Von Uwe Froschauer
„Die Wissenschaft ist sich einig.“ „Die Klimakrise wird immer schlimmer.“ „Extremwetter nimmt dramatisch zu.“ „Die Pole schmelzen.“ „Der Meeresspiegel steigt immer schneller.“ „Die Erde steht vor dem Kipppunkt.“
Solche Aussagen begegnen einem inzwischen beinahe täglich. Manche enthalten einen wissenschaftlich gut belegten Kern. Andere sind verkürzt, überzeichnet oder werden mit einer Sicherheit vorgetragen, die der tatsächlichen Datenlage oftmals nicht gerecht wird.
Nach den bisherigen Kapiteln über Treibhauseffekt, menschlichen Klimaeinfluss und wissenschaftlichen Konsens ist es deshalb an der Zeit, einige der bekanntesten Aussagen der Klimadebatte genauer unter die Lupe zu nehmen.
Was davon ist Fakt? Was ist Interpretation? Was ist Übertreibung – und was möglicherweise ein Mythos?
1. „Extremwetter wird immer häufiger und schlimmer“
Kaum vergeht ein Sommer ohne Bilder von brennenden Wäldern, ausgetrockneten Flüssen, Überschwemmungen oder Hitzewellen. Berichte von Extremwetterereignissen aus Belgien, Spanien, Frankreich, Deutschland und so weiter überstürzten sich 2026 geradezu. Schnell ist der Klimawandel als Ursache ausgemacht, wie auch Friedrich Merz am 22. August im Waldbrandgebiet im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald „feststellte“:
„Wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel.“
Eine einfache Botschaft, nicht wahr? Extremwetter wird immer häufiger und immer schlimmer.
Aber stimmt das überhaupt?
So pauschal jedenfalls nicht. Schon der Begriff Extremwetter wirft völlig unterschiedliche Ereignisse in einen Topf: Hitzewellen, Starkregen, Dürren, Hochwasser, tropische Wirbelstürme, Tornados, Hagel oder andere schwere Stürme. Diese Phänomene haben unterschiedliche Ursachen und entwickeln sich keineswegs überall auf der Welt gleich. Das zeigt auch der IPCC sehr deutlich.
Bei Hitzeextremen ist die Befundlage vergleichsweise eindeutig. Nach Einschätzung des IPCC haben Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse seit den 1950er-Jahren in den meisten Landregionen zugenommen. Dass der menschliche Einfluss der Haupttreiber dieser Entwicklung ist, bewertet der IPCC mit hoher Sicherheit. Gleichzeitig haben extreme Kälteereignisse abgenommen.
Auch bei Starkniederschlägen sieht der IPCC einen Trend. Über der Mehrheit der Landregionen, für die ausreichende Beobachtungsdaten vorhanden sind, hätten Häufigkeit und Intensität starker Niederschläge seit den 1950er-Jahren zugenommen. Der menschliche Einfluss gilt auf globaler Ebene für den IPCC als wahrscheinlicher Haupttreiber dieser Intensivierung.
Damit ist allerdings noch lange nicht jedes Hochwasser erklärt. Bei Flusshochwasser wird das Bild bereits wesentlich komplizierter. Starkregen ist nur ein Faktor. Hinzu kommen Bodenbeschaffenheit, vorherige Niederschläge, Schneeschmelze, Landnutzung, Flussausbau, Versiegelung und andere hydrologische Bedingungen. Entsprechend unterscheiden sich auch die regionalen Entwicklungen. Der IPCC behandelt Starkniederschlag und Hochwasser deshalb ausdrücklich nicht als ein und dasselbe Phänomen.
Ähnlich sieht es bei Dürren aus. Dürre ist nicht gleich Dürre. Der IPCC unterscheidet meteorologische Dürren – also vor allem länger anhaltenden Niederschlagsmangel –, landwirtschaftliche und ökologische Dürren, bei denen die Bodenfeuchtigkeit eine wesentliche Rolle spielt, sowie hydrologische Dürren, die etwa Flüsse und Wasserspeicher betreffen. Einen menschlichen Einfluss sieht der IPCC bei landwirtschaftlichen und ökologischen Dürren in einigen Regionen. Bei meteorologischen Dürren ist die Entwicklung regional sehr unterschiedlich.
Besonders interessant wird es bei tropischen Wirbelstürmen. Der IPCC stellt ausdrücklich keinen gesicherten langfristigen Anstieg ihrer weltweiten Gesamtzahl fest. Für einen solchen Trend über mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte bewertet er die Sicherheit als gering. Gleichzeitig hält er es für wahrscheinlich, dass innerhalb der auftretenden tropischen Wirbelstürme der Anteil der starken Stürme der Kategorien 3 bis 5 während der vergangenen vier Jahrzehnte zugenommen hat. „Wahrscheinlich“ ist dabei bewusst gewählt: Der IPCC spricht auch hier nicht von einem zweifelsfrei festgestellten Trend.
Das ist ein erheblicher Unterschied. Mehr starke Stürme im Verhältnis zu allen Stürmen bedeutet nicht automatisch mehr Stürme insgesamt. Für die Zukunft erwartet der IPCC sogar, dass die weltweite Gesamtzahl tropischer Wirbelstürme gleich bleiben oder abnehmen könnte, während ihr Anteil besonders starker Stürme zunimmt.
Diese Art der Informationen ergibt ein wesentlich differenzierteres Bild als die häufig gehörte Aussage:
„Durch den Klimawandel gibt es immer mehr Extremwetter.“
Bei Hitzeextremen ist der langfristige Trend deutlich. Bei Starkniederschlägen gibt es ebenfalls belastbare Hinweise auf eine Zunahme. Bei Dürren, Hochwassern und Stürmen hängt die Bewertung dagegen erheblich davon ab, welches Ereignis, welche Region und welcher Zeitraum betrachtet werden.
Das heißt keineswegs, dass der Klimawandel keinen Einfluss auf Extremwetter hat. Es heißt lediglich, dass „Extremwetter“ keine einheitliche Messgröße ist, die weltweit einfach nach oben zeigt.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Die Höhe von Katastrophenschäden ist kein Thermometer für den Klimawandel. Wenn heute mehr Menschen (über acht Milliarden), Häuser, Straßen und Industrieanlagen in gefährdeten Gebieten stehen als vor hundert Jahren (circa zwei Milliarden Menschen und entsprechende Aktivitäten), kann ein vergleichbares Naturereignis erheblich höhere Schäden verursachen. Aus steigenden Schadenssummen allein lässt sich deshalb nicht ableiten, dass das zugrunde liegende Wetterereignis entsprechend häufiger oder stärker geworden ist.
Die sachlich richtige Frage lautet deshalb nicht: Nimmt Extremwetter zu? Sie muss lauten: Welches Extremereignis, in welcher Region, über welchen Zeitraum – und mit welcher Sicherheit? Das klingt zwar weniger spektakulär, mit Wissenschaft hat es aber erheblich mehr zu tun.
2. „Jede Naturkatastrophe ist eine Folge des Klimawandels“
Nach jeder größeren Naturkatastrophe dauert es meist nicht lange, bis die Erklärung geliefert wird: Klimawandel.
Ein Wald brennt. Klimawandel.
Ein Fluss tritt über die Ufer. Klimawandel.
Eine Dürre legt Felder trocken. Klimawandel.
So entsteht in den Köpfen vieler Menschen beinahe automatisch eine Gleichung: Naturkatastrophe gleich Klimawandel. Diese Gleichsetzung ist wissenschaftlich jedoch zu einfach. Es muss zwischen der Ursache eines einzelnen Ereignisses und einer langfristigen Veränderung des Risikos unterschieden werden. Das sind zwei völlig verschiedene Sachlagen, Herr Merz!
Nehmen wir einen Waldbrand. Damit ein Wald brennt, braucht es zunächst eine Zündquelle. Ein Blitz kann ein Feuer auslösen, ebenso ein technischer Defekt, Brandstiftung oder menschliche Unachtsamkeit. Erst danach entscheiden Trockenheit, Temperatur, Wind und die vorhandene Vegetation darüber, wie schnell sich das Feuer ausbreitet und welche Fläche schließlich zerstört wird. Das Wetter beeinflusst also die Brandbedingungen – die Ursache der Entzündung ist damit noch längst nicht geklärt.
Oder nehmen wir ein Hochwasser. Auch hier reicht es nicht aus, auf starken Regen zu zeigen und anschließend den Klimawandel als alleinige Ursache zu benennen. Zwischen einem außergewöhnlichen Niederschlagsereignis und einer Überschwemmung liegen zahlreiche weitere Faktoren: die Bodenfeuchtigkeit, die bereits gefallenen Niederschläge der Wochen zuvor, Schneeschmelze, die Beschaffenheit des Geländes, versiegelte Flächen, Flussbegradigungen, Rückhaltebecken und der Zustand des Hochwasserschutzes. Der IPCC weist ausdrücklich darauf hin, dass Veränderungen bei Starkniederschlägen nicht ohne Weiteres auf Veränderungen bei Flusshochwassern übertragen werden können, weil Hochwasser von einem komplexen Zusammenspiel vieler Einflüsse abhängen.
Das bedeutet allerdings auch nicht das Gegenteil. Es wäre ebenso falsch zu behaupten, der Klimawandel spiele bei einzelnen Extremereignissen grundsätzlich keine Rolle. Die sogenannte Ereignisattribution – der Begriff Attribution wurde in vorhergehenden Kapiteln eingehend erklärt –versucht gerade herauszufinden, ob und in welchem Umfang der menschliche Einfluss die Wahrscheinlichkeit oder Intensität eines konkreten Wetterereignisses verändert hat. Dabei wird nicht gefragt: Hat der Klimawandel dieses Ereignis verursacht? Vielmehr lautet die wissenschaftliche Fragestellung: War ein vergleichbares Ereignis unter den heutigen Klimabedingungen wahrscheinlicher oder intensiver als in einer Welt ohne den zusätzlichen menschlichen Einfluss auf das Klima? Dieser Unterschied ist wesentlich.
Stellen wir uns zwei Würfel vor. Der eine ist völlig normal. Beim anderen wurden mehrere Seiten leicht zugunsten der Sechs verändert. Natürlich kann auch mit dem normalen Würfel eine Sechs fallen. Niemand würde deshalb behaupten, der manipulierte Würfel habe diese konkrete Sechs verursacht. Er erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass sie fällt.
Ebenso arbeitet die moderne Ereignisattribution. Sie untersucht Veränderungen von Wahrscheinlichkeiten, nicht die Monokausalität – der Klimawandel ist an allem schuld – einzelner Ereignisse. Bei großräumigen Hitzewellen gelingt diese Attribution (= Zuordnung) inzwischen häufig mit relativ hoher Aussagekraft. Bei lokal begrenzten Gewittern, Tornados oder manchen Hochwasserereignissen ist sie dagegen erheblich schwieriger, weil natürliche Schwankungen und lokale Einflussgrößen wesentlich stärker ins Gewicht fallen. Der IPCC betont diese Unterschiede ausdrücklich.
Wie bereits erwähnt, lässt sich auch aus der Höhe der Katastrophenschäden nicht unmittelbar auf einen stärkeren Klimaeinfluss schließen. Steigende Schäden können ebenso darauf zurückzuführen sein, dass heute mehr Menschen, Gebäude und Infrastruktur in gefährdeten Gebieten liegen.
Interessant ist deshalb weniger die schnelle politische oder mediale Erklärung als die wissenschaftliche Frage dahinter – wobei ich bezüglich der Aussagen des IPCC beziehungsweise der Wissenschaft oftmals auch skeptisch bin. Dennoch, die Wissenschaft sollte feststellen: hat sich das Risiko verändert? Oder wurde wieder einmal ein einzelnes Ereignis in der öffentlichen Kommunikation von Politikern und Medien in einen bereits bestehenden Deutungsrahmen eingeordnet?
Wer diese beiden Fragen voneinander trennt, verharmlost den Klimawandel nicht. Er verlangt lediglich das, was Wissenschaft eigentlich auszeichnen sollte: eine saubere Unterscheidung zwischen Ursache, Wahrscheinlichkeit und tatsächlichem Ereignis. Diese Differenzierung geht in der öffentlichen Debatte meist verloren. Aus einem komplexen Zusammenspiel natürlicher und menschlicher Einflussgrößen wird eine einfache Botschaft mit nur einem Schuldigen: der Klimawandel!
3. „Die Pole schmelzen weg“
„Die Pole schmelzen.“ Kaum eine Aussage über den Klimawandel erzeugt stärkere Bilder. Ausgemergelte Eisbären auf kleinen Eisschollen, abbrechende Eisberge und riesige schmelzende Gletscher gehören seit Jahren zum festen Repertoire der Klimaberichterstattung. Nur: Von „den Polen“ zu sprechen, wirft völlig unterschiedliche Dinge in einen Topf.
Arktis und Antarktis unterscheiden sich grundlegend. Im Zentrum der Arktis liegt ein von den nördlichen Landmassen umgebener Ozean, dessen Oberfläche teilweise von Meereis bedeckt ist. Die Antarktis dagegen ist ein von Ozean umgebener Kontinent, der von einem mächtigen Eisschild bedeckt ist. Hinzu kommt ein wichtiger Unterschied: Meereis ist nicht Landeis.
Meereis schwimmt bereits im Wasser. Sein Abschmelzen erhöht den Meeresspiegel daher kaum unmittelbar – ähnlich wie ein schmelzender Eiswürfel in einem Glas den Wasserstand kaum verändert. Schmilzt dagegen Eis auf Grönland oder dem antarktischen Kontinent und gelangt dieses Wasser ins Meer, trägt es zum Meeresspiegelanstieg bei.
Was zeigen nun die Messungen?
Bei der Arktis ist die langfristige Entwicklung eindeutig. Das sommerliche Meereis ist seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 deutlich zurückgegangen. Über die gesamte Messreihe bis 2025 beträgt der Rückgang des Septemberminimums – also der kleinsten Ausdehnung des arktischen Meereises, die gewöhnlich am Ende der sommerlichen Schmelzperiode im September erreicht wird – nach Angaben des National Snow and Ice Data Center (NSIDC) rund 12,1 Prozent pro Jahrzehnt, bezogen auf den Durchschnitt 1981–2010.
Interessant ist allerdings der Blick auf die jüngere Entwicklung. Das bisherige Rekordminimum wurde 2012 mit rund 3,39 Millionen Quadratkilometern gemessen. 2023 waren es 4,26 Millionen, 2024 etwa 4,25 Millionen und 2025 rund 4,60 Millionen Quadratkilometer. Das Septemberminimum 2025 lag damit rund 1,21 Millionen Quadratkilometer über dem Rekordtief von 2012. Das entspricht ungefähr der 3,4-fachen Fläche Deutschlands.
Im Klartext: Die arktische Meereisfläche war beim Septemberminimum 2025 deutlich größer als 2012 – sie hat zwischen diesen beiden Vergleichsjahren um rund 36 Prozent zugenommen. Das steht zunächst einmal im Gegensatz zu dem häufig vermittelten Eindruck, die Eisfläche werde Jahr für Jahr kontinuierlich kleiner.
Wer daraus allerdings eine dauerhafte Erholung des arktischen Meereises ableiten wollte, würde denselben Fehler begehen, den ich an anderer Stelle kritisiere: einen passend gewählten Zeitraum zum allgemeinen Trend erklären.
Nochmals vereinfacht gesagt: Zunächst ging die arktische Meereisfläche über Jahrzehnte deutlich zurück. Seit 2007 ist sie im September aber nicht mehr statistisch eindeutig weiter geschrumpft, sondern schwankt auf diesem niedrigeren Niveau von Jahr zu Jahr. Das Rekordminimum wurde 2012 erreicht; 2025 lag die Eisfläche deutlich darüber. Alle getroffenen Aussagen sind gleichzeitig richtig.
Das ist ein treffendes Beispiel dafür, wie entscheidend der gewählte Zeitraum für die Aussage einer Statistik sein kann.
Hinzu kommt: Eisfläche ist nicht gleich Eismenge und schon gar nicht Eisdicke. Eine große Fläche dünnen, einjährigen Eises ist etwas anderes als dieselbe Fläche aus dickem, mehrjährigem Eis. Deshalb reicht der Blick auf die Quadratkilometer allein nicht aus, um den Zustand des arktischen Eises zu beurteilen. Denn dieselbe Eisfläche kann – je nach Dicke – eine völlig unterschiedliche Eismenge enthalten. Dünnes, einjähriges Eis kann während der sommerlichen Schmelzperiode leichter vollständig verschwinden als dickes, mehrjähriges Eis.
Grönland verliert erheblich an Landeis. Nach Angaben des IPCC verlor der grönländische Eisschild zwischen 1992 und 2020 rund 4.890 Gigatonnen Masse. Das entspricht einem Beitrag zum globalen mittleren Meeresspiegel von etwa 13,5 Millimetern. Die durchschnittliche Verlustrate stieg dabei von 39 Gigatonnen pro Jahr zwischen 1992 und 1999 auf 175 Gigatonnen zwischen 2000 und 2009 und 243 Gigatonnen pro Jahr zwischen 2010 und 2019.
Bei der Antarktis zeigt sich ein anderes Bild. Auch der antarktische Eisschild hat insgesamt Masse verloren. Der IPCC beziffert den Verlust zwischen 1992 und 2020 auf rund 2.670 Gigatonnen, entsprechend etwa 7,4 Millimetern globalem Meeresspiegelanstieg. Die Verluste konzentrieren sich stark auf die Westantarktis. Für die Ostantarktis ist die Entwicklung regional wesentlich uneinheitlicher.
Davon zu unterscheiden ist das antarktische Meereis, also das auf dem Meer schwimmende Eis rund um den Kontinent. Anders als in der Arktis zeigt sich seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 kein statistisch signifikanter Rückgang des jährlichen Minimums. Allerdings wurden von 2022 bis 2025 besonders niedrige Sommerminima – die jeweils kleinste Meereisausdehnung am Ende des antarktischen Sommers, der in unsere Wintermonate fällt – gemessen. Das Rekordminimum wurde 2023 mit rund 1,79 Millionen Quadratkilometern erreicht; 2024 waren es rund 1,99 Millionen, 2025 etwa 1,98 Millionen Quadratkilometer.
2026 sah das bereits wieder deutlich anders aus. Das Sommerminimum lag nach Angaben des National Snow and Ice Data Center bei rund 2,58 Millionen Quadratkilometern. Gegenüber 2025 waren das etwa 600.000 Quadratkilometer mehr, gegenüber dem Rekordminimum von 2023 sogar rund 790.000 Quadratkilometer mehr – im Durchschnitt ungefähr zweimal die Fläche Deutschlands. Das Minimum 2026 lag damit wesentlich näher am langjährigen Durchschnitt und belegte lediglich Rang 16 der niedrigsten Werte in der 48-jährigen Satellitenmessreihe.
Auch beim Wintermaximum – der größten Meereisausdehnung am Ende des antarktischen Winters, also ungefähr im September – nahm die Fläche zuletzt wieder zu: von 17,07 Millionen Quadratkilometern 2023 über 17,26 Millionen 2024 auf 17,81 Millionen Quadratkilometer 2025. Allerdings waren dies weiterhin die drei niedrigsten Wintermaxima der Satellitenmessreihe seit 1979.
Das ergibt ein differenziertes Bild. Die Jahre 2022 bis 2025 waren beim sommerlichen Meereis tatsächlich außergewöhnlich eisarm. 2026 nahm die Fläche jedoch wieder deutlich zu. Daraus bereits eine dauerhafte Erholung abzuleiten, wäre ebenso voreilig wie aus wenigen besonders niedrigen Jahren einen gleichmäßigen, Jahr für Jahr fortschreitenden Rückgang abzuleiten. Das antarktische Meereis unterliegt erheblichen natürlichen Schwankungen. Deshalb entscheidet erst die langfristige Entwicklung darüber, ob aus einzelnen Ausschlägen ein belastbarer Trend wird.
Die pauschale Aussage „Die Pole schmelzen weg“ wird den tatsächlichen Entwicklungen deshalb nicht gerecht. Die Messdaten zeigen kein einheitliches Bild, sondern erhebliche Unterschiede zwischen den Polarregionen und den verschiedenen Eisarten.
Arktis ist nicht Antarktis, Meereis ist nicht Landeis, Eisfläche ist nicht Eisdicke – und ein einzelnes Jahr ist noch kein langfristiger Trend. Wer darüber seriös diskutieren möchte, sollte deshalb zunächst drei einfache Fragen beantworten:
Welches Eis? Wo? Und über welchen Zeitraum?
Das ist weniger spektakulär als das Bild von den „schmelzenden Polen“. Dafür ist es näher an den tatsächlichen Daten.
Die Frage nach dem schmelzenden Landeis führt unmittelbar zum nächsten großen Klimathema: dem Anstieg des Meeresspiegels.
4. „Der Meeresspiegel steigt immer schneller – ganze Küsten werden verschwinden“
Kaum ein Bild eignet sich besser für die Klimadebatte als eine überflutete Küstenstadt. Ganze Inselstaaten würden verschwinden, Küstenregionen unbewohnbar und Millionenstädte vom Meer bedroht – so jedenfalls klingt es häufig.
Zunächst zur unstrittigen Tatsache: Der globale Meeresspiegel steigt.
Nach Angaben des IPCC nahm der globale mittlere Meeresspiegel zwischen 1901 und 2018 um rund 20 Zentimeter zu. Die durchschnittliche Anstiegsrate lag zwischen 1901 und 1971 bei etwa 1,3 Millimetern pro Jahr, zwischen 1971 und 2006 bei 1,9 Millimetern und zwischen 2006 und 2018 bereits bei 3,7 Millimetern pro Jahr. Der IPCC sieht darin eine Beschleunigung und bewertet den menschlichen Einfluss seit mindestens 1971 als sehr wahrscheinlich wichtigsten Treiber.
Die Ursachen sind ebenfalls gut bekannt. Erwärmtes Meerwasser dehnt sich aus – die sogenannte thermische Expansion. Hinzu kommt Wasser aus schmelzenden Gletschern und Eisschilden an Land.
Bis hierhin gibt es wenig Anlass für Streit. Interessant wird es bei der Frage, was aus diesen Messungen für die Zukunft abgeleitet wird. Der IPCC erwartet gegenüber dem Mittel der Jahre 1995 bis 2014 bis zum Jahr 2100 – abhängig von den angenommenen zukünftigen Treibhausgasemissionen – einen globalen Meeresspiegelanstieg zwischen 28 und 55 Zentimetern bei einem sehr niedrigen Emissionsszenario und zwischen 63 Zentimetern und 1,01 Metern bei einem sehr hohen Emissionsszenario. Das sind keine Messwerte, sondern Projektionen, deren Größenordnung wesentlich davon abhängt, welches Emissionsszenario tatsächlich eintritt und wie insbesondere die großen Eisschilde reagieren.
Auch andere offizielle Projektionen zeigen eine erhebliche Spannweite. Die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) – die nationale Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung – arbeitet beispielsweise mit Szenarien von etwa 30 Zentimetern bis zu zwei Metern bis 2100.
Die Streitfrage lautet deshalb weniger, ob der Meeresspiegel weiter steigt, sondern wie stark sich dieser Anstieg künftig beschleunigen wird.
Bei hohen Projektionen spielen Annahmen über zukünftige Emissionen und insbesondere über das Verhalten der großen Eisschilde eine entscheidende Rolle. Je weiter der Blick in die Zukunft reicht, desto größer werden deshalb die Bandbreiten. Die besonders hohen Werte sind mögliche Szenarien – keine Vorhersage dessen, was zwangsläufig eintreten wird. Auch der IPCC spricht hier ausdrücklich von großer beziehungsweise tiefer Unsicherheit.
Diese Abstufung zwischen wahrscheinlichen Entwicklungen und möglichen Extremverläufen ist für die Einordnung entscheidend, geht in der öffentlichen Darstellung jedoch schnell verloren. Zwischen einem wahrscheinlichen Bereich und einem extremen, aber nicht völlig auszuschließenden Szenario besteht ein erheblicher Unterschied.
Überdies: Den einen Meeresspiegel vor der eigenen Haustür gibt es nicht. Das klingt zunächst irritierend, denn Wasser scheint sich schließlich überall auf dasselbe Niveau einzupendeln. Der globale mittlere Meeresspiegel ist jedoch ein errechneter Durchschnitt. Die tatsächliche Höhe der Meeresoberfläche unterscheidet sich regional unter anderem durch Meeresströmungen, Winde, Temperatur und Salzgehalt des Wassers sowie Unterschiede im Erdschwerefeld. Hinzu kommt, dass sich das Land selbst heben oder senken kann. Gerade in Küsten- und Deltaregionen können beispielsweise Grundwasser- oder Rohstoffentnahmen zu erheblichen Bodenabsenkungen führen.
Umgekehrt hebt sich in Teilen Skandinaviens das Land noch heute als Spätfolge der letzten Eiszeit. Dort kann die Landhebung stärker sein als der Anstieg des Meeres. In diesem Fall sinkt der relative Meeresspiegel vor Ort, obwohl der globale mittlere Meeresspiegel gleichzeitig steigt.
Entscheidend für die Menschen an einer Küste ist deshalb nicht allein der globale Durchschnitt, sondern der relative Meeresspiegel – also die Höhe des Meeres im Verhältnis zum jeweiligen Land.
Wie wenig einzelne Jahre über den langfristigen Trend aussagen, zeigen die jüngsten NASA-Daten: 2024 stieg der globale mittlere Meeresspiegel um ungewöhnlich hohe 5,9 Millimeter, 2025 dagegen nur um 0,8 Millimeter. Als wesentlichen Grund für den geringen Anstieg 2025 nennt die NASA La Niña und die damit verbundene vorübergehende Verlagerung großer Wassermengen vom Ozean auf die Kontinente.
Der Meeresspiegel steigt, und seine langfristige Anstiegsrate hat sich erhöht. Das ist kein Mythos. Überzogen wird die Geschichte dort, wo aus wissenschaftlichen Projektionen sichere Zukunftsbilder gemacht werden, und der Eindruck entsteht, sämtliche Küsten der Erde seien gleichermaßen und unmittelbar vom Untergang bedroht.
Zwischen 20 Zentimetern gemessenem Anstieg in 117 Jahren, verschiedenen Projektionen für die kommenden Jahrzehnte und möglichen Extremverläufen liegen erhebliche Unterschiede. Diese Unterschiede sollte man benennen – nicht um den Meeresspiegelanstieg kleinzureden, sondern um Messung, Projektion und Extremszenario sauber auseinanderzuhalten.
Ein höherer Meeresspiegel ist erdgeschichtlich übrigens keineswegs ungewöhnlich: Während der letzten Warmzeit vor rund 125.000 Jahren lag er nach Einschätzung des IPCC wahrscheinlich etwa 5 bis 10 Meter(!) über dem heutigen Niveau. Eine Information, die von narrativtreuen Politikern und Medien verschwiegen wird. Warum wohl?
5. „Bei 1,5 Grad kippt das Klima“
Die Zahl „1,5 Grad Celsius“ hat die Klimadebatte geprägt. Sie steht auf Plakaten, in politischen Programmen und internationalen Abkommen. Schnell entsteht dabei der Eindruck, 1,5 Grad seien eine Art planetarische Belastungsgrenze: darunter beherrschbar, darüber droht die Klimakatastrophe. So einfach ist es nicht.
Die 1,5 Grad beziehen sich auf den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum 1850 bis 1900. Politisch besondere Bedeutung erhielt diese Marke durch das Pariser Klimaabkommen: Die Erwärmung soll deutlich unter 2 Grad gehalten und möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden.
Der wissenschaftliche Hintergrund ist nachvollziehbar, sollte aber nicht als der Weisheit letzter Schluss gesehen werden. Nach Einschätzung des IPCC nehmen zahlreiche klimabedingte Risiken mit steigender Temperatur zu. Bei 1,5 Grad sind sie höher als bei geringerer Erwärmung, bei 2 Grad wiederum höher als bei 1,5 Grad. Dazu gehören unter anderem Hitzeextreme, Starkniederschläge und in bestimmten Regionen Dürrerisiken. Der IPCC betont, dass sich viele Veränderungen mit jedem zusätzlichen Stück Erwärmung verstärken.
Aber: 1,5 Grad sind keine physikalische Klippe. Die Welt ist bei 1,49 Grad noch in Ordnung und bei 1,51 Grad plötzlich verloren?! Risiken verändern sich graduell und je nach Region und Klimafolge unterschiedlich. Die 1,5-Grad-Marke ist deshalb keine naturwissenschaftliche Trennlinie zwischen einem „sicheren“ und einem „katastrophalen“ Klima.
Hinzu kommt eine häufig übersehene Unterscheidung: Ein einzelnes Jahr mit mehr als 1,5 Grad Erwärmung bedeutet noch nicht, dass die 1,5-Grad-Grenze im klimatischen Sinne dauerhaft überschritten wurde. Der IPCC definiert das Erreichen eines Erwärmungsniveaus über langfristige Mittelwerte und weist ausdrücklich darauf hin, dass einzelne Jahre aufgrund natürlicher Schwankungen darüber oder darunter liegen können.
Das ist wichtig, wenn Schlagzeilen verkünden, die 1,5-Grad-Grenze sei „gerissen“ oder „durchbrochen“.
Auch ein Blick in die Klimageschichte hilft bei der Einordnung. Wärmere globale Klimazustände hat es bereits gegeben. Während der letzten Warmzeit vor rund 125.000 Jahren lag die globale Durchschnittstemperatur nach Einschätzung des IPCC über längere Zeit etwa 0,5 bis 1,5 Grad über dem Niveau von 1850 bis 1900. Im mittleren Pliozän vor rund drei Millionen Jahren waren es sogar etwa 2,5 bis 4 Grad mehr.
Das bedeutet nicht, dass die heutige Erwärmung deshalb bedeutungslos wäre. Es bedeutet aber, dass Temperaturen oberhalb der politischen 1,5-Grad-Marke erdgeschichtlich kein unbekannter Zustand sind. Entscheidend sind Geschwindigkeit und Ausmaß der Veränderung, ihre konkreten Folgen und die Fähigkeit von Menschen und Ökosystemen, sich daran anzupassen. Und der Mensch ist anpassungsfähig, und wird es auch in Zukunft sein – und auch sein müssen.
Die 1,5-Grad-Marke ist eine politisch vereinbarte Zielmarke, die sich auf wissenschaftliche Risikobewertungen stützt. Aus einer sinnvollen Orientierungsmarke sollte deshalb keine mystische Zahl werden.
6. „Wenn die Kipppunkte überschritten sind, gibt es kein Zurück mehr“
Eng verbunden mit der 1,5-Grad-Grenze ist ein weiterer Begriff, der in der Klimadebatte geradezu apokalyptische Wirkung entfaltet: der Kipppunkt.
Die Vorstellung klingt einleuchtend: Wird eine bestimmte Temperatur überschritten, kippt ein Teil des Klimasystems. Danach läuft der Prozess von selbst weiter und lässt sich nicht mehr aufhalten. Häufig genannte Beispiele sind das Abschmelzen des grönländischen oder westantarktischen Eisschildes, Veränderungen der Atlantischen Umwälzströmung – kurz AMOC – oder das Auftauen von Permafrostböden. AMOC – nicht Amok. Letzteres überlasse ich an dieser Stelle der gelegentlich etwas überhitzten Klimadebatte. „Späßle gmacht“, wie der Schwabe sagt.
Kipppunkte sind keine Erfindung. Der IPCC definiert einen solchen Punkt als kritischen Schwellenwert, jenseits dessen sich ein System häufig abrupt oder irreversibel neu organisiert. Auch aus der Klimageschichte sind abrupte Veränderungen bekannt.
Grundlegend ist jedoch das Wort „kritischer Schwellenwert“. Wo genau dieser bei den einzelnen Systemen liegt, wann er erreicht wird und wie schnell die anschließende Veränderung abläuft, lässt sich häufig nicht auf eine bestimmte Temperatur festnageln.
Eine viel beachtete Studie von Armstrong McKay und Kollegen kam 2022 zu dem Ergebnis, dass einige mögliche Kipppunkte bereits beim heutigen Erwärmungsniveau nicht völlig ausgeschlossen werden können und mehrere im Bereich von 1,5 bis 2 Grad wahrscheinlicher werden könnten. Die Autoren geben allerdings keine einzelne magische Temperatur an, bei der das Klimasystem als Ganzes kippt, sondern Unsicherheitsbereiche für unterschiedliche Systeme.
Auch der IPCC zeichnet ein differenziertes Bild. Für die Atlantische Umwälzströmung (AMOC) wird im 21. Jahrhundert eine Abschwächung erwartet. Dass sie vor 2100 abrupt zusammenbricht, hält der IPCC in seinem AR6 – dem Sechsten Sachstandsbericht – für eher unwahrscheinlich, beurteilt diese Einschätzung allerdings nur mit mittlerer wissenschaftlicher Sicherheit. Beim arktischen Meereis stellt der IPCC sogar ausdrücklich fest, dass kein Kipppunkt bekannt ist, nach dessen Überschreiten der Eisverlust unumkehrbar würde. Auch beim Permafrost bestehen erhebliche Unsicherheiten darüber, ob überhaupt ein eindeutiger Kipppunkt bestimmt werden kann, ab dem sich die Entwicklung grundlegend und unumkehrbar verändert.
Anders sieht es bei den großen Eisschilden aus. Bei anhaltender Erwärmung zwischen 2 und 3 Grad gibt es laut IPCC begrenzte Hinweise darauf, dass der grönländische und der westantarktische Eisschild langfristig nahezu vollständig und irreversibel verloren gehen könnten. Aber auch hier ist der Zeitraum entscheidend: Der IPCC spricht von mehreren Jahrtausenden, nicht davon, dass diese Eisschilde nach Überschreiten einer bestimmten Temperatur innerhalb weniger Jahre verschwinden.
Dieser riesige und nicht klitzekleine Unterschied ist für die öffentliche Diskussion wichtig. „Irreversibel“ bedeutet nicht automatisch „plötzlich“, und „Kipppunkt“ bedeutet nicht, dass morgen das gesamte Klimasystem zusammenbricht. Ein Schwellenwert kann einen langfristigen Prozess in Gang setzen, dessen vollständige Auswirkungen sich erst über Jahrhunderte oder Jahrtausende entfalten. Umgekehrt können bestimmte Veränderungen durchaus relativ schnell erfolgen.
Klimahistorisch sind abrupte Klimaänderungen nichts Unbekanntes. Der IPCC verweist unter anderem auf große Enteisungsphasen während des Quartärs –des vor rund 2,6 Millionen Jahren begonnenen und bis heute andauernden Erdzeitalters mit seinen wiederholten Kalt- und Warmzeiten – und auf die starke Erwärmung während des Paläozän/Eozän-Temperaturmaximums vor rund 56 Millionen Jahren, als die globale Temperatur zeitweise etwa 4 bis 8 Grad über dem vorindustriellen Niveau lag. Solche Ereignisse zeigen, dass das Klimasystem tatsächlich zu erheblichen Zustandsänderungen fähig ist. Sie zeigen, dass Klima niemals ein statisches System war.
Es wäre ebenso falsch, Kipppunkte als reine Panikmache abzutun, wie aus ihnen einen bevorstehenden Weltuntergang abzuleiten. Die Risiken sind real, die Schwellenwerte teilweise unsicher und die Zeiträume höchst unterschiedlich. Diese drei Dinge gehören zusammen.
Aus dem wissenschaftlich sinnvollen Konzept des Kipppunktes wird erst dann ein Zerrbild, wenn aus „kann bei zunehmender Erwärmung wahrscheinlicher werden“ in der öffentlichen Wahrnehmung „bei 1,5 Grad kippt das Klima unwiderruflich“ wird.
Das eine ist Risikoforschung. Das andere ist eine Gewissheit, die die Wissenschaft in dieser Pauschalität nicht hergibt. An dieser Stelle beginnt die Inszenierung in der öffentlichen Kommunikation: Aus Unsicherheiten werden Gewissheiten, aus möglichen Entwicklungen scheinbar sichere Zukunftsszenarien und aus Risiken mitunter unmittelbar bevorstehende Katastrophen. Der wissenschaftliche Befund bleibt derselbe – verändert wird die Geschichte, die daraus erzählt wird.
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Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts
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Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln
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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.