25. Januar 2026, von Albrecht Künstle
– Ein Leser will wissen, wo wir mit „Russengas“ stünden:
– Wirtschaftlich und politisch wären wir besser dran
Erinnern wir uns: Schon unter der Merkel-Regierung wurden die Weichen gestellt, dem CO2 in Deutschland den Krieg zu erklären. Unser Land sollte „dekarbonisiert“ werden. Als Begründung galt und gilt immer noch die unabhängigen Fakten immer weniger standhaltendem gleichwohl zum Dogma erhobene Hypothese, dass CO2 für den Temperaturanstieg von rund 1,5 Grad in den letzten 150 Jahren verantwortlich sei. Inzwischen belegen immer mehr Wissenschaftler, dass es zwar einen Zusammenhang gibt – aber ganz anders, als behauptet: Denn der CO2-Anstieg folgt dem Temperaturanstieg und nicht umgekehrt. Aber was einmal als Wahrheit verkündet wurde, darf heute einfach keine Unwahrheit sein. Deshalb wird in Deutschland weiterhin eine aberwitzige autodestruktive „Energiewende“ betrieben, die unserer Wirtschaft das Genick bricht und uns Steuerzahler jährlich zig Milliarden kostet.
Obwohl Atomkraftwerke im Betrieb kein CO2 ausstoßen, wurden diese gesprengt, die letzten nun auch noch unter der Merz-Regierung. Angela Merkel hatte dieses Zerstörungswerk zwar eingeleitet, schien aber wenigstens noch kapiert zu haben, dass regenerative Energien trotz massiven Ausbaus den zunehmenden Energiehunger nicht decken können, schon aufgrund fehlender Netz- und Speicherkapazitäten. Deshalb sah sie im Energieträger Gas quasi “strategisch” (wenn man angesichts der ideologischen mutwilligen Vernichtung der Atomenergie diesen Begriff verwenden will) die notwendige Übergangsenergie, die solange preiswert und ausreichend zur Verfügung stehe, bis man in irgendwann in vielen Jahren vielleicht einmal “CO2-neutral” werden könne. Aber was für Gas, und von wem? Man braucht keine „besondere Beziehung“ zu Putin haben und Russisch sprechen wie Merkel, um die Lösung in Russland zu finden. Denn Erdgas ist umweltfreundlich und verfügt über einen höheren Wirkungsgrad als LNG.
Billigstes Gas in rauen Mengen
Und wer hat das billigste Gas in rauen Mengen, und nicht aus fernen Ländern? Russland! Deshalb verlegte die deutsch-russische Nord Stream AG in den 2010er Jahren zuerst einen Doppelstrang, dann zwei weitere Pipelines durch die Ostsee – übrigens auch als Reaktion darauf, dass die Ukraine eine Überlandleitung angezapft und russische Gasrechnungen wiederholt nicht bezahlt hatte. Schließlich intervenierte die Ukraine auch noch bei ihren Freunden im Westen gegen den deutsch-russischen Pipelinebau durch die Ostsee, weil ihr auf diese Weise Durchleitungsgebühren entgingen. Die Betriebsgenehmigung der beiden neueren Röhren (Nord Stream 2) wurde anschließend von Kanzler Scholz blockiert, weshalb das russische Erdgas weiter nur durch die zwei alten Röhren floss.
Auch das hätte für die Versorgung Deutschlands mit Gas vielleicht sogar ausgereicht; doch aufgrund von Wartungsarbeiten wurde Nord Stream 1 am 11. Juli 2022 stillgelegt, da eine Turbine der Verdichterstation Portowaja defekt war. Diese wurde in Kanada gewartet, aber infolge der Sanktionen nicht mehr an die russische Station Russland zurückgeschickt, sondern nach Deutschland geschafft. Daraufhin wurde der Gasdurchsatz gedrosselt und Ende August vollständig eingestellt. Als Grund gab Gazprom erst neuerliche Wartungsarbeiten an, später einen Ölaustritt in der Verdichterstation. Spätestens ab da wäre als Ersatz nun Nord Stream 2 nötig gewesen. Die russische Seite machte zunehmend Druck, dass die Gaslieferung wenigstens über diese Röhre weiterlaufen solle.
Ignorierte Drohungen
Aber wie der Zufall so spielt, wurden nur wenige Wochen später, am 26. September 2022, drei Röhren durch einen Anschlag zerstört (eine Leitung blieb wohl wegen einer Verwechslung unbeschädigt). Das nicht mehr abgeleitete Gas musste deshalb in Russland abgefackelt werden – geschätzt 4,34 Millionen Kubikmeter pro Tag. Diese Klimaschäden haben in Deutschland übrigens keinen Grünen je interessiert. Das Gas in Deutschland zu verwerten wäre allemal umweltfreundlicher und wirtschaftlicher gewesen. Der Erdgaspreis für die Haushalte stieg nach dem Anschlag wegen der Knappheit von 11 auf rund 14 Cent pro Kilowattstunden; Großverbraucher mussten den Betrieb einschränken. Dass allen Ernstes Russland beschuldigt wurde, den Anschlag auf Nord Stream 2 verübt zu haben, war schon damals absurd und macht vor dem Hintergrund der Ereignisse absolut überhaupt keinen Sinn.
Inzwischen haben sich die Indizien verdichtet, dass die Ukraine den Anschlag in Auftrag gab und die USA bei der Vorbereitung halfen. Als ich von Anfang an Tauchern der Ukraine die Durchführung der Sprengung technisch zutraute, wurde ich noch verspottet. Dabei hatte US-Präsident Joe Biden die Sprengung zwar nicht direkt, aber indirekt und sehr eindeutig angekündigt – im Beisein von Kanzler Olaf Scholz, der die Drohung grinsend überhörte. Das wirtschaftliche Interesse der USA lag dabei auf der Hand – sie wollten (und konnten bald) ihr Fracking-Gas an uns teuer verkaufen. Die Energieversorgung Europas war Biden dabei ebenso egal wie Trump. Selenskyj hat die Sprengung ebenfalls genützt, weil er die Welt so glauben machen konnte, er sei durchaus imstande, Russland auch militärisch in die Knie zu zwingen, wenn Putin uns nämlich kein Gas mehr liefern kann. Doch lediglich ein Prozent der Gaserlöse der russischen Gazprom flossen in den Rüstungshaushalt, wie ich einmal errechnete. Inzwischen sieht das leider anders aus; Russland war auf einen echten Krieg nicht vorbereitet – und rüstet nun massiv auf.
Explodierende Gaspreise
Die Zerstörung der deutsch-russischen Pipelines war für Putin nicht nur ein wirtschaftlicher Tiefschlag, sondern auch eine Demütigung, zumal nach der Versenkung von russischen Schiffen im Schwarzen Meer, der Zerstörung der Kertsch-Brücke und Raffinerien tief im russischen Hinterland. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Nun schlägt Putin erbarmungslos zurück. Ebenso, wie damals mutmaßlich Ukrainer seine drei russischen (und deutschen) Pipelines durch den Unterwasser-Terrorakt liquidierten, zahlt er es nun Selenskyj heim: Fast jede Woche schlagen russische Drohnen und Raketen in Knotenpunkte der Infrastruktur Kiews ein.
Bei uns explodieren keine Angriffsziele, sondern nur die Gaspreise. Das, was den vom Krieg betroffenen Ukrainern blüht – frieren und erfrieren im kalten osteuropäischen Winter – könnte uns übrigens ebenfalls blühen – denn wenn der Winter anhält, wird es eng: Unsere Gasspeicher sind nur noch zu 40 Prozent gefüllt, deutschen Mietern machten und machen nur die gestiegenen Gas- und Heizkosten zunehmend zu schaffen. Wenigstens über Finanzen müssen sich die Ukrainer aber keine Sorgen machen – denn das Geld bekommen sie von uns, Milliarden um Milliarden Euro, gerade letzte Woche wieder ein weiterer “Kredit” von 90 Milliarden Euro. Trotzdem kostet die Rache Putins nicht nur Geld, sondern nun auch viele Menschen das Leben.
Aber zurück zu unseren Sorgen in Deutschland: Nun haben es unsere oberschlauen Selenskyj-Getreuen also geschafft, dass die Industrie und Privathaushalte zwar nicht mehr von Russlands Gas abhängig sind – dafür aber umso mehr von Norwegen, Belgien, Niederlande und LNG der USA, von in puncto Menschenrechte fragwürdigen Ersatzpartnern wie Aserbaidschan oder Katar ganz zu schweigen. Von den Amis und diesen sonstigen „Freunden“ beziehen wir Gas nun zu einem deutlich höheren Preis, im Fall der USA ist es zum Beispiel der dreifache verglichen mit den russischen Preisen, ganz abgesehen von den dadurch in Kauf genommenen Umweltschäden durch Fracking und riesige Naturschutzgebiet-Zerstörungen für LNG-Terminals wie auf Rügen.
Könnte man die Pipelines technisch wieder instand setzen?
Doch gibt es auch in den USA „grünen“ Widerstand gegen die Ausbeutung und den Umweltfrevel von gashaltigem Gestein. Wie lange soll das noch so laufen? Die hohen Preise schlagen auch auf den Strompreis durch, was unsere Wirtschaft stranguliert und, falls man sie retten will, milliardenschwere steuerfinanzierte Hilfen nötig macht. Wir Steuerbürger müssen dann also nicht nur die Subventionen finanzieren, sondern selbst auch höhere Gaspreise tragen, als sie beim Weiterbezug von “Russengas” fällig gewesen wären. Aus Leserkreisen wurde daher die Frage an mich herangetragen, ob es denn nicht möglich wäre, zu unserem eigenen Nutzen die zerstörten Nord Stream-Gasleitungen wieder instand zu setzen.
Nun bin ich zwar kein Ingenieur, aber verstehe ein wenig von Physik. Der Gasdruck in den intakten Röhren betrug bei der Einspeisung in Russland 220 bar (das ist in etwa der Druck voller Pressluftflaschen von Tauchern), und am Ende der Pipeline in Deutschland noch etwa 100 bar. Die Sprengung der Röhren erfolgte in und 70 Metern Tiefe, wo der Umgebungsdruck 8 bar beträgt. Durch die Lecks in den Pipelines fiel deren Innendruck auf diese 8 bar ab, die Differenz entwich als bekannter sichtbarer Gasteppich. Meerwasser konnte dabei nur wenig, im Bereich der Lecks, eingedrungen sein. Denn die Röhren würden nur geflutet, würde man die Ventile am Ende der Pipeline öffnen; dann würde das Gas mit dem Restdruck von 8 bar entweichen. Was aber kein Problem wäre: „Nach Abschluss der Bauarbeiten wurden die drei Abschnitte der Pipeline mit Wasser geflutet und einer Druckprüfung unterzogen. Anschließend wurden sie unter Wasser aneinandergeschweißt. Sobald die Pipeline zusammengefügt war, wurde das Wasser abgelassen, anschließend wurde sie getrocknet und mit Stickstoff gefüllt und erst dann das Erdgas sicher eingeleitet“, informierte der Betreiber damals zu den Nord Stream 1-Bauarbeiten. Die Druckprüfung erfolgte – wie bei Tauchflaschen – mit Wasser, damit im Fall einer Schwachstelle kein explosionsartiger Druckabfall eintreten kann.
Der lange Arm der Mafia
Für einfache Störungen war Nord Stream durchaus gerüstet; für einen Terroranschlag wie die erfolgte Sprengung hingegen weniger. Experten sehen dennoch Reparaturmöglichkeiten (siehe hier) –, denn unter Wasser sägen, Schweißbrennen und Schweißen in solchen Tiefen ist durchaus möglich. Wie das trotz des entzündlichen Restgases gehen soll, weiß ich nicht; vielleicht würde die Verbindungen mit Muffen oder Manschetten hergestellt? Man braucht jedenfalls keine betonummantelte Ersatzröhre einbauen, denn der Auftrieb des kurzen Stücks ist vernachlässigbar oder kann durch eine einfache Beton- oder Steinschüttung verhindert werden.
Sollte es mutigen Vertretern der deutschen Justiz tatsächlich gelingen, die Täter trotz Gleichgültigkeit, klammheimlicher Freude oder sogar mutmaßlicher Mitwisserschaft (?) von Berliner Politikern juristisch zur Strecke zu bringen (und die Verurteilung der Täter anschließend überleben, den langen Arm der Mafia büßte schließlich schon so mancher mit dem Leben!), dann müssten die Attentäter meines Erachtens nach dem Kriegsrecht verurteilt werden. Denn der Angriff auf unsere Pipeline wäre noch nicht einmal dann zulässig gewesen, wenn wir mit der Ukraine im Krieg gelegen hätten, aber erst recht nicht, wo Deutschland der zweitgrößte Nettozahler des Ukrainekrieges ist! Aber jeglicher Anstand scheint Selenskyj schon lange abhandengekommen zu sein, sofern er ihn je hatte – und das gilt auch für jene Politiker in Berlin, die ihn weiterhin decken, als ob nichts gewesen wäre…
Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.
Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/nord-stream-und-sanktionen-wo-stuenden-wir-mit-russischem-erdgas-heute-wirtschaftlich/ erschienen.
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