16. Juli 2026, von Albrecht Künstle
Kirchliche Seelsorge für den Bündnis- und Kriegsfall
Wenn uns geweissagt wird, noch in diesem Jahrzehnt stehe in Deutschland der Russe vor der Türe, ist das in der Tat beunruhigend – weniger wegen der realen diesbezüglichen Gefahr als mit Blick auf den Geisteszustand von Politik und Medien. Doch anscheinend folgen auch die Kirchenoberen diesen Prophezeiungen: Auch wenn Jesus vor falschen Propheten warnte und sagte: “Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch”, scheinen die Kirchenzentralen nicht so recht auf seine frohe Botschaft zu vertrauen. Denn auf 26 Seiten geben die katholische und evangelische Kirche ihren Gliederungen ein internes Arbeitspapier mit dem Titel “Ökumenisches Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall” an die Hand. Es liest sich wie die Verordnung einer weltlichen Behörde.
Als theologische Grundlage für dieses Konzept gibt die Kirche dabei das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,29–37) an – eine Weisung Jesu, um welche es hier genau geht. In dem Gleichnis wird berichtet, dass ein unter die Räuber gefallener Mann von einem Priester und einem Leviten halbtot liegen gelassen wurde, doch ein Samariter nahm sich seiner beispielhaft an, brachte ihn in eine Herberge und übernahm die Kosten von zwei Denaren für die Unterkunft und Pflege des Opfers (soweit meine Kurzfassung des Evangeliums).
Wenn, dann taugt das Samariter-Gleichnis allenfalls für die Ukraine: Für sie ist Deutschland der barmherzige Samariter – doch die „zwei Denare“ des Samariters aus der Bibel sind für die Ukrainer längst verbraten; die Kosten für die Aufnahme und Vollpension von einer Million Ukrainerinnen samt Anhang und die -zig Milliarden für Waffenlieferungen dürften wohl alle Kategorien biblischer Nächstenliebe und Barmherzigkeit weit in den Schatten stellen, obwohl der “Bedürftige” den Hals nicht vollkriegt. Wenn man alles zusammenrechnet, waren es direkte Hilfen an die Ukraine von etwa 96,5 Milliarden Euro, plus die Flüchtlingskosten in Deutschland von 30 bis 50 Milliarden Euro. Ergibt insgesamt eine Größenordnung von etwa 125 bis 150 Milliarden Euro, die deutsche Samariter seit Beginn des heißen Ukrainekrieges im Februar 2022 aufgebracht haben.
“Krisensensible Seelsorge“
Nein – es geht nicht um Barmherzigkeit, sondern um etwas ganz anderes: Deutschland wird zunehmend zum Transitland für die Verlagerung von Truppen an die neue Ostfront. Neuerdings werden auch wieder amerikanische Mittelstreckenraketen stationiert, die Moskau von hier aus erreichen – und nicht mehr nur von der Ukraine aus. Dieser Prozess wird wahrscheinlich nicht unblutig verlaufen. Russland hat zwar militärisch nicht mehr viel aufzubieten, dafür aber umso tödlichere Waffen in der Hinterhand. So, wie die Ukraine mit Drohnen Ziele tief in Russland angreift und zerstört, so würde es auch Russland mit einer deutschen NATO-Drehscheibe machen. Und vor genau diesem Hintergrund ist meines Erachtens die kirchliche Handlungsanleitung zu sehen.
Zusammengefasst beschreibt das ökumenische Rahmenkonzept eher abstrakt die Rolle und Verantwortung kirchlicher Seelsorgepraxis angesichts neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen; es benennt die seelsorglichen Aufgaben in Szenarien militärischer Bedrohung und gewaltsamer Konflikte, die auch Deutschland unmittelbar betreffen können. Dabei werden mögliche Belastungen für Zivilbevölkerung, Soldatinnen und Soldaten, Einsatzkräfte, Verwundete, Gefallene, Kriegsgefangene und Geflüchtete in den Blick genommen. Es zeigt auf, wie kirchliche Strukturen vorbereitet, vernetzt und gestärkt werden können, um in Krisenfällen handlungsfähig zu bleiben und den Menschen beizustehen. Maßgeblich ist dabei das christliche Motiv des Dienstes am Nächsten, verbunden mit organisatorischen Maximen wie ökumenischer Geschlossenheit, klaren Zuständigkeiten und professioneller Krisenkommunikation. Ziel soll es sein, vorhandene Ressourcen zu bündeln und durch frühzeitige Qualifizierung und Begleitung von Seelsorgenden eine “krisensensible Seelsorge” zu gewährleisten.
Besser nach dem Vaterunser beten
In dem umfangreichen Papier kommen das Wort “Krieg“ 29 mal vor, “Friede” hingegen nur 13 mal. “Bündnisfall” findet sich 8 mal, “NATO” 4 mal und “Bundeswehr” 10 mal. “Militärseelsorge” kommt 9mal vor, “Sterbebegleitung” und “Trauerbegleitung” jeweils einmal. Gebete spielen in diesem Konzept gar keine Rolle: Die Suche danach ergibt nur einen einzigen (!) Treffer. Doch welchen Stellenwert hat eine wirkliche “Seelsorge” (der Begriff wird in dem Papier 165 mal bemüht!) ohne Gebete? Und gibt die Kirche auch seelischen Beistand für junge Menschen, die nun vor die Entscheidung gestellt werden, „militärische Sicherheit zu produzieren“ (?) oder diesen Dienst verweigern? Gibt es neben der weltlichen Kriegsdienstverweigerung auch eine kirchliche Dienstverweigerung?
Bleibt nur zu hoffen, dass dieses kirchliche Rahmenkonzept nie gebraucht wird. Dafür lohnt es sich, nach dem Vaterunser zu beten, so wie es Jesus gelehrt hat: ”Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden … und vergib uns unsere Schuld.” Die Schuld, die NATO bis fast vor die Tore Russlands ausgeweitet zu haben und diese Politik mit der Ukraine grade so fortzusetzen? Zu Gottes Willen gehört es jedenfalls sicher nicht, dass wir uns nun ernsthaft auf einen Krieg in Mitteleuropa vorbereiten. Na, dann Amen.
Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt und zuerst hier https://ansage.org/deutschland-als-obersamariter-europas-kirchliche-seelsorge-fuer-den-buendnis-und-kriegsfall/ erschienen
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