran: Nur Mullas eines Regimes? Es sind Islamisten!

15. Januar 2026, von Albrecht Künstle

– Aufstand für bessere Lebensbedingungen unter dem Islam?

– Ein Blick in die Besonderheit der schiitischen Herrschaft

– Warum die Israelis dem Gemetzel kein Ende setzten?

Im Zusammenhang mit dem Aufstand großer Teile der Iranerinnen und Iraner gegen “die „Mullahs“ wird in den westlichen Medien, fast verharmlosend, stets vom “Kampf gegen das Regime” gesprochen. Doch Regimes gibt es überall auf der Welt, auch ohne dass diese vergleichbar blutig gegen ihr Volk vorgehen wie im Iran. Der Hauptunterschied liegt darin, dass dieses iranische “Regime” nichts weniger ist als ein islamisches Herrschaftssystem, eine islamische Herrschaftsform auf Grundlage des Koran, und so lautet der Name des Landes seit 1979 auch ganz konkret „Islamische Republik Iran“. “Republik” klingt harmlos, ist es aber nicht – und wurde es erst recht auch nicht dadurch, dass der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier skandalöserweise den dortigen Herrschern zum 40. Jahrestag ihrer islamischen Revolution gratulierte (was sogar berichtete den “Tagesspiegel” erheblich befremdete). Dass Steinmeiers diese Grußbotschaft auch noch “im Namen meiner Landsleute” aussprach, erfüllt eigentlich den Straftatbestand der üblen Nachrede: Zumindest in meinem Namen postete er diese Glückwünsche definitiv nicht. Welche Leute glaubte er diesbezüglich hinter sich zu haben?

In diesem Beitrag soll es um die Ausprägung des iranischen, schiitischen Islam gehen. Während von den rund 1,6 Milliarden Muslimen weltweit rund 85 Prozent Sunniten sind, ist dieses Verhältnis im Iran in etwa umgekehrt. In der Verfassung der “Islamischen Republik” ist die Zwölfer-Schia verankert, zu der weltweit 175 Millionen Muslime gehören sollen. Deren „12 Imame“ sind nicht zu verwechseln mit den 12 Aposteln der „Tafelrunde“ Jesu – und waren auch allesamt weit weniger friedlich als die 12 Jünger. Die Zwölfer-Schiiten gedenken in Trauerzeremonien und mit Selbstgeiselungen an die Imame und andere Angehörigen der Familie des „Propheten“ Muhammad, der sich nicht wie Jesu auf Weissagungen und wundersame Heilungen beschränkte, sondern viele Kriege führte, und seine Glaubensbotschaft nicht mit dem Wort, sondern dem Schwert verbreitete (dies ist bis heute der zentrale Unterschied zwischen Christentum und Islam). Dabei kamen natürlich nicht nur Gegner ums Leben, sondern auch der eine oder andere „Glaubenskrieger“. Die Zeremonien finden ihren Höhepunkt zum „Märtyrertod“ von Imam al-Husain ibn ʿAlī und seiner Verwandten in der Schlacht von Kerbela. Hingegen führte unter den 12 christlichen Apostel Petrus die einzige überlieferte „Schlacht“, als er bei der Verhaftung Jesu einem römischen Soldaten ein Ohr abschlug.

Verschärfte Versorgungslage

Doch wie ist das Verhältnis zwischen dem theoretischen und praktischen Islam im Iran? Spielt die Religion bei diesem Aufstand überhaupt eine Rolle? Den Medien nach gehe es bei den aktuellen Protesten angeblich „nur“ um die laufende Verschlechterung des Wohlstandes, um steigende Inflation und die wirtschaftliche Krise. Dies sind sicherlich gewichtige Faktoren, denn der galoppierende Verfall des Rial in den letzten Wochen hat die mächtigen, bisher das Regime stützenden Basaris veranlasst, aus Protest ihre Geschäfte zu schließen. Die hierdurch noch weiter verschärfte Versorgungslage, eine kaum noch existierende Wasserversorgung in der 15-Millionen-Metropole Teheran und eine relativ gut ausgebildete junge, aber extrem unzufriedene und desillusionierte Generation ohne Berufschancen sind die Gründe für diesen Aufstand, der sich einreiht in frühere Widerstandsaktionen gegen das Regime der jüngeren Vergangenheit. So weit, so richtig; aber es gibt auch Gründe, über die in den Medien nicht berichtet wird.

Die “Islamische Republik Iran” ist ein Staat, in dem die Religion fast jeden Aspekt des sozialen Lebens prägt. Die Abkehr vom Islam (selbst eine Konversion zum sunnitischen Islam wird so gewertet) kann mit dem Tode bestraft werden. Laut Volkszählung 2011 waren offiziell 99,4 Prozent der Einwohner Muslime, wobei Studien zufolge in den letzten Jahren ein zunehmender Wandel in den religiösen Überzeugungen der Bevölkerung eingesetzt hat: Nur noch ein Drittel verstehe sich einer Umfrage zufolge als schiitisch, was die Mullahs und ihre Revolutionsgarden gleichermaßen auf (dort gar nicht vorhandene) Palmen bringt; 22 Prozent gaben zuletzt sogar an, keiner Religion oder Weltanschauung anzugehören. Weitere 7 Prozent sind Sunniten und 9 Prozent bezeichneten sich als Atheisten. 47 Prozent gaben in anonymen Befragungen (also geheim) an, ihre Religion verloren zu haben. Man könnte sagen, dass den Mullahs ihre Anhänger in ähnlicher Weise davonlaufen wie der SPD ihre letzten gutgläubigen Wähler. Formale Austritte wie aus unseren Kirchen gibt es im Iran natürlich nicht.

Zwei Drittel aller Moscheen geschlossen – doch im verbliebenen Drittel wird immer radikaler gepredigt

Dementsprechend wurde – ganz anders als in Deutschland – im Iran ein starker Rückgang der Moscheebesuche festgestellt: 2023 berichtete ein hochrangiger iranischer Geistlicher, dass 50.000 der landesweit 75.000 Moscheen aufgrund des Rückgangs der Besucherzahlen geschlossen wurden. Das ist sehr aufschlussreich vor dem Hintergrund der Tatsache, dass in Deutschland gar nicht genug davon gebaut werden können. Der bewusste Geistliche mit dem Namen Doulabi machte dafür unter anderem die Misshandlung der Bevölkerung im Namen der Religion, die Verzerrung religiöser Lehren und die Verwendung religiöser Konzepte zur Bestrafung von Regierungskritikern verantwortlich. All diese Faktoren hätten im Iran zu einem wachsenden Misstrauen nicht nur gegenüber der Regierung, sondern ebenso den geistlichen Institutionen geführt. Und obwohl es keine verifizierten Statistiken über den genauen Grad der Säkularisierung gibt, deutet vieles darauf hin, dass sich immer mehr Iraner von der offiziellen religiösen Identität ihres Landes distanzieren. Deshalb laufen die Mullahs Amok: Sie sehen ihre Felle davonschwimmen. Und das zeigt sich nun auch in den überschießenden extremen Reaktionen auf die Proteste.

In den iranweit 25.000 verbliebenen Moscheen geht es indes umso islamistischer zu: Noch immer wird dort – spätestens am Ende des Freitagsgebets – den „Ungläubigen“ und der halben Menschheit der Tod gewünscht. Die Zahl der schiitischen Islamisten und Unterstützer des Regimes ist immer noch erschreckend hoch. Hingegen ist die Zahl der Juden im Iran auf etwa 10.000 geschrumpft. Dies liegt vor allem an der antizionistischen Politik der iranischen Regierung, durch die iranische Juden zuweilen verdächtigt werden, israelische Spione zu sein. Das Christentum hat in Iran ebenfalls eine lange Geschichte; heute leben in der “Islamischen Republik Iran” etwa 60.000 assyrische Christen sowie die Nachfahren der etwa 300.000 armenischen Christen, die unter den Safawiden ins Land geholt wurden. Des Weiteren gibt es römisch-katholische, anglikanische, evangelische und andere christliche Gemeinden, teilweise mit eigenen Kirchenbauten, vielfach unterdrückt und bedroht. Inwiefern sich Christen am aktuellen Aufstand beteiligen, ist nicht bekannt.

Israel kannte die Schwächen besser als alle anderen

Die iranische Verfassung erkennt Christen und Juden zwar als religiöse Minderheiten an; doch sie müssen die Kleidungsvorschriften in der Öffentlichkeit beachten und dürfen nicht missionieren. Für den Abfall vom Glauben droht Muslimen in Iran die Todesstrafe. Konvertiten kommen unter Lebensgefahr in Hauskirchen zusammen. In der Praxis sind alle Angehörigen von religiösen Minderheiten einer subtilen Form der Diskriminierung ausgesetzt wie bei der Arbeitsplatzwahl in der staatlich dominierten Wirtschaft, im Erbrecht oder bei Zeugenaussagen. Auch höhere Ämter wie Minister, Staatssekretäre, Richter und Lehrer an Regelschulen sind ihnen verschlossen. Insofern hätten Christen noch mehr Grund als Muslime, sich gegen die Mullah-Herrschaft aufzulehnen.

Mittlerweile flacht der Aufstand ab. Die Mutigsten sind bereits tot oder warten in Gefängnissen auf ihre Hinrichtung. Israel hätte dem Gemetzel schon längst ein Ende setzen können, zumal dessen Geheimdienste, aufgrund der permanenten Bedrohung Israels durch den Iran und seine Proxy-Terrororganisationen im Nahen Osten, die Strukturen der iranischen Herrscherclique besser kennt als irgendjemand sonst im Westen, auch als die US-amerikanischen Geheimdienste. Die IDF hätten en Detail gewusst, wo und wie sie zuschlagen müssen – was aber erwartbar die Hälfte der Staatengemeinschaft sogleich verurteilt hätte (schon heute sind die Anti-Israel-Demonstranten überall in der Mehrheit). Das erhoffte und in Aussicht gestellte Eingreifen der USA ist ausgeblieben, zur riesigen Enttäuschung vor allem der westlichen Diaspora der Exil-Iraner; das Zeitfenster für eine Intervention, die den Sturz des Systems hätte besiegeln können, hat sich geschlossen.

Trump und das verpasste Zeitfenster

Falls Trump doch noch militärisch tätig wird, dürfte es zu spät sein, abgesehen davon, dass er dafür ebenfalls an den Pranger komme (letzteres dürfte ihm indes egal sein, da sein Ruf ohnehin bereits ruiniert ist). Immerhin: Die großangekündigten Hinrichtungen von verhafteten Demonstranten wurden aufgrund der unmissverständlichen Drohung Trumps (noch) nicht begonnen. Dabei hätten die USA durchaus eine Bringschuld: Denn mit ihrer maßgeblichen Hilfe wurde der Schah 1979 gestürzt und durch den Großayatollah Chomeini ersetzt. Doch Schah Reza Pahlavi hatte wenigstens den Anstand, nicht auf das eigene Volk schießen zu lassen, und verließ sein Land. Soviel Anstand kann man von den Mullahs gewiss nicht erwarten, die sich ja als Stellvertreter Allahs auf Erden verstehen.

Und wohin sollten sie gehen? In der Hölle wäre wohl der beste Platz. Vielleicht erbarmen sich aber auch Frankreich, Großbritannien oder natürlich Deutschland? Mir jedenfalls bleibt in der allgemeinen Rat- und Hilfslosigkeit nur noch schwarzer Humor, wie er in dem folgenden Witz aufscheint: Zwei Mullahs, die am Ende doch noch der Teufel holte, streiten sich in der Hölle, ob das angerichtete Blutbad ausreichte oder ob man nicht noch mehr Demonstranten hätte abschlachten sollen. Kommt Allah dazu und meint, das Für und Wider nütze doch jetzt nichts mehr. Sagen diese: Halt Dich raus, Du warst ja bei dem Gemetzel nicht dabei!

Ja, Allah schaute offensichtlich weg. Und unser Gott kann sich ebenfalls nicht um alle kümmern.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/iran-nur-mullahs-eines-regimes-es-sind-islamisten/ erschienen.

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Kategorien
Blog Beiträge

G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 37

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Der Don, hah, der Sauhund, der gelbhaarige, hat sich also einreden lassen, mehr auf die ganz ursprünglichen Geschäftsmodelle der „ehrenwerten Gesellschaft“ zu schauen. Neben der klassischen Schutzgelderpressung, also speziellen Versicherungspolicen, waren das immer schon Entführungen aller Art. Die Latinoversionen dieser Bruderschaften haben aufs Entführungsbusiness schon länger ein besonderes Augenmerk, eben weil es fett Kohle bringt.

Bei der Causa Maduro steht der Durchgriff auf die größten Ölvorkommen der Welt im Fokus. Die Beute lohnt sich also.

Die Durchführung des Coups war einfach. Man musste nur aus den vielen alten Drehbüchern der „Expendables“ oder ähnlicher Action-Kracher eine Venezuela-Version zusammenschustern. Das Ergebnis lässt sich wortwörtlich als überwältigend ansehen, ganz wie ein Hollywood-Blockbuster. Exakt so wird das dem Publikum ja auch präsentiert. Weltpolitik im Action-Genre-Style. „Terminator ‚ll be back.“

Es stellt sich allerdings sofort die Frage: Was soll der ganze Zirkus?

Was bringt es, den zum Oberschurken erklärten, gewaltsam nach USA zu verschleppen? Vor allem, wenn man das dadurch entstandene Machtvakuum nicht unmittelbar mit einer eigenen Schachfigur füllt?

Sind die da bei der CIA & Co. tatsächlich so bodenlos verblödet, dass die denken, man entfernt den Mann an der Staatsspitze und hofft, der gesamte Machtapparat darunter legt sich auf den Rücken und winselt vor Unterwürfigkeit? Genau das ist aber NICHT geschehen, obwohl natürlich die entsprechenden Leute saftig geschmiert wurden. „S‘ lafft ned so, wia ses woitn, oda?“

Das Rumgedruckse und Wortgestoppel in sämtlichen Wahrheitsverkündermedien war zunächst mal, nunja…, seltsam. Wenn das so gewollt war, dann Reschpekt, Alda. Doch darauf lassen die unbeholfenen und aufgesetzt klingenden Aussagen nach der Tat kaum schließen.

Die mit dem Kriegsnobelpreis frisch gekürte Venozelanerin sollte mal ran, dann doch nicht. Dann sollte ein Landsmann, der sich bisher in Spanien die Eier krault („Se rasca los cojones“) und den niemand kennt, den „Presidente“ mimen. Dann doch nicht. Sogar die RAF, also die bei uns mit dem Schleyer etc.,  ging deutlich durchdachter vor.

Die Lehrmeister mit der steifen Oberlippe aus dem UK und ihre kettenrauchenden, braungebrannten, oberhemdenärmelaufgerollten Kollegen dürften da nur kopfschüttelnd so was wie „shocking“ von sich gegeben haben. Vielleicht hatte ja Lieutenant Frank Drebin von der Spezialeinheit das Oberkommando. „Wos wissn mia scho?“

Die Propaganda bei uns wird mehr und mehr zum Sondermüll.

Haben Sie’s mitgekriegt? Diese hinterfotzigen Russenbengel haben doch glatt kurz vor Jahreswechsel die vollkommen frei erfundene Geschichte von einem Drohnenangriff auf eines der Protz- und Lustschlösser ihres Ober-Gangsters auf das Informationsschlachtfeld geworfen. Angeblich sollte mit 91 Drohnen, womöglich sogar unter britischem Kommando, versucht worden sein, den Despoten aller Despoten in tausend Fetzen in die Luft zu jagen. Dabei wären alle 91 „Bienenmännchen“ vorher abgeschossen worden. Geht’s noch unglaubwürdiger?

Nach unbestätigten Gerüchten aus der Küchenbelegschaft eines dieser pittoresk bescheidenen Landgütern in „good ol‘ England“ sollen dort vorher von höchster Stelle die in billigen Gangsterfilmen gebräuchlichen Worte gefallen sein: „Laßt es wie einen Unfall aussehen.“ Dies entbehrt natürlich jeglicher Grundlage.

Zwar eliminiert, d.h. meuchelt, das „Imperium der Lügen“ schon geraume Zeit reihenweise kluge, intelligente und unbestechliche Führungskräfte der Russen in Schlüsselpositionen. Übrigens auch bei den Iranern und nicht genehmen Arabern.

Blöd für die Mullahs und Putin ist, dass sie nicht mit der gleichen Methodik zurückschlagen können, weil auf der Gegenseite einfach nichts an vergleichbaren Persönlichkeiten existiert. Oder können Sie sich da, also bei uns, einen klugen, nicht-korrupten und wirklich intelligenten Führungskopf vorstellen? „Des hamma ned. Des kriang ma so schnoi nimma rei! Mia hamm jetz a KI…und scho länga an diafn Stood.“

„Hoffentlich werd’s net so schlimm wie’s scho is!“ Karl Valentin

Der Begriff „Bizarr“ wäre eine Untertreibung sondergleichen für das Schauspiel der Europäer. Man will den Leibhaftigen aus einer Position der Stärke zum Kotau zwingen und die Friedensbedingungen diktieren. Jedoch ist der eigene Zustand so dermaßen erbarmungswürdig, dass es nicht überraschend wäre, wenn Putin den europäischen „Koalitionären der Willigen“ schamhaft einen Euro zustecken würde, wie man das bei bedürftigen Bettlern halt so macht.

Um auch nur entfernt auf Augenhöhe zu kommen, müssten die Europäer schon in funktionierende und eigenproduzierte Hyperschall-Fluggeräte steigen und ganz, ganz hoch fliegen. Man ist von einer Gleichstellung mit Rußland so weit entfernt wie ein Merz von der Wahrheit oder von einer lässig souveränen Ausstrahlung.

„Die Westeuropäer haben sich durch eine Mischung aus Selbstüberschätzung, Ersetzen von Politik durch PR für das heimische Publikum, verbunden mit einer umfassenden Abschottung von der Realität, selbst aus dem Spiel genommen“, wie Gert-Ewen Ungar ohne Rücksicht „diese Bande von Idioten“ (Klaus Kinski) feinsinnig abwatscht.

Gekonnt souverän und dennoch unerbittlich benennt das Rainer Mausfeld; „Die globale Machtausdehnung des Westens beruhte keineswegs auf seiner höheren Sittlichkeit oder seiner „höheren Kultur“. Sie beruhte auf militärischer und technologischer Gewaltüberlegenheit. Sie beruhte auf Kolonialisierung, Sklavenhandel, imperialen Kriegen und wirtschaftlicher Erpressung.“

Das, was wir sehen, ist immer nur die Spitze des Eisbergs.

Die Nummer mit dem tagelangen Stromausfall im „Kalkutta an der Spree“, auch Shithole genannt, könnte doch auch ein hinterhältiges Manöver der Mächtigen sein, um einmal zu sehen, wie denn der Pöbel so reagiert in einer solchen Situation. Bei Corona wurde ja gleich der Krieg ausgerufen. Gegen ein nicht fassbares Etwas, das nur als computeranimiertes, virtuelles Gebilde existierte.

Allerdings schätzen immer mehr Leute den damaligen Irrsinn inzwischen ein als Testlauf – oder eben Manöver – wie weit man mit Maßnahmen jedweder Art denn gehen kann. Sogar ein Durchschnitts-Kommisskopp weiß, nur mit möglichst realitätsnahen Übungen bekommt man valide Ergebnisse. Wie blöd die Masse inzwischen ist bzw. wieviel Scheiße der Pöbel zu fressen bereit ist, bevor’s unkontrollierbar krawallig wird, erfährt man halt nicht mit Computermodellen.

Die schnelle Identifikation der „Vulkangruppe“ (geiler Name!) als Täter zeigt, wie toll und flott die Behörden arbeiten, v.a. wenn ein Bekennerschreiben vorliegt. Diesmal von „Linksterroristen“. Das wurde mindestens so intensiv auf richtig oder gefälscht geprüft wie die Hitler-Tagebücher. Großes Indianerehrenwort!

Der größte Teil der sog. alternativen Medien reagiert wie gewollt und haut aus seinem Links-Rechts-Gedankengefängnis auf die „Linken“ ein. E voilà. Wieder mal die Spaltung erfolgreich vertieft. Das Pack schlägt plangemäß aufeinander ein.

Alle Insassen des Rests der Kolonie können sich schon mal, im Wortsinn, warm anziehen. Berlin war nur eine Probe. Das große Theater kommt erst noch.

Willkür ist die neue Weltordnung. Nichts Neues, nur der Zynismus ist offener.

Die x-te Aufführung des Farbrevolutions- bzw. Maidan-Drehbuchs in Iran wird in „UnsererDemokratie“ von „den Guten™“ in keiner Weise erkannt. Zumindest sind die Reaktionen darauf die immer gleichen Floskeln und Phrasen. Gelernt ist halt gelernt.

Stets läuft der gleiche Film ab. Brandstifter, angeleitet durch die Profis aus dem „Imperium der Lügen“, legen Feuer. Dann werden die Gaffer mit Kanistern versorgt und mit Geld, oder sonstigen Methoden, gezwungen, daraus weiter Öl ins Feuer zu gießen.

Wenn dann die Behörden die besonders Aktiven aus dem Verkehr ziehen wollen, kommt mit Garantie eine Drohung vom „Master of Chaos“ aus Washington, jede Maßnahme gegen die Brandbeschleuniger, im orwell’schen Neusprech „demokratische Freiheitskämpfer“ oder „heldenhafte Demonstranten“ (NYT), mit aller Gewalt zu bekämpfen.

Der lange geplante Militärschlag hat dadurch seine „moralische“ Rechtfertigung und man kann auf „Go!“ drücken. So kann man jeden unprovozierten, ungerechtfertigten und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg als „Schutz von Menschenleben“ etikettieren. „Stark, hah!“

Die Stärke des Rechts, ob auf individueller Ebene oder als Völkerrecht, ist nun unübersehbar ersetzt worden durch das Recht des Stärkeren. Okay, eine Lüge weniger.

Veränderung beginnt nicht mit Optimismus, sondern mit Ehrlichkeit.

Im Wertewesten ist es inzwischen so, wie Edgar Allan Poe schon vor rund 200 Jahren mal geschrieben hat. Die Patienten haben ihre Ärzte und Pfleger eingesperrt, die nun ihrerseits den Verstand verlieren. Der Wahnsinn hat gesiegt.

Jeder mongolische Yakmilchmelker hat mehr Lebensweisheit, mehr Durchblick im Weltgeschehen, einfach unendlich mehr Verstand und Vernunft, als bei uns die unzähligen, nichtsnutzigen, dummschwätzerischen und Phrasen dreschenden Gestalten. Das sind vorrangig die ansonsten gut bezahlten Leute mit Hochschulabschluss und ggfls. Doktor- und/oder Professoren-Titel, die sich für „links“ halten und die bei jeder Gelegenheit von Klima, vegetarischem Essen sowie von diskriminierten Ausländern und Frauen reden und die Corona-Verbotsmaßnahmen genauso fanatisch befürwortet haben, wie jetzt den Russenhass.

Übrigens soll eine neue Studie angeblich belegen, dass die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 noch besser sind als gedacht. Sie schützen nicht nur vor COVID, sondern vor allen Erkrankungen – und sogar vor Unfällen. Sicher auch gegen Putin.

Die weiteren Aussichten.

Es kommen herrliche Zeiten, in denen jeder Bürgergeld-Empfänger Millionär sein wird. Wie vor gut hundert Jahren…

Mit jedem Sylvester wird es klarer, wie das mit den vielen Raketenwissenschaftlern verstanden werden soll, die seit 2015 verstärkt „UnsereDemokratie“ bereichern.

Die Dinge werden im Jahr 2026 ein völlig neues Niveau erreichen. „Guantánamo ist schon bald überall.“

Im „Imperium der Lügen“ bestimmen die unmenschlichsten Menschen der Welt über die Welt, in der wir leben. Deshalb halten Sie’s am besten mit Tolstoi:

„Das Leben lieben heißt Gott lieben“, denn „Gott ist das Leben.“

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel erschien zuerst bei AnderweltOnline unter

IBAN: DE41 7015 0000 1008 3626 40

BIC: SSKMDEMMXXX

Wenn Sie bei der Überweisung im Vermerk „Spende“ eingeben, wäre das sehr hilfreich für eine korrekte Zuordnung.

Vielen Dank!

Herzlichen Dank auch für bereits eingegangene Spenden.

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände

Kategorien
Blog Beiträge

Teil 3 zum Jahr der großen Rentenreform 2026

10. Januar 2026, von Albrecht Künstle

– Einbeziehung der Beamten in die Rentenversicherung

– Ob überhaupt, und wie das technisch möglich wäre

– Ja, Berlin entschied sich für einen anderen Irrweg

Der Chor derer, die zur „Rettung der Rentenversicherung“ gerne die Beamten einbeziehen wollen, wird wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr verstummen – außer in der Berliner Politik, die sich auch auf diesem Gebiet verbarrikadiert und eine zweite Brandmauer errichtet hat: Wie einige partout nicht mit der AfD wollen, so wollen andere partout nicht mit der Rentenversicherung. Denn es gibt durchaus berechtigte Zweifel, ob eine Integration der Beamten in die Gesetzliche Rentenversicherung selbiger nützen oder nicht eher schaden würde. Höheren Einnahmen durch die Rentenbeiträge von und für Beamte würden nämlich logischerweise auch entsprechend höhere Ausgaben zur Folge haben. Aber nicht nur das; weil Beamte, statistisch festgestellt, etwas länger leben als Normalsterbliche, wäre der Rentenversicherung ein Bärendienst erwiesen – denn die bisherigen Beitragszahler müssten die längere Rentenbezugsphase der emeritierten “Staatsdiener” (?) mittragen; zum einen weiter über Steuern, aus denen die Beamtenpensionen bisher finanziert werden, und dann natürlich über höhere Beiträge zur Rentenversicherung.

Was innerhalb der bisherigen Beamtenversorgung dringend abgeschafft werden sollte, ist der sogenannte Endgehaltsbezug. Diesen gab es bis 2001 auch bei Angestellten des Öffentlichen Dienstes, ebenso bei den Kirchen: Die Gehälter der letzten drei Jahre vor Rentenbeginn bestimmten neben der Beschäftigungsdauer die Höhe der Zusatzversorgung. So ist bei der Beamtenversorgung heute immer noch: Hier bestimmen sogar nur die letzten zwei Arbeitsjahre die Höhe der Pensionen. Deshalb gibt es kurz vor der Pensionierung regelmäßig einen Boom an Beförderungen – zu Lasten der Steuerzahler.

Gedankenspiele zu Übergangslösungen

Würden sich die Pensionen, wie bei den Angestellten, auch an den Anfangs- und weiteren Bezügen orientieren, dann würde sich der unanständige Abstand der Altersversorgung der Beamten zu derjenigen der Angestellten etwas verringern. „Die Nettopension nach Abzug von Steuern und Beiträgen zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung kann auf knapp 80 Prozent vom Netto geschätzt werden. Die Nettogesamtrente (der Arbeiter und Angestellten) liegt aber nach Abzug der Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nur bei 65, maximal 75 Prozent vom Netto“, ermittelten die Versicherungsmathematiker Dr. Friedmar Fischer und Werner Siepe einmal. Das Einzige, was sich in der Beamtenversorgung nach 2001 jedoch änderte, war die Absenkung des Höchstversorgungssatzes von 75 auf 71,75 Prozent. Dieser Höchstversorgungssatz wird nach 40 Jahren erreicht – was pro Jahr also einem Anstieg um 1,79375 Prozent entspricht; der durchschnittliche Versorgungssatz liegt bei rund 67 Prozent – nach rund 37 Dienstjahren.

Es wäre möglich, wie bei der Umstellung der Zusatzversorgung geschehen, einen Schnitt zu machen: Neu Verbeamtete könnte man in die Rentenversicherung eingliedern und sie – wie auch Arbeiter und Angestellte – den halben Rentenversicherungsbeitrag zahlen lassen. Für bereits beschäftigte Beamte gäbe es zwei Möglichkeiten: Angenommen, zum Umstellungszeitpunkt ist ein Beamter bereits seit 20 Jahren im Dienst, erhält er bei der späteren Pensionierung 35,875 Prozent der Bezüge als Beamtenversorgung, und von der Gesetzlichen Rentenversicherung dann die erworbenen Ansprüche aus den letzten 20 Jahren der Beschäftigung. Es wären technisch gesehen also zwei Renten. Wenn nur noch weniger als fünf Jahre bis zur Verrentung wären, dürfte dann diese „Wartezeit“ nicht gelten.

Der Gesetzgeber geht andere Wege

Soll es hingegen nur eine statt zwei Altersrenten sein, ginge das so: Im obigen Fall wäre der bereits erworbenen Versorgungsanspruch in Euro zu ermitteln. Bei 5.000 Euro Bezügen wären das für einen Monat rund 1.794 Euro Pension, für 20 Jahre des statistischen Rentenbezugs entsprechend 430.500 Euro. Diese werden in Raten – zum Beispiel der Restjahre bis zum Erreichen des 65. Lebensjahres – in die Rentenkasse einbezahlt. Eine Doppelbelastung für die öffentlichen Arbeitgeber träte dann nicht ein, weil diese ja bisher in die Vorsorgefonds einzahlen, was dann wegfiele. Mit Beginn der Altersruhe erhält der Beamte dann eine Rente in der Höhe, als ob er die ganzen Beschäftigungsjahre rentenversichert gewesen wäre. Die erste Hälfte ist dann finanziert durch die Überweisung des ratierlichen Pensionsanspruchs durch den öffentlichen Arbeitgeber an die Rentenversicherung, die zweite Hälfte durch normale beiderseitige Rentenversicherungsbeiträge.

Doch der Gesetzgeber hat sich anstellte einer Beamteneinbeziehung und sonstiger Ansätze bekanntlich für eine ganz andere Lösung zur Rentenreform entschieden – eine hochspekulative kapitalgedeckte Variante. Das zuständige Bundesinnenministerium (BMI) schreibt auf seiner Webseite: „1999 wurde mit dem Aufbau des Sondervermögens „Versorgungsrücklage des Bundes“ begonnen. Das u. a. durch die Verminderung von Bezüge-Anpassungen (?) aufgebaute Vermögen hatte Ende Dezember 2025 einen Marktwert von rund 25,9 Mrd. Euro. Ab dem Jahr 2032 soll es zur Finanzierung eingesetzt werden. Für alle nach dem 31. Dezember 2006 neu eingestellten Beamtinnen und Beamten des Bundes wurde 2007 zusätzlich der „Versorgungsfonds des Bundes“ errichtet. Ende Dezember 2025 betrug der Marktwert rund 19,6 Mrd. Euro.

“Nachhaltigkeit” als Investment-Bedingung

Doch wie werden die Sondervermögen „Versorgungsrücklage des Bundes“ und „Versorgungsfonds des Bundes“ eigentlich angelegt? Natürlich, was sonst, grün-restriktiv: „Die Verwaltung der Mittel ist durch das Versorgungsrücklagegesetz der Deutschen Bundesbank übertragen. Diese legt die Mittel dieser Sondervermögen unter Wahrung der gesetzlichen Anlagegrundsätze Sicherheit, Liquidität und Rendite in festverzinsliche Wertpapiere und bis zu 30 Prozent in Aktien an. Auch das Thema Nachhaltigkeit fließt in die Anlagestrategie ein. Unter Berücksichtigung der von der Bundesregierung entwickelten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zur Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele gibt der zuständige Anlageausschuss ein Nachhaltigkeitskonzept für das Aktieninvestment vor.

Das BMI stellt weiter klar: “Das Konzept beinhaltet einen breiten ESG-Ansatz (Environment Social Governance), so dass Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsbelange als Kriterien und Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Ein Best-In-Class-Ansatz wird mit Ausschlusskriterien kombiniert. Diese sind z.B. die Produktion und der Handel mit verbotenen/geächteten Waffen, schwere und systematische Verstöße gegen internationale Menschenrechtsabkommen oder der Betrieb von Kernkraftwerken. Die Kapitalanlage in Unternehmen, auf die diese Ausschlusskriterien zutreffen, ist ausgeschlossen.

Auf grün gebürstete Anlagepolitik

Und: “Im Ergebnis dieses Konzeptes ist das Aktieninvestment der beiden Sondervermögen seit Juli 2021 in zwei nachhaltige Aktienindizes angelegt: zu 55 Prozent in den S&P Eurozone Bund/SV Climate Transition ESG Select Index (Euro-Raum) und zu 45 Prozent in den Euronext V.E ESG-World-select75 Bund/SV Index (Ex-Euro-Raum). Die Deutsche Bundesbank berichtet zudem regelmäßig über die Investments der Versorgungsrücklage und des Versorgungsfonds des Bundes anhand von Kennzahlen. Dazu gehören das Treibhausgas-Profil, grüne und braune Anteile der Geschäftsaktivitäten der investierten Wertpapieremittenten, energiebezogene Kennzahlen sowie Anteile von Green, Social und Sustainability Bonds.“ Soweit das BMI.

Auch hier offenbart sich also wieder eine auf grün gebürstete, bürokratische Anlagepolitik, zu der die Aktuare der Anlagegesellschaften gezwungen werden. Man stelle sich vor, die Gesetzliche Rentenversicherung würde die Rentenversicherungsbeiträge aus Rüstungsbetrieben, Stahl-, Kohle- und Gaskraftwerken, aus Autofirmen, die noch Verbrenner produzieren, aus Werften, die Kreuzfahrtschiffe bauen oder Tiefbauunternehmen, die Autobahnen und Straße bauen, dankend ablehnen – weil bei all diesen das “Treibhausgas-Profil”, die CO2-Bilanz oder sonstige weltanschauliche Compliance-Kriterien nicht passen. Denken Politiker über so etwas überhaupt nach?

Dazu übrigens noch eine Abschlussfrage: Wieviel an Renditen hat der ja bereits 1999 begonnene Aufbau des Versorgungsfonds des Bundes bisher eigentlich abgeworfen? Und werden aus diesen in 27 Jahren Kapitalaufbau erwirtschafteten Erträgen (falls vorhanden) schon Pensionen bezahlt? Wenn nein, warum nicht? Man darf gespannt sein, ob sich die berufene Rentenkommission sich mit den grundsätzlichen Fragen der Altersversorgung beschäftigen wird – oder ihr am Ende auch wieder nur die Rezepte „länger arbeiten“ und „Renten kürzen“ einfällt…

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/waere-eine-einbeziehung-der-beamten-in-die-gesetzliche-rentenversicherung-technisch-moeglich/ erschienen.

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände

Kategorien
Blog Beiträge

Teil 2 zum Jahr der großen Rentenreform 2026

09. Januar 2026, von Albrecht Künstle

– Das volkswirtschaftliche Problem mit der „Kapitaldeckung“

– Eine Vergleichsrechnung, welches System die Nase vorn hat…

In meinem Artikel von Montag zum Rententhema ging es um den Aspekt der Betrieblichen Altersversorgung zur Altersvorsorge. Dieser Beitrag ist nun dem grundsätzlichen Problem der kapitalgedeckten Altersversorgung gewidmet. Letztere wird immer mehr präferiert – auch, weil der deutschen Rentenversicherung ja gewissermaßen schon seit “ewig” der Tod prophezeit wird. Bereits 1985 verbreitete der “Spiegel” die Schlagzeile: „Dieses System ist bankrott!“. Die „Qualitätsmedien“, aber auch alternative Medien, führen als Beweis für diesen angeblichen Bankrott die Milliardenzuschüsse des Staates an die Rentenversicherung an. Dabei fließen etliche dieser Milliarden – rund ein Viertel – in versicherungsfremde Leistungen, die der Gesetzgeber nach und nach über die Jahre missbräuchlich auf die Rentenversicherung übertrug. Als Bismarck die Rentenversicherung einführte, betrug der Zuschuss noch 33 Prozent; 1957 legte der Gesetzgeber 30 fest, heute sind es rund 25 Prozent für allgemeine Leistungen, plus 5 Prozent für die Einführung und Gewährung von Kindererziehungszeiten.

Nun will der Staat vermehrt Zuschüsse für kapitalgedeckte Anlagen zur Altersversorgung leisten. Weil man Geld kaum doppelt verbraten kann (es sei denn, man hat das bei BlackRock gelernt), gehen solche Zuschüsse leider zu Lasten öffentlicher Investitionen, die dann zurückgefahren werden müssten. Bei Zuschüssen an die Rentenversicherung fließt dieses Geld umlagefinanziert im gleichen Jahr – nach dem Motto Steuern rein, Zuschuss raus – in den Wirtschaftskreislauf zurück. Die Zuschüsse sind besonders nachfragewirksam, weil Renten größtenteils wieder ausgegeben werden. Steuerfinanzierte Zuschüsse zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge werden aber erst in durchschnittlich 30 Jahren (halbe Erwerbs- beziehungsweise Ansparzeit plus halbe Rentenbezugsdauer) oder sogar noch später wieder ausgegeben.

Weitverbreitete Irrtümer

Die Aktuare der Anbieter kapitalgedeckter Altersvermögen, die mit Eigenleistungen und staatlichen Zuschüssen aufgebaut werden, haben ein Problem. Sie sind nicht nur allgemeinen Schwankungen der Finanzmärkte ausgesetzt, sondern sie müssen kurzfristige Renditeerwartungen für Beiträge der letzten Jahre des Altersvorsorgesparens mit langfristigen Erwartungen frühzeitiger Vorsorgesparer unter einen Hut bekommen. Dasselbe gilt für die Sonderwünsche der Anleger – zum Beispiel „Nachhaltigkeit“, kein Geld für fossile Energiewirtschaft, nur „klimaneutrale Aktien“, keine Anteilsscheine von Firmen aus „Schurkenstaaten“ und so weiter. Nach der Einbehaltung von 0,5 Prozent (?) Provisionen für die Vermittler und 1,5 Prozent für die Fondsverwaltung und die Manager von BlackRock & Co., und unter Berücksichtigung der (von der Europäischen Zentralbank gewollten) Inflation von zwei Prozent, müssten sie auch langfristig eine Nominalverzinsung von mindestens 4 Prozent erwirtschaften. Damit haben die Vorsorgesparer aber nichts gewonnen, sondern nur Geld gewechselt. Eine Kapitalerhaltungsgarantie durch die Anlagegesellschaften wird deshalb immer seltener. Wenn doch, dann zu Lasten der Rendite wegen der Zusatzkosten der Kapitalabsicherung.

Es ist auch ein weitverbreiteter Irrtum, dass Geld, welches in Aktien und Fonds fließt, den tatsächlichen Wert der Aktiengesellschaften und anderer Anlagen erhöht. Der Realwert entspricht dem Wert der Neuemission (Ausgabekurs mal Anzahl der Aktien), wenn eine Firma an die Börse geht und Aktien erworben werden. Und dem zusätzlichen Wert bei einer späteren Kapitalerhöhung, solange auch das Anlagevermögen erhöht wird und die Aktie nicht „verwässert“ wird. Die ganzen Gelder, die in den Aktienmarkt fließen und die Kurse erhöhen, sind Scheingewinne, die erst bei einem erfolgreichen Verkauf realisiert werden; Näheres siehe hier: „Üblicherweise übersteigt die Marktkapitalisierung eines Unternehmens den Buchwert bei weitem, weil Unternehmen an der Börse danach bewertet werden, welche Gewinne von ihnen in Zukunft erwartet werden, nicht jedoch danach, inwieweit die aktuellen Vermögenswerte des Unternehmens seine Verbindlichkeiten und Rückstellungen übersteigen. Gibt es bezüglich der Gewinnerwartungen einer ganzen Branche zu optimistische Einschätzungen, dann kann die Marktkapitalisierung auch von kleinen Unternehmen sehr hoch sein; bei der Dotcom-Blase war dies der Fall.

Langfristig sind wir alle tot…

Auch bei Wirecard beruhte die Aktienhausse auf einem Luftschloss, sprich: auf Geld, das es nicht gab. Und auf solch einem Mechanismus soll das Geschäftsmodell für eine durchschnittlich 30 Jahren entfernten Zukunft gebaut, darauf also soll vertraut werden? Ist die „Kapitaldeckung“ dann überhaupt noch vorhanden? Ist dies nicht ein Kartenhaus, das zudem auf Sand gebaut ist? KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher wiegelte in einem Interview mit “meiner” hiesigen Regionalzeitung ab, man müsse eben „Altersvorsorge mit Innovation verknüpfen“ und der Anlagehorizont müsse nur lange genug sein. “Lange genug” ist das Stichwort: langfristig sind wir alle tot – und brauchen keine Altersversorgung mehr.

Zum Abschluss eine Vergleichsrechnung zur Leistungsfähigkeit der beiden Systeme: Einmalig 1.000 Euro Beitrag in die Gesetzliche Rentenversicherung (entsprechend 5.376,34 Euro Bruttoverdienst) einbezahlt erbringt eine Jahresrente von rund 50,70 Euro (Bruttoverdienst durch Durchschnittsverdienst aller Versicherten mal Aktueller Rentenwert mal 12). Die Renten werden an die Einkommensentwicklung angepasst und dynamisiert. Bei 3 Prozent Erhöhung sind das etwa bei einem Rentenbeginn in 20 Jahren 91,57 Euro im ersten Rentenjahr. Bei 20 Jahren Rentenbezug wären das bei weiterer Dynamisierung von 3 Prozent – 1 Prozent über dem Inflationsziel der EZB –, insgesamt also 2.461 Euro Rente für den Beitrag von 1.000 Euro vor 30 Jahren.

Nun fragen Sie Ihren Politiker und Anlageberater, ob diese eine solche Ablaufleistung wie die Gesetzliche Rentenversicherung, einschließlich des vollen Schutzes bei Erwerbsminderung (!) und zusätzlich einer etwaigen Hinterbliebenenrente, für nur 1.000 Euro Beitrag garantieren werden?! Eine seriöse Bank würde für die bekannt vagen Offerten der Anbieter von Produkten einer kapitalgedeckten Altersversorgung wahrscheinlich keinen Cent Kredit gewähren…

Im nächsten Beitrag zum Thema wird es um die populistische Forderung gehen, die Beamten in die Rentenversicherung einzubeziehen und zu glauben, damit werde gut – und wie dieser Plan dennoch technisch umsetzbar wäre.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/rentenreform-2026-das-volkswirtschaftliche-problem-mit-der-kapitaldeckung/ erschienen.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln Im Januar und

Kategorien
Blog Beiträge

Welcher Zweig der Sozialversicherung krankt wirklich?

05. Dezember 2025, von Albrecht Künstle

– Die Krankenversicherung ja, auch die Rentenversicherung?

– Auch eine kleine Lektion zur Entgeltumwandlung

Die deutsche Krankenversicherung steckt in kolossalen Schwierigkeiten – aber gilt das auch für die Rentenversicherung? In Sachen Altersversorgung wird bei den Rentenversicherungsbeiträgen um jedes Zehntelprozent gestritten. Seit Jahren verharrt der Beitragssatz bei 18,6 Prozent. Die Rückkehr zu einem Beitragssatz von über 19 Prozent, welcher 21 Jahre lang galt, sogar bis zu 20,3 Prozent, wird von den Medien und der Politik geächtet und so hingestellt, als ob die Gesetzliche Rentenversicherung am Ende sei. Ist sie das wirklich? Um es vorweg zu nehmen: Nein. Wohl aber ist die Seriosität der Rentenpolitik am Ende. Während also bei den Rentenbeiträgen geknausert wird, scheint die Anhebung des Zusatzbeitrags der Versicherten zur Krankenversicherung sogar um über einem Prozent innerhalb eines Jahres kein Problem zu sein, allenfalls ein Thema. Welche Gründe für die Not der Krankenversicherung ins Feld geführt werden, ist teilweise aus den Medien bekannt. Etwas näher hingeschaut hat hingegen der Arzt Dr. Thoma Josef in seiner ihm eigenen Art (siehe hier seinen aktuellen Videobeitrag “Warum in Niederbayern die Katzen stubenrein sind”, ab Minute 5). Da plaudert ein Insider aus dem Nähkästchen – im Bayern-Style besonders köstlich!

Aber nun zu einem Reformvorhaben der neuen Bundesregierung, über die sie eine von ihr inthronisierten Kommission grübeln lassen will. Das Gremium wird 13 Mitglieder haben. Den Vorsitz übernehmen der ehemalige Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sowie die junge Professorin für Sozialrecht und Verwaltungswissenschaft Constanze Janda. Neben den beiden Vorsitzenden wird es zudem drei Stellvertreter aus den Reihen des Deutschen Bundestages geben: Pascal Reddig (CDU), Florian Dorn (CSU) sowie Annika Klose (SPD). Hinzu kommen acht wissenschaftliche Mitglieder, die von den Fraktionen von CDU/CSU und SPD vorgeschlagen werden: Prof. Dr. Peter Bofinger, Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen, Prof. Dr. Georg Cremer, Prof. Dr. Camille Logeay, Dr. Monika Queisser, Prof. Jörg Rocholl, Prof. Dr. Silke Übelmesse und Prof. Dr. Martin Werding. Außerdem wird die Deutsche Rentenversicherung einen dauerhaften Sitz als Sachverständige ohne Stimmrecht in der Kommission haben. Ein versierter „alten Hasen“ wie etwa ich, der sich seit 25 Jahren (darunter 10 Jahre intensiv) auch mit den Stärken und Schwächen der Betrieblichen Altersversorgung und denen der Riesterrente beschäftigte, fehlt leider in der Kommission.

Ausbau der Entgeltumwandlung

Aber nicht alles wollten die Rot-Schwarzen in Berlin der Kommission überlassen. So verabschiedeten sie noch im Dezember ein „Betriebsrentenstärkungsgesetz II“. Das “Versicherungs-Journal” kommentiert dieses Regelwerk am 9. Dezember 2025 so: „Das gibt Versicherungsvermittlern einen wirksamen Türöffner für ihr Firmenkundengeschäft.“ Aha! Nun sind Geschäfte zwar nicht per se unanständig; die Frage ist jedoch, in wessen Interesse und zu wessen Vorteil die Beratung erfolgt. Beispielhaft zeigt sich das bei der sogenannten Entgeltumwandung, die mit dem besagten neu verabschiedeten Stärkungsgesetz ausgebaut wird. Auch ich war ein Befürworter dieser betrieblichen Form der Altersvorsorge und bin auch heute kein Gegner von ihr. Aber sie hat nicht nur zwei Seiten, sondern gleich drei oder vier. Bei der Entgeltumwandlung wird der sozialversicherungspflichtige Lohn beziehungsweise das Gehalt um die Höhe des abgezweigten Sparbetrages gemindert, und zwar für beide Seiten: für die Arbeitnehmer, aber auch für die Arbeitgeber. Das spart beiden Seiten Sozialversicherungsbeiträge von zusammen fast 40 Prozent, wobei die Arbeitgeber ihre Einsparung, oft freiwillig oder per Tarifvertrag, den Vorsorgekonten ihrer Mitarbeiter zugutekommen lassen. Auch die Lohnsteuer verringert sich entsprechend, was natürlich attraktiv ist. Allerdings sind diese Renten dann kranken-, pflegeversicherungs- und steuerpflichtig.

Aber: Es spielt eine Rolle, wann man im Verlauf des Arbeitslebens diese Entgeltumwandlung vornimmt. In den Jahren kurz vor dem Rentenbeginn kann es vorteilhafter sein, diese einzustellen, weil Beiträge zur Rentenversicherung den gleichen Nutzen haben wie Beiträge am Beginn des Arbeitslebens. Beiträge in eine kapitalgedeckte Altersversorgung am Anfang des Berufslebens haben dagegen aufgrund der langen Dauer der Verzinsung in der Regel einen finanziellen Vorteil gegenüber erwerbbaren Rentenpunkten. Aber oft fehlt es in den jungen Jahren der Familiengründung und/oder der Kindererziehung am nötigen Geld, dieses für spätere Betriebsrenten abzweigen zu können. Doch unabhängig vom Zeitpunkt der Entgeltumwandlung: die vielen Milliarden, um die das sozialversicherungspflichtige Entgelt insgesamt herabgesetzt wird, fehlen der Gesetzlichen Rentenversicherung für die Zahlung der heutigen Renten. Dasselbe gilt für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung, der es auch ohne den Ausbau der Betriebliche Altersversorgung schon schlecht geht. Die Sozialversicherung wird insgesamt geschwächt. Und was gespart wird, fehlt bei der wirtschaftlich wichtigen Inlandsnachfrage. “Sparen bremst Wachstum” ist eine Binsenweisheit! Was also tun? Eine weitere Kommission einsetzen?

Im nächsten Beitrag geht es um die volkswirtschaftliche Seite der Abkehr von umlagefinanzierten zu kapitalgedeckten Renten.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/welcher-zweig-der-deutschen-sozialversicherung-krankt-wirklich/ erschienen.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

Ein anderer Bestell-Link als Amazon ist leider nicht möglich, da das Hochladen über andere Plattformen trotz wochenlangem Versuchen und unbeantworteten Anfragen mir nicht gelang.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

Kategorien
Blog Beiträge

„Die Guten™“ – Ein schwer begreifbares Phänomen.

Januar 6, 2026

Ein Versuch des Verstehens von Werner Roth 

Wie soll man sich an so was Schwammiges wie „die Guten™“ herantasten, das für viele locker als Markenzeichen durchgeht? Wer dieser Trademark begegnet, hat entweder keine Ahnung, was damit gemeint sein könnte, oder die Person hat schon länger und intuitiv eine sehr spezielle Vorstellung von „den Guten™“. Diese trübe Suppe schreit danach, kräftig umgerührt zu werden. 

Wie immer soll dessen ungeachtet aber auch hier betont werden, dass es die unterschiedlichsten Ausprägungen von Menschenwesen innerhalb „der Guten™“ gibt. Zwischen Voll-Gaga bis fast alt-normal ist da gleichermaßen alles Mögliche vertreten. Dennoch kann man übereinstimmende Wesenszüge und Ähnlichkeiten aufzeigen, die eine Gruppenzugehörigkeit nahelegen. 

Also, an was und wie kann man „die Guten™“ identifizieren? Was sind zutreffende Kriterien, um „die Guten™“ auszumachen? Wie müssen die Schubladen beschaffen sein, damit „die Guten™“ da reinpassen?

Vordringlich einbezogen werden muss dabei unbedingt der Begriff der „Dünkeldeutschen“, der die – vermeintlich – besser gestellten ignoranten Arroganzlinge bzw. die arroganten Ignoranten umfasst. Gerade auch solche Gestalten sind als „die Guten™“ im Umlauf.  

Wo liegt der Grenzwert in der Dosis für das Gift?  

Der naheliegendste Ansatz wäre, „die Guten™“ werden deshalb so bezeichnet, weil sie Gutes wollen. Sie wollen, dass niemand mehr ausgeschlossen bleibt, diskriminiert wird, in den Gefühlen verletzt wird, unterdrückt wird, ausgebeutet wird, einfach, dass alles gut wird. So wie bei der Agrar-Diesel-Rückerstattung, die Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, stolz als einer der größten Erfolge der Regierungsarbeit hervorhebt. Das ist doch auch supi, oder? 

Sicherheit und Freiheit für alle und jedes! Wobei man hier, wie so oft, am ewigen Geheimrat (Weiß noch wer, was das eigentlich ist?) Johann Wolfgang von Goethe wieder mal nicht so leicht vorbei kommt: „Niemand ist so hoffnungslos versklavt wie diejenigen, die fälschlicherweise glauben, frei zu sein.“ 

Das wird sarkastisch noch weiter zugespitzt von Anne Burger: „Das richtige Frei (Nein! Nicht der Thorsten! Tststs, Dummerle…) ist, nur an den eigenen Geldbeutel und die eigene Karriere zu denken. Kompromisslos und ohne einen Gedanken an den Rest der Menschheit oder die eigenen Gefühle.“ Die bezieht das hier aber mehr auf den heutigen Feminismus, der desgleichen eine unangenehm lärmende Facette bei „den Guten™“ ausmacht. 

Missgünstige Miesepeter weisen hier natürlich auf den ausgelutschten Spruch hin, dass der Weg zur Hölle gepflastert ist mit guten Absichten. Also, gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Aber hey, leben wir nicht im besten Deutschland aller Zeiten? Nein? Nicht wirklich? Ein Ösi würde dazu trocken meinen: „Gäh Schaißn! Heast!“ 

Alles in allem kann man doch trotzdem nichts dagegen haben, oder?  

Denn „die Guten™“ sind doch ganz im Sinne des ollen Goethe unterwegs und streben nach dem Wahren, Schönen und Guten. Naja, das mit dem „Schönen“ ist durchaus relativ, wenn man sich die Grazien da so anschaut. Habbels und Blablubb waren dahingehend nur optische Köder für Verstand, Sinn und Niveau befreite Zeitgenossen. In der Schlapphutbranche nennt man das „Honigfalle“. „Weas mog… is hoid ned fia an jedn.“ 

Das mit dem „Wahren“ ist auch nicht so einfach, da bei „den Guten™“ ja die Realität per Sprechakt gebildet wird, ganz nach der Frankfurter Schule von Marcuse, Adorno und Habermas. Eine wirklich wahre Realität mit einer darin verankerten Wahrheit kann es demnach nicht geben, weil doch alles, also auch die Wahrheit, erst durch Worte (Sprechakt, siehe Geschlechtswahl) geformt wird. Die LGBTQI+-Problematik steht hier exemplarisch als Aushängeschild.

Kurz und schmerzvoll bedeutet das, jeder kann sich seine eigene Wahrheit aus seinen eigenen Worten basteln. Ein möglichst undurchdringlicher Wortdschungel bzw. gigantische verbale Müllberge sind äußerst hilfreich bei der Verschleierung eines jeglichen Sinns. Die Werke der eben aufgeführten Frankfurter Schule und deren zahlreichen Nachfolger sind dabei unübertroffen vorbildlich. Wer braucht denn schon Sinn? „Hauptsache, ihr habt Spaß!“ sagt doch auch die Werbung. 

Das passt wie Auge auf Topf. Oder Faust auf Deckel. Ach …  

Das grundlegende Maß der Zugehörigkeit zu „den Guten™“ ist die Betroffenheit. Betroffen sind sie gern, „die Guten™“. Wenn das Betroffenheitsfass dann mal von zu vielen Krokodilstränen überläuft, füllt es umgehend das Reservoir der Empörung. 

Empört wird sich noch lieber als in Betroffenheit zerfloßen. Aber immer gegen das Richtige, also gegen Rechts, gegen CO 2, gegen einfach alles, was den offiziellen Geschichten widerspricht. „Ist der Feind bekannt, hat der Tag Struktur“, grinste schon Volker Pispers ins Publikum. Das Leben kann so einfach sein.

Da entspringen dann auch die Quellen für Beleidigungen aller Art. Gottseidank gibt es heutzutage professionelle Hilfe von zahlreichen gott-… ääähh…, selbstlosen Organisationen, gern NGOs genannt, die mit Steuergeldern bestens ausgestattet sind. Die unterstützen jede Amtsperson bzw. prominente Person bei der Geltendmachung ihrer Schmerzensgelder für die unflätig verletzten und missachteten Gefühle durch Hass&Hetze von nichtsnutzigen Staatsdelegitimierern. 

Dazu passt die Kurzbeschreibung unserer Zeit und vielleicht der Moderne überhaupt: „Ich will mit mir nichts zu tun haben!“ Ergänzend könnte man anfügen: „Mit allen anderen auch nicht!“ Selbsthass und Hass und Hetze gegenüber anderen schließen sich nicht aus, sondern sind offenkundig aufeinander angewiesen und verstärken sich gegenseitig. Könnte man meinen… 

Andererseits müssten „die Guten™“ eigentlich, bei der Vehemenz, mit der sie sich selbst und untereinander ohne Unterlaß auf die Schulter klopfen beim gegenseitigen Lamettabehängen (Nein! Früher war NICHT mehr Lametta!), schon längst ungespitzt im Boden versunken sein. Das kann man dann unter Selbstherrlichkeit oder Geltungssucht verbuchen, die den Selbsthass verdecken und konterkarieren helfen sollen. 

Der Vorläuferbegriff war der „Gutmensch“, aber der ist offensichtlich weitflächig verschwunden. 

Wer gegen das Böse schlechthin, also gegen die Nazis, kämpft, ist doch zwangsläufig auf Seiten „der Guten™“, schon aus Gründen der Polarität der Welt. Der guuude Michael Klonovsky hat dazu mal einen rausgehauen, das treffender zur Beschreibung „der Guten™“ nicht sein könnte: „Es ist die Nazimentalität auf der Nazisuche“. 

Um Missverständnisse zu vermeiden, sei darauf hingewiesen, dass „Woke“ und „die Guten™“ nicht deckungsgleich sind. Zwar sind alle „woken“ auch bei „den Guten™“ anzutreffen, aber umgekehrt gilt das nicht. Der Spruch mit der Nazimentalität trifft aber auf beide zu. So unbedingt wie Gratismut a la „Antifa muss nicht in JVA…“ 

Doch was ist mit den grundlegenden Absichten bei „den Guten™“? Von Vielfalt und Buntheit bleibt real nur Einfalt und Eintönigkeit. Statt Achtung der individuellen Unterschiede wird alles und jedes auf Gleichförmigkeit gebürstet. Doppelmoral, Doppelstandards und Doppeldenk sind dabei zwingend notwendige, fundamentale Wesensmerkmale. 

Gratismut und Verantwortungslosigkeit dürfen hier natürlich nicht unterschlagen werden. Wir leben ja schon länger in einer Gesellschaft, in der niemand mehr für irgendwas verantwortlich ist. So wird der Umstieg zur seelenlosen, rein maschinellen KI-Verwaltung von allem, noch mehr befördert. Das Fundament hierfür ist ein infantiles Entwicklungsstadium, das niemals abgelegt wurde. 

Nur am Rande sei hier noch auf die totale Humorlosigkeit, die vollkommene Ironieabsenz und die personalisierte Unlustigkeit (u.a. Blinddarm-Bosetti) „der Guten™“ hingewiesen. Motto: Platte Flach-Witze für seichtesten Niveau-Limbo ohne jegliche Substanz oder Tiefe. „Asonstn kannt oam ja jeda bläd dahea kemma, oda?“ 

Deutschland war mal Exportweltmeister. Jetzt sind wir Weltmeister im Export von Weltanschauung.

So durften wir am Beginn der „tödlichsten Pandemie der Weltgeschichte“ von einer damaligen Bundesministerin, die niemand mehr kennt oder kennen muss, erfahren, dass im Grundgesetz stehen würde, „wir“ müssten jedes Leben retten. Ab da haben wir dann endlich die Glaubensauffassung des Jainismus, einer indischen Sekte, ins Grundgesetz integriert. 

„Die Guten™“ benehmen sich sowieso mehr wie ideologische Sektierer für Regierungsunterwürfigkeit und sind darin tatsächlich religiösen Predigern gleich. Sie verkünden Heilslehren, definieren Ketzer und drohen mit dem Weltuntergang – nur dass ihre Offenbarung nicht göttlich, sondern mit der richtigen Haltung, nämlich ihrer „eigenen“, tatsächlich der von oben vorgegebenen, begründet wird. 

Wer „glaubt“, muss nicht argumentieren. Wer seinen politischen Standpunkt sakralisiert, erhebt ihn über jede rationale Diskussion. Die eigene Position wird zur moralischen Wahrheit, Andersdenkende zu Häretikern. 

„Die Guten™“ sind vielleicht deshalb autoritär ohne Vitalität. In ihrem spätimperial dekadenten Habitus produzieren sie die blödsinnigsten Sprachregelungen und willkürlichste Zensur. Dazu schlagen sie in einer Art um sich, die immer mehr an die Raserei eines Durchgedrehten erinnert. 

Die Guten™“ sind völlig unfähig, ihre eigene Unvollkommenheit zu ertragen. 

Demzufolge wollen diese „Suizidversager“ (© by Rudi Birkenberger; „D‘Häifte vo’m Driihimtiiihm“) zuerst alle anderen, die sie daran erinnern, aus dem Weg räumen. Das bis zum Ende durchgedacht läuft jedoch auf das Motto vom „Highlander“ hinaus: „Es kann nur Einen geben!“ Roberto de Lapuente meint lässig souverän dazu: „Kurz gesagt: Der Andere muss weg. Egal wie. Es ist doch unsere Demokratie. Ganz allein unsere.“ 

Da hilft auch nicht das „tägliche Bad in unangemessener Überheblichkeit“, wie Gerhard Mersmann genial formuliert, denn „sie treibt die Großmannssucht bemitleidenswerter Versager.“ Würde man die besonders eifrigen unter „den Guten™“ als ein menschliches Individuum sehen, wäre es wegen seiner Psychosen, Neurosen, seiner Aggressionen und seines unterirdischen IQs längst in der Geschlossenen. 

Wenn „die Guten™“ überhaupt denken, dann nicht logisch, sondern ideologisch.  

Um wieder zu Sinnen zu kommen, müssten sie ihre ideologische Konditionierung, die durch Medien, Beruf und Ausbildung installiert wurde, aus ihrem Hirn wieder tilgen. Allerdings betrifft dies alle Bewohner des „Imperiums der Lügen“, nicht nur „die Guten™“. „Do brauchns ned so vadruggst dua. Sie sann do a mit gmoand!“ 

Denn alle hier groß gewordenen haben genau die Vorstellung über die Welt, die wir über Jahrzehnte so „gelernt“ haben. Vor allem die Mutter aller Lügen steckt quasi in unserer DNS und lautet: „Wir sind die Guten“. Also wir im Westen. 

Um überhaupt einigermaßen klar sehen zu können, müsste unsere gesamte werte-westliche Weltanschauung in Frage gestellt und von Grund auf neu aufgebaut werden – wie bei einem Kind oder einem Alien, das versucht, die Welt zu verstehen. Oder wie es gute Tradition in der Wissenschaft war, bevor diese zu „die Wissenschaft™“ (gemacht) wurde. 

Bei der hier im Focus stehenden, aktuellen Version von „den Guten™“ zeigt sich, dass sie einen zwangläufig folgenden nächsten Schritt gedanklich nicht mehr vollziehen können. Das ist in deren Denkraum nicht vorhanden. Obendrauf scheuen sie das wie der Teufel das Weihwasser. Warum? „Wais ses hoid ned kenna!“ 

Die Guten™“ sind geistig zu beschränkt, um zu erkennen, dass sie nur dazu benutzt werden, eine Agenda voranzutreiben. 

Ihren Fädenziehern, den Deepies, ist es restlos egal, was am Ende mit ihnen passiert. Sie sind nicht-beachtenswerte Opfer, für die Selberdenken als igittigitt gilt! 

Darüber hinaus gehört es zur Leit-Strategie der mächtigsten Clans dieser Zeit, den Rockefellers, den Rothschilds, den Morgans, etc. die konzertiert die Deepies bilden, dass von Zeit zu Zeit ein Depp aus dem Haufen der Subalternen, die selbstverständlich alle bei „den Guten™“ sind, sein Maul weit aufreißen soll. Gerade zu sog. strittigen Themen. Über die Mainstreammedien wird das dann weitflächig verbreitet. 

Denn das ist ein wirkungsvolles Element im permanenten Verwirrungsprogramm, das die große Verdummung vorantreibt. Je abwegiger, verschwurbelter und unsinniger, desto besser für die Zielerreichung. Tagesschau und Co. sind hier stilbildend. So behaupten das zumindest die Feinde von „UnsererDemokratie™“ und wedeln dazu aufgeregt mit den Aussagen des Pentagon zum „mindwar“ rum. 

Tja, so ist das wohl, wenn man Lack gesoffen hat…  

Inzwischen sind immer öfter Stimmen zu vernehmen, die unsere „Eliten“, also „die Guten™“ ohne Wenn und Aber, am Rand eines Nervenzusammenbruchs sehen. Die spannende Frage ist: Wann sind sie endlich einen Schritt weiter? 

Martin Armstrong meint, „die Anzeichen seien eindeutig: Europa steuere auf einen „Panikzyklus“ zu.“ Und fügt noch zur Beruhigung hinterher: „Die Geschichte macht eines deutlich: Wenn Regierungen von innen heraus zu zerfallen beginnen, geben sie ihr Versagen nicht zu – sie lenken die öffentliche Wut auf eine Bedrohung von außen.“ 

Vielleicht ist die umstrittene These in dem gleichnamigen Buch von Francis Fukuyama, die legendär wurde, auf ganz andere Weise zutreffend, als das viele glauben. Um das Ganze hier abzuschließen ist sie jedenfalls unschlagbar: 

„Ende der Geschichte!“* 

*vorläufig… 

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel wurde zuerst bei AnderweltOnline veröffentlicht. Hier der Link

https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/die-gutentm-ein-schwer-begreifbares-phaenomen


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

Ein anderer Bestell-Link als Amazon ist leider nicht möglich, da das Hochladen über andere Plattformen trotz wochenlangem Versuchen und unbeantworteten Anfragen mir nicht gelang.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

Kategorien
Blog Beiträge

Die Herrschaft des Geldes außer Kontrolle – Kurzversion

von Christian Hamann

Die Welt versinkt im Chaos, und unsere westliche Zivilisation bietet keine sichere Garantie mehr für Freiheit. Die Ursachen dieser systemischen Krise liegen in manipulativen Interventionen von Kräften, die nach Geld und undemokratischer Macht streben. Doch wir, die Bürger des Westens, tragen die Hauptverantwortung: Wir haben zugelassen, dass die Demokratie zu einem Zuschauerspektakel verkommt und passiv zugesehen, wie sie angeblich in kostspieligen, letztlich gescheiterten Kriegen verteidigt wird. Dies war 20 Jahre lang in Vietnam der Fall, 9 Jahre im Irak, 20 Jahre in Afghanistan und 14 Jahre in Syrien – neben vielen anderen. Beunruhigender Weise wurde der endgültige Zusammenbruch des globalen Sicherheitsgleichgewichts nicht als solcher erkannt, als sich das US-Militär im August 2021 auf höchst demütigende Weise aus Afghanistan zurückzog.

Freiheit triumphiert nicht durch militärische Gewalt, sondern gewaltfrei durch konsequentes Praktizieren als Vorbild. Stattdessen haben westliche Bürger über ein Jahrhundert lang ihre Spaltung zugelassen: Nichtjuden gegen Juden, Nation gegen Nation, Links gegen Rechts – und heute alle gegen Russland. Doch wir können uns von diesem irrationalen und verlogenen Zeitgeist befreien, der Güte vortäuscht, das Böse in falscher Form verkauft und der Freunde zu Feinden und Rivalen zu Freunden erklärt.

Freiheit wurde nie geschenkt; sie musste immer erkämpft werden. Glücklicherweise haben bereits unsere Vorfahren diese Zivilisation von aristokratischer Herrschaft befreit. Daher kann und muss unsere Befreiung von der wachsenden Bedrohung durch die Herrschaft des Geldes, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch und den Militarismus gewaltlos erfolgen. Die einzig zulässigen Waffen sind intellektueller Natur: Wahrheit, ehrliche Worte und rationale Argumentation. Meinungszensur, Aufstachelung, Intrigen und Gewalt müssen zurückgewiesen werden.

Das gegenwärtige Chaos war vorhersehbar und ist nur der Anfang eines weitaus größeren, sofern der politische Kurs nicht bald korrigiert wird. Ich schreibe seit 2009 über diese Bedrohung. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine werden alle meine Texte hier auf https://www.frieden-freiheit-fairness.com veröffentlicht.

Die jetzt überfälligen Warnungen schliessen zwei psychologische Fallen ein, die rationale Politik jahrzehntelang behindert haben:

Die erste ist die Tendenz der Menschen, langfristig zerstörerische Entwicklungen zu ignorieren und auf spektakuläre Ereignisse – die von der Propaganda der Mainstream-Medien bewusst verstärkt werden – überzureagieren.

Das zweite Psychophänomen ist ein Produkt jahrtausendelanger autokratischer Herrschaft: Bürger verhalten sich wie mittelalterliche Untertanen und nicht wie die demokratischen Souveräne ihrer Gebiete.

Diese unkritische, unterwürfige Haltung ist in Krisen besonders gefährlich. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 beschloss die deutsche Regierung unter Angela Merkel den Atomausstieg – obwohl eine vergleichbare Situation dort unmöglich ist. Die Folgen sind eine langfristige Abhängigkeit von Energieimporten und die Nutzung weniger sicherer Atomkraft aus Frankreich und Tschechien. Angela Merkel definierte Politik einmal als „Warten auf den richtigen Moment“ – Momente, in denen, wie schon so oft, folgenschwere Fehlentscheidungen getroffen wurden.

Die westliche Politik seit etwa 1900 ist von unkorrigierten Fehlern geprägt, deren Anhäufung das heutige Chaos erklärt. Der folgenreichste Fehler war der Federal Reserve Act von 1913, das Fundament des heutigen globalen Zentralbankensystems. Dieses hat sich inzwischen zu einem Finanzimperium entwickelt, das die Rechtsstaatlichkeit infrage stellt und eine faire Marktwirtschaft sowie die Demokratie untergräbt.

Trotz Bedenken wurde das Gesetz aus zwei Gründen verabschiedet: Zum einen wegen der attraktiven Einführung des Dollars, der ein Gewirr kleiner Währungen ersetzte. Zum anderen wegen der komplexen Regeln, die den wahren Geldschöpfungsprozess verschleierten. So wussten und wissen die meisten Menschen bis heute nicht, dass neues Geld hauptsächlich durch die Kreditvergabe privater Geschäftsbanken geschaffen wird. Diese schöpfen Geld aus dem Nichts, das von den Kreditnehmern mit Zinsen aus tatsächlich verdientem Geld zurückgezahlt werden muss. Während die Banken für dieses fiktive Geld reales Geld plus Zinsen erhalten, geben sie den geschaffenen Betrag nie an die Gesellschaft zurück. So wird reales Geld nach und nach in „Casinogeld“ verwandelt. Der Federal Reserve Act zentralisierte und verschleierte diesen Mechanismus. Heute finden 90–95 % der Geldschöpfung bei Privatbanken statt, während die spektakuläre Gelddruckmaschine der Zentralbank lediglich bereits vorhandene Kontostände in Banknoten umwandelt. Damit wurde 1913 ein verhängnisvoller Kurs eingeschlagen, der großen Finanzinstitutionen enorme langfristige Vorteile verschaffte.

Anstatt dem Bankensektor beispiellose Privilegien einzuräumen, hätte die Einführung des Dollars als ideale Gelegenheit gesehen werden müssen, das Souveränitätsprinzip umzusetzen: Nur der souveräne Herrscher eines Landes, in einer Demokratie also die Nation, darf Geld schöpfen. Bereits über 100 Jahre zuvor hatte Thomas Jefferson vor der Macht der Banken gewarnt. Dieses Versäumnis ist der folgenreichste historische Fehler, der zu einem bedrohlichen Ungleichgewicht der Zivilisation geführt hat: Demokratische Staaten versinken in Schulden, Abhängigkeit und sozialer Ungleichheit, während ein globales Finanzimperium mit wachsendem Einfluss prosperiert. – Dies ist besonders gefährlich im Hinblick auf militärpolitische Entscheidungen. Banken haben jahrhundertelang von Rüstungskrediten profitiert. Seit 1913 können sie auch aktiv Kriege in großem Umfang fördern. Im Ersten Weltkrieg finanzierten und vermittelten sie US-Waffenlieferungen; selbst der Kriegseintritt der USA 1917 war hauptsächlich durch die Angst vor dem Verlust von Krediten motiviert. Das Muster wiederholt sich im Ukraine-Krieg: Nach fast vier Jahren Waffenlieferungen können die Kredite nur noch von einem besiegten Russland zurückgefordert werden. Verhandlungslösungen werden durch Politiker wie Starmer, Macron und Merz mit ihren ungebremsten Waffenlieferungen blockiert.

Wir stehen an einem historischen Wendepunkt. Gesellschaften, die nicht aus Fehlern lernen, gehen zugrunde, während diejenigen, die von solchen Fehlern profitieren, wachsen – wenn man sie nicht rechtzeitig stoppt. Die Kernfehler – die Zulassung privater Banken zur Geldschöpfung und das Versäumnis, den finanziellen Einfluss auf Politik und Militär einzuschränken – haben ein weitreichendes Netz nachfolgender Fehler und zerstörerischer Entwicklungen ausgelöst, die von wachsenden sozialen Gegensätzen und der Benachteiligung kleiner Unternehmen bis zu unkontrolliertem Terrorismus und Migrationschaos reichen.

Die ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie hier: https://www.frieden-freiheit-fairness.com/blog/geldherrschaft-ausser-kontrolle

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks