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Klimalüge und Klimadiktatur? Teil 7: Wie viel Mensch steckt im Klimawandel?

Von Uwe Froschauer

Der Mensch beeinflusst das Klima. Natürlich tut er das. Acht Milliarden Menschen bauen Städte, roden Wälder, betreiben Landwirtschaft und Industrie und verbrennen Kohle, Öl und Gas. Das bleibt nicht ohne Folgen. Aber darum geht es in diesem Kapitel nur peripher.

Die ausschlaggebenden Fragen lauten: Wie groß ist der menschliche Anteil am Klimawandel tatsächlich? Welche konkreten Folgen ergeben sich daraus? Und welche Maßnahmen sind wirksam und verhältnismäßig? Statt vorschnell Katastrophenszenarien an die Wand zu malen und daraus immer weitreichendere Eingriffe abzuleiten, sollte zunächst geklärt werden, was wissenschaftlich belastbar ist, was tatsächlich hilft und ob Kosten, Nutzen und Nebenwirkungen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.

Der Weltklimarat IPCC gibt darauf inzwischen eine präzise – und für mich fragwürdige – Antwort. Die vom Menschen verursachte Erwärmung zwischen 1850–1900 und 2010–2019 beziffert er auf 0,8 bis 1,3 Grad Celsius, als wahrscheinlichsten beziehungsweise zentralen Schätzwert nennt der IPCC 1,07 Grad Celsius. Natürlichen Einflüssen schreibt er für diesen Zeitraum lediglich eine Temperaturwirkung zwischen minus 0,1 und plus 0,1 Grad zu. Äußerst zweifelhaft. Im Synthesebericht von 2023 heißt es entsprechend, menschliche Aktivitäten hätten die globale Erwärmung „eindeutig“ verursacht.[1]

Woher weiß man das? Ein Thermometer kann die Temperatur messen. Es kann aber nicht anzeigen, welcher Anteil davon vom Menschen verursacht wurde. Daneben steht nicht: 14,6 Grad Natur, 0,7 Grad Mensch. Damit sind wir bei einem wichtigen wissenschaftlichen Begriff:

Attribution

Attribution bedeutet in diesem Zusammenhang, eine beobachtete Klimaveränderung bestimmten Ursachen beziehungsweise Einflussfaktoren zuzuordnen.
Sie kommen morgens in die Küche und der Boden ist nass. Das können Sie sehen und messen. Aber warum ist er nass? Ist die Spülmaschine undicht? Hat jemand Wasser verschüttet? Ist durch das offene Fenster Regen hereingekommen?

Dieses Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen Detektion und Attribution. Detektion bedeutet festzustellen, dass sich etwas verändert hat. Attribution bedeutet, die Ursachen dieser Veränderung zu bestimmen beziehungsweise verschiedenen Einflussfaktoren zuzuordnen.[2]

Wir wissen, dass sich die Erde seit dem 19. Jahrhundert erwärmt hat. Aber wir besitzen keine zweite Erde als Kontrollplaneten, auf der seit 1850 alles genauso abgelaufen ist wie auf unserer – nur ohne Industrialisierung und menschliche CO₂-Emissionen. Also arbeitet die Klimaforschung mit Beobachtungen, physikalischen Erkenntnissen, statistischen Verfahren und Klimamodellen. Vereinfacht gesagt wird untersucht, wie sich das Klima unter ausschließlich natürlichen Einflüssen entwickelt hätte und wie es sich unter Einbeziehung menschlicher Einflüsse entwickelt. Anschließend werden die Ergebnisse mit der beobachteten Entwicklung verglichen.[3]

Das ist ein wissenschaftliches Verfahren. Aber es ist keine direkte Messung des menschlichen Temperaturanteils. Dieser Unterschied ist wesentlich.

Aus Wahrscheinlichkeit wurde „Gewissheit“

Die Sprache des IPCC hat sich verändert. 1995 legten die vorliegenden Erkenntnisse nach Einschätzung des IPCC einen „erkennbaren menschlichen Einfluss“ auf das globale Klima nahe. 2001 sah der IPCC stärkere Belege dafür, dass der größte Teil der Erwärmung der vorausgegangenen 50 Jahre menschlichen Aktivitäten zuzuschreiben sei. 2007 galt dies als „sehr wahrscheinlich“. Heute heißt es: eindeutig.[4]

Aus einem erkennbaren Einfluss wurde innerhalb weniger Jahre weitgehende Gewissheit. Begründet wird dies mit längeren Messreihen, Satellitendaten, leistungsfähigere Computer, weiterentwickelte Modelle und ein besseres Verständnis des Klimasystems.[5] So weit, so gut. Trotzdem bleibt die interessierende und entscheidende Frage:

Wie belastbar ist die Quantifizierung des menschlichen Anteils?

Modelle sind Werkzeuge, keine Wirklichkeit

Ein Klimamodell ist eine mathematische Annäherung an ein ungeheuer komplexes System. Atmosphäre, Ozeane, Wolken, Wasserdampf, Eis, Vegetation, Sonnenstrahlung und Aerosole beeinflussen sich gegenseitig, wie ich in vorangegangenen Kapiteln dargelegt habe. Diese Erkenntnisse sind unbestreitbar. Manche Vorgänge lassen sich relativ gut physikalisch beschreiben, andere müssen vereinfacht oder – wie die Wissenschaft sagt – parametrisiert werden.

Parametrisierung bedeutet: Vorgänge, die ein Modell nicht detailliert berechnen kann, werden durch vereinfachte mathematische Beziehungen dargestellt. Das macht Klimamodelle deswegen nicht wertlos. Sie sind unverzichtbare wissenschaftliche Werkzeuge. Aber wie jedes Werkzeug haben sie Grenzen.

Ross McKitrick und John Christy verglichen 38 Modelle der CMIP6-Generation – also Klimamodelle aus der sechsten Phase eines internationalen Forschungsprogramms, in dem die Ergebnisse verschiedener Klimamodelle nach gemeinsamen Vorgaben miteinander verglichen werden – mit Temperaturdaten aus Satelliten, Wetterballons und sogenannten Reanalysen. Für den untersuchten Zeitraum 1979 bis 2014 erwärmten sich die unteren und mittleren Schichten der Troposphäre in sämtlichen untersuchten Modellen stärker als in den herangezogenen Mess- und Beobachtungsdaten. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine bessere Übereinstimmung mit den Beobachtungen niedrigere Werte der angenommenen Klimasensitivität erfordern würde.[6]

Damit stellt sich auch für den Laien eine naheliegende Frage: Wenn sämtliche untersuchten Modelle eine stärkere Erwärmung zeigen als die herangezogenen Mess- und Beobachtungsdaten, wie zuverlässig bilden diese Modelle dann die tatsächliche Klimaentwicklung ab? Klimamodelle beruhen schließlich nicht nur auf Messdaten und physikalischen Gesetzmäßigkeiten, sondern auch auf Annahmen und der modellhaften Darstellung komplexer Prozesse. Abweichungen zwischen Modell und Beobachtung sollten deshalb zumindest Anlass sein, die zugrunde liegenden Annahmen und die Aussagekraft der Modelle kritisch zu prüfen.

Auch der IPCC diskutiert Abweichungen zwischen Modellen und Beobachtungen. Das beweist zwar nicht, dass Klimamodelle grundsätzlich falsch sind. Aber es ist Vorsicht geboten, wenn aus Modellrechnungen politische Gewissheiten werden.

Der unterschätzte Einfluss natürlicher Klimaprozesse

Das Klima hat sich immer verändert – lange bevor der erste Mensch Kohle in eine Dampfmaschine schaufelte. Ozeanströmungen transportieren enorme Wärmemengen. El Niño und La Niña verändern Temperatur und Niederschläge auf großen Teilen der Erde. Vulkane können die Erde vorübergehend abkühlen. Sonnenaktivität, Wolken und Veränderungen innerhalb des gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Systems wirken ebenfalls auf das Klima – wie in Kapitel 4 dargelegt.

Auch wenn der IPCC diese Faktoren nicht ignoriert, bleibt dennoch die Frage offen, wie genau ihre Wirkung und ihre Wechselwirkungen bekannt sind. Hier setzt beispielsweise die Klimaforscherin Judith Curry mit ihrer Kritik an. Sie bestreitet weder den Treibhauseffekt noch einen menschlichen Beitrag zur Erwärmung. Sie hält jedoch insbesondere die Unsicherheiten bei der natürlichen Klimavariabilität und der Klimasensitivität für bedeutsamer, als es die öffentliche Klimadebatte häufig vermittelt.[7]

Damit bleibt die entscheidende Frage: Wie belastbar ist die Quantifizierung des menschlichen Anteils?

Wie viel Mensch steckt im Klimawandel?

Entscheidend ist, wie der IPCC die beobachtete Erwärmung den verschiedenen Ursachen zuordnet. Wie zuvor dargelegt, unterscheidet er dabei zwischen menschlichen und natürlichen Einflüssen sowie der natürlichen internen Variabilität des Klimasystems.

Zu den menschlichen Einflüssen zählen vor allem zusätzliche, vom Menschen verursachte Emissionen von Treibhausgasen wie CO₂ und Methan sowie Aerosole und Veränderungen der Landnutzung. Zu den natürlichen Einflüssen gehören insbesondere Veränderungen der Sonnenaktivität und Vulkanausbrüche. Hinzu kommt die interne Variabilität – also natürliche Schwankungen innerhalb des Klimasystems selbst, beispielsweise durch das Zusammenspiel von Atmosphäre und Ozeanen.

Interessant wird es bei den Zahlen. Nach Einschätzung des IPCC haben die vom Menschen verursachten Treibhausgase die Erde zwischen 1850–1900 und 2010–2019 für sich genommen um 1,0 bis 2,0 Grad Celsius erwärmt. Gleichzeitig schreibt der IPCC anderen menschlichen Einflüssen, insbesondere Aerosolen, eine kühlende Wirkung zwischen 0 und 0,8 Grad zu. Vereinfacht gesagt: Der Mensch soll nach dieser Berechnung auf der einen Seite kräftig erwärmt und auf der anderen Seite einen Teil dieser Erwärmung selbst wieder gedämpft haben.

Auffallend und fragwürdig gering fällt dagegen der vom IPCC angenommene Beitrag der Natur aus. Natürliche äußere Einflüsse – beispielsweise Veränderungen der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüche – werden für diesen Zeitraum lediglich mit minus 0,1 bis plus 0,1 Grad angesetzt. Davon unterscheidet der IPCC die sogenannte, zuvor bereits angesprochene interne natürliche Variabilität. Gemeint sind Klimaschwankungen, die innerhalb des Klimasystems selbst entstehen, ohne dass dafür ein äußerer Anstoß wie zum Beispiel eine Veränderung der Sonnenaktivität notwendig wäre. Ein bekanntes Beispiel sind El Niño und La Niña: Durch Veränderungen der Meeresströmungen und des Wärmeaustauschs zwischen Ozean und Atmosphäre kann sich die globale Durchschnittstemperatur zeitweise erhöhen oder verringern. Für diese interne Variabilität setzt der IPCC einen Beitrag zwischen minus 0,2 und plus 0,2 Grad an.[8]

Das bedeutet freilich nicht, dass natürliche Schwankungen die globale Temperatur kurzfristig nur um höchstens 0,2 Grad verändern könnten. Ein starker El Niño kann die globale Durchschnittstemperatur eines einzelnen Jahres deutlich stärker beeinflussen. Die vom IPCC genannten plus/minus 0,2 Grad beziehen sich vielmehr auf den geschätzten Beitrag der internen Variabilität zur langfristigen Erwärmung zwischen dem Zeitraum 1850–1900 und dem Zehnjahresmittel 2010–2019 – also auf eine länger angelegte Betrachtungsweise.

Damit ergibt sich ein interessantes Bild: Die durch menschliche Treibhausgase verursachte Erwärmung soll nach Einschätzung des IPCC sogar größer als die tatsächlich beobachtete Erwärmung gewesen sein. Dass am Ende weniger davon übrig blieb, erklärt der IPCC vor allem mit gegenläufigen, ebenfalls vom Menschen verursachten Einflüssen – insbesondere der kühlenden Wirkung von Aerosolen. Nun gut.

Wenn ich dieser Erkenntnis auch nicht unbedingt folgen würde, ist die Erklärung vom IPCC  physikalisch durchaus möglich. Schwefeldioxid aus Verbrennungsprozessen kann beispielsweise zur Bildung von Aerosolen beitragen, die Sonnenstrahlung reflektieren und dadurch kühlend wirken. Dabei ist deren Wirkung mit erheblich größeren Unsicherheiten verbunden als etwa der direkte Strahlungsantrieb durch CO₂ – also die Veränderung der Energiebilanz der Erde, die durch eine erhöhte CO₂-Konzentration und deren zusätzliche Absorption von Wärmestrahlung entsteht. Je nachdem, wie stark die kühlende Wirkung der Aerosole angesetzt wird, verändert sich zwangsläufig auch der Anteil der Erwärmung, der anderen Faktoren zugeschrieben wird.[9]

Hinzu kommt die Klimasensitivität. Sie beschreibt vereinfacht, wie stark sich die Erde langfristig erwärmt, wenn sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre verdoppelt. Der IPCC nennt für die sogenannte Gleichgewichts-Klimasensitivität einen wahrscheinlichen Bereich von 2,5 bis 4 Grad Celsius und 3 Grad als zentralen Schätzwert.[10]

Diese Spannbreite ist erheblich. Ob eine Verdoppelung des CO₂-Gehalts langfristig 2,5 oder 4 Grad Erwärmung bewirkt, macht für die Bewertung des menschlichen Einflusses einen beträchtlichen Unterschied.

Damit liegt der zu diskutierende Punkt auf dem Tisch: Der IPCC schreibt den größten Teil der langfristigen Erwärmung menschlichen Einflüssen zu und natürlichen Faktoren einen vergleichsweise kleinen Anteil. Wie sicher aber sind die Annahmen, auf denen diese Zuordnung und damit die 1,07 Grad menschengemachte Erwärmung beruhen?

1,07 Grad

Der IPCC formuliert mit großer Gewissheit, dass der Mensch die gegenwärtige globale Erwärmung verursacht habe. Wesentlich weniger eindeutig lässt sich jedoch beziffern, wie groß dieser menschliche Anteil genau ist. Die häufig genannten 1,07 Grad sind keine exakt gemessene Größe, sondern der zentrale Schätzwert innerhalb einer Bandbreite von 0,8 bis 1,3 Grad, die der IPCC als „likely“, also als wahrscheinlich, einstuft.

Diese Unterscheidung ist grundlegend: Hohe Gewissheit über einen menschlichen Einfluss ist nicht dasselbe wie hohe Gewissheit über dessen genaue Größenordnung. Hinter dieser Quantifizierung stehen Unsicherheiten, die für die Bewertung des menschlichen Anteils keineswegs nebensächlich sind.

Der IPCC nennt selbst unter anderem Grenzen der Klimamodelle, Unsicherheiten bei der natürlichen internen Variabilität und Unsicherheiten bei einzelnen Strahlungsantrieben. Besonders groß sind sie bei den Aerosolen. Hier liegt ein grundsätzliches Problem der Attribution: Wenn mehrere Einflussgrößen nur innerhalb bestimmter Bandbreiten bekannt sind, kann auch die daraus errechnete Zuordnung nicht genauer sein als ihre wesentlichen Ausgangsgrößen.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das Problem: Ein Mensch hat innerhalb eines Jahres fünf Kilogramm abgenommen. Diese fünf Kilogramm lassen sich exakt feststellen. Gleichzeitig hat er seine Ernährung verändert, mehr Sport getrieben, weniger Alkohol getrunken und ein Medikament eingenommen. Dass diese Faktoren das Körpergewicht beeinflussen können, ist bekannt. Wesentlich schwieriger ist jedoch die Frage, welchen Anteil jeder einzelne Faktor an den fünf Kilogramm hatte. Sind die jeweiligen Wirkungen nur innerhalb bestimmter Bandbreiten bekannt, lässt sich auch ihr Anteil am Gesamtergebnis nicht exakt bestimmen.

Ähnlich verhält es sich bei der Klimaattribution: Die beobachtete Temperaturveränderung ist einigermaßen messbar. Wie viel davon einzelnen menschlichen und natürlichen Einflussfaktoren zugerechnet werden kann, muss dagegen aus Beobachtungen, physikalischen Zusammenhängen, statistischen Verfahren und Modellen hergeleitet werden.

Auch die bereits erwähnte Klimaforscherin Judith Curry setzt hier an. Sie kritisiert die Sicherheit, mit der der menschliche Anteil quantifiziert wird, und verweist insbesondere auf Unsicherheiten bei der natürlichen Variabilität und der Klimasensitivität.[11] Attributionsergebnisse hängen ihrer Auffassung nach wesentlich davon ab, wie zuverlässig Klimamodelle menschliche und natürliche Einflussgrößen voneinander trennen können. Wird die natürliche Variabilität unterschätzt, kann ein größerer Teil der beobachteten Erwärmung dem Menschen zugerechnet werden; wird sie überschätzt, wäre das Gegenteil der Fall. Maßgebend ist deshalb nicht nur, ob Modelle die beobachtete Temperaturentwicklung reproduzieren können, sondern ob sie dies aus den richtigen Gründen tun.

Ein gutes Beispiel für diese Unsicherheiten ist die bereits erwähnte Klimasensitivität. Der IPCC hält bei einer Verdoppelung der CO₂-Konzentration langfristig eine Erwärmung zwischen 2,5 und 4 Grad für wahrscheinlich. Zwischen beiden Werten liegen 1,5 Grad – bezogen auf den unteren Wert immerhin ein Unterschied von 60 Prozent.

Auch John Christy und Ross McKitrick setzen an der Belastbarkeit der Modelle an. Ihre bereits erwähnten Vergleiche von CMIP6-Modellen mit Beobachtungsdaten zeigen für die untersuchten Troposphärenschichten eine systematische Überschätzung der Erwärmung durch die Modelle.[6] Daraus folgt nicht, dass der menschliche Einfluss verschwindet. Es folgt aber die berechtigte Frage, ob Modelle, die bestimmte Temperaturentwicklungen zu stark abbilden, zugleich als Grundlage für eine sehr weitgehende Quantifizierung des menschlichen Anteils dienen sollten.

Noch grundsätzlicher ist das Problem der natürlichen Variabilität. Der IPCC kommt zu dem Ergebnis, dass natürliche äußere Antriebe zur langfristigen Erwärmung seit dem 19. Jahrhundert nur einen sehr kleinen Beitrag geleistet haben. Doch diese Aussage setzt voraus, dass die natürlichen Prozesse ausreichend verstanden und ihre Größenordnungen hinreichend erfasst sind.

Darüber besteht keine vollständige wissenschaftliche Gewissheit. Über die Größenordnung einzelner natürlicher Einflüsse, ihre Wechselwirkungen und ihre Bedeutung für die langfristige Klimaentwicklung bestehen weiterhin Unsicherheiten – und in einzelnen Fragen auch unterschiedliche wissenschaftliche Einschätzungen.

Die 1,07 Grad sind deshalb keine gemessene Naturkonstante. Sie sind ein wissenschaftlich hergeleiteter zentraler Schätzwert, der auf Beobachtungen, physikalischen Erkenntnissen, statistischen Verfahren und Modellannahmen beruht. Das macht ihn nicht wertlos. Aber es macht einen Unterschied, ob eine Zahl gemessen oder unter bestimmten Annahmen hergeleitet wurde. Dieser Unterschied geht in der politischen und medialen Klimadebatte häufig verloren.

Wie sicher lässt sich der natürliche Anteil bestimmen?

Die natürlichen Einflussfaktoren wurden bereits ausführlich dargestellt. Sie werden an dieser Stelle deshalb nicht erneut aufgezählt. Die zu klärende Frage ist: Wie sicher lässt sich ihr Anteil an der beobachteten Erwärmung bestimmen?

Der IPCC kommt, wie dargelegt, zu einem relativ eindeutigen Ergebnis. Natürliche äußere Antriebe sollen zur Erwärmung zwischen 1850–1900 und 2010–2019 lediglich zwischen minus 0,1 und plus 0,1 Grad beigetragen haben. Für die interne natürliche Variabilität nennt er minus 0,2 bis plus 0,2 Grad.[8] Der langfristige Temperaturanstieg wird damit nahezu vollständig menschlichen Einflüssen zugerechnet.

Diese Gewichtung sollte jedoch näher beleuchtet werden. Natürliche Klimaschwankungen sind keine unbekannte Randerscheinung. Die Klimageschichte zeigt erhebliche Temperaturveränderungen lange vor der Industrialisierung. Daraus folgt selbstverständlich nicht, dass auch die heutige Erwärmung überwiegend natürlich sein muss. Es zeigt aber, dass das Klimasystem aus sich heraus und aufgrund natürlicher äußerer Einflüsse beträchtliche Veränderungen hervorbringen kann.

Das eigentliche Problem liegt deshalb in der Trennung der Ursachen. Die beobachtete Temperaturentwicklung ist das Ergebnis vieler gleichzeitig wirkender Prozesse. Der anthropogene Einfluss lässt sich nicht einfach messen und anschließend vom natürlichen Anteil abziehen. Beide müssen anhand ihrer erwarteten räumlichen und zeitlichen Muster, physikalischer Zusammenhänge, Beobachtungsdaten und Modellrechnungen voneinander unterschieden werden.

Dabei spielt die Länge der betrachteten Zeiträume eine erhebliche Rolle. Kurzfristige natürliche Schwankungen wie El Niño und La Niña können die globale Mitteltemperatur deutlich beeinflussen, ohne deshalb einen langfristigen Erwärmungstrend zu erklären. Umgekehrt können längerfristige Veränderungen innerhalb der Ozeane und des gekoppelten Ozean-Atmosphäre-Systems über Jahrzehnte wirken. Deren Größenordnung und Verlauf sind für die Attribution von Bedeutung.

Auch die Sonne verdeutlicht das Problem. Die direkte Veränderung der Sonneneinstrahlung seit Beginn zuverlässiger Satellitenmessungen ist vergleichsweise klein und reicht nach Einschätzung des IPCC nicht aus, um die jüngste globale Erwärmung zu erklären.[12] Daraus folgt jedoch zunächst nur, dass die gemessene Veränderung der direkten solaren Einstrahlung als Erklärung nicht genügt. Die Frage, wie sämtliche natürlichen Prozesse und ihre Wechselwirkungen über längere Zeiträume zusammenspielen, ist damit nicht automatisch beantwortet.

Es wäre deshalb falsch, die gegenwärtige Erwärmung vorschnell überwiegend natürlichen Ursachen zuzuschreiben. Ebenso falsch wäre es, natürliche Einflüsse aufgrund der starken anthropogenen Attribution des IPCC als weitgehend bedeutungslos abzutun. Wissenschaftlich entscheidend bleibt, wie zuverlässig beide Anteile voneinander getrennt werden können.

An diesem Punkt zeigt sich ein grundlegender Unterschied zwischen wissenschaftlichem Befund und öffentlicher Botschaft: Wissenschaft arbeitet mit Bandbreiten, Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten. In Politik und Medien verschwinden diese Einschränkungen nicht selten hinter „eindeutigen“ Aussagen und „alternativlosen“ Konsequenzen. In meinen Augen: grober Unfug!

Vom wissenschaftlichen Befund zur politischen Gewissheit

Bis hierher ging es um Wissenschaft. Um Messungen, Modelle, Wahrscheinlichkeiten, Bandbreiten und Unsicherheiten. In der politischen und medialen Kommunikation bleibt davon häufig wenig übrig. Aus einer komplexen Attributionsfrage wird ein einfacher Satz: Der Klimawandel ist menschengemacht.

So erklärte Bundesumweltminister Carsten Schneider 2025 im Bundestag schlicht: „Dieser Klimawandel ist menschengemacht.“ Er werde vor allem durch das Verbrennen fossiler Energieträger verursacht.[13] Das Umweltbundesamt bezeichnet den menschengemachten Klimawandel unter Berufung auf den IPCC sogar als „definitive Tatsache“.[14]

Auch in den Medien wird entsprechend formuliert. Der ARD-„Faktenfinder“ erklärte 2025 die Aussage Alice Weidels, ein alleiniger, monokausaler Nachweis des menschengemachten Klimawandels sei nicht erbracht, kurzerhand für „falsch“ und verwies auf den IPCC sowie den wissenschaftlichen – in Wirklichkeit nicht vorhandenen – Konsens.[15]
Sogenannte Faktenchecker sind für mich ohnedies fast ausschließlich narrativ-unterstützendende Propagandaorgane, die alles andere als neutrale, objektive Aufklärung betreiben – sie sind eher Faktenverdreher wie die Corona-Zeit gezeigt hat. Sie unterstützen feststehende, nicht evidenzbasierte und wissenschaftlich abgesicherte politische Entscheidungen mit verdrehten „Checks“.

Natürlich kann eine politische oder journalistische Darstellung nicht jedes Mal einen hundertseitigen wissenschaftlichen Bericht wiedergeben. Sie muss vereinfachen. Vereinfachung darf aber nicht dazu führen, dass aus Wahrscheinlichkeiten Gewissheiten und aus Bandbreiten scheinbar unumstößliche Wahrheiten werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Aussage Angela Merkels aus dem Jahr 2019. Sie formulierte wesentlich vorsichtiger. Man müsse entscheiden, ob man das Risiko eingehen wolle zu sagen, der Klimawandel sei gar nicht menschengemacht, oder ob genügend Evidenz für einen menschlichen Einfluss vorliege, um im Interesse zukünftiger Generationen zu handeln.[16]

Das ist etwas anderes als die Behauptung, jede Einzelheit des menschlichen Klimaeinflusses sei abschließend geklärt. Merkel formulierte im Kern ein Vorsorgeargument: Wenn ein erhebliches Risiko besteht, sollte gehandelt werden. Über das Ausmaß und die Verhältnismäßigkeit dieses Handelns lässt sich streiten. Wissenschaftlich sauberer ist eine solche Formulierung allemal.

Kritisch wird es für mich dort, wo wissenschaftliche Erkenntnis und politische Schlussfolgerung miteinander verschmelzen. Aus „Der Mensch trägt wesentlich zur Erwärmung bei“ wird dann schnell: Der Mensch verursacht den Klimawandel, also muss Maßnahme X umgesetzt werden.

Selbst wenn der menschliche Anteil an der Erwärmung exakt bekannt wäre, blieben politische Fragen offen: Welche Maßnahmen sind wirksam? Was kosten sie? Welche Nebenwirkungen haben sie? Wie groß ist der deutsche Einfluss auf das Weltklima? Welche Rolle spielen Anpassung, technischer Fortschritt oder Kernenergie? Und welches Maß an Wohlstandsverlust und Einschränkung individueller Freiheit ist für welchen erwarteten Klimaeffekt gerechtfertigt?
Auch jeder Bürger – der sich als mündig und informiert bezeichnet – sollte sich diese Fragen stellen, anstatt wie ein denkbetreuter und fremdgesteuerter Tagesschaupapagei die sich immer wiederholenden, einseitigen Narrative der Machthaber nachzuplappern. Durch Wiederholung entsteht Vertrautheit, die oftmals in scheinbare Gewissheit übergeht.

Das sind keine naturwissenschaftlichen Fragen, das sind politische Abwägungen. Wer politische Entscheidungen mit dem Satz „Die Wissenschaft sagt …“ für alternativlos erklärt, verwischt diese Grenze. Wissenschaft kann Erkenntnisse liefern, Risiken abschätzen und Szenarien berechnen. Sie kann der Gesellschaft und deren Vertreter aber nicht die politische Entscheidung abnehmen. Die Corona-Zeit zeigte, wohin das geführt hat. Heute nachweislich falsche Einschätzungen wissenschaftlicher „Experten“ wurden als Gewissheiten verkauft und absolut sinnlose Maßnahmen wie Lockdowns, Maskenpflicht, 3G, 2G, Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit als alternativlos erklärt und umgesetzt. Ähnliche, weitreichende Fehler werden in meinen Augen in der Klimapolitik begangen.

Mein Fazit: Einfluss ja – aber Katastrophe?

Der Mensch beeinflusst das Klima. Daran habe ich nach allem, was ich bisher ausgewertet habe, keinen ernsthaften Zweifel. Zweifel habe ich dagegen an der Sicherheit, mit der dieser Einfluss quantifiziert wird – und noch mehr an den politischen Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden.

Denn selbst wenn man die Einschätzung des IPCC übernimmt und dem Menschen den größten Teil der jüngeren Erwärmung zuschreibt, bleibt eine weitere Frage offen: Was bedeutet diese Erwärmung konkret für den Menschen?

Eine Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur ist zunächst eine statistische Größe. Menschen leben nicht in einer globalen Durchschnittstemperatur, sondern unter völlig unterschiedlichen klimatischen Bedingungen – in München ebenso wie in Singapur, Helsinki oder Dubai. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob sich ein globaler Mittelwert um ein oder zwei Grad verändert, sondern welche konkreten Folgen daraus regional entstehen und wie gut sich Menschen, Landwirtschaft, Städte und Infrastruktur daran anpassen können.

Das bedeutet keineswegs, Hitze oder andere Klimarisiken kleinreden zu wollen. Extreme Hitze kann Menschen töten – wobei es laut einer von “The Lancet Planetary Health“ durchgeführten Studie neunmal mehr Kältetote als Hitzetote zu beklagen gibt. Dürren können Ernten schädigen, Starkregen kann enorme Schäden verursachen und dergleichen. Ebenso richtig ist aber: Menschen passen sich seit Jahrtausenden an sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen an. Wohlstand, Technik, medizinische Versorgung, Bewässerung, Hochwasserschutz, Bauweise und funktionierende Infrastruktur entscheiden wesentlich darüber, ob klimatische Veränderungen zur Katastrophe werden oder beherrschbar bleiben.

Doch aus einem menschlichen Einfluss auf das Klima folgt weder zwangsläufig eine Katastrophe noch die Notwendigkeit jeder Maßnahme, die mit Klimaschutz begründet wird. Entscheidend ist vielmehr, welche konkreten Folgen die Erwärmung tatsächlich hat, welche Maßnahmen überhaupt wirksam sind und ob deren Kosten, Nebenwirkungen und Eingriffe in einem vernünftigen Verhältnis zum erwarteten Nutzen stehen.

Über diese Fragen müsste debattiert werden – nicht über Glaubensbekenntnisse.

Quellen:

[1] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Sixth Assessment Report, Summary for Policymakers, insbesondere A.1.3; sowie IPCC: Climate Change 2023: Synthesis Report, Summary for Policymakers. Angaben zur vom Menschen verursachten Erwärmung von 0,8 bis 1,3 °C und zum zentralen Schätzwert von 1,07 °C.

[2] IPCC: Climate Change 2001: The Scientific Basis. Third Assessment Report, Working Group I. Abschnitte zu „Detection and Attribution“ und zur Unterscheidung zwischen dem Nachweis einer Klimaveränderung und der Zuordnung ihrer Ursachen.

[3] IPCC: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Fourth Assessment Report, Working Group I, Kapitel 9: „Understanding and Attributing Climate Change“. Darstellung der Methoden zur Detektion und Attribution von Klimaveränderungen.

[4] IPCC: Second Assessment Report (1995/1996), Third Assessment Report (2001), Fourth Assessment Report (2007) sowie Sixth Assessment Report (2021). Aussagen zur Entwicklung der Einschätzung des menschlichen Einflusses auf das Klima – vom „discernible human influence“ bis zur heutigen Einstufung des menschlichen Einflusses als „unequivocal“.

[5] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, Kapitel 3: „Human Influence on the Climate System“. Darstellung der Fortschritte und verbleibenden Unsicherheiten bei Detektion und Attribution sowie der Rolle von Beobachtungen und Klimamodellen.

[6] Ross McKitrick / John Christy: „Pervasive Warming Bias in CMIP6 Tropospheric Layers“, Earth and Space Science, Vol. 7, 2020, e2020EA001281, DOI: 10.1029/2020EA001281. Vergleich von 38 CMIP6-Modellen mit Satelliten-, Wetterballon- und Reanalysedaten für 1979–2014.

[7] Judith A. Curry: Veröffentlichungen und Stellungnahmen zur Unsicherheit der Klimaattribution, zur natürlichen Klimavariabilität und zur Klimasensitivität; insbesondere ihre Arbeiten und Analysen zur Unsicherheit bei der Quantifizierung des anthropogenen Anteils an der Erwärmung.

[8] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, Summary for Policymakers, A.1.3. Treibhausgase: Erwärmungsbeitrag 1,0 bis 2,0 °C; andere menschliche Einflüsse, vor allem Aerosole: Abkühlung 0 bis 0,8 °C; natürliche Antriebe: −0,1 bis +0,1 °C; interne Variabilität: −0,2 bis +0,2 °C.

[9] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I. Abschnitte zum Strahlungsantrieb anthropogener Aerosole und zu den damit verbundenen Unsicherheiten; siehe insbesondere Summary for Policymakers und Kapitel 7 „The Earth’s Energy Budget, Climate Feedbacks, and Climate Sensitivity“.

[10] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, Summary for Policymakers, Abschnitt D.2. Die Gleichgewichts-Klimasensitivität (Equilibrium Climate Sensitivity, ECS) wird mit einem zentralen Schätzwert von 3 °C und einem wahrscheinlichen Bereich von 2,5 bis 4 °C angegeben.

[11] Judith A. Curry: Analysen zur Detektion und Attribution des Klimawandels sowie zur Bedeutung natürlicher Variabilität und zur Unsicherheit der Klimasensitivität. Curry kritisiert insbesondere die Sicherheit, mit der der anthropogene Anteil quantifiziert und öffentlich kommuniziert wird.

[12] IPCC: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Working Group I, insbesondere Kapitel 3 „Human Influence on the Climate System“ und Summary for Policymakers. Bewertung natürlicher Antriebe wie Sonnenaktivität und Vulkanismus sowie der internen Variabilität im Verhältnis zum anthropogenen Einfluss.

[13] Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll, Rede von Bundesumweltminister Carsten Schneider, 2025. Aussage: „Dieser Klimawandel ist menschengemacht“ und Verweis auf die Verbrennung fossiler Energieträger als wesentliche Ursache.

[14] Umweltbundesamt: „Beobachteter Klimawandel“, Darstellung des anthropogenen Klimawandels unter Bezugnahme auf den Sechsten Sachstandsbericht des IPCC; Bezeichnung des menschlichen Einflusses auf das Klimasystem als „definitive Tatsache“.

[15] ARD/Tagesschau, Faktenfinder: Faktencheck zum ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel, 2025. Bewertung ihrer Aussage zum fehlenden „alleinigen, monokausalen Nachweis“ des menschengemachten Klimawandels unter Bezugnahme auf IPCC und wissenschaftliche Attributionsforschung.

[16] Bundesregierung: Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Petersberger Klimadialog 2019 beziehungsweise entsprechende Äußerungen Merkels zur Evidenz des menschengemachten Klimawandels und zur politischen Abwägung des Risikos für zukünftige Generationen.

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Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Israel – An wessen Seite steht Deutschland eigentlich?

Von Uwe Froschauer

„Deutschland steht fest an der Seite Israels.“

Diesen Satz hören wir seit Jahren. Er wird von deutschen Politikern wie ein Glaubensbekenntnis vorgetragen. Die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson. Solidarität mit Israel sei unverbrüchlich. Deutschland stehe fest und unerschütterlich an der Seite des jüdischen Staates.

Ich frage mich inzwischen allerdings: An wessen Seite stehen wir da eigentlich?

An der Seite der israelischen Bevölkerung? An der Seite der Menschen, die am 7. Oktober 2023 Angehörige verloren haben? An der Seite der Geiseln und ihrer Familien? An der Seite der zahlreichen Israelis, die selbst gegen die Politik ihrer Regierung protestieren?

Oder steht Deutschland an der Seite einer Regierung, unter deren Verantwortung Zehntausende Menschen im Gazastreifen getötet wurden?

Allein bis zum 3. Februar 2026 wurden nach den von UNICEF wiedergegebenen Zahlen 71.803 getötete Palästinenser im Gazastreifen gemeldet. Darunter befanden sich mindestens 21.289 Kinder. Weitere 171.230 Menschen wurden verletzt, darunter rund 44.500 Kinder.

21.289 getötete Kinder.

Und diese Zahlen markieren keineswegs das Ende des Sterbens. Auch danach wurden weitere Palästinenser getötet. Verschiedene Untersuchungen gehen zudem davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer deutlich höher liegen könnte.

Doch schon die offiziellen Zahlen reichen aus, um eine Frage zu stellen, die in Deutschland selten gestellt wird:

Was bedeutet es eigentlich, wenn deutsche Politiker immer wieder erklären, Deutschland stehe „fest an der Seite Israels“?

Solidarität mit der israelischen Bevölkerung ist nicht gleichbedeutend mit Gefolgschaft gegenüber der israelischen Regierung. Und Staatsräson darf nicht bedeuten, bei möglichem Unrecht wegzusehen. Wer also sagt, Deutschland stehe fest an der Seite Israels, sollte auch beantworten können:

An der Seite welches Israels?

Bevor ich mich dieser Frage zuwende, lohnt ein kurzer Blick zurück. Wer über Israel und Palästina urteilen will, sollte zumindest in Grundzügen wissen, wie dieser Staat entstanden ist.

Israel – eine sehr kurze Geschichte eines langen Konflikts

Ein entscheidender politischer Meilenstein auf dem Weg zur Gründung Israels war die Balfour-Erklärung vom 2. November 1917. Damals erklärte die britische Regierung, sie befürworte die Errichtung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk“ in Palästina. Das Gebiet gehörte zuvor zum Osmanischen Reich und geriet nach dem Ersten Weltkrieg unter britische Kontrolle. Großbritannien erhielt später das Mandat des Völkerbundes über Palästina. Die Balfour-Erklärung floss in die britische Mandatspolitik ein.

Das Problem lag auf der Hand: Palästina war kein menschenleeres Land. Dort lebten bereits Araber – Muslime und Christen – ebenso wie Juden. Mit der zunehmenden jüdischen Einwanderung verschärften sich die Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen. Der europäische Antisemitismus und insbesondere die nationalsozialistische Judenverfolgung verstärkten den Wunsch vieler Juden nach einem eigenen sicheren Staat zunehmend.

Dafür gab es mehr als nachvollziehbare Gründe. Juden waren über Jahrhunderte verfolgt, ausgegrenzt, vertrieben und ermordet worden. Der deutsche Nationalsozialismus führte diese Verfolgung schließlich mit der Shoah in die systematische Ermordung von rund sechs Millionen europäischen Juden.

Wer die Entstehung des Nahost-Konflikts verstehen will, kann die Geschichte nicht ausblenden. Aber ebenso wenig darf man die Geschichte der Palästinenser ausblenden.

1947 beschloss die UN-Generalversammlung einen Teilungsplan. Das britische Mandatsgebiet sollte in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufgeteilt werden. Jerusalem sollte einen internationalen Sonderstatus erhalten. Die jüdische Führung akzeptierte den Plan im Grundsatz, die arabische Seite lehnte ihn ab.

Am 14. Mai 1948 rief David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Unmittelbar darauf begann der erste arabisch-israelische Krieg. Für Israelis wurde 1948 zur Geburtsstunde ihres Staates.

Für Hunderttausende Palästinenser bedeuteten die Ereignisse dieser Zeit Flucht und Vertreibung sowie den Verlust ihrer Heimat. In der palästinensischen Erinnerung tragen sie bis heute einen Namen: Nakba – die Katastrophe.

Damit stehen sich bis heute zwei historische Erfahrungen gegenüber. Für die einen bedeutete die Gründung Israels endlich einen eigenen Staat und die Hoffnung auf Sicherheit nach Jahrhunderten der Verfolgung. Für die anderen bedeutete sie Flucht, Vertreibung und Heimatverlust.

Die Geschichte der Juden führt für mich zu einer grundsätzlichen Frage. Ein Volk, das selbst erfahren musste, wohin Verfolgung, Entrechtung und Entmenschlichung führen können, sollte besonders sensibel dafür sein, wenn anderen Menschen ihre Würde abgesprochen wird.

Die heutige Situation im Gazastreifen ist nicht einfach mit der Shoah gleichzusetzen. Historische Ereignisse haben ihre jeweils eigenen Ursachen, Dimensionen und Verbrechen. Aber die Lehre aus der Geschichte darf doch nicht lediglich lauten:

Nie wieder Verfolgung von Juden.

Sie muss lauten:

Nie wieder Entmenschlichung – gegenüber niemandem.

An diesem Punkt wird es unangenehm. Wenn führende israelische Politiker Palästinenser als „menschliche Tiere“ bezeichnen, wenn ganze Bevölkerungsgruppen für verantwortlich erklärt werden, wenn von Vertreibung gesprochen wird oder ein Minister darüber fabuliert, Nacht für Nacht Dutzende Palästinenser gezielt töten zu lassen, dann kann Deutschland nicht einfach einen politischen Standardsatz aufsagen:

„Wir stehen fest an der Seite Israels.“

Dann muss man genauer hinsehen.

Was sagen die Männer, an deren Seite Deutschland offenbar so fest stehen möchte, eigentlich über die Palästinenser?

Die Sprache der Entmenschlichung

Itamar Ben-Gvir: „30 oder 40 von ihnen jede Nacht“

Itamar Ben-Gvir ist kein Nobody. Er ist Israels Minister für nationale Sicherheit und damit Mitglied der Regierung von Benjamin Netanjahu. Am 16. August 2026 erklärte Ben-Gvir in einem Podcast, Israel solle jede Nacht gezielt 30 oder 40 Menschen im Gazastreifen töten.

„Man muss ihnen einen Preis abverlangen. Jeden Tag. 30 oder 40 von ihnen jede Nacht.“

Damit nicht genug. Ben-Gvir erklärte weiter, es gebe Menschen in Gaza, die es nicht verdienten zu leben. Als Beispiele nannte er unter anderem Menschen, die den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober gefeiert hätten. Israel müsse diese Menschen gezielt töten.

Nicht festnehmen. Nicht vor Gericht stellen. Töten.

Ben-Gvir sprach außerdem erneut davon, die palästinensische Bevölkerung Gazas zur Auswanderung zu bewegen. Die Idee einer „freiwilligen Emigration“ vertritt er seit Langem.

Das sind nicht die Worte eines anonymen Extremisten am Rande einer Demonstration. Das sagt ein Minister der israelischen Regierung.

Yoav Gallant: „Wir kämpfen gegen menschliche Tiere“

Auch der damalige israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant fand unmittelbar nach dem Terrorangriff der Hamas Worte, die aufhorchen lassen. Am 9. Oktober 2023 kündigte er die vollständige Abriegelung des Gazastreifens an:

„Kein Strom, keine Lebensmittel, kein Treibstoff.“

Dann folgte der Satz, der weltweit bekannt wurde:

„Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und wir handeln entsprechend.“

Gallant äußerte diese Worte im Zusammenhang mit der Ankündigung der vollständigen Belagerung Gazas. Später erklärte er, seine Formulierung habe sich auf die Hamas bezogen. Das ändert nichts daran, dass die Aussage im Kontext einer Maßnahme fiel, die die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens betraf.

Menschen als „menschliche Tiere“ zu bezeichnen, ist Entmenschlichung in ihrer reinsten sprachlichen Form.

Isaac Herzog: „Eine ganze Nation ist verantwortlich“

Noch deutlicher wurde Israels Staatspräsident Isaac Herzog am 12. Oktober 2023.

„Es ist eine ganze Nation da draußen, die verantwortlich ist.“

Herzog wandte sich ausdrücklich gegen die Behauptung, Zivilisten in Gaza hätten nichts mit den Ereignissen zu tun:

„Diese Rhetorik, dass Zivilisten nichts wussten, nicht beteiligt waren, ist absolut nicht wahr.“

Später betonte Herzog, seine Worte seien verkürzt beziehungsweise falsch interpretiert worden und er habe nicht die Absicht gehabt, Zivilisten zu legitimen Angriffszielen zu erklären.

Bezalel Smotrich: Gaza „vollständig zerstören“

Bezalel Smotrich ist Finanzminister Israels. Im Mai 2025 erklärte er bei einer Konferenz zur israelischen Siedlungspolitik:

„Gaza wird vollständig zerstört.“

Die Bevölkerung werde sich in einem kleinen Gebiet im Süden konzentrieren und von dort in großer Zahl in andere Länder ausreisen. Smotrich sprach auch an anderer Stelle offen über eine massive Verringerung der palästinensischen Bevölkerung Gazas. Bereits Ende 2023 hatte er erklärt, Israel solle die „freiwillige Migration“ der Bewohner Gazas fördern.

Wer Menschen durch Bombardierungen, Zerstörung und den Entzug ihrer Lebensgrundlagen zur Flucht treibt, kann anschließend kaum von ‚freiwilliger Migration‘ sprechen.

Benjamin Netanjahu und „Amalek“

Benjamin Netanjahu griff zu einer historisch und religiös hoch aufgeladenen Sprache. Am 28. Oktober 2023 sagte er:

„Ihr müsst euch daran erinnern, was Amalek euch angetan hat.“

Amalek ist in der hebräischen Bibel der Erzfeind Israels. Im ersten Buch Samuel findet sich der Befehl, Amalek vollständig zu vernichten – Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge. Netanjahus Büro erklärte später, der Ministerpräsident habe mit seiner Bezugnahme ausschließlich die Hamas und deren Terroristen gemeint. Auch Netanjahu selbst wies die Interpretation zurück, er habe damit zur Vernichtung der palästinensischen Bevölkerung aufgerufen.
Ein netter Versuch, Herr Netanjahu!

Warum aber verwendet ein Regierungschef mitten in einem Krieg gegen ein dicht besiedeltes Gebiet überhaupt eine biblische Vernichtungsmetapher?

Israel Katz: „Kein Strom und kein Wasser“

Israel Katz, heute israelischer Verteidigungsminister, schrieb bereits im Oktober 2023, damals als Energieminister:

„Humanitäre Hilfe für Gaza? Kein elektrischer Schalter wird eingeschaltet, kein Wasserhahn geöffnet und kein Tankwagen wird einfahren, bis die israelischen Entführten nach Hause zurückkehren.“

Damit wurde die Versorgung einer ganzen Bevölkerung ausdrücklich mit dem Verhalten der Hamas und der Freilassung der Geiseln verknüpft. Millionen Menschen wurden faktisch in Mithaftung genommen.

Einzelfälle?

Man könnte jede dieser Aussagen für sich relativieren. Man könnte erklären, sie sei im Zorn nach dem Massaker des 7. Oktober gefallen. Man könnte auf Übersetzungen, Zusammenhänge oder spätere Klarstellungen verweisen. Bei einem einzelnen Satz wäre das vielleicht überzeugend. Hier sprechen wir jedoch über Aussagen eines Ministerpräsidenten, eines Staatspräsidenten, eines Verteidigungsministers, eines Finanzministers, eines Energieministers und eines Ministers für nationale Sicherheit.

„Menschliche Tiere.“

„Eine ganze Nation ist verantwortlich.“

„Gaza wird vollständig zerstört.“

„30 oder 40 von ihnen jede Nacht.“

Hinzu kommen Forderungen nach Vertreibung oder „freiwilliger Emigration“ Hunderttausender Palästinenser.

Worte allein töten keine Menschen. Sie schaffen aber ein Klima, in dem ethische Grenzen verschoben werden können. Wer Menschen entmenschlicht, erleichtert es, ihnen Rechte abzusprechen. Deutschland kennt diese Mechanismen aus seiner eigenen Geschichte. Umso fragwürdiger ist die politische Antwort aus Berlin.

„Deutschland steht fest an der Seite Israels.“

Wer in Deutschland hat diesen Satz eigentlich gesagt? Und wie weit reicht diese Solidarität?

Schauen wir nach Berlin

Die Äußerungen israelischer Regierungsmitglieder sind bekannt. Die Zahl der Toten ebenfalls. Und Deutschland?

Deutschland steht an der Seite Israels.

Der Satz hat eine lange Vorgeschichte. Angela Merkel erklärte 2008 vor der Knesset, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen Staatsräson. Was ursprünglich die besondere historische Verantwortung Deutschlands für die Existenz und Sicherheit Israels ausdrücken sollte, entwickelte sich zunehmend zu einer politischen Formel, die kaum noch hinterfragt wird.

Auch Friedrich Merz hält daran fest. In seiner ersten Regierungserklärung als Bundeskanzler im Mai 2025 erklärte er:

„Existenz und Sicherheit des Staates Israel sind und bleiben unsere Staatsräson.“

Bei seinem Besuch in Israel im Dezember 2025 ging Merz noch weiter. Zur besonderen Beziehung zwischen Deutschland und Israel sagte er:

„Daran wird sich nach meinem festen Willen niemals etwas ändern.“

Niemals?

Politik sollte sich an Handlungen orientieren. Freundschaft auch. Wer einem Freund sagt, er werde unter allen Umständen zu ihm stehen, nimmt sich selbst die Möglichkeit, irgendwann eine Grenze zu ziehen. Wo liegt diese Grenze für die deutsche Bundesregierung?

Bei 20.000 getöteten Kindern?

Bei 50.000?

Bei einem israelischen Minister, der davon spricht, jede Nacht 30 oder 40 Palästinenser gezielt töten zu lassen?

Außenminister Johann Wadephul bezeichnete Israel noch im Juli 2026 vor einer Reise dorthin als „engen Freund und Partner“. Deutschland und Israel seien zudem durch eine „gegenseitige Sicherheitspartnerschaft verbunden“. Bereits im Januar hatte Wadephul erklärt, aus der deutschen Geschichte folge als zentrale Lehre das Einstehen für Existenz und Sicherheit Israels. Das gehöre zum „unveränderlichen Wesenskern“ der deutsch-israelischen Beziehungen.

„Unveränderlicher Wesenskern“… wenn ich so etwas schon höre! Was soll daran vernünftig sein, eine politische Haltung für „unveränderlich“ zu erklären? Politik muss auf Entwicklungen und auf das Handeln eines Partners reagieren können. Wer seine Haltung für unveränderlich erklärt, verabschiedet sich von dieser notwendigen Flexibilität. Freundschaft braucht Grenzen. Solidarität auch.

Immerhin: Die jüngsten Äußerungen Ben-Gvirs waren inzwischen selbst Berlin zu viel. Wadephul bezeichnete sie als „unsäglich und völlig inakzeptabel“. Über mögliche Sanktionen gegen Ben-Gvir will Deutschland nun innerhalb der Europäischen Union beraten. Bislang hatte Deutschland solche Sanktionen nicht unterstützt.

Die Frage bleibt: Wie viel muss eigentlich passieren, bis aus Worten Konsequenzen werden?

„Es gibt keinen Völkermord in Gaza“

Besonders fragwürdig und auch dümmlich fand ich eine Äußerung der CDU-Politikerin Franziska Hoppermann.

Sie erklärte Anfang August 2026:

„Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“

Kein Völkermord. Punkt.

Ein mit fragwürdiger Gewissheit ausgesprochener dämlicher Satz angesichts der Tatsache, dass die juristische Bewertung dieser Frage Gegenstand internationaler Verfahren und heftiger völkerrechtlicher Auseinandersetzungen ist. Ebenso bescheuert ist der zweite Teil der Aussage:

„Wir stehen an der Seite Israels.“

Wieder dieser Satz. Aber an der Seite welches Israels? An der Seite der Menschen in Tel Aviv, die gegen ihre eigene Regierung demonstrieren? An der Seite der Angehörigen israelischer Geiseln? Oder an der Seite einer Regierung, in der Minister sitzen, deren Aussagen ich zuvor dokumentiert habe? Das ist nicht dasselbe.

Und Benjamin Netanjahu?

Besonders deutlich wird der deutsche Spagat beim israelischen Ministerpräsidenten.

Gegen Benjamin Netanjahu besteht seit November 2024 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs. Deutschland ist Vertragsstaat des Römischen Statuts und gehört damit zu den Staaten, auf deren Unterstützung der Gerichtshof angewiesen ist.

Friedrich Merz hatte dennoch bereits nach seinem Wahlsieg 2025 deutlich gemacht, Netanjahu müsse Deutschland besuchen können. Bei seinem Israel-Besuch im Dezember 2025 wurde Merz erneut gefragt, ob er Netanjahu trotz des internationalen Haftbefehls nach Deutschland einladen werde. Seine Antwort:

„Wenn es die Zeit erlaubt, dann würde ich gegebenenfalls eine solche Einladung aussprechen.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Deutschland beruft sich gerne auf die „regelbasierte internationale Ordnung“. Deutschland unterstützt den Internationalen Strafgerichtshof. Deutschland fordert andere Staaten auf, internationales Recht einzuhalten. Und beim israelischen Ministerpräsidenten? Da wird darüber nachgedacht, ihn nach Deutschland einzuladen. „Regelbasiert“ – solange die Regeln die Richtigen treffen?

Es geht auch anders

Deutschland ist mit seiner Haltung nicht alternativlos. Spanien zeigt das. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez spricht ausdrücklich von einem „Genozid in Gaza“ und hat konkrete Konsequenzen gezogen. Spanien verhängte ein Waffenembargo gegen Israel: Rüstungsgüter dürfen grundsätzlich weder nach Israel exportiert noch aus Israel importiert werden. Zusätzlich verbot Spanien die Einfuhr von Waren, die in israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten produziert werden.
Chapeau, Herr Sánchez! Sie nennen in meinen Augen die Dinge beim Namen, und ziehen ethisch einwandfreie Konsequenzen – im Gegensatz zur US-amerikanischen oder deutschen Regierung. Lassen Sie sich weiterhin nicht einschüchtern!

Das Beispiel Spanien zeigt: Historische Verantwortung und politische Freundschaft schließen Konsequenzen nicht aus. Deutschland ringt dagegen immer noch mit der Frage, wo Solidarität endet und Gefolgschaft beginnt. Darin sehe ich das Problem der deutschen „Staatsräson“ um jeden Preis. Mehr als 20.000 getötete palästinensische Kinder! Zählen Sie mal langsam bis 21.289, Frau Hoppermann, und denken Sie bei jeder Zahl daran, es wäre Ihr eigenes Kind.

Die Sicherheit Israels zu schützen, ist das eine. Das Handeln jeder israelischen Regierung politisch mitzutragen, ist etwas völlig anderes.

An wessen Seite steht Deutschland?

Deutschland trägt eine besondere historische Verantwortung. Darüber gibt es für mich nichts zu diskutieren. Aus der deutschen Geschichte erwächst die Verpflichtung, jüdisches Leben zu schützen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Aber bedeutet historische Verantwortung politische Gefolgschaft gegenüber jeder israelischen Regierung? Ist Solidarität mit Israel dasselbe wie Solidarität mit Benjamin Netanjahu, Itamar Ben-Gvir oder Bezalel Smotrich? Kann man für das Existenzrecht und die Sicherheit Israels eintreten und gleichzeitig die Politik seiner Regierung entschieden verurteilen?

Natürlich kann man das. Man muss es.

Kritik an der israelischen Regierung ist keine Kritik an Juden. Israel ist nicht Netanjahu. Das Judentum ist nicht die israelische Regierung. Wer diese Unterschiede verwischt, verhindert eine sachliche Auseinandersetzung.

21.289 getötete Kinder verschwinden nicht durch das Wort „Staatsräson“. Aussagen über „menschliche Tiere“ werden nicht akzeptabler, weil sie von einem Vertreter eines befreundeten Staates stammen. Die Forderung, Nacht für Nacht 30 oder 40 Menschen zu töten, wird nicht weniger menschenverachtend, weil sie ein israelischer Minister ausspricht.

Deutschland muss sich entscheiden, was seine viel beschworene historische Verantwortung im 21. Jahrhundert bedeutet. Bedingungslose Gefolgschaft kann es nicht sein.

Die Frage lautet deshalb nicht, ob Deutschland an der Seite Israels stehen sollte. Die Frage lautet: An wessen Seite sollte Deutschland stehen?

An der Seite des Völkerrechts, der Menschenrechte und der Menschen, deren Leben es zu schützen gilt!
Nicht die Nationalität eines Menschen entscheidet darüber, ob sein Leben schützenswert ist. Nicht seine Religion. Nicht, ob er Israeli oder Palästinenser ist. Ein israelisches Kind ist nicht mehr wert als ein palästinensisches. Ein palästinensisches Kind nicht mehr als ein israelisches. Wer „Nie wieder“ ernst meint, sollte daraus eine universelle Lehre ziehen:

Nie wieder muss für alle gelten.


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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

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Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 61

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Die Story mit den aufopferungsvollen Spartanern, die bis zum ehrenvollen Krepieren abgemetzelt wurden, während sie das scharfe Schwert gegen ihre Feinde führten, fehlt noch in den Matrix-Medien. Denn die Ukraine ist das neue Sparta!

Und woher kam der Feind der frühen Verteidiger unseres ach so herrlichen Europas? Na? Na? Eben. Aus dem Osten! Heute wie damals die Kinderblut saufenden persischen Despoten und natürlich die asiatisch-russischen Horden, die ums Verrecken nicht klein bei geben wollen.

Seyed M. Marandi lenkt den Blick auch noch auf einen weiteren, nicht ganz unwesentlichen Aspekt: „Die Schuld der Iraner besteht darin, den Völkermord in Gaza nicht zu tolerieren – und genau das macht sie für westliche Eliten unerträglich.“

Das „hybrid“ in Verbindung mit Bedrohungen ist das Zauberwort, das alle verstummen lässt.

Wir leben zweifellos in Zeiten, in denen die Engstirnigkeit und die Kleingeistigkeit fürwahr unvorstellbare Ausmaße angenommen haben. „Hybrid“ ist so ein Begriff, mit dem die ganz große Mehrheit absolut nichts anfangen kann, außer dass er Unsicherheit und Angst erweckt. Dazu klingt er irgendwie kryptisch und gescheit.

Gleichzeit wird das flankiert von einer Selbstgerechtigkeit, Selbstherrlichkeit und Selbstverliebtheit in geradezu kosmischen Dimensionen. Da ist alles vollständig aus dem Ruder gelaufen. Die Mixtur des westlichen Zeitgeistes ist toxischer als jeder andere bekannte Stoff.

Der kriegstüchtige Putinhasser und/oder Klimahysteriker wärmt sich derweilen an den Bildern der Medien von Feuer und Rauch, wie an einem heimeligen Lagerfeuer. Einerlei ob das durch „unsere“ Vorwärtsverteidiger beim kannibalischem Russen verursacht wurde oder durch den Brüller mit der Selbstentzündung der Wälder aufgrund der Höllensommertemperaturen über 30 Grad. „Is wuaschd, wei eh ois g’logn is, wia oiwei.“

Die Deutschen gelten ja gemeinhin noch immer als gründlich und gar pedantisch. Im Guten, wie im Schlechten. Das mag ein Grund sein für die extrem abgedrehten Vorstellungen „der Guten™“. Für das Gute lassen „Die Guten™“, unter dem Beifall ihrer Gesinnungsgenossen, gerne töten. „Söiba sanns z’feig zum adrahn.“

Nur der Profit zählt im eigenen Land, nicht der Prophet.

Unser derzeit heiliges Buch ist ja das Grundgesetz. Deshalb scheint alles, was nervt, grundgesetzlich auch darin „verankert“ werden zu müssen. Vor kurzem sollten noch die voll diskriminierten woken Queeren durch eine Aufnahme ins grundgesetzliche Paragraphengeflecht geschützt werden.

Jetzt sind die nervigen Hundstage im Focus, weil Hochsommer mit über 30° und Schweißperlen überall. Wie können eigentlich die da in den Tropen überhaupt überleben? Nun soll das aus Hitzeschutzgründen und wegen Klima und wegen sonst was, mit einer grundgesetzlichen Erweiterung bekämpft werden. Dann wird alles gut.

Blöd nur, wenn man mit diesem Grundgesetz ansonsten umgeht, wie mit der Klolektüre. Die findet ja auch gerne anderweitig Verwendung, wenn’s mal wieder kein Klopapier gibt. „Gäh schaißn, heast!“

Nie den Junker aus Luxemburg mit seiner nett erzählten Geschichte von der Salami vergessen. Denn was wir hier scheibchenweise serviert bekommen, sind die Happen der unendlichen „Nachrichten“-Kackwurst, nach denen sich die Zeitgenossen zu richten haben. „Nua a so wissen d’Leit wos glam un dua miasn.“

Die Tomaten, die „die Guten™“ auf den Augen haben, sind dermaßen verfault, dass die ganze Erscheinung entsetzlich stinkt.

Ein ketzerischer Gedanke, gerade zum Gedenken an Hiroshima. Warum wird auch von Seiten der kritischen Geister ständig so maßlos übertrieben von einer menschengemachten Zerstörung des gesamten Planeten daher fantasiert? Das ist Hysterie, die der gleichen Hybris entsprungen ist, wie bei den Bösen. Andererseits ist doch wohl unbestritten, dass nur die rein kinetische Zerstörungswucht dieser Kernwaffen gigantisch ist. Die reicht zum Plattmachen von Millionenstädten allemal.

Gut, nun wird’s spekulativ. Was wäre, wenn die große Angstgeschichte von der mörderischen radioaktiven Strahlung durch die Atomspaltung auch nur eine riesige Lüge ist? Es ist sehr fundiert bestätigt, dass in Hiroshima und Nagasaki spätestens ein Jahr nach den Atomexplosionen keinerlei schädliche Strahlung mehr vorhanden war und der Wiederaufbau begann.

Auch die Anschauung rund um Tschernobyl zeigt, dass die Natur unbelastet gedeiht. Bad Gastein war Kurort wegen (!) seiner Radioaktivität. „Die Dosis macht das Gift“ wird hier aufs Hervorragendste bestätigt.

Wenn die ganz oben um die relative Harmlosigkeit der Strahlung wissen sollten, dann wird ein Atomkrieg nicht nur denkbar, sondern ist eine reale Option. Die Brand-, Spreng- und Napalm-Flächenbombardements im 2. Weltkrieg und danach waren ja auch nicht ohne in Sachen Einäscherung und Vernichtung. Manche Schwurbler und sogar offizielle Berichte bis in die 60er Jahre sprechen im Fall Dresden von rund 250.000 Toten (zehnmal so viel wie heute angegeben wird!). „Des is no mera wia do in Japan mi’m Atom. Da Churchill soi si g‘freit ham.“

„Wir haben ja sooo Angst!“

Von allen Seiten wird das uralte Angstscenario einer nicht erfassbaren Todesgefahr benutzt. Früher waren das böse Geister, dann böse Dinge in der Luft (z.B. Pest), dann böse Mikroorganismen, bis eben zu böser Strahlung. Mit dem Unsichtbaren, dem Nicht-Wahrnehmbaren kann man bestens Angst machen. Soooo billig.

Es werden dazu die wildesten Spekulationen aufgetürmt, wie ein möglicher nuklearer Winter. Da werden Annahmen getroffen, die einer vollkommen unbelegten Horrorvorstellung entspringen. Hauptsache apokalyptisch. Das sind Phantasiegebilde, die den Höllenbildern eines Hieronymus Bosch nacheifern.

Früher hieß das alles paradigmatisch „im Namen Gottes“, wohingegen heute alles „im Namen der Wissenschaft“ gelabelt wird. Dogmatisch sind beide, wiewohl die jeweiligen Ausgangspunkte durchaus noch tragfähig und wohlbegründet waren.

Am Ende gab’s dann die Moral. Nicht in Tüten, sondern in klugen Sprüchen.

Das „Imperium der Lügen“ will keine Beziehungen auf gegenseitigen Respekt, sondern es will die totale Vorherrschaft. Das gilt nach innen wie nach außen.

Um mal Lanz zu zitieren: „Das ist UnsereDemokratie“. Ganz konkret erklärt Franziska Hoppermann, CDU-Generalsekretärin, dem Pöbel: „Für die CDU Deutschlands ist ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza. Wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen Terror und Aggression.“

Da passt’s doch gut, dass der israelische Polizeiminister öffentlich verkündete, die Todesquote in Gaza ist nicht hoch genug. Daneben trieft dem Rambo-Zambo-Ratz-FAZ-Widerling Michael Martens das Blut aus den Mundwinkeln, bei der Frage nach effizienterer Hilfe zur Abschlachtung von Untermenschen der russischen Art. Ist das „nur“ Zynismus oder schon Satire? „Wia soi ma do nua an blädn G’spaß macha?“

Solche Frauen befeuern den Krisenherd! Solche Schwachköpfigen regieren (ruinieren?) das Land!

Noch was ganz anderes: Sind Sie auch auf den unfassbar aufgeblasenen Bohei um diese „Sonnenfinsternis“ reingefallen. Viele haben sich „blenden lassen“ (hihi) von der medialen Bombastomanie. So gesehen, ein Spiegel unserer Zeit. Zuerst überkandidelte und überwältigende Aufblasung von irgendwas und dann, in realiter nicht mehr als ein unbedeutendes kleines Nichts.

Die sog. „westliche Zivilisation“ ist ein Konstrukt aus Willfährigkeit, Arschkriecherei, Engstirnigkeit, Selbstherrlichkeit, Lüge, Betrug, Mord, Korruption und noch ein paar ähnlich gelagerten Eigenschaften. Und wie in einem Supersäure-Bad löst sich das alles nun unwiederbringlich in seine Bestandteile auf.

„Ich denke, also bin ich.“, war früher. Heute ist man wer, wenn man nicht denkt, sondern nur richtig nachplappert, oder einfach die Fresse hält. Mit Corona wurde es offenbar: Die meisten Menschen hängen ihre Mitmenschen sofort hin (oder gleich auf), sobald die Behörden ihnen einen vermeintlichen Grund dafür liefern. „Wann woa nuamoi s‘Milgram-Experiment? Wos hod des zoagt?“

Adam Smith, der Begründer der Nationalökonomie und ein Moralphilosoph der Aufklärung, schrieb: „Der niederträchtige Leitsatz der Herren der Welt lautete zu allen Zeiten: Alles für uns und nichts für andere.“ Doch inzwischen gilt dieser Leitspruch auch für den Großteil der Individuen in allen Gesellschaften. „Alles für mich und nichts für Dich.“

Roberto de Lapuente fragt nachdenklich: „Wann hat das begonnen, dass man so gar keine Rücksicht mehr auf den Nächsten nimmt, sich in den Mittelpunkt zu drängen als eine Art von Menschenrecht zu deklarieren?“

Ja, man kann’s nicht mehr hören, aber es stimmt eben so oft: Die Dosis macht das Gift!

„Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen.“ Hitler am 1.9.1939. Ebenfalls so ein bald anstehendes Datum. „Seit fünf Uhr fünfundvierzig wird jetzt zurückgeschossen!“

Die ewige Wiederkehr des Gleichen kündigt sich durch verwandte Botschaften an: „Die Russen haben nun schon auf Territorium von Nato-Ländern auch mit bereits regulären Militäreinheiten agiert.“ Dazu berichtet der Merkur über einen „Brisanten Geheimdienstbericht“: Putin plant „begrenzten“ NATO-Angriff. Und weiter: „Demnach wäre Moskau in der Lage, die 32 NATO-Mitglieder anzuvisieren, bevor diese ihre Streitkräfte ausreichend aufgerüstet haben.“

Der Lawrow, nach dem sicher in der Zukunft eine selbst gebastelte Drohne benannt werden wird, wie der Cocktail bei einem seiner berühmten Vorgänger, hat den Knall-Chargen in der EU mal Bescheid gegeben. Welt-TV berichtet darüber stolz wie Oskar: „Bundesregierung lässt die Drohung eiskalt abblitzen.“ Da hat man doch sofort das Bild eines lässigen Helden im Kopf, der einen lästigen Fussel mit den Fingerspitzen angewidert vom Jackett entfernt.

Der Spiegel, den Emmanuel Todd dem „Imperium der Lügen“ vorhält, ruft Gedanken an das Bildnis des Dorian Gray hervor: „Der Kommunismus war nicht nur Wirtschaftsform, sondern Glaube. Als er fiel, brach das ganze gesellschaftliche Gefüge Russlands zusammen. Heute steht der Westen an einem ähnlichen Punkt.“

Weisheiten zum Ende.

„Genderverflüssigte“ klingt doch viel besser als Transen. Das können sich die „mit ihrem wohlfeilen FCK AFD-Sticker“ wohlfühlig in ihren Wortschatz legen.

Vielleicht wird in fernerer Zukunft zu lesen sein: „Der Krieg von 2026 hat für immer alle Mythen um die größte Armee in der Geschichte der Galaxien zerstört.“

Habe di Ehre…

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel ist zuerst erschienen unter
https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-61/

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Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Wehe, wenn die Klimapäpste Recht hätten

Die NATO rüstet mit CO2 gegen Russland auf

27. August 2026, von Albrecht Künstle

Wehe, wenn die Klimapäpste Recht hätten:

Die NATO rüstet mit CO2 gegen Russland auf

Was wäre eigentlich, wenn wirklich zutreffen würde, was die politmedialen Auguren der globalen “Eliten“ predigen, und die heißen Tage im Juli und August 2026 wirklich auf das Konto der „menschengemachten Klimakatastrophe“ gingen? Wenn sie also nicht einem immer dagewesenen knackigen Sommer geschuldet wären, der seinem Namen alle Ehre macht, sondern dem von uns verursachten CO2-Ausstoß anzurechnen wären? Dann müssten die, die uns jahrein – jahraus mehr klimasozialistische Zumutungen auferlegen, in beträchtlichen Erklärungsnöten stecken. Denn dort, wo es ihren Narrativen in den Kram passt, spielen Emissionen und CO2-Einsparungen plötzlich so gar keine Rolle mehr.

Ein aktuelles Beispiel, wie hunderttausende Tonnen CO2 (unnötig) in die Luft geblasen werden: Zwischen Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad an der Ostsee verläuft nicht nur eine Eisenbahn durch die sogenannte Suwalki-Lücke, ebenso kreuzen zwei Straßenverbindungen und eine Eisenbahnlinie zwischen Polen und Litauen diesen Korridor. Die wichtigste Verbindung ist dabei die Europastraße 67, genannt Via Baltica. Eigentlich ist die Suwalki-“Lücke” eine sinnwidrige Wortschöpfung, denn eine Lücke bedeutet Unterbrechung; aber unterbrochen ist hier nichts, jedenfalls keiner der Verkehrswege. Der rund 100 Kilometer lange und 65 km breite Korridor wurde vielmehr von der Politik und Militärs zu einem angeblichen taktischen Nadelöhr hochstilisiert, wie diese einschlägige Quelle eindrucksvoll aufzeigen dürfte.

Sperren, die vor allem CO2-Schleudern sind

Nicht nur diesen Korridor entlang werden nun Panzersperren mittels sogenannter „Drachenzähne“ errichtet. Dasselbe geschieht an der 200 Kilometer langen Grenze von Polen zu Kaliningrad hin – als ob in dieser kleinen russischen Exklave unzählige Panzer stationiert seien, die Europa jederzeit überrollen könnten. Darüber hinaus wird auch die polnische Grenze zu Belarus hin mit den hässlichen Barrieren ausgestattet. Aber vorliegend geht es weniger um die Vergewaltigung der Natur mit Panzersperren durch diese Neuauflage des Westwalls im Osten der NATO-Einflusszone – sondern es geht eben um diese ökologischen Folgen dieser paranoiden Infrastruktur, jedenfalls nach der Logik der Klimaalarmisten, die politisch fast immer identisch sind mit den blinden und russophoben Ukraine-Unterstützern: Die besagten “Drachenzähne“ sind nämlich berüchtigt als gewaltige CO2-Schleudern.

Diese Beton-Monstren mittlerer Dimension – es gibt sie in fünf Größen – wiegen jeweils 1,4 Tonnen. Sie werden im Abstand von rund zweieinhalb Metern aufgestellt, damit kein Panzer durchspazieren kann. Aber nicht nur in einer Reihe, sondern versetzt in bis zu drei Reihen tief (siehe Abbildung in dem bereits zitierten Bundeswehr-Beitrag). Doch rechnen wir einmal nur mit durchschnittlichen Zweierreihen: Auf insgesamt 700 Kilometern Länge des zu sichernden Grenzgebiets kommen somit 560.000 dieser Scheusale zusammen. Dafür werden 760.000 Tonnen Beton gegossen. Das entspricht einem Volumen von 327.000 Kubikmetern. In diesen sind rund 82.000 Tonnen Zement enthalten.

Bei der Herstellung einer Tonne Zement fallen rund 60 Prozent CO2 an, also knapp 600 Kilogramm. Der Grund wird hier ausgeführt: „Einerseits werden für den Brennvorgang, bei dem das Ausgangsmaterial Kalkstein zu (Zement-) Klinker gebrannt wird, sehr hohe Temperaturen benötigt (1.450°C). Dies führt zu einem hohen Brennstoffverbrauch und damit zu hohen energiebedingten Emissionen. Andererseits führt die chemische Reaktion beim Brennen zu einer Freisetzung von CO2, weil eine Entsäuerung des Kalksteins stattfindet. Zudem entstehen Emissionen durch den Stromverbrauch beim Mahlen und den Transport der Rohstoffe und der Endprodukte. In Summe ergibt sich ein durchschnittliches Treibhausgaspotential von 587 kg CO2-Äquivalenten pro Tonne Zement in Deutschland.

Wofür das alles?

Und dann sind diese Schwergewichte noch lange nicht an der Grenze platziert: Auf dem Weg von der Betonfabrik dorthin sind hunderte Tieflader im Dreischichtbetrieb viele Monate im Einsatz. Im Kofferraum eines klimafreundlichen Tesla fände nicht einmal einer diese Zähne Platz. Die polnischen Panzersperren an der Ostgrenze der NATO verursachen nach obiger Berechnung also allein in der Produktion 50.000 Tonnen CO2, plus weitere Emissionen bei Transport und Verlegung.

Was die Frage aufwirft: Wenn CO2 wirklich “Hitze” verursacht – wem soll hier eigentlich eingeheizt werden? Der Bevölkerung, die mehrheitlich schon längst nicht mehr an das Klimanarrativ glaubt? Wenigstens wird das CO2 hier im Westen produziert, nicht in Russland. Mich würde interessieren, was unser grüner Panzer-Toni Hofreiter zu diese Komplex meint, sofern er zu solchen Reflexionen intellektuell überhaupt fähig ist…

Und wofür das eigentlich alles? „Die bisher in Kaliningrad stationierten Verbände der russischen Landstreitkräfte haben … in der Ukraine schwere Verluste erlitten. Insgesamt sind die militärischen Ressourcen Russlands – trotz bedeutender Anstrengungen bei der Kriegswirtschaft und Rüstung – weiter abgebraucht worden. Die wichtigste Veränderung aber ist eine strategische: Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO 2023/24 haben sich die regionalen Kräfteverhältnisse und die Erstreckung der Ostflanke verändert,“ meldete die Bundeswehr am im Juli vergangenen Jahres. Sprich: Russland wurde konventionell geschwächt – und musste weiter „Federn lassen“.

Bereits 2023 beschloss die Bundesregierung die Aufstellung eines dauerhaft und in unmittelbarer Nähe zum Suwałki-Korridor stationierten Gefechtsverbands, der Panzerbrigade 45. Diese Burschen lungern jetzt nicht mehr in ihren dorthin transportierten Panzern rum, sondern verlegen mit dem Polen zusammen die „Drachenzähne“. Vielleicht freuen sich die Russen sogar darüber: Denn diese Panzersperren sind vom Baltikum aus Richtung Osten eine genauso effektive Hürde wie umgekehrt, da sie Panzer von allen Seiten stoppen können. Damit spart sich Putin die 9,7 Milliarden Euro, die Polen und die NATO gemeinsam für die neuen Zähne ausgeben. Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/wehe-wenn-die-klimapaepste-recht-haetten-die-nato-ruestet-mit-co2-gegen-russland-auf/ erschienen

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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

https://www.amazon.de/s?k=uwe+froschauer+Corona+-+das+letzte+Kapitel+ist+noch+nicht+geschrieben&__

Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

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Stuttgart 21 und andere Katastrophen der Bahnplanung

22. August 2026, von Albrecht Künstle

Die wiederholten Verlängerungen der Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21 sind Anlass für diesen weiteren Artikel zum Thema Bahn. Ich habe oft schon zu diesem Komplex geschrieben, mich bisher aber über einige Hintergrunddetails zurückgehalten und lieber geschwiegen – weil ich befürchtete, dass kaum jemand mir abnehmen würde, dass ich auch auf diesem Gebiet ein ausgewiesener Kenner bin. 20 Jahre lang brachte ich mich als Mitglieder der Bürgerinitiative Bahn vor Ort und in der IG Bohr am Oberrhein aktiv in die Planung des Ausbaus der Oberrheinstrecke als komplexes Teilstück der Transversalen Bahnstrecke von Rotterdam bis Genua ein; ich war der Fachmann der Bürgerinitiative für die Berechnung von Betriebsabläufen, deren Streckenkonflikte, der schalltechnischen Ausbreitungsberechnung und Dimensionierung von Schallschutzmaßnahmen zuständig.

Ebenso arbeitete ich der beauftragten Kanzlei zu, die im Auftrag der angrenzenden Kommunen die Bahnplanung und deren Alternativen rechtlich begleitete. Dabei erwarb ich eine solide Kompetenz und viele Insider-Einblicke. Infolge dessen wurde mir sogar von den Projektverantwortlichen der Bahn eine Arbeitsaufnahme angeboten wurde, nachdem ich 2008 im Erörterungstermin einen transparenten Zug-Zeitlauf-Rechner und dessen Ergebnisse vorgestellt hatte. Anhand dessen konnte ich darstellen, an welchen Stellen die unterschiedlichen Zuggattungen bei welcher Geschwindigkeit Streckenkonflikte auslösen würden, die durch neue Gleisanlagen zu beheben wären.

Dies Ausführungen seien hier nur zum Nachweis dessen vorangestellt, dass ich weiß, wovon ich rede, und um den folgenden Ausführungen die angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Stuttgart 21 (S21) soll hier nicht verteidigt werden, im Gegenteil. Aber der Schuldige an der Misere ist in diesem Projekt nicht die Bahn. Sie wollte dieses Projekt gar nicht! Der Stuttgarter Kopfbahnhof war so leistungsfähig wie andere Kopfbahnhöfe in Deutschland auch. Nein, es war die Stadt Stuttgart, die ein Immobilienprojekt im Kopf und auf dem Reißbrett hatte, bei dem der bisherige Bahnhof im Weg war. Das Land Baden-Württemberg wollte diesem Prestigeprojekt ihrer Hauptstadt nicht nur nicht im Wege stehen, sondern beförderte es im Gegenteil noch. Und nolens, volens machten am Ende auch die Bahnplaner mit; sie hofften wohl, mit ihren „Nettigkeiten“ gegenüber den hauptverantwortlichen Initiatoren noch staatstragender zu werden.

Übrigens bestand durchaus auch ein finanzieller Anreiz für die Planung von teurem Schnickschnack – weil die Bahnplaner 18 Prozent der Bausumme erhalten. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Projekts S21 war von Anfang an trotz aller Schönrechnerei bestenfalls nur leicht positiv; es hätte also besser gar nicht realisiert werden sollen. Beschlossen wurde es trotzdem – und seit nunmehr bald drei Jahrzehnten wird versucht, es zu realisieren und irgendwann fertigzustellen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, ein studierter Mathematiker, saß übrigens als Mitglied in der Verhandlungskommission. Inzwischen wird geunkt, dass mit “Stuttgart 21“ gar nicht das Jahr 2021 gemeint gewesen, sondern 2100? Doch genug des Sarkasmus.

Das Tunneldesaster von Rastatt

Kommen wir an dieser Stelle von S21 nun zu einem anderen, bereits erwähnten Desaster. Ein bedeutender Teil des Ausbaus der Güterzugstrecke Rotterdam-Genua war deren Untertunnelung in Rastatt. Solche Tunnel sind heutzutage kein “Hexenwerk” mehr (auch wenn die Bohrmaschinen des heimischen Herstellers Herrenknecht nur weibliche Namen tragen…). Wir konnten damals mit der eingangs erwähnten Bürgerinitiative den Tunnel von seiner nördlichen Seite her besichtigen – wahrlich ein Paradebeispiel deutscher Ingenieurskunst. Doch der Teufel steckt im Detail:

Zwar können sich solche Monstren von zwei Seiten her durch härtestes Gebirgsstein fressen und sich in der Mitte fast zentimetergenau treffen; doch wie bohrt man einen Tunnel durch das Kiesgestein am Oberrhein? Das ist fast so wie einen Pudding an die Wand nageln. Die Lösung: Man muss ihn dazu einfrieren. Der Kies vor dem Bohrkopf wird mit riesigen Sonden fortlaufend vereist. Am Oberrhein haben wir die größten Grundwasserbestände in Europa. Hinter dem eingefrorenen Kies wird gebohrt und gleich dahinter werden die Tübbings eingesetzt, jene exakt nach dem Bogenverlauf der Röhre vorgefertigt gebogenen Betonteile, die dann hinter dem Bohrkopf von derselben gleichen Maschine eingesetzt werden – bevor der Kies wieder auftaut.

Wie kam es aber dazu, dass am 12. August 2017 die Oströhre einbrach und die darüber kreuzenden Gleise plötzlich ein Meter durchhängten? Näheres dazu siehe hier. Das Malheur passierte nur 52 Meter vor der Stelle, wo die gewaltige “Wühlmaus” eigentlich wieder das Tageslicht erblicken sollte. „Im Be-reich der Unterfahrung war mit einer bis zu −33 °C kalten Kühlflüssigkeit der Boden eingefroren worden, um ihn zu stabilisieren. Der Maschinenvortrieb auf einer Länge von 205 m in einem vollständig gefrorenen Eiskörper stellte ein Novum im maschinellen Tunnelbau dar“, wuschen die Experten ihre Hände in Unschuld. Ich dagegen hatte sofort einen anderen Verdacht: Weil es in den Monaten zuvor, vom Herbst 2016 bis Frühling 2017, sehr wenig geregnet hatte und der geringe Regenüberschuss im Sommer 2017 eigentlich noch nicht aufs Grundwasser durchgeschlagen sein konnte, rief ich einen befreundeten Hydrologen an.

Dieser recherchierte für mich, was ich geahnt hatte: Tatsächlich lag der Grundwasserstand einen halben Meter tiefer als in den Jahren zuvor. Das erscheint zwar nicht viel, aber bei einer Gradiente (Steigung) von 12 Promille am Einsturzort macht ein halber Meter über die die Länge fast 42 Meter aus – sprich: 10 Meter bis zur vorberechneten Stelle des fertigen Tunnels. Bei normalem Grundwasserstand hätte die Vereisung unter den beiden querenden Gleisen funktioniert; aber ohne ausreichendes Grundwasser gibt es kein Eis, auch wenn die Temperatur -100 Grad betragen hätte. Die Folge des Desaster: Die Tunnelbohrmaschine musste zuerst verschüttet und dann zubetoniert werden, um dem Bahnverkehr darüber wieder zu ermöglichen. Später musste sie wieder zusammen mit dem Beton herausgemeißelt werden, um den Tunnel fertigstellen zu können.

Riesiger Vertrauensverlust

Meine Erkenntnisse der Ursache der Havarie stellte ich großen Printmedien zur Verfügung, erhielt aber leider keine Rückmeldung. Entweder hatte man dort kein Interesse, meinen Indizien weiter nachzugehen – oder man  tat es, wurde jedoch – gegen viel Geld oder unter Verweis auf was auch immer? – von interessierter Stelle zum Schweigen gebracht (ein paar Tausender fallen bei einer Milliarde Schadensumme alleine bei den Eisenbahnunternehmen, plus den Kosten eines Tunnelbohrkolosses und Betonspecht-Arbeiten, kaum ins Gewicht). Ins Gewicht fiel aber das verloren gegangene Vertrauen in die Fachkompetenz von Experten aller Beteiligten wie auch in die Aufklärungsbereitschaft von Politik und „Qualitätsmedien“; der Nord-Stream-Anschlag lässt grüßen…

Abschließend noch ein Beispiel, das Kopfschütteln auslösen müsste: Sicher haben Sie, liebe Leser, als Bahnreisende schon festgestellt, wie beängstigend hoch die Lärmschutzwände auch entlang von Bahnhöfen sind. Die Anwohner klagen zunehmend, dass für sie die Sonne später aufgeht und früher unter, und dass willkommene Luftbewegung verhindert wird, vor allem im Sommer. Lärmschutzwände werden in ihrer Höhe berechnet – und gebaut – entsprechend den Schallemissionen der Anzahl verschiedener Züge und deren Geschwindigkeit. Dabei wird jedoch nach Vorschriften verfahren, die faktisch längst überholt sind: Anhaltende Züge verursachen im Stillstand kaum Lärm, und beim Herunter- und Anfahren viel weniger, als wenn ein Zug mit gleicher Geschwindigkeit durchfährt. Beim Erlass der Berechnungsvorschrift im letzten Jahrhundert kam man überein, zum Ausgleich des geringen Lärms haltender Züge das Türenknallen der alten Waggons gegenzurechnen.

Doch jetzt knallen die Türen nicht mehr, aber trotzdem werden diese Lärmschutzmonstren – die teilweise höher sind als damals die Berliner Mauer  – so berechnet, als ob alle Züge mit der geltenden Streckengeschwindigkeit durchrasen, die meist viel höher liegt als die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten. Die zu hohen Lärmschutzwände in Bahnhofsbereichen sind für alle ein Ärgernis und kosten uns Steuerzahler viel Geld. Und: Sie werden nicht von der Bahn bezahlt, sondern aus dem Bundeshaushalt. Abgeordnete und das Verkehrsministeriums machte ich auf dieses anachronistische Relikt aufmerksam; ich habe aber erhebliche, Zweifel ob sich etwas ändert.

Ich könnte die Beispiele fortsetzen, etwa mit der Bahnplanung für den Ausbau der Rheintalbahn fast vor der Haustüre, die einen ebenfalls verzweifeln lässt, weil sie mit den geänderten verkehrspolitischen Parametern nicht kompatibel ist und unnötig viel Zeit und Geld kostet. Aus dem Projektbegleitung der Rheintalbahn zog ich mich zurück, weil mir die 20 Jahre zu viele schlaflose Nächte bereitet hatten. Häme liegt mir dabei fern; es ist mehr eine tiefe Enttäuschung über unser Land. Meine Erkenntnis über den Zustand der Bahn: Ich würde inzwischen sagen, sie ist das Spiegelbild Deutschlands. Nichts läuft mehr rund. Ob die neue Bahnchefin und der neue Verkehrsminister die Wende schaffen? Wohl eher nicht, wenn man an das abschreckende Beispiel der Bundesregierung und Friedrich Merz denkt…

Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/stuttgart-21-und-andere-katastrophen-der-bahnplanung/ erschienen.

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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

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Klimalüge und Klimadiktatur?Teil 6: CO₂ und der Treibhauseffekt


1. Was bedeutet Treibhauseffekt?

Bevor man darüber streitet, wie stark Kohlendioxid das Klima beeinflusst, sollte zunächst geklärt werden, worüber überhaupt gesprochen wird. Der Begriff „Treibhauseffekt“ klingt zunächst einfacher, als die dahinterliegenden physikalischen Vorgänge tatsächlich sind.

Die Erde erhält den größten Teil ihrer Energie von der Sonne. Diese Energie erreicht die Erdatmosphäre überwiegend als kurzwellige Strahlung – vor allem als sichtbares Licht, daneben als ultraviolette und infrarote Strahlung. Ein Teil wird bereits von Wolken, Luftteilchen, Eis oder hellen Oberflächen zurück ins Weltall reflektiert. Ein anderer Teil durchdringt die Atmosphäre und trifft auf Landflächen und Ozeane.

Dort wird ein Teil der Strahlungsenergie aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Ein einfaches Alltagsbeispiel macht das anschaulich: Ein schwarzes Auto, das im Sommer längere Zeit in der prallen Sonne steht, heizt sich in der Regel stärker auf als ein vergleichbares weißes Auto. Dunkle Oberflächen nehmen einen größeren Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung auf, während helle Oberflächen mehr davon reflektieren. Ähnliches geschieht an der Erdoberfläche: Je nachdem, ob Sonnenstrahlung beispielsweise auf dunklen Boden, Wald, Wasser, hellen Sand, Schnee oder Eis trifft, wird unterschiedlich viel Strahlung aufgenommen beziehungsweise zurückgeworfen. Die aufgenommene Energie erwärmt die Oberfläche. Diese gibt anschließend Wärme an die darüberliegende Luft ab und sendet zugleich Energie als Infrarotstrahlung aus.

Die erwärmte Erde behält diese Energie jedoch nicht. Wie jeder Körper mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunkts gibt auch sie Energie als Strahlung ab. Weil die Erde wesentlich kühler ist als die Sonne, geschieht dies hauptsächlich in Form langwelliger Infrarotstrahlung. Infrarotstrahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar und wird häufig vereinfacht als Wärmestrahlung bezeichnet.

Nun kommen die sogenannten Treibhausgase ins Spiel. Die wichtigsten infrarotaktiven Bestandteile der Atmosphäre – darunter Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und Lachgas – besitzen die Eigenschaft, bestimmte Wellenlängen dieser von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung aufzunehmen. „Bestimmte Wellenlängen“ bedeutet vereinfacht: Sie reagieren nicht auf die gesamte Wärmestrahlung gleichermaßen. Man kann es sich ein wenig wie verschiedene Radiosender vorstellen: Ein Empfänger reagiert nur auf bestimmte Frequenzbereiche. Ähnlich besitzen unterschiedliche Moleküle bestimmte Bereiche des Infrarotspektrums, in denen sie Strahlungsenergie besonders gut aufnehmen können.

Ein CO₂-Molekül ist allerdings kein winziger Wärmespeicher, der einmal eingefangene Energie für immer festhält. Die aufgenommene Energie kann auf unterschiedliche Weise weitergegeben werden: durch Zusammenstöße mit anderen Luftmolekülen oder durch erneute Abgabe als Infrarotstrahlung. Diese Abstrahlung besitzt keine bevorzugte Richtung – sie kann nach oben, zur Seite oder auch nach unten erfolgen, wobei nach unten gerichtete Infrarotstrahlung wiederum von der Erdoberfläche aufgenommen werden kann.

Damit wird ein Teil des Energieflusses innerhalb der Atmosphäre immer wieder aufgenommen, weitergegeben und erneut abgestrahlt. Die Abgabe von Energie ins Weltall erfolgt dadurch anders, als sie es bei einer Atmosphäre ohne infrarotaktive Gase tun würde.

Das ist, stark vereinfacht, der physikalische Kern des natürlichen Treibhauseffekts.

Der Begriff selbst kann allerdings in die Irre führen. Ein echtes Gewächshaus wird nämlich nicht hauptsächlich dadurch warm, dass Glas Wärmestrahlung „zurückhält“. Es verhindert vor allem, dass erwärmte Luft aufsteigt, sich mit kälterer Außenluft vermischt und dadurch Wärme abtransportiert wird. Die Atmosphäre funktioniert anders. Energie wird nicht einfach „eingesperrt“ wie beim Gewächshaus. Beim atmosphärischen Treibhauseffekt geht es wesentlich um Strahlungsübertragung und Energieflüsse. Nochmals vereinfacht gesagt: Sonnenenergie gelangt zur Erde, erwärmt die Oberfläche und wird von dieser wieder als Wärmestrahlung nach oben abgegeben. Treibhausgase können einen Teil dieser Strahlung aufnehmen und anschließend wieder in verschiedene Richtungen abgeben – nach oben, aber auch zurück in Richtung Erdoberfläche. Dadurch verändert sich der Weg, auf dem die aufgenommene Energie schließlich wieder ins Weltall gelangt. Der Name „Treibhauseffekt“ ist also ein mental anschauliches Bild, aber keine genaue Beschreibung des physikalischen Vorgangs.

Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre Leben in der heutigen Form kaum möglich. Häufig wird angegeben, dass die globale Mitteltemperatur der Erdoberfläche ohne diesen Effekt bei ungefähr minus 18 Grad Celsius statt bei rund plus 15 Grad läge. Diese rund 33 Grad sollte man allerdings nicht so verstehen, als könne man sie einem einzelnen Gas zuschreiben. Sie ergeben sich aus dem Zusammenspiel der Atmosphäre mit Wasserdampf, Wolken, CO₂ und anderen Gasen sowie der Erdoberfläche.

Bis hierher besteht auch noch wenig Anlass für einen Grundsatzstreit. Dass CO₂ bestimmte Bereiche der Infrarotstrahlung absorbiert, ist experimentell nachweisbare Molekülphysik. Die eigentliche Auseinandersetzung beginnt einen Schritt später.

Aus der Feststellung, dass ein CO₂-Molekül Infrarotstrahlung aufnehmen kann, folgt noch nicht unmittelbar, um wie viele Grad sich die globale Durchschnittstemperatur verändert, wenn die CO₂-Konzentration beispielsweise von 280 auf 420 oder von 420 auf 560 ppm steigt. Dafür muss betrachtet werden, wie das gesamte Klimasystem darauf reagiert. Und dort begegnet man wieder Wolken, Ozeanen, Temperaturunterschieden in der Atmosphäre und vor allem einem Stoff, der in der öffentlichen CO₂-Diskussion häufig wesentlich weniger Aufmerksamkeit erhält: dem Wasser.

Wasserdampf ist selbst ein stark wirksamer Bestandteil des natürlichen Treibhauseffekts und kommt in der Atmosphäre – je nach Ort, Höhe und Wetterlage – in erheblich größeren – und zugleich stark schwankenden – Konzentrationen vor als CO₂.

Damit stellt sich die nächste Frage: Welche Rolle spielt Wasserdampf tatsächlich – und warum wird er in der etablierten Klimaphysik überwiegend als Rückkopplung behandelt, während CO₂ als langfristiger Antrieb gilt?

2. Wasserdampf – Mitspieler oder Hauptakteur

Wenn über Treibhausgase gesprochen wird, steht fast immer CO₂ im Mittelpunkt. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass Wasserdampf das häufigste Treibhausgas der Atmosphäre ist und einen erheblichen Anteil am natürlichen Treibhauseffekt hat. Eine NASA-Auswertung veranschlagt den direkten Beitrag von Wasserdampf zum gegenwärtigen natürlichen Treibhauseffekt auf ungefähr 50 Prozent, Wolken auf weitere rund 25 Prozent und CO₂ auf etwa 20 Prozent. Diese Werte lassen sich wegen überlappender Absorptionsbereiche – dieser Begriff wird später erklärt – nicht exakt benennen, zeigen aber die Größenordnung.

Schon die Mengenverhältnisse fallen ins Auge. CO₂ liegt heute bei etwas mehr als 420 ppm, also gut 0,04 Prozent der trockenen Luft. Wasserdampf schwankt dagegen sehr stark: Über trockenen und kalten Regionen ist nur wenig davon vorhanden, in warmer und feuchter Luft kann sein Anteil mehrere Prozent erreichen. Einen einzigen weltweit gültigen Wasserdampfwert gibt es deshalb nicht.

Michael Limburg, Diplom-Ingenieur für Mess-, Regelungs- und Elektrotechnik und Vizepräsident von EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie e. V.) setzt an diesem Mengenunterschied an. In einem Vortrag von 2026 stellt er beispielsweise einem Wasserdampfanteil von 1,5 Volumenprozent einen CO₂-Anteil von etwa 0,042 Prozent gegenüber. Bei diesen Beispielwerten wäre Wasserdampf mengenmäßig rund 36-mal häufiger vorhanden als CO₂. Daraus leitet Limburg die Frage ab, ob CO₂ tatsächlich die ihm zugeschriebene herausragende Rolle als Klimatreiber besitzen könne.

Die Frage ist zunächst nachvollziehbar. Die Schlussfolgerung „36-mal mehr Moleküle bedeuten 36-mal mehr Klimawirkung“ wäre physikalisch allerdings nicht zulässig. Denn bei Treibhausgasen entscheidet nicht allein die Zahl der Moleküle, sondern auch, welche Bereiche der Infrarotstrahlung sie aufnehmen und wie stark sie dort wirken. Man kann sich diese Bereiche vereinfacht wie unterschiedliche Schlösser vorstellen: Nicht jeder Schlüssel passt in jedes Schloss – manche Schlüssel passen aber zu mehreren. Ähnlich absorbieren Wasserdampf und CO₂ unterschiedliche, teilweise jedoch auch dieselben Bereiche der Infrarotstrahlung. Hinzu kommt, in welcher Höhe und Verteilung die Gase in der Atmosphäre vorkommen.

Wasserdampf – seine Rolle im Treibhauseffekt

Wasserdampf ist selbst ein bedeutendes Treibhausgas. Seine Bedeutung ergibt sich also nicht allein aus seiner wesentlich höheren und stark schwankenden Konzentration, sondern auch daraus, dass seine Moleküle Wärmestrahlung aufnehmen und wieder abgeben können.

Limburgs Ausgangspunkt ist in meinen Augen deshalb außerordentlich wichtig: Wasser darf bei der Betrachtung des Treibhauseffekts keinesfalls zur Nebensache werden.

Damit drängt sich eine naheliegende Frage auf: Wenn Wasserdampf selbst ein bedeutendes Treibhausgas ist und in wesentlich höheren Konzentrationen vorkommt als CO₂, warum steht dann ausgerechnet Kohlendioxid im Mittelpunkt der Klimadebatte?

Die Antwort der etablierten Klimaphysik liegt weniger in der unmittelbaren Treibhauswirkung der beiden Gase als in ihrer unterschiedlichen Rolle bei längerfristigen Temperaturveränderungen. Vereinfacht gesagt wird CO₂ dabei eher als Antrieb betrachtet, Wasserdampf dagegen vor allem als Verstärker einer bereits begonnenen Erwärmung. Antrieb bedeutet dabei vereinfacht: Etwas stößt eine Veränderung an; ein Verstärker setzt erst danach ein und vergrößert diese Veränderung.

Der Grund liegt unter anderem in ihren unterschiedlichen Eigenschaften. Wasser kann unter den Bedingungen der unteren Atmosphäre kondensieren. Aus Wasserdampf entstehen Wassertröpfchen oder Eiskristalle; schließlich gelangt Wasser als Regen oder Schnee wieder zur Erdoberfläche. Seine Konzentration in der Atmosphäre kann deshalb innerhalb kurzer Zeit erheblich schwanken. CO₂ verhält sich anders: Unter normalen atmosphärischen Bedingungen fällt es nicht einfach als Niederschlag wieder aus und kann sich deshalb über wesentlich längere Zeiträume in der Atmosphäre verteilen.

Daraus leitet die etablierte Klimaphysik folgende Erklärung ab: Steigt die Temperatur zunächst aus einem anderen Grund – beispielsweise durch eine Veränderung der Strahlungsbilanz –, kann mehr Wasser verdunsten. Gleichzeitig kann wärmere Luft grundsätzlich mehr Wasserdampf enthalten. Dieser zusätzliche Wasserdampf verstärkt wiederum den Treibhauseffekt und damit die bereits begonnene Erwärmung. Das bezeichnet man – wie an anderer Stelle bereits ausgeführt – als positive Rückkopplung. „Positiv“ bedeutet dabei nicht „gut“, sondern lediglich verstärkend.

Ein Mikrofon vor einem Lautsprecher liefert dafür ein anschauliches, wenn auch vereinfachtes Bild: Am Anfang steht ein Ton – er entspricht in diesem Vergleich dem ursprünglichen Antrieb. Das Mikrofon nimmt diesen Ton auf, das Signal wird verstärkt und über den Lautsprecher wieder ausgegeben. Gelangt ein Teil dieses verstärkten Schalls erneut zum Mikrofon, wird er abermals verstärkt. Diese Rückkopplung entspricht hier dem Verstärker. Wiederholt sich der Vorgang, kann sich das Signal immer weiter aufschaukeln – bis hin zum schrillen, ohrenbetäubenden Pfeifton.
Ähnlich ist mit einer positiven Rückkopplung im Klimasystem gemeint, dass eine ursprüngliche Veränderung einen weiteren Prozess auslöst, der die erste Veränderung zusätzlich verstärkt.

Der IPCC bewertet die Rückkopplung durch Wasserdampf als einen wesentlichen Verstärkungsmechanismus des Klimasystems. Zusammen mit der Veränderung des Temperaturverlaufs zwischen Erdoberfläche und höheren Luftschichten liefert sie nach seiner Einschätzung den größten einzelnen positiven Rückkopplungsbeitrag. Beobachtungen zeigen zudem, dass die atmosphärische Feuchtigkeit bei einer Erwärmung grundsätzlich zunimmt.

Die etablierte Klimaforschung betrachtet Wasserdampf also keineswegs als unbedeutend. Der eigentliche Streitpunkt ist die Gewichtung: CO₂ wird als längerfristiger Antrieb behandelt, Wasserdampf überwiegend als darauf reagierender Verstärker. Diese Gewichtung stellt Michael Limburg infrage. Er rückt Wasserdampf zusammen mit der Sonneneinstrahlung wesentlich stärker in den Vordergrund und bezweifelt, dass dem vergleichsweise seltenen CO₂ jene dominante Rolle zukommt, die ihm in der gegenwärtigen Klimadebatte zugeschrieben wird. Den Ausführungen von Michael Limburg kann ich wesentlich mehr Wahrheitsgehalt abgewinnen, zumal die Bezeichnung des Wasserdampfs als „verstärkende“ Rückkopplung noch nicht beantwortet, wie groß seine tatsächliche Bedeutung im Zusammenspiel von Temperatur, Wolken, Verdunstung und Niederschlag ist. All diese Prozesse müssen berücksichtigt werden, wenn die zusätzliche Wirkung von CO₂ abgeschätzt werden soll.

Damit führt die Betrachtung des Wasserdampfs unmittelbar zur nächsten Frage: Wenn Wasserdampf bereits große Bereiche der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung absorbiert und sich seine Absorptionsbereiche teilweise mit denen des CO₂ überschneiden, wie viel zusätzliche Wirkung bleibt dann überhaupt noch für CO₂ – und wie stark kann diese die Erde tatsächlich erwärmen? Gibt es Bereiche, in denen die Wirkung des CO₂ bereits weitgehend ausgeschöpft ist? Oder führt jede weitere Erhöhung seiner Konzentration zu einer zusätzlichen Veränderung der Strahlungsbilanz – und damit letztlich auch der Temperatur?

3. Ist die CO-Wirkung irgendwann „gesättigt“?

Damit bin ich bei einer Frage, die zunächst einfach klingt: Wenn Wasserdampf bereits einen erheblichen Teil der von der Erde abgegebenen Wärmestrahlung aufnimmt und CO₂ zusätzlich in bestimmten, teilweise gleichen Bereichen wirkt – wie viel Wärmestrahlung bleibt dann überhaupt noch übrig, auf die zusätzliches CO₂ Einfluss nehmen kann?

Hier fällt in der Klimawissenschaft häufig der Begriff Sättigung. Stellen Sie sich vor, Sie möchten einen Raum abdunkeln und kleben dafür eine leicht getönte Folie auf das Fenster. Die erste Lage reduziert den Lichteinfall deutlich. Eine zweite verdunkelt den Raum weiter, aber der zusätzliche Effekt ist bereits geringer. Bei vielen übereinanderliegenden Folien macht eine weitere Lage schließlich nur noch einen kleinen Unterschied. Übertragen auf CO₂ lautet die Frage: Gibt es Wellenlängenbereiche, in denen bereits so viel der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung absorbiert wird, dass zusätzliche CO₂-Moleküle dort kaum noch etwas verändern können?

Ja, solche stark gesättigten Bereiche gibt es. CO₂ kann nicht jede von der Erde abgegebene Wärmestrahlung gleichermaßen aufnehmen, sondern reagiert besonders stark auf bestimmte Wellenlängenbereiche. Einen solchen Bereich bezeichnet man als Absorptionsband.

In einem Teil dieses Absorptionsbandes ist die Wirkung bereits sehr stark: Dort befinden sich auf dem Weg der Strahlung durch die Atmosphäre genügend CO₂-Moleküle, sodass ein sehr großer Teil der betreffenden Wärmestrahlung aufgenommen wird. Zusätzliches CO₂ kann in diesem bereits weitgehend gesättigten Bereich deshalb vergleichsweise wenig verändern.

Die Ränder eines solchen Absorptionsbandes darf man sich allerdings nicht räumlich vorstellen. Gemeint sind also nicht etwa die Ränder einer CO₂-Schicht in der Atmosphäre, sondern benachbarte Wellenlängen der Infrarotstrahlung. Innerhalb des Absorptionsbandes ist die Aufnahme unterschiedlich stark: Im Zentrum werden bestimmte Wellenlängenbereiche der von der Erde abgegebenen Infrarotstrahlung besonders stark absorbiert, während die Absorption an den Rändern schwächer ist.

Kommt zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre, verändert sich deshalb im bereits stark gesättigten Zentrum vergleichsweise wenig. An den weniger gesättigten Randbereichen kann zusätzliches CO₂ dagegen noch weitere Infrarotstrahlung aufnehmen.

Sättigung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass zusätzliches CO₂ überhaupt keine weitere Wirkung mehr besitzt. Nach der etablierten Strahlungsphysik nimmt vielmehr der zusätzliche Effekt mit steigender CO₂-Konzentration ab – er verschwindet aber nicht einfach.

Das ist der Grund, weshalb die etablierte Klimaphysik nicht von einer linearen, sondern näherungsweise von einer logarithmischen CO₂-Wirkung ausgeht. Das klingt komplizierter, als es ist: Eine Verdoppelung von beispielsweise 280 auf 560 ppm erzeugt ungefähr denselben zusätzlichen Strahlungsantrieb wie eine weitere Verdoppelung von 560 auf 1.120 ppm. Dieser zusätzliche Strahlungsantrieb führt nach der etablierten Klimaphysik wiederum zu einer zusätzlichen Erwärmung. Für denselben zusätzlichen Effekt benötigt man also immer mehr CO₂. Der IPCC berücksichtigt diesen abnehmenden zusätzlichen Effekt.

Limburgs Einwand

Michael Limburg und andere Kritiker setzen an diesem Sättigungseffekt an, ziehen daraus aber eine wesentlich weitergehende Schlussfolgerung. Auf EIKE wurde die Auffassung vertreten, der CO₂-Treibhauseffekt sei bereits bei deutlich niedrigeren Konzentrationen weitgehend „ausgereizt“ gewesen. Weiteres CO₂ könne demnach nur noch wenig zusätzliche Erwärmung bewirken. Limburg stellt zudem die Bedeutung des Wasserdampfs und der Wolken gegenüber CO₂ stärker heraus.

Damit stehen sich zwei Aussagen gegenüber, die man sauber auseinanderhalten sollte.

Die erste: Teile der CO₂-Absorption sind tatsächlich stark gesättigt. Das ist kein Außenseiterargument, sondern wird auch vom IPCC beschrieben.

Die zweite: Daraus folge, dass zusätzliches CO₂ heute praktisch keine relevante Erwärmungswirkung mehr besitzen könne. Diese weitergehende Schlussfolgerung wird von der etablierten Klimaphysik bestritten. Sie verweist auf die weniger gesättigten Randbereiche der Absorptionsbanden und zusätzlich auf die Höhe in der Atmosphäre, aus der Wärmestrahlung letztlich ins Weltall entweichen kann. Sie begründet die weitere Wirkung zusätzlichen CO₂ unter anderem damit, dass die Atmosphäre nach oben dünner und kälter wird. Mehr CO₂ führt nach dieser Erklärung zunächst dazu, dass etwas weniger Wärmestrahlung ins Weltall entweicht. Dadurch nimmt das Klimasystem vorübergehend mehr Energie auf, als es abgibt, und erwärmt sich. Da ein wärmerer Körper mehr Energie abstrahlt als ein kälterer, steigt mit der Temperatur auch die Abstrahlung ins Weltall – bis sich Aufnahme und Abgabe von Energie wieder ausgleichen. Das neue Gleichgewicht liegt nach dieser Theorie bei einer höheren Temperatur.

Damit ist allerdings noch nicht beantwortet, wie groß diese zusätzliche Erwärmung tatsächlich ausfällt. Dass zusätzliches CO₂ trotz teilweise gesättigter Absorptionsbereiche weiterhin eine Wirkung haben kann, ist das eine. Wie viele Zehntel oder ganze Grad daraus entstehen, ist eine andere Frage – denn dabei spielen wiederum Wasserdampf, Wolken, Ozeane und weitere Rückkopplungen eine Rolle. Ja, komplex und nicht einfach zu verstehen, ich weiß!

Der IPCC berechnet für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration zunächst einen zusätzlichen Strahlungsantrieb von knapp vier Watt pro Quadratmeter. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt dieser Wert, wie stark sich dadurch die Energiebilanz der Erde verändert.

4. Von Watt pro Quadratmeter zu Grad Celsius

Wie werden aus knapp vier Watt pro Quadratmeter schließlich die häufig genannten rund drei Grad Erwärmung? Was davon ergibt sich unmittelbar aus der Strahlungsphysik – und was erst aus der Reaktion des gesamten Klimasystems?

Zunächst muss man zwei Größen auseinanderhalten: Watt pro Quadratmeter beschreibt einen Energiefluss, Grad Celsius eine Temperatur. Das eine lässt sich deshalb nicht einfach in das andere umrechnen.

Der IPCC geht davon aus, dass eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration die Energiebilanz der Erde um knapp vier Watt pro Quadratmeter verändert. Würde man vereinfacht nur die unmittelbare Reaktion auf diese Veränderung betrachten und weitere Rückkopplungen zunächst außer Acht lassen, ergäbe sich eine Erwärmung von etwas mehr als einem Grad Celsius.

Wie werden daraus die häufig genannten rund drei Grad?

Hier kommen die Rückkopplungen ins Spiel. Erwärmt sich die Erde, kann beispielsweise mehr Wasser verdunsten. Der zusätzliche Wasserdampf verstärkt nach etablierter Klimaphysik die Erwärmung. Schmelzen Schnee und Eis, kommen dunklere Flächen zum Vorschein, die mehr Sonnenenergie aufnehmen. Hinzu kommen Veränderungen der Wolken, deren Wirkung komplizierter ist, weil sie je nach Art, Höhe und Situation sowohl kühlend als auch erwärmend wirken können.

Der IPCC berücksichtigt diese und weitere Prozesse und kommt für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration langfristig auf eine Schätzung von etwa drei Grad Erwärmung. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen exakt feststehenden Wert; der IPCC nennt eine wahrscheinliche Bandbreite von 2,5 bis 4 Grad Celsius.

Darin liegt der für mich als Skeptiker interessante Punkt: Die strahlungsphysikalische Wirkung des CO₂ ist das eine. Wie stark Wasserdampf, Wolken, Eis und andere Prozesse diese Wirkung anschließend verstärken oder abschwächen, ist das andere.

Zwischen „CO₂ nimmt Infrarotstrahlung auf“ und „eine Verdoppelung des CO₂ führt zu rund drei Grad Erwärmung“ liegen also mehrere weitere Schritte. Sie beruhen auf physikalischen Erkenntnissen, Beobachtungen, Rekonstruktionen und Modellrechnungen – und sind mit Unsicherheiten verbunden.

Eine gewichtige Frage lautet deshalb: Wie zuverlässig lassen sich diese Rückkopplungen bestimmen? Doch bevor aus Messungen, Berechnungen und Modellen Aussagen über Zehntelgrade oder ganze Grade abgeleitet werden, stellt sich noch eine viel grundlegendere Frage: Wie zuverlässig lässt sich die globale Temperatur überhaupt bestimmen?

Denn eine „Temperatur der Erde“ kann man nicht einfach an einem einzigen Thermometer ablesen. Sie entsteht aus unzähligen Messungen an Land und auf See, aus unterschiedlichen Messverfahren und aus statistischen Auswertungen.

Damit komme ich zu einem weiteren Punkt, der für die Klimadebatte von erheblicher Bedeutung ist:

5. Wie misst man die Temperatur der Erde?

Wenn von einer künftigen globalen Erwärmung um 1,2, 1,5 oder vielleicht 2 Grad gesprochen wird, entsteht der Eindruck, die „Temperatur der Erde“ sei eine unmittelbar messbare Größe. Das ist sie nicht. Es gibt kein Thermometer, das irgendwo in den Boden gesteckt wird und anschließend die globale Mitteltemperatur anzeigt. Die Erde besitzt gleichzeitig völlig unterschiedliche Temperaturen: in der Sahara andere als in Grönland, über dem Atlantik andere als über München, nachts andere als am Nachmittag und in zwei Metern Höhe andere als unmittelbar über dem Asphalt. Ein Mittelwert ist – mit Unsicherheiten – berechenbar, aber nicht messbar. Die globale Mitteltemperatur wird aus einer riesigen Zahl einzelner Messungen berechnet.

An Land werden Lufttemperaturen üblicherweise in ungefähr zwei Metern Höhe gemessen. Über den Ozeanen – die immerhin rund 71 Prozent der Erdoberfläche bedecken – stammen die Daten dagegen unter anderem von Schiffen und Bojen. Moderne globale Datensätze führen diese unterschiedlichen Messungen zusammen. Dabei wird vor allem betrachtet, wie stark die gemessene Temperatur von einem festgelegten langjährigen Vergleichswert abweicht. Diese Abweichung nennt man Temperaturanomalie. Liegt die Temperatur beispielsweise 1 Grad über dem Vergleichswert, beträgt die Anomalie plus 1 Grad. Aus sehr vielen solcher Werte wird anschließend die globale Temperaturentwicklung berechnet.

Das klingt zunächst vernünftig. Aber hier stellen sich Fragen, auf die Michael Limburg seit Jahren hinweist.

Was misst eine Wetterstation eigentlich?

Eine Wetterstation misst zunächst nur die Temperatur an ihrem konkreten Standort. Und dieser Standort spielt eine erhebliche Rolle. Eine Messstation auf einer Wiese kann andere Werte liefern als eine Station zwischen Gebäuden. Asphalt und Beton erwärmen sich anders als Gras oder Wald. Eine Stadt speichert Wärme anders als ihre ländliche Umgebung. Wasserflächen reagieren wiederum anders als Landflächen.

Hinzu kommt, dass sich Messbedingungen im Laufe von Jahrzehnten verändern können. Städte wachsen um ehemalige Wetterstationen herum. Stationen werden versetzt. Messgeräte werden ausgetauscht. Beobachtungszeiten ändern sich.
Ein Thermometer misst zwar eine Temperatur. Ob diese Temperatur aber für eine größere Fläche repräsentativ ist, ist bereits eine andere Frage.

Limburg setzt seine Kritik an diesem Punkt an. Er bezweifelt, dass aus historisch gewachsenen, räumlich ungleich verteilten und teilweise veränderten Messnetzen eine globale Temperaturentwicklung mit jener Genauigkeit bestimmt werden kann, mit der sie häufig öffentlich präsentiert wird. Besonders kritisch sieht er die Bildung einer „globalen Mitteltemperatur“ und die nachträgliche Bearbeitung beziehungsweise Homogenisierung von Messreihen. In einem Beitrag von 2025 bezeichnete er die globale Mitteltemperatur als ungeeignet, daraus ein eindeutiges anthropogenes Signal abzuleiten.

Wärmeinseln, Stationswechsel und Korrekturen

Dass Städte sogenannte Wärmeinseln bilden, wird von der etablierten Klimaforschung nicht bestritten. Ebenso wenig wird bestritten, dass Stationsverlegungen, Gerätewechsel und andere Veränderungen Messreihen beeinflussen können. Deshalb werden historische Temperaturdaten überprüft und teilweise statistisch korrigiert beziehungsweise homogenisiert. Das wiederum eröffnet einen neuen Streitpunkt: Wann beseitigt eine Korrektur einen Messfehler – und wann verändert sie eine Messreihe möglicherweise stärker, als es gerechtfertigt ist? Dass solche Fragen keineswegs nur theoretischer Natur sind, zeigte die sogenannte Climategate-Affäre von 2009. Tausende bekannt gewordene E-Mails von Klimaforschern lösten damals eine heftige Debatte über den Umgang mit Daten, statistischen Verfahren, Transparenz und wissenschaftlichem Widerspruch aus. Mehrere spätere „Untersuchungen“ fanden zwar keinen Beleg für eine vorsätzliche Fälschung der Klimadaten. Fragen nach Transparenz und wissenschaftlicher Praxis blieben dennoch offen. Darauf werde ich in einem späteren Kapitel noch ausführlicher zurückkommen.

Hier genügt zunächst die Feststellung: Wo Messdaten nachträglich korrigiert, homogenisiert und zu globalen Reihen zusammengeführt werden, müssen die verwendeten Verfahren nachvollziehbar und überprüfbar sein.

Die Rolle der Ozeane

Mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche bestehen aus Wasser. Eine globale Temperaturbestimmung kann sich deshalb selbstverständlich nicht allein auf Wetterstationen an Land stützen. Über den Meeren wurden Temperaturen historisch unter anderem von Schiffen gemessen. Heute spielen Bojen und weitere Beobachtungssysteme eine wichtige Rolle. Diese Messungen werden mit den Landdaten zu globalen Datensätzen verbunden.

Auch dabei werden unterschiedliche Messgrößen und Messverfahren miteinander verbunden. An Land wird überwiegend die Lufttemperatur in etwa zwei Metern Höhe gemessen, über den Ozeanen dagegen meist die Temperatur des Wassers nahe der Meeresoberfläche. Hinzu kommt, dass sich auch die Messmethoden auf See im Laufe der Zeit verändert haben – vom Wassereimer und Schiffsmessungen bis zu modernen Bojen. Für eine globale Temperaturreihe müssen diese unterschiedlichen Daten deshalb mathematisch aufeinander abgestimmt und zusammengeführt werden.

Verschiedene internationale Datensätze kommen trotz unterschiedlicher Verfahren zu dem Ergebnis, dass sich die Erde langfristig erwärmt hat. Das spricht für einen grundsätzlichen Erwärmungstrend, beantwortet aber weder die Frage nach seiner exakten Größenordnung noch nach seinen Ursachen. Insbesondere ist damit noch nicht geklärt, welcher Anteil dieser Erwärmung auf CO₂ und welcher auf andere natürliche oder menschliche Einflussfaktoren zurückzuführen ist.

Für mich liegt hier eine entscheidende Grenze: Gemessen werden Temperaturen. Die Ursachen der daraus berechneten Veränderungen werden hingegen wissenschaftlich untersucht und daraus abgeleitet. Wenn aus diesen Ableitungen anschließend politische Gewissheit wird, obwohl über Größenordnungen, Rückkopplungen und natürliche Einflüsse weiterhin diskutiert werden muss, sollte man genauer hinsehen.

6. Messung, Modell und politische Gewissheit

Abschließend stellt sich für mich in diesem Zusammenhang die Frage, was die Politik aus wissenschaftlichen Erkenntnissen macht. Wissenschaft arbeitet mit Messungen, Wahrscheinlichkeiten, Bandbreiten und Unsicherheiten. In der politischen Kommunikation verschwinden diese Abstufungen jedoch häufig. Aus wissenschaftlichen Einschätzungen werden Gewissheiten – und aus einem komplexen Klimasystem entsteht ein einfaches politisches Narrativ:

CO ist die maßgebliche Ursache der Erwärmung und muss deshalb reduziert werden.

Diese Verkürzung halte ich für mehr als nur problematisch.

Dass CO₂ Infrarotstrahlung absorbiert, ist Physik. Dass seine Konzentration seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestiegen ist, ist gemessen. Verschiedene internationale Temperaturdatensätze zeigen zudem einen langfristigen Erwärmungstrend.

Doch damit ist die entscheidende Frage nach den Ursachen noch nicht beantwortet. Welcher Anteil der Erwärmung ist tatsächlich auf CO₂ beziehungsweise andere menschliche Einflüsse zurückzuführen, welcher auf natürliche Faktoren? Um diese Frage zu beantworten, müssen Messdaten ausgewertet und unterschiedliche Einflussgrößen voneinander getrennt werden. Dabei kommen unter anderem Modelle, statistische Verfahren und Annahmen über Wasserdampf, Wolken, Ozeane und andere Rückkopplungen ins Spiel.

Der IPCC kommt auf dieser Grundlage zu einer sehr weitgehenden Aussage: Der menschliche Einfluss habe Atmosphäre, Ozeane und Land eindeutig erwärmt. Für eine Verdoppelung der CO₂-Konzentration nennt er als beste Schätzung langfristig etwa drei Grad Erwärmung, zugleich aber eine wahrscheinliche Bandbreite von 2,5 bis 4 Grad Celsius.

Und das ist in meinen Augen das Problem: Aus einer wissenschaftlichen Aussage mit Bandbreiten und Unsicherheiten wird in der politischen Debatte eine scheinbar unumstößliche Gewissheit.

Mir ist das zu einfach. Wie groß der zusätzliche Erwärmungseffekt des CO₂ innerhalb des Klimasystems tatsächlich ist, bleibt deshalb für mich eine zentrale Frage.

Auch Einwände von Michael Limburg und anderen Kritikern sind für mich nicht mit dem Etikett „Klimaleugner“ erledigt – ganz im Gegenteil. Wer wissenschaftliche Gewissheit beansprucht, muss sich auch mit Gegenargumenten auseinandersetzen und erklären können, warum sie falsch sein sollen.

Damit komme ich zum Fazit dieses Kapitels: CO₂ ist ein Treibhausgas. Aber aus dieser physikalischen Tatsache allein wird noch kein „Klimakiller“. Zwischen der nachweisbaren Strahlungswirkung eines CO₂-Moleküls und Aussagen darüber, wie sich die globale Temperatur in mehreren Jahrzehnten entwickeln wird, liegen Messungen, Berechnungen, Rückkopplungen und Modelle.

Wissenschaft sollte die Grenzen ihrer Aussagen sichtbar machen. Politik neigt dazu, daraus Gewissheiten zu formen. Diese Gewissheiten werde ich in den nächsten Kapiteln hinterfragen.

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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Rezension dieses Buches von Spiegel-Bestsellerautor Helmut Sterz („Die Impfmafia“):
https://wassersaege.com/blogbeitraege/rezension-des-buches-corona-das-letzte-kapitel-ist-noch-nicht-geschrieben/

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Rezension des Buches “Corona – Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben”

Eine Ohrfeige für den bequemen Zeitgeist

Von Helmut Sterz (Toxikologe und Bestsellerautor)

Gerade hat mir ein Verleger gesagt, es gäbe nun wirklich genügend Covid-Bücher! Ach so, die Leute wollen nichts mehr über dieses unglaubliche Verbrechen gegen die Menschheit wissen und so ist es logisch, dass niemandem an Aufarbeitung gelegen ist? Es gibt Leute, die das anders sehen und die dazu beitragen, dass nichts unter den Teppich gekehrt wird. Zu denen gehört Uwe Froschauer.

Es gibt Bücher, die möchte man nach drei Seiten zuklappen. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie die unangenehme Nebenwirkung haben, das eigene Weltbild in Frage zu stellen. Froschauers “Corona – Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben” gehört genau in diese Kategorie.

Wer bereit ist, liebgewonnene Gewissheiten einmal auf den Seziertisch zu legen, findet 280 Seiten voll mit abscheulichen Anomalien. Froschauer führt seinen Kampf nicht mit dem Florett, sondern mit dem Säbel. Politiker, Enquete-Kommission, Experten, Medien, Pharmakonzerne, internationale Organisationen, Philantropen und Faktenchecker – niemand entgeht seinem gezielten Hieb. Sein Buch ist gnadenlos, er hat es mit der Überzeugung geschrieben, dass die Seuche der vergangenen Jahre nicht Corona, sondern Denkfaulheit war. Allerdings widmet er dankenswerter Weise auch dem Widerstand gegen den Irrsinn der Corona-Krise mehrere Kapitel.

Die Ironie der Geschichte ist höchst amüsant: Jahrelang wurde behauptet, Wissenschaft lebe vom Zweifel. Dann kam eine Zeit, in der der Zweifel selbst als ansteckende Krankheit behandelt wurden. Auch dieser Gedanke rechtfertigt die Existenz dieses Buches.

Es liest sich wie ein Kriminalroman, aber die Täter agieren nicht im Dunkeln, sie tummeln sich im Rampenlicht auf Pressekonferenzen, Talkshows, in Nachrichtensendungen und bei Preisverteilungen zu ihren Ehren.

Froschauer erinnert daran, dass Demokratie vom Streit der Argumente lebt – nicht von der Gleichförmigkeit der Meinungen. Besonders gelungen sind die zahlreichen Zitate, histori-schen Vergleiche und psychologischen Betrachtungen über Angst, Gruppendruck und Konformität. Ob man allen Schlüssen folgt oder nicht – langweilig wird es keine Minute und auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Dieses Buch will niemandem gefallen. Es will provozieren, stören, Zweifel säen, wo Gewissheiten alles zudecken. Darin liegt seine Stärke. Es zwingt den Leser für sich selbst Stellung zu beziehen. Es will, dass wir uns endlich in Richtung ehrlicher Aufarbeitung der Corona-Verbrechen bewegen. Der Augiasstall muss ausgemistet werden, damit die Menschheit wieder nach ihren eigenen Bedürfnissen leben kann und nicht nach denen der Herren Gates, Schwab und anderen kriminellen Oligarchen, die uns eine schöne neue Welt bescheren wollen. Und genau deshalb ist dieses Buch nötig und erfüllt seinen Zweck.

Während viele Autoren versuchen, ihre Leser behutsam mitzunehmen, packt Froschauer sie am Kragen, zieht sie vor die Kulisse der Corona-Jahre und fragt sie laut:                     

Kommt Ihnen das wirklich alles normal vor?                         

Man könnte dem Autor vorwerfen, dass er manchmal mit dem Vorschlaghammer argumentiert, wo ein Uhrmacher-Hämmerli genügt hätte. Doch vermutlich würde Froschauer darauf antworten, dass man eine schlafende Gesellschaft nicht mit Flötentönen weckt.

Wer den Mut besitzt, sich auch mit unbequemen Gedanken auseinanderzusetzen, wird dieses Buch nicht ohne inneres Frösteln zuklappen.

Fazit: Dieses Buch ist kein Ruhekissen. Es ist ein Kieselstein im Schuh der öffentlichen Debatte. Man kann ihn ignorieren. Man kann sich über ihn ärgern. Man kann ihn heraus-nehmen. Aber weiterlaufen wie zuvor wird schwierig. Das scheint mir die höchste Auszeichnung, die man einem politischen Buch machen kann.

Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

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Afghanistan, Syrien, Irak, Iran:

Was brachten all die Interventionen des “Wertewestens”?

18. August 2026, von Albrecht Künstle

Zehn Jahre lang von 1979 bis 1989 versuchte die Sowjetunion, Afghanistan von einem menschenfeindlichen Islam zu befreien und zu einer eher westlichen Kultur unter allerdings kommunistischem Banner zu verhelfen. Nie hatten Frauen und andere Bevölkerungsteile mehr Freiheit als in jener Zeit. Der Krieg begann mit der militärischen Unterstützung der durch einen von der Sowjetunion unterstützten Putsch an die Regierung gelangten kommunistischen Machthaber gegen die vielen Gruppierungen der Mudschahedin, die sich vor allem als Reaktion auf die versuchte Säkularisierung Afghanistans bildeten. Doch die Beharrlichkeit islamistischer Regime wurde unterschätzt.

Dazu kam: Nach der Logik des Kalten Krieges wurden die islamistischen Rebellen politisch und materiell von den USA und anderen NATO-Staaten sowie Teilen der islamischen Welt auch unterstützt, um die Sowjetunion zu schwächen. Der letzte kommunistische Präsident Nadschibullah versuchte eine Politik der nationalen Versöhnung und überlebte den Abzug der Sowjets noch um knapp drei Jahre. Dann übernahmen die Mudschahedin die Macht. Sie mussten sich jedoch von Anfang an gegen die ebenfalls radikal-islamistischen Taliban erwehren, die sich ab 1994 in der Provinz Kandahar formiert hatten. Nach der Ermordung des Anführers der Nordallianz, Schah Massud, durch die Taliban übernahmen diese die Macht.

Zwanzig Jahre lang, von 2001 bis 2021, versuchte der „Wertewesten“ anschließend, Afghanistan vom Irrweg des Islam abzubringen. Als Reaktion auf die durch Mitglieder der Al-Qaida ausgeführten Anschläge vom 11. September 2001 intervenierte im Oktober eine US-geführte Koalition auf Grundlage der Resolution 1368 des UN-Sicherheitsrates zugunsten der Vereinigten Front, nachdem sich die Taliban geweigert hatten, gegen Al-Qaida vorzugehen. Die Intervention führte rasch zum Sturz der Taliban-Regierung und leitete mit der Stationierung von NATO-Truppen eine neue Phase direkter ausländischer Beteiligung am afghanischen Bürgerkrieg ein. US-Präsident George W. Bush verkündete das überambitionierte Ziel, in Afghanistan einen demokratischen Rechtsstaat nach westlichem Vorbild etablieren zu wollen. Daher sollte eine neue Verfassung ausgearbeitet und der Weg zu einer erstmals seit 1964 respektive 1973 demokratisch legitimierten Regierung geebnet werden.

Verirrungen (nicht nur) am Hindukusch

Doch vor fast genau fünf Jahren, am 15. August 2021, zogen sich die NATO-Verbände unvermittelt und mehr als hektisch zurück – und die Taliban wieder in Kabul ein. Schon damals war die Frage unbeantwortet geblieben, was eine NATO, die die nordatlantische Hemisphäre verteidigen soll, eigentlich in Afghanistan zu suchen hatte? SPD-Kriegsminister Peter Struck wusste es: “Unsere Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt!” Auch für die Bundeswehr endete damit nach fast 20 Jahren der bislang intensivste und verlustreichste Einsatz in ihrer Geschichte. Zum 1. Mai 2021 begann die Rückverlegung aller NATO-Kräfte; der Abzug wurde am 16. Juli 2021 abgeschlossen. Der Krieg hatte der afghanischen Bevölkerung, wie befürchtet, keine Freiheit gebracht; die Herrschaft des fundamentalistischen Islam kehrte im ganzen Land erbarmungslos zurück. Doch der Krieg war nicht ganz „umsonst“ gewesen: Er kostete unser Land fast 50 Milliarden Euro und 54 deutsche Soldaten das Leben (insgesamt forderte der Krieg sogar über 70.000 Menschenleben). Für an Details Interessierte: Zwei der damaligen Beteiligten blicken hier zurück.

Wie war es im Fall Syrien? Auch dort intervenierte der “Wertewesten” – und im Ergebnis wurde ein alawitischer Diktator von einem Islamistischen Herrscher abgelöst, als Ende November 2024 syrische Rebellen, angeführt von den Milizen HTS und SNA, innerhalb von weniger als zwei Wochen in einer Großoffensive das Jahrzehnte über Syrien herrschende diktatorische Regime der al-Assad-Familie. Der waffenstarrende Islamist mit dem Terrornahmen „al-Golani“ mauserte sich zum Krawatte tragenden Präsidenten Ahmed al-Scharaa. Vor dem Machtwechsel hatte das syrische Christentum unter Assad weder staatliche noch gesellschaftliche Diskriminierung erfahren; Syrien übte sogar nicht nur eine große Anziehungskraft auf Andersgläubige aus, sondern hatte lange Zeit den Ruf, das sicherste Land für Christen im Nahen Osten zu sein. Mit dem Machtwechsel hat sich das schlagartig geändert. Viele Christen fliehen jetzt, geben sich aber in den Aufnahmeländern nicht offen zu erkennen – weil ihre Verfolger in Überzahl ebenfalls schon da sind. Auch in diesem Fall brachte die Intervention also keine Befriedung; im Gegenteil

Iran-Krieg: Fatale westliche Fehleinschätzung

Ein weiteres Beispiel für die katastrophalen Folgen der Interventionen des “Wertewestens” ist fast schon wieder in Vergessenheit geraten: die Eliminierung des Gaddafi-Regimes in Libyen im Jahre 2011 – mit allen bekannten Konsequenzen für ein Land, das zuvor für seine hervorragende medizinische Versorgung, hohen Bildungsstandard und Gleichberechtigung der Frauen berühmt war. Obama und seine Außenministerin Hillary Clinton bombten den Wüstenstaat in die Steinzeit zurück, wo nun ebenfalls wieder Islamisten das Hohelied auf Mohammeds Koran singen.

Doch von hier zurück in die Neuzeit – in den Iran: Der Aufstand der Frauen gegen die Herrschaft der Mullahs mit ihren Kopftuch- und sonstigen Verboten stärkte die Hoffnung, das menschenverachtete schiitisch-islamische Regime zum Teufel jagen zu können – wo es offenbar ohnehin herkommt, denn es bedrohte nicht nur einen Großteil der eigenen Bevölkerung (Frauen, Kritiker, Konvertiten, Sunniten, christliche Hauskirchen), sondern auch einen ganzen Staat – das jüdische Israel. Die Mullahs hatten Uran über den zivilen Nutzen hinaus angereichert und waren unmittelbar im Begriff, mit Atombomben ihre sunnitischen Nachbarländer zu bedrohen und Israel auszulöschen. Auch liebäugelten die Turban- und Bartträger schon lange mit der Übernahme der Herrschaft über die internationalen Gewässer der Straße von Hormus. Letzteres ist ihnen ausgerechnet im Laufe der von den USA und Israel losgetretenen Kriegshandlungen weitgehend gelungen.

Anfangs gehörte auch ich zu jenen, die hofften, das islamische Regime in Teheran militärisch enthaupten und die Herrschaft in die Hände des Volkes legen zu können. Doch wie wir eines anderen belehrt wurden, half die Intervention Israels und den USA wenig; lediglich die Köpfe in Teheran wurden ausgewechselt und der Weg zur Atommacht vielleicht etwas verzögert – doch in Hormus üben die Mullahs staatliche Piraterie aus und bedrohen die Weltwirtschaft. Unsere Sicht unterlag einer offenkundigen Fehleinschätzung der Herrschaftsverhältnisse und vor allem der Umsturzfähigkeit der Bevölkerung. Die auch von Exiliranern verbreitete Gewissheit, es brauche angesichts des brodelnden revolutionären Klimas in der iranischen Bevölkerung nur eines initialen militärischen Destabilisierungsschlags von außen, um den Machtwechsel von innen loszutreten, entbehrte offenbar jeder Grundlage.

Heilige Pflicht: Schützt uns vor dem Islam!

Was sollte uns das und andere Fälle der älteren und jüngeren Geschichte lehren? Dass es schlicht nicht möglich ist, ein islamisches Land von außen auf einen demokratischen Weg bringen zu können (einen einigermaßen liberalen Islam soll es nur in Indonesien geben, also weit, weit weg – wobei auch dort eine Diktatur herrscht). Meines Wissens ist das noch in keinem einzigen der über 50 islamischen Länder je gelungen. Im Gegenteil gelingt es dem Islam hervorragend, freiheitlich-demokratische, säkulare, westliche und einst mehrheitlich christliche Länder zu “übernehmen“ und zu islamisieren: Halb Afrika ist schon islamisch und ganz Vorderasien sowieso – außer eben Israel. Doch muss das die Sache der dortigen Völker bleiben. Eine Bevölkerung, die den Islam duldet oder ihm gar huldigt, muss ihn eben erdulden, unter ihm leben und leiden; eine traurige, aber realistische Bilanz.

Wenn es also nicht gelingt, unterdrückten Menschen in ihren islamischen Ländern zu helfen, sollte es umso mehr die heilige Pflicht und Schuldigkeit unserer Politiker sein, die eigenen Menschen in Deutschland vor dem Islam zu schützen, wenn dieser seine Maske abnimmt und seinen wahren Charakter zeigt (ein Prozess, der bereits im Gange ist). Man sollte eigentlich annehmen, die unter dem Islam ihrer Herkunftsländer leidenden Zuwanderer hätte von selbigem die Nase voll und würden dem Irrglauben reihenweise abschwören, und umso dankbarer das westliche Lebens- und Freiheitsmodell annehmen. Doch weit gefehlt: Menschen mit missionarischem Eifer aus meiner Umgebung, die versuchten, Muslime zum Christentum zu bekehren und sie damit als potenzielle Gefährder zu “entschärfen”, hatten wenig Erfolg: Von acht „bekehrten“ Muslimen blieb nur einer ihrer Freikirche treu, den anderen vermeintlichen Konvertiten war es offensichtlich nur um den Erwerb eines Bleiberechts gegangen: Sie tauchten unter.

Faktische Machtergreifung

Mit diesem Aufenthaltsstaus werden sie weiter eine Moschee nach der anderen hochziehen und massenhaft besuchen. Und sie werden Kinder mit oft blutjungen Frauen haben, während einheimische Frauen immer weniger Kinder gebären. Es werden immer mehr und muslimische Kinder sein, die sie heranziehen – und diese werden heute staatlich weitaus stärker gefördert, als es einst bei heimischen Familien mit mehr Kindern der Fall war. Um es kurz zu machen:

Nicht wir legen dem Islamismus woanders das Handwerk, sondern er breitet sich bei uns aus. Und zwar mithilfe der unzähligen Schutzengel der grünen „Religion“ Islam aus dem politisch ebenfalls grünen (und roten) Lager. Die politischen Gönner und Helfershelfer des Islam machen sonntags einen auf „Frauenrechte“ und biedern sich werktags genau jenen an, die solche und andere Rechte mit Füßen treten. Was aber wäre zu tun, um der unguten Entwicklung Einhalt zu gebieten? Das ist sehr schwer zu sagen. Auch ich fürchte, der Kipppunkt ist überschritten und einige Länder Europas werden noch lange vor 2050 islamisch beherrscht sein.

Der Islam ist die am stärksten expandierende „Religion“; wenn dessen faktische Machtergreifung in Deutschland überhaupt noch jemand verhindern kann, dann wäre es die Enkelgeneration. Die Älteren, die ihren Lebensabend in vertrauten Gewohnheiten und mitgealterten angestammten sozialen Kreisen verbringen, sind für das Problem blind – und unseren direkten Nachkommen scheint die Gefahr nicht bewusst zu sein. Welches Phänomen lähmt sie? Die Verharmlosung seitens der meinungsbildenden Medien? Die Ablenkung, die über die Smartphons systematisch betrieben wird? Auch die Römer herrschten einst nach dem Prinzip „Brot und Spiele“ – und das Heer von „Influencern“ (eine Krankheit, die weit schlimmer ist als die Influenza!) sind Täter und Opfer der zur Seuche werdenden Banalitäten zugleich. Ihnen sollte bewusst werden, dass es unter islamischer Herrschaft viele ihrer zelebrierten Freiheiten und Annehmlichkeiten nicht mehr geben wird.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist mit „KI“, mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/afghanistan-syrien-irak-iran-was-brachten-all-die-interventionen-des-wertewestens/ erschienen.

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Das Buch „Corona – das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben“ ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen.

https://www.amazon.de/s?k=uwe+froschauer+Corona+-+das+letzte+Kapitel+ist+noch+nicht+geschrieben&__

Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

Wer urteilen will, sollte das ganze Bild kennen.

Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2.Juli 2026 veröffentlicht.
https://www.amazon.de/dp/B0H761YF9H/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=

Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Der Smiley hinter den Leuten

Verdeckte Spekulationen von Werner Roth

Haben Sie schon mal was von „Smileys Leuten“ gehört? Nein? Schade. Denn dieser Spionage-Roman aus 1979 von John LeCarre, der auch kongenial verfilmt wurde mit  Alec Guinness in der Titelrolle, bietet einen hervorragenden Zugang zur Welt der zweitältesten Branche der Menschheit. „Wissns a, wos s’oidasde G‘weabe is?“ Zwinkersmiley…

Besonders von Belang sind natürlich die Grundlagen, die Entstehungsbedingungen und Gedankenwelten dieser Schattenexistenzen der Schlapphütler. Wer zu diesem Sujet viel gelesen hat, dem sollten sich neue Blickwinkel erschließen. Gerade die Bücher von John le Carre, Graham Greene, Frederick Forsyth, et al., können einem, neben blendender Unterhaltung, auch Zugang in die Denk- und Verhaltensmuster der „Geheimen“ verschaffen. Romane sind da gewöhnlich eben lebendiger als Sachbücher.

Aber auch eine ganze Reihe Sachbuch-Autoren, die sich diesem Metier widmen, sprechen offen und gut belegt aus, dass in der Geheimdienstwelt nichts ist, wie es scheint. Es empfiehlt sich, hier ganz besonders, immer zunächst nach dem „Cui bono“ zu fragen.

Etwas, was neben Methoden und Mentalität, ebenso auf die OK, die sog. organisierte Kriminalität, zutrifft. Gewissermaßen wäre es Zeit für neue Wortschöpfungen wie Cosa Mossad, MI‘drangheta oder CI-amorra. Denn diese Riesen-Krake aus Geheimdiensten und Mafia hat ihre Tentakeln sogar bei „Sex, Drugs & Rock’n Roll“ im Einsatz. Der Hingucker Tom Regenauer hat dazu kürzlich, peinlich akkurat, Eindrückliches zur kulturellen Manipulation dargelegt.

Da ist es egal, ob Kanzler Merz eine Lame Duck oder sogar eher eine Walking Dead Duck ist.

Denn endlich, endlich, endlich bekommen die Geheimdienste Ihrer Majestät, äähh…, „UnsererDemokratie“, nun auch ein unverkennbar größeres Aufgabenspektrum und mehr Macht zum Durchgreifen. Leipzig sei Dank. So stellt Gert Ewen Ungar, schwer zu widerlegen, fest: „Deutschland wandelt sich zum Schurkenstaat, der sich im Ausland staatsterroristischer Mittel bedient und im Inland auf Repression sowie Bespitzelung der eigenen Bürger setzt.“

Sich mit der Vorstellungswelt dieser Menschenwesen zu beschäftigen, ist derzeit also recht aktuell. Deren hauptsächliches Denken und Tun besteht in der Vereinnahmung und Steuerung von praktisch allem, was den Menschen bewegt.

Im Zuge dieses „mindwar“, dem Kampf um Ihr Gehirn, werden Krisen gemacht, um eine Lösung zu präsentieren, aber diese besteht nur in der Bewirtschaftung der Situation. Oder wie Rainer Shea aufklärt: „Die Ausnutzung bestehender Widersprüche ist Kernbestandteil der Geheimdienstarbeit.“

CIA & Co. haben schon lange das Motto: „Die Fakten machen wir“.

Wenn Sie vor der Aufgabe stünden, Sie müssten ein florierendes Land wie Deutschland möglichst weitgehend und schnell zerstören, am besten ohne großen Widerstand. Was würden Sie tun? Habeck, Baerbock, Scholz, Lauterbach, Faeser und zum Abschluss dann noch Merz und Klingbeil an hohe und höchste Stellen platzieren? Aber nicht doch. „So hinterfotzig ko do koana sei? Mia braichtn a Fallbeil statt an Klingbeil!“

Diese vorgeblich Herrschenden kompensieren dann ihr Totalversagen in eigentlich allen Bereichen wie Wohnungs-, Wirtschafts-, Bildungs-, Kultur-, Innen- und Außenpolitik durch besonders eifriges Korinthenkacken gegen die Reaktionen der  Betroffenen. Da werden aus der Hüfte schnell mal „verbaler Sexismus“, „Hass und Hetze“ und andere Vorlagen aus den unzähligen Denkpanzern dem willfährigen Justizapparat zur Verfolgung überantwortet. Freudig in die Welt geblasen von den offiziell ausgezeichneten Legitimierungs-Medien.

Dazu erwidern die Querdullis unter anderem, es kann keine strafgesetzlich verfolgbare Hassrede geben! Die Argumentation ist ganz einfach: Worte sind keine körperliche Gewalt. Sie sind Worte und sie werden mit anderen Worten bekämpft. Das Urteil fällt das Gericht der öffentlichen Meinung. Fertig. Aus. Ende. Amen.

Es ist sicher nicht einfach, einerseits den Freiheitsraum der eigenen Bevölkerung kontinuierlich mehr einzuengen und sich gleichzeitig als Verteidiger der globalen Freiheit zu präsentieren. Dazu meint Arnaud Bertrand trocken: „Wenn wir nicht wollen, dass Europa in ein neues Mittelalter abrutscht, sollten wir vielleicht nicht die intellektuellen Methoden des ursprünglichen übernehmen.“

Ist das schon eine glatte Zehn auf der Skala der schweinemäßig nervigsten Sachen?

Beispielhaft sei hier im „Imperium der Lügen“ das Queere und woke betrachtet werden, das geradezu religiös verherrlicht wird. Die Umzüge stehen augenscheinlich ganz in der Tradition der früheren katholischen Heiligen-Prozessionen. Somit wird den Bürgern vorgegaukelt, der preisende und jubilierende Umgang mit sogenannten „Minderheiten“ wäre ein Indikator für Bürgerrechte und Demokratie. Deshalb wäre hier der Hort der Freiheit und die, die nicht mitmachen, sind vom Herz der Finsternis der Nazidenke besessen.

Damit das weiter gut funktioniert, hält die Kriegerkaste im Pentagon die Reihen zu den Schlapphüten fest geschlossen und hat so manche Einheit mit dem Fokus auf die Beeinflussung von Wahrnehmung und Verhalten aufgestellt. Die sollen halt auch PsyOps, false flags und so’n Scheiß durchziehen…

Ein Bataillon für psychologische Operationen der US-Armee hat Rekrutierungsvideos veröffentlicht mit dem Text: „Ihr findet uns im Schatten, an vorderster Front. Der Krieg entwickelt sich weiter, und die ganze Welt ist eine Bühne. Alles, was wir berühren, wird zur Waffe. Wir können täuschen, überzeugen, verändern, beeinflussen, inspirieren … Wir sind überall.“ „Do brauchts nimma mea…“

Es fehlt nur noch das Offensichtliche: „Komm zu uns und werde James Bond!“

Das wahrlich Verrückte ist ja, dass praktisch alles offen liegt durch die Epstein-Files, die RKI-Protokolle, die unfassbar dummstolzen Aussagen von Merkel, Hollande, Nuland und anderen zur Ukraine, ganz aktuell der Fauci-Komplex. Doch was passiert? Nichts!

Manche nehmen an, wenn die Epstein-Klasse nicht aufhört, das Loch, in dem sie steckt, noch tiefer zu graben, wird sie bald im Erdmantel aufgelöst. Doch es geht um die Kontrolle der öffentlichen Wahrnehmung, durch Informationssteuerung und kulturelles „Nudging“.

Und wenn jemand sowohl die Informationsinhalte als auch die Institutionen, die diese Informationen verbreiten, kontrollieren kann, dann ist das die Architektur moderner Macht. Und das würde dann die Frage aufwerfen, ob das „Imperium der Lügen“ mit seiner Verflechtung von wirtschaftlicher Macht, Politik und Kultur eine monopolisiertere Deutungshoheit hervorbringt, als jemals zuvor.

„Wer die Kultur prägt, prägt langfristig auch das Denken einer Gesellschaft.“

Das Verhältnis des Bürgers zum Staat ist das des Rindviehs zum Landwirt. Es ist völlig gleichgültig, was für Kreuze er auf Papier malt.

Dazu identifiziert Rainer Mausfeld unumwunden die „ideologischen Überzeugungen, dass der Westen unter Leitung der USA „die größte Kraft der Welt für Frieden und Freiheit, für Demokratie, Sicherheit und Wohlstand“ sei, darf durch keinerlei Fakten erschütterbar sein.“

Die Wahrheit in Martin Luther Kings Aussage, dass die USA „der größte Verursacher von Gewalt in der heutigen Welt“ ist, zeigt sich heute genauso wie 1967.

Die Schlapphüte führen in allen Nationen mittlerweile routinemäßig Sabotagekriege gegen die Bevölkerungen, „um das globalistische Kontrollsystem zu erhalten, dem ihre Führer verpflichtet sind.“

Der bekannte bekennende Propagandist Dr. Joseph Goebbels sagte einmal: „Wenn eine Lüge nur groß genug ist und sie oft genug wiederholt wird, dann werden die Leute sie am Ende glauben.“ Diese Vorgabe wird heutzutage am eifrigsten von den „Staatsorganen“ umgesetzt. „Wea des ned siagt, muas a Voiblinda sei.“

Wer von den Y-Chromosomenträgern wollte nicht schon mal, still und heimlich, ein Super-Agent sein?

Die Aussage „Die USA sind das großartigste Land der Welt“ ist zwar „keine formale oder verpflichtende Voraussetzung für eine Einstellung bei der CIA“, wie die KI dekliniert, sondern nur in Filmen zu finden. Schaden dürfte so eine Haltung aber auch nicht.

Wer allerdings wirklich Freude am Denken hat, für den sind die in-offiziellen Erzählungen, vulgo Verschwörungstheorien, eine riesen Schatzgrube, bei der man überall auf sonst (offiziell) verborgene und damit kostbare Wahrheiten stößt. Da tun sich oft ganz neue Welten auf. „Des glaab i jetz ned… Des ko do goa ned sei?“

Die unermüdliche Dagmar Henn spottet da schon wieder ob des Dauerbombardements mit Fake-Facts-Horrormeldungen: „In den letzten Tagen kam es einem fast so vor, als wäre die Tiefkühlung der deutschen Propagandazentrale ausgefallen und man müsste nun ganz eilig alle Themen auf einmal servieren, weil sie sonst verderben.“

Jede Klientel hat ihre eigene Schlagwortlogik.

Wann gibt es endlich Preise für die „flachdenkendste Hohlbirne“? Für alle, die am wenigsten in die Tiefe gehen, extrem oberflächlich urteilen oder komplexe Zusammenhänge völlig ignorieren.

Das gedeiht auf einem gesellschaftlichen Humus, bei dem auch im Wissensbereich immer kleinteiligere Inhaltsvermittlung praktiziert wird. Jeder lernt und weiß nur so viel, wie er zum Arbeiten in seinem abgesteckten Bereich benötigt. Das Prinzip der Schlapphutbranche halt wieder mal. So bleibt man unfähig, komplexe interdisziplinäre bzw. übergreifende Zusammenhänge zu verstehen.

Etwas Besseres zur Verwirrung als das LGBTQI+-Narrativ konnten sich die in den Denkpanzern für den letzten Akt der endgültigen Totalverblödung der Massen gar nicht ausdenken. Nun gut, die Geschichte mit dem Klima statt Wetter, Stichwort Erdverkochung, ist auch nicht schlecht. Das bescherte der Welt die „Klimakollapsologen“ der neuen „Klimakirche“, wobei dem Klimagott nach Blut, Schweiß und Tränen dürstet. Ob das neue „Barbarossa“ da Erlösung bietet?

„Der herrschenden Klasse in Europa gehen schlichtweg die Argumente aus.“

Da gibt es Leute, die behaupten, es würde zusätzlich alles immer komplizierter gemacht bzw. verkompliziert. Und das soll System haben. Genau deshalb wäre der Volksmund so genial, denn mit diesem riesigen Weisheitsschatz der ganzen Menschheitsgeschichte hätte man ein wunderbares Hilfsmittel, um die Chance auf ein wesenhaftes Verstehen wahrzunehmen.

Obendrauf kommt dann noch frecherweise, dass neue Erkenntnisse logischerweise erst dann gewonnen werden können, wenn bisheriges Wissen infrage gestellt und somit widerlegt wird. Sobald man diese Skepsis und das Hinterfragen verbietet, hat das System keinen Mechanismus mehr, der Fehlentwicklungen aufzeigt oder das System verbessern hilft. Im Gegenteil blockiert es sich dadurch selbst.

Stephen Soukup postuliert unmissverständlich: „Ein „Eisernes Gesetz“ ist die Unfähigkeit von Oligarchien, sich selbst zu reformieren. Eine Oligarchie wird sich nicht reformieren, weil sie sich nicht reformieren kann. Und so wird sie stattdessen zusammenbrechen.“ Weil das System darauf ausgelegt ist, die Korrupten zu schützen und die Wahrheitssucher zu bekämpfen.

„Die alte Welt stirbt, und die neue Welt ringt darum, geboren zu werden: Jetzt ist die Zeit der Monster.“ Antonio Gramsci

Manch alter Haudegen, wie Paul Craig Roberts, ist verärgert: „Wie sollen gute Entscheidungen getroffen werden, wenn die Wahrheit nicht mehr zugelassen wird?“ Damit, so Roberts, sind wir im „Lager der Heiligen“. Da sehen sich die USA allerdings schon lange selbst, als „Holy Nation“. Bisher haben sie, respektive deren Vertreter, noch eine gewisse Dominanz über den globalen Informationsraum.

Der „in Kreisen“ wohlbekannte Jeffrey Sachs beschreibt das politische System der USA als ein „System der täglichen Medienmanipulation“ und „PR-System“. Deshalb ist es möglich, dass jemand den Präsidenten darstellt, der dazu eigentlich nicht in der Lage ist.

„Die wahren Hebel der Macht – ausgeübt von der City of London und der Wall Street“, wie sich Pepe Escobar auszudrücken bemüßigt fühlt, stellen nach wie vor gewaltige Machtmittel im Besitz von menschenverachtenden Psychopaten dar. Doch der Weg zeigt nach unten.

Dazu meint Caitlin Johnstone auch noch: „Je weniger gesund sich diese Zivilisation für Sie anfühlt, desto gesünder werden Sie. Alles an diesem Albtraum sieht mit klaren Augen entsetzlich aus.“

„Seien Sie gegrüßt im Annonazimal!“

Ein Gedanke kommt immer viel zu kurz: Das, was wir heute erleben, kommt von früher. Alles hat seine Vorgeschichte. Fazit: Die Zeiten früher schienen (!) deutlich besser, doch sie haben zu dem geführt, wo wir jetzt sind…

Warum sollte man heute noch irgendetwas glauben, was von oben kommt?

Wer Freude am Denken hat, für den ist dieser Prozess der Wahrheitssuche gleichzeitig fröstelnd und faszinierend.

Oder Sie halten‘s mit Luisa Neubauer: „Lieber Doppelmoral als keine Moral.“

Erkenntnis kennt keine Wertung, sondern ist ein Weg der Beobachtung und der Betrachtung. Reicht’s jetzt?

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel erschien zuerst unter
https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/der-smiley-hinter-den-leuten/

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Über Corona wurde viel geschrieben – meist über einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne über Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.

Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widersprüchlicher Darstellungen noch immer fragen: Was ist damals eigentlich geschehen? Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenhänge, Widersprüche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage für das eigene Urteil.

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Das Buch „Eine Reise zum Selbst“ wurde am 2. Juli 2026 veröffentlicht.
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Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualität, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verständlichen und lebensnahen Reflexion über das Menschsein.

Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, persönliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.


Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

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Klimalüge und Klimadiktatur? Teil 5: CO₂ – vom Lebenselixier zum Klimakiller?

Von Uwe Froschauer

Kaum ein Stoff steht heute derart im Zentrum der Klimadebatte wie Kohlendioxid. CO₂ soll reduziert, besteuert, gespeichert und möglichst vermieden werden. Ganze Wirtschaftsbereiche werden umgebaut, politische Programme darauf ausgerichtet und uns wird vorgerechnet, welchen „CO₂-Fußabdruck“ unser Leben hinterlässt. Doch bevor ein natürlicher Bestandteil unserer Atmosphäre zum politischen Maßstab für nahezu alles wird, sollte man sich mit der Frage befassen, was CO₂ eigentlich ist – und welche Rolle es für das Leben auf der Erde spielt.

1. Was ist CO

Kohlendioxid ist eine chemische Verbindung aus einem Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatomen – daher die Formel CO₂. Es ist farb- und geruchlos und ein natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre. Es entsteht bei zahlreichen natürlichen Prozessen, etwa bei der Atmung von Lebewesen, bei der Zersetzung organischen Materials, bei Vulkanausbrüchen und beim Austausch zwischen Ozeanen und Atmosphäre. Gleichzeitig wird CO₂ von Pflanzen, zahlreichen Algen und anderen photosynthetisch aktiven Organismen – beispielsweise Cyanobakterien – aufgenommen und zum Aufbau organischer Substanz genutzt.

Damit befindet sich CO₂ seit Jahrmillionen in einem gewaltigen natürlichen Kreislauf zwischen Atmosphäre, Ozeanen, Böden, Gesteinen und Lebewesen. Der Mensch hat diesen Kreislauf nicht geschaffen. Er war lange vor uns da.

Kohlendioxid ist für das Leben auf der Erde unverzichtbar. Pflanzen benötigen es für die Photosynthese. Ohne CO₂ gäbe es keine Pflanzenwelt, wie wir sie kennen, und damit auch nicht die Nahrungsketten, von denen Tiere und Menschen abhängen.

CO₂ ist deshalb zunächst einmal kein „Klimakiller“. Es ist ein natürlicher und lebensnotwendiger Bestandteil unserer Atmosphäre. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass seine mögliche Wirkung auf das Klima damit vom Tisch wäre. Kohlendioxid besitzt nachweisbare strahlungsphysikalische Eigenschaften: CO₂-Moleküle können Infrarotstrahlung in bestimmten Wellenlängenbereichen aufnehmen und wieder abgeben. Gemeint ist damit die für unsere Augen unsichtbare Wärmestrahlung, die von der erwärmten Erdoberfläche abgegeben wird. CO₂ reagiert dabei nicht auf jede Wellenlänge gleichermaßen, sondern nur auf bestimmte Bereiche dieser Strahlung.Was daraus für die Temperatur der bodennahen Atmosphäre und der Erdoberfläche folgt, ist allerdings eine wesentlich tiefergehende Frage.

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen, der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), schreibt dem zusätzlichen CO₂ eine bedeutende Erwärmungswirkung zu. Seine Berechnungen berücksichtigen dabei sowohl die unmittelbare Strahlungswirkung des Kohlendioxids, aber auch Rückkopplungen mit Wasserdampf, Wolken, Eis und anderen Bestandteilen des Klimasystems.

An diesem Punkt beginnt jedoch eine wissenschaftliche Kontroverse, die in der öffentlichen Diskussion meines Erachtens viel zu selten sichtbar wird. Kritiker der vorherrschenden Interpretation – deren Argumente in meinen Augen meist wesentlich schlüssiger sind – stellen nicht unbedingt infrage, dass ein CO₂-Molekül Infrarotstrahlung absorbieren kann. Sie bestreiten vielmehr, dass daraus die dem CO₂ zugeschriebene starke Temperaturwirkung im realen Klimasystem abgeleitet werden kann. Zu diesen Kritikern gehört beispielsweise der Ingenieur Michael Limburg, Mitgründer des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE), der sich seit Jahren gegen die gängige Interpretation des Treibhauseffekts wendet.

Wer hier recht hat, möchte ich an dieser Stelle nicht bewerten. Entscheidend ist die Physik. Deshalb werde ich im nächsten Teil genauer untersuchen, was CO₂ mit Wärmestrahlung tatsächlich macht, welche Rolle der in der Atmosphäre wesentlich häufiger vorkommende Wasserdampf spielt und wie aus diesen physikalischen Vorgängen schließlich eine bestimmte Temperaturwirkung berechnet wird.

Im vorliegenden Teil geht es zunächst um etwas anderes: Was ist CO₂, welche Bedeutung besitzt es für das Leben, wie stark hat seine Konzentration im Laufe der Erdgeschichte geschwankt und wie bewegt sich Kohlenstoff zwischen Atmosphäre, Pflanzen, Böden und Ozeanen?

2. CO₂-Konzentration in der Atmosphäre

Hier möchte ich zunächst einen Blick auf Größenordnungen in der Atmosphäre werfen.

Vor Beginn der Industrialisierung lag die atmosphärische CO₂-Konzentration bei ungefähr 280 ppm. „ppm“ bedeutet parts per million, also Teile pro Million. Vereinfacht ausgedrückt: Auf eine Million Moleküle trockener Luft – also der Luftbestandteile ohne den stark schwankenden Wasserdampf – kamen ungefähr 280 CO₂-Moleküle. Heute liegt die Konzentration bei etwas mehr als 420 ppm. Das entspricht etwas mehr als 0,04 Prozent der Atmosphäre. Nochmals zur Veranschaulichung: Von 10.000 Molekülen in der Atmosphäre sind etwas mehr als 4 Moleküle Kohlendioxid.

Die Konzentration ist also mengenmäßig ausgesprochen klein, zugleich aber seit vorindustrieller Zeit um ungefähr die Hälfte gestiegen. Beides sind Fakten. Wer lediglich darauf verweist, dass CO₂ nur gut 0,04 Prozent der Atmosphäre ausmacht, hat damit noch nicht bewiesen, dass es klimatisch bedeutungslos wäre. Umgekehrt folgt aus der gestiegenen CO₂-Konzentration aber auch nicht, dass sich jede beobachtete Klimaveränderung monokausal auf CO₂ zurückführen ließe.

Der IPCC geht davon aus, dass der Mensch einen sehr großen Einfluss auf die gegenwärtige Klimaentwicklung hat. Nach seinem sechsten Sachstandsbericht ist die seit dem späten 19. Jahrhundert beobachtete globale Erwärmung im Wesentlichen auf menschliche Einflüsse zurückzuführen – vor allem auf den Ausstoß von Treibhausgasen. Für den Zeitraum 2010 bis 2019 schätzt er die vom Menschen verursachte Erwärmung gegenüber 1850 bis 1900 auf rund 1,07 Grad Celsius. Natürlichen Faktoren wie Veränderungen der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüchen schreibt er für diese langfristige Erwärmung dagegen nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag zu.
Eine interessante Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Wasserdampf. Obwohl er selbst ein bedeutendes Treibhausgas ist, wird er vom IPCC – entsprechend der etablierten Klimaphysik – anders eingeordnet als CO₂: überwiegend als Rückkopplung und nicht als eigenständiger langfristiger Antrieb. Was mit einer solchen Rückkopplung gemeint ist, lässt sich an einem einfachen Beispiel zeigen: Steigt die Temperatur zunächst aus einem anderen Grund – etwa weil Veränderungen der Erdbahn über lange Zeiträume die Verteilung der Sonneneinstrahlung verändern –, kann dadurch mehr Wasser verdunsten und der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre zunehmen. Dieser zusätzliche Wasserdampf kann wiederum die bereits begonnene Erwärmung verstärken. In der etablierten Klimaphysik gilt Wasserdampf deshalb überwiegend als Verstärker einer bereits angestoßenen Temperaturänderung und weniger als deren ursprünglicher langfristiger Auslöser.

Ob diese Einordnung der tatsächlichen Rolle des Wasserdampfs im Klimasystem vollständig gerecht wird, ist allerdings eine Frage, auf die ich im nächsten Teil noch zurückkommen werde.

Ich habe erhebliche Zweifel an der vorherrschenden Auffassung, Kohlendioxid sei der entscheidende Treiber der gegenwärtigen Erwärmung. Die Erde kam Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Kleinen Eiszeit, einer mehrere Jahrhunderte dauernden kühleren Klimaphase. Dass sich das Klima danach erwärmte, ist zunächst eine historische Beobachtung. Daraus allein lässt sich allerdings noch nicht ableiten, wodurch diese Erwärmung verursacht wurde. Nach meinem Dafürhalten ist doch die Frage, wie zuverlässig sich der menschliche Anteil von natürlichen Schwankungen und anderen Einflussfaktoren trennen lässt. Werden natürliche Prozesse dabei unterschätzt, kann entsprechend auch die Zuschreibung des menschlichen Anteils zu hoch ausfallen. Ob und in welchem Umfang das der Fall ist, wird im nächsten Teil unter die Lupe genommen.

Dabei wäre es allerdings zu einfach, die Einschätzung des IPCC kurzerhand beiseitezuschieben. Sie beruht nicht lediglich darauf, CO₂- und Temperaturkurven nebeneinanderzulegen. In seine Bewertung fließen Messdaten und physikalische Grundlagen ebenso ein wie Klimamodelle, Rekonstruktionen früherer Klimaperioden und sogenannte Attributionsstudien. Mit deren Hilfe versuchen Wissenschaftler abzuschätzen, welchen Anteil unterschiedliche natürliche und menschliche Einflussfaktoren an beobachteten Klimaveränderungen haben.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Arbeit des IPCC selbst keiner kritischen Betrachtung bedarf. Auch hier stellen sich für mich Fragen nach institutionellen Interessen, politischen Rahmenbedingungen und danach, wer Forschung finanziert und welche Fragestellungen dadurch möglicherweise bevorzugt werden – nach dem Grundsatz cui bono? – wem nützt es?

Diese institutionelle Ebene möchte ich an dieser Stelle jedoch zunächst beiseitelassen und zur wissenschaftlichen Argumentation zurückkehren. Denn auch dort liegt eine entscheidende Schwierigkeit: Solche Zuordnungen beruhen nicht ausschließlich auf unmittelbar messbaren Größen, sondern auch auf Modellen, Annahmen und statistischen Verfahren und sind deshalb mit Unsicherheiten behaftet. Die entscheidende Frage lautet für mich daher nicht, ob der Mensch das Klima beeinflusst. Das tut er. Entscheidend ist vielmehr, wie groß dieser Einfluss im Verhältnis zu den natürlichen Faktoren tatsächlich ist, mit welcher Sicherheit sich die verschiedenen Einflüsse voneinander trennen und quantifizieren lassen – und wie viel Gewissheit sich daraus für Entwicklungen in mehreren Jahrzehnten ableiten lässt. Diese Frage möchte ich an dieser Stelle bewusst offenlassen. Sie gehört in den nächsten Teil, in dem es um CO₂, Treibhauseffekt und Klimasensitivität gehen wird.

3. CO₂ – Rohstoff des Lebens

Hinzu kommt eine weitere Ebene, die in der politischen Diskussion leicht untergeht: CO₂ ist eben nicht nur Treibhausgas. Es ist gleichzeitig Rohstoff des Lebens. Der Pflanze ist es gleichgültig, ob der Mensch CO₂ politisch zum Problem erklärt. Sie nimmt Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und baut daraus mithilfe von Licht und Wasser organische Substanz auf. Aus einem Gas, das politisch fast ausschließlich als Problem behandelt wird, entstehen Blätter, Holz, Früchte und letztlich Nahrung.

Das ist keine Meinung eines „Klimaleugners“. Das ist Biologie.

Deshalb halte ich die verbreitete sprachliche Reduzierung von Kohlendioxid auf einen „Klimakiller“ für problematisch. Ein lebensnotwendiger Naturstoff besitzt verschiedene Wirkungen gleichzeitig. Seine strahlungsphysikalischen Eigenschaften können untersucht und kritisch bewertet werden, ohne seine biologische Bedeutung kleinzureden – und seine biologische Bedeutung widerlegt umgekehrt nicht die Tatsache, dass CO₂ Infrarotstrahlung in bestimmten Wellenlängenbereichen absorbiert und emittiert. Welche Temperaturwirkung daraus im realen Klimasystem entsteht, ist eine weitergehende Frage.

Deshalb lohnt es sich, jene Seite des Kohlendioxids genauer zu betrachten, die in der öffentlichen Klimadebatte weniger Beachtung findet: seine Bedeutung für das Pflanzenleben. Was geschieht, wenn Pflanzen mehr CO₂ zur Verfügung steht? Warum wird in Gewächshäusern teilweise ganz bewusst zusätzliches Kohlendioxid eingesetzt? Und trägt der steigende CO₂-Gehalt tatsächlich dazu bei, dass große Teile der Erde grüner geworden sind?

Damit komme ich zu einer grundlegenden Tatsache, ohne die jede Diskussion über Kohlendioxid unvollständig bleibt:

Ohne CO kein Pflanzenleben

Was bei Kohlendioxid in der politischen Debatte häufig untergeht, ist biologisches Grundwissen: Pflanzen brauchen CO₂. Nicht irgendwann, nicht unter besonderen Umständen, sondern jeden Tag für ihr Wachstum.

Bei der Photosynthese nehmen Pflanzen Kohlendioxid aus der Luft auf. Mithilfe der Energie des Sonnenlichts und unter Verwendung von Wasser stellen sie daraus energiereiche organische Stoffe her, insbesondere Zucker. Dabei wird Sauerstoff freigesetzt. Aus diesen Grundstoffen baut die Pflanze schließlich Blätter, Stängel, Wurzeln, Holz, Blüten und Früchte auf.

Der Kohlenstoff in einem Baumstamm kommt also nicht hauptsächlich aus dem Boden. Ein erheblicher Teil der trockenen Pflanzenmasse entsteht letztlich aus Kohlenstoff, den die Pflanze zuvor als CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Ein unsichtbares Gas aus der Luft wird zu Holz, Getreide, Obst und Gemüse. Und damit letztlich auch zu unserer Nahrung. Fantastisch, oder?

CO als Dünger

Dass mehr CO₂ unter geeigneten Bedingungen das Pflanzenwachstum fördert, ist keine Außenseiterthese und schon gar keine Erfindung sogenannter „Klimaleugner“. Der Effekt ist seit Langem bekannt und wird als CO₂-Düngungseffekt bezeichnet.

Gärtner und professionelle Gewächshausbetriebe machen sich diesen Zusammenhang praktisch zunutze. In geschlossenen Gewächshäusern kann die CO₂-Konzentration gezielt erhöht werden, um Photosynthese und Pflanzenwachstum zu fördern. Das US-Landwirtschaftsministerium fasst die Wirkung sehr nüchtern zusammen: Eine erhöhte CO₂-Konzentration kann die Photosyntheserate und damit Wachstum und Ertrag steigern.

Außerhalb des Gewächshauses behandeln wir Kohlendioxid fast ausschließlich als Problem. Innerhalb des Gewächshauses wird derselbe Stoff gezielt eingesetzt, weil Pflanzen ihn zum Wachstum benötigen. Das ist kein Widerspruch der Natur – die Natur kennt keine Widersprüche. Es ist ein Widerspruch in der Art, wie wir über CO₂ sprechen.

Allerdings wäre es ebenso falsch, daraus die Gleichung „mehr CO₂ = immer mehr Pflanzenwachstum“ zu entwickeln. Eine Pflanze lebt schließlich nicht von CO₂ allein. Sie benötigt Licht, Wasser, geeignete Temperaturen und Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Fehlt einer dieser Faktoren, kann zusätzliches CO₂ seine wachstumsfördernde Wirkung nur eingeschränkt entfalten.

Verschiedene Pflanzenarten reagieren unterschiedlich auf CO₂. Besonders deutlich zeigt sich das bei den beiden großen Gruppen der sogenannten C3- und C4-Pflanzen. Zu den C3-Pflanzen gehören beispielsweise Weizen, Reis und Sojabohnen. Sie reagieren im Allgemeinen stärker auf zusätzliches CO₂. Mais und Zuckerrohr gehören dagegen zu den C4-Pflanzen und reagieren unter normalen Bedingungen deutlich schwächer darauf. Freilandversuche bestätigen diese Unterschiede.

Man muss daraus keine neue Heilslehre machen. Aufgrund des CO₂-Düngungseffekts sollte man nicht den Fehler machen CO₂ zum Wundermittel zu erklären. Pflanzen leben nicht von Kohlendioxid allein. Seine wachstumsfördernde Wirkung hängt von zahlreichen weiteren Bedingungen ab. Aber ebenso wenig sollte man seine nachgewiesene Funktion für Pflanzen ausblenden, nur weil sie nicht zum verbreiteten Bild des fast ausschließlich schädlichen Kohlendioxids passt.

Die Erde ist grüner geworden

Besonders interessant wird es, wenn man das Gewächshaus verlässt und den gesamten Planeten betrachtet. Satelliten beobachten seit Jahrzehnten die Vegetation der Erde. Eine 2016 veröffentlichte internationale Untersuchung mit 32 Wissenschaftlern aus acht Ländern kam zu dem Ergebnis, dass zwischen einem Viertel und der Hälfte der bewachsenen Landflächen der Erde innerhalb von rund 35 Jahren eine deutliche Zunahme der Blattfläche zeigte. Vereinfacht gesagt: Große Teile der Erde sind grüner geworden.

Die Wissenschaftler untersuchten verschiedene mögliche Ursachen dieser Begrünung – darunter steigende CO₂-Konzentrationen, Stickstoffeinträge, Landnutzungsänderungen sowie Veränderungen von Temperatur, Niederschlag und Sonneneinstrahlung. Ihre Modellrechnungen führten zu dem Ergebnis, dass der CO₂-Düngungseffekt rund 70 Prozent der beobachteten Begrünung erklären könnte.

Hier ist allerdings eine Unterscheidung wichtig: Die Begrünung selbst wurde mithilfe von Satellitendaten beobachtet. Die Zuordnung, welcher Faktor welchen Anteil daran verursacht hat, beruht dagegen auf Modellrechnungen. Die 70 Prozent sind deshalb keine unmittelbar vom Satelliten „gemessene“ CO₂-Wirkung.

Diese Unterscheidung sollte man bei Klimafragen immer wieder im Hinterkopf behalten: Was wurde tatsächlich gemessen – und was wurde anschließend mithilfe eines Modells daraus abgeleitet?

Trotz dieser Einschränkung ist der grundsätzliche CO₂-Düngungseffekt experimentell gut belegt. Jahrzehntelange sogenannte FACE-Freilandversuche, bei denen Pflanzen unter freiem Himmel erhöhten CO₂-Konzentrationen ausgesetzt werden, zeigen bei vielen Pflanzen eine erhöhte Photosynthese und Biomasseproduktion. Sie zeigen allerdings ebenso deutlich die Grenzen: Nährstoffmangel kann den Effekt abschwächen, C4-Pflanzen reagieren weniger stark, und bei manchen Nutzpflanzen kann eine höhere CO₂-Konzentration die Konzentration bestimmter Mineralstoffe in den Samen reduzieren.

Diese unterschiedlichen Wirkungen zeigen, wie wenig die Einteilung von CO₂ in „gut“ oder „schlecht“ der Wirklichkeit gerecht wird. CO₂ ist weder ausschließlich unter dem Blickwinkel seiner Treibhauswirkung zu betrachten noch lässt es sich zum problemlosen Wundermittel erklären.

Damit stellt sich die nächste Frage: Wie hoch ist die heutige CO₂-Konzentration im Vergleich zu früheren Erdzeitaltern?

4. CO war nie konstant

Wie ordnet sich die heutige CO₂-Konzentration in die Klimageschichte der Erde ein?

Vor Beginn der Industrialisierung lag sie bei ungefähr 280 ppm, heute bei mehr als 420 ppm. Der Anstieg ist erheblich und unstrittig. Wer daraus allerdings den Eindruck gewinnt, 280 ppm seien so etwas wie der natürliche Normalzustand der Erde, irrt. Einen über Millionen Jahre konstanten CO₂-Gehalt hat es nicht gegeben.

Besonders aufschlussreich sind Eisbohrkerne aus der Antarktis und aus Grönland. In dem über Jahrtausende entstandenen Eis befinden sich winzige eingeschlossene Luftbläschen – gewissermaßen Proben der damaligen Atmosphäre. Dadurch lässt sich die Entwicklung des atmosphärischen CO₂ über Hunderttausende Jahre vergleichsweise zuverlässig rekonstruieren.

Während der Eiszeitzyklen der vergangenen rund 800.000 Jahre schwankte die CO₂-Konzentration grob zwischen etwa 180 ppm in ausgeprägten Kaltzeiten und 280 bis 300 ppm in Warmzeiten. Der heutige Wert von mehr als 420 ppm liegt damit deutlich über dieser jüngeren natürlichen Schwankungsbreite. Das sollte man als sogenannter Klimaleugner auch nicht verschweigen. Interessant wird es allerdings bei der Frage nach Ursache und Wirkung.

Bei vergangenen Übergängen von Kalt- zu Warmzeiten wurde die Erwärmung nicht einfach dadurch ausgelöst, dass zunächst das CO₂ anstieg. Veränderungen der Erdbahn – die bereits beschriebenen Milanković-Zyklen – veränderten die Verteilung der Sonneneinstrahlung und setzten weitere Prozesse in Gang. Eine viel zitierte Untersuchung von Nicolas Caillon und Kollegen fand beispielsweise für einen Eiszeitübergang vor etwa 240.000 Jahren, dass die antarktische Erwärmung dem CO₂-Anstieg um durchschnittlich etwa 800!!! ± 200 Jahre vorausging.

Das ist ein wichtiger Befund. Er bedeutet allerdings nicht, dass damit eine Klimawirkung von CO₂ widerlegt wäre. Die etablierte Erklärung lautet vielmehr, dass die anfängliche Erwärmung weitere Rückkopplungen in Gang setzte. Veränderungen der Ozeane – unter anderem ihrer Temperatur, Zirkulation und Chemie – beeinflussten die Freisetzung und Aufnahme von CO₂. Das zusätzlich in die Atmosphäre gelangende Kohlendioxid konnte nach dieser Erklärung die bereits begonnene Erwärmung wiederum verstärken.

CO₂ war bei solchen natürlichen Klimawechseln damit nicht einfach nur Ursache oder nur Folge, sondern Teil eines komplexen Rückkopplungsprozesses. Neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass die zeitliche Beziehung zwischen Temperatur und CO₂ nicht bei allen Eiszeitübergängen identisch ist. Die „800 Jahre“ sollte man deshalb nicht als allgemeingültige Naturkonstante missverstehen.

Man sollte generell vorsichtig sein, aus dem parallelen Verlauf zweier Kurven bereits eine eindeutige Kausalität abzuleiten. Entscheidend ist, welcher Prozess eine Veränderung zunächst anstößt (sogenannter Antrieb) und welche weiteren Prozesse anschließend verstärkend (Verstärker) oder abschwächend hinzukommen.

Je weiter man in der Erdgeschichte zurückgeht, desto schwieriger wird die Rekonstruktion. Für Zeiträume von Millionen oder gar Hunderten Millionen Jahren gibt es keine Luftbläschen im Eis mehr. Wissenschaftler greifen deshalb auf sogenannte Proxydaten zurück – beispielsweise fossile Blätter, Meeresablagerungen oder geochemische Spuren in Gesteinen.

Das sind wissenschaftlich wertvolle Verfahren. Aber eine Rekonstruktion ist keine direkte Messung. Auch der IPCC weist bei bestimmten terrestrischen CO₂-Proxys auf geringe Datendichte sowie vergleichsweise große Unsicherheiten bei CO₂-Werten und Altersbestimmungen hin.

Trotz dieser Unsicherheiten ist eines ziemlich klar: In früheren Erdzeitaltern lagen die CO₂-Konzentrationen zeitweise erheblich höher als heute. Für das frühe Eozän vor rund 50 Millionen Jahren nennt der IPCC etwa 1.150 bis 2.500 ppm. Für Teile der Trias, eines Erdzeitalters vor rund 250 bis 200 Millionen Jahren, in dem auch die ersten Dinosaurier auftraten, werden sogar Größenordnungen von 2.000 bis 5.000 ppm rekonstruiert.

Das bedeutet nicht, dass solche Werte für unsere heutige Welt automatisch harmlos wären. Kontinente und Ozeane waren anders angeordnet, Ökosysteme unterschieden sich, und auch andere Einflussfaktoren waren nicht identisch.

Es bedeutet aber sehr wohl: Die heutigen gut 420 ppm sind erdgeschichtlich keineswegs einmalig. Im Maßstab der vergangenen 800.000 Jahre sind sie außergewöhnlich hoch – über Hunderte Millionen Jahre betrachtet dagegen nicht.

Wie gewaltig die Veränderungen des Erdklimas waren, zeigt auch eine 2024 in Science veröffentlichte Rekonstruktion der vergangenen 485 Millionen Jahre. Die Forscher errechneten globale Durchschnittstemperaturen zwischen ungefähr 11 und 36 Grad Celsius. Zum Vergleich: Heute haben wir eine globale Durchschnittstemperatur von circa 15 Grad Celsius. Über einen großen Teil dieses Zeitraums befand sich die Erde demnach in wärmeren Klimazuständen als heute.

Auch hier ist allerdings Genauigkeit angebracht: Niemand hat vor 400 Millionen Jahren ein Thermometer abgelesen. Die Forscher kombinierten geologische Proxydaten mit Klimamodellen und statistischen Verfahren. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Rekonstruktion, nicht um eine direkte Temperaturmessung. Die Studie ist keineswegs ein hundertprozentiger Beleg dafür, CO₂ für klimatisch bedeutungslos zu erklären.

Für mich folgt daraus vor allem eines: Die Erdgeschichte lässt sich weder mit dem Satz „CO₂ macht das Klima“ noch mit „CO₂ spielt keine Rolle“ angemessen beschreiben. Temperatur und CO₂ haben sich über Millionen Jahre erheblich verändert – eingebettet in ein Klimasystem, in dem gleichzeitig Sonne, Ozeane, Eis, Vegetation, Kontinentalverschiebungen und zahlreiche Rückkopplungen wirken.

Das Klima war nie statisch. Der CO₂-Gehalt war es ebenso wenig.

Damit stellt sich zwangsläufig die nächste Frage: Woher kommt das Kohlendioxid, wohin verschwindet es wieder – und welche Rolle spielen dabei Ozeane, Pflanzen, Böden und der Mensch?

5. Der große Kreislauf des Kohlenstoffs

Kohlendioxid bleibt nicht einfach in der Atmosphäre. Der darin enthaltene Kohlenstoff ist ständig unterwegs. Er wandert zwischen Atmosphäre, Pflanzen, Böden, Ozeanen, Lebewesen und Gesteinen hin und her. Manche dieser Wege dauern nur Tage oder Jahre, andere Jahrtausende oder sogar Millionen Jahre.

Man kann sich diesen Kohlenstoffkreislauf wie ein gewaltiges System miteinander verbundener Speicher vorstellen. Die Atmosphäre ist einer davon – aber keineswegs der größte. Kohlenstoff befindet sich in Wäldern und Böden, in den Ozeanen, in Lebewesen und in gewaltigen Mengen auch in Gesteinen und Sedimenten.

Pflanzen entziehen der Atmosphäre CO₂ und bauen den darin enthaltenen Kohlenstoff durch Photosynthese in ihre Biomasse ein. Ein Baum beispielsweise macht aus Kohlendioxid, Wasser und Sonnenenergie über Jahre hinweg Blätter, Äste, Wurzeln und Holz. Stirbt die Pflanze ab, beginnt der nächste Teil des Kreislaufs: Mikroorganismen zersetzen das organische Material, wobei ein Teil des Kohlenstoffs wieder als CO₂ freigesetzt wird. Ein anderer Teil verbleibt im Boden oder wird über längere Zeiträume gespeichert.

Auch Tiere und Menschen sind Bestandteil dieses Kreislaufs. Wir nehmen Kohlenstoff über unsere Nahrung auf und geben einen Teil davon durch die Atmung wieder als Kohlendioxid an die Atmosphäre zurück.

Eine besonders große Rolle spielen die Weltmeere. Sie enthalten um ein Vielfaches mehr Kohlenstoff als die Atmosphäre und tauschen ständig CO₂ mit ihr aus. An der Meeresoberfläche geschieht beides gleichzeitig: Kohlendioxid gelangt aus der Atmosphäre ins Wasser – und aus dem Wasser wieder zurück in die Atmosphäre. Entscheidend ist, in welche Richtung unter den jeweiligen Bedingungen netto mehr transportiert wird.

Dabei spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Kaltes Wasser kann grundsätzlich mehr CO₂ aufnehmen und gelöst halten als warmes Wasser. Man kennt das Prinzip vereinfacht von einer Flasche mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser: Wird sie warm und geöffnet, entweicht das darin gelöste Kohlendioxid leichter. Die Vorgänge im Ozean sind natürlich wesentlich komplizierter, aber das Grundprinzip der temperaturabhängigen Löslichkeit ist dasselbe.

Deshalb kann eine Erwärmung von Meerwasser grundsätzlich die Abgabe von CO₂ begünstigen. Umgekehrt können kalte Meeresregionen besonders viel CO₂ aufnehmen. Hinzu kommen allerdings Meeresströmungen, biologische Prozesse und die Chemie des Meerwassers. Plankton nimmt beispielsweise Kohlenstoff auf, abgestorbenes organisches Material kann in tiefere Wasserschichten absinken und Kohlenstoff damit teilweise für lange Zeit dem unmittelbaren Austausch mit der Atmosphäre entziehen.

Die Ozeane sind deshalb weder einfach nur CO₂-Speicher noch einfach nur CO₂-Quellen. Sie sind beides – und stehen in einem permanenten Austausch mit der Atmosphäre.

Quellen und Senken – entscheidend ist, was unter dem Strich bleibt

Damit kommen zwei Begriffe ins Spiel, die in der Klimadebatte ständig auftauchen: CO₂-Quellen und CO₂-Senken. Eine Quelle gibt netto Kohlendioxid ab, eine Senke nimmt netto Kohlendioxid auf. Das klingt zunächst einfach. In der Natur kann jedoch ein und dasselbe System gleichzeitig aufnehmen und abgeben. Nehmen wir einen Wald. Seine Bäume entziehen der Atmosphäre durch Photosynthese CO₂ und speichern Kohlenstoff in Holz, Wurzeln und Böden. Gleichzeitig setzen Pflanzen durch ihre Zellatmung sowie Bodenorganismen CO₂ frei, abgestorbenes organisches Material wird zersetzt, und bei Waldbränden kann gespeicherter Kohlenstoff innerhalb kurzer Zeit wieder freigesetzt werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Gibt ein Wald CO₂ ab? Natürlich tut er das. Entscheidend ist: Nimmt er über einen bestimmten Zeitraum mehr Kohlenstoff auf, als er wieder abgibt? Ist das der Fall, wirkt er unter dem Strich als Kohlenstoffsenke.

Dasselbe Prinzip gilt im Großen für den gesamten Planeten. Zwischen Atmosphäre, Land und Ozeanen werden jedes Jahr gewaltige Mengen Kohlenstoff ausgetauscht. Diese natürlichen Bruttoströme sind erheblich größer als die zusätzlichen menschlichen Emissionen. Ein großer Teil der natürlichen Aufnahme und Abgabe gleicht sich jedoch gegenseitig aus. Deshalb entscheidet nicht allein die Größe eines einzelnen CO₂-Stroms, sondern seine Bilanz.

An dieser Stelle wird auch verständlich, was mit Begriffen wie „CO₂-neutral“ oder „Netto-Null“ grundsätzlich gemeint ist. Entscheidend ist nicht, dass überhaupt kein CO₂ mehr freigesetzt wird. Ausschlaggebend ist, dass unter dem Strich nicht mehr zusätzlich in der Atmosphäre verbleibt, als an anderer Stelle wieder dauerhaft entzogen wird. „Klimaneutral“ ist allerdings der weitergehende Begriff, weil neben CO₂ auch andere Einflüsse auf das Klima berücksichtigt werden müssen.

Der Mensch ist keineswegs der größte CO₂-Emittent innerhalb des gesamten Kohlenstoffkreislaufs. Nach den vom IPCC verwendeten Zahlen stehen anthropogenen Emissionen von rund 10,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff (GtC) pro Jahr – nicht zu verwechseln mit der Masse des gesamten Kohlendioxids: 10,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff entsprechen rund 40 Milliarden Tonnen CO₂ – natürliche Brutto-Austauschströme gegenüber, die sich auf Hunderte Milliarden Tonnen Kohlenstoff jährlich summieren. Je nachdem, welche dieser Ströme einbezogen werden, machen die menschlichen Emissionen damit nur wenige Prozent der jährlich bewegten Kohlenstoffmengen aus.

Entscheidend ist allerdings die Bilanz: Ozeane und Landökosysteme setzen große Mengen CO₂ frei, nehmen gleichzeitig aber auch große Mengen wieder auf, sodass sich ein erheblicher Teil dieses natürlichen Austauschs gegenseitig ausgleicht. Der Mensch fügt dem Kreislauf vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas zusätzlichen Kohlenstoff hinzu, der zuvor über sehr lange geologische Zeiträume gebunden war; hinzu kommen Zementproduktion und Veränderungen der Landnutzung. Gemessen an den gewaltigen natürlichen Bruttoströmen erscheint der menschliche Anteil damit zunächst marginal – für die Veränderung der Bilanz ist jedoch entscheidend, was von diesem zusätzlich freigesetzten Kohlenstoff dauerhaft in der Atmosphäre verbleibt.

Von diesem zusätzlich vom Menschen freigesetzten CO₂ verbleibt nicht alles in der Atmosphäre. Nach den Berechnungen des IPCC nahmen Landökosysteme und Ozeane im Jahrzehnt 2010 bis 2019 zusammen etwas mehr als die Hälfte der menschlichen CO₂-Emissionen wieder auf: rund 31 Prozent an Land und 23 Prozent in den Ozeanen; etwa 46 Prozent verblieben in der Atmosphäre.

Auch diese Bilanzierung ist nicht völlig unumstritten. Wissenschaftler wie Hermann Harde und Murry Salby haben Modelle vorgelegt, nach denen der menschliche Anteil am beobachteten Anstieg des atmosphärischen CO₂ wesentlich geringer ausfällt als in der etablierten Kohlenstoffbilanz angenommen. Diese Auffassung wird von der Mehrheitsforschung allerdings deutlich zurückgewiesen.

Die Natur ist nicht bloß CO₂-Quelle, sondern zugleich ein gewaltiger Puffer. Ohne die Aufnahme durch Vegetation, Böden und Ozeane wäre die atmosphärische CO₂-Konzentration wesentlich schneller gestiegen.

Das unfreiwillige Großexperiment von 2020

Wie komplex dieses Zusammenspiel ist, zeigte das Jahr 2020. Während der idiotischen Corona-Lockdowns wurde die wirtschaftliche Aktivität weltweit zeitweise drastisch heruntergefahren. Straßen waren leer, Flugzeuge blieben am Boden, Fabriken reduzierten ihre Produktion. Auf dem Höhepunkt der Einschränkungen lagen die täglichen weltweiten fossilen CO₂-Emissionen zeitweise schätzungsweise rund 17 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres; über das gesamte Jahr betrachtet betrug der Rückgang ungefähr 6 bis 7 Prozent.

Man hätte deshalb vielleicht erwartet, diese außergewöhnliche Entwicklung müsse sich deutlich in der atmosphärischen CO₂-Kurve bemerkbar machen. Doch die CO₂-Konzentration stieg erstaunlicherweise weiter an. Das macht nachdenklich, auch wenn es nicht zwangsläufig beweist, dass der Anstieg des atmosphärischen CO₂ nichts mit menschlichen Emissionen zu tun hat.

Dieses Beispiel macht einen häufig übersehenen Unterschied anschaulich: Emissionen und CO₂-Konzentration sind nicht dasselbe. Emissionen beschreiben, wie viel CO₂ innerhalb eines bestimmten Zeitraums zusätzlich freigesetzt wird. Die atmosphärische Konzentration beschreibt dagegen, wie viel CO₂ sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Atmosphäre befindet. Dazwischen arbeitet ununterbrochen der gewaltige Kohlenstoffkreislauf mit seinen Quellen und Senken.

Damit zeigt sich, weshalb beim Kohlenstoffkreislauf nicht einzelne Zahlen, sondern die gesamte Bilanz betrachtet werden muss: Wie viel CO₂ wird auf natürlichem Wege freigesetzt und wieder aufgenommen? Wie groß ist der zusätzliche menschliche Beitrag? Wie viel davon nehmen Ozeane und Landökosysteme auf – und wie viel verbleibt schließlich in der Atmosphäre?

In diesem Kapitel haben wir zunächst geklärt, was Kohlendioxid überhaupt ist, warum es für das Pflanzenleben unverzichtbar ist, wie stark seine Konzentration im Laufe der Erdgeschichte schwankte und wie es sich im gewaltigen Kohlenstoffkreislauf zwischen Atmosphäre, Ozeanen, Pflanzen und Böden bewegt.

Doch damit beginnt erst der eigentlich umstrittene Teil der CO₂-Debatte. Denn selbst wenn feststeht, dass die CO₂-Konzentration seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestiegen ist und der Mensch zusätzliches Kohlendioxid freisetzt, ist damit noch nicht beantwortet, welche Temperaturwirkung daraus tatsächlich folgt. Wie stark kann ein Gas, das heute etwas mehr als 0,04 Prozent der Atmosphäre ausmacht, die Energiebilanz und damit die Temperatur unseres Planeten beeinflussen? Welche Rolle spielt dabei der Wasserdampf, der in wesentlich größeren und stark schwankenden Mengen in der Atmosphäre vorkommt? Was genau bedeutet „Treibhauseffekt“ physikalisch? Und wie sicher lässt sich aus diesen Vorgängen eine Erwärmung um eine bestimmte Zahl von Grad ableiten?

Um diese Themenkreise wird es im nächsten Teil gehen: um CO₂ und den Treibhauseffekt – um Absorption und Abstrahlung, um Wasserdampf und Rückkopplungen und schließlich um die entscheidende Frage: Wie stark ist die Wirkung des Kohlendioxids auf das Klima tatsächlich?


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